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Das Alterman Gambit-Handbuch

Gambits mit Schwarz, Band 1


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Das Alterman Gambit-Handbuch: Gambits mit Schwarz 1 ist Eröffnungsbuch und Leitfaden in einem. Schärfen Sie ihre taktischen Fertigkeiten und lernen Sie, dynamisches Angriffsschach zu spielen, während Sie die unterhaltsamsten Gambits studieren.

  • Wolga-Gambit
  • Waganjan-Gambit
  • Owen-Verteidigung
  • Blumenfeld-Gambit
  • 1.d4 Sf6 - Nebenvarianten

Boris Alterman ist ein starker Großmeister und Gründer der Shevah-Movet Schachakademie in Israel, der seine schachliche Ausbildung in der Botwinnik-Kasparow-Schule genossen hat. Er half mit bei der Entwicklung des Deep Junior Programms, das gegen Kasparow in einem berühmt gewordenen Match unentschieden spielte und sowohl Radjabow als auch Deep Fritz in Wettkämpfen besiegte.

Vorwort
Meine Beziehung zu den 64 Feldern begann sich recht früh zu entwickeln. Mit 3 Jahren erlernte ich zunächst das Damespiel, und als ich darin ziemlich gut wurde, hielt mein Vater die Zeit für reif, mir ein komplizierteres Spiel beizubringen. Schach war die natürliche Wahl. Die ersten Lektionen waren sehr hart für mich, aber mit der Zeit begann ich, die wichtigsten Prinzipien des Spiels zu verstehen.

Mit 10 wollte ich einem Fußballverein beitreten, doch eine Blinddarmoperation machte dieser Idee ein rasches Ende. Ohne bessere Alternative ging ich zum "Avantgarde" Schachverein in meiner Heimatstadt Woroschilowgrad (das heute Lugansk heißt), eine der größten Städte im Osten der Ukraine.

Die Schüler meiner Gruppe mussten die brillantesten taktischen Beispiele aus den Partien Morphys, Anderssens und anderer großer Spieler auswendig lernen und sie dann im Unterricht unserem Trainer, Witali Appolonowitsch Martschenko präsentieren. Dies war ein nützlicher Weg, meine Schachkarriere zu starten, denn um erfolgreich zu sein, sollten wir als erstes unsere taktischen Fähigkeiten entwickeln. Wie das alte Sprichwort sagt: Schach besteht zu 99% aus Taktik. Man kann ein noch so tiefsinniges strategisches Konzept haben, aber ein einziger taktischer Fehler reicht aus, um die Partie zu verderben.

Unser Trainer brachte uns bei, aggressiv und energisch zu spielen und materielle Opfer im Sinne des Angriffs nicht zu scheuen. Seine Lektionen waren so lehrreich und interessant, dass ich keine einzige davon verpassen wollte, selbst wenn ich krank war und Fieber hatte. Es kommt daher nicht allzu überraschend, dass ich schon als junger Spieler meine Liebe für die Gambitsysteme entdeckte.

Ein paar Jahre später, als ich schon ein ziemlich guter Spieler war, stellte ich mein Spiel auf solidere, aber ziemlich passive Abspiele mit Weiß um. Wie der Zufall es wollte, war ich einer der Glücklichen, die in die berühmte Botwinnik-Kasparow-Schule aufgenommen wurden, als sie 1986 ins Leben gerufen wurde. Nach der ersten Sitzung schrieb Kasparow in mein Hausaufgabenheft: "Verbessere dein Eröffnungsrepertoire mit Weiß. Spiel aggressiver!" Diese wertvolle Einschätzung eines großen Spielers half mir viel, mein Schachspiel zu verbessern.

Später, als ich die großartigen Bücher Richard Retis las, entdeckte ich die folgenden Sätze, die jeder Schachspieler und Schachtrainer kennen sollte: "Taktisches Verständnis ist die Grundlage positionellen Spiels. Dies ist eine Regel, die sich in der Schachgeschichte immer wieder bewiesen hat und die jedem jungen Schachspieler nicht nah genug ans Herz gelegt werden kann. Ein Anfänger sollte das Damengambit und die Französische Verteidigung vermeiden und stattdessen offene Partien spielen! Zwar mag er damit anfangs nicht so viele Partien gewinnen, aber auf lange Sicht wird sich das gründliche Schachverständnis, das er durch das Spielen solcher Partien erlangt, bezahlt machen."

