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Art.-Nr.: LMHICDMDB

Die Macht der Bauern

183 Seiten, kartoniert, Schachreisen, 2. Auflage 2018.

22,90 €
inkl. 7% MwSt., zzgl. Versandkosten

Das Zusammenspiel von Bauern und Figuren stellt für jeden Schachspieler eine Herausforderung dar. Vieles hängt von der kleinsten Einheit im Schach ab.

Im Vordergrund stehen wichtige Fragen:

  • Welche Struktur ist anzustreben?
  • Was sind besondere Merkmale der Stellung und welches ist der richtige Plan?
  • Wie können die Figuren wirkungsvoll in Szene gesetzt werden?

In "Die Macht der Bauern" erläutern die Autoren anhand praktischer Beispiele typische Strukturen und Strategien. Im einleitenden Abschnitt untersuchen sie die jeweiligen Auswirkungen der Bauernstellung auf die einzelnen Figuren. Der zweite Teil des Buches beschäftigt sich eingehend mit den wichtigsten Bauern­konstellationen. Dabei wird großer Wert gelegt auf die verständliche Darstellung von Stellungsmerkmalen und beiderseitigen Plänen.

Das Studium der ausführlich kommentierten, mit zahlreichen praktischen Tipps versehenen Großmeisterpartien erhöht das Schachverständnis und verhilft dem Leser zu besseren Ergebnissen in der eigenen Praxis.

Das Buch richtet sich an Vereinsspieler mit DWZ/Elo von 1300 bis 2200.

Die Autoren

GM Jörg Hickl , Internationaler Großmeister seit 1988, spielte nahezu einhundert Mal für die deutsche Nationalmannschaft. Neben diversen Deutschen Mannschafts­meistertiteln gewann er 1998 die Deutsche Einzelmeisterschaft. In den letzten Jahren widmet er sich verstärkt der Durchführung von Schachreisen und dem Training von Vereinsspielern.

IM Dr. Erik Zude , Internationaler Meister seit 2006, gewann 1989 die hessische Einzelmeisterschaft sowie zahlreiche Einzel- und Mannschaftstitel auf Landesebene. Er spielt für den SV Hofheim in der Bundesliga.

Uwe Schupp war Mitglied des von GM Ludek Pachmann gegründeten Schach-Leistungszentrums in Altensteig/Schwarzwald und wurde u. a. mehrmaliger deutscher Schulschachmannschafts-meister. Er arbeitet als Finanzanalyst in einer deutschen Großbank in Frankfurt.

Einführung

Der Wunsch eines jeden Vereinsspielers ist das Erreichen einer akzeptablen Spielstärke bei zeitlich überschaubarem Arbeitsaufwand. Hier setzt das vorliegende Buch "Die Macht der Bauern" an. Der Überblick grundlegender Bauernstrukturen, zusammen mit vielen praktischen Hinweisen, hilft das schachliche Verständnis tiefgreifend zu verbessern.

Schachspieler benötigen ein breites Wissen. Eine Partie verläuft selten wie geplant - neue, oftmals unbekannte Stellungen entstehen urplötzlich und erfordern eine große Flexibilität. Es gilt, Erfahrungswerte in ein möglichst genaues Stellungsurteil umzuwan­deln. Tiefgreifende Kenntnisse sind natürlich von Vorteil, aber oftmals nicht erforderlich. Dieses Buch soll dazu beitragen, den Vereinsspieler zu einem "Allrounder" zu machen, der sich in jeder Situation zurechtfindet. Wichtig ist es, die Stärken und Schwächen einer Bauernstruktur zu erkennen, um in der Praxis ihre Vorteile zur Geltung bringen zu können. Dabei wird Ihnen das Studium dieses Bandes helfen.

Mitte der 90er Jahre, als ich neben dem Spitzensport weitere Schwerpunkte meiner schachlichen Tätigkeit auf die Veranstaltung von Schachreisen und Schachtraining legte, waren mir die Bedürfnisse der Mehrzahl der Vereinsspieler fremd. Zu sehr unter­scheiden sich die Anforderungen des Spitzenschachs von denen des gelegentlichen Turnierspielers. In mehr als zehn Jahren intensiver Arbeit und Kommunikation mit den Teilnehmern meiner Reisen tauchten immer wieder dieselben Fragen zu Strukturen und Stellungseinschätzung auf. Mir wurde bewusst, dass Vereinsspieler eine ähnliche Herangehensweise und mit ähnlichen Problemen zu kämpfen haben.

