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PfeilJacob Aagaard, PfeilJohn Shaw
 

Experts vs. the Sicilian



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The Sicilian Defence is the most popular opening at all levels of tournament play from Linares to the local club championship. The Sicilian is played regularly by top players such as Kasparov, Anand, Kramnik, Leko, Topalov and Shirov.This repertoire book recommends the critical main lines for White and reveals Black's greatest fears to the reader. A multinational lineup of leading experts (7 grandmasters and 3 international masters) give recommendations against their own pet lines in the Sicilian Defence. Experts vs. the Sicilian is the no-nonsense opening rep­ertoire for players of all strengths who want to teach the Sicilian players a lesson or two.

006 The writers

009 The Najdorf

042 The Dragon

090 The Sveshnikov

111 The Classical Sicilian

148 The Kan and Taimanov

188 The Accelerated Dragon

199 The Scheveningen

219 The Kalashnikov

228 The Four Knights

236 The Pin Variation

248 The Nimzowitsch Variation

264 Minor Lines

280 5th move Alternatives

286 List of variations

288 List of games

Zugegeben, das Buch ist schon lange auf dem Markt, aber besser jetzt besprechen als nie, denn es ist wirklich ein guter Titel, der es verdient hat, zu einem ähnlichen Standardwerk zu werden wie "Beating the Sicilian", Auflagen eins bis drei.

Das Buch ist bestens geeignet für Weißspieler, die keine Lust haben, sich der abenteuerlichen Wunderwelt der Sizilianischen Eröffnung mit einem Zug wie 2.c3 oder 2.Sc3 zu entziehen. Aagaard selbst ist ein starker IM, der an guten Tagen zeigen kann, wie ausgefuchst manche seiner Eröffnungsideen sind. Und sein Team ist vorzüglich:

Die einzelnen Themen und die Autoren:

* Drachen: GM Mikhail Golubev

* Najdorf: GM Thomas Luther

* Klassisch: GM Peter Wells

* Paulsen (Kan) und Taimanow: GM Sune Berg Hansen

* Beschleunigter Drachen: GM Peter Heine Nielsen

* Scheveninger Variante: GM Viktor Gawrikow

* Kalashnikow: IM Jan Pinsky

* Sizilianisches Vierspringerspiel: IM Alexander Rajetzki

* Nebenvarianten: IM John Shaw

Die Vorschläge sind für normalsterbliche Clubspieler interessant aber auch auf Bundesliga-Niveau von Belang. Unvorbereitete Drachenspieler etwa sehen dann sonst so aus:

Carlsen, M. (2548) - Praszak, M. (2261)

6th EICC (Warsaw POL), 18.06.2005

Runde 1 [B76]

1.e4 c5 2.Sf3 d6 3.d4 cxd4 4.Sxd4 Sf6 5.Sc3 g6 6.Le3 Lg7 7.f3 O-O 8.Dd2 Sc6 9.O-O-O d5 10.exd5 Sxd5 11.Sxc6 bxc6 12.Ld4 e5 13.Lc5 Le6 14.Se4 Te8 15.h4 h6 16.g4 Dc7 17.g5 h5 18.Lc4 Ted8 19.Df2 Da5 20.De1 Sc3 21.Txd8+ Txd8 22.Lxe6 Td1+ 23.Dxd1 Sxd1 24.Lb3 Sxb2 25.Kxb2 Dc7 26.Td1 a5 27.a4 Kh7 28.Td6 Dc8 29.Lxf7 Df5 30.Lxg6+ Dxg6 31.Txg6 Kxg6 32.Kb3 Kf5 33.Sg3+ 1-0

Das Drachenkapitel von Michail Golubev wurde von einem Berliner Experten geprüft und für gut befunden. Mehr muss man an dieser Stelle nicht sagen. Außer, dass es sehr interessant zu lesen ist und Golubev gut schreiben kann.