Als ich begann, als Schachtrainer zu arbeiten, stellte ich fest, dass es nur wenige Bücher gibt, die den Spielern auf ihrem Weg vom Anfänger- zum Fortgeschrittenenniveau tatsächlich helfen können. Man könnte natürlich die phantastischen Bücher von Mark Dworetzki probieren, aber die richten sich zumeist an die Meisterkategorie als Zielgruppe (2200 und mehr). Die meisten von mir betrachteten Bücher begannen mit "Wie man" und gingen weiter: "im Schach gewinnt", "den Gegner in die Falle lockt", "Sizilianisch schlägt" (oder Spanisch, Französisch oder was auch immer). Aber diese Bücher erklärten nie die elementaren Prinzipien der Eröffnungen, die für den Weg vom Anfänger zum Fortgeschrittenen so unglaublich wichtig sind.

Als ich mehr Erfahrung als Schachtrainer besaß, erkannte ich, dass auf Anfängerniveau und darüber hinaus das korrekte Spielen der Eröffnung sich stark bezahlt macht. Viele der auf diesem Niveau gespielten Eröffnungen werden dadurch entschieden, dass eine Seite (oder beide!) die elementaren Eröffnungsprinzipien verletzt. Die Spieler geben das Zentrum auf, spielen nur mit einer Figur, bringen die Dame zu früh ins Spiel, lassen den König im Zentrum, jagen Material hinterher, anstatt sich zu entwickeln und so weiter. Dadurch entstand die Idee, einen Trainingskurs im Internet Chess Club zu entwickeln namens "Gambit Leitfaden".

Das dabei entstandene Material, überarbeitet und zusammengestellt, wurde schließlich zur Basis für dieses Buch, das den Lesern hoffentlich dabei hilft, mit den wichtigsten Eröffnungsprinzipien vertraut zu werden. Es soll taktische Fertigkeiten vermitteln und das Erkennen typischer Kombinationen in der Eröffnung erleichtern sowie erklären, wie man eine Stellung einschätzt und die Prinzipien des Angriffsspiels studiert.

Über die Gambits mit Schwarz
Das Alterman Gambit-Handbuch war ursprünglich als zweiteiliges Werk gedacht. Nachdem die weißen Gambits in Druck gingen, war ich mit meiner Arbeit bis dato zufrieden: Ich hatte einen Einstiegsleitfaden für verschiedene aufregende Gambits geschrieben, der auch als Lehrmaterial für taktische Motive und elementare Prinzipien des Eröffnungskampfs und für Schach im Allgemeinen dienen kann. Der Plan bestand schon immer darin, ein ähnliches Handbuch für schwarze Gambits zu verfassen, doch auf dem Weg dahin entwickelte sich das Projekt auf unterschiedlichste Weise.

Zunächst machte ich mir Gedanken darüber, wie diese Arbeit anzugehen ist und diskutierte meine Pläne mit Jacob und John von Quality Chess. Wir entschieden, dass im zweiten Teil mehr Wert auf theoretische Gründlichkeit gelegt werden sollte. Deshalb wurde die Anzahl der Gambits gegenüber dem ersten Buch reduziert, dafür aber die Analyse detaillierter vorgenommen, um somit die Basis zu schaffen für ein solides und dauerhaftes Repertoire, während nach wie vor jede Menge taktisches Material und generelle Hinweise zur Verbesserung der Spielstärke angeboten werden.

Ich begann mit 1.d4 und 1.c4, was ursprünglich nur die Hälfte des Buches über schwarze Gambits ausmachen sollte. Als ich jedoch diese Arbeit meinem Herausgeber einreichte, wurde klar, dass es viel zu viel Material für nur einen Band war, und so wurde die Entscheidung gefällt, die Gambits mit Schwarz in zwei Bände aufzuteilen.

