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SCOBREKIMH3

Königsindisch mit h3

King´s Indian with h3
Eigenschaften

CD/DVD-Box, ChessBase

9,90 €
Inkl. 19% MwSt., zzgl. Versandkosten

Der Königsinder zählt zu den beliebtesten schwarzen Eröffnungen gegen 1.d4. Kein Wunder also, dass viele Weißspieler nach einer zuverlässigen Waffe gegen diese Eröffnung suchen. Das System mit h3 (egal ob mit oder ohne Sf3) stellt dabei eine interessante Alternative zu den gängigen Hauptvarianten dar. Die Theorie behandelt dieses Abspiel oft stiefmütterlich, in den Standardwerken wird dieser Zug entweder gar nicht oder nur knapp behandelt. Die Praxis hingegen beweist, dass Königsindisch mit h3 ein durchaus erfolgreiches System darstellt. Die statistische Auswertung ergibt, dass Weiß hier gut sechzig Prozent der Punkte erzielt. Das ist ein besseres Resultat als in den meisten anderen königsindischen Systemen. Kein Wunder also, dass viele Spitzenspielern bereits auf dieses System zurückgegriffen haben. Neben dem größten Verfechter dieses Systems, Michal Krasenkow, greifen Evgeni Bareev, Alexander Belyavsky und Vassily Ivanchuk gerne und erfolgreich zum h-Bauern. Aber auch die Weltmeister Garry Kasparov, Vladimir Kramnik und Vishy Anand haben dieses System schon erfolgreich angewendet.

Der bekannte Schachjournalist, Bundesligaspieler und FIDE-Meister Martin Breutigam, der das h3-System selbst oft mit Erfolg gespielt hat, legt auf dieser CD eine leicht fassbare Einleitung und die erste umfassende theoretische Abhandlung dieser Variante vor. In 18 Texten erläutert er die strategischen Grundlagen und die zentralen Motive des h3-Systems und analysiert die wich-tigsten Abspiele. Insgesamt enthält die CD mit über 10.000 Partien alle wichtigen verfügbaren Partien, die in diesem System gespielt worden sind. 130 Beispielpartien, viele davon kommen-tiert, erläutern die wichtigsten Strategien für beide Seiten. Eine Trainingsdatenbank zur Überprüfung des Gelernten rundet diese CD ab.

Systemvoraussetzungen:

PC 233, 64 MB RAM

CD-ROM-Laufwerk

Soundkarte

Maus

Windows XP, 2000, Me, 98 SE

Weitere Informationen
Gewicht 100 g
Hersteller ChessBase
Breite 12,5 cm
Höhe 16,9 cm
Medium CD PC
Autor Martin Breutigam
Sprache Deutsch, Englisch
ISBN-10 3935602502
ISBN-13 4027975002040
Einband CD/DVD-Box

Die Königsindische Verteidigung ist eine der beliebtesten Verteidigungen gegen 1. d4. Viele Weißspieler suchen abseits der gängigen Hauptvarianten nach einer effizienten Waffe gegen den Königsinder. Ein relativ selten gespieltes System ist der Randbauernzug h3, der in den Hauptvarianten nach den thematischen Zügen 1 . d4 Sf6 2. c4 g6 3. Sc3 Lg2 4. e4 d6 5. Sf3 0-0 6. h3 (Informatorschlüssel E 90) oder 1. d4 Sf6 2. c4 g6 3. Sc3 Lg7 4. e4 d6 5. h3 (E 71) gespielt wird. In vielen Abhandlungen wird das System recht stiefmütterlich abgehandelt, obwohl die Anziehenden mit gut 60 % eine ansprechende Erfolgsquote vorweisen können.

Hin und wieder wird das System von Weltklassespielern wie GM Kasparow, GM Kramnik, GM Anand, GM Iwantschuk u.a. angewandt. Der energischste Verfechter des Systems mit h3 ist GM Michal Krasenkow, dessen Ausbeute mit dem vermeintlich bescheidenen Randbauernzug bei deutlich über 80 % liegt!

Mit dem Randbauernzug verfolgt Weiß im wesentlichen zwei Ziele: Der Läufer soll auf e3 platziert werden, ohne durch Sf6-g4 belästigt zu werden. Er liebäugelt eventuell mit dem Angriffszug g4.