Sehr gut gefallen hat mir das Najdorf-Kapitel von Thomas Luther, einer der maßgeblichen Vertreter des Zuges 6.Lg5. Seine Partie gegen Zachar Jefimenko hatte wirklich etwas Neues, nämlich den Zug 17.Td1-e1 von GM Peter Enders. Die Partie ist sehenswert, sie ist nicht so wie die anderen 16.Tg1-Partien und auf sie ist Luther zu Recht stolz:

Luther, Thomas (2568) - Efimenko, Zahar (2439)

EU-ch 2nd (Ohrid), 01.06.2001

Runde 1 [B99]

1.e4 c5 2.Sf3 d6 3.d4 cxd4 4.Sxd4 Sf6 5.Sc3 a6 6.Lg5 e6 7.f4 Le7 8.Df3 Dc7 9.O-O-O Sbd7 10.g4 b5 11.Lxf6 Sxf6 12.g5 Sd7 13.f5 Sc5 14.f6 gxf6 15.gxf6 Lf8 16.Tg1 h5 17.Te1 Ld7

[17...Lb7 Luther gibt dem Zug ein "?!" - vielleicht ist das aber noch nicht das Ende der Geschichte.

18.Lh3 O-O-O

(Luther berücksichtigt lediglich 18...0-0-0, aber sehr prinzipiell wird es nach

18...b4 - und es mag gut sein, dass Schwarz das längere Ende für sich behält:

19.Sd5 Da5! 20.Kb1 (20.Sxe6 fxe6 21.f7+ Kd7 22.Df6 Th6 und Weiß hat nichts.) 20...Sxe4 21.Sc7+ (21.Txe4 Lxd5) 21...Dxc7 22.Txe4 O-O-O (22...e5 23.De2 Lxe4 24.Dxe4 Tb8 25.Sf5 Dc5 26.Tg2 a5 27.Sg7+ Kd8 28.Le6 Dc7 29.Lh3 Db7 30.Df5 Db5 31.Td2 Kc7 32.b3 a4 33.bxa4 Da6 34.Lg2 Dxa4 35.Td3 Da7 36.De4 Dc5 37.Td5 Dg1+ 38.Kb2 Db6 39.Td3 Th6 40.Df5 Db5 41.Ld5 Dd7 42.Df3 Lxg7 43.fxg7 Tg6 44.Lxf7 Txg7 45.Lxh5 Th8 46.De2 Df5 47.De3 Ta8 48.Lf3 Ta6 49.Tb3 Df4 50.Dxf4 exf4 51.Ld5 Tg5 52.Le4 Tb6 53.Tf3 d5 54.Ld3 Tg4 55.Lf5 Th4 56.h3 Kd6 57.Lg4 Ke5 58.Tf1 Tf6 59.Kb3 f3 60.Kxb4 f2 61.Kc3 Ke4 62.Kd2 Th7 63.Ke2 Tc7 64.Kd2 Ta7 65.Le2 Txa2 66.h4 Ta7 67.h5 Taf7 68.Ld1 Tg7 69.Le2 Tg1 0-1 Pegoraro-Armentano, Villa San Giovanni ITA 2005) 23.Sxe6 fxe6 24.Lxe6+ Kb8 25.Txb4 d5 26.Th4 De5 27.Lf7 Td6 28.Tf1 Tb6 29.b3 La3 30.c3 Tf8 31.Txh5 De4+ 32.Dxe4 dxe4 33.Lc4 Tbxf6-+)

19.Sd5 mit einer starken Initiative - Luther.

19...Da5 20.a3 Lh6+ 21.Kb1 Dd2 22.Td1 Dxh2 sieht eher nach schwarzer Initiative aus. 23...Kb8 24.Se7 24...Tdf8

(24...Lxe4?! 25.Sec6+ Kc8 26.Dxh5 Lxg7 27.Dxf7 Lxf6 28.Sa7+ Kb8=)]

18.Kb1 O-O-O 19.Tg5 h4 20.Td1 Kb8 21.a3 Db6 22.Th5 Lh6 23.Txh4 Lg5 24.Tg4 Lh4 25.Lg2 Ka7 26.Tg7 Tdf8 27.e5 d5 28.Df4 Sa4 29.Sa2 Th5 30.Lf3 Thh8 31.Le2 Da5 32.Tg4 Le1 33.Sb3 1-0

