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LXALJAWW

Auf dem Wege zur Weltmeisterschaft 1923-1927

238 Seiten, kartoniert, Beyer, 6. Auflage 2014, original erschienen 1932

Aus der Reihe »Meilensteine des Schachs«

19,80 €
Inkl. 7% MwSt., zzgl. Versandkosten

Der vierte Weltmeister der Schachgeschichte, Alexander Aljechin, gilt als einer der größten Kombinationskünstler unter den Schachweltmeistern. Ungezählte Glanzpartien belegen seine schöpferische Kraft, die Dynamik seiner Spielführung, die Tiefe seiner Berechnungen am Brett. Diese Fähigkeiten waren es, die ihn an die Spitze der Schachwelt geführt haben, auch wenn er sich in seinem WM-Kampf gegen Capablanca im Spielstil seinem großen Gegner angepasst hat. Es spricht für sich, wenn spätere Schachweltmeister (wie z.B. Kasparow) Aljechin zu ihrem schachlichen Vorbild erklärt haben.

Das vorliegende Werk bietet eine Auswahl von 100 Partien aus dem Zeitraum 1923-1927, der entscheidenden Phase auf dem Weg zum Titel. Es stellt die Fortsetzung der Anthologie Meine besten Partien 1908-1923 dar und gehört wie diese zu den Spitzenpublikationen in Aljechins literarischem Erbe. Der Bogen spannt sich vom USA-Aufenthalt 1923/24 über Turniere in Europa und Argentinien bis hin zum Wettkampf gegen Capablanca 1927, und auch ein Kapitel über Blindpartien wurde aufgenommen. Bekanntlich war Aljechin ein überragender Blindspieler, der mehrere Weltrekorde im Blindsimultan aufstellte (New York 1924, Paris 1925, Chicago 1933). Die einzelnen Kapitel werden jeweils noch durch einen aufschlussreichen Einführungstext aufgewertet.

Dank Aljechins Kommentierungskünsten gerät der Leser schnell in den Bann der Partien, hierunter unvergessliche Bravurstücke – man denke nur an die brillante Partie gegen Réti in Baden-Baden 1925, die auch Aljechin zu seinen besten Leistungen zählte. Ein Lesestoff, der auch viele Jahre nach seiner Erstpublikation (1932) den Schachfreund zu faszinieren vermag. Ein unverzichtbares Werk für jede Kollektion von Partiesammlungen.

Weitere Informationen
Gewicht 360 g
Hersteller Beyer
Breite 14,8 cm
Höhe 21 cm
Medium Buch
Erscheinungsjahr 2014
Autor Alexander Aljechin
Reihe Meilensteine des Schachs
Sprache Deutsch
Auflage 6
Jahr der Originalausgabe 1932
Seiten 238
Einband kartoniert

013 I. Kapitel: Mein Aufenthalt in den USA (Winter 1923-1924) und Gelegenheitspartien

028 II. Kapitel: Blindpartien

050 III. Kapitel: Turniere: Paris, Baden-Baden 1925

086 IV.Kapitel: Turniere: Hastings, Scarborough, Birmingham 1926

101 V. Kapitel: Turniere: Semmering, Dresden 1926

131 VI. Kapitel: Buenos Aires 1926

144 VII. Kapitel: Partien mit Dr. Euwe und Turnier zu Kecskemét 1927

165 VIII. Kapitel: Wettkampf gegen Capablanca

"Auf dem Wege zur Weltmeisterschaft 1923-1927" von Alexander Aljechin ist ein weiteres historisches Werk, das der Schachverlag Ullrich als Imprint im Joachim Beyer Verlag durch eine neue Auflage, die nunmehrige Nummer 6 aus den späten Tagen des Jahres 2014, der Schachwelt neu zur Verfügung gestellt hat. Die Erstpublikation des Kerninhaltes des Werkes, 100 von Aljechin kommentierte eigene Partien, erfolgte bereits im Jahre 1932. Für diese Klassiker unterhält der Verlag eine spezielle Buchreihe mit dem Titel "Meilensteine des Schach", was auch das Hintergrundbild des Einbandes, die Oberfläche eines Steines, erklärt.

