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Art.-Nr.: LOMORDTVNM
Vergriffen

Die Tschigorin Verteidigung nach Morosewitsch

239 Seiten, kartoniert, New in Chess, 1. Auflage 2008.

9,95 €
inkl. 7% MwSt., zzgl. Versandkosten

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Ein Jahrhundert nach ihrer Erfindung durch den großen Angriffs­spieler Michail Tschigorin (1850-1908) ist die Tschigorin-Verteidigung ziemlich gesund und munter. Der Grund dafür ist einfach: Alexander Morosewitsch, einer der beliebtesten Schachspieler weltweit, hat sie bei seinem Aufstieg zur Spitze häufig verwen­det. Fast im Alleingang hat Morosewitsch diese halb in Verges­senheit geratene Eröffnung in eine gebrauchsfertige Waffe für Spieler verwandelt, die eine dynamische Partie mit aktivem Fi­gurenspiel mögen.

In diesem sehr persönlichen Buch enthüllt Alexander Morosewitsch die Ideen, die hinter seinen Lieblingsvarianten in der Tschigorin-Verteidigung stecken. Er hat viele Stellungen nochmals analysiert und präsentiert Material von mehr als 50 bisher unveröffentlich­ten Schnellschach- und Blitzpartien gegen Top-Großmeister.

Die Tschigorin-Verteidigung nach Morosewitsch macht nicht nur eine beliebte Schacheröffnung zugänglicher, sie hilft auch, eine dynamische Spielweise zu entwickeln.

Großmeister Alexander Morosewitsch (1977) zählt seit fast einem Jahrzehnt zu den Top-Spielern. Sein aggressives und originelles Spiel hat ihm auf der ganzen Welt bei zahllosen Schachspielern viel Bewunderung eingebracht. Immer, wenn eine Morosewitsch-Partie online veröffentlicht wird, zieht sie unverzüglich Tau­sende Zuschauer an, die "Moros" in Aktion erleben möchten.

Wladimir Barski (1969) ist ein Internationaler Meister, erfolgreicher Coach, er­fahrener Journalist und enger Freund von Alexander Morosewitsch und auch selbst kein übler Spieler der Tschigorin-Verteidigung.

Details
Sprache Deutsch
Autor Barsky, Vladimir
Morozevich, Alexander
Verlag New in Chess
Auflage 1.
Medium Buch
Gewicht 500 g
Breite 17 cm
Höhe 23,5 cm
Seiten 239
ISBN-13 9789056912628
Erscheinungsjahr 2008
Einband kartoniert
Inhalte

007 Vorwort

015 Kapitel Eins - Ein Ehrlicher Kampf: Die Variante 3.cxd5 Qxd5

017 Abschnitt A - Verteidigen und Entwickeln: 4.Sf3

025 Abschnitt B - Stilles Verstärken: 4.e3

061 Abschnitt C - Unmittelbar 3.e3 e5

067 Kapitel Zwei -Von Steinitz Bis Kramnik: Die Variante 3.Sf3 Lg4

069 Abschnitt A - Der Läufer außerhalb der Kette: 4.Sc3 e6 5.Lg5

087 Abschnitt B - Der Läufer innerhalb der Kette: 4.Sc3 e6 5.e3

096 Abschnitt C - Der Damenausfall: 4. oder 5.Dd1-a4

106 Abschnitt D - Der Abtausch: 4.cxd5

141 Kapitel Drei - Infanterie Gegen Kavallerie: Die Variante 3.Sc3 dxc4

142 Abschnitt A - Der Vorstoß: 4.d5

164 Abschnitt B - Verteidigung und Entwicklung: 4.Sf3

211 Kapitel Vier - Tschigorinmotive: Varianten Ohne 2.c4

212 Abschnitt A - Das Fianchetto: 3.g3

221 Abschnitt B - Der Läuferausfall: 3.Lf4

226 Abschnitt C - Stilles Verstärken: 3.e3

229 Abschnitt D - Andere dritte Züge

234 Zeichenerklärung

235 Variantenverzeichnis

238 Partienverzeichnis

Der Spitzengroßmeister Alexander Morosewitsch ist ein ausgewiesener Kenner und Weiterentwickler der mittlerweile über einhundert Jahre alten Tschigorin-Verteidigung, sein Co-Autor Wladimir Barski ist Inter­nationaler Meister, Trainer, Journa­list und ebenfalls Spieler der Tschi­gorin-Verteidigung. Michail Iwanowitsch Tschigorin (1850 - 1908) hat­te nach 1.d4 d5 2.c4 die frühzeitige Figurenentwicklung 2...Sc6 einge­führt, um so bald wie möglich Figu­rendruck auf das gegnerische Zen­trum auszuüben.