Die typische Mittelspielstrategie von Weiß zielt in diesem System vor allem darauf ab, die schwarzen Aktivitäten des Nachziehenden komplett einzuschränken. Weiß bereitet sich mit h2-h3 bereits auf den Standardvorstoß f7-f5 vor und lässt zugleich offen, wo der eigene König letztendlich sein endgültiges Domizil finden soll. Alles ist in diesem System möglich - die kurze Rochade, die lange Rochade, und manchmal bleibt der König einfach in der Mitte stehen.

Nicht zuletzt wegen dieser Flexibilität finden am weißen Konzept vor allem Spieler Gefallen, die im Mittelspiel gerne den gegnerischen König attackieren. Dazu werden Sie mit dem h3 - System öfter Gelegenheit finden als etwa etwa im klassischen System (5. Sf3 0-0 6. Le2 e5 7. 0-0 Sc6 8. d5 Se7), in dem ja meistens Schwarz am Königsflügel angreift (f7-f5-f4) und Weiß am Damenflügel. Viele mögen die Eindimensionalität dieser Wettläufe nicht. Im h3-System sind die Stel-lungstypen nach dem Standardvorstoß e7-e5 ebenfalls von zentraler Bedeutung. Doch im Unterschied zum klassischen System will Weiß nach e7-e5 das Zentrum sofort mit d4-d5 abschließen. Der Nachziehende muss auf den bescheiden wirkenden Zug h3 energisch reagieren, sonst bekommt er Probleme. Bei passivem schwarzen Spiel verwirklicht Weiß die strategischen Ziele oft sehr schnell. Die typischen Ideen und Pläne des Systems vermittelt der Autor mit zahlreichen Texten, die in der Datenbank integriert sind. Dabei wird das System nicht einseitig aus Sicht des Anziehenden beleuchtet. Für beide Seiten werden so objektiv wie möglich die besten Strategien und Überlebensstrategien untersucht. Die CD wurde mit dem Anspruch konzipiert, dass Spieler aller Klassen einen Gewinn daraus ziehen können. Für Einsteiger mag das Kapitel Basiswissen (Hauptvarianten mit e7-e5) zunächst interessant sein, in dem einigen typischen Motiven auf den Grund gegangen wird, beispielsweise den Vorstößen g2-g4 oder f7-f5 und die Bedeutung des Schlüsselfeldes e4. Erfahrene Turnierspieler können in den anschließenden Kapiteln die Tiefen des Systems ausloten. In den letzten Jahren haben sich die Konzepte enorm weiterentwickelt, einige ganz neue Motive sind in dem System hinzugekommen.

In dieser ersten umfassenden Monograhie über "Königsindisch mit h3" werden sämtliche Variationen untersucht, sowohl die Zugfolge 1. d4 Sf6 2. c4 g6 3. Sc3 Lg7 4. e4 d6 5. Sf3 0-0 6. h3 (Informatorschlüssel E 90) als auch 1. d4 Sf6 2. c4 g6 3. Sc3 Lg7 4. e4 d6 5. h3 (E 71). Um das Theoriefeld komplett abzudecken und Spielern beider Seiten einen praktischen Nutzen zu bieten, finden auch die Möglichkeit 5. Sf3 Lg4 sowie die Abtauschvariante (5. Sf3 0-0 6. h3 e5 7. dxe5) ausführliche Beachtung. Die Hauptdatenbank besteht aus 18 ausführlichen Texten und 132 tiefschürend kommentierten Partien. Dazu ein Beispiel von der CD:

Weiß: B. Larsen Schwarz: L. Kavalek Solingen m Solingen (5), 1970

[Breutigam] Königsindisch E 90

1. c4 Sf6 2. Sc3 g6 3. e4 d6 4. d4 Lg7 5. Sf3 0-0 6. h3 e5 7. d5 Sh5 8. Sh2

Verhindert vorerst ...f5 und bereitet die Vertreibung des Springers h5 vor. Unsinnig wäre in diesem Fall 8. Lg5? f6 9. Le3 f5 10. exf5 gxf5 11. Sxe5? und Weiß verlöre Material, z.B. 12. Sd3 f4 13. Le2 fxe3 14. Lh5: Lc3: 15. bxc3 exf2+ 16. Kf1 De4-+ Warum der Springer nicht nach d2, sondern auf das scheinbar seltsame Feld h2 ziehen sollte, hängt mit der Kontrolle über das Feld d3 zusammen: 8. Sd2 De8 9. Le2? Sf4 10. Lf3? Sd3+ 8. ...Lf6? Warum sollte Schwarz eigentlich nicht versuchen, auf einen "krummen" Zug wie 8. Sh2 (scheinbar) logisch zu reagieren? Um die Schattenseiten des Plans Lf6-g5 aufzudecken, muss Weiß sehr energisch spielen. Nicht 8. ...f5? 9. exf5 Lxf5?? 10. g4 9. Le2 Sg7 Falls 9. ...Sf4 , käme Weiß laut Larsen mit 10. Lf3 nebst h3-h4 und g2-g3 in Vorteil. 10. h4! Offenbar kann Weiß ... Lg5 so am wirkungsvollsten verhindern und seine Strategie wirklich rechtfertigen. Zwar hätte 10. Dd2 dem gleichen Zweck genügt, aber diesen Zug fand Larsen "viel zu einfältig".; Und 10. Sf3 Le7 gefolgt von ...f5 sei angenehm für Schwarz.

10. ...L:h4 11. Dd2! Über die Tatsache, dass er für all diese starken Züge insgesamt nur acht Minuten Bedenkzeit benötigte, hatte sich Larsen hinterher selber gewundert. Er könne sich nicht erinnern, schrieb er, ob er 8. ... Lf6 vorher einmal zu Hause ananlysiert habe, "aber es ist nicht unmöglich". Wie dem auch sei, Kavalek investierte für seinen 11. und 12. Zug zusammen anderthalb Stunden - und konnte das sich abzeichnende Unheil am Königsflügel trotzdem nicht mehr abwenden.

11. ...h5 12. Dh6 Le7 13. g4 g5 Oder 13. ...h4 14. Sf3+- 14. gxh5 f5 Zwar ist die weiße Dame abgeklemmt, gefangen werden kann sie jedoch nicht. Larsen findet sogar noch die Zeit, seinen Damenturm am Angriff zu beteiligen. 15. Ld2! f4 16. 0-0-0 Sd7 17. Tdg1 Tf7 18. Sf3 Sf8 19. Sxg5 Tf6 20. Dg7+ 21. Kg7: Se6+ Kh7 22. S:d8 Ld8 23. Lg4 Lxg4 24. Txg4 Tf7 25. f3 Sd7 26. Le1 a6 27. Sd1 Lf6 28. Sf2 Tg8 29. Txg8 Kxg8 30. Sg4 Th7 31. Lf2 Kf7 32. b4 b6 33. Kd2 Le7 34. Kd3 Th8 35. a4 Ta8 36. Sh6+ Kf8 37. Tg1 Ke8 38. Tg8+ Lf8 39. Lh4 a5 40. b5 Sc5+ 41. Kc2 Sa4: 42. Sf5 Kf7 43. Tg1 1:0 Larsen, B - Kavalek, L 1:0 Besonders hervorheben möchte ich an dieser CD die instruktiven Einleitungstexte, in denen der Autor die Leitmotive und Feinheiten dieses Systems besonders anschaulich erklärt hat. Zu den Musterpartien springt man direkt über die im Text eingebetteten Links. Darüber hinaus finden Sie auf dieser CD neben den Datenbanken "E90", "E71", "E91_Lg4" und "BigTree" auch eine Trainingsdatei ("h3 -Training"), mit der Sie später das erworbene Wissen vertiefen und selbst überprüfen können.

Fazit:

Eine erstklassige Eröffnungs-CD, die als Musterbeispiel dafür dient, wie man effzient Eröffnungstheorie vermittelt. In Anbetracht der sträflich vernachlässigten Theorie dieses Systems fuhrt für eingefleischte "Königsinder" kein Weg an dieser CD vorbei. Wer als Anziehender nach einer neuen Waffe gegen Königsindisch sucht, bekommt mit der CD eine erstklassige Arbeitsgrundlage in die Hand, um sich die notwendigen Kenntnisse rasch anzueignen.

Peter Schreiner in Rochade Europa 10/2002

Damit nun zur nächsten CD, auf der sich Martin Breutigam mit einem etwas spezielleren Thema beschäftigt. Es geht um "Königsindisch mit h3" was in den Büchern meist recht knapp abgehandelt wird.

Ein Blick auf die enthaltene Datenbank zeigt aber, dass bereits Taus en de von Partien mit diesem System gespielt wurden, in denen Weiß übrigens aus statistischer Sicht besser als in den meisten anderen Systemen gegen Königsindisch abschneidet.

