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LOHOUCK

Caro-Kann für Schwarz und Weiß

Ein komplettes Repertoire gegen 1.e4
Eigenschaften

224 Seiten, gebunden, Everyman, 1. Auflage 2011, original erschienen 2007

21,80 €
Inkl. 7% MwSt., zzgl. Versandkosten

Übersetzung der englischen Originalausgabe "Play the Caro Kann"; weitere Informationen unter der Artikelnummer LOHOUPTCK

Caro-Kann ist eine der bekanntesten Eröffnungen des Schachspiels. Weltmeister Vishy Anand und zahlreiche führende Groß­meister vertrauen dieser Eröffnung. Auch der frühere Weltmeister Anatoli Karpow hat Caro-Kann im Laufe seiner glänzenden Karriere immer wieder mit großem Erfolg gespielt.

Caro-Kann ermöglicht nach dem Eröffnungszug 1. e4 unterschied­lichste Spielstile: Wilde taktische Kämpfe wie die Variationen des scharfen Panow-Angriff sind ebenso möglich wie die Entwicklung zu ruhigem positionellen Spiel.

Jovanka Houska bespricht mit viel Liebe zum Detail das Caro-­Kann Thema in 13 großen Hauptkapiteln. Alleine der Panow-Angriff umfaßt mit "Panov's kleinem Bruder" drei dieser Hauptkapitel. Vor jedem Kapitel eine kurze "Vorbesprechung". Schon hier erfährt der Leser vorab, wo Vorteile für Schwarz liegen und was für Weiß gut ist. Nach jeder Hauptvariante folgt stets ein kurzes "Summary" mit hilfreichen strategischen Tipps und konkre­ten Hinweisen auf entscheidende Schachzüge. Dieses Buch ist ein idealer Caro-Kann Ratgeber für Schwarz und Weiß.

Einleitung

Meine ersten Erfahrungen mit Caro-Kann habe ich gemacht, als ich ein Kind war. Mein Vater, ein Klubspieler, meinte, es war an der Zeit, dass ich anfing Hauptvarianten zu spielen und zeigte mir die Eröffnung. In seinem unnachahmlichen Stil erklärte er begeistert: 'Spiel 1...c6 nach 1.e4 - das gewinnt!' Allerdings zeigte er mir, wie ich gestehen muss, eine Caro-Kann Verteidigung mit kleinen Houska-Eigenheiten: manche Idee war dabei tatsächlich sehr gut; andere dagegen, nun, ein wenig ungewöhnlich...

Nachdem er mir die Züge 2.d4 d5 3.exd5 gezeigt hatte, hielt er inne. Unfähig, die Aufregung in seiner Stimme zu verbergen, erklärte er begeistert: 'Und jetzt sollte Schwarz sehr stark 3...Dxd5! spielen.' Ein paar Jahre später versuchte ich ihn davon zu überzeugen, dass es vielleicht nicht so gut war, das Zentrum so ohne Weiteres aufzugeben, aber mein Vater war nicht zu bewegen und setzte seine Mission fort, jeden davon zu überzeugen, diese Idee anzuwenden (selbst Spitzengroßmeister blieben von solchen Ratschlägen nicht verschont!). Also legte ich Caro-Kann nach einer Weile zu den Akten, ließ die Eröffnung zu einem Relikt der Vergangenheit werden und begann mich mit anderen Eröffnungen zu beschäftigen. Aber in meinen später Jahren als Teenager wurde mein Interesse wieder geweckt, als ich etwas Einfaches, aber Logisches brauchte, das mir vernünftige Gewinnchancen gab.