Diese Überlegungen führten unter anderem zu folgenden Fragen: "Kann ich an dieser Situation etwas verbessern? Wo kann meine Erfahrung helfen, Schachspielern das Lernen zu erleichtern? Und wie können sie Fortschritte erzielen?"

Während meines Trainings wurde ich immer wieder auf Schwierigkeiten der Teil­nehmer im Umgang mit Bauernstrukturen und der damit verbundenen Stellungs­einschätzung aufmerksam. "Bauern sind die Seele des Spiels" - dies erkannte bereits Francois Andre Danican Philidor, der weitbeste Spieler des 18. Jahrhunderts. Ihrer besonderen Gangart kommt dabei entscheidende Bedeutung zu: Als einziger Stein können sie nicht rückwärts ziehen. Ein leichtfertiger Bauernzug kann bedeutende Konsequenzen nach sich ziehen, zu sehen an Themen wie guter/schlechter Läufer, offene Linie oder ewige Figur.

Um diese besonderen Auswirkungen auf die Figuren klarer herauszustellen, wurde Leichtfiguren und Türmen der einleitende Teil des Buches gewidmet. Die sich sowohl geradlinig wie diagonal bewegenden Figuren König und Dame weisen eine weitaus geringere Strukturabhängigkeit auf und erfahren deshalb keine separate Beachtung. "Typische" Bauernstrukturen gibt es viele - zu viele. Auch für erfahrene Großmeister bedeutet deren Studium ein lebenslanges Lernen. Eine erschöpfende Behandlung kann ein einzelnes Buch nicht liefern und würde zudem den Lernenden überfordern. Der Hauptteil beschränkt sich deshalb auf die am häufigsten anzutref­fenden und grundlegenden Strukturen von "Hängende Bauern" über "Isolani" bis hin zu "Felderschwächen".

Das Arbeiten mit diesem Buch

Es reicht nicht aus, Schachbücher zu lesen. Ihre Inhalte müssen intensiv studiert und durchgearbeitet werden, um das Verständnis dauerhaft zu festigen. Dies erfordert eine gewisse Eigeninitiative und leider auch einen nicht unerheblichen Zeitaufwand. Nur so jedoch prägt sich das Gelernte ein und kann auch zu einem späteren Zettpunkt problemlos abgerufen werden, um in eigenen Partien Anwendung zu finden.

Jede im zweiten Teil behandelte Struktur wird zunächst allgemein anhand eines Diagramms erläutert. Um ihre Besonderheiten hervorzuheben, wurde dabei auf Figuren verzichtet - unter Umständen hat jedoch noch kein einziger Stein das Brett verlassen. Alle Strukturen kommen selbstverständlich auch mit vertauschten Farben vor.

Arbeiten Sie grundsätzlich mit einem Schachbrett in Turniergröße! Schachspieler sind durch die Praxis sehr stark auf dreidimensionales Denken geprägt und errei­chen am Brett wesentlich bessere Ergebnisse als in der Zusammenarbeit mit einem Schachprogramm und dem Computermonitor.

Wichtige Stellungen werden durch Diagramme hervorgehoben und mit einer Aufgabe versehen. Die Lösung wird Ihnen leichter fallen, wenn Sie dabei folgende Fragen beantworten:

  • Welche besonderen Merkmale weist die Stellung auf? Achten Sie auf Unterschiedliche Bauernmajoritäten, Königssicherheit und wichtige, die Leichtfiguren betreffende Besonderheiten, wie zum Beispiel guter/schlechter Läufer oder ewige Figurenfelder.
  • Wo spiele ich? Damen-, Königsflügel oder Zentrum?
  • Gelten für verschiedene Partiephasen unterschiedliche Einschätzungen? Ist eine Bauemschwäche in Eröffnung oder Mittelspiel zu vernachlässigen, die im Endspiel einen schwerwiegenden Defekt bildet?
  • Wo sind Bauernhebel? Gibt es die Möglichkeit, die Struktur zu ändern? Kann ich mit dem Vorgehen meines eigenen Bauern eine Linie öffnen oder eine Schwäche schaffen?

Und vergessen Sie nie einen ganz wichtigen Punkt:

  • Was hat der Gegner vor? Können Sie diese Frage beantworten, dann sind Sie ihr einen Schritt voraus!