Deshalb ist es sehr erfreulich, dass mit "Königsindisch mit h3" von Mar tin Breutigam unseres Wissens nun die erste umfassende Monograpie über dieses System vorliegt. In werden sämtliche Variationen untersucht, also sowohl 1. d4 Sf6 2. c4 3. Sc3 Lg7 4. e4 d6 5. Sf3 0-0 6. h3 auch 5. h3. Zur Abrundung des Themas werden auch die Seitenpfade 5. Sf3 Lg4 und die Abtauschvariante (5. Sf3 0-0 6. h3 e5 7. dxe5) erörtert.

Für eine Charakterisierung dieses Aufbaus lassen wir am besten seinen wichtigsten Verfechter GM Krasenkow zu Wort kommen, der das h3 - System so definiert: "Die allgemeine strategische Idee dieses Systems ist, die schwarzen Aktivitäten auf beiden Seiten einzuschränken."

Das h3-System scheint in der Tat nicht ungefährlich zu sein, denn in der Datenbank kommt Krasenkow in 61 Partien auf eine unglaubliche Bilanz von 83 %!

Weiß bereitet sich mit h2-h3 auf den Standardvorstoß f7-f5 vor und behält alle Optionen für seinen König. Durch diese Flexibilität ergeben sich oft Chancen, auf den gegnerischen König loszugehen, während ja z.B. im klassischen System (5. Sf3 0-0 6. Le2 e5 7. 0-0 Sc6 8. d5 Se7) meist Schwarz am Königsflügel angreift. Es sei betont, dass sich Breutigam nicht nur mit den weißen Plänen beschäftigt. Er erörtert für beide Seiten die besten Möglichkeiten und beschäftigt sich daher auch mit den "Überlebensstrategien" für Schwarz, von dem energisches Spiel verlangt wird, um nicht eingeschnürt zu werden. Neben Krasenkow greifen freilich noch weitere prominente Spieler wie Bareev und Beliavsky öfter zu h3, und auch Kasparov, Kramnik und Ivanchuk spielen gelegentlich so.

Beginnen wir mit der Datenbank "Königsindisch mit h3", die 19 Texte und 131 Musterpartien umfasst und den größten Teil der Autorenarbeit darstellt. In den Texten vermittelt Breutigam, der selbst regelmäßig dieses System einsetzt, zunächst die Leitmotive und Besonderheiten, auf die es in den jeweiligen Varianten ankommt. Damit gerüstet kann man per Klick die Musterpartien verfolgen, die meist sehr gut kommentiert sind und Sie mit viel interessantem und lehrreichem Material zum Thema h3 versorgen. Erster Schwerpunkt mit 7 Texten sind die schwarzen Möglichkeiten nach 5. Sf3 0-0 6. h3 e5 7. d5, dann die Abtauschvariante 7. dxe5, dann folgen 3 Texte über 5. Sf3 0-0 6. h3 c5 7. d5.

Nach einem Text, in dem Schwarz nach 6. h3 zunächst auf e5 und c5 verzichtet, folgen noch die Kapitel über 5. Sf3 Lg4 und 5. h3.

Besonders für die Neueinsteiger ist der Abschnitt über das "Basiswissen" sehr lohnend, in dem Breutigam eine schöne Einführung in die grundlegende Bauernstruktur gibt und wichtige Motive und Pläne erläutert.

Wer aber immer noch mehr will findet in einer weiteren Datenbank eine Fundgrube von über 10.400 Partien zu diesem Thema, von denen etwa 300 kommentiert sind, und das zum Teil recht ausführlich.

Außerdem gibt es natürlich auch wieder einen Eröffnungsbaum aus diesen Partien und schöne Training-Datenbank mit 20 Partien.