Geschichte der Eröffnung

Es waren zwei deutsche Spieler, Horatio Caro und Marcus Kann, die diese Verteidigung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts einführten. Damals steckte das Schach noch mitten in seiner 'romantischen' Phase; eine Zeit, in der es als unhöflich galt, Opfer abzulehnen und Gambits große Mode waren. Wenig überraschend fand Caro-Kann nicht allzu viele Anhänger, aber als die Ideen des Positionsspiels entwickelt wurden, begannen die Leute, die Qualitäten der Eröffnung zu schätzen: leichte Entwicklung der schwarzen Figuren, klare Pläne mit einer soliden Bauernstruktur und sicheres, aber aktives Spiel. Heute kann die Caro-Kann Verteidigung auf ein reiches Erbe zurückblicken und viele großartige Spieler, darunter etliche Weltmeister - Botvinnik, Petrosian und vor allem Anatoli Karpov - haben die Eröffnung mit großem Erfolg angewandt. Zu den modernen Caro-Kann-Anhängern zählen so herausragende Großmeister wie Dautov, Dreev und Riasantzev, um nur ein paar zu nennen (Anm. d. Übers. zur Schreibweise der Namen: Um die Suche nach Partien und Varianten in den gängigen Computerdatenbanken zu erleichtern, wurden die Namen im Text und bei Partieverweisen nicht geändert). Ich empfehle nachdrücklich, sich die Partien dieser Spieler anzuschauen und deren Spiel schamlos zu kopieren! Denn warum sollte man die Eröffnung nicht wie ein Top-Großmeister spielen?!

Ziele der Caro-Kann Verteidigung

In der Vergangenheit wurde Caro-Kann oft als trocken und langweilig oder einfach als Remiseröffnung geschmäht. Aber das grundlegende Ziel der Eröffnung ist es, sich vollständig zu entwickeln und dann aktives Spiel zu beginnen, um dem weißen Raumvorteil zu begegnen. Caro-Kann hat viele Seiten und man sollte nicht vergessen, dass die Eröffnung manchmal sehr scharf und positionell sein kann.

Der Gedanke hinter 1...c6 basiert auf der gleichen Logik, die auch hinter der Französischen Verteidigung steckt: mit seinem ersten Zug macht sich Schwarz bereit, den Bauernvorstoß ...d7-d5 zu unterstützen. Der Vorteil von 1...c6 ist, dass Schwarz den weißfeldrigen Läufer auf c8 nicht blockiert, aber er hat auch den Nachteil, dass der wichtige Zug ...c5 Schwarz in vielen Varianten nicht zur Verfügung steht, oder zumindest nicht sofort. Die Lage im Zentrum ist gewöhnlich zu angespannt, um Schwarz zu erlauben, zwei Tempi darauf zu verwenden, ...c5 durchzusetzen, und meistens muss Schwarz warten, bis er voll und ganz entwickelt ist, bevor er es sich leisten kann, ein weiteres Tempo dafür aufzuwenden, den Bauern c6 ein Feld nach vorne zu rücken. Eine Ausnahme ist hier die Vorstoßvariante (Kapitel 7-8), denn da hat Weiß durch das Vorrücken seines e-Bauern die Spannung im Zentrum bereits verringert.

Wie bereits gesagt, verfolgt Schwarz vor allem das Ziel, die Entwicklung abzuschließen, bevor er aktiv wird ning any active Operation. Doch wenn man Caro-Kann spielt, dann ist es sehr nützlich, die folgenden sechs Faktoren im Kopf zu behalten. Manche davon sind aus sich selbst heraus verständlich, bei den anderen erkläre ich, wie sie auf die Caro-Kann Verteidigung angewandt werden sollten.

Das Zentrum

In den meisten Eröffnungen spielt das Zentrum eine wichtige Rolle und auch in der Caro-Kann Verteidigung ist das nicht anders. Die Struktur des Zentrums ist flexibel und hängt von den von Weiß gewählten Varianten ab: manchmal, wie im Panov, ist das Zentrum voller Spannung; oder relativ statisch wie in der Abtauschvariante; oder dynamisch, wie in einer Stellung mit isoliertem Damenbauern, einer so genannten IQP-Stellung (IQP=Isolated Queen's Pawn=Isolierter Damenbauer). Schwarz sollte stets das Zentrum im Auge behalten - vor allem die vier Zentrumsfelder e4, e5, d4 and d5 - da das Zentrum eine so wichtige Rolle spielt.