Wenn man mit den schwarzen Steinen spielt, muss man etwas vorsichtiger mit den Gambits zu Werke gehen, denn Ungenauigkeiten werden härter bestraft, wenn einem in der Ausgangsstellung ohnehin schon ein Tempo fehlt. Die auf diesen Seiten untersuchten Systeme werden hoch geschätzt und haben sich selbst auf höchstem Niveau als zuverlässig erwiesen. Wie zuvor erwähnt, liegt der Schwerpunkt bei den Gambits mit Schwarz auf theoretischer Solidität, und oftmals habe ich hart daran gearbeitet, die bestehende Theorie zu verbessern. Dennoch werden Sie nach wie vor das gleiche Niveau an Erklärungen und Hilfestellungen vorfinden wie im ersten weißen Band.

Ich denke, dass das Alterman Gambit-Handbuch sich zu einer besseren Version als zuvor entwickelt hat, und ich hoffe, dass der Leser, nachdem er es durchgearbeitet hat, diese Einschätzung teilen wird.

Boris Alterman

Rishon Le Zion, September 2011

004 Danksagung, Bibliographie & verwendete Symbole

005 Vorwort des Autors

007 1. Das Wolgagambit

137 2. Das Blumenfeld-Gambit

188 3. Das Waganjan-Gambit

266 4. 1.d4 Sf6 – Nebenvarianten

299 5. Das Englische Gambit

343 Partienindex

345 Variantenindex

Das "Alterman Gambit-Handbuch, Gambits mit Schwarz 1" ist die deutsche Übersetzung der englischen Originalausgabe mit sinngemäß dem gleichen Titel. Der Name des Verfassers, Boris Alterman, geht bereits aus dem Titel hervor. Erschienen ist die deutsche wie auch die englische Ausgabe bei Quality Chess, der Vertrieb der deutschen Ausgabe erfolgt über die Firma Niggemann aus Heiden.

Die deutsche Übersetzung kam so kurzfristig nach der englischen Ausgabe auf den Markt, dass ich meine am Original begonnene Rezension zu diesem Zeitpunkt noch nicht fertig hatte. Ich denke, dass hier jemand ein feines Näschen dafür hatte, dass sich eine deutsche Ausgabe auf jeden Fall lohnen würde. Ohne vorgreifen zu wollen, kann ich bestätigen, dass das "Alterman Gambit Handbuch, Gambits für Schwarz 1" ein wirklich sehr gelungenes Werk ist und seine Käufer finden wird.

Der Name des Autors steht in einer engen Verbindung mit dem Gambitspiel. Als Autor wie als Spieler widmet er sich aggressiven Gambits bzw. greift er in der eigenen Turnierpraxis darauf zurück.

Nun zum Werk selbst:

Unter einem Handbuch versteht man die geordnete Zusammenstellung eines Auszugs des menschlichen Wissens, es kann als Nachschlagewerk dienen. Oft ist der Autor ein Praktiker, auch wenn dies für die Definition kein zwingendes Element ist.

Auf das hier besprochene Werk lässt sich diese Definition ohne Frage gut anwenden, sodass der Begriff des Handbuchs im Titel berechtigt verankert worden ist.

In diesem Band kommen vier Gambits in eigenen Kapiteln und weitere Gambitabspiele in einem weiteren Kapitel in den Fokus. Nach dem Inhaltsverzeichnis, hier erweitert um die Initialzugfolgen und die den Gambits jeweils gewidmeten Seiten, sind dies:

Wolgagambit, 1.d4 Sf6 2.c4 c5 3.d5 b5, 130 Seiten.

Blumenfeld-Gambit, 1.d4 Sf6 2.Sf3 e6 3.c4 c5 4.d5 b5, 51 Seiten.

Waganjan-Gambit, 1.d4 Sf6 2.c4 c5 3.Sf3 cxd4 4.Sxd4 e5 5.Sb5 d5 6.cxd5 Lc5, 77 Seiten.

1.d4 Sf6 - Nebenvarianten (insgesamt 33 Seiten für Trompowsky-Angriff, Weressow-Eröffnung, Colle-System, Londoner System und Torre-Angriff).

Englisches Gambit, 1.c4 b6 2.d4 Lb7 3.Sc3 e6 4.e4 Lb4 5.f3 f5 6.exf5 Sh6, 44 Seiten.