Das Abspiel mit Tg1 war in den 80ern vom einfallsreichen ungarischen Angriffsspieler Bela Perenyi erfunden worden und war das Lieblingsspielzeug vieler Analytiker. Die Frage ist, ob 17. Te1 nach 17...Lb7 wirklich etwas taugt und ob nicht sowohl die lange Rochade des Schwarzen als auch das prinzipielle b5-b4 dem Schwarzen nicht sogar Vorteil geben (siehe Partiebeispiel). Es mag etwas kleinlich sein, auf solchen Details herumzureiten, aber das Abspiel galt im Najdorf lange Jahre als Stein der Weisen.

Und wer nicht weiß, worauf er sich einlässt, kann sein blaues Wunder erleben:

Sprangers, R. (2130) - Van Assendelft, F. (2248)

Offene Holländische Meisterschaft (Dieren NED), 28.07.2005

Runde 3 [B99]

1.e4 c5 2.Sf3 d6 3.d4 cxd4 4.Sxd4 Sf6 5.Sc3 a6 6.Lg5 e6 7.f4 Le7 8.Df3 Dc7 9.O-O-O Sbd7 10.g4 b5 11.Lxf6 Sxf6 12.g5 Sd7 13.f5 Sc5 14.f6 gxf6 15.gxf6 Lf8 16.Tg1 h5 17.Te1 Da5 18.a3 Lb7 19.Lh3 b4 20.Sd5 exd5 21.exd5+ Kd8 22.Tg7 bxa3 23.De3 a2 24.De8+ Kc7 25.Dxf7+ Kb8 26.Dxb7+ Sxb7 27.Sc6#

Anhänger der Polugajewski-Variante müssen sich seit Leko-Ghaem Maghami (Eriwan 2001) warm anziehen, aber das wussten sie ja auch schon selber. Manche wissen das jedoch nicht, wie etwa dieser sklowakische IM hier mit Schwarz:

Mamedov, Rau (2511) - Mazi, L. (2365)

6. EICC Warschau, 26.06.2005

Runde 8 [B96]

1.e4 c5 2.Sf3 d6 3.Sc3 Sf6 4.d4 cxd4 5.Sxd4 a6 6.Lg5 e6 7.f4 b5 8.e5 dxe5 9.fxe5 Dc7 10.exf6 De5+ 11.Le2 Dxg5 12.O-O Ta7 13.Dd3 Td7 14.Se4 De5 15.Sf3 Dc7 16.De3 Lb7 17.Ld3 Td5 18.Kh1 Sd7 19.fxg7 Lxg7 20.Sfg5 Tf8 21.Tae1 Dc6 22.Dg3 Le5 23.Dh4 f5 24.Le2 fxe4 25.Lh5+ Ke7 26.Txf8 Sxf8 27.Sxh7+ Kd6 28.Sxf8 Dxc2 29.Dd8+ Kc5 30.Sxe6+ Kc4 31.Da5 Td2 32.Db6 Ld5 33.Dc5+ 1-0

Neuerdings in Mode ist das interessante Abspiel mit 7...Dc7. Begonnen hatte die Renaissance mit John Emms' schönem Buch "Play the Najdorf: Scheveningen Style", dann kam ein Buch vom Londoner Gambit-Verlag heraus für Najdorf-Spieler, das ebenfalls 7...Dc7 proklamiert. Mir ist nicht ganz klar, was Weiß in dem von Luther vorgeschlagenen Abspiel hat, das in Khalifman-Lautier endet. Als Schwarzer hätte ich jedenfalls nichts dagegen.

