PfeilFritz Baumbach, PfeilVolker-M. Anton
 

Gladiatoren ante portas

Massow-Memorial


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Gladiatorenspiele schwer bewaffne­ter Kämpfer auf Leben und Tod gehen auf die Etrusker zurück, den ersten rein römischen Gladiatoren­kampf gab es im Jahr 264 v. Chr.: für den verstorbenen Senator Junius Brutus Pera wurde er nach etruskischem Vorbild als Opfer abgehalten. Bald dienten diese Kämpfe dazu, den Volksmassen Vergnügen zu bereiten. Zu allen Zeiten haben sich die Menschen an Rekorden erfreut. Auch die heutige Öffentlichkeit fühlt sich nur dann zufrieden gestellt, wenn ab und zu eine Höchstleistung zu bewundern ist. Glücklicherweise werden diese aber inzwischen zumeist ohne Gefahr für Leib und Leben vollbracht.

Den Schachspielern ist dieses Streben ebenfalls nicht fremd, und so werden immer neue spektakuläre Leistungen in die goldenen Bücher eingetragen. Man denke an Kasparovs Sprung über die magische 2800-Elo-Grenze oder den mit 12 Jahren und 7 Monaten jüngsten Großmeister der Schachgeschichte, den Ukrainer Sergej Karjakin. Immer wieder sind es aber auch die hohen Turnierkategorien, die die Schach­welt faszinieren und ihr Interesse wecken. Schon häufig las man vom "stärksten Turnier aller Zeiten", der Begriff "super" wurde spätestens seit Las Palmas 1996 um "mega" erwei­tert.

Auch die Fernschachspieler, zu Unrecht mehr im Schatten ihrer Kollegen Brettstrategen stehend, blieben vom Rekordbazillus schließ­lich nicht verschont. 1984, vier Jahre vor Einführung der Fernschach-Elo-Zahlen, wurde vom Schwedischen Fernschachverband ein Turnier gestartet, für das erstma­lig nur Großmeister eingeladen waren. Angesichts der vergleichs­weise geringen Zahl von Fernschach-Großmeistern war das damals ein Aufsehen erregendes Ereignis, das zum Prädikat "Stärkstes Turnier aller Zeiten" berechtigte. Sieger wurde nach acht Jahren Spielzeit Yim (Estland) mit 11,5 aus 14 vor den Dänen Bang (10) und Sloth (8,5). Zu seinem 50-jährigen Jubiläum hatte sich der Deutsche Fernschach­bund (BdF) das Ziel gestellt, ein noch stärkeres Turnier zu Ehren des großen deutschen Femschachotganisators Hans-Werner von Massow (1912-1988) auf die Beine zu stellen. Möglichst viele Prominente, sprich Weltmeister und Medaillengewin­ner, sollten als Teilnehmer gewonnnen werden. Mehr als ein Jahr dauer­te dann die Vorbereitung. Ein so illustres Feld von "Gladiatoren des Fernschachs" ist noch niemals zu­sammen gewesen. Auch der Elo-Schnitt war mit 2616 höher als bis dato in allen anderen Fernturnieren, also war den Organisatoren ein gro­ßer Wurf gelungen.

Neben dem 1996 amtierenden Welt­meister Mikhail Umansky aus Pjatigorsk nahmen mit einer Ausnahme - der IV. Weltmeister Hans Berliner (USA) zog sich nach seinem WM-Erfolg 1967 zurück und wagte erst 2001 ein wenig erfolgrei­ches Comeback - alle seine Vorgän­ger (6) die Einladung an! Außerdem befand sich unter den Teilnehmern mit Gert Timmerman ein Weltmeis­ter in spe, er kam 2001 zu Titelehren. Die Startliste in der Reihenfolge der Auslosung liest sich wie das "Who-is-who" des Fernschachs:

Erik Bang (Dänemark)

Grigory Sanakoev (Russland)

Horst Rittner (Deutschland)

Dr. Jozef Franzen (Slowakische Republik)

Volker-Michael Anton (Deutschland)

Juan Sebastian Morgado (Argentinien)

Dr. Fritz Baumbach (Deutschland)

Dr. Dick van Geet (Niederlande)

Prof. Vytas Palciauskas (USA)

Heinrich Burger (Deutschland)

Tynu Yim (Estland)

Jorn Sloth (Dänemark)

Gert Timmerman (Niederlande)

Mikhail Umansky (Russland)

Simon Webb (England)