Offene Linien

Erneut hängt dies davon ab, welche Variante gespielt wird, aber generell sollte Schwarz um die Zentrallinien kämpfen und besonders auf die Bauernvorstöße ...c5 und ...e5 achten, die Druck auf das Zentrumsfeld d4 ausüben.

Figurenaktivität

Das ist ziemlich einfach: Stellen Sie Ihre Figuren so aktiv wie möglich!

Bauernstruktur

Generell hat Schwarz eine gute Struktur, in der die Bauern gewöhnlich auf den weißen Feldern stehen, und dessen einziger Nachteil ist, dass Schwarz nicht viel Raum kontrolliert. Wichtig zu verstehen ist, dass Schwarz, wenn er seinen weißfeldrigen Läufer gegen einen Springer tauscht, vor allem auf den schwarzen Feldern spielen und die Bauern für eine weißfeldrige Blockade nutzen sollte.

Starke und schwache Felder

Als ganz grobe Richtlinie kann man sagen, dass das Feld e5 der schwächste Punkt des Schwarzen ist, da dieses Feld oft von einem weißen Springer genutzt wird, um einen Angriff in Gang zu setzen. Nach Abtausch der Bauern ist d5 ein starkes Feld für Schwarz; bleibt der Bauer d5 auf dem Brett, dann sind die Felder c4 und e4 potentiell stark.

Königssicherheit

Dies umfasst tatsächlich mehr als nur die grundlegende Regel, so schnell wie möglich zu rochieren. Tatsächlich ist Königssicherheit besonders bei entgegen gesetzten Rochaden wichtig. Hier sollten sich sowohl Weiß als auch Schwarz ganz klar darüber sein, dass in Bezug auf die Verteidigung Vorbeugen immer besser als Heilen ist.

Der moderne Ansatz in der Caro-Kann Verteidigung

Seit es Computer gibt, mussten fast alle schwarzen Eröffnungen schwere Schläge einstecken müssen und Caro-Kann bildet da keine Ausnahme. Traditionell wurde diese Eröffnung als ein relativ einfaches, wenn auch etwas passives System angesehen, in dem Schwarz nur die grundlegenden Ideen kennen muss. Doch mit der stetig gewachsenen Menge an Theorie ist die Situation viel komplizierter geworden. Spieler mit Weiß, die sich nicht mehr damit begnügen wollten, die Stellung einfach so zu spielen, wie sie ist, haben zwei aggressive Vorgehensweisen angewandt: Die erste besteht darin, zu versuchen, den Schwarzen einfach vom Brett zu fegen; die zweite besteht in dem Versuch, Schwarz zu zwingen, in einer chancenlosen Stellung Remis 'abzuklammern'. Leider muss man, wenn man Caro-Kann spielt, immer tiefere Theoriekenntnisse haben, weshalb ich vorschlagen würde, dass der Leser sich bemüht, die Züge und Ideen in den scharfen Varianten (Vorstoß, Panov) und der klassischen Hauptvariante zu verstehen, und in den Varianten, die weniger gefährlich für Schwarz sind, ein paar grundlegende Prinzipien lernt. In den ungefährlichen Varianten ist positionelles Verständnis wichtiger als stures Auswendiglernen von Varianten.

Mein Herangehen an das Buch

Ich habe mich bemüht, dieses Buch so zu schreiben, wie ich Bücher gerne geschrieben sehe - mit vielen Erläuterungen von Ideen und allgemeinen Prinzipien zusammen mit ein wenig neuer Theorie! Ich neige dazu, Varianten zu vermeiden, in denen ich das Gefühl habe, Schwarz kann nur auf 'zwei Ergebnisse' spielen (Verlust oder Remis) und habe stattdessen Varianten ausgewählt, die 'drei Ergebnisse' anbieten. Manchmal hat mich das dazu geführt, in die Fußstapfen meines Vaters zu treten und ein paar kleine Houska-Wendungen einzustreuen. Ich habe auch versucht, sehr komplizierte Stellungen zu umgehen, in denen Schwarz Materialvorteil hat, aber sein König im Zentrum gestrandet ist; ich habe die Erfahrung gemacht, dass diese Stellungen nervenaufreibend zu spielen sind und gründlich studiert werden sollten - wozu nicht jeder Zeit hat. Ich habe zwei Computer-Engines benutzt, die mich bei meinen Analysen unterstützt haben - den ruhigen Rybka 2.1 und den hitzigen Fritz 9.

