PfeilJörg Hickl, PfeilErik Zude
 

Das d6-Repertoire

Kompaktes Eröffnungswissen für Vereinsspieler


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Eröffnungswissen – überschaubar und zeitsparend!

Vereinsspieler verfügen in der Regel über wenig Zeit für das Studium der Eröffnungstheorie. Ein kleines Repertoire mit soliden Positionen, nur wenigen forcierten Varianten und einer überschaubaren Zahl beherrschbarer Stellungsbilder ist dabei von großem Vorteil.

Das Buch bietet auf 200 Seiten ein komplettes Repertoire für Schwarz, bei dem das Verständnis von Bauernformationen und beiderseitigen Spielideen wertvoller ist, als die Kenntnis konkreter Zugfolgen. Es soll helfen, mit wenig Aufwand das eigene Spiel und die Ergebnisse in der Turnierpraxis zu verbessern!

Grundlage bilden die Antoshin-Variante der Philidor-Verteidigung , 1.e4 d6 2.d4 Sf6 3.Sc3 e5 4.Sf3 exd4 5.Sxd4 Le7 und die Alt-Indische Verteidigung , 1.d4 d6 2.Sf3 Sf6 3.c4 Sbd7 4.Sc3 e5. Beide führen zu komplexen Stellungen, in denen Schwarz nach zügiger Vollendung der Entwicklung zum Gegenangriff übergeht – meist mit Hilfe einer wirksamen Expansion am Damenflügel durch c7-c6 und b7-b5.

Das d6-Repertoire basiert auf Jörg Hickls jahrzehntelangen Erfahrungen im Spitzenschach. Als sehr vorteilhaft erweist sich seine intensive Zusammenarbeit mit der Zielgruppe der Spieler zwischen Elo 1400 und 2200, in deren Anforderungen und spezifische Probleme er bei über 80 Schachreisen und Seminaren tiefe Einblicke gewinnen konnte.

Die Autoren legen großen Wert auf einen überschaubaren Umfang sowie gut verständliche und leicht umsetzbare Erläuterungen.

GM Jörg Hickl, Internationaler Großmeister seit 1988, spielte nahezu einhundert Mal für die deutsche Nationalmannschaft. Neben diversen Deutschen Mannschaftsmeistertiteln gewann er 1998 die Deutsche Einzelmeisterschaft. Seit mehr als 18 Jahren widmet er sich verstärkt der Durchführung von Schachreisen und dem Training von Vereinsspielern.

IM Dr. Erik Zude, Internationaler Meister seit 2006, gewann 1989, 2009 und 2014 die hessische Einzelmeisterschaft sowie zahlreiche Einzel- und Mannschaftstitel auf Landesebene. Er ist seit mehr als 8 Jahren als Trainer von Jugend- und Vereinsspielern aktiv und spielt für den SV Hofheim in der Bundesliga.

Also available in english language: "Play 1...d6 Against Everything" (article no. LOHICP1D6 - 21,95 €)

007 Vorwort des Herausgebers

008 Vorwort des Koautors

011 Das d6-Repertoire im Überblick

013 Zeichenerklärung

015 1 Endspielvariante

035 2 Antoshin-Variante

063 3 Nebenvarianten nach 1.e4 d6

095 4 Alt-Indisch

159 5 Nebenvarianten nach 1.d4 d6

181 6 Englisch

201 7 Flankeneröffnungen

216 Quellenverzeichnis

217 Partienverzeichnis

218 Variantenverzeichnis

"Das d6-Repertoire" von GM Jörg Hickl und IM Erik Zude ist ein Buch, das sich an den herkömmlichen Freizeit- und Vereinsspieler richtet. Es ist 2016 im Schachreisen-Verlag erschienen und verfolgt die Intention, den Leser mit einem universellen Eröffnungsrepertoire auszustatten, in dem dieser mit möglichst wenig konkretem Variantenwissen auskommt. Stattdessen soll er möglichst viel Verständnis für Strukturen, dynamische Möglichkeiten und Anforderungen an die allgemeine Spielführung entwickeln. Es gefällt mir, wie die Autoren ihre Ansätze begründen. Ihre Sichtweise klingt für mich bestechend logisch, sie lässt sich wie folgt zusammenfassen:

1. Das allgemeine Eröffnungswissen ist in den letzten Jahren explodiert. Der Computer repräsentiert über Schach-Datenbanken und Engines einen Zugriff auf das Schachspiel, der früher nicht einmal vorstellbar war.