Viel problematischer finde ich, wenn man zum Beispiel die inzwischen in Marmor gemeißelten Theorie-Varianten von anno dunnemals überprüft. Vielleicht kann man zum Beispiel Ljubojevic-Kasparow, Belgrad 1989 verbessern. Etwa so:

Ljubojevic, Ljubomir (2635) - Kasparov, Garry (2775)

Belgrad Investbank (Belgrad), 1989

Runde 5 [B96]

1.e4 c5 2.Sf3 d6 3.d4 cxd4 4.Sxd4 Sf6 5.Sc3 a6 6.Lg5 e6 7.f4 Dc7 8.De2 Sc6 9.O-O-O Sxd4 10.Txd4 Le7 11.g3 Ld7 12.Lg2 h6 13.Lh4 Lc6 14.f5 An dieser Stelle könnte Weiß versuchen, abzuweichen.

[14.Thd1 g5! "This is why Kasparov did not castle earlier" - Emms.

15.fxg5 hxg5 16.Lxg5 Txh2 Vielleicht kann Weiß aber diesen Seitenpfad hier wählen, der in der alten Analyse so gut für Schwarz aussieht:

17.Df3

(17.Lh4 O-O-O 18.Df1 Sg4!= / + Kasparov & Dvorkovich)

(17.Th1 Txh1+ (17...Sxe4!?) 18.Lxh1 O-O-O= Kasparov & Dvorkovic)

17...Sd7! 18.Lxe7 Se5! Und jetzt vielleicht mal 19.Df4!?

(Bislang galt: 19.Df1 Dxe7 20.Txd6 Dg5+ 21.Df4 Dxf4+ 22.gxf4 Sg6 "is at least equal for Black" - Emms)

19...Kxe7 20.Txd6 Dxd6 21.Dg5+

(21.Txd6 Kxd6=)

21...Kd7 22.Dxe5 Dxd1+ 23.Sxd1 Txg2 24.Dd4+ Ke7 25.Se3 Tg1+ 26.Kd2 Txg3 27.Sf5+ exf5 28.De5+ Kf8 29.Dd6+ Ke8 30.Dxg3 Td8+ 31.Ke3 fxe4 32.De5+ Kd7

(32...Kf8 33.b4! Td1 34.c4 Td3+ 35.Ke2+ -)

33.b4 Kc8 34.Df5+ Td7 35.c4

(35.a3 b5 36.De5 Kb7 37.Df6 Kc7 38.Df4+ Kb7)

35...Kb8 36.De5+ Ka8 37.b5 mit weißer Gewinnstellung - typischer Fernschach-Alltag mit Computerunterstützung.]

14...O-O 15.Thd1 b5 16.g4 e5 17.T4d3 b4- / + 18.Lxf6 bxc3 19.Lxe7 cxb2+ 20.Kb1 Dxe7 21.Txd6 Tfc8 22.T1d2 Lb5 23.De3 Tab8 24.Tb6 Lc4 25.Td1 Txb6 26.Dxb6 Da3 27.Dxb2 Lxa2+ 28.Ka1 Da4 29.Dxa2 Dxa2+ 30.Kxa2 Txc2+ 31.Kb3 Txg2 32.Kc4 Txh2 33.Kd5 f6 34.g5 hxg5 35.Ke6 g4 36.Td8+ Kh7 37.Kf7 Th5 0-1

Etwas kurz geraten sind die Abspiele mit 13...Lxg5 + in der Hauptvariante, aber irgendwo musste man Kompromisse machen im Umfang. Luther verrät nur soviel, dass er statt der üblichen Züge 15...Dd8 und 15...De7 das ungebräuchliche und stiefmütterlich beleumundete 15..Lf6 für besser als alles andere hält.

Wie dem auch sei: Luther ist auf jeden Fall der richtige Mann für 6.Lg5 im Najdorf, und er hat es geschafft, sich auf wenige Seiten zu beschränken, was bei diesem Thema wirklich nicht leicht ist.

Das Sweschnikow-Repertoire von Aagaard mündet in Swidler-Anand und Hector-Carlsen. Es ist modern, dynamisch und fluppt. Allerdings muss sich der Herausgeber mit dem Hausautor Dorian Rogozenko ein Fernduell liefern, denn der moldawische GM hat etwas später im selben Verlag das vielbeachtete "The Sveshnikov Reloaded" herausgegeben. Ein Muss für Sweschnikow-Spieler, sagt man.

