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Pfeil vorInformator 95
 
PfeilAlexander Matanovic (Hrsg.)
 

Informator

Ausgabe 2006/01


Rezensionen
Katalog englische Flagge

Starting from the year 2006 each new volume will bring a selection of the games from the most important chess events in the period:

1. January - April

2. May - August

3. September - December

It also means that each new volume will be published about a month earlier.

This volume brings together a thoroughly refined selection of 406 annotated games and 491 accompanying game fragments from October - December 2006. Featuring games from Stepanakert, Skanderborg, Hoogeveen, Barcelona, Beer-Sheva, Khanty-Mansiysk, Russia (ch), Pamplona, etc. As usual, our contributors are the world's best players.

Volume 95 brings the voting for the ten best games and the ten most important theoretical novelties from Chess Informant 94, theoretical survey in ECO format, the most interesting combinations and endings from recent tournament practice, studies, tournament standings and crosstables, and the best of Shirov creative output.

Informationen zu den Herausgebern

Der Schach-Informator wird von ei­nem Redaktionsteam jugoslawischer Schachspieler herausgegeben. Als Präsident fungiert GM Aleksandar Matanovic, Chefredakteur und Di­rektor ist IM Zdenko Krnic. Der Re­daktion gehören weiterhin Milan Bjelajac, Srdan Cvetkovic, Miroslav Lukic, Ivan Markovic, Tomislav Paunovic, Sasa Velickovic und Nenad Vukmirovic an.

Obschon GM Matanovic selbst ein starker Turnierspieler war - in den 1950er-, 60er- und 70er-Jahren nahm er für Jugoslawien an mehre­ren Schacholympiaden und Interzo­nenturnieren teil und schnitt auch in Partien mit den jeweiligen Welt­meistern recht gut ab - so gelang es ihm, Michail Tal auf dessen Weg zur Weltmeisterschaft beim Interzonen­turnier in Portoroz 1958 die einzige Niederlage beizubringen - ist sein Name für die Schachspieler in aller Welt in erster Linie untrennbar mit den Publikationen des Informator-Verlages und insbesondere dem so genannten System des Schach-Infor­mators verbunden. Die Kommentie­rung "im Informatorstil" kommt dank der von Matanovic und seinen Mitstreitern entwickelten Symbol­sprache ohne Worte aus, ist deshalb international verständlich, ermög­licht umfangreiche Analysen auf re­lativ wenig Raum und wurde da­durch quasi zum Markenzeichen. Sie wird von Schachspielern rund um den Globus verstanden und be­herrscht.

40 Jahre Schach-Informator - Historie und Konzept

Der Schachinformator feiert in die­sem Jahr sein 40-jähriges Bestehen. Sein erstmaliges Erscheinen im Jahr 1966 bedeutete für die Schachwelt eine Revolution, denn zuvor waren die Schachliebhaber und Turnier­spieler in aller Welt gezwungen, sich Informationen über die bei interna­tionalen Turnieren gespielten Partien sowie die eröffnungstheoretischen Trends bzw. Neuerungen mühsam über verschiedene Schachzeitschrif­ten oder Turnierbulletins zu beschaf­fen. Bei der Arbeit an den Eröffnun­gen war man in der Zeit vor dem In­formator nahezu vollständig auf die eigenen Analysen oder die Koopera­tion mit befreundeten Spielern ange­wiesen. Damals - ohne Datenbanken auf CD oder DVD, Internet und Analyseengines - hatte eine Eröff­nungsneuerung noch eine beträcht­lich längere Halbwertzeit als heute... Die Idee Matanovics und seines Teams war es, die bei internationa­len Turnieren, Mannschaftskämpfen oder nationalen Meisterschaften ge­spielten Partien eines bestimmten Zeitraums von den beteiligten Spie­lern selbst kommentieren zu lassen und in einem Band zu veröffentli­chen. Auf den bereits erwähnten Braslav Rabar geht die A-B-C-D-E-Klassifikation zurück, das System, das die Schach-Eröffnungen erst­mals in eine auf einem Buchstaben- und einem zweistelligen Ziffern-Code basierende Ordnung brachte. Dieses Ordnungssystem bildete den Ausgangspunkt für die Reihenfolge der Partien einer Periode im Schach-Informator, und entsprechend dieser Klassifikation sind die Partien bis auf den heutigen Tag im Band abge­druckt. Das Konzept des Schach-In­formators war somit einzigartig, in­novativ und machte ihn zur wich­tigsten und hochwertigsten periodi­schen Schachpublikation überhaupt. Zusammen mit der fünfbändigen Enzyklopädie der Schacheröffnun­gen (Encyclopedia of Chess Openings - ECO) - entsprechend dem Code-System - dem so genannten ECO-Code - wurden die Schacher­öffnungen auf fünf Bände A bis E verteilt - avancierte er zum perfek­ten Arbeitsmittel für die Schachwelt. Der frühere Weltmeister Tigran Petrosjan bezeichnete denn auch einmal die jüngere Generation als "Kinder des Informators".