"Die Macht der Bauern" bietet aber nicht nur einen Überblick verschiedener Struk­turen. An vielen Stellen finden sich in kursiver Schrift praktische Hinweise, z. B. zum Verhalten in Zeitnot, Finden von Kandidatenzügen und klassischen Spielerfehlern. Das selbstständige Studium der am Ende jedes Kapitels aufgelisteten Modellpartien rundet die jeweilige Thematik ab und vertieft die erworbenen Kenntnisse. Alle im Buch aufgeführten Partien stehen im Internet unter der Adresse www.ioerq-hickl.de kostenlos zum Download in elektronischer Form zur Verfügung.

Mein großer Dank gilt meinem Co-Autor ErikZude für die hervorragende Zusammen­arbeit sowie Uwe Schupp für die redaktionelle Überarbeitung des Buches. Besonders hervorheben möchte ich auch die Teilnehmer der Schachreisen, deren konstruktive Fragen und Anregungen letztlich den Anstoß zu diesem Buch gaben.

Jörg Hickl

Details
Sprache Deutsch
Autor Hickl, Jörg
Schupp, Uwe
Zude, Erik
Verlag Schachreisen
Auflage 2.
Medium Buch
Gewicht 370 g
Breite 16,5 cm
Höhe 24 cm
Seiten 183
ISBN-13 9783000251900
Erscheinungsjahr 2018
Einband kartoniert
Inhalte

007 Einführung

011 Teil 1: Figuren und Bauern

012 Kapitel 1: Läufer

021 Kapitel 2: Springer

032 Kapitel 3: Turm

045 Teil 2: Grundlegende Bauernstrukturen

046 Kapitel 4: Hängende Bauern

057 Kapitel 5: Isolani

082 Kapitel 6: Rückständiger Bauer

101 Kapitel 7: Freibauer

118 Kapitel 8: Doppelbauer

137 Kapitel 9: Felderschwächen

158 Kapitel 10: Bauernketten

179 Anhang

179 Zeichenerklärung

180 Spielerverzeichnis

181 Eröffnungsverzeichnis

182 Literaturverzeichnis

Kein seelenloses Lehrbuch

Die Macht der Bauern ist ein Lehrbuch über Schachstrategie und baut dabei auf den Bauern­strukturen auf. Die fachliche Kom­petenz eines Jörg Hickl steht na­türlich außer Frage, und daher war meine Aufgabe in erster Li­nie, mir ein Bild von der Umset­zung der Lehr- und Lerninhalte zu machen.

Das Buch ist in zwei Teilen und zehn Kapiteln aufgebaut (Teil 1: Kapitel 1 bis 3; Teil 2: Kapitel 4 bis 10). Im ersten Teil ("Figuren und Bauern") wird erklärt, auf welche Weise die Effektivität welcher Fi­guren durch die diversen Bauern­formationen bestimmt wird, wäh­rend im zweiten Teil diverse typische Bauernstrukturen (zum Bei­spiel Isolani, Doppelbauern etc.) besprochen werden.

Um ein guter Schachspieler zu sein, muss man nicht unbedingt etwas von Kommunikation verste­hen. Jörg Hickl ist ein Glücksfall für den Leser, denn er versteht eine Menge von beidem. Das Ergebnis ist ein hervorragendes Lehrbuch, in dem nicht seelenlos doziert, son­dern der Leser von Anfang an ein­gebunden wird.

In jedem Kapitel wird zunächst die Thematik ausführlich anhand von praktischen Partien erklärt, aber schon hier werden dem Le­ser immer wieder Aufgaben ge­stellt. Am Kapitelende folgen dann weitere separate Übungsaufga­ben, und es werden Modellpartien genannt, die von Hickls Website heruntergeladen werden können. In der Einführung schreibt Hickl u. a., man solle mit einem Schach­brett in Turniergröße arbeiten (und nicht über den Computer­bildschirm), aber das Buch ist mit seinen zahlreichen Diagrammen sehr leserfreundlich aufgebaut, so dass man auch ohne weitere Hilfs­mittel davon profitieren kann (aber denken Sie daran: Seien Sie nicht so faul wie ich, sondern nehmen Sie ein Schachbrett!).

