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LXKASMGV1K

Meine großen Vorkämpfer Band 1 (pb)

Steinitz, Lasker u. Philidor etc.
Eigenschaften

246 Seiten, kartoniert, Olms, 2021

Aus der Reihe »Meine großen Vorkämpfer«

19,95 €
Inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten

Die bedeutendsten Partien der besten Schachspieler aller Zeiten, analysiert von Garri Kasparow

Die Idee von Garri Kasparow ist faszinierend: Eine Zeitreise in die letzten 200 Jahre Schachgeschichte! Sein im wahrsten Sinn des Wortes Jahrhundertwerk hält, was es verspricht, denn es erzählt unglaublich originell vom Schicksal der großen Schachmeister und dem erbitterten Kampf um die Schachkrone. Seine ganz persönliche Sicht der Dinge garantiert damit nicht nur den ca. 100.000 im deutschen Sprachraum organisierten Schachspielern Hochspannung.

Wilhelm Steinitz (Weltmeister von 1886 bis 1894) – Der 1836 in Prag geborene Wilhelm Steinitz zog als junger Mann nach Wien, um Mathematik zu studieren, widmete sich dann aber ganz dem Schach. Er schuf die Grundlagen der modemen Schachstrategie und war davon überzeugt, dass alle Probleme, die am Brett entstehen, mit wissenschaftlichem Denken gelöst werden können. Steinitz starb 1900 in New York.

Emanuel Lasker (1894 bis 1921) – 1885 in Brandenburg geboren gilt Emanuel Lasker als der Pionier der Schachpsychologie. Der Doktor der Mathematik und Philosophie war im Schach auch als Psychologe ein Meister. Seine Vielseitigkeit, sein Sinn für die Schachtheorie und seine kämpferische Einstellung halfen ihm, fast alle Matches und Turniere zu gewinnen, an denen er teilnahm. 1941 starb Lasker in New York.

Weitere Informationen
Gewicht 650 g
Hersteller Olms
Medium Buch
Erscheinungsjahr 2021
Autor Garri Kasparow
Reihe Meine großen Vorkämpfer
ISBN-13 978-3-283-01033-1
Seiten 246
Einband kartoniert

007 Die Weltmeister als Symbole ihrer Zeit (Zur Einführung)

013Schach vor Steinitz - die ersten inoffiziellen Weltmeister

015 Greco und Philidor

018 Die ersten Matches um die Schachkrone

026 Ein Kombinationsgenie

037 Eine amerikanische Legende

051Wilhelm der Erste

052 Der "moderne Kalabrier"

058 Schlacht Nummer vier

062 Die Geburt einer Neuen Schule

070 Ein historisches Match

079 Tschigorin - der erste Herausforderer

084 Unter der Sonne Havannas

096 Neue leidenschaftliche Kämpfe um den Olymp

115 Der große alternde Löwe

126Emanuel der Zweite

127 Schach oder Mathematik

131 Der ungekrönte König: das Match Lasker- Steinitz

136 Eine amerikanische Tragödie: Pillsbury

149 Laskers Verteidigung

153 Der rastlose Marshall

158 Was sind Sie eigentlich für ein Mensch, Doktor Tarrasch?

173 Die Reifeprüfung - das Match mit Tarrasch

186 Eine harte Nuss - das Match mit Schlechter

201 Der große Akiba Rubinstein

221 Das Turnier von St. Petersburg

233 Das Urgestein des Schachspiels

244 Partienverzeichnis

245 Eröffnungsregister

246 Zeichenerklärungen

Rezensionen der (gebundenen) Originalausgabe:

Garri Kasparov: Meine großen Vorkämpfer

Wenn der beste Schachspieler der Welt ein Schachbuch schreibt, dann ist dies ohnehin etwas Besonderes. Garri Kasparovs "Meine großen Vorkämpfer", dessen erster von insgesamt fünf Teilen gerade in deutscher Sprache bei der Edition Olms erschien, ist allerdings auch ein ganz herausragendes Werk. Kasparov beurteilt und kommentierte Partien berühmter Vorgänger. In diesen Partiekommentaren offenbart sich das Schachverständnis des besten Spielers der Welt, fundiert und ohne jede Arroganz. Der Leser hat Gelegenheit, die Partien mit den Augen Kasparovs und dessen Auffasssung von Schach zu folgen und erfährt ganz nebenbei auch noch eine Menge über Schachgeschichte, die großen Spieler und deren Interpretation des Schachspiels.

