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LOCUMTE

The English

Opening Repertoire

399 Seiten, kartoniert, Everyman, 1. Auflage 2016

Aus der Reihe »opening repertoire«

22,52 €
Inkl. 5% MwSt., zzgl. Versandkosten

The English (1.c4) is a fine choice for players who like to enjoy a wide variety of middlegame positions. One of its great attractions is flexibility and diversity: White can play either aggressively or quietly, and the resultant middlegame positions are rich in both strategy and tactics.

In this book, International Master David Cummings presents the reader with a complete English repertoire. The English is, by its nature, highly transpositional. Black can opt for a King’s Indian-type set-up, a Queen’s Gambit Declined-type set-up or aim for a reversed Sicilian position. David identifies promising methods to meet all Black’s main options and efficient methods to deal with awkward sidelines.

The English often leads to situations where there are opportunities to employ tricky move orders. David explains how to navigate through these successfully and avoid any unfortunate pitfalls. This book tells you everything you need to know about playing the English.

  • How to play 1 c4 with confidence

  • Emphasis on plans and strategies

  • Written by an English expert

David Cummings is an experienced International Master, who has represented Canada at the Chess Olympiad. He is a regular contributor to the opening theory website ChessPublishing.com, writing a monthly column covering the English and Flank Openings.

Weitere Informationen
Gewicht 690 g
Hersteller Everyman
Breite 17 cm
Höhe 24 cm
Medium Buch
Erscheinungsjahr 2016
Autor David Cummings
Reihe opening repertoire
Sprache Englisch
Auflage 1
ISBN-13 978-1781943748
Seiten 399
Einband kartoniert

003 About the Author

005 Bibliography

007 Introduction

012 1 1.c4 e5: Introduction and 5...0-0

053 2 1.c4 e5: 5...Bxc3 and Other Fifth Moves

087 3 1.c4 e5: 4...Be7 and Other Fourth Moves

103 4 1.c4 e5: 2...Bb4 and Other Second/Third Moves

126 5 Symmetrical: Introduction and Move Order Guide

134 6 Symmetrical: Four Knights with ...e7-e6

162 7 Symmetrical: Maroczy Bind versus ...g7-g6

183 8 Symmetrical: Black Plays ...b7-b6

209 9 Symmetrical: Black Plays 3...d5

222 10 Black Avoids 1...e5 and 1...c5: Introduction and Move Orders

229 11 Anti-Queen’s Gambit System

277 12 Anti-Slav System

300 13 Anti-Nimzo System

312 14 Anti-Grünfeld Lines

335 15 King’s Indian and Modern Defences

371 16 The Dutch, English Defence and Minor First Moves

394 Index of Variations

398 Index of Complete Games

"the English" von IM David Cummings", Ende 2016 erschienen bei Everyman Chess, versucht sich als Repertoirebuch in einem umkämpften Bereich der Eröffnungslandschaft zu etablieren, der Englischen Eröffnung. Zu ihr gab es in den letzten Jahren mehrere einflussreiche Neuerscheinungen. Ganz vorne zu nennen sind dabei die Bände 1 bis 3 von "Grandmaster Repertoire, The English Opening" aus der Feder von Mihail Marin (Quality Chess 2009 bis 2010) und auch, um einiges abgestuft, "A Practical White Repertoire with 1 d4 and 2 c4" von Alexei Kornev (Chess Stars 2013/2014). Das neue und hier nun besprochene Werk findet aber eine klare Nische für sich.

Cummings hat sein Repertoire unter Verzicht auf ein frühes g2-g3 zusammengestellt und sich damit bewusst von den heute zumeist beschrittenen Pfaden entfernt, sich nicht zuletzt auch aus den Gefilden der Marin-Bücher entfernt. Er gibt dem Spieler damit Alternativen an die Hand, die ihn flexibler machen. Zugleich fängt er eine natürliche Reaktion ab, zu der es nicht selten auf einflussreiche Bücher kommt, nämlich die Suche nach Gegenwegen, die dann in neuen Veröffentlichungen publiziert werden. Rede und Gegenrede im aktuell am meisten diskutierten Bereich der Englischen Eröffnung geht Cummings aus dem Weg.

Die angesprochene Nische orientiert der Autor nach meiner Einschätzung auf den Klubspieler. Diese Aussage möchte ich anhand von zwei Feststellungen begründen.