Einige der erklärten Motive sind sehr elementar, andere um eini­ges anspruchsvoller. Manche der gestellten Aufgaben haben es durchaus in sich. Ich habe selber versucht, einige der Aufgaben zu lösen. Das hat meistens auch ganz gut funktioniert, aber in Partie 64 auf Seite 173 lag ich falsch. Als mir erklärt wurde, dass auch Peter Leko hier falsch lag, war ich wieder beruhigt. Ich kann mir vorstellen, dass zumindest die untere Hälfte der ausdrücklich genannten Zielgruppe von 1300 bis 2200 DWZ/Elo an manchen Aufgaben ganz schön zu knabbern haben wird.

Jörg Hickl versteht es, angenehm und unterhaltsam zu schreiben, auch seine Tipps sind praxisnah und hilfreich. Allein der Hinweis, nie in ein Bauernendspiel überzu­gehen, es sei denn, man wisse ganz genau, was man tut, könnte viele verlorene Partien vermeiden helfen. Wir haben ein erstklassi­ges Lehrbuch vor uns, in dem viel mehr als bloß Bauernstrukturen und ihre unmittelbaren Konse­quenzen vermittelt wird. Abschlie­ßend meine Entschuldigung an die Co-Autoren Erik Zude und Uwe Schupp, dass ich der Einfachheit halber immer nur von Jörg Hickl gesprochen habe. Der Wert ihrer Beiträge zum Buch soll dadurch nicht geschmälert werden.

Mit freundlicher Genehmgung

Klaus Kögler, Kaissiber 34

**********

GM Jörg Hickl, IM Dr. Erik Zude und Uwe Schupp, gleich drei Namen auf einem Cover für ein Lehr­buch, das deu­tet auf ein Cha­os an Meinun­gen und Varian­ten hin, nach welchen uns Vereinsspielern der Kopf rauchen wird. Weit gefehlt, lie­ber Leser! Als Kopf des Teams hat sich der ehemalige Deutsche Meister Hickl in seinem Erstlingswerk ganz bewusst für ein Buch entschieden, welches nicht der Weisheit letzter Schluss sondern eine Stütze für je­den ambitionierten Amateur im Um­gang mit seinen Bauern sein soll.

Die nötigen Erfahrungen im Um­gang mit Amateurspielern sammelte Jörg Hickl in den zehn Jahren, die er nunmehr schon Schachreisen orga­nisiert und selbst leitet. Statt sich von den ewig gleichen Fragen der Nicht-Meister nerven zu lassen, hör­te er zu, lernte und schaffte es tat­sächlich, sich in sie hineinzuverset­zen. Besonders fiel ihm dabei auf, dass allgemein das Verständnis für den Umgang mit Bauernstrukturen und das Wissen, wie man Stellungen richtig bewertet, fehlt.

Auf kompakten 183 Seiten und in 65 kompletten Partien auch aus der ei­genen Praxis wird zunächst darauf eingegangen, wie Läufer, Springer und Türme von der Struktur der Bauern beeinflusst werden. Im zwei­ten Teil erklären die Autoren die gängigsten Bauernstrukturen und wie man mit Ihnen umgeht oder ge­gen sie spielt. Das ist natürlich nichts Neues, doch die Tatsache, dass mehr mit Worten und weniger mit unendlichen Variantenbäumen gelehrt wird, macht das Lesen und Lernen gleich von Beginn an zu ei­nem regelrechten Vergnügen.

Sehr sympathisch ist, dass sich der Großmeister nicht scheut, auch selbst erzeugte Fehler zu präsentie­ren. Aussagen wie "Gier, Euphorie, Leichtsinn oder Zeitnot - die Lehrer sind nicht immer die besten Schü­ler" oder "Diesen Vorstoß, der die ganze Zeit nicht möglich war, hatte ich nicht ausreichend gewürdigt! Die typische Ausrede eines Schach­spielers, oder? In Wahrheit habe ich ihn gar nicht gesehen!" vermitteln das Gefühl, nicht vom hohen GM-Ross sondern auf Augenhöhe mit Wissen, Ratschlägen und Erfahrun­gen bedient zu werden. Statt den Le­ser mit geballtem Know-how zu überfordern, richtet sich das Buch an Spieler mit einer Spielstärke von DWZ 1300 bis 2200. Prädikat: Wertvoll!

