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Art.-Nr.: LOBROSFM
Vergriffen

Sizilianisch für Müssiggänger

Basman-Sale-Variante

174 Seiten, gebunden, Kania, 1. Auflage 2004.

17,50 €
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Sizilianisch für Müßiggänger - Die Basman-Sale-Variante 1 .e4 c5 2.Sf3 e6 3.d4 c:d4 S:d4 Lc5

Sizilianisch -

  • aggressiv von Anfang an, mit Druck auf d4 und indirekt auch auf f2
  • bei unüblichen Stellungsmustern, z.B. häufig mit ...Sge7 nebst ...f5
  • in einer unerforschten, der Kreativität viel Raum bietenden Spielweise.

Louis Paulsen (im 19. Jahrhundert), Michael Basman (in den Siebziger Jahren) und der kroatische IM Srdjan Sale (seit 1992) sind die Pioniere dieser Variante, die noch als "unorthodox" gilt und erst mit diesem Buch auf ein theoretisches Fundament gestellt wird. Für den Leser ergeben sich folgende Chancen:

  • das System ist vergleichsweise schnell zu erlernen
  • man hat einen riesigen Wissensvorsprung gegenüber den Gegnern am Brett
  • der Aufwand für die theoretische Vorbereitung ist im Vergleich zu sizilianischen Hauptsystemen sehr gering
  • es bietet ohne übertriebenes Risiko reichlich Gegenchancen und Gewinnpotential.

Dies ist - nach der Tschigorin-Verteidigung (2001) und dem Colle-Koltanowski-System (2003) - das dritte Buch von IM Valeri Bronznik im Schachverlag Kania. Wie in jenen gut aufgenommenen Werken überzeugt er auch hier mit detaillierten Analysen samt vielen theoretischen Verbesserungen, gepaart mit einer allgemeinverständlichen Darlegung und guter Didaktik.

Details
Sprache Deutsch
Autor Bronznik, Valeri
Verlag Kania
Auflage 1.
Medium Buch
Gewicht 380 g
Breite 14,7 cm
Höhe 21,7 cm
Seiten 174
ISBN-10 3931192261
Erscheinungsjahr 2004
Einband gebunden
Inhalte

003 Inhalt

004 Zeichenerklärung

005 Einführung

008 Etwas über die Geschichte unserer Variante

012 Typische Pläne und Ideen

023Teil l - Systeme ohne 5.Sc3

023 Kapitel 1 5. Sc3

045 Kapitel 2 5. Sb5

051 Kapitels 5. Le3

058Teil II - Systeme mit 5.Sb3

058 Kapitel 4 5.Sb3 Lb6 6.Sc3 Se7 7.Ld3

081 Kapitel 5 5.Sb3 Lb6 6.Sc3 Se7 7.Le2

089 Kapitel 6 5.Sb3 Lb6 6.Sc3 Se7 7.Le2 7.Lc4

096 Kapitel 7 5.Sb3 Lb6 6.Sc3 Se7 7.Le2 7.Lf4

102 Kapitel 8 5.Sb3 Lb6 6.Sc3 Se7 7.Le2 7.g3

109 Kapitel 9 5.Sb3 Lb6 6.Sc3 Se7 7.Le2 7.Dh5

117 Kapitel 10 5.Sb3 Lb6 6.Sc3 Se7 7.Le2 7.Lg5

121 Weiß spielt (5.Sb3 Lb6) 6.c4

123 Kapitel 11 6.c4 Se7 7.Sc3 0-0 8.Ld3

128 Kapitel 12 6.c4 Se7 7.Sc3 0-0 8.Le2

133 Kapitel 13 6.c4 Se7 7.Sc3 0-0 8.c5

135 Kapitel 14 6.c4 Se7 7.Sc3 0-0 8.Lf4

138 Kapitel 15 6.Ld3 und andere 6. Züge von Weiß

143Teil III -3.Sc3

143 Kapitel 16 Weiß spielt 3.Sc3

168 Verzeichnis der Hauptpartien

169 Spielerverzeichnis

172 Variantenindex

174 Quellenverzeichnis

Sizilianisch -

* aggressiv von Anfang an, mit Druck auf d4 und indirekt auch auf f2

* bei unüblichen Stellungsmustern, z.B. häufig mit ...Sge7 nebst ...f5

* in einer unerforschten, der Kreativität viel Raum bietenden Spielweise.