Das Grundprinzip ist bis in die Ge­genwart beibehalten worden, denn nach wie vor sind die weltbesten Spieler mit ihren nach Belgrad ge­sandten Partieanalysen Mitarbeiter des Informators. Allerdings hat sich die Erscheinungsweise, geschuldet der gegenüber der Anfangszeit viel größeren Anzahl von Turnieren, mittlerweile von halbjährlich auf drei Ausgaben pro Jahr verändert. Für die meisten Spieler sind mit der Arbeit für den Informator ein gewis­ses Prestige und Anerkennung ver­bunden. Es stellt zweifellos immer noch eine besondere Auszeichnung in der Schachwelt dar, mit einer ei­genen Partie im Informator vertreten zu sein, denn sein Stellenwert ist nach wie vor sehr hoch. Eine zusätz­liche Annehmlichkeit besteht für die Mitarbeiter darin, dass sie die Aus­gabe, in der sie vertreten sind, vom Verlag zugeschickt bekommen.

Garri Kasparow selbst beschreibt im Vorwort zu einer brandneuen Informator-CD-Publikation - The Best of Chess Informant GARRY KASPAROV - seine Aufregung und Ehr­furcht, mit der er 1973 als 10-Jähri­ger seine erste Informator-Ausgabe - Nummer 15 - aufschlug. Da ihm der Informator damals eine völlig neue Welt eröffnet hat, blieb er ihm wäh­rend seiner gesamten aktiven Lauf­bahn treu. Dies zeigte sich trefflich dadurch, dass Original-Kommentare von Garri Kasparow regelmäßig nur im Informator zu finden waren. Ins­gesamt hat er im Laufe der Jahre 595 Partien für den Schach-Informa­tor selbst kommentiert. Sehr junge Großmeister fühlen nun offenbar be­reits die Verpflichtung, den Staffel­stab aufzunehmen und die Tradition weiterzuführen. In der vorliegenden Ausgabe 95 sind beispielsweise Ser­gej Karjakin mit 5, Borki Predojevic mit 9 (+1 zusammen mit Markovic), Lazaro Bruzon mit 7 (+3 zusammen mit Ibarra), Lenier Dominguez mit 4 (+2 zusammen mit Ibarra) und Ale­xander Grischuk mit 3 Partien ver­treten.

Neben der Partiensammlung zählen die Kombinationen (in der aktuellen Ausgabe 9, früher 18), die Endspiele (9), die Studien (9), das Verzeichnis über die Turniere im Betrachtungs­zeitraum sowie seit Ausgabe 76 (1999) die Rubrik The Best ofChess Informant zu den Trademark Sections des Schach-Informators.

Zusätzliche bekannte Publikationen des Informator-Verlags sind außer den bereits erwähnten Eröffnungs-Enzyklopädien die Eröffnungsmono­graphien, die Anthologien der Kom­binationen und Endspiele sowie The Game of Chess in 30 Lessons von Alexander Matanovic.

Neben der Buchausgabe des Schach-Informators wird seil geraumer Zeit auch eine CD-ROM produziert, auf der sich jeweils die kommentierten Partien des aktuellen Schachinfor­mators (also diesmal 95), die Trade­mark Sections und die unkommentierten Partien der vorhergehenden Informator-Nummer (94) befinden. Während die unkommentierten Par­tien im pgn-Format auch mit ChessBase angesehen werden könnten, kann man die kommentierten Partien des aktuellen Informators, die im Chess Informant-Format vorliegen, nur mit Hilfe des Chess Informant Reader oder des Chess Informant Expert anschauen. Der Chess Infor­mant Expert ist ein Datenbankver­waltungsprogramm wie ChessBase oder Chess Assistant. Er kann über die Website des Sahovski Informator erworben werden. Auf der CD befin­det sich selbstverständlich nur der Chess Informant Expert Lite, wie beispielsweise auch ChessBase Light mit deutlich eingeschränkten Funktionen. Darüber hinaus gibt es auch noch den Chess Informant Reader, der in der Version 2.1 eben­falls auf der CD zu finden ist. Auch hier sind Parallelen zum ChessBase Reader unverkennbar. Mit den zur Verfügung gestellten Programmen kann man die Partien ordentlich nachspielen und eine Partie auch einzeln ausdrucken - sehr viel mehr jedoch nicht. Wem das nicht genügt, der muss sich entweder den Chess Informant Expert besorgen oder auf die in gewissen Zeitabständen vom Informatorverlag veröffentlichten Zusammenfassungen der Informato­ren, dann in vier verschiedenen For­maten, warten.