1. In einer Einführung stellt er typische Aufbauten bzw. Vorgehensweisen für Weiß vor. Diese ordnet er den Partien zu, die in den Kapiteln folgen. Der Klubspieler bringt die Fähigkeiten mit, um diese Hinweise aufnehmen und verwerten zu können. Er braucht sie aber auch am ehesten, denn er wird die vermittelten Muster in seiner Praxis in Partien erkennen können, die oft nicht umfassend theoretisch folgerichtig gespielt sein werden. Die Muster bleiben, selbst wenn der Weg zu ihnen von der Theorie abweichend gelaufen ist.

2. Cummings erklärt viel, aber ich erkenne eine Entwicklung in den von ihm gesetzten Anforderungen. Frühe Züge, die bis dahin noch nicht behandelt worden sind, kommentiert er auf "Einsteigerniveau". Er holt damit auch den Spieler ab, der einen ersten Zugang zur Englischen Eröffnung braucht, selbst wenn er schon im unteren Bereich des Klubspielers angekommen ist. Spätere Einschätzungen, Hinweise und Kommentare bewegen sich von diesem Ansatz fort. Hier werden dann oft auch Varianten aus Partien eingestreut, die mit einer generalisierenden Aussage enden, etwa mit dem Hinweis auf bessere Chancen für die eine oder andere Seite. Hier muss der Leser dann schon mehr auf eigenes Knowhow setzen können, um die Gründe für die jeweilige Aussage zu erkennen.

Das Repertoire wird über 44 kommentierte Partien dargestellt und erörtert. Diese entspringen ganz überwiegend den letzten Jahren der Turnierpraxis im Spitzenschach. Fernschachpartien sind nicht darunter, diese fließen aber oft über Fragmente im Bereich der Kommentierung ein. Es gibt insgesamt 16 Kapitel im Buch, auf die sich die Partien aufteilen. Ich verzichte auf einen Auszug aus dem Inhaltsverzeichnis, weil einige Einträge darin nicht genügend auf die jeweiligen Inhalte eines Kapitels schließen lassen. Ergänzen möchte ich aber, dass "the English" auch "Anti-Systeme" anbietet, also Spielweisen gegen Damengambit und Slawisch, Indische Eröffnungen und auch Holländisch. Das Quellenverzeichnis ist immens lang und zeigt an, dass Cunnings viel und modernes Material ausgewertet hat, auch für diese Gegenstände seines Werkes.

Die Kapitel enden mit einer Zusammenfassung der wichtigsten zu ziehenden Erkenntnisse. Etliche theoretische Erläuterungen finden sich am Anfang von Kapiteln wie auch als Einschübe im Ablauf. Diese kann der Leser wie Lehrsätze aufnehmen und sich inhaltlich einprägen.

Das Variantenverzeichnis am Ende des Werkes hilft bei der Navigation über die Inhalte des Buches hinweg. Daneben ist die oben schon angesprochene Darstellung der Aufbauten bzw. Muster noch einmal zu erwähnen. Unter diesem Ansatz einer Suche kommt der Leser weniger nach Zügen und mehr nach Stellungstyp zum Ziel.

Die Buchsprache ist Englisch, Schulenglisch reicht zum Verstehen allemal aus.

Fazit: "the English" ist ein Repertoirebuch, das dem Spieler Alternativen zu ansonsten aktuell hoch gehandelten Spielweisen anbietet. Es richtet sich vor allem an den Klubspieler, es setzt im Zuge der Erläuterungen einiges an Fertigkeiten voraus. Ein Trumpf spielt das Werk dadurch aus, dass es dem Praktiker eine Orientierung auch an Aufbaumustern vermittelt und ihm Wege an die Hand gibt, auf denen er schwarze Eröffnungsspielräume in anderen Systemen beschränkt.

