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LMUHLOL

Offene Linien

164 Seiten, kartoniert, Olms, 2006, original erschienen 1981

Aus der Reihe »PraxisSchach«

19,95 €
Inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten

Vor genau 25 Jahren war dieses Buch ein absoluter Bestseller, der leider nur eine einzige Auflage im Sportverlag Berlin (Ost] erleben durfte. Der Grund: Co-Autor und Schachtrainer Ger­hard Schmidt war aus der DDR in den Westen ausgereist. So wurde der Titel, der vor allem wegen seiner fundierten und ver­ständlichen Darstellung in Schachkreisen als absoluter Geheim­tipp galt, fortan auf den Index gesetzt. Doch das strategische Thema der offenen Linie und die Zusammenhänge zwischen Stellungstyp und relevanten Plänen sind zum Glück zeitlos. Und so liegt nun endlich eine Neuausgabe vor, die nicht nur gründ­lich überarbeitet wurde, sondern auch Partien aus der Praxis heutiger Topspieler wie Garri Kasparow, Wladimir Kramnik und Judith Polgar enthält.

Besonderen Reiz verleiht dem Band dazu die Fülle von Erkennt­nissen und Erfahrungen des Dresdner Großmeisters Wolfgang

Uhlmann, der zu Recht als einer der erfolgreichsten deutschen Schachspieler aller Zeiten gilt.

Einleitung

Dieses Standardwerk für die Schachpraxis, vor 25 Jahren erschienen, vielfach nachge­fragt und lange vergriffen, liegt nun in kom­plett überarbeiteter Neuausgabe wieder vor.

Struktur und Systematik - aus unserer Sicht das Rückgrat des Buches - sind unverän­dert geblieben. Das strategische Thema der offenen Linie und die Zusammenhänge zwi­schen Stellungstyp und relevanten Plänen sind zeitlos. Wir haben allerdings einige neue Partien von Spitzengroßmeistern der jünge­ren Generation aufgenommen. Nur auf das Kapitel "Partien mit Punktbewertung" wurde von uns verzichtet.

Beim Lesen unserer Einleitung erkennen wir mit Freude, dass wir schon damals alle wich­tigen Erkenntnisse zum Thema der offenen Linien berücksichtigt hatten, die heute noch genauso bedeutend und Partie entscheidend sind wie im vergangenen Jahrhundert.

Viele Schachbücher sind bereits vorhanden - über Eröffnungstheorie, Strategie, Taktik und Endspiele. Alle Bücher haben den Schachler­nenden geholfen, ihr Wissen zu bereichern. Was soll unser Buch Neues bringen? Wir wollen die Aneignung schachlichen Wissens auf einer neuen Grundlage ermöglichen, mit einer Systematik, die der ausgewählten stra­tegischen Kategorie - der offenen Linie - angepasst ist. Leitfaden für uns sind die Er­kenntnisse über die Schach bezogene Denk­weise. Es ist bekannt, dass sich ein Schach­meister nicht dadurch auszeichnet, dass er sehr viele Züge vorausberechnen kann oder ein außergewöhnliches Gedächtnis besitzt. Gute Schachspieler verfügen über bestimm­te Erfahrungen und die Fähigkeit, diese Er­fahrungen schöpferisch zu verbinden. Der sowjetische Großmeister Alexander Kotow hat das, wodurch sich ein Schachmeister auszeichnet, einmal so formuliert:

- Kennen von Schachmustern (typische Stellungen);

- richtiges Bewerten dieser Schachmuster;

- Kennen der dazugehörigen Pläne.

Im ersten Kapitel unseres Buches, das eine zentrale Stellung einnimmt, beschreiben wir typische Stellungen für die Erscheinungswei­sen der offenen Linie und erläutern dazu die allgemeinen Gesichtspunkte zur Bewertung von offenen Linien. Dieses Kapitel stellt für den Lernenden die Methodik dar, wie stra­tegische Fragen zu behandeln sind, die im Zusammenhang mit der offenen Linie auftre­ten. Hier werden die wichtigsten Erläuterun­gen gegeben zur strategischen Kategorie der offenen Linie, zur Bewertung dieser Muster und zu typischen Verhaltensweisen.

Die folgenden Kapitel bringen eine Vielzahl von Großmeisterpartien, die wir im Hinblick auf das Auftreten offener Linien ausführlich kommentierten. Indes haben wir nur den Teil der Partie umfassend erläutert, in dem die offene Linie für die Gestaltung des strategi­schen Planes bestimmend ist. Die Stellungs­einschätzung zu Beginn der Kommentierung besitzt hierbei besondere Bedeutung, vor al­lem im Zusammenwirken der offenen Linie mit anderen strategischen und taktischen Gesichtspunkten ...

Noch ein Wort zur Einordnung der offenen Li­nie in das gesamte Schachwissen. Die offe­ne Linie ist eine strategische Kategorie - wie zum Beispiel der Doppelbauer, der Raumvor­teil, das Läuferpaar oder das offene Zentrum. Die offene Linie haben wir ausgewählt, weil sie zum einen die am häufigsten auftretende strategische Kategorie ist. Zum anderen hat gerade der Lernende große Schwierigkeiten beim Einsatz von Türmen. Dies mag auch daher kommen, dass in der Eröffnungspha­se die Türme als letzte Figuren ins Spiel ein­greifen. So ist oft eine Unbeholfenheit beim Einsatz der Schwerfiguren - Turm und Dame - zu beobachten. Und das ist mit eine Aufga­be, die wir uns stellten: die Spielführung mit den leistungsfähigsten Figuren systematisch

zu erläutern. Die Nutzung der offenen Linie ist häufig mit einem Eindringen der Schwer­figuren auf die siebente oder auf die achte Reihe verbunden. Aus diesem Grunde wur­den die strategischen Kategorien der sieben­ten und der achten Reihe mit in das Buch aufgenommen.

Wolfgang Uhlmann und Gerhard Schmidt

Weitere Informationen
Gewicht 425 g
Hersteller Olms
Breite 17 cm
Höhe 24 cm
Medium Buch
Erscheinungsjahr 2006
Autor Wolfgang UhlmannGerhard Schmidt
Reihe PraxisSchach