Louis Paulsen (im 19. Jahrhundert), Michael Basman (in den Siebziger Jahren) und der kroatische IM Srdjan Säle (seit 1992) sind die Pioniere dieser Variante, die noch als "unorthodox" gilt und erst mit diesem Buch auf ein theoretisches Fundament gestellt wird. Für den Leser ergeben sich folgende Chancen:

* das System ist vergleichsweise schnell zu erlernen

* man hat einen riesigen Wissensvorsprung gegenüber den Gegnern am Brett

* der Aufwand für die theoretische Vorbereitung ist im Vergleich zu sizilianischen Hauptsystemen sehr gering

* es bietet ohne übertriebenes Risiko reichlich Gegenchancen und Gewinnpotential.

Dies ist - nach der Tschigorin-Verteidigung (2001) und dem Colle-Koltanowski-System (2003) - das dritte Buch von IM Valeri Bronznik im Schachverlag Kania.

Wie in jenen gut aufgenommenen Werken überzeugt er auch hier mit detaillierten Analysen samt vielen theoretischen Verbesserungen, gepaart mit einer allgemeinverständlichen Darlegung und guter Didaktik.

Schachmarkt 03/2004

Nein, nein, lassen Sie sich durch den einprägsamen Titel nicht täuschen: für Müßiggang gibt es in der Sizilianischen Verteidigung kaum noch Raum. Der Autor meint damit vielmehr, dass die in Rede stehende Variante bisher in der Praxis nur selten gespielt wurde (wenn sie auch schon im 19. Jahrhundert von dem berühmten Louis Paulsen angewandt worden ist), dass demzufolge wenig theoretisches Wissen darüber existiert, und dass sie in den Grundzügen relativ leicht zu erlernen sei, um einen nicht präparierten Weißspieler damit gehörig zu überraschen. Der englische IM Michal Basman (in den 1970er-Jahren) und der kroatische IM Srdjan Sale (von 1992 bis 1999) können als die Pioniere des Zuges 4... Lc5 gelten, waren sie doch die ersten, welche das System in ihr reguläres Eröffnungssystem aufgenommen haben. Es entstehen hier oft ungewöhnliche Stellungsbilder, wobei Schwarz u.a. den Plan des Druckes auf den Punkt f2 verfolgt (durch den Lc5 und späteres ...Sge7, ...0-0.....f5 und f:e4). Eine Synopse aller typischen Pläne aus weißer und schwarzer Sicht gibt der Verfasser auf den Seiten 12-22. Bronznik teilt seinen Stoff in drei Hauptabschnitte mit insgesamt 16 Kapiteln ein. Die Theorie bringt er in 24 Hauptpartien unter, wobei er didaktisch geschickt zwischen konkreten Analysen und erläuternden Kommentaren wechselt. Zudem gibt er an Ende jeden Kapitels ein zusammenfassendes Fazit des jeweiligen Abspiels.

Teil I: Systeme ohne 5.Sc3 (weniger gebräuchlich):

1) 1.e4 c5 2.Sf3 e6 3.d4 c:d4 4.S:d4 Lc5 5.Sc3 hier geht es mit 5...Db6 und nun 6.Sa4 bzw. 6. Le3 weiter, wobei sich der Eröffnungskampf entweder mehr positioneil um das "schwarze Loch" auf d6 dreht oder aber um das weiße Bauernopfer auf e3, woraus sehr scharfe Abspiele resultieren können (S. 23-44).

