PfeilTigran Petrosjan
 

Python Strategy



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Tigran Petrosian is a titan of chess history. All agree he was a genius of strategy, defence and sacrifice, but didn’t he take too many draws? Possibly so, but when Petrosian selected and annotated his best games, that flaw disappeared, leaving only brilliance and profound chess understanding. As Garry Kasparov said: “My games with the 9th World Champion broadened my understanding of chess. Had it not been for these two defeats, I would possibly not have reached the top in chess."

This book is an English translation of a Russian classic that is a favourite of many grandmasters, including Mihail Marin and Levon Aronian. A literal translation of the Russian title might be ‘The Strategy of Soundness’ but Python Strategy is a better fit for Petrosian’s more ambitious games. As another World Champion, Max Euwe, once wrote: “Petrosian is not a tiger that pounces on its prey, but rather a python that smothers its victim."

Tigran Petrosian was World Champion from 1963 to 1969, as well as a superb team player for the Soviet Union. In Olympiads he won nine team gold medals and six individual gold medals, winning 78 games, drawing 50 and losing just once.

004 Biographical Data & Key to symbols used

005 Editor’s Foreword by Oleg Stetsko

006 Compiler’s Foreword by Eduard Shekhtman

007 The Logic of Talent by Nikolai Krogius

010 The Man I Knew by Svetozar Gligoric

014 A Journey Across the Street by Nikolai Tarasov

Selected Games

021 1945-1948

031 1949-1951

051 1952-1953

068 1954-1956

092 1957-1958

117 1959-1960

148 1961-1962

166 1963

196 1964-1965

207 1966

231 1967-1968

241 1969

272 1970-1972

314 1973-1974

327 1975-1978

350 1979-1982

369 Appendix – Under the Microscope of the Computer by Karsten Mueller

381 Game Index

384 Name Index

387 Index of Openings

388 Petrosian’s Tournament and Match Results

Petrosjans post mortem veröffentlichte "Strategie der Verlässlichkeit“ ist seit drei Jahrzehnten ein Klassiker der russischsprachigen Schachszenerie. Größen wie Aronjan und Kramnik sprechen dem Werk einen profunden Einfluss auf ihr Schachkönnen zu. Eine "westeuropäische Übersetzung“ blieb aber aus - bis jetzt! "Python Strategy“ bietet also im Wesentlichen das, was auch schon das russische Original bot: eine Kompilation gesammelter Partiekommentierungen und kleinerer Aufsätze Petrosjans. Einige im Original nicht kommentierte Partien wurden weggelassen, einige von Aagaard und Oleg Stetsko analysiert. Zudem findet sich von Karsten Müller der Appendix "unter dem Mikroskop des Computers“, in dem Müller einige Schwächen von Petrosjan aufzeigt. Das, darauf legt Müller wert, soll nicht despektierlich wirken. Vielmehr soll der "respektvolle Einwand“ unsere Sicht auf den neunten Weltmeister verbreitern. Die Mehrzahl der 111 analysierten Partien ist von Petrosjan persönlich kommentiert. Darüber hinaus kommen aber auch andere "klassische Größen“ zu Wort, wie Gufeld, I. Boleslawski,

Awerbach, Euwe, Bronstein, Najdorf, Tal, Kortschnoj, Larsen und Keres, um nur einige zu nennen! Die Besonderheit Petrosjans als Kommentator besteht in seinem ungewöhnlichen Ansatz. Seinen kommentierten Partien geht keine mehrstündige häusliche Analyse voraus, die darauf

abzielt, sämtliche Fehler aufzudecken. Der "eiserne Tigran“ versucht stattdessen, das wiederzugeben, was ihm während der Partie durch den Kopf ging. Er analysiert und kommentiert also partienah, versucht den Leser teilhaben zu lassen an seinen Denkprozessen und Entscheidungsfindungen.