Einen Favoriten auszumachen, fiel wirklich schwer - wer könnte zum Primus inter Pares avancieren? Wenn überhaupt eine Prognose ge­wagt wurde, so hörte man Namen wie Umansky, Yim oder Timmerman. Es sollte jedoch anders kommen. Die spannende Frage nach dem "Gladiator", der am Ende in diesem Turnier der Superlative triumphieren konnte und nach fünf Jahren Sieges­lorbeer sowie Preisgeld (der Preis­fonds betrug insgesamt 20 000 DM) in Empfang nahm, beantwortet die­ses Buch. Brillante, hochklassige Fernpartien mit allen Facetten eines modernen Schachkampfes erwarten den Leser. In unterhaltender Art und Weise erzählen die Autoren aber auch interessante, wie kuriose Ge­schichten. Sie gewähren Einblicke in die Stärken, aber auch in die Schwächen der Gladiatoren der internationalen Fernschacharena. Der Kampf begann - am 1. November 1996 gingen die ersten Züge auf den Postweg rund um den Erdball...

014 Prolog

016 Die Gladiatoren - Porträts der Spieler

I. Die erste Gewinnpartie

033 1. Palciauskas-Burger (Spanisch)

II. Der Wettlauf der späteren Sieger beginnt

035 2. Timmerman-Bang (Spanisch)

036 3. Anton-Bang (Damenindisch)

036 4. Burger-Timmerman (Königsindisch)

038 5. Anton-Burger (Grünfeld-lndisch)

039In Spirit Of Amici Sumus - Fernschach begründet Freundschaften

040 6. Webb-Anton (Nimzowitsch-Indisch)

042 7. Baumbach-Anton (Modernes Benoni)

046Die Bibel der Schachspieler

047 8. Palciauskas-Anton (Damengambit)

048 9. Sanakoev-Anton (Französisch)

Vier Siege en suite

049 10. Sloth-Timmerman (Königsindisch)

051 11. Timmerman-Rittner (Französisch)

Mit der Ästhetik eines Florettfechters

053 12. Franzen-Anton (Sizilianisch)

Kaffeehausschach ... !?

057 13. Van Geet-Timmerman (Larsen-Eröffnung)

059 14. Timmerman-Palciauskas (Spanisch)

Der plötzliche Tod - "Sudden Death"

061 15. Anton-Sloth (Damenindisch)

III. Amtierender Weltmeister aus dem Rennen

065 16. Timmerman-Umansky (Spanisch)

Die Partie der leisen Töne

066 17. Anton-Umansky (Damenindisch)

069 18. Umansky-Sanakoev (Katalanisch)

069IV. Zwei Spitzenreiter - was machte die Konkurrenz?

Unerfreulicher als ein Besuch beim Zahnarzt

070 19. Yim-Bang (Spanisch)

073 20. Burger-Yim (Grünfeld-Indisch)

073 21. Sanakoev-Yim (Spanisch)

076 22. Rittner-Umansky (Spanisch)

Kein Glück mit neuen Damen

077 23. Yim-Umansky (Spanisch)

081 24. Sanakoev-Rittner (Französisch)

082Wie viele Fernpartien soll man gleichzeitig spielen?

083 25. Webb-Yim (Grünfeld-Indisch)

084 26. Umansky-Webb (Katalanisch)

Acht holländische Überraschungen

087 27. Van Geet-Palciauskas (Larsen-Eröffnung)

088 28. Baumbach-Van Geet (Holländisch)

090 29. Sloth-Van Geet (Holländisch)

091 30. Van Geet-Webb (Königsindisch)

091 31. Bang-Van Geet (Holländisch)

092 32. Rittner-Van Geet (Caro-Kann)

094 33. Van Geet-Morgado (Königsindisch im Anzug)

095Die Wahl des ersten Zuges

096 34. Van Geet-Sanakoev (Wiener Partie)

099 35. Sanakoev-Webb (Spanisch)

099 36. Bang-Sanakoev (Damenindisch)

100 37. Anton-Morgado (Damengambit)

104 38. Morgado-Timmerman (Königsindisch)

104 39. Morgado-Palciauskas (Spanisch)

106 40. Bang-Franzen (Damengambit)

107Der Angstgegner

108 41. Morgado-Baumbach (Sizilianisch)

111 42. Webb-Timmerman (Königsindisch)

113 43. Bang-Burger (Grünfeld-Indisch)

115 44. Webb-Bang (Nimzowitsch-Indisch)

116 45. Palciauskas-Rittner (Damenindisch)

116 46. Franzen-Sanakoev (Sizilianisch)