Mit freundlicher Genehmigung

Mike Rosa, Chess Tigers, Rochade Europa 7/2009

********** Das Buch wendet sich, wie der Untertitel besagt, an Vereinsspieler. Als Veranstalter der Schachreisen-Seminare ist Hickl mit den Bedürfnis­sen seiner Klientel vertraut. Um es vorwegzuneh­men: das Buch ist solide und seriös gemacht, emp­fehlenswert im DWZ-Bereich 1500-1900, ohne je­doch einzigartig oder innovativ zu sein. Besonders der Gambit-Verlag veröffentlichte in den letzten Jah­ren diverse vergleichbare Werke, die meisten davon sind auch auf Deutsch erschienen, auf eines (Marovic: Geheimnisse der Bauernführung) nimmt Hickl auch Bezug.

Einen breiten Raum nimmt der notorische ,,Isolani" sowie seine Verwandten, die Hängebauern c4/d4 bzw. c5/d5 sowie der rückständige Bauer d4/c3 bzw. d5/c6 ein. Zu diesem Themenkreis ist wahrlich schon viel geschrieben worden, am tiefgründigsten wohl von Baburin (Winning Pawn Structures, Batsford 1998; nicht in Hickls Literaturliste). Weitere The­menkreise sind der Freibauer auf der d-Linie (wie häufig im Grünfeld-Inder), der Doppelbauer auf c3/c4 oder f7/f6 sowie das damit zusammenhängen­de Thema "Felderschwächen". Vorgestellt bzw. skizziert werden auch der Königsindische Stellungs­typ nach d4:e5 d6:e5 (Bc4/e4 gg. Bc6/e5; schwarzes Figurenfeld auf d4) oder die französischen Bauern­ketten nach e4-e5, und einige Stellungstypen mehr.

Die Darstellung ist stets ausgewogen, es werden Vor-und Nachteile sowie die Pläne für beide Seiten vor­gestellt. Als Material dienen diverse aus anderen Lehrbüchern bekannte Partien, aber auch Modernes bzw. aus der eigenen Praxis. Nachahmenswert auch für andere Autoren der Hinweis auf weitere instruk­tive Partien zum jeweiligen Themenkreis, die der Leser dann selbständig auf einer Datenbank durchse­hen kann, ohne dass sinnlos Papier bzw. Drucker­schwärze vergeudet wird.

In die Partiekommentierungen streut Hickl viele praktische Tips und auch Anekdoten ein, was manchmal etwas unvermittelt einherkommt. Anson­sten sind die Kommentare angemessen und klar, nur gelegentlich einmal wird es im Variantendschungel kompliziert.

Wer in der besagten Zielgruppe noch kein überquel­lendes Bücherregal besitzt, darf hier zuschlagen.

Mit freundlicher Genehmigung

Harald Keilhack, Schach 3/2009

**********

Schon seit Jahrhunderten forscht man über die "Kunst" und die "Geheimnisse" der Bauernführung, und entsprechend häu­fig tauchen diese Schlagworte in Buchtiteln auf. "Die Macht der Bauern" heißt ein neues Werk zu diesem Thema, welches ein Auto­rentrio mit GM Jörg Hickl, IM Erik Zude und Uwe Schupp im Eigenverlag vorlegt. Gibt es neue Erkenntnisse? Nein! Aber der Untertitel "Strukturen, Pläne und Ideen für Vereinsspie­ler" macht neugierig - und zwar zu Recht! Je­der Schachspieler weiß, dass die meisten Par­tien "aus dem Ruder laufen", weil es häufig reicht, dass an einer Stelle die Bewertung der Partieanlage falsch oder oberflächlich war. In der Regel werden Bauernstrukturen nicht op­timal eingesetzt oder das potentielle Zusam­menspiel zwischen Figuren und Bauern wird fehlinterpretiert. Die Auswirkungen von Bauerngerüsten auf Raum und Figurenaktionen sind Basiselemente der Plansuche - und ge­nau dafür gibt es keine Patentrezepte, sondern es bedarf jahrelanger Veranschaulichung, um Bewertungsraster zu verstehen.

