PfeilAlexei Kornev
 

English, Pirc, Reti

Practical Black Repertoire with Nf6, g6, d6 Vol. 1


Rezensionen
Inhalt
Katalog englische Flagge

In this volume, we consider the Pirc Defence (Chapters 10-27). It has definite advantages in comparison to other openings. At first, it has not been analysed so thoroughly, since the White fans of 1.e2-e4 devote the lion's share of their time to study the Sicilian Defence and the Open Games. Secondly, Black can play not only to equalise, but he can also count on seizing the initiative. This is particularly important in tournaments played under the Swiss System in which you must strive for a win irrelevant of the colour of your pieces.

Besides the Pirc, we analyse in the first part of the book all possible set-ups in which White refrains from the moves 1.e4 and 1.d4, namely: 1.f4, 1.b3, 1.b4 (Chapter 1), 1.Nf3 (Chapter 2), 1.c4 (Chapters 3, 4). The second part of the book (Chapters 5-9) is devoted to opening schemes in which White does play 1.d4, but then he does not follow up with c2-c4. This is the Trompowsky Attack (d4, Bg5) and the London System (d4, Nf3, Bf4). In response to these set-ups Black, as a rule, remains true to ...Nf6 and ...g6. The arising opening schemes are similar to the King's Indian Defence (see volume 2), or to the Pirc Defence. This should facilitate considerably the players to master their opening repertoire.

006 Preface

Part 1. Rare, Reti, English

013 1 Rare Lines; A) 1.b4; B) 1.b3; C) 1.f4

024 2 Reti. 1.Nf3 Nf6 w/o c4 & d4

036 3 English. 1.c4 Nf6 w/o Nf3

046 4 English. 1.c4 Nf6 2.Nf3 g6 A) 3.b3; B) 3.b4; C) 3.g3

Part 2. Queen’s Pawn Game - 1.d4 Nf6 w/o c4

067 5 Rare Lines; 2.g3 g6

072 6 Trompowsky Attack. 2.Bg5 Ne4

089 7 London System. 2.Nf3 g6 3.Bf4

103 8 Torre Attack. 2.Nf3 g6 3.Bg5

120 9 Fianchetto w/o c2-c4. 2.Nf3 g6 3.g3 Bg7 4.Bg2 0-0

Part 3. Pirc Defence - 1.e4 d6

129 10 Various w/o 2.d4 & 2.Nc3

144 11 2.Nc3 Nf6 w/o d4

159 12 2.d4 Nf6 3.Nd2

173 13 2.d4 Nf6 3.Bd3

184 14 2.d4 Nf6 3.f3

192 15 2.d4 Nf6 3.Nc3 g6 4.Bf4; 4.Bc4

203 16 4.Be2

212 17 4.g3

228 18 4.Bg5

243 19 4.Be3

262 20 4.f3

280 21 4.Nf3 Bg7 5.Be3; 5.h3

299 22 5.Bc4

305 23 5.Be2

321 24 4.f4 Bg7 5.e5; 5.Nf3 0-0 6.e5; 6.Be3

342 25 5.Nf3 0-0 6.Be2

352 26 6.Bd3

371 Index of Variations

Mit "A Practical Black Repertoire with Sf6, g6, d6", Band 1, hat der russische GM und erfahrene Autor Alexei Kornev den 1. Aufschlag unternommen, den Leser mit einem Komplettrepertoire auszustatten, das sich nach Möglichkeit der im Titel skizzierten Aufstellung bedient. Der Nachziehende soll unabhängig davon auf diese Aufbaustruktur setzen können, was ihm Weiß als dessen Eröffnungsentscheidung präsentiert. Kornev will seinen Leser gegen grundsätzlich alles rüsten, was Weiß mit 1.e4, 1.d4 oder auch anders einleitet. Erschienen ist das Werk 2016 im bulgarischen Chess Stars-Verlag.

Sein Entschluss, dieses Repertoire in zwei Bänden vorzuschlagen, ist nach seinen Worten daraus erwachsen, dass er vor Jahren ein weißes Repertoire mit 1.d4 und 2.c4 zusammengestellt hat, seine Arbeit gut aufgenommen worden ist und eine Art Gegenstück für Schwarz ein folgerichtiger Schritt ist.