Die Idee, ein Werk über die Schachweltmeister und die mit ihnen verbundene Entwicklung des Schachspiels zu schreiben, muss Kasparov schon lange bewegt haben, denn als die Welt am Sonntag 1996 einen Autor für ihre Schachkolumne suchte und Kasparov ins Gespräch kam, war dieser gleich interessiert und wartete mit genau dieser Idee auf: eine Übersicht über die Weltmeister bzw. die inoffiziellen Vorweltmeister. Tatsächlich schrieb der damalige Schachweltmeister 1996 und 1997 insgesamt 41 Kolumnen, die sich inhaltlich mit den großen Spielern und deren Partien beschäftigten. Das war gewissermaßen der Vorläufer des nun erschienenen Werkes, das am Ende natürlich viel umfangreicher sein wird.

ChessBase hatte damals an der Kolumne mitgearbeitet, die parallel in der Welt am Sonntag und der Los Angeles Times erschien. Meist war es so, dass irgendwann das Faxgerät ansprang und die Papierrolle im Faxgerät - im letzten Jahrhundert wurden die Faxgeräte noch mit Spezialpapier von Rollen gespeist - ein ordentliche Anzahl von Umdrehungen hinlegen musste, bis der ganze Text übermittelt war, den Kasparov auf der anderen Seite der Leitung in Moskau eingespeist hatte. Am Ende der Prozedur stand auf dem Papier ein langer englischer Text in Kasparovs Handschrift. Bei ChessBase wurde der Text in den Computer eingetippt und übersetzt.

In Band Eins der in der deutschen Version bei Edition Olms erschienenen Ausgabe "Meine großen Vorkämpfer" gibt Kasparov in der Einleitung einen Überblick über die bisherigen Weltmeister. Am Anfang steht Steinitz, am Ende Kasparovs unmittelbarer Nachfolger Kramnik. Dort charakterisiert er die Weltmeister in ihrer Persönlichkeit und ihrem Schachstil und stellt sie in einen historischen Zusammenhang, als Vertreter ihrer Zeit. So ist Steinitz ein Vorkämpfer der aufkommenden Wissenschaften zu Mitte des 19.Jahrhunderts. Lasker, als Zeitgenosse von Freud, sieht er als Vertreter des psychologischen Schule. Und Fischer ist jemand, der durch den Individualismus der Popkultur der Sechziger Jahre geprägt war. Dass Kasparov sich selbst sich als Kind der Perestroika versteht, ist bekannt. Sein Sieg über Karpov ist ein Sieg der Perestroika und das Ende der Breschniev-Ära. Und Kramnik? Kramnik ist das Kind der neuen pragmatischen und rein geschäftlich ausgerichteten neuen Lebensphilosophie in Russland.

In der Folge stellte Kasparov zunächst Partien der Vorweltmeister vor, die jeweils die besten Spieler ihrer Zeit waren. Am Anfang stehen Greco und Philidor. Die erste kommentierte Partie im Buch ist dann die 16. Partie aus dem 4. Wettkampf zwischen McDonnel und La Bourdonnais, London 1934. Schließlich geht es im Hauptteil des Buches um die ersten beiden offiziellen Weltmeister im Schach, Wilhelm Steinitz und Emmanuel Lasker. Insgesamt enthält der Band 73 kommentierte Partien bzw. Partiefragmente. Partie 73 stammt aus dem berühmten ersten Großmeisterturnier von Moskau 1925. Der große Mann des Schachs in der frühen Sowjetunion, Ilyin-Genevsky wird von Lasker zusammen gefaltet.

Was mir besonders an der Art der Kommentierung gefallen hat, ist die höfliche Ehrfurcht und Achtung, mit der Kasparov sich den betrachteten Meistern nähert. Obwohl er es sich angesichts des riesigen Unterschieds im Schachverständnis manchmal vielleicht leisten könnte, verzichtet Kasparov auf jede Arroganz. So heißt es z.B.: "Ich ziehe den Hut vor diesem großen Schachkünstler, doch richtig ist der grobe Zug 17...Lg4!" Oder als heftiger gemeinte Kritik die milde Äußerung: "Ein relativ ungewöhnliches Manöver." Neben eigenen Kommentaren fügt Kasparov auch solche zeitgenössischer oder früherer Kommentatoren ein. Im abschließenden Urteil über die Meister lässt er auch andere in Zitaten zu Wort kommen. Und zwischen den Zügen oder als Einleitung zu den Partien gibt es genug Platz für viele historische Einsprengsel, die Kasparov gerne nutzt. Kasparov ist ein großer Erzähler.