Die Autoren fokussieren das Studienma­terial von 65 vollständigen Partien auf zwei Gebiete: Was ist mit Figuren (Läufer, Sprin­ger und Turm) möglich, die durch Bauernstrukturen eingeschränkt werden können (30 Seiten)? Und wie beeinflussen grundlegende Bauernstrukturen (hängende Bauern, Isolani, rückständige Bauern, Freibauer, Doppelbauer, Bauernketten) Planungsziele der verbliebenen Figuren (110 Seiten)? Daneben widmen sich 20 Seiten den Fragen von Felderschwächen rund um Bauernstrukturen! Jedes Kapitel wird durch Erklärung von Besonderheiten, Plänen für beide Seiten und Merksätze als Fa­zit eingeleitet. Klingt alles nicht so neuartig, aber gerade für Amateure bis Elo 2000 liefern Jörg Hickl und seine Koautoren aufgrund der Erfahrung aus vielen Trainingsseminaren et­was wirklich Wertvolles: die Reduzierung von Komplexität! Die Kernaussagen versinken nicht in einem Meer von Varianten, sondern es wird an den kritischen Stellen eingehakt - und zwar überwiegend mit Beschreibungen, die sich wie Protokolle der Denkprozesse le­sen. Hier auszugweise ein Stellungstyp, der tiefgründige Planung erfordert, weil der of­fensichtliche Plan nicht sofort erkennbar ist. Der junge Garry Kasparow traf 1980 mit ei­ner seinerzeit hohen Elo-Zahl von 2595 auf den heutigen Manager von Veselin Topalov, der damals 300 Wertungspunkte weniger aus­wies.

Analyseauszüge von Jörg Hickl, Erik Zude und Uwe Schupp

1. c4 g6 2. Sf3 Lg7 3. Sc3 d6 4. d4 Sf6 5. e4 0-0 6. Le2 e5 7. dxe5 dxe5 8. Dxd8 Txd8 9.Lg5 Sbd7 10.Sd5 c6 11. Se7+ Kf8 12.Sxc8 Tdxc8 13.0-0-0 Sc5 14. Lxf6 Lxf6 15. Ld3

1. Bewerten Sie den schwarzen Läufer!

2. Welchen Plan sollte der Nachziehende befolgen?

1) Ein Blick auf das bekannte Muster "Läufer f6 hinter dem eigenen, blo­ckierten Bauern e5" überzeugt uns so­fort davon, dass dies ein schlechter Läufer sein muss. Allerdings ist das nicht ganz richtig! Das Brett hat zwei Hälften. Der auf der rechten Seite schlechte Läufer ist auf der linken Seite gut. Zudem hat er keinen Widersacher, der ihm sofort eine Diagonale streitig machen könnte. Der Läufer wird stark (aber per Definition nicht zum guten Läufer!), sobald wir ihn auf den Da­menflügel überführen.

2) Aus dieser Idee ergibt sich sofort ein Plan: Der Bauer e5 wird anderweitig gedeckt. Dadurch strebt Schwarz Ma­növer wie Le7-c5 (b4) oder Ld8-b6 (a5) an. Damit Weiß dieses Vorhaben nicht mit a3 und b4 durchkreuzen kann, wird dem zunächst ein Riegel vorgeschoben und der Vorposten c5 gesichert.

15...a5 Beachten Sie bitte, dass in solchen Situationen ein Springer auf c5 nicht mit dem sofortigen a3 (was die Drohung b4 er­neuert) vertrieben werden kann! Schwarz antwortet a4 und b2-b4 ist kein Thema mehr. Die weiße Struktur verbleibt mit großen Felderschwächen. Erzwungen ist das behut­same Vorgehen, zuerst b3 mit der Idee, da­nach a3 und b4 folgen zu lassen. Schwarz gewinnt mit a5 also ein Tempo. 16. The1 Te8 17. Lf1 Ld8 18. g3 a4 19. Kc2 La5 20. Te3 Tad8 21. Txd8 Txd8 22. Lh3 Weiß ist hilf­los, und mit dem Textzug wartet er quasi dar­auf, dass Kasparow seine Überlegenheit zu einem Sieg umsetzt. Genau wie wir in ge­wonnener Stellung nicht den kürzesten oder gar schönsten Gewinnweg suchen sollten, sondern den einfachsten und sichersten, müssen wir in schwieriger oder hoffnungs­loser Situation nicht den längsten Weg zur Niederlage wählen, sondern den, der dem Gegner die größten praktischen Schwierig­keiten bereitet! Getreu dieser Devise war 22. Sxe5 vorzuziehen. Damit hätte Danailov seinem Gegner zumindest noch die Gelegen­heit gegeben, sich in den folgende Varianten zu verrechnen. Zugegeben, seine Erfolgsaus­sichten waren gering: 22. ...Td2+ 23.Kc1 Txf2 24. Tf3 Txh2 25. Txf7+ (25. Sxf7 Ke7) 25... .Kg8 26. Tf3 Th1 27. Kc2 Lc7 28. Sg4 Kg7 -+. 22. ...f6 23. Te2 Ke7 24. Lg2 Sd3 25. a3 Sc5 26. h4 h5 27. Te3 g5! Mit dem Vertreiben des Springers f3 bricht die weiße Stellung zusammen. 28. hxg5 fxg5 29. Te2 Sb3 30. Kb1 Kf6 0:1