Die seine Ausführungen bestimmende Aufbaustruktur zeigt an, dass er sich schwerpunktmäßig auf Systeme wie die Pirc-Verteidigung und die Königsindische Verteidigung konzentriert. So ist es auch tatsächlich, denn die erstgenannte Eröffnung prägt den vorliegenden Band und die zweite ist der Schwerpunkt des 2. Bandes. Dieser steht auch bereits seit geraumer Zeit in den Verkaufslisten des Buchhandels und ist auch bereits von mir besprochen worden.

Von den insgesamt 26 Kapiteln (nicht 27, wie Kornev in seinem Vorwort schreibt) befassen sich 16 mit der Pirc-Verteidigung. Zuvor sind die Kapitel 1 bis 9 Repertoireempfehlungen vorbehalten, die Schwarz einsetzen kann, wenn sein Kontrahent Nebensysteme ansteuert (z.B. Reti-Eröffnung, Trompowsky-Angriff, Orang-Utan u.w.). Kornev hat seine Arbeit als klassisches Eröffnungsbuch aufgebaut. Er vermittelt seine Erkenntnisse auf der Basis eines Baumes aus Haupt- und Nebenvarianten, also nicht über miteinander thematisch verbundene Einzelpartien. Vollständig werden Partien an keiner Stelle des Werkes verwendet, auch nicht zur Illustration. Lediglich in der Kommentierung können sie schon mal bis zum Ende zu finden sein, aber dann auch nur als Nebenvariante.

Kornev bedient sich nicht des dreiteiligen Kapitelaufbaus, für das die Eröffnungsbücher von Chess Stars bekannt sind. Bei ihm wird ein Kapitel, soweit er dies als erforderlich ansieht, kurz eingeleitet, die Vollbetrachtung schließt sich dann sogleich an.

Kornev erklärt sehr viel und auch erkennbar mit dem Ziel, den Leser anzuleiten. So erfährt dieser regelmäßig die strategischen Leitgedanken und den Sinn hinter den wesentlichen einzelnen Entscheidungen. Den noch in den Anfangsgründen der Schachkenntnisse befindlichen Spieler sehe ich dennoch nicht im Hauptadressatenkreis. Dies liegt vor allem daran, dass die Schwerpunkteröffnung kein Anfängersystem ist, sondern schon einiges an Spielverständnis voraussetzt. Der Klubspieler aber wird von dem Werk angesprochen, auch wenn er in diesem Segment der Spielstärke noch nicht um die höchsten Weihen erfolgreich kämpfen kann.

Bei meiner früher schon erarbeiteten Rezension über den Band 2 mit Königsindisch im Zentrum hatte ich mich besonders von der sehr gut schulenden Art der Darstellungen leiten lassen und dem Aspekt, dass auch die Königsindische Verteidigung nicht gerade etwas für den Anfänger ist, weniger Bedeutung beigemessen.

Wenn man A Practical Black Repertoire with Sf6, g6, d6", Band 1, durcharbeitet, fällt eine Qualität früh ganz besonders auf. Kornev hat sich sehr intensiv mit Übergängen zwischen den Systemen, Zugumstellungen etc. befasst. So wartet das Buch mit einer Vielzahl an Verweisen auf, die den Leser führen. Bereichsweise zeigt die Systematik fast schon einen beginnenden akademischen Charakter. Gerade für den Leser im unteren Klubbereich dürfte dieses Merkmal besonders wichtig sein. Ihm fällt es regelmäßig nicht so ganz leicht, am Ende einer vermeintlichen Variantensackgasse die Zugumstellung zu erkennen und dann an die bereite Stelle zu wechseln. Aber auch durch meine Brille als Fernschachspieler ist dieser Service sehr zu begrüßen.

In seinen Anmerkungen nutzt Kornev auffällig viele Fragmente aus Fernpartien, die meisten davon sind in der jüngsten Zeit gespielt worden. Ich habe zahlreiche mir bekannte Spieler identifiziert. Sofern Kornev einzelne Varianten nicht selbst auch mit dem Computer geprüft haben sollte, ist davon auszugehen, dass sie zumeist aber der rechnergestützten Kontrolle der jeweiligen Spieler unterlegen haben.

GM Zdenek Nyvlt aus Tschechien, aktuelle Fernschach-Elo 2423, ist sehr häufig anzutreffen. Sein Repertoire deckt sich offensichtlich sehr mit einem Teil der Empfehlungen Kornevs.