So geht es weiter in diesem Buch, und man könnte sehr viel mehr sagen über diese gelungene Arbeit. Ein Taimanov-Anhänger und erfolgreicher Spieler in Berlin hat über das Kapitel von Sune Berg Hansen gesagt, da seien alle problematischen Abspiele drin, die Schwarz Kopfzerbrechen machen. Aber erstens ist der Tag endlich und zweitens sollte man das Buch ohnehin kaufen und selber lesen.

Fernando Offermann, Berliner Schachverband

www.berlinerschachverband.de

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Der Quality Chess Verlag mit Sitz in Göteborg, ein neuer Farbtupfer im Rei­gen der schachliteraturprodizierenden Unternehmungen, macht mit seiner erster Publikation seinem Namen gleich alle Ehre: Zehn ausgewiesene Sizilianisch-Experten haben hier den Stoff zu einem Repertoirebuch zusam­mengetragen mit der Absicht, Wege zu weißem Vorteil in allen gebräuchlichen Eröfimungssystemen aufzuzeigen. Da­bei sind 13 inhaltsreiche Kapitel herausgekommen:

GM Thomas Luther empfiehlt gegen die Najdorf-Variante seinen Lieblings­zug 6.Lg5 und führt dazu elf Beispiel­partien an zuzüglich 16 weiterer im Analysetext (S. 9-41). GM Michail Golubev befasst sich mit dem Drachen und speziell mit dem Abspiel 6.Le3 Lg7 7.f3 Sc6 8.Dd2 0-0 9.0-0-0 und den sich daraus erge­benden scharfen Angriffswendungen -sechs Hauptpartien und vier weitere im ausführlichen Text mit vielen Partie­fragmenten (S. 42-89). GM Peter Wells nimmt die Richter-Rauser-Variante unter die Lupe mit fünf Partien und zehn weiteren im Text (S. 111-147).

GM Sune Berg Hansen erörtert die Kann- und Taimanow-Variante und rät dabei je nach Spielstil zum Maroczy-Aufbau/g3-Systemen/Le2-Systemen/ Le3 und f3 = englischer Angriff/f4; der Leser kann hier 14 Beispielpartien studieren und weitere 41 im Verlauf des Textes (S. 148-187). GM Peter Heine Nielsen rät in der Be­schleunigten Drachenvariante zur Fort­setzung 5.c4 Lg7 6.Sdc2! Sf6 7.Sc3 d6 8.Le2 Sd7 9.Ld2 und führt vier Partien dazu vor plus drei weitere im Text (S. 188-198).

Im Scheveninger System legt GM Vik­tor Gawrikow dem Leser den klassi­schen Keres-Angriff 6.g4 ans Herz und zeigt dazu vier Partien und fünf weite­re im Verlauf seiner Analysen (S. 199-218). In der Kalaschnikow-Variante spielt IM Jan Pinski auf 4...e5 5.Sdb5 d6 den Zug S1c3 (anstelle des üblicheren 6. c4) und analysiert dazu drei Partien (S. 219-227).

Der erfahrene russische Theoretiker IM Alexander Raetsky rät dazu, in der Vierspringervariante nach 5.Sc3 e6 6. Sbd5 Lb4 mit 7.a3 fortzusetzen, um das schwer zu knackende schwarze Bollwerk anzunagen (zwei Beispiel­partien, S. 228-235). Der schottische IM John Shaw steuert einige Empfehlungen zu seltener ge­spielten Zügen bei, z.B. 1.e4 c5 2.Sf3 b6, 2...a6 . 2...g6 3.d4 Lg7 . ferner zur Löwenthal- und Haberditz-Variante (fünf Hauptpartien, zwei weitere im Text, S. 264-279).