Spassky,Boris V - Petrosian,Tigran V

26. WM-Kampf Moskau (Partie 7), 25.04.1966

1.d4 Sf6 2.Sf3 e6 3.Lg5 d5 4.Sbd2 Le7 5.e3 Sbd7 6.Ld3 c5 7.c3 b6 8.0-0 Lb7 9.Se5 Sxe5 10.dxe5 Sd7 11.Lf4 Dc7 12.Sf3 h6 13.b4 g5 14.Lg3 h5 15.h4 gxh4 16.Lf4 0-0-0 17.a4 17...c4! Ein nur scheinbar antipositioneller Zug, der in Wirklichkeit sehr stark ist, aber warum?

Petrosjan schreibt dazu:

"Tatsächlich, der Nachteil ist offensichtlich: das d4-Feld gelangt in den Besitz der weißen Figuren. Aber nur formal, möchte ich ergänzen. Weiß erhält keinerlei Nutzen, wenn er dort seine Dame oder seinen Turm stationiert. Was ist mit einem Springer [...]? Im vorliegenden Fall ist dies dem Springer nicht vergönnt, da er den e5-Bauern decken muss. Das bedeutet, das Schwarz in der g-Linie freie Hand bekommt." 18.Le2 a6! Hier liegt der Grund, weshalb ...c4 so stark war. Schwarz ist nun in der Lage den Damenflügel abzuriegeln: auf a5 folgt ...b5 und auf b5 folgt ...a5. 19.Kh1 Tdg8 20.Tg1 Tg4 21.Dd2 Thg8 22.a5 b5 23.Tad1 Lf8 24.Sh2 Sxe5 25.Sxg4 hxg4 26.e4 Ld6 27.De3 Sd7 28.Lxd6 Dxd6 29.Td4 e5 30.Td2 f5 Eine acht-Bauern-Lawine, jetzt haben Sie sie auch gesehen! 31.exd5 f4 32.De4 Sf6 33.Df5+ Kb8 34.f3 Lc8 35.Db1 g3 36.Te1 h3 37.Lf1 Th8 38.gxh3 Lxh3 39.Kg1 Lxf1 40.Kxf1 e4 41.Dd1 Sg4 42.fxg4 f3 43.Tg2 fxg2+ 0-1

"Python Strategy“ ist zweifellos das neue Standardwerk über den "Defensivkünstler“ Petrosjan. Auch 31 Jahre nach seinem Tod und dem Auftauchen der Computer halten Petrosjans Partien, Analysen und verbal großzügigen Lektionen für jeden Spieler wertvolle Erkenntnisse bereit.

Alexander Hilverda

SCHACH 9/2015


Der Buchtitel "Python Strategy" vermittelt den Eindruck, dass hinter ihm ein Mittelspielwerk zur Strategie im Schach steht. Dies ist jedoch in diesem Sinne nicht der Fall. Allerdings veranschaulicht er gut die Art und Weise, wie der frühere Weltmeister Tigran Petrosjan seine Partien zumeist angelegt hat. Und um genau den geht es nicht nur in diesem Werk, sondern er ist auch dessen Autor, wenn auch nicht so ganz. Diese Einschränkung muss ich natürlich erläutern. Also: "Python Strategy" ist der Titel für eine englische Übersetzung einer im Russischen geschriebenen Sammlung von 111 Partien des zehnten Weltmeisters, von ihm auch selbst kommentiert. Der Originaltitel wäre sinngemäß in etwa mit "Eine gesunde Strategie im Schach" zu übersetzen. Treffender erschien Quality Chess, dem britischen Verlagshaus, als Herausgeber offensichtlich "Python Strategy", was den modifizierten Titel erklärt.

Diese erste englischsprachige Ausgabe beschränkt sich aber nicht auf die schon genannten Partien, sondern bietet dem Leser zusätzliche Inhalte an. Diese stammen nicht aus Petrosjans Feder, sodass sich seine Autorenschaft darauf nicht erstreckt. Bevor ich Details zu dieser Unterscheidung aufzeigen kann, muss ich etwas zum Aufbau des Buches sagen.

