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Art.-Nr.: ALEEUWEUP

Endspieltheorie und -praxis

Antiquariat

222 Seiten, kartoniert, de Gruyter, 1. Auflage 1983.

7,00 €
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Das letzte Werk des verstorbenen holländischen Exweltmeisters. "Das Endspiel ist der Schlußteil der Schachpartie. Das Ergebnis der letzten Gefechtshandlungen ist endgültig; diese bestimmen den Ausgang des Kampfes. Ein sorgfältiges Studium des Endspiels ist deshalb nicht hoch genug einzuschätzen." (Max Euwe)

Details
Autor Euwe, Max
Verlag de Gruyter
Auflage 1.
Medium Buch
Gewicht 340 g
Breite 14,8 cm
Höhe 21 cm
Seiten 222
Erscheinungsjahr 1983
Einband kartoniert

Kein Spieler mit einer Mindestportion an Ehrgeiz kommt ohne ein ordentliches Endspielwissen aus. Für den Hausgebrauch und die Fertigkeiten im einfachen Klubbereich reichen Allrounder unter der Endspielliteratur aus, um diese Kenntnisse zu vermitteln, in höheren Sphären und auch im Fernschach darf es darüber hinaus dann auch etwas mehr sein, auch unter Spezialisierung auf bestimmte Arten von Endspielen. Eine gute Adresse für den aufstrebenden Spieler, der die grundlegenden Prinzipien, Pläne und Techniken für das Endspiel in einer kompakten Form erlernen möchte, ist das Werk "Endspieltheorie und -praxis" von Max Euwe. Dieser Klassiker aus dem Jahre 1983 ist jüngst im Joachim Beyer Verlag in einer 2. Auflage und als Imprint des Schachverlag Ullrich wieder neu auf den Markt gekommen. Das Buch enthält alles, was man als noch wenig erfahrener Spieler braucht, um die Endspielführung von Grund auf zu erlernen. Gerade soviel, wie der Spieler benötigt, um in den gängigsten Endspielen in ihren Grundformen bestehen zu können, findet er darin vor. Nach der konzentrierten Arbeit mit dem Buch wird der Spieler wissen, wie in welcher grundlegenden Endspielsituation er zu spielen hat, um welche mindestens grundsätzlichen Gewinn- oder Remisaussichten zu realisieren. Er wird konkret die richtigen Pläne finden und die Techniken beherrschen, die für deren Umsetzung erforderlich sind. Sicher interessant ist Euwes Kategorisierung der Endspiele in "theoretische Endspiele", "halb-theoretische Endspiele" und "praktische Endspiele". Diese unterscheidet er nach dem Umfang der Klärung und Ausarbeitung. Ist ein Endspiel vollständig ausgearbeitet, damals noch nach der Einschätzung des Standes der theoretischen Arbeit, dann rechnet er es den theoretischen Endspielen zu. Halb-theoretisch sind solche Endspiele, die quasi am Rand eines theoretischen Endspiels wandeln und jederzeit darin übergehen können. Ein praktisches Endspiel ist noch nicht abschließend hinsichtlich der tatsächlichen Chancen und der Wege zur Realisierung geklärt. Der Spieler behält aber den möglichen Übergang in ein theoretisches oder halb-theoretisches Endspiel im Auge. Euwe konnte damals sicher nicht absehen, wie aktuell seine Überlegungen auch im Zeitalter der Computer und der Tablebases noch sein würden, an die seine Klassifizierung im Kern stark erinnert. Gerade aus der Sicht des modernen Fernschachspielers, der im Endspiel seiner laufenden Partie ständig den Bezug zu den Tablebases hält, ist die Unterscheidung nach der Klärung des Endspiels ein Element der Praxis. Mit den theoretischen Endspielen lassen sich heute die in den Tablebases bis zu den 6-Steinern und teilweise den 7-Steinern enthaltenen Stellungen erfassen. Die halb-theoretischen Endspiele sind dann jene, die aufgrund der geringen Zahl der verbliebenen Steine und/oder der genau berechenbaren Wege in zukünftige Stellungen (mit weniger Material) den Inhalten der Tablebases nahe sind, aber eben noch nicht die Aufnahme darin gefunden haben. Der Spieler trachtet danach, auch unter dem Einsatz von Engines, eine günstige Tablebases-Stellung zu erreichen, indem er eine Partiestellung entsprechend abwickelt. Und die "praktischen Endspiele" lassen noch eine gewisse Nähe zum Mittelspiel erkennen. Euwe behandelt im Sinne der Wissensvermittlung