Der Mitherausgeber IM Jacob Aagaard (Dänemark) schließlich zeichnet für vier Kapitel verantwortlich:

1) Die Sweschnikow-Variante (fünf Hauptpartien und zehn weitere unter den Analysen, S. 90-110);

2) Die Fesselungsvariante 5.Sc3 Lb4, wo er u.a. nach 6.e5 die schwar­ze Antwort 6...Se4 widerlegt (2 Par­tien und sechs im Text, S. 236-247);

3) Die Nimzowitsch-Variante 1.e4 c5 2.Sf3 Sf6, wobei er 3.Sc3! d5!? 4. e:d5 S:d5 5.Lb5+ Ld7 6.Se5! emp­fiehlt (vier Beispielpartien und ebenso viele im Text, S. 248-263); und schließlich

4) Seltene Alternativen im 5. Zug von Schwarz: 5...e5, 5...Sbd7?! und 5.Ld7, wobei er jeweils ein Partiefrag­ment dazu analysiert, S. 280-285). Das wertvolle theoretische Werk bietet wohl jedem 1.e4-Spieler ein stimmiges Repertoire, um gegen alle sizilianischen Abspiele ein probates Mittel zur Hand zu haben. Der Leser sollte dabei über englische Sprachkenntnisse ver­fügen, weil er nur so alle dargebotenen Ratschläge, Empfehlungen und Hin­weise im Text voll verstehen kann. Eine besondere pikante Note erhält das Buch dadurch, dass namentlich die Autoren Wells, Golubev, Hansen, Raetzky, Pinski und Aagaard (bezüglich der Sweschnikow-Variante) explizit gegen ihr Spezialsystem mit den schwarzen Steinen schreiben! Ob sie da wohl alle ihnen bekannten Kniffe preisgegeben haben...

Dr. W. Schweitzer, Rochade Europa 2005/02

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Ein sehr interessantes Buch für alle 1.e4-Spieler verdanken wir dem neu­en Schachverlag Quality Chess aus Schweden. Dass dieser neue Verlag tatsächlich bestrebt ist, dem in sei­nem Namen erhobenen Anspruch ge­recht zu werden, lässt schon ein Blick hinter die Kulissen erahnen, denn hinter Quality Chess steht mit Jacob Aagaard einer der erfolgreichsten und produktivsten Schachautoren der letz­ten Jahre.

Wir stellen Ihnen in dieser Ausgabe noch ein zweites Buch dieses Verla­ges vor, doch seinen Ursprung ver­dankt Quality Chess der Idee zu diesem Buch.

Aagaard wollte mit starken Spie­lern und Eröffnungsspezialisten ein anspruchsvolles Repertoirebuch ge­gen Sizilianisch erstellen, und es ge­lang ihm tatsächlich, eine beachtliche Schar von Autoren für dieses Projekt zu gewinnen:

GM Peter Heine Nielsen, GM Peter Wells, GM Thomas Luther, GM Mikhail Golubev, GM Sune Berg Han­sen, GM Viktor Gavrikov, IM Ale­xander Raetsky und IM Jan Pinski. Außerdem waren auch die beiden Herausgeber Aagaard und Shaw, selbst starke IMs, als Autoren betei­ligt.

Wir wollen uns nun kurz ansehen, wer welchen Beitrag geliefert hat und wie das Repertoire im Detail aussieht.

Najdorf (Luther): 1.e4 c5 2.Sf3 d6 3.d4 cxd4 4.Sxd4 Sf6 5.Sc3 a6 6.Lg5

Drachen (Golubev): 1.e4 c5 2.Sf3 d6 3.d4 cxd4 4.Sxd4 Sf6 5.Sc3 g6: 6.Le3 Lg7 7.f3, z.B. 7...0-0 8.Dd2 Sc6 9.0-0-0 d5 10.exd5 Sxd5 11.Sxc6 bxc6 12.Ld4

Sweschnikow (Aagaard): 1.e4 c5 2.Sf3 Sc6 3.d4 cxd4 4.Sxd4 Sf6 5.Sc3 e5 6.Sdb5 d6 7.Lg5 a6 8.Sa3 b5 9.Lxf6 gxf6 10.Sd5 f5 11.c3 Lg7 12.exf5 Lxf5 13.Sc2