Die Partien entstammen Aljechins Karrierephase unmittelbar vor dem Sieg über Capablanca im Weltmeisterschaftskampf Buenos Aires 1927 und aus diesem Duell selbst. Aljechin hat nicht nur reine Turnier- und Wettkampfpartien verarbeitet, sondern auch solche aus besonderen Bereichen mit dem Simultanspiel, dem Blindspiel oder gegen Beratende. Die breite Fächerung des Inhalts wird aus der Zusammenstellung der acht Buchkapitel nach dem Inhaltsverzeichnis deutlich. Diese zeigt das folgende Bild:

I. Kapitel: Mein Aufenthalt in den USA (Winter 1923-1924) und Gelegenheitspartien

II. Kapitel: Blindpartien

III. Kapitel: Turniere: Paris, Baden-Baden 1925

IV. Kapitel: Turniere: Hastings, Scarborough, Birmingham 1926

V. Kapitel: Turniere: Semmering, Dresden 1926

VI. Kapitel: Buenos Aires 1926

VII. Kapitel: Partien mit Dr. Euwe und Turnier zu Kecskemét 1927

VIII. Kapitel: Wettkampf gegen Capablanca.

Jedes Kapitel wird zunächst über einen ausführlichen Text eingeführt. Dieser ist jeweils stark autobiographisch geprägt. Leitmotive sind dabei die Darstellung der Gesamtsituation in Aljechins Streben nach einem Titelkampf gegen Capablanca, seine Arbeit an sich selbst und seinen Fähigkeiten, die Bedeutung von Partien und Turnieren für seine Vervollkommnung und seine Karriere sowie Einblicke in sein Gefühlsleben. Auch gibt er hier Einschätzungen über Gegner, Organisatoren etc. ab. Diese Texte waren für mich im Zuge der Vorbereitung dieser Rezension sehr interessant zu lesen. Sie sind ein Fenster in die Vergangenheit in Sachen Schach und zugleich auch in die Art des Formulierens und Schreibens generell. Wer sich gerne über authentische Texte in die Vergangenheit entführen lässt, im Kopfkino quasi zum Zeitzeugen zu werden, wird an diesen Texten seine Freude haben. Sie folgen keinen hohen literarischen Ansprüchen, genau das aber macht sie so unterhaltsam und verständlich.

Die 100 kommentierten Partien belegen, dass Aljechin zurecht als einer der fähigsten Kommentatoren der Schachgeschichte gilt. Hiervon ausnehmen möchte ich wenige Partien aus dem 1927er Weltmeisterschaftskampf gegen Capablanca, soweit Aljechin sie mehr oder weniger unkommentiert gelassen hat. In diesen Einzelfällen hat er die Begegnungen wohl nur zur Vervollständigung aufgenommen. Exemplarisch urteilt er auch, dass einer Partie keine inhaltliche Bedeutung zukommt und zeigt damit die Erfüllung seiner "Chronistenpflicht" an.

Die "Aljechin-typisch" kommentierten Partien erschließen sich dem Betrachter erst durch die Kommentare selbst in ihrer Tiefe und Feinheit. Es dominieren textliche Beschreibungen und Erklärungen, ergänzt um in der Regel kurzschrittige Varianten. Gelegentlich aber kommen auch länger und breiter angelegte Analysen vor.

Wie genau Aljechin gearbeitet hat, zeigt sich in meinen Augen auch indirekt in einem kurzen Buchabschnitt vor dem Partienteil, mit "Nachträgliche Entdeckungen" betitelt. Wenn einer der Größten der Schachgeschichte am Brett sitzt oder hinterher Kommentare und Analysen veröffentlicht, dann darf er sicher sein, dass sich die Schachwelt darauf stürzt, auch um Fehler im Auftritt des Meisters zu finden. Was "Auf dem Wege zur Weltmeisterschaft 1923-1927" abbildet, unterliegt schon entsprechend lange dem kritischen Auge von Meisterspielern bis Amateuren. Trotzdem hat man nur wenige Verbesserungen und Fehlerhinweise gefunden, die im besagten Buchabschnitt zusammengestellt sind und knapp 1,5 Seiten ausmachen. So gibt es hier zu insgesamt 13 Partien überwiegend kurze Hinweise auf Ungenauigkeiten und Fehler. Gemessen an rund 220 Partienseiten ist dies ein verschwindend geringer Wert.