allein die "theoretischen Endspiele". Mit ihnen kann der lernende Spieler ohnehin am besten arbeiten, da sie die wesentlichen Elemente der Endspielführung enthalten und übersichtlich genug sind. Als Beispiel und zur Klärung bestimmter Richtlinien, wie er sich ausdrückt, hat er aber auch "praktische Endspiele" aufgenommen und dem jeweils behandelten Thema zugeordnet. "Endspieltheorie und -praxis" enthält insgesamt 10 Kapitel mit den folgenden Überschriften/Themen: Das Mattsetzen des alleinigen Königs Bauernendspiele Endspiele ohne Bauern Figur gegen einen oder mehrere Bauern Figuren und Bauern gegen Figuren Turm und Bauer gegen Turm Die übrigen Turmendspiele Damenendspiele Endspiele mit leichten Figuren Die Qualität. Je nach Breite des Materials sind die Kapitel bisweilen in eine bzw. sogar zwei weitere Ebenen untergliedert. Am Beispiel des 6. Kapitels ergibt sich das folgende Bild: Kapitel 6: Turm und Bauer gegen Turm A. Verteidigender König vor dem Bauern B. Verteidigender König seitlich zum Bauern 1. Bauer auf der 7. Reihe 2. Bauer auf der 6. Reihe 3. Bauer auf der 4 oder 5 Reihe C. Verteidigender König ist abgeschnitten D. Turm und Randbauer gegen Turm. Euwe gilt als Meister der Ordnung. Die Berechtigung dieses Titels unterstreicht er auch mit dem vorliegenden Werk. Es ist mustergültig strukturiert. Seine Ausführungen sind nüchtern und sachlich. Er beschränkt sich vollständig auf das, was im Mindestmaß zu einem Endspiel und dessen Spielführung zu sagen ist. Wer also unterhaltende Prosa sucht, wird nicht fündig. Wenn ein Klassiker zur Endspielführung neu aufgelegt wird, stellt sich natürlich die interessante Frage, ob die Spielführung einer Überprüfung anhand der Tablebases standhält. In einer anderen Rezension habe ich den Schätzwert von drei bis fünf Prozent gelesen, die deren Verfasser für die Fehlerquote ansetzt. Ich habe den Verfasser über seine Besprechungen als sehr sorgfältig arbeitenden Rezensenten kennen gelernt. Deshalb setze ich Vertrauen auf seinen Schätzwert. Für "Endspieltheorie und -praxis" möchte ich die Bedeutung einer Fehlerquote allerdings stark reduzieren, wenn sie aussagen soll, ob in einer Zugfolge der kürzeste Weg zum Ergebnis gefunden worden ist oder vielleicht sogar ein Zug in dieser Kette fehlerhaft ist. Ähnlich sehe ich es sogar dann, wenn im Einzelfall und damit für eine ganz konkrete Beispielstellung das Potenzial falsch eingeschätzt sein sollte, also beispielsweise eine Stellung nach der Angabe des Autors gewonnen sein soll, wenn heute nach dem Ergebnis der Tablebases nur ein Remis erreicht werden kann, das beste Spiel der anderen Partei vorausgesetzt. Ein paar kurze Worte zur Begründung: Euwe vermittelt Prinzipien, Pläne, Techniken etc. Er arbeitet die für eine Stellungseinschätzung wichtigen und maßgeblichen Faktoren heraus. Diese müssen passen, hierbei darf kein Fehler gemacht worden sein. Ob aber Fehler beispielsweise in einer Variante gemacht worden sind, spielt nicht wirklich eine Rolle. Wenn dies passiert sein sollte, wird der Leser dies bei Interesse schlicht den Tablebases entnehmen können. Trotz eines eventuellen Fehlers dieser Art behalten Euwes generelle Ausführungen ihre volle Gültigkeit. Ich habe keinerlei Anhaltspunkte dafür gefunden, dass "Endspieltheorie und -praxis" Fehler enthalten könnte, die sich auf die generellen und damit wichtigen Angaben im Werk beziehen. Erfreulich ist, dass mit "Endspieltheorie und -praxis" ein sehr gutes Endspielbuch wieder in deutscher Sprache mit einer aktuellen Ausgabe verfügbar geworden ist.

Fazit:

"Endspieltheorie und -praxis" ist ein sehr guter Kompaktkurs zur Endspielführung. Besonders geeignet ist das Buch für den Spieler, der sich mit einem begrenzten zeitlichen Aufwand ein fundiertes und auf die grundlegenden Aspekte konzentriertes Endspielwissen verschaffen möchte. Mindestens bis zum Leistungsniveau des schon recht guten Klubspielers ist es ohne Zweifel gut geeignet.

Uwe Bekemann, BdF

August 2014

Endspieltheorie und -praxis

EUR

7