Klassisch (Wells): 1.e4 c5 2.Sf3 d6 3.d4 cxd4 4.Sxd4 Sf6 5.Sc3 Sc6 6.Lg5

Kan/Taimanow (Hansen): 1.e4 c5 2.Sf3 e6 3.d4 cxd4 4.Sxd4 a6 5.Sc3 nebst 6.Ld3 bzw. 1.e4 c5 2.Sf3 Sc6 3.d4 cxd4 4.Sxd4 e6 5.Sc3 Dc7 6.Le3 a6 7.Ld3

Beschleunigter Drachen (Nielsen): 1.e4 c5 2.Sf3 Sc6 3.d4 cxd4 4.Sxd4 g6 5.c4 Lg7 6.Sc2

Scheveningen (Gavrikov): 1.e4 c5 2.Sf3 d6 3.d4 cxd4 4.Sxd4 Sf6 5.Sc3 e6 6.g4

Kalaschnikow (Pinski): 1.e4 c5 2.Sf3 Sc6 3.d4 cxd4 4.Sxd4 e5 5.Sb5 d6 6.Slc3, z.B. 6...a6 7.Sa3 b5 8.Sd5 Sge7 (8...Sce7 9.c4 Sxd5 10.exd5, 8...Sf6 9.c4) 9.c4 Sxd5 10.exd5

Vierspringer-Variante (Raetsky): 1.e4 c5 2.Sf3 Sc6 3.d4 cxd4 4.Sxd4 Sf6 5.Sc3 e6 6.Sdb5 Lb4 7.a3

Fesselungs-Variante (Aagaard): 1.e4 c5 2.Sf3 e6 3.d4 cxd4 4.Sxd4 Sf6 5.Sc3 Lb4 6.e5 Sd5 7.Ld2

Nimzowitsch-Variante (Aagaard): 1.e4 c5 2.Sf3 Sf6 3.Sc3 d5 (3...Sc6 4.d4 d5 5.exd5 Sxd5 6.dxc5, 3...e6 4.e5) 4.exd5 Sxd5 5.Lb5+ Ld7 6.Se5

Nebenvarianten (Shaw): z.B. 2...a6 3.c3 und 1 .e4 c5 2.Sf3 Sc6 3.d4 cxd4 4.Sxd4 e5 5.Sb5 a6 6.Sd6+ Lxd6 7.Dxd6 Df6 8.Dxf6

Alternativen im 5. Zug nach 1.e4 c5 2.Sf3 d6 3.d4 cxd4 4.Sxd4 Sf6 5.Sc3 (Aagaard).

Wie Sie sehen haben sich die Auto­ren nicht damit begnügt, ein einfaches und schnell erlernbares Repertoire zusammenzustellen, sondern sie haben vielmehr eine attraktive und an­spruchsvolle Auswahl an Varianten getroffen.

Diese werden anhand zahlreicher umfassend kommentierter Musterpar­tien erläutert, in die die Autoren neben vielen Erläuterungen zu Ideen und Strategien sowie Zugfolgen auch viel ergänzendes Variantenmaterial eingebaut haben.

Als Fazit bleibt festzuhalten, dass "Experts vs. The Sicilian" ein an­spruchsvolles und aussichtsreiches Repertoire gegen Sizilianisch bietet, das sehr hochwertig analysiert und kommentiert ist und damit auch höheren Ansprüchen vollauf gerecht wird. Zumindest grundlegende Eng­lischkenntnisse sollten vorhanden sein. Mit diesem Buch ist Quality Chess ein ausgezeichneter Start gelungen!

Schachmarkt 02/2005




Price: 
 
Article number:
LOAAGEVTS
 
Category:
Pfeilopenings
  PfeilSicilian Opening
  ECO: B20-B99
 
Language:
English
 
Publisher:
PfeilQuality
 
ISBN-10:
9297524336
 
ISBN-13:
 
width: 
14.5 cm
 
height: 
19.9 cm
 
weight: 
0.360 kg
 
Jacob Aagaard, John Shaw: Experts vs. the Sicilian
288 pages, paperback, 1st edition 2004.
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