Großmeister-Repertoire ist eine neue Reihe erstklassiger Theoriebücher, die von starken Großmeistern verfasst werden und auf den Hauptvarianten basieren. Unser Ziel ist es, den Leser mit einem kompletten Repertoire vertraut zu machen, das selbst den Anforderungen eines Eliteturnieres genügt, aber natürlich auch auf Vereinsebene ausgezeichnete Dienste leisten wird.
Großmeister-Repertoire ist ein Repertoire für ein gesamtes Schachleben. Der Top-Großmeister Boris Awruch versucht, mit 1.d4 gegen alle erdenklichen schwarzen Eröffnungssysteme einen Eröffnungsvorteil zu erzielen. Awruch darf als absoluter Experte gelten, denn er traf in seiner Karriere auf die besten Spieler der Welt. Mit dem vorliegenden Buch präsentiert er eine verbesserte Version seines eigenen Repertoires, das es ihm ermöglicht hat, unter die besten 50 Spieler der Welt zu gelangen. Dabei konzentrierte er sich hauptsächlich auf Systeme mit dem weißen Königsfianchetto.
1.d4 Band Eins beschäftigt sich mit Stellungen nach 1.d4 d5 2.c4, insbesondere mit der Katalanischen Eröffnung, dem Angenommenen Damengambit, der Halbslawischen und der Slawischen Verteidigung, sowie mit anderen Varianten des Damengambits.
- Die kritischen Varianten werden von einem Experten erläutert
- Das Buch enthält Hunderte von Neuerungen
- Viele von der Theorie empfohlene Varianten werden ernsthaft in Frage gestellt
- Das Repertoire kann als Basis für ein ganzes Schachleben dienen
Boris Awruch ist ein Großmeister aus Israel. Er gewann Olympiagold für die beste Leistung an seinem Brett, war Junioren-Weltmeister und arbeitete als Sekundant mehrerer Weltmeisterschafts-Finalisten.
006 Verwendete Symbole & Bibliographisches
007 Vorwort von Großmeister Boris Gelfand
008 Vorwort des Autors
Katalanisch 1.d4 d5 2.c4 e6 3.Sf3 Sf6 4.g3
015 1 4...dxc4 und 5...Ld7
027 2 4...dxc4 und 5...c6
043 3 4...dxc4 und 5...Lb4+
055 4 4...dxc4 und 5...Sbd7
067 5 4...dxc4 und 5...c5
091 6 4...dxc4, 5...a6 und 6...b5
103 7 4...dxc4 und 5...b5
117 8 4...dxc4, 5...a6 und 6...Sc6
137 9 4...dxc4 und 5...Sc6
159 10 4...Lb4+ 5.Ld2 Le7
193 11 4...Le7, 5...0-0 und 6...Sbd7
213 12 4...Le7, 5...0-0 und 6...dxc4
Slawisch 1.d4 d5 2.c4 c6 3.Sf3
261 13 3...dxc4
269 14 3...Sf6 4.e3 g6
281 15 4...a6
295 16 Stonewall
301 17 4...Lg4
311 18 4...e6 Meran Style
321 19 4...Lf5 und 5...a6
329 20 4...Lf5 und 6...Le4
345 21 6...Lg4 und 6...Lg6
Das Damengambit 1.d4 d5 2.c4
359 22 2...Lf5
365 23 2...c5
371 24 Die Tarrasch-Verteidigung
385 25 Albins Gegengambit
405 26 Die Tschigorin-Verteidigung
Das Angenommene Damengambit 1.d4 d5 2.c4 dxc4 3.e3
423 27 Nebenvarianten
445 28 3...Sf6 4.Lxc4 e6 5.Sf3 a6 6.0-0 c5 7.Lb3
455 29 7...b5
468 Variantenindex
477 Ergänzungen zur ersten englischen Ausgabe
Quality Chess hat sich auf das Wappen geschrieben, außergewöhnliche Bücher mit hohen Maßgaben zu produzieren. Ich darf an Marins "Learn from the Legends“ oder "San Luis 2005“ von Gershon/Nor erinnern. Auch Boris Awruchs "1.d4, Band 1“, kommt monumental daher. Der Autor, ein 31jähriger israelischer Großmeister mit einer Zahl um 2650, hat sich die faustische Aufgabe gestellt, ein komplettes Weißrepertoire basierend auf 1.d4 darzulegen. Band eins liegt nun in der deutschen Übersetzung vor, mit Henrik Teske wurde ein Großmeisterkollege gewonnen, der die Stellungseinschätzungen korrekt transponieren kann. Die Textpassagen sind kurz gehalten und streng auf Schachliches beschränkt. Dennoch umfasst das Epos gut 500 Seiten, dabei werden ausschließlich Entgegnungen betrachtet, in denen Schwarz mit ... d5 antwortet. Das heißt Band zwo, mit dem Awruch gerade schwanger geht, wird alle möglichen indischen und unregelmäßigen Entgegnungen thematisieren. Das wird kaum schlanker werden!