Die Gefahren und Möglichkeiten von solchen scheinbar unspektakulären positi­onellen Stellungen auszuloten steht im ge­samten Buch im Vordergrund. Daneben gibt es wertvolle allgemeingültige Trainings­tipps (insbesondere durchweg Hinweise, wo Computerprogramme keine Orientierung geben!). Am Ende jedes Abschnitts wird auf weitere Modellpartien hingewiesen, die von der Webseite www.joerg-hickl.de/ herunter­ladbar sind. Die Mischung aus Klassikern und aktuellen Partien (bis 2008!) ist ausge­wogen; wer sich bei den Trainingsserien in SM64 gut aufgehoben fühlt, wird auch hier durch eine vergleichbare Dosierung schnell "verleitet", in die Themen einzusteigen oder Auffrischung zu betreiben - ein beispiel­haftes, kurzweiliges Lern- und Lese-Buch, ohne Anbiederung. Bravo!

Mit freundlicher Genehmigung

Harald Fietz, Schach Magazin 64 1/2009

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Seit Philidors Postulat, die Bauern seien die Seele vom Spiel, ist die Bedeutung der schwächsten Figur bekannt. Der französische Ausnahmespieler verstand bereits im 18. Jahrhundert, dass die Bauernstruktur maßgeblich das Spielgeschehen bestimmt und ein Verständnis davon unumgänglich für eine richtige Stellungsbeurteilung ist. Allerdings wird dieses Thema bislang meist nur im Rahmen größerer Abhandlungen als Nebenaspekt gewürdigt.

Großmeister Jörg Hickl hat nun gemeinsam mit den Co-Autoren IM Erik Zude und Uwe Schupp diesen Missstand behoben. Die Macht der Bauern stellt die "wertloseste" Figur ins Rampenlicht. Zehn Kapitel widmen sich einzig der Untersuchung grundlegender Bauernstrukturen. Da es natürlich unmöglich ist, im Rahmen eines solchen Buches alle denkbaren Stellungstypen systematisch abzuarbeiten, vertiefen die Autoren lieber die wesentlichen Motive.

Zu Beginn wird das Verhältnis und die Abhängigkeit der Leichtfiguren bzw. Türme zur Bauernstruktur geklärt und gezeigt, welche Formationen Wirkungskraft und Beweglichkeit begünstigen oder einschränken. Im Kapitel "Hängende Bauern" wird stellvertretend für alle anderen das häufig in der Praxis vorkommende c4/d4-Bauernpaar vorgestellt und die typischen Durchbrüche c5 und d5 analysiert. Der Teil über den "Isolani" zeigt den Zentrumsbauern d4 in den drei typischen Situationen - gegen den Bauern e6, den Bauern c7 oder c6, bzw. bei fianchettiertem Läufer - die die Stärken und Schwächen gut illustrieren: Andere Kapitel wie der "Rückständiger Bauer" oder der "Doppelbauer" werden anhand von Eröffnungen dargestellt, für die diese Struktur den Handlungsverlauf bestimmt, wie etwa im Najdorf mit d6/e5 oder der Komplex f7/f6/e6/d6, im Richter Rauser.

Das didaktische Konzept des Buches ist lobenswert. Zunächst werden in jedem Kapitel die Strukturen definiert, die besonderen Merkmale erläutert und schließlich die weißen und schwarzen Pläne gezeigt. Fragen zu Partiestellungen fordern den Leser zur Mitarbeit auf. Darüber hinaus geben die Autoren immer wieder nützliche Tipps für das praktische Spiel und stellen ganz beiläufig die Weltmeister vor.

Ein empfehlenswertes Buch für Vereinsspieler bis Elo 2200.

Mit freundlicher Genehmigung

Harry Schaack, KARL 4/2008

Die Macht der Bauern

EUR

22.9