118 47. Rittner-Morgado (Russisch)

Der unsichtbare Fehler

119 48. Bang-Umansky (Nimzowitsch-Indisch)

122 49. Palciauskas-Baumbach (Damengambit)

122 50. Bang-Sloth (Englisch)

122 51. Sloth-Sanakoev (Katalanisch)

123 52. Umansky-Morgado (Katalanisch)

126 53. Webb-Palciauskas (Nimzowitsch-Indisch)

129 54. Van Geet-Franzen (Larsen-Eröffnung)

130 55. Yim-Palciauskas (Spanisch)

130 56. Baumbach-Sloth (Damenindisch)

130 57. Yim-Baumbach (Sizilianisch)

Rettung im Landwarenhaus

131 58. Baumbach-Burger (Grünfeld-Indisch)

134 59. Franzen-Palciauskas (Spanisch)

134 60. Rittner-Sloth (Sizilianisch)

Wissen ist Macht

135 61. Sloth-Morgado (Damenindisch)

137 62. Burger-Webb (Katalanisch)

137 63. Rittner-Bang (Caro-Kann)

138Computer oder Endspielbuch?

139 64. Morgado-Webb (Spanisch)

142 65. Umansky-Burger (Grünfeld-Indisch)

144 66. Yim-Sloth (Sizilianisch)

146 67. Bang-Morgado (Damengambit)

146 68. Franzen-Webb (Spanisch)

147Ein schlechter Verlierer

149 69. Yim-Anton (Französisch)

70 Jahre - und kein bisschen weise ...

153 70. Yim-Rittner (Französisch)

Wie aus einem Guss

155 71. Anton-Rittner (Damenindisch)

159Eine unzulässige Kriegslist?

160 72. Burger-Van Geet (Moderne Verteidigung)

164 73. Burger-Van Geet (Holländisch)

164 74. Palciauskas-Umansky (Damenbauernspiel)

167 75. Morgado-Franzen (Spanisch)

169 76. Webb-Baumbach (Damengambit)

Die kurzsichtige Dame

171 77. Burger-Sanakoev (Katalanisch)

172 78. Palciauskas-Sloth (Sizilianisch)

174 79. Rittner-Burger (Spanisch)

176 80. Umansky-Van Geet (Damenindisch)

179 81. Ritmer-Franzen (Spanisch)

Doppelerfindungen

182 82. Timmerman-Yim (Spanisch)

185 83. Franzen-Yim (Spanisch)

187 84. Sloth-Burger (Reti-Eröffnung)

188 85. Morgado-Sanakoev (Sizilianisch)

189 86. Palciauskas-Bang (Spanisch)

Der falsche Turm

191 87. Webb-Rittner (Nimzowitsch-Indisch)

193 88. Umansky-Sloth (Katalanisch)

195 89. Sanakoev-Baumbach (Sizilianisch)

197 90. Sloth-Franzen (Katalanisch)

198 91. Umansky-Franzen (Katalanisch)

200 92. Burger-Franzen (Katalanisch)

201 93. Baumbach-Rittner (Damenindisch)

202 94. Morgado-Yim (Damengambit)

203 95. Sanakoev-Palciauskas (Spanisch)

203Lesen muss man können!

204 96. Baumbach-Umansky (Damenindisch)

205 97. Van Geet-Yim (Wiener Partie)

206 98. Baumbach-Bang (Damenindisch)

206 99. Sloth-Webb (Katalanisch)

207 100. Franzen-Baumbach (Sizilianisch)

208 101. Burger-Morgado (Katalanisch)

V. Die Entscheidung

210 102. Timmerman-Baumbach (Sizilianisch)

Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach

212 103. Sanakoev-Timmerman (Spanisch)

215 104. Franzen-Timmerman (Spanisch)

217Der "neue" Zug erfolgreich

218 105. Timmerman-Anton (Französisch)

Der überraschendste Zug des Turniers

221 106. Anton-Van Geet (Holländisch)

225 Abschlusstabelle

227 Die Siegerehrung

231 Das Porträt des Siegers

235 Spielerverzeichnis

237 Eröffnungsverzeichnis




Price: 
 
Article number:
LXANTGAP
 
Language:
German
 
Publisher:
PfeilEigenverlag
 
width: 
15.2 cm
 
height: 
21.5 cm
 
weight: 
0.500 kg
 
Fritz Baumbach, Volker-M. Anton: Gladiatoren ante portas
235 pages, hardback, 1st edition 2003.
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