Ein Kernstück des Buches ist die katalanische Eröffnung, die auf 244 Seiten ausführlich seziert wird. Awruch muss, um nicht völlig im Wust der Varianten und Zugumstellungen zu versinken, irgendwo Abstriche machen und sein Repertoire rigoros einschränken. Mal entwickelt er den Damenspringer nach d2, dann wieder nach c3. Da vermisse ich Erläuterungen zur Entscheidungsfindung. Aber seine Herangehensweise ist gerechtfertigt, die Methode und Auswahl konsistent und in seinen Analysen ist er äußerst gewissenhaft. Jedes Kapitel wartet mit einem Überblick und den wichtigsten Neuerungen auf (manchmal Neuerungen schon vor dem 10., manchmal auch erst nach dem 20. Zug!). Zweifelsfrei eine großartige Arbeit! Die Frage ist nur, für wen er schreibt. Das ausgetüftelte Repertoire hält sicherlich Großmeisteransprüchen stand, aber die haben schon eins bzw. basteln sich ihr eigenes. Der durchschnittliche Turnierspieler ist damit überfordert. Starke Amateure können sich angesprochen fühlen, doch offenkundig will sich das Buch gar nicht bei einer Zielgruppe anbiedern. Es spricht durch seine Klasse und setzt auf den Leser, der gute Lektüre zu schätzen weiß. Erfolg wäre Awruch für sein engagiertes Werk zu wünschen.
Mit freundlicher Gnehmigung
Frank Zeller, Schachwelt 1/2009
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Für die Prüfung des Werkes "Großmeister-Repertoire 1.d4 Band Eins" von Boris Awruch habe ich mir extrem viel Zeit genommen. Sie begann bereits an der englischen Erstausgabe "Boris Avrukh: 1.d4 Volume 1 Grandmaster Repertoire" und wurde an der jüngst erschienenen (verbesserten) deutschen Ausgabe fortgesetzt und abgeschlossen.
Das Wichtigste vorweg: Für mich zählt das Werk zum Besten, was mir bisher an Repertoirebüchern in die Hände geraten ist. Sein Wert erschöpft sich aber nicht in der Zusammenstellung eines lückenlosen und harmonischen Eröffnungsfächers, es entwickelt die Theorie weiter, zum Teil auch verbunden mit einem deutlichen Bruch mit bisher als empfohlen geltenden Fortsetzungen. Mit gezählten 110 Neuerungen allein in den Stammvarianten ist es eine wahre Fundgrube für den Spieler, der dem Gegner auf Großmeisterniveau neue Herausforderungen stellen möchte, die zudem in aller Regel in keiner Partiendatenbank zu finden sind.
Sein Beitrag zur Eröffnungstheorie macht das Werk besonders interessant.
Awruch setzt auf den katalanischen Aufbau, um der Partieeröffnung den weißen Stempel aufzudrücken. Damit schränkt er die gegnerischen Wege ins Damengambit stark ein. Für die verbleibenden Nebenvarianten, das angenommene Damengambit und für die Slawische Verteidigung erhält der Leser die Repertoireempfehlungen, die den Weißen die Zügel in der Hand behalten lassen.
Das Werk soll, mit den Worten des Rückentextes zum Umfang und zur Qualität des Repertoires, "den Leser mit einem kompletten Repertoire vertraut machen, das selbst den Anforderungen eines Eliteturniers genügt."
Awruchs Ansatz entsprechend beansprucht Katalanisch den meisten Raum des Buches für sich. In 12 Kapiteln bzw. auf 245 Seiten verfolgt der ausgewiesene Experte, die aktuelle Nummer 58 in der Welt, das Ziel, gegen alle erdenklichen Eröffnungssysteme des Schwarzen einen Vorteil zu erreichen. 62 der in den Hauptvarianten vorgeschlagenen Neuerungen entfallen auf Katalanisch. Die Analysen gehen bei Bedarf sehr ins Detail, was besonders dem Femschachspieler nutzt, der bekanntlich während der Partie mit der Literatur arbeiten darf.
Die Repertoirevorschläge zu Slawisch erstrecken sich über neun Kapitel (97 Seiten), zum abgelehnten Damengambit über fünf Kapitel (62 Seiten) und zum angenommenen Damengambit über drei Kapitel (44 Seiten).
Zu den besonderen Stärken des Werkes zählen die ausführlichen Schilderungen der Pläne, taktischen Erwägungen und Möglichkeiten und sonstigen Erläuterungen, warum dieser oder jener Zug nun gut oder weniger angeraten ist. Der Leser spürt das große Schachverständnis, das alle Kommentierungen prägt.
Die deutsche Ausgabe enthält auf 14 Seiten Ergänzungen zur englischen Erstausgabe. Diese arbeiten Hinweise von Spielern ab, die dem Autor auf die Erstausgabe zugegangen sind.
Die Übersetzung aus dem Englischen wurde von GM Henrik Teske vorgenommen. Sie ist nicht als Übersetzung erkennbar, was belegt, wie solide sie ist - eben aus der Feder eines Schachkenners. Nur eine einzige Stelle ist mir als Werk des Fehlerteufels aufgefallen: Auf Seite 329 hat sich die englische Kapitelüberschrift in die deutsche Ausgabe gerettet, was aber nicht der Rede Wert sein dürfte.