Uwe Bekemann

www.BdF-Fernschachbund.de

Juni 2017


Eigentlich bin ich ein klassischer 1.e4-Spieler, aber hin und wieder schaffen es Schachbücher, mich auf neue interessante Pfade zu locken. 2005 zog mich "The Dynamic English" von GM Tony Kosten gleich in seinen Bann. Das 144 Seiten schlanke Büchlein war von 1999 und bot ein Komplettrepertoire für Weiß, das einfach und zugleich vollwertig war. Man spielte einfach erst einmal 1.c4, 2.g3 und 3.Lg2 gegen so ziemlich alles. Danach blickte man kurz auf und wählte dann je nach schwarzem Aufbau die Standorte für seine Springer aus. Das war erst einmal sehr angenehm und gefiel mir so gut, dass ich es sogar in ein paar Turnierpartien ausprobierte (2,5 Punkte aus 3 Partien zeigen, dass das Buch gute Arbeit geleistet hatte). Zwar war danach wieder der e-Bauer Trumpf bei mir, aber ich spiele es immer noch gelegentlich in Blitzpartien. Vervollkommnet hat dann später Großmeister Mihail Marin das weiße Konzept in einer dreibändigen Reihe beim Quality Chess Verlag. Auch beim ihm begann es mit 1.c4, 2.g3 und 3.Lg2. Die Variante wurde populärer und populärer und irgendwie verlor man ein wenig aus den Augen, dass die Englische Eröffnung nach 1.c4 durchaus noch mehr zu bieten hat.

Daran erinnert jetzt der Internationale Meister David Cummings in seinem Buch "the English" aus der "opening repertoire"-Serie des Verlags Everyman Chess. Er legt das Repertoire sehr viel näher an 1.d4 und geht häufig in Eröffnungssysteme über, die über diesen ersten Zug entstehen. Mir gefällt das Repertoire sehr gut, aber den obigen Autopiloten gibt es hier nicht. Es werden sehr viel mehr verschiedene Strukturen angestrebt, was auch erst einmal einen viel höheren Arbeitsaufwand des Lesers bedeutet.

Im Allgemeinen fragte ich mich damals vor allem folgendes: Was mache ich gegen Königsindisch? Was mache ich gegen Grünfeldindisch? Was mache ich gegen Slawische Aufbauten? Mit solchen Dingen muss sich der 1.d4-Spieler herumplagen, aber was kann 1.c4 dagegen ausrichten?

Hier möchte ich nun die Antworten von Herrn Cummings folgen lassen. Wenn Sie schon Englischspieler sind, versuchen Sie, offen für Neues zu sein! Ich fürchte nämlich, dass sie vielen Freunden von Kosten und Marin erst einmal nicht so gefallen werden.

Kommen wir zuerst zu Königsindisch, da dies für mich die größte Überraschung darstellte. Nach 1.c4 Sf6 lässt er 2.Sc3 folgen, um nach g6 mit 3.e4 erst einmal Grünfeld für immer auszuschalten. 3. ...Lg7 wird dann mit 4.d4 beantwortet. Statt Königsindisch dezent zu umgehen, sind wir jetzt mittendrin. Zwar gibt der Autor 4.g3 mit einer Zugumstellung Richtung Kosten/Marin als Alternative an, lässt diese aber auch schon in diesem vierten Zug enden. Eingefleischte Englischanhänger könnten so aber immer noch glücklich werden und nur andere Empfehlungen aus diesem Buch in ihr Repertoire einbauen.

Nach 4.d4 d6 5.Sf3 0-0 6.Le2 e5 wird mit 7.d5 erst einmal ein großer Theoriebatzen umgangen und dann nach a5 8.Lg5 das Petrosjansystem empfohlen. Dieses ist recht gehaltvoll und man muss schon einige Nuancen beachten, um nicht in einen verheerenden Angriff zu gelangen. Der Autor gibt zwar viele Hinweise, vergisst aber in meinen Augen ein wenig den klassischen Vereinsspieler und schaut nur auf Meisterpartien. In diesen ist 8. ...h6 9.Lh4 Sa6 recht populär, aber viele werden sicherlich auch mit 9. ...g5 konfrontiert. Das ist zwar etwas wacklig, aber auf solche Dinge achtet der Königsindischspieler weniger. Nach 10.Lg3 Sh5 gibt es schließlich Aktivität und das Feld f4 für den Springer. Ein Blick in die Datenbank verrät, dass sogar schon einige Spieler mit über 2000 Elo bis hin zu 2435 die Stellung nach 11.Sd2 Sf4 12.0-0 Sa6 über Zugumstellungen auf das Brett brachten. Nach 13.Lg4 und dem Tausch der weißfeldrigen Läufer glaube ich nicht mehr an die schwarze Stellung, aber dieses Motiv hätte man angeben können. Hier muss der Leser also ein wenig nacharbeiten, bevor er sich auf Königsindisch einlässt.