Die schon angesprochenen zahlreichen Verweise in den Kapiteln helfen dem Leser sehr bei der Orientierung im Werk. Darüber hinaus wird er dabei durch das qualifizierte Variantenverzeichnis am Ende unterstützt. Zudem ist bereits das Inhaltsverzeichnis zugbasiert gestaltet. Reduziert auf den Schwerpunkt des 1. Bandes, die Pirc-Verteidigung, sieht es (übersetzt und sprachlich erweitert) wie folgt aus:

Teil 3. Pirc-Verteidigung - 1.e4 d6

Kapitel 10: Verschieden ohne 2.d4 & 2.Sc3

Kapitel 11: 2.Sc3 Sf6 ohne d4

Kapitel 12: 2.d4 Sf6 3.Sd2

Kapitel 13: 2.d4 Sf6 3.Ld3

Kapitel 14: 2.d4 Sf6 3.f3

Kapitel 15: 2.d4 Sf6 3.Sc3 g6 4.Lf4; 4.Lc4

Kapitel 16: 4.Le2

Kapitel 17: 4.g3

Kapitel 18: 4.Lg5

Kapitel 19: 4.Le3

Kapitel 20: 4.f3

Kapitel 21: 4.Sf3 Lg7 5.Le3; 5.h3

Kapitel 22: 5.Lc4

Kapitel 23: 5.Le2

Kapitel 24: 4.f4 Lg7 5.e5; 5.Sf3 0-0 6.e5; 6.Le3

Kapitel 25: 5.Sf3 0-0 6.Le2

Kapitel 26:6.Ld3.

Die Buchsprache ist Englisch, die Anforderungen an den Fremdsprachler sind trotz des erheblichen Textumfangs insgesamt niedrig.

Abschließend noch eine kleine Anmerkung zu den Vorzügen der Pirc-Verteidigung, wie Kornev diese im Vorwort selbst skizziert. Er weist darauf hin, dass dieses System noch nicht so weit durchanalysiert ist wie andere sich anbietende Spielweisen und dass Schwarz auf mehr als nur Ausgleich spielen kann. Das erste Argument dürfte aber mehr Bedeutung am Turnierbrett als für den Fernschachspieler haben. In erster Linie sollte man sich aber mit dem strategischen Ansatz der Eröffnung zurechtfinden, wenn man sie wählt. Was nutzt es, wenn die Theorie noch nicht so weit ausgewalzt ist, der Spieler aber selbst nicht mit dem langen Atem zurechtkommt, den die Pirc-Verteidigung voraussetzt, bis der Motor erst mal so richtig auf Touren kommt. Und wenn es um ein Ziel jenseits nur eines Ausgleichs geht, dann kann der Spieler beispielsweise auch zu Sizilianisch greifen.

"A Practical Black Repertoire with Sf6, g6, d6", Band 1, kann mehr, als Kornev im Vorwort zwischen den Zeilen andeutet. Wem ein System liegt, in dem man als Schwarzer seinen Gegner sich zunächst mal austoben lässt, um dann auf der Basis des eigenen soliden Aufbaus aktiver zu werden, der erhält über das vorliegende Werk eine gute Anleitung und eine gute Ausstattung.

Fazit: "A Practical Black Repertoire with Sf6, g6, d6", Band 1, ist als einzelner Band eine Empfehlung für den Spieler ab Klubniveau. Zusammen mit dem ebenfalls schon länger erhältlichen Band 2 kann dieser sich einen Eröffnungsfächer verschaffen, der nach Möglichkeit auf identischen Teilstrukturen aufbaut und dem Spieler hilft, Erfahrung aufzubauen und in unterschiedlichen Systemen gleichartig einzusetzen.

Uwe Bekemann,

Deutscher Fernschachbund

www.bdf-fernschachbund.de

September 2017




Inhalt
Preis: 
 
Artikelnummer:
LOKOREPR
 
Kategorie:
PfeilEröffnungen
  PfeilRepertoirebücher
 
Sprache:
Englisch
 
Verlag:
PfeilChess Stars
 
ISBN-13:
978-619-7188-11-0
 
Breite: 
14,5 cm
 
Höhe: 
21,0 cm
 
Gewicht: 
0,430 kg
 
Dieses Bild zeigt English, Pirc, Reti: Hersteller: Chess Stars, Preis: 21.95 €
375 Seiten, kartoniert, 1. Auflage 2016.
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