Danken möchte ich dem Everyman-Verlag und ganz besonders Großmeister John Emms für seine unschätzbare Hilfe, seinen Rat sowie eine Menge an Material, ohne das ich nicht ausgekommen wäre.

Schließlich mein Wunsch an alle Caro-Kann-Spieler: Viel Glück!

Jovanka Houska,

Harrow,

Februar 2007

Weitere Informationen
Gewicht 460 g
Hersteller Everyman
Breite 16 cm
Höhe 23,5 cm
Medium Buch
Erscheinungsjahr 2011
Autor Jovanka Houska
Sprache Deutsch
Auflage 1
ISBN-13 9783932336140
Jahr der Originalausgabe 2007
Seiten 224
Einband gebunden

004 Bibliographie

005 Einleitung

009 1 Hauptvariante: Einleitung und 11.Lf4

040 2 Hauptvariante: 11.Ld2

055 3 Hauptvariante: 6.Lc4 und frühe Abweichungen

075 4 Panov-Botvinnik Angriff: Einleitung und 6.Sf3

104 5 Panov-Botvinnik Angriff: 6.Lg5

119 6 Abtauschvariante

130 7 Vorstoßvariante mit 3...c5: Einleitung

143 8 Vorstoß Variante: 3...c5 4.dxc5

164 9 Phantasievariante

170 10 Panovs kleiner Bruder: 2.c4

184 11 Zweispringervariante

202 12 Königsindischer Angriff

213 13 Ungewöhnliche Varianten und schlicht Bizarres

222 Variantenindex

Die in England lebende WGM Jovanka Houska hat im Vorjahr bei Gloucester in London (früher Everyman) ihr neues Eröffnungsbuch über die Caro-Kann-Verteidigung heraus­gebracht. Dieses wurde nunmehr ins Deutsche übersetzt und im Rahmen eines Joint Venture von der Euro-Chess-Zentrale Königswinter aufge­legt.

Caro-Kann 1.e4 c6, entwickelt in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhun­derts von den deutschen Spielern Horatio Caro und Marcus Kann, er­freut sich als solide Defensiv- und Gegenangriffs-Waffe beachtlicher und ungebrochener Beliebtheit bei Spielern aller Klassen und wurde auch von der Mehrzahl der Welt­meister sporadisch eingesetzt, von Botwinnik, Karpov und Anand sogar regelmäßig.

Die Autorin spricht zwar im Buchti­tel davon, Caro-Kann "für Schwarz und Weiß" zu beschreiben, aber der Untertitel "Ein komplettes Reper­toire gegen 1.e4" verrät schon, dass sie durchaus mit der schwarzen Sei­te sympathisiert und auch eine se­lektive Auswahl der verschiedenen Abspiele vornimmt: so fehlen etwa gänzlich die Hauptvariante 1.e4 c6 2.d4 d5 3.Sc3 d:e4 4.S:e4 Sd7 und die Möglichkeiten nach 4...Sf6 5.S:f6+ e:f6/...g:f6.

Die 13 Kapitel sind in formaler Hin­sicht alle ähnlich aufgebaut: zuerst gibt Houska eine allgemeine Über­sicht der relevanten Aspekte, Beson­derheiten der Zugfolge, Bauern­strukturen, Ziele beider Seiten u.a.m., dann folgt die neueste Theo­rie dazu, und am Ende steht jeweils eine kurze und prägnante Zusam­menfassung. Hier nun der Inhalt in Stichpunkten:

1) Hauptvariante nach Capablanca oder Klassische Variante 1.e4 c6 2. d4 d5 3.Sc3 d:e4 4.S:e4 Lf5 und nach 5.Sg3 Lg6 6.h4 h6 7.Sf3 Sd7 8.h5 Lh7 9.Ld3 L:d3 10. D:d3 e6 der Zug 11.Lf4 . Hier wer­den auch die Bauernvorstöße g4 von Weiß und ...b5 von Schwarz bespro­chen, verschiedene Zugreihenfolgen und nach 11...Da5+ die Nebenvari­ante 12.c3 (S. 9-39, mit 7 vollständi­gen Partien im Verlauf des Textes, die nicht gesondert hervorgehoben werden).