aus: Schachmarkt 01/2003

Das Schach ist eine Leidenschaft, und bisweilen kommt noch die Passion für einige spezielle Eröffnungen hinzu. Diesem Motto hat sich FIDE-Meister (mit drei IM-Normen, steht dicht an der IM-Titelverleihung) Martin Breutigam (Bremer SG) verschrieben. Königsindisch mit h3 erzielt nämlich eine Erfolgsquote von 60 Prozent. Also kein schlechtes Argument - auch für viele Weltklassespieler. In der Datenbank ist der bekannte polnische Großmeister Michal Krasenkow mit 65 Spielen stark präsent und auch der letztes Jahr verstorbene, frühere Seniorenweltmeister GM Wladimir Bagirow hatte ein Faible dafür (56x). Selbst Kasparow (11x) wandte die Variante anletztmals 1996 auf Las Palmas gegen Kramnik. Sein Nachfolger wählte sie 7x mit Weiß. Aus den Top 20 sind ansonsten Alexej Shirov (16x mit beiden Farben), Jewgeni Barejew (14x nur mit Weiß), Iwan Sokolow (13x mit beiden Farben) und Alexander Chalifman (10x mit beiden Farben) dabei. In der erweiterten Weltspitze ist Alexander Beljawski (20x) zu nennen. Besonders en vogue ist der Vorbeugezug auch bei Großmeistern aus der zweiten Reihe (Akesson, Agrest, Cebalo, Barbero, Ivanisevic und viele, viele mehr). Und Bent Larsen blickt laut Datenbank auf 28 Partien in fast 40 Jahren zurück; er brauchte eben ein paar Seitenwege gegen die sowjetische Analysephalanx. Angesichts dieser Beliebtheit widmet sich der Bundesligaspieler der SG Bremen den Hauptvarianten: 1. d4 Sf6 2. c4 g6 3. Sc3 Lg7 4. e4 d6 5. h3 (Informatorschlüssel E 71) und 1. d4 Sf6 2. c4 g6 3. Sc3 Lg7 4. e4 d6 5. Sf3 0-0 6. h3 (E 90 - John Watson taufte diese Variante das Bagirow-System, eine Bezeichnung, die sich allerdings nicht durchgesetzt hat). Ergänzt werden diese Eckpfeiler der Untersuchung um die Zugfolge 5. Sf3 0-0 6. h3 e5 7. dxe5. sowie die Abtauschvariante mit 5. Sf3 0-0 6. h3 e5 7. dxe5.

Konzept

Breutigam strukturiert sein Material natürlich entlang einer Hauptdatenbank, die in seinem Fall 10452 Partien enthält und legt anhand von 150 Begegnungen besonderes Augenmerk auf eine bislang in der Schachtheorie fehlende Systematik plus Einführungskommentaren. Daneben bietet seine Trainingseinheit 20 Partien, die - wohl wegen der Pläne in frühem Partienstadium - hier zurecht nicht in typische Stellungen springen, sondern das Geschehen von Zug eins an aufdröseln.

Die eigentliche Qualität offenbaren die 150 Paradebeispiele. Hier fällt auf, dass der Autor bereits mit der Produktion der CD zur Tschigorin-Verteidigung einige Erfahrung gesammelt hat. Seine grundsätzlichen Aussagen unterstreicht er einprägsam mit Diagrammen und nutzt ausgiebig die optischen Hilfsmittel, mittels Pfeilen Abläufe darzustellen. Die Kommentaren zeigen, dass hier zwei Jahrzehnte an "Eskorte des Systems" aufbereitet werden. Einige Stellen weisen auf eine Artikelreihe, die Otto Borik 1982 als Herausgeber von "Schach Magazin 64" im Frühstadium der 1979 gegründeten Zeitschrift zusammenstellte. Der damals 17-jährige Breutigam fing Feuer und alte Liebe rostet nicht. Der Charme seines Werbens für diesen Königsinder liegt entsprechend einerseits bei den ausführlichen Varianten, die nicht nur mit der minimalen "Informator-Hilfssprache" abschließen, sondern mit viel Vokabular unterfüttert werden, und andererseits in der gelungenen Verquickung zwischen gegenwärtigem Theoriestand und historisch entstandenen Einschätzungen. Es ist eben etwas anderes, ob Jahre gelebter Schacherfahrung präsentiert werden, oder ob - auftragsbedingt - ein Themenfeld erschlossen wird.