2) Der Zug 5. Sb5 führt nach 5...Db6 6.Le3 fe3: De3: 8.Le2 Sa6! zu einem für beide Seiten hochriskanten Spiel (S. 45-50).

3) Nach 5.Le3 Db6 hat Weiß die Wahl zwischen 6.Sd2, Sa3!? c3!? und 6.Sc3 (S.51-57).

Teil II; System mit 3.Sb3 (die gebräuchlichsten Varianten):

4) 5.Sb3 Lb6 6.Sc3 Se7 7.Ld3: - hier folgt meist 7...0-0 8.0-0 f5/8...Sc6 oder 7...0-0 8.0-0 f5/8...Sc6 oder 7...0-0 8.De2 Sc6 oder gar das aggressive 8.Dh5 (S. 58-80).

5) Bei 7.Le2 empfiehlt sich nach 7... 0-0 8.0-0 für Schwarz nicht 8...Sc6 9. Lf4 f5?l wegen 10.Ld6!, sondern das sofortige 8...f5!? und 9... d5!? (S. 81-88)

6) Auf 7.Lc4 folgt 7...0-0 8.Lf4 9.Ld6 f:e4 10.S:e4 Sf5! 11.0-0 S:d6 12.S:d6 De7!(S. 89-95)

7) 7.Lf4 mit der positionellen Drohung Ld6 wird mit 7...d5! gekontert, wobei Schwarz den nach 8.e:d5 e:d5 entstehenden Isolani d5 nicht zu fürchten braucht (S. 96-101).

8) Das Fianchetto 7.g3 kann Schwarz außer mit ...f5 alternativ mit 7....d5 8. e:d5 e:d5 e:d5 9.Lg2 d4 beantworten (S. 102-108).

9) Auf das aggressive 7.Dh5!? 0-0 8. Lg5 kann Schwarz 8...Sbc6 seine Entwicklung fortsetzen und den Gegenstoß ...f5 einstweilen noch zurückhalten (S. 109-116)

10) Das Abspiel 7.Lg5 0-0 führt nach 8.e5/8.Dd6/8.Dd2 f5 zu kompliziertem Kampf (S. 117-120).

11) Eine wichtige Alternative zu 6. Sc3 bildet der weiße Zug 6.c4 was den Punkt d5 nochmals unter Kontrolle nimmt und auch c5 droht, um den schwarzen Läufer von der schönen Diagonalen a7-g1 zu verdrängen. Es folgt 6..Se7 7.Sc3 0-0 und jetzt z.B. 8.Ld3 mit weiterem 8...Sc6 9-0-0 f5 10.c5 Lc7 11.Lb5/11.f4 oder gleich 10.e:f5 S:f5 mit zweischneidigem Kampfverlauf (S. 121-127).

12) Auf 8.Le2 folgt sogleich 8...f5 9.c5 Lc7 mit späterem ...b6 und ...Lb7 oder auch ...d5 (S. 128-132).

13) 8. c5 erscheint für Schwarz ungefährlich wegen 8...Lc7 9.Sb5 b6 und dann wieder ...f5 (S. 133 f)

14) Positionen stark sieht wieder einmal 8.Lf4 aus, Schwarz kann jedoch mittels 8...Sbc6 9.Ld6 Lc7 durch genaues und aktives Spiel Gegenchancen erlangen, oder aber mit dem Bauernopfer 8...d5!? die Schwäche des unrochierten weißen Monarchen anvisieren (S. 135-137).

15) Weiß kann auch auf 6.Sc3 bzw. 6.c4 verzichten und zunächst 6.Ld3 6.Le2 oder 6.Lf4 spielen, was jedoch meist nur Zugumstellung bedeutet (S. 138-142).