Der eigentliche Wert des Buches liegt natürlich in seinen schachlichen Kommentaren. Wie selbstverständlich und ganz nebenbei offenbart Kasparov in den Anmerkungen und Varianten sein weltmeisterliches Schachverständnis. Das ist wahrscheinlich viel ergiebiger und lehrreicher, als wenn er eigene Partien kommentieren würde. "Meine großen Vorkämpfer" ist ein Buch, dessen Anschaffung niemand bereuen wird, selbst wenn er sich für Schach nur am Rande interessiert.

Eine der kommentierten Partien ist übrigens Steinitz - Mongredian, London 1862. An die Erstveröffentlichung der Anmerkungen in der Welt am Sonntag habe ich eine gute Erinnerung. Vor sieben Jahren, als Kasparov die Partie den Lesern der Welt am Sonntag vorstellte, hatte er sie, wie alle anderen auch, am Schluss mit einer Preisfrage verknüpft. Es ging um die beste Verteidigung nach einem Turmeinschlag von Steinitz. Kasparov hatte schon einige Varianten vorbereitet und war dann zum Turnier nach Las Palmas gefahren. Die Antworten der Leser und die angegebenen Varianten gingen dann weit über das hinaus, was Kasparov vorhergesehen hatte. Viele Leser hatten nämlich ihre Fritz-Programme angeworfen und spannende Varianten entdeckt. Wir hatten die Aufgabe, die Antworten auszuwerten und Kasparovs Lösung bekannt zu geben. Dessen vorbereiteten Varianten sahen allerdings angesichts der eingegangnen Vorschläge etwas dünn aus. Der Meister war in Las Palmas nicht zu erreichen. Schließlich fanden wir eine Lösung, indem wir eine noch ausführlichere Lösung des Weltmeisters für die folgende Ausgabe ankündigten. Tatsächlich hat er sich danach noch einmal eingehend mit der Partie beschäftigt, zusammen mit seinem "eisernen Freund Fritz", wie er ihn im Buch nennt.

24.09.03 / A. Schulz auf www.chessbase.de


Angesichts des widerwärtigen Schauspiels, das der Schachwelt zur Zeit geboten wird, empfahl jüngst ein Kritiker in der Internet-Zeitschrift "Chess Today", man möge doch Kasparow endlich zum Ehren-Weltmeister erheben. Danach gebe dieser vielleicht endlich Ruhe - und könne sich voller Elan aufs Bücherschreiben konzentrieren, Darauf versteht sich der 40-Jährige zwar nicht ganz so meisterhaft wie auf den Umgang mit den 32 Figuren - ein bahnbrechendes Werk bleibt sein neues Projekt dennoch: Der Ex-Weltmeister befasst sich vor allem mit seinen zwölf Vorgängern: "Meine großen Vorkämpfer - Die bedeutendsten Partien der Schachweltmeister" heißt die Reihe. Im ersten Band, der jetzt auf Deutsch bei Edition Olms (29,95 Euro) erschien, würdigt der gebürtige Aserbaidschaner vor allem Wilhelm Steinitz und Emanuel Lasker, die beiden ersten offiziellen Weltmeister. Zu Ehren kommen aber auch andere Protagonisten des 19. Jahrhunderts, die inoffiziellen Champions vor dem ersten WM-Match 1886 zwischen Steinitz und Johannes Zukertort: Andre Francois Philidor, Kombinationskünstler Adolf Anderssen und Paul Morphy oder Herausforderer der Weltmeister wie Frank Marshall, Harry Pillsbury und Akiba Rubinstein. Neue historische Ergebnisse darf man bei dem Buch, das auf CD auch alle 3.151 Partien der genannten Legenden zum Nachspielen mitliefert, nicht erwarten. Bei der Einleitung verzapft Kasparow in Zusammenarbeit mit seinem Ghostwriter Dimitri Plisetski ziemlichen Unsinn: Jeden der Weltmeister sieht er als "Kind seiner Zeit", der auf dem Brett praktisch die Geschichte widerspiegele. Das untermauert der aktuelle Weltranglistenerste mit an den Haaren herbeigezogenen Beispielen, die man für jeden konstruieren kann. Geradezu froh muss man sein, dass Kasparow nicht auch noch ein weiteres Lieblingsthema mit dem angeblich "erfundenen Jahrhundert" im Mittelalter anschneidet, das er auf Grund einer abenteuerlichen Theorie in der europäischen Geschichte sieht. Besonders sein Erzrivale Karpow bekommt schon vorab sein Fett weg: Ihm bescheinigt Kasparow in der Übersicht der zwölf Weltmeister vor ihm zwar "einzigartiges Schachtalent" (vermutlich um seinen Sieg über ihn zu erhöhen), geißelt den ehemaligen Kommunisten aber auch als eine "zähe, seelenlose Maschine", "Breschnew-Kind" und "Symbol des politischen und gesellschaftlichen Stillstands". Insbesondere auf den fünften Band, in dem es um Karpow und den von den meisten als besten Schachspieler aller Zeiten angesehenen Bobby Fischer gehen wird, dürfen also die Leser gespannt sein. Vermutlich wimmelt es dort vor Rundumschlägen. Es kursiert sogar das Gerücht, dass Kasparow das Mammutwerk womöglich gar auf sechs Bände ausweitet, um seine WM-Partien gegen Karpow gesondert zu würdigen. Einstweilen wurde die englische Trilogie auf fünf deutschsprachige Bücher verteilt. Vernünftig, denn erfahrungsgemäß sind Übersetzungen ins Deutsche etwas länger als im englischen Original, das im ersten Band mit 464 Seiten äußerst üppig ausfiel. Diesmal ist es jedoch so, dass sowohl der Engländer Ken Neat wie Raymund Stolze