Es ist zum Kerninhalt, den insgesamt 111 kommentierten Partien, in insgesamt 16 Abschnitte unterteilt. Diese decken den Zeitraum von 1945 bis 1982 ab. So erfährt der Leser in Blöcken nach zusammengefassten Jahren, welche besonderen Partien in dieser Zeit Petrosjan jeweils gespielt hat. Wie schon kurz angemerkt stammt die Notation von Petrosjan selbst; an einer Stelle des Werkes ist zu lesen, dass er sie oft bereits kurz nach der Partie erstellt hat. Dieses Vorgehen fördert die authentische Aufnahme seiner Gedanken während des Spiels. An verschiedenen Stellen werden seine Anmerkungen um fremde Kommentare ergänzt, beispielsweise um solche von Saitzew, Tal und Boleslawski, aber eher auf Passagen konzentriert und insgesamt gesehen recht zurückhaltend. Die dominierende Urheberschaft Petrosjans in der Kommentierung zeigt sich rein äußerlich auch darin, dass beschreibende Elemente in der 1. Person Singular verfasst sind. Anders verhält es sich mit einer Einleitung, die jeder Jahresphase vorangestellt ist. Diese wechselt in die 3. Person Singular, sodass über Petrosjan geschrieben wird. Diese Einführungen sind allesamt sehr interessant zu lesen, teilweise umfangreich und durchgehend ausgesprochen informativ. Sie bringen dem Leser den Spieler und den Menschen Tigran Petrosjan näher. Klar im Vordergrund stehen dabei Aspekte aus der Karriere des Ex-Champions und aus Turnieren, die um Belange aus dem Umfeld ergänzt werden.

Petrosjan gilt als Spieler, der das Risiko eher scheute und stattdessen lieber den Weg der kleinen Schritte bevorzugte, um seine Stellung sukzessive weiter auszubauen und die gegnerischen Möglichkeiten einzuengen. Dieser Stil verleitet zum Vergleich mit einer Python, die ihr Opfer umschlingt und nach und nach das Leben aus ihm herauspresst. Ich bin mehrere Partien des Buches konzentriert durchgegangen. Sie lassen erkennen, dass Petrosjan regelmäßig quasi dem Ziel folgte, eine Dominanz über das gesamte Brett zu entwickeln, den Gegner also regelrecht zusammenzuschieben, um dann nach einem zähen Prozess den vollen Punkt einzufahren.

So risikoscheu wie oft dargestellt war er aber nun allerdings auch nicht. Eines seiner häufiger eingesetzten Motive war beispielsweise das Qualitätsopfer. Wer als Spieler nicht bereit ist, Sicherheit gegen Chancen zu investieren, wird sich dieses Opfer drei Mal überlegen, bevor er dazu greift.

Petrosjan gilt auch als Meister der Verteidigung. Hierfür aber habe ich im Buch keine Beispiele gefunden, soweit am Ende der Partie dann noch ein Remis herausgesprungen wäre. Dies dürfte allerdings nicht wirklich verwunderlich sein, denn welcher Autor würde in die eigene Auswahl seiner besten Partie auch solche nehmen, in denen er mit dem Rücken zur Wand gestanden hat. Sehr wohl aber finden sich Beispiele im Werk, in denen er in durchaus schwieriger Stellung die Chance zum plötzlichen (Gegen-)Angriff erkannt hat, was eine zweite ihm allgemein zugeschriebene Fähigkeit bestätigt.

Ergänzt wird der auf Partien bezogene Inhalt um mehrere Fremdbeiträge, beispielsweise geschrieben von Gligoric und Krogius. In diesen werden - sicherlich nachvollziehbar - weitere Schlaglichter auf Tigran Petrosjan geworfen. Ein klein wenig kommt dabei ein biografisches Gesicht des Werkes zum Vorschein.

Interessant finde ich auch einen Beitrag von Karsten Müller am Ende des Werkes. Er kümmert sich um Beispiele, in denen Petrosjan während einer Partie bestimmte Ressourcen übersehen hat, wobei er auch wiederkehrende Konstellationen anspricht. Zu diesen zählen beispielsweise zu früh abgebrochene Berechnungen. In der Zeit der Karriere Petrosjans spielten Computer keine bzw. zu deren Ende eine nur sehr ungewichtige Rolle. Heute aber sind sie erbarmungslos im Auffinden von Stellen in einer Partie, an denen die Spielführung Schwächen irgendeiner Art aufweist. Einzelne im Werk abgebildete Partien sind ebenfalls nicht frei von Schwächen, die heute mit Hilfe des Computers erkannt werden. Indem sich Müller mit diesen Schwächen im Appendix befasst, fallen sie nicht unter den Tisch und zugleich stören die Korrekturen nicht im Ablauf von Petrosjans Originalkommentaren. Bemerkenswert ist, dass die Zahl der von Müller gefundenen suboptimal behandelten Stellungen niedrig ist, was die große Rechenkunst des Ex-Weltmeisters bestätigen mag.