Teil III/Kapitel 16: Wenn Weiß nach 1. e4 c5 2.Sf3 e6 das trickreiche 3.Sc3 spielt und Schwarz nicht Basman-Sale-artig fortsetzen kann, aber auch keinen "normalen" Sizilianer wünscht, was macht er dann? Hier empfiehlt Bronzik den Zug 3...a6!?, worauf es mit 4.d4 b5!? oder mit 4.g3 b5 5.Lg2 Lb7 6.De2 Sc6 7.0-0 d6 oder hier 7. 0-0 b4 bzw. 6.d3 d6 7.0-0 Sf6 bzw. 6. d4 b4! weitergehen kann, jeweils mit unorthodoxen Stellungsbildern im dynamischen Gleichgewicht. (S. 143-167). Im "Müßiggang" kann Schwarz die Sache also nicht angehen, wohl aber bietet ihm die selten gespielte Basman-Sale-Variante genügend Raum für kreatives Spiel, durch Bronzniks Buch nunmehr auch eine solide theoretische Grundlage, und oft auch noch den Vorteil des Uberraschungseffektes. Mit dessen Hilfe hat IM Sale sicher auch die namhaften GM Peter Leko 1993 und Semen Dwoirys 1995 besiegt! (Einleitung S. 5).

Noch ein Wort zur äußeren Aufmachung des Buches: dieses muss mit Festeinband, Fadenheftung und 1A-Layout schlichtweg vorbildlich genannt werden.

Dr. W. Schweizer, Rochade Europa 09/2004

Nach bereits zwei erfolgreichen Büchern über Systeme, die nicht gerade zum theoretischen "Mainstream" zählen (Tschigorin und Colle) hat sich Bronznik nun eine besondere Rarität ausgesucht. Man kann wohl sagen, dass über die Variante mit diesem Buch erst wirklich Theorie geschaffen wird. Die Feststellung im entsprechend kurzen Quellenverzeichnis: "Das Nachschlagen in den üblichen Enzyklopädien und Sammelbänden erwies sich als fruchtlos" kann man voll und ganz unterschreiben. ECO B (4) bringt z.B. die Variante 5.Sb3 Lb6 6.Sc3 Se7 mit nur wenig Verzweigungen als "+=" - allein diese Stellung mit den diversen 7. Zügen für Weiß nimmt bei Bronznik über 40 Seiten ein.

Da es über die Variante also nicht im Entferntesten etwas Vergleichbares gibt, ist das Allermeiste Eigen- und Erstanalyse des Autors, mit vielen ungeprüften Empfehlungen in zumeist komplizierten Stellungen. Was davon sich im Praxistest bewährt und was nicht, muss natürlich erst abgewartet werden. Da Bronznik jedoch mit seinen ersten Büchern überzeugt hat und das jetzige sich in der Art der Darstellung absolut an diese Vorgänger anlehnt, besteht guter Grund zu der Annahme, dass es erneut Qualitätsarbeit ist. Es geht gründlich ins Detail, aber das Verhältnis zwischen Varianten und Erläuterung ist trotzdem gut ausgewogen (dazu kommt noch eine Einführung über beidseitige Ideen und Pläne), und auch wenn der Autor natürlich mit Schwarz sympathisiert, wirkt die Darstellung insgesamt objektiv. Nicht vergessen wurden auch Feinheiten wie z.B. dass Weiß mit der kleinen Zugumstellung 3.Sc3 und falls 3.-Sc6 4.d4 versuchen kann, die ganze Variante aus den Angeln zu heben; dazu ist auf über 20 Seiten eine eigenständige Behandlung erläutert.