Fazit

In der Bilanz bietet der konzeptionelle Ansatz etwas für ein breites Spektrum an Nutzern. Das Ergebnis müsste Spielstärken vom Amateur bis zum Halb- und Vollprofi zufrieden stellen. Die Vereinsspieler wissen die vielen grundsätzlichen Stellungsbeschreibungen zu schätzen, der erfahrene Crack die komplette Schau der Erkenntnisse bis etwa Mitte 2002. Um die mentale Einstimmung zu steigern, kann ein in 2002 neuaufgelegtes Buch von Joe Gallagher "Beating the Anti-King's Indian" (Erstauflage 1996 bei Batsford) dienen, welches selbst in Kreisen vieler Bundesligaspieler Kultstatus erreicht hat, weil es explizit den schwarzen Standpunkt herauskehrt. Dem Widerstand gegen die Systeme mit h3 sind 22 Seiten gewidmet. Genau doppelt so umfangreich ist das entsprechende Kapitel in einem anderen Insider-Buch, der amerikanischen Veröffentlichung von John Watson "The unconventional King's Indian" (Hypermodern Press 1997). Mit der Kombination CD/Buch kann jeder Lernwillige Fortschritte erzielen - die Informationslücken sind jedenfalls geschlossen.

Und danach

Egal wer sich an dieses Eröffnungsthema wagt, der Name Krasenkow wird ihm mehr als einmal begegnen. Dessen Erfolgsquote erreicht bei immerhin 65 Partien phänomenale 83 Prozent. Diese Autorität hat sich scheinbar nicht überall herumgesprochen, denn beim Mannschaftseuropacup 2002 siegte er erneut - der Gegner griff auch diesmal in den Wirren des Mittelspiels fehl. Es handelte sich dabei um Lorenc Rama von Studenti aus Albanien.

Königsindisch E 90

M. Krasenkow - L. Rama

Chalkidiki 2002

1. Sf3 Sf6 2. c4 g6 3. Sc3 Lg7 4. e4 d6 5. d4

0-0 6. h3 e5 Eine wichtige Vergleichspartie mit ähnlichen Ideen am Königsflügel wurde genau ein Jahr zuvor beim gleichem Wettbewerb gespielt: 6. ...Sa6 7. Lg5 De8 8. g4 e5 9. d5 Sd7 10. Tg1 Kh8 11. a3 f5 12. gxf5 gxf5 13. b4 Sf6 14. Ld3 Sxe4 15. Sxe4 fxe4

16. Lxe4 Lf5 17. Sd2 Dg6 18. Tg4 Dh5 19. Tg3 Dxdl+ 20. Txdl Ld7 21. Ke2 Tf7 22. Tdg1 Taf8 23. Le3 b6 24. Sf3 Lf5 25. Lxf5 Txf5 26. Sg5 Te8, 1 :0. Krasenkow - Andonovski, Panormo 2001. 7. d5 a5 8. Lg5 Sa6 9. Le2 De8 10. Sd2 Sd7 11. g4 f6 Ein neuer Weg, denn alle Referenzpartien setzen hier mit 11. ...Sdc5 fort. 12. Le3 f5 Ein typischer Durchbruch, wie er dem Königsindisch-Spieler liegt. Vergleichbare Stellungen (allerdings mit dem zusätzlichen Zugpaar h4 für Weiß und Sdc5 für Schwarz) werden auf der CD-ROM mit "zu voreilig" beurteilt. Weiß wählte aber einen anderen Plan: 13. exf5 gxf5 und dann 14. g5! 13. gxf5 gxf5 14. exf Sf6 15. Sde4 Nach 15. Ld3 Sb4 16. Lb1 Kh8 17. Tg1 hält Weiß einen Mehrbauern fest, der allerdings wenig wert ist. 15. ...Sxe4 16. Sxe4 Lxf5 17. Lh5 Lxe4? Ein typisches Beispiel des Stolperns auf unvertrautem Terrain: Weiß hat alle Operationen fast routinegemäß ausgeführt und Schwarz "überspannt". Der Rest ist schnell abgearbeitet. Nach 17. ...Dd8 18. Lg5 Dd7 19. Lg4 Df7 blieb alles offen. 18. Lxe8 Lxh1 19. Lh5 Le4 20. Kd2 c6 21. Dg4 Lf5 22. Dg2 Kh8 Es ist klar, dass Schwarz zu wenig Kompensation hat. Sein Gegenspiel kommt nur mühsam zustande und reicht letztlich nicht. 23. Tg1 Lf6 24. Lg5 Lg7 25. Le7 Lh6+ 26. Kd1 Sb4 27. Lxf8 Lc2+ 28. Ke2 Ld3+ 29. Ke1 Txf8 30. Lf7 Lg6 31. Lxg6 Tg8 32. De4

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SCHACH MAGAZIN 64 - 20/2002