Die Buchsprache ist Englisch. Die Kommentierung der Partien kann gut mit Schulenglisch verfolgt werden. Etwas mehr Übung kommt dem Verständnis der ausgeprägten Textpassagen zugute, aber auch hier sehe ich die Anforderungen an die Fremdsprachkenntnisse des Lesers noch als moderat an.

Fazit: "Python Strategy" ist eine um berichtende, erzählende und unterhaltende Inhalte ergänzte Partiensammlung zum spielerischen Lebenswerk des zehnten Weltmeisters Tigran Petrosjan. Die Partien sind überwiegend von ihm (allein) kommentiert worden. Die Auswahl geht auf Petrosjans Entscheidungen zurück.

Das Werk ist eine Empfehlung für den Schachfreund, der gerne gut kommentierte Partien zur Unterhaltung wie auch zur Verbesserung seiner Spielstärke nutzt sowie für denjenigen, der mehr über den ehemaligen Weltmeister erfahren möchte. Der Rezension lag die kartonierte Ausgabe des Buches zugrunde. Es ist auch in einer gebundenen Form erhältlich.

Uwe Bekemann, BdF

Oktober 2015


Mit "Python Strategy" wird erstmals ein Buch ins Englische übersetzt, in dem Tigran Petrosian selbst seine besten Partien kommentiert hat. Der Quality Chess Verlag hat schon einige Klassiker aus dem Russischen übersetzt und auch diesmal kann man dem Verlag dafür nur danken.

Wenn man den Namen Tigran Petrosian hört, denkt man zuerst an Pragmatismus und starke Verteidigungsleistungen. Auch seine legendären Qualitätsopfer kommen einem in den Sinn. Dann liest man aber dieses Buch, schaut sich die 111 kommentierten Partien an und wundert sich, welche wunderbaren taktischen Perlen man findet. Auch eröffnungstechnisch hätte ich jetzt nicht unbedingt das scharfe moderne Ben Oni nach 1.d4 Sf6 2.c4 c5 3.d5 e6 4.Sc3 exd5 5.cxd5 d6 nebst g6 von ihm erwartet. In 16 Kapiteln werden dabei chronologisch Partien ab 1945 bis 1982 beleuchtet. Wir erfahren etwas über den Schachspieler Petrosian wie auch den Menschen. Das letzte Kapitel stammt aus der Feder Jacob Aagaards, aber ansonsten ist der Kommentator Tigran oder einer seiner Gegner oder Mitstreiter. Dadurch gehen die Kommentare natürlich über das schachliche hinaus. Dass trotz all dieser starken Analytiker dennoch hier und da kleine Fehler vorkamen, beleuchtet Großmeister Karsten Müller im Anhang "Under the Microscope of the Computer". Dabei wird indirekt gezeigt, wieviel der Mann sah, da sich die Fehler in Grenzen halten.

Insgesamt ein lehrreiches Buch, das uns den im Westen zumindest von mir deutlich unterschätzten ehemaligen Schachweltmeister Tigran Petrosian näher bringt.

IM Dirk Schuh, August 2015




Preis: 
 
Artikelnummer:
LXPETPS
 
Kategorie:
PfeilPartiensammlungen
  PfeilBiographien
 
Sprache:
Englisch
 
Verlag:
PfeilQuality
 
ISBN-13:
978-1784830021
 
Breite: 
17,0 cm
 
Höhe: 
23,5 cm
 
Gewicht: 
0,650 kg
 
Tigran Petrosjan: Python Strategy
392 Seiten, kartoniert, 1. Auflage 2015.
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