2. Unverändert geblieben aber ist der Mensch. Wenn es um die Verfügbarkeit des Wissens am Brett geht, ist er die Schwachstelle.

3. Großmeister orientieren sich in ihren Eröffnungsbüchern im Wesentlichen an ihresgleichen und überfordern den Freizeitspieler, für den es das Schachspiel mit Familie, Beruf, anderen Hobbys etc. in Einklang zu bringen gilt.

4. Der Freizeitspieler braucht ein Eröffnungsrepertoire, das auf universell einsetzbaren Strukturen und Ideen basiert und nur geringe Anforderungen an ein Lernen und Einprägen konkreter Zugfolgen stellt.

"Das d6-Repertoire" richtet sich an den Spieler mit Schwarz. Wie der Titel schon aussagt, zählt der Bauernzug d7-d6 zum Grundbesteck. Der Nachziehende versucht also, nach 1.e4 in die Philidor-Verteidigung zu kommen und nach 1.d4 in Richtung Alt-Indisch. Ob sein Vorhaben gelingt, hängt natürlich auch von seinem Gegner ab. Wenn dies nicht der Fall ist, beispielsweise nach einem weißen 1.c4, soll er Strukturen und Stellungsbilder erreichen, die ihm in ihrer Art vertraut sind und die er auf analogen Wegen wie in seinen Wunschsystemen spielen kann.

Beide Hauptsysteme stehen zu Recht in dem Ruf, zunächst einer eher passiven Ausrichtung zu folgen. Die Autoren verkennen dies nicht und gehen darauf ein. Ihre Argumente für diese Wahl sind der Hinweis, dass ein grundlegend gesunder Aufbau viel für sich hat, wenn er nach dem ruhigen Beginn genügend aktive Möglichkeiten bringt, und die Erkenntnis, dass so gut wie jede Partie nicht nur eine Chance bietet.

Mich erinnert diese Ansicht an meine eigene Kluberfahrung in ganz jungen Jahren. Ein immens erfahrener Vereinsfreund spielte immer Philidor. Vom damals angelesenen Eröffnungswissen beseelt entwickelte sich dann jeweils ein kleines Hochgefühl in mir, wenn ich meine Chancen durch seine "passive" Eröffnungswahl sogleich steigen sah. Dieses Hochgefühl ging aber im Verlauf des Duells allzu oft verloren und wich einer erstaunten Enttäuschung, wenn er mir wieder einmal zeigte, wie Schach wirklich geht.

"Das d6-Repertoire" enthält sieben Kapitel mit den folgenden Überschriften:

1. Endspielvariante

2. Antoshin-Variante

3. Nebenvarianten nach 1.e4 d6

4. Alt-Indisch

5. Nebenvarianten nach 1.d4 d6

6. Englisch

7. Flankeneröffnungen

Das angebotene Repertoire dient einer Vollausstattung, soll also gegen alle weißen Eröffnungsfestlegungen eingesetzt werden können. Das Buch setzt dabei auf Erfahrungen, die beide Autoren, besonders aber Jörg Hickl in seiner langen Karriere gemacht hat.

Zum Kern des schwarzen Vorgehens zählen ... d7-d6, ... 0-0 und zumeist das Streben um Gegenspiel mit ... c7-c6 und ... b7-b5, aber beispielsweise auch über ... f7-f5. Wenn es im Aufbau nicht nach dem Wunsch des Nachziehenden läuft, etwa weil Weiß eine Flankeneröffnung wählt, bleiben die schwarzen Muster erhalten und geben dem Leser am Brett Ideen für seine eigenen konkreten Planungen.

Ein Volltreffer ist für mich die Herangehensweise der beiden Autoren, um gerade den anvisierten Freizeitspieler zu erreichen. Sie erläutern und erklären intensiv, um dem Leser das Verständnis zu ermöglichen. Sie zeigen auf, worauf zu achten ist, wann ein bestimmtes Vorgehen angebracht ist, welche Strukturen welche Reaktionen erforderlich machen usw. Der Leser erhält permanent die Hintergründe erläutert, wobei er nicht nur in Eröffnungselemente eingeweiht wird, sondern zugleich auch quasi einen kleinen Kurs zur Strategie und Taktik im Allgemeinen erhält. Mit "Das d6-Repertoire" hat er die Chance, sich mit einem sehr begrenzten Aufwand tatsächlich ein System-Potpourrie zu verschaffen, das ihn mit Sinn und Verstand die erste Partiephase gut überstehen lässt und das weitere Vorgehen im Mittelspiel auf immer ähnlichen Wegen vorzeichnet.