Das Buch also scheint mir empfehlenswert - aber was kann man nun in schachlicher Hinsicht von der Variante erwarten? Wer sich darauf einlassen will, darf natürlich erst einmal mit Überraschungseffekt und Wissensvorsprung rechnen. Zudem sind relativ wenig Abweichungen (für sizilianische Verhältnisse!) zu lernen, eigentlich nur die im 2. und 3. Zug, die man für jeden Sizilianer braucht; sobald Weiß mit 3.d4 "offen" spielt, ist man schon drin (so ist auch der Titel "...für Müßiggänger" gemeint). So weit, so gut, aber andererseits sollte man die Durchschlagskraft der Variante auch nicht überschätzen. Hie und da muss Schwarz zufrieden sein, ein eher trockenes Endspiel zu spielen, und mit 5. Sc3 Db6 6.Sa4 Da5+ 7.Sc3 kann Weiß sogar laut Bronznik die Zugwiederholung 7.-Db6 schon fast erzwingen (d.h. Schwarz kann zwar abweichen, aber nur mit einer objektiv eher fragwürdigen Stellung). Ob sich Basman-Sale also als "Killerwaffe" erweisen kann, sei dahin gestellt - mir scheint es eher geeignet, um einen offenen Kampf auf einem Terrain zu füh­ren, das man besser kennt, wobei man aber nicht unbedingt dem Remis aus dem Weg gehen will (also vielleicht eher gegen gleichstarke und auch stär­kere Gegner empfehlenswert).

FM Gerd Treppner - Rochade 7/2004

Ein Computer-Check vergällte einst dem Namensgeber einer sizilianischen Nebenvariante seine Zugfolge. Srdjan Sale spielte die Zugfolge 1. e4 c5 2. Sf3 e6 3. d4 cxd4 4. Sxd4 Lc5 in den 90er Jahren auch gegen gute Spieler mit Erfolg (z. B. den jun­gen Peter Leko 1993 oder Semen Dwoiris 1995). Im NIC YB Nr. 45 veröffentlichte der Kroate 1997 seine Bilanz und verwies auf den in Eröffnungsfragen als exzentrisch geltenden Engländer Michael Basman, der sich schon in den 1970er Jahren damit versuchte. Aber diese Spielwei­se hat ganz frü­he Wurzeln: Louis Paulsen konfrontierte so z. B. dreimal Paul Morphy im Jahre 1857 und davor tat dies Howard Staunton einmal beim Londoner Turnier von 1851 ge­gen Adolf Anderssen!