2) Hauptvariante mit 11.Ld2 (an­statt 11.Lf4) und weiter mit 11...Sgf6 12.0-0-0 Le7 13.Kb1/De2/Se4. Schwarz will alsbald ...c6-/c5 durchsetzen (S. 40-54, mit 4 Partien).

3) Hauptvariante mit frühen Abwei­chungen, etwa das Blackmar-Diemer-Gambit 4.f3 , der Zug 5.Sc5 und die Alternativen 6.Lc4 /Sf3/f4/S1e2 (S. 55-74, mit 8 Partien).

4) Panow-Botwinnik-Angriff 1.e4 c6 2.d4 d5 3.e:d5 c:d5 4.c4 Sf6 5.Sc3 Sc6 6.Sf3 - die Vierspringer­variante, welche weitergeht mit 6... Lg4 7.c:d5 S:d5 oder aber mit 7.Le3, beide Male mit einer Fülle scharfer Wendungen und Verwick­lungen, wobei die größere Aktivität der weißen Figuren stets mit der besseren positionellen Struktur bei Schwarz konkurriert (S. 75-103, mit 7 Partien).

5) Panow-Botwinnik-Angriff mit 6.Lg5 e6 und nun die Abspiele nach 7.Sf3 Le7 8.c5 bzw. nach 8.Ld3 d:c4 9.L:c4 mit weißem Isolani auf d4 (S. 104-118, mit 3 Partien).

6) Abtauschvariante 1.e4 c6 2.d4 d5 3.e:d5 c:d5 4.Ld3 Sc6 5.c3 Dc7 6. h3/Se2/Lg5 (S. 119-129, mit 3 Partien).

7) Vorstoßvariante 1.e4 c6 2.d4 d5 3.e5 : hier empfiehlt die Autorin das sofortige 3...c5 , wobei Weiß die Bauernkette intakt halten kann mit­tels 4.c3, aber auch 4.Sf3 oder das unternehmende 4.c4!? spielen kann (S. 130-142, mit 2 Partien).

8. Vorstoßvariante mit Zerstörung der Bauernkette: 4.d:c5 und nun 4... e6 5.Le3/Sc3/Le4/Dg4/Sf3. Schwarz kann die Bauernhebel ...b6 und ...f6 gegen das weiße Zentrum ansetzen (S. 143-163, mit 2 Partien).

9) Phantasievariante 1.e4 c6 2.d4 d5 3.f3 : Hier rät Houska zu 3...d:e4 4. f:e4 e5 5.Sf3 Lg4 mit genügender schwarzer Aktivität (S. 164-169).

10) Panows kleiner Bruder, auch Steiner-Variante genannt: 1.e4 c6 2.c4 : Nach 2...d5 3.c:d5 c:d5 4.e:d5

werden die Abspiele 5.Lb5+/Da4+/Sc3 beleuchtet (S. 170-183, mit 2 Partien).

11) Zweispringervariante 1.e4 c6 2.Sc3 d5 3.Sf3 Lg4 4.h3 L:f3 5.D:f3 Sf6 und jetzt 6.e5/d4/e:d5/g3/d3 (S. 184-201, mit 2 Partien),

12) Königsindischer Angriff 1.e4 c6 2.d3 d5 3.Sd2 e5 4.Sgf3 Ld6 mit den Fortsetzungen 5.Se2/d4/De2/g3: Hier erreicht Schwarz durch die Besetzung des Zentrums mit den e-Bauern vollen Ausgleich (S. 202-212).

13) Ungewöhnliche Varianten nach 1.e4 c6 a) 2.Sc3 d5 3.Df3, b) 2.Sf3 d5 3.e:d5 c:d5 4.Se5!?, c) 2. b3, d) 2.Se2 e) 2.f4 sollten allesamt den Schwarzen nicht in Bedrängnis bringen (S. 213-221, mit einer Par­tie).