Der Grundaufbau der einzelnen Kapitel ist im Wesentlichen gleich. Zunächst wird das jeweilige Gambit eingeführt, wobei Alterman aber bereits Unterschiede macht. Diese sind gut begründet und gehen auf Spezifika des gerade behandelten Gambits zurück. Ich möchte dies am Beispiel des dritten Kapitels zum Waganjan-Gambit näher beschreiben.

Nachdem der Leser eingeweiht worden ist, worum es überhaupt geht, richtet Alterman den Blick sofort auf eine Besonderheit. Unter der Themaüberschrift "Die Schwäche f2" geht er auf taktische Motive ein, die sich mit einem Läuferopfer auf dem genannten Feld verknüpfen sowie mit der Rolle von ... Se4. Dem Thema sind nachfolgend mehrere Partien gewidmet, in denen die Motive zum Tragen kommen (können). Diese sind so kommentiert, dass sie dem Leser Hilfe beim grundsätzlichen Verstehen leisten. Was unter dem Aspekt "wie spielt man ... " theoretisch wertvoll ist, wird entsprechend herausgearbeitet. Nicht das Einpauken von mehr oder weniger gültigen Leitsätzen ist dem Leser hier auferlegt, er soll die Prinzipien veranschaulicht bekommen und diese so verinnerlichen. Am Ende jeder Partie werden die allgemein festzuhaltenden Erkenntnisse zusammengestellt. "Was wir gelernt haben:" ist die nach meinem Geschmack etwas zu naiv formulierte Überschrift dieser Inhalte. Genau diese aber unterstreichen zusätzlich den Charakter des Werkes als Handbuch. "Wie spielt man das Waganjan-Gambit" kann man in dieser Ausgabe des "Alterman Gambit-Handbuchs" bestens nachschlagen, wobei man an den eben angesprochenen Zusammenstellungen nicht vorbei kann.

Sobald "die Schwäche f2" ausreichend untersucht worden ist, geht das Werk auf "Entwicklungsfragen - S5c3, nicht S1c3" ein. Dieser Aspekt wird wie der vorhergehende behandelt, ihm folgen in gleiche Weise weitere Schwerpunkte.

Abgeschlossen wird das Kapitel mit einem kurzen Fazit zum Gambit schlechthin.

Nach dem Studium dieses Kapitels wird der Spieler gut in der Lage sein, das Waganjan-Gambit mit Verstand zu spielen. Ich möchte hier auch keine Unterschiede hinsichtlich der Spielstärke machen. Wenn jemand so stark spielt, dass er sein Repertoire gezielt um das genannte Gambit erweitern will, dann kann er auf jeden Fall auf Altermans Handbuch setzen. Auch für den Meisterspieler ist das Werk für ein Spezialgambit wie dieses eine sehr gute Grundlage.

Altermans ambitionierte Partieeinstellung wird an verschiedenen Stellen sehr deutlich. Auf Seite 55 legt er dem Leser einen Zug ans Herz, den er selbst in einer Partie nicht gespielt hat. Seine Begründung ist: "Selbst wenn Weiß alle richtigen Züge spielt, bleibt immer noch genügend Raum, um auf Sieg zu spielen.".

Auch wird oft deutlich, dass er seine ganz eigenen und spezifischen Kenntnisse, sein Expertenwissen einbringt, aber auch seine Intuition als erfahrener Gambitspieler. Letztes lässt sich zum Beispiel an gelegentlichen Einschüben wie "meine generelle Einschätzung besagt, dass ... " erkennen, wenn er also keine ganz konkret an der Stellung orientierten Gründe vorträgt.

Fazit: Ein sehr gutes Buch, das ich jedem Gambitfreund wie auch demjenigen empfehlen kann, der sich gegen die behandelten Gambits als Gegenspieler gut rüsten möchte.

Mit freundlicher Genehmigung

Uwe Bekemann, BdF

Januar 2012




Preis: 
 
Artikelnummer:
LOALTDAGHGMS
 
Kategorie:
PfeilEröffnungen
  PfeilGambits
 
Sprache:
Deutsch
 
Verlag:
PfeilQuality
 
ISBN-10:
 
ISBN-13:
9783942383769
 
Breite: 
17,0 cm
 
Höhe: 
24,0 cm
 
Gewicht: 
0,580 kg
 
Boris Alterman: Das Alterman Gambit-Handbuch
348 Seiten, kartoniert, 1. Auflage 2011.
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