Der Grünfeldindischspieler muss nach 1.c4 Sf6 2.Sc3 schon direkt mit d5 zuschlagen, da ansonsten mit 3.e4 kein Bauer mehr nach d5 kommt. Nach 3.cxd5 Sxd5 4.Sf3 g6 wird erst einmal mit 5.h4 aggressiv angetäuscht, vorrangig aber Raum gewonnen, um nach Lg7 mit 6.e4 Sxc3 7.dxc3 Dxd1 8.Kxd1 ins Endspiel zu flüchten. Dies ist gegen Grünfeldinder gar keine schlechte Wahl, da hier die Dynamik gering bleibt. Die Variante ist zudem noch recht neu und soll die Anderssonvariante verbessern, die nach 5.e4 Sxc3 6.dxc3 das Endspiel anstrebt. In dieser ist nach 6. ...Dxd1 7.Kxd1 f6 nebst e5 und Lc5 die schwarze Stellung jedoch absolut ok, weshalb man den Läufer erst nach g7 gehen lässt. Die Variante sollte etwas besser für Weiß sein, aber stellt an Weiß ganz andere Herausforderungen als die obige Petrosjanvariante im Königsinder. Auch das gilt es beim Bücherkauf zu beherzigen.

Wieder anders wird es gegen den soliden Slawen. Nach 1.c4 c6 2.Sf3 d5 3.e3 kommen wir in eine Stellung, die auch in "The Modern Reti" vom Autorengespann IM Semkov und GM Delchev 2012, dort aber über 1.Sf3, betrachtet wurde. Weiß hat hier eine interessante Möglichkeit, den soliden Aufbau etwas härter anzugehen. Nach 3. ...Sf6 4.Sc3 muss Schwarz sich zu seinem Slawischsystem bekennen und wählt meist zwischen Lf5 oder e6. Hier können wir aber nach 4. ...Lf5 mit 5.cxd5 cxd5 6.Db3 den b7 beäugen und eine kontrollierte Stellung mit etwas Vorteil anstreben. Nach 4. ...e6 hingegen folgt 5.b3 Sbd7 6.Dc2 Ld6 7.Lb2 0-0 8.Le2 und nun b6 mit der Idee eines baldigen Lb7 und dann c5 kommt aber der überraschende Zug 9.Tg1. Da die Stellung im Zentrum relativ fest ist und schlecht geöffnet werden kann, greift Weiß plump mit g4, h4 und g5 an. Nach einer vollen Positionspartie und einem ruhigen Endspiel greifen wir jetzt also überaus aggressiv den gegnerischen König an. Man muss schon eine ganz gute Spielstärke haben, um all diesen Facetten gerecht zu werden.

Hinzu kommt eine Sizilianischstruktur, die nach 1.c4 c5 2.Sf3 Sc6 3.d4 cxd4 4.Sxd4 mit baldigem Sc3 und dann e4 angestrebt wird und dann fehlt als großer Komplex noch 1.c4 e5. Hier gibt es nach 2.Sc3 Sf6 3.Sf3 Sc6 4.e3 zu sehen. Der offene Sizilianer mit vertauschten Farben, der nach d5 entsteht, sieht nach 5.cxd5 Sxd5 6.Lb5 recht nett für Weiß aus und nach der populären Alternative 4. ...Lb4 5.Dc2 0-0 6.Sd5 Te8 wird das seltene 7.Df5 empfohlen und ausführlich behandelt. Von der Qualität dieses Zuges konnte man sich zum Beispiel beim derzeit stattfindenden Open auf Gibraltar überzeugen, als der belgische IM Stefan Docx in Runde 2 mit Weiß locker gegen Eloschwergewicht GM Andrei Istratescu (Elo 2593) remisierte.

Insgesamt gibt es hier ein recht überzeugendes Eröffnungsrepertoire mit vielen Facetten, das aber auch universelle Stärken des Lesers voraussetzt. Das Gute an 1.c4 ist jedoch seine Flexibilität, weshalb man die Varianten durchaus gut in ein jetzt schon bestehendes Englischrepertoire einbauen kann, um etwas flexibler zu werden, oder bisher lästige Varianten auszuschalten. Einzig gegen die Königsindische Verteidigung sollte der Leser noch nacharbeiten, da die Stellungen sehr komplex sind.

Dirk Schuh

Februar 2017