Eingeleitet wird ein Kapitel mit einer Variantenübersicht, die über die eingefügten Seitenzahlen ein zielgerichtetes Aufrufen bestimmter Stellen in der folgenden Behandlung erlaubt. Ein Gesamtverzeichnis ist auf den letzten Buchseiten zu finden.

Basis aller Betrachtungen sind insgesamt 49 Partien, von denen einige von den beiden Autoren selbst gespielt worden sind. Der Leser lernt die Systeme somit quasi ganzheitlich kennen, nicht nur auf die Phase der Eröffnung beschränkt. So bekommt er einen Eindruck auch von den Konsequenzen für den weiteren Verlauf seiner Partie, wenn er sich auf das Buchrepertoire stützt.

Der Lerneffekt wird zusätzlich durch ein Fazit gefördert, das die wesentlichen Erkenntnisse und Schlussfolgerungen im Anschluss an die Partie zusammenfasst.

Fazit: Der Vereins- und Freizeitspieler, der mit einem gut erklärten System aus verwandten Spielweisen ein "rundes" Repertoire erhalten möchte, ist mit "Das d6-Repertoire" sehr gut bedient. Die Partie wird jeweils zunächst eher etwas vorsichtig angelegt und bedingt eine Phase, während der Weiß aktive Optionen erhält. Seine Gegenchancen sucht der Nachziehende zielgerichtet aus einer gesicherten und zugleich gesunden Stellung heraus, wobei er für sein Vorgehen auf gleiche bzw. mindestens ähnliche Muster über die verschiedenen Systeme hinweg setzt.

Die von den Autoren bezeichnete Intention zum Schreiben dieses Buches, die ich diese Rezension einleitend schon erwähnt habe, erreichen sie mit diesem gelungenen Werk.

Uwe Bekemann

www.BdF-Fernschachbund.de

Dezember 2016


Rezension zur englischen Ausgabe "Play ...d6 against everything"

Durch meine Arbeit als Schachtrainer kenne ich die unterschiedlichsten Typen von Talenten. Einige saugen Eröffnungsvarianten wie ein Schwamm in sich auf, haben aber Probleme bei Endspielzuordnungen, andere prägen sich spielerische Details wie diese sehr gut ein, aber merken sich nicht einmal die einfachsten Eröffnungsvarianten. Für letztere ist darum eine Schablone durchaus sinnvoll, vor allem mit Schwarz, da hier Varianten- oder Verständnisfehler im Eröffnungsstadium schnell mal zu verlorenen Stellungen führen können. Eine solche Grundschablone liefert jetzt "Play 1. ...d6 Against Everything" von IM Erik Zude und GM Jörg Hickl aus dem New in Chess Verlag. Ersterer hat dabei das Buch geschrieben, aber GM Hickl ist dennoch dessen geistiger Vater, da er dieses Repertoire selbst seit vielen Jahren praktiziert und dazu viel Arbeit geleistet hat.

2001 kam zu diesem Thema bereits das Buch "An Explosive Chess Opening Repertoire" von Jouni Yrjöla heraus, das mich damals faszinierte. Gegen 1.d4 empfahl er d6 2.c4 e5, das auch jetzt behandelt wird, wenn auch mit anderen Ideen. Ich spielte es damals aber nur in wenigen Turnierpartien, da mir seine Empfehlung nach 1.e4, nämlich d6 2.d4 Sf6 3.Sc3 g6 nicht gefiel. Ich bin einfach kein Pirc-Fan. IM Zude hat sich diesmal aber nur mit den eben genannten Zügen und dann 3. ...e5 auseinandergesetzt.

Die Philidorverteidigung war zuletzt durchaus populär und erfolgreich. Ich habe mich auch vor Jahren dafür entschieden, um nach 1.d4 d6 2.e4 nicht ausgetrickst werden zu können, verwarf aber auch das wieder wegen 4.dxe5 dxe5 5.Dxd8. Diese Variante wird dankenswerterweise jetzt auch gleich als erste abgehandelt, da sie sicher viele Leute erstmal abschreckt. Objektiv hat Schwarz hier keine Schwierigkeiten, aber man muss die damenlosen Mittelspiele auch zu behandeln wissen. Nach stattdessen 4.Sf3 wird die Antoshinvariante empfohlen, in der Schwarz mit exd4 früh die Spannung im Zentrum auflöst, aber der Autor zeigt einige interessante Wege auf, mit denen Schwarz Gegenspiel und Harmonie auf engem Raum kreieren kann. Die Varianten sehen recht spielbar aus und der Autor hat auch kein Problem damit, zuzugeben, wenn Weiß leichten Vorteil hält, gibt aber auch immer an, wie Schwarz mit diesem umgehen kann.