Doch Sale kam Ende des 20. Jahrhunderts in der "Zuhause-Meisterschaft" mit Fritz 5 nach 1. e4 c5 2. Sf3 e6 3. d4 cxd4 4. Sxd4 Lc5 5. Sb3 Lb6 6. Sc3 Se7 7. Lc4 0-0 8. Lf4 f5 9. Ld6 fxe4 10. Sxe4 ins Grübeln und wen­dete sich ab. Allerdings entdeckte IM Ashot Nadanjan, der sich schon mit frühem Sa4 in der Grünfeld-Indischen Verteidigung einen Namen als Eröffnungsinnovator machte, bald einen Ausweg mittels 10. ...Sf5!! 11. Lxf8 Dxf8. Damit verblüffte und besiegte der Ar­menier u. a. Viorel Bologan beim Moskauer Areoflot-Open 2002! Sale zeigte in NIC YB Nr. 73 im Jahr 2004 ebenfalls auf, dass aus­reichend Kompensation vorhanden ist, und die neue Megabase 2006 von Chessbase enthält bei über 3,2 Millionen Partien kein Beispiel, in dem Weiß auf f8 die Qualität nahm! Als Experte preist Sale das Buch von IM Valeri Bronznik wegen seiner Systematik und der ausgewogenen Balance zwischen Erklärun­gen und Abspielen (die Handschrift von Verleger FM Harald Keilhack als Lektor ist erkennbar, diesmal im Duo mit IM Dieter Mohrlok). Viele eigenständige Analy­sen und abwägende Fazits zu jedem Abspiel sowie ein vorzüglicher Index werden unter dem pfiffigen Titel "Sizilianisch für Müßig­gänger" geboten. Der in Stuttgart lebenden Ukrainer beschränkt sich auf 24 vollständige Partien, doch er versorgt den Leser üppig mit unerprobten Anregungen, die hierzulande insbesondere IM Christoph Wisnewski in der letzten Bundesliga-Saison aufgriff. Auch Sale kehrte im vergangenen Jahr zu seiner Überraschungswaffe zurück. Seine beiden Schwarz-Partien beim Open in Dubai deuten auf zwei Trends: Einerseits konnte selbst das Kompendium von Bronznik nicht alles erfas­sen, wie sich gegen Ishaq Ahmed (Elo 2079) aus den Vereinigten Arabischen Emiraten zeigte nach 1. e4 c5 2. Sf3 e6 3. d4 cxd4 4. Sxd4 Lc5 5. Sb3 Lb6 6. c4 Se7 7. Sc3 0-0 8. Ld3 f5 9.0-0 Sbc6 10. De2 Ein neuer Zug. Bronznik betrachtet primär 10. exf5 Sxf5 11. Lf4 d5 12. c5 Lc7 13. Lxc7 Dxc7 14. Lxf5 Txf5 15. Sb5 Df4 16. g3 Tg5 mit beiderseiti­gen Chancen oder 10. c5 Lc7 11. Sb5 Lb8 12. Sd6 f4 13. Sd2 Sg6 14. Sf3 Lxd6 15. cxd6 Sge5 16. Le2 b6 mit gutem schwarzem Gegenspiel. 10. ...f4 11. c5 Le7 12. f3 b6 13. Kh1 De8 14. Ld2 Dh5 15. Sb5 Le5 16. cxb6 axb6 17. Lc3 Lxc3 18. bxc3 Se5 19. Sc7 Ta4 20. La6 Lxa6 21. Sxa6 Sc4 und aktivem Spiel von Schwarz, obwohl es nach 53 Zügen ein Remis gab. Andererseits lassen sich selbst Elo-Schwergewichte nicht gerne auf Neuland stoßen, was die handzahme Re­aktion des aserbaidschanischen GM Gadir Guseinov (2585) kennzeichnete nach 1. e4 c5 2. Sf3 e6 3. d4 cxd4 4. Sxd4 Lc5 5. Le3 Nicht die prinzipiellste Antwort mit Sb3, wonach Schwarz in ein artverwandtes, solides System mit 4... Db6 einlenken kann, welches in den 90er Jahren populär wurde. 5. ...Db6 6. Sc3 Sc6 7. Scb5 Sxd4 8. Lxd4 Lxd4 9. Dxd4 Dxd4 10. Sxd4 a6 11.0-0-0 d6 12. Le2 Sf6 13.f3 Ke714. Sb3 Ld7 15. Sa5 Lb5 16. The1 Thb8 17. Td4 Le8 18. Sc4 Td8 19. Sb6 Tab8 20. Ted1 Lc6 21. Tb4 g5 22. a4 a5 23. Tbd4 d5, und Schwarz hatte mühelos ausgeglichen (Remis nach 72 Zügen).

Bronznik leistete eine erste, anregende Bilanz im "Urwald der Nebenvariante". Jedes Abspiel ist auf den Prüfstand zu stellen, aber dies wird dem Müßiggänger in seiner Nische gewiss gefallen. Beginnen könnte man beispielsweise mit 1. e4 c5 2. Sf3 e6 3. d4 cxd4 4. Sxd4 Lc5 5. Sb3 Lb6 6. Sc3 Se7 7. Dh5 0-0 8. Lg5 f5 9. 0-0-0 h6 10. Lf4! Die Wahl von Fritz 9 im Blitz: Bronznik be­trachtet 10. h4, 10. Lh4 und 10. Lc4. 10. ...Sbc6 11. Ld6 Lc7 12. g4! Lxd6 13. Txd6 Dc7 14. Sb5 Db8 15. Td2 fxe4 16. Sd6 und die Leiden mit der Figur auf d6 muss man als Nachziehender in dieser Vari­ante öfter aushalten! Improvisationskunst ist ständig gefragt, aber auch dies macht den Reiz des königlichen Spiels aus, oder?

Harald Fietz,

Schach Magazin 64 2006/3

Sizilianisch für Müßiggänger

EUR

17.5