Diese "nachträglichen Entdeckungen" stammen aus der Zeit, bevor der Computer seinen Siegeszug im Schach gestartet hat. Vermutlich würde, neben einem Vergleich der damaligen und heutigen Anschauungen der Eröffnungstheorie, eine aktuelle computergestützte Analyse noch einiges an Verbesserungspotenzial zu Tage bringen. Und welche Bedeutung hat diese Erwägung für den Nutzwert von "Auf dem Wege zur Weltmeisterschaft 1923-1927"? Überhaupt keine. Denn sonst müssten wir den Autobauer von 1925 auch dafür kritisieren, dass seine Karosserie keine Topwerte im Windkanal erreicht. Der Oldtimerfreund würde dem Zeitgenossen den berühmten Vogel zeigen, wenn er mit einer solchen Aussage konfrontiert würde.

"Auf dem Wege zur Weltmeisterschaft 1923-1927" hat einen hohen Unterhaltungswert. Und vorsichtig geschätzt werden auch heute sicher weit mehr als 90 Prozent der Schachspieler zusätzlich noch gut von Aljechin lernen können.

Der Verlag hat das historische Erscheinungsbild des Buches zu erhalten versucht. Dies wird besonders am Schriftbild deutlich. Die historischen Diagramme sind gegen aktuelle ausgetauscht worden, was dem Buch einen höheren Nutzwert bringt und vermutlich auch fehlerhafte Darstellungen zu beseitigen half. Wenn er nicht besonders darauf achtet, wird es dem Leser wahrscheinlich noch nicht einmal auffallen, weil sein Auge auf die gewohnte Optik trifft. Ich persönliche jedenfalls sehe keinen echten Nachteil in der Entscheidung des Verlags, aber einen Nutzen für den Leser.

Die Buchreihe "Meilensteine des Schach" arbeitet mit kartonierten Ausgaben, also nicht mit den sonst verlagstypischen Elementen Hardcover, Bindung und Lesebändchen. Dies hält den Verkaufspreis des Buches niedrig.

Fazit: "Auf dem Wege zur Weltmeisterschaft 1923-1927" ist ein empfehlenswertes Buch für jeden Liebhaber ausgezeichnet kommentierter Partien, den Freund (wieder neu verfügbarer) historischer Schachbücher, den allgemein historisch interessierten Schachfreund und all jene, die einem Schachspieler im Bekanntenkreis etwas schenken möchten, das auf jeden Fall "ankommt".

Uwe Bekemann

www.BdF-Fernschachbund.de

März 2015


Rezension einer früheren Auflage:

Ein Buch für die Insel

Auf die bekannte Inselfrage antwortet die Mehrzahl der Schachmeister, sie nähmen eine Partiensammlung von Alexander Aljechin mit auf die Insel. Aljechins klare Erläuterungen, welche sich auf das richtige Maß an Varianten stützen, gelten heute noch als vorbildlich.

Zwischen 1925 und 1935 errang Aljechin überwiegend erste, seltener zweite Plätze; der Herausforderer bezwang 1927 in einem langen Weltmeisterschaftskampf den für unbesiegbar gehaltenen Weltmeister Capablanca. Das Buch Auf dem Wege zur Weltmeisterschaft 1923-1927 erschien 1932 und enthält insgesamt 100 Partien. Darunter befinden sich auch jene 35 Begegnungen des WM-Kampfes in Buenos Aires, in denen Aljechin bewies, daß auch ein Capablanca nicht gegen Niederlagen gefeit war, und damit die in jenen Jahren zu hörende These vom "Remistod des Schachs" widerlegte.

Es ist nicht überraschend, daß das von einem amtierenden Weltmeister verfaßte Werk für zahlreiche junge Spieler eine Quelle schachlicher Offenbarung wurde.

Hiesige Leser werden die deutschsprachigen Ausgaben bevorzugen, für einige mag jedoch folgendes englische Buch in Frage kommen, auf das ich deshalb kurz hinweise: In Alexander Alekhine's Best Games (London 1996) stellte John Nunn 118 Partien mit den Anmerkungen Aljechins zusammen. Während der Bearbeitung prüfte er die weltmeisterlichen Analysen mit einem Schachprogramm und wies die Leser auf gefundene Fehler hin. In Chess 3/1996 diagnostizierte Nunn bei Aljechin ein "Ich gewann die Partie, also muß ich durchweg auf Sieg gestanden haben"-Syndrom: "Je mehr ich an Aljechins Partien arbeitete, desto mehr war ich von den Partien selbst beeindruckt, aber im gleichen Maße entwickelte ich eine gesunde Skepsis gegenüber seinen Anmerkungen."

Stefan Bücker

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