Summa summarum ein (selektives) Kompendium mit dem neuesten Stand der Theorie, welches außer den verschiedenen Abspielen und Varianten auch viele allgemeine Er­klärungen zu den Strukturen, An­griffsideen, Rochade-Optionen und möglichen Endspiel-Aussichten für beide Seiten liefert. Ein Manko besteht vielleicht darin, dass die erwähnten 41 vollständigen Partien quasi nur "gut im Text ver­steckt sind" und nicht extra hervor­gehoben werden, bzw. ein gesonder­ter Partienteil fehlt. Positiv hervorzuheben ist dagegen die ansprechende äußere Aufma­chung mit Hardcover und Fadenbin­dung, was das Gesamterscheinungs­bild, verglichen mit den üblichen Everyman-Bänden, deutlich verbes­sert.

Mit freundlicher Genehmigung

Dr. W. Schweizer, Rochade Europa 12/2008

**********

Zur Autorin:

WGM Jovanka Houska (England, ELO 2404) spielt für den SV Hofheim in der 2. Schachbundesliga und ist auch im Besitz des IM-Titels bei den Männern. Nach eigenen Angaben will sie die erste weibliche Großmeisterin Englands werden! Mit dem Buch "Play the Caro-Kann" legt sie ihr Erstlingswerk vor.

Inhalt:

Die Caro-Kann Eröffnung ist eine zuverlässige, dynamische Antwort auf 1.e4. Zahlreiche Großmeister, einschließlich Vishy Anand, Evgeny Bareev und Alexey Dreev, sowie der ehemalige Weltmeister Anatoly Karpow, haben sie erfolgreich in ihrer Karriere verwendet. Einer der Vorzüge der Caro-Kann Eröffnung ist, dass es sich einer Vielfalt von verschiedenen Stilen anpasst; es kann zu wilden taktischen Kämpfen sowie ruhigem Stellungsspiel führen.

Jovanka Houska präsentiert dem Leser ein komplettes Repertoire anhand von 1.e4 c6 und untersucht die wichtigsten taktischen und strategischen Pläne für beide Seiten, um den Leser fit zu machen für Caro-Kann in eigenen Partien.

Das Eröffnungsrepertoire bei Houska gliedert sich folgendermaßen:

\s3 1.e4 c6 2.d4 [2.c4 d5 3.cxd5 cxd5 4.exd5 Sf6 5.Sc3 Sxd5; 2.Sc3 d5 3.Sf3 (3.Df3) 3...Lg4 4.h3 Lxf3 5.Dxf3 Sf6 6.d3 e6; 2.d3 d5 3.Sd2 e5 4.Sgf3 Ld6 diese Variante gegen den Königsindischen Angriff dürfte vielen Weißspielern großes Kopfzerbrechen bereiten, Houska bezieht sich auf eine alte Partie von Peter Wells die bis heute nichts an ihrer Aktualität eingebüßt hat, Howell,J (2375) - Wells,P (2400) [B10] Swansea, 1987 5.g3 Sf6 6.Lg2 0-0 7.0-0 Dc7 8.Te1 Le6 9.c3 Td8 10.De2 Sbd7 11.h3 h6 12.Sh4 Lf8 13.Df3 Sc5 14.Sf5 Lxf5 15.exf5 e4 16.dxe4 dxe4 17.De2 Sd3 18.Tf1 e3 19.Dxe3 Lc5 20.De2 Dxg3 21.Df3 Dxf3 22.Sxf3 (0-1 im 60.Zug); 2.b3; 2.Se2; 2.f4] 2...d5 3.Sc3 [3.exd5 cxd5 4.c4 (4.Ld3 Sc6 5.c3 Dc7 6.Lg5) 4...Sf6 5.Sc3 Sc6 6.Sf3; 3.e5 c5 4.dxc5 e6 5.Le3 Sh6; 3.f3 dxe4 4.fxe4 e5 5.Sf3 Lg4 6.Lc4 Sd7 7.0-0 Sgf6] 3...dxe4 4.Sxe4 Lf5 5.Sg3 Lg6 6.h4 h6 7.Sf3 Sd7 8.h5 Lh7 9.Ld3 Lxd3 10.Dxd3 e6 11.Ld2 (Tissir,M (2383) - Hamdouchi,H (2533) MAR-ch Rabat MAR (7), 24.07.2001) Sgf6 12.0-0-0 Le7 13.Se4 0-0 14.Sxf6+ Sxf6 15.Se5 c5 16.dxc5 Dc7 17.De2 Dxc5 18.Kb1 Tac8 19.Lc1 Ld6 20.Sd3 Db5 21.Sf4 Db6 22.Th3 Tc6 23.Tb3 Dc7 24.Sd3 Tc8 25.c3 Tc4 26.Df3 Sd5 27.g3 b6 28.g4 Dc6 29.De2 a5 30.Se5 Lxe5 31.Dxe5 a4 32.Ta3 Txg4 33.f4 b5 34.De2 f5 35.c4 bxc4 36.Txa4 Tg2 37.De5 c3 38.Ka1 cxb2+ 39.Lxb2 Txb2 0-1