Die einzige Unstimmigkeit fand ich bei der Variante nach den obigen Zügen und dann 5.Sxd4 Le7 6.Le2 0-0 7.Lf4. Dieses System empfiehlt unter anderem GM Parimarjan Negi im ersten Teil seines mehrbändigen 1.e4-Repertoires, das im Quality Chess Verlag erschienen ist. IM Zude weist auch auf dieses Buch hin, aber untersucht nach 7. ...Sc6 nur 8. 0-0 anhand einer eigenen Partie. GM Negi möchte aber 8.Dd2 sehen und dann gibt es ein kleines Eröffnungsproblem. Auf 8. 0-0 soll nämlich Se5 und dann c6 geschehen, das auch gegen andere Aufbauten eine Rolle spielt, aber gegen 6.Lf4 0-0 7.Dd2 Sc6 8. 0-0-0 soll man Sxd4 spielen. Hier hätte ich als Leser gerne gewusst, was man mit Schwarz tun soll, da sich viele Schachspieler bei möglichen Vorbereitungen von solchen Repertoirewerken leiten lassen. Ansonsten bekommt man aber ein gutes Repertoire gegen 1.e4 geliefert. Gegen 1.d4 baut man sich im Grunde ähnlich auf. Da nach 1.d4 d6 2.Sf3 e5 nicht mehr einfach möglich ist, muss man hier dann doch erst Sd7 einstreuen, hat aber dann mit der altindischen Verteidigung ein recht verwandtes System zu Philidor. Auch hier hat man weniger Raum als der Gegner, aber auch wieder klare Ideen zu Gegenspiel. Ein Vorteil ist, dass der Gegner das Spiel nicht so leicht austrocknen kann und dass Schwarz aufgrund des Raummangels gar nicht soviele Ideen entwickeln kann und man die wenigen dadurch schnell parat hat.

Die Struktur des Buches gefällt mir allerdings nicht ganz so gut. In der Einleitung wird noch betont, dass das Buch für Spieler zwischen Elo 1400 und 2200 geeignet sein soll, ich hätte auch mit 2380 Elo nichts gegen eine Anwendung der empfohlenen Varianten, aber es wird doch nicht soviel und so klar erklärt, dass es für Spieler unter einer Elo von 1800, deren DWZ ja dann meist doch noch um einiges tiefer angesiedelt ist, verständlich ist. Der Autor erklärt einzig in den vollständigen kommentierten Partien plus einer kurzen und knappen Einleitung, wie die Ideen aussehen können und der Leser muss sich daraus dann doch selbst extrahieren, wie er sich die vielen Varianten in eine erlernbare Struktur packt. Ab einer DWZ von 1700 sollte man aber ganz gut zurecht kommen. Sehr gut finde ich aber wiederum, dass es viele Partien von IM Zude und GM Hickl gibt, die einem instruktiv zeigen, wie man die empfohlenen Eröffnungen behandeln sollte, was dem doch eher biederen Layout des Buches doch noch eine sympathische Note hinzufügt.

Insgesamt bietet das Buch gute Ideen zu zwei vielleicht unterschätzten Hauptverteidigungen und gibt einem gegen alles außer witzigerweise 1.f4 den Paradezug d6 mit baldigem e5 und einer klaren Struktur des geringen Raums.

IM Dirk Schuh

Oktober 2017




Preis: 
 
Artikelnummer:
LOHICDD6R
 
Kategorie:
PfeilEröffnungen
  PfeilRepertoirebücher
 
Sprache:
Deutsch
 
Verlag:
PfeilSchachreisen
 
ISBN-13:
978-3981713428
 
Breite: 
17,0 cm
 
Höhe: 
24,0 cm
 
Gewicht: 
0,450 kg
 
Dieses Bild zeigt Das d6-Repertoire: Hersteller: Schachreisen, Preis: 23.90 €
224 Seiten, kartoniert, 1. Auflage 2016.
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