Im Vorwort schreibt Awruch: "Und ich verspreche Ihnen, die Mannen in Schwarz werden, wenn nicht unterliegen, so doch wenigstens schrecklich leiden, und das in jedem Kapitel!" Dies spricht zwar für das große Vertrauen des Autors in sein Werk, klingt mir aber zu reißerisch. Dies hat das Buch nicht nötig - es weiß den Nachziehenden inhaltlich vor Probleme zu stellen.
Mit fast 30 Euro hat "Großmeister-Repertoire 1.d4 Band Eins" einen stolzen Preis, für den der Leser aber ein Eröffnungsbuch der Spitzenklasse erhält. Mit seinen 490 Seiten darf man es als "Wälzer" bezeichnen. Es hätten leicht noch etliche Seiten hinzukommen können, wenn der Setzer nicht bisweilen etwas unorthodox auf einen einheitlichen unteren Seitenrand verzichtet hätte.
Zusammen mit dem angekündigten Band 2, der sich mit den schwarzen Erwiderungen ohne 1...d5 befassen wird, erhält Weiß ein Komplettrepertoire für 1.d4.
Awruchs Werk verdient das Prädikat "besonders empfehlenswert".
Mit freundlicher Genehmigung
Uwe Bekemann, Fernschachpost 6/2009
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Ein komplettes Weiß-Eröffnungsrepertoire, zusammengestellt von einem führenden Großmeister, wer wünscht sich das nicht? GM Boris Avrukh hat sich dieser gewaltigen Aufgabe angenommen und seine Arbeit auf zwei Teile gegliedert. Das 1.d4 Repertoire umfasst alle möglichen Antworten auf den weißen Damenbauernzug und die besten Erwiderungen darauf, zumindest nach Meinung des Autors.
Doch wie ist das Repertoire gegliedert?
Die weiße Hauptwaffe ist Katalanisch, führende Großmeister haben diese oft als harmlos eingestufte Eröffnung in den vergangenen Jahren wieder reaktiviert und zu einer brandgefährlichen Waffe geschmiedet. Avrukh widmet dem Katalanisch-Kapitel über 200 Seiten seines Buches, den beiden anderen Kapiteln, angenommenes Damengambit und Slawisch ebenfalls über 200 Seiten, in Band 2 werden dann die Indischen Systeme betrachtet.
Ich muss sagen, ich bin absolut begeistert von diesem Buch, GM Avrukh hat hier ein Repertoire zusammengestellt das auch noch in Jahren spielbar ist, gespickt mit zahlreichen, bisher ungespielten Neuerungen. Der Autor weiß übrigens ganz genau, über was er hier schreibt, es ist schließlich sein eigenes, durch zahlreiche Partien gestähltes und fein abgestimmtes Eröffnungsrepertoire! Die vorgeschlagenen Varianten gehen teilweise tief ins Mittelspiel hinein und auch das spricht für dieses vorzügliche Werk.
Doch was taugt dieses Repertoire und für wen ist es geeignet?
Die vorgeschlagenen Systeme und Abspiele gründen nicht auf taktische Witzchen und Fallen á la "so hauen sie Ihren Gegner in 15 Zügen vom Brett" oder unrealistischen Bewertungen am Ende einer Variante sondern auf gesunden positionellen Ideen. Avrukh schlägt deshalb bevorzugt Systeme vor, bei denen es nicht darum geht, wer eine Variante besser auswendig gelernt hat, sondern wer sie besser versteht, welche Grundgedanken dahinter stecken und wie das Mittelspiel behandelt werden muss. Dieses Wissen vermittelt der Autor in vorbildlicher Weise! Meiner Meinung nach ist das Eröffnungsrepertoire absolut sattelfest und kann eigentlich ein ganzes Leben angewendet werden. Jeder Spieler, der ein starkes, solides 1.d4 Repertoire anwenden will, sollte sich das Buch einmal ansehen.
Im Unterschied zu der englischen Ausgabe hat Boris Avrukh in dieser deutschen Fassung des Buches einige Ergänzungen einfließen lassen dank der aufmerksamen Leserschaft. Dabei handelt es sich um die Systeme 5 ... dxc4 in der Slawischen Verteidigung, Rizzitanos 15 ... h6 im Angenommenen Damengambit, sowie das 6 ... Ld6 System und die Fortsetzung 4 ... c5 im Katalanen (insgesamt 14 Seiten mehr gegenüber der englischen Ausgabe). Avrukh hat für die Besitzer der englischen Ausgabe eine Update-Seite im Internet eingerichtet, dort findet man die in der deutschen Fassung eingearbeiteten Analysen. Auch dafür ein ganz großes Lob von meiner Seite!
Fazit: Endlich mal ein Repertoirebuch, das hält, was es verspricht!
Mit freundlicher Genehmigung
Martin Rieger, www.freechess.info