Gliederung

Die Gliederung des Informators folgt seit Jahren einem Standard-Schema:

  • Inhaltsverzeichnis

  • Verzeichnis der Mitarbeiter, nach Ländern und innerhalb der Länder alphabetisch geordnet

  • Ergebnis der Wahl der zehn besten Partien der vorhergehenden Aus­gabe

  • Präsentation der nach Juryentscheid zehn wichtigsten theoreti­schen Neuerungen aus dem vori­gen Band

  • Erklärung der verwendeten Zei­chen und Symbole

  • Klassifizierung der Eröffnungen nach dem ECO-Code

  • Partienteil, der nach dem ECO-Code geordnete Partien und in die Partien eingearbeitete Fragmente zur Eröffnungsbetrachtung aus dem Betrachtungszeitraum enthält

  • Register, in dem sämtliche Spieler und Partien mit Angabe der Partie­nummer verzeichnet sind

  • Kommentatorenverzeichnis mit Anzahl und Nummern der kom­mentierten Partien

  • 9 (Früher waren es 18) ausge­wählte Kombinationen mit Lösun­gen und Register sowie Kommen­tatoren

  • 9 ausgewählte Endspiele samt Klassifikation (Materialvertei­lung), Lösungen, Register, Kom­mentatorenverzeichnis und Ver­zeichnis der Endspiele in den Par­tien mit Materialverteilung

  • Verzeichnis der Turniere im Zeit­raum mit Resultaten

  • The Best of Chess Informant, in der aktuellen Ausgabe mit den bes­ten Partien, wichtigsten theoreti­schen Neuerungen, schönsten Kombinationen und Endspielen sowie Partien- und Eröffhungsstatistik von Alexei Schirow.

Inhalte

Die aktuelle Ausgabe bringt 406 kommentierte Partien und 491 Par­tiefragmente aus dem Zeitraum vom Oktober bis Dezember 2005, wobei die Turniere Stepanakert, Skanderborg, Hoogeveen, Barcelona, Beer-Sheva, Weltcup Chanty-Mansisk, Russische Supermeisterschaft und Pamplona die Auswahl prägen. Die Wahl der besten Partie und die Wahl der wichtigsten theoretischen Neuerung aus dem Informator 94 entfiel jeweils auf die Partie Viswanathan Anand - Michael Adams von der FIDE-Weltmeisterschaft 2005 im argentinischen San Luis. Dieser Fall kam zwar schon vor, aber nicht oft. Anand gewann die Schönheits­partie mit Hilfe einer theoretischen Neuerung im 22. Zug, die 10 Jahre ihrer Anwendung harren musste. In der in den 1980er- und 1990er-Jah-ren populären spanischen Saizew-Variante, die nach GM Igor Saizew, dem langjährigen Sekundanten von Anatoli Karpow, benannt wurde, profitierte Anand von der Idee 22. Dd2!!, die sein damaliger Sekun­dant GM Artur Jussupow während eines Kandidatenwettkampfes Anand-Kamsky 1995 (Die beiden Protagonisten trafen im Jahr 1995 sowohl im FIDE- als auch im PCA-Zyklus aufeinander, im FIDE-Match siegte Kamsky und qualifizierte sich für das WM-Match 1996 gegen Kar­pow, das andere Match gewann Anand, der dann 1995 in New York auf Garri Kasparow traf.) noch ohne Computerunterstützung entdeckt und analysiert hatte! Die Beliebtheit der Saizew-Vanante ist seither stark rückläufig - der wichtigste Protago­nist Karpow spielt nicht mehr oft und hat das System nach seinen Nie­derlagen im WM-Match 1990 und einer fast gewonnenen Partie gegen Garri Kasparow in Amsterdam 1991 kaum noch oder überhaupt nicht mehr benutzt. Adams konnte also niemals mit einer solchen Keule rechnen und musste nach 32 Zügen die Waffen strecken.