Von dieser Position ausgehend, un­tersucht das Autorenteam in den ersten drei Kapiteln die Fortsetzungen 3.cxd5 Dxd5 und 3.Sf3 Lg4 so­wie 3. Sc3 dxe4, ein viertes Kapitel behandelt Varianten mit 2.Sf3 statt 2.c4.

Anhand von 76 Partien, davon nach Verlagsangabe bisher 50 unveröf­fentlicht, verdeutlicht der Band - dessen Übersetzung aus dem Engli­schen Jörg Stephan vornahm - den strategischen Gehalt, aber auch die taktischen Fallstricke der Tschigo­rin-Verteidigung. Die Autoren bedienen sich außer eigenen Anylysen und Einschätzungen auch denen an­derer Schachmeister, machen dies auch kenntlich. Die vielen Anmer­kungen und Analysen verweisen häufig auf weiteres Partienmaterial. Zum Durcharbeiten empfiehlt sich PC-Nutzung. Übersichtliches Lay­out durch Zweispaltendarstellung, Fettdruck der Partiezüge und eine angemessene Anzahl Diagramme erleichtern die durchaus anstrengende Arbeit mit dem Band, dem es ge­lingt, auch einen "tieferen Einblick in die allgemeinere Frage, wie Top­spieler Eröffnungen studieren" (CHESS VIBES) zu vermitteln. Die Autoren verfallen dabei nicht der Gefahr, Ihre Lieblingseröffnung zu überhöhen. Zeichenerklärung, Vari­antenverzeichnis und Partienver­zeichnis komplettieren den Band.

Fazit:

Allen Spielern höherer Spielstärke, die sich von einer vernachlässigten Eröffnung inspirieren lassen wollen, sei dieser Band außergewöhnlich hoher Qualität empfohlen.

Mit freundlicher Genehmigung

Richard Rröinel, Rochade Europa 7/2008

**********

Die Tschigorin-Verteidigung entsteht nach den Zügen 1. d4 d5 2. c4 Sc6 und ist benannt nach Michael Tschigorin, einem der ganz Großen der russischen Schachschule. Jahrzehnte galt sie als minderwertig und nur als gelegentliche Überraschungswaffe brauchbar, selbst als Smyslov im Kandidatenfinale 1984 gegen Kasparov diese Eröffnung anwandte, sagte Kasparov später darüber: "Tigran Petrosjan scherzte einmal: "Wenn Ihr Gegner die Holländische Verteidigung spielen möchte, sollten Sie ihn nicht daran hindern!“ Es gibt eine Menge Eröffnungen, für die dieser Witz zutrifft und die Tschigorin-Verteidigung ist eine davon ... “

Übrigens endete die Partie mit einem Remis.

In den letzten Jahren wurde diese Eröffnung von keinem geringeren als Weltklassegroßmeister Alexander Morosewitsch reanimiert, zahlreiche Erfolge hat er damit errungen und gilt unbestritten als führende Autorität auf diesem Gebiet.

Die derzeitige Nummer 3 der Weltrangliste führt den Lesern die Tschigorin Verteidigung aus seiner persönlichen Sichtweise vor, das Buch behandelt nicht die gesamte Theorie dieses Systems sondern nur die Varianten, die auch Morosewitsch spielte oder spielen würde. Im Grunde genommen stellt das Buch also eine Art Eröffnungsrepertoire von Morosewitsch mit Schwarz auf 1.d4 dar. Aufgrund der 76 kommentierten Partien (darin enthalten weitere zahlreiche Partien) legt Moro seine persönliche Sicht der Dinge dar und zeigt klar, welchen Zug er in dieser und jener Variante für stärker hält und warum.

Der Autor untersucht folgende Hauptsysteme:

1.d4 d5 2.c4 Sc6, und nun entweder 3.cd:, 3.Sf3, 3.Sc3 und Alternativen im dritten Zug für Weiß, nach jedem Kapitel folgt eine Zusammenfassung.

Manches ist überraschend, manches völlig neu wie zum Beispiel die Variante 1.d4 d5 2.c4 Sc6 3.Sc3 dxc4 4.Sf3 Sf6 5.e4 Lg4 6.d5 Se5 7.Lf4 Sfd7 8.Lxe5 [Morosewitsch weist auch noch auf den bisher unerprobten Zug 8.Da4!? hin] 8...Sxe5 9.Lxc4 Sxc4 10.Da4+ Dd7 11.Dxc4 Lxf3 12.gxf3 g6 13.Sb5 mit Vorteil in einer Blitzpartie Karpov-Morosewitsch, Moskau 2001. Der Autor gibt als Verbesserung 7...Lxf3!? 8.gxf3 Dd6 an mit gleichen Chancen. Überhaupt beinhaltet das Buch 50 bisher unveröffentlichte Partien, wobei es sich hier zwar "nur“ um Blitz- und Schnellschachpartien handelt aber anscheinend hat Morosewitsch in den letzten Jahren einige geheime Trainingswettkämpfe gegen Anatoli Karpov und Wladimir Kramnik gespielt. Wie gesagt, es sind keine Turnierpartien gewesen, aber trotzdem stellen sie ein äußerst interessantes Material zu dieser Eröffnung dar!