- Insidern als Autor von "Umkämpfte Krone" wie Herausgeber der legendären Sportverlag-Eröffnungsreihe bekannt - unabhängig voneinander das Buch aus dem Russischen übersetzten, So passierte es, dass der eine hier, der andere dort ein paar Fehler ausmerzte

- die Bände aber in beiden Sprachen doch noch einige enthalten, Schachlich gibt es an dem ersten Werk wenig zu nörgeln, Peinlich nur die Anmerkung auf Seite 33, auf der ein Spieler namens Lipke 1898 als Großmeister tituliert wird = gleichwohl dieser renommierte Titel erstmals 1914 in St, Petersburg an Lasker & Co, verliehen wurde. Abgesehen von ein paar weiteren Schludrigkeiten ist "Meine großen Vorkämpfer" historisch bedeutsam. Die Analysen der Partien gefallen zum Großteil, auch wenn ein englischer Rezensent beklagte, dass "95 Prozent der Analysen" einfach dreist von anderen Quellen - besonders genannt wird Jefim Bogoljubow - abgeschrieben worden seien. Schnitzer wie im ersten englischen Band, der auch bereits von Jose" Raoul Capablanca und Alexander Aljechin handelt, will Stolze in der zweiten deutschen Ausgabe vermeiden. Neat hatte manch veraltete falsche Analyse unbesehen übernommen und übersetzt. "Es ist natürlich schwierig, etwas ohne Kasparows Einwilligung zu ändern", berichtet Stolze vom bitteren Los des Übersetzers, selbst wenn er offensichtliche Fehler entdeckt. Kasparow scheute immerhin zuweilen keine Mühe, alte Kommentare zu überarbeiten und Positionen neu einzuschätzen. Wäre erbaulich, wenn er im wahren Leben ähnliche Objektivität walten ließe. In Band l bewertete Kasparow beispielsweise die Partie des Begründers des modernen Positionsspiels, Wilhelm Steinitz, gegen Mongredien neu. Die Schönheitspreis-Partie von London 1862, wo Anderssen siegte, hatte der Russe für die "Welt am Sonntag" und "Los Angeles Times" weniger präzise analysiert. Im Oktober will Edition Olms in gewohnt ansprechender Aufmachung Band 2 veröffentlichen. Neben Capablanca und Aljechin nimmt Max Euwe darin den meisten Platz ein. Im April 2004 soll das dritte Buch folgen, das wie alle anderen 29,95 Euro kosten soll (einige Händler gehen aber bereits davon aus, dass dieser bisher angekündigte Preis steigt). Dabei stehen Kasparows Lehrmeister Michail Botwinnik, mit dem er sich später überwarf, und Wassili Smyslow im Mittelpunkt. Für Oktober 2004 ist die Ausgabe über Michail Tal, Tigran Petrosjan und Boris Spasski geplant. 2005 folgt der Abschluss mit Fischer und Karpow.

FM Hartmut Metz, Rochade Europa 11/2003

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