Seit einiger Zeit würdigt die Redak­tion mit der Rubrik The Best of Chess Informant das Schaffen eines Weltklassespielers mit einer Aus­wahl seiner besten Informator-Par­tien, seiner wichtigsten theoreti­schen Neuerungen, 18 seiner heraus­ragenden Kombinationen und 9 Endspielen. Im Mittelpunkt dieses sehr ansprechenden Formates steht diesmal der spanische Supergroßmeister Alexej Schirow. Schirow stammt wie sein Vorbild Michail Tal aus der lettischen Hauptstadt Riga und hat in seiner bisherigen Karriere getreu seiner Devise Fire on Board - es existieren bereits zwei Partie­sammlungen Schirows unter diesem Titel - schon eine Reihe von an Tals Stil erinnernden schachlichen Kunstwerken geschaffen.

Fazit

Der Schach-Informator ist auch nach 40 Jahren eine der qualitativ hoch­wertigsten Publikationen, die auf dem internationalen Markt zu haben ist. Für den ambitionierten Spieler bietet er ansprechendes Material, um das eigene Schach zu verbessern. Viele Topspieler betrachten es als ei­ne Ehre, für den Informator .zu ar­beiten, aber die Redaktion sollte ver­suchen, weitere aufstrebende Spit­zenleute für die Mitarbeit zu gewin­nen, um den hohen Standard auf Dauer zu halten. Interessant wäre es, wenn man zusätzlich zu der traditio­nellen Eröffnungsbetrachtung, die der Partie mit der wertvollsten theo­retischen Neuerung aus dem vorher­gehenden Band gewidmet ist, weite­re derartige Surveys zu aktuellen Systemen bringen würde.

Sören Bär, Rochade Europa 8/2006

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Die aktuelle Ausgabe des Informa­tors schließt mit den Monaten Sep­tember bis Dezember 2005 den Zeit­raum des letzten Jahres ab.

In diese Zeit fielen beispielsweise folgende herausragenden schachli­chen Ereignisse, die uns natürlich auch im Informator begegnen: Stepanakert, Bastia, Beer-Sheva, Istanbul,

Khanty-Mansiysk und die Russische Meisterschaft.

Insgesamt umfasst die Ausgabe 95 406 komplette und kommentierte Par­tien, in den Anmerkungen finden sich aber natürlich auch noch viele andere Partiefragmente.

Im Vergleich zu den 452 Partien des Vorgängers ist der Umfang also deutlich geringer, bei den Seitenzah­len fällt der Vergleich mit 341 zu 366 Seiten ebenfalls geringer aus.

Die weiteren Rubriken des Informa­tors bieten wie gewohnt interessantes Material zu den Themen Taktik, End­spiel und Studien, während in der Reihe "Best of Informant" die schachlichen Leistungen von Alexei Schirow gewürdigt werden.

Auf zwei Besonderheiten sei eben­falls noch hingewiesen. Viswanathan Anand gelang das Kunststück, mit seiner Partie gegen Adams in San Luis 2005 sowohl die Wahl der bes­ten Partie des Vorgängers als auch die Wahl der wichtigsten Eröffnungs­neuerung zu gewinnen.

Auf die zweiseitige Lobrede auf FIDE-Präsident Ilyumzhinov hätte man hingegen getrost verzichten können. Offenbar war die Informator-Redaktion der Meinung, im Wahlkampf um die FIDE-Präsidentschaft Position beziehen zu müssen.

Wie üblich kann das im Informator enthaltene Partiematerial natürlich auch auf einer CD erworben werden.

Der Preis für die Buch-Ausgabe liegt bei 28,- Euro, zusammen mit der CD bei 34,- Euro.

Schach Markt 3/2006




Preis: 
 
Artikelnummer:
LI95
 
Kategorie:
PfeilPeriodika
 
Sprache:
Figurinen
 
Verlag:
PfeilInformator-Verlag
 
Breite: 
16,8 cm
 
Höhe: 
24,0 cm
 
Gewicht: 
0,580 kg
 
Dieses Bild zeigt Informator: vergriffen, Hersteller: Informator-Verlag, Preis: 12.50 €
340 Seiten, kartoniert, 2006.
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