Auch einige Internetpartien von Morosewitsch gegen solche Phantomspieler wie Raffael (viele sind der Meinung, es handle sich hierbei um einen sehr starken Großmeister wie zum Beispiel Kasparov oder Fischer) sind ins Buch aufgenommen worden und es ist spannend zu lesen, wen er dahinter vermutet.

Erwähnenswert auch die Begebenheit, als Morosewitsch mit dem Zug von Simferopol nach Moskau unterwegs war. Auf dieser Reise wurde er von Wladimir Jurkov (ein hoch angesehener Schachtrainer) und Andrei Sokolow begleitet. Beide wollten dem Autor damals beweisen, dass diese "Schrotteröffnung“ nichts tauge und er doch lieber auf Nimzo- oder Damenindisch umsteigen solle. Doch alle Widerlegungsversuche scheiterten und Morosewitsch konnte sich mit seiner Meinung durchsetzen, für dieses Buch hat er die damals analysierten Varianten wieder hervorgeholt und präsentiert sie nun erstmals der Öffentlichkeit! Nach eigener Aussage will der Autor "seiner“ Eröffnung eine längere Pause auf Turnierebene gönnen und irgendwann später wieder darauf zurückgreifen, nur so ist es möglich und auch zu erklären, warum er viele, wenn nicht sogar alle Geheimnisse seiner Analysen hier preisgibt. Beeindruckend finde ich auch die Aufrichtigkeit, mit der er auch auf brandgefährliche weiße Varianten hinweist, viele wurden bisher in der Praxis noch gar nicht erprobt! Aber genauso gibt er dem Leser auch Verbesserungen für Schwarz mit an die Hand, weist auf bisher unbekannte Möglichkeiten hin und zeigt in den Hauptvarianten, den, seiner Meinung nach, richtigen Weg. Ich habe selten solch ein objektives Eröffnungswerk wie das vorliegende gelesen, ich kann mich nur wiederholen, absolut beeindruckend!

Anhand der kommentierten Partien, der gesamten Art und Weise, wie hoch komplizierte Zusammenhänge auf dem Brett auch mit sehr viel Text erläutert wurden, erkennt man, dass hier ein absoluter Experte auf diesem Gebiet tätig war. Morosewitsch schreibt zum Beispiel bei der Kommentierung der Partie Kasparov-Smyslov 1984, 11.Wettkampfpartie folgendes:

"Das erste Ziel von Schwarz besteht darin, seine Entwicklung zu beenden. Am besten rochiert er kurz, wo sein König recht sicher verteidigt wird. Mehrere Male habe ich den Plan mit ... Sge7, ... O-O, ... f5 angewendet, der im Großen und Ganzen nicht schlecht ist, aber anschließend, wenn die Stellung geöffnet wird, kann sich die Tatsache, dass der König auf g8 exponiert ist, auswirken. Heute denke ich, dass es keinen Grund gibt, sich mit dem Vorstoß des f-Bauern zu beeilen und es besser ist, streng nach Feldern zu spielen: entwickle den Königsspringer nach f6 oder e7, rochiere, platziere die Türme im Zentrum - Tad8 und Tfe8, spiele b6 und vielleicht Sa5 und rücke möglicherweise mit c5 vor. D.h., bemühe Dich, die Figuren harmonisch aufzustellen und warte darauf, zu sehen, was Weiß tun möchte“.

So geht es das ganze Buch hindurch, präzise Analysen (Morosewitsch hat anscheinend bei seinen Analysen öfters die Schachengine Rybka konsultiert, da er an vielen Stellen auf interessante Vorschläge des Programms eingeht) wechseln sich mit sehr viel Text ab, eine äußerst gelungene Mischung die jedem Schachfreund das Herz höher schlagen lässt!

Fazit:

Ein geniales Eröffnungsbuch von einem genialen Schachspieler!

Für jeden zu empfehlen, der die Tschigorin-Verteidigung wirklich verstehen will.

5 von 5 möglichen Punkten.

Mit freundlicher Genehmigung

Martin Rieger, www.freechess.de, April 2008

Die Tschigorin Verteidigung nach Morosewitsch

EUR

9.95