Vor jedem Kapitel gibt es viel erklärenden Text und wichtige Ratschläge sowie strategische Merkmale der jeweiligen Variante, die es zu berücksichtigen gilt. In einer Zusammenfassung am Ende eines jeden Kapitels bringt die Autorin alles Wichtige noch einmal auf den Punkt.

Die deutsche Übersetzung wirkt auch hier (wie bei "Gefährliche Waffen: Französisch" von John Watson) recht holprig. Die Eurochess Zentrale, die für den Vertrieb der deutschsprachigen Everymanbücher verantwortlich ist, hat hier anscheinend an der falschen Stelle gespart. Lobenswert finde ich, dass die Bücher gebunden sind und äußerlich einen sehr guten Eindruck machen!

Fazit:

Ich hatte schon immer eine gewisse Abneigung gegen Caro-Kann, wer spielt schon solch eine passive Eröffnung? Als Weißspieler habe ich mir immer die Hände gerieben wenn jemand mein 1.e4 mit c6 beantwortete; Caro-Kann lässt sich doch immer so wunderbar zusammenopfern, dachte ich mir (in meiner Jugend faszinierten mich immer die Partien, in denen Michail Tal die Caro-Kann Eröffnung nach allen Regeln der Kunst zusammenfaltete).

Doch irgendwann einmal verlor ich ziemlich grausam eine Partie gegen Caro-Kann und seitdem hasse ich sie nur noch. Das vorliegende Buch befasst sich nun mit eben dieser "schrecklichen" Eröffnung und meine persönliche Abneigung wich von Seite zu Seite mehr.

Das ist die Sorte von Eröffnungsratgeber die ich persönlich als positiv einstufe. Die junge ehrgeizige Engländerin Jovanka Houska stellt ein kompaktes, gut durchdachtes und vor allem sicheres Repertoire vor, mit dem der Leser in die Lage versetzt wird, Caro-Kann in seinen nächsten Turnierpartien zu verwenden. Mit viel Text erläutert die Autorin die wichtigsten Pläne und findet immer die richtige Balance zwischen Worten und Varianten. Dabei gibt die Autorin keine so genannten Wunschvarianten an, in denen Schwarz plötzlich "auf Gewinn steht", sondern analysiert objektiv die entstandenen Stellungen und gibt Ratschläge, wie man die Stellung weiterspielen kann, übrigens wurden alle Varianten wurden vom Duo Rybka/Fritz auf mögliche Übersehen überprüft. Das Ende des Buches ziert ein ausführlicher Variantenindex. "Play the Caro-Kann" von Jovanka Houska sticht aus der zahlreichen Masse von Eröffnungsbüchern positiv heraus und wird so manchen ehemaligen Caro-Kann Gegner zum Caro-Kann Befürworter machen.

Mit freundlicher Genehmigung

Martin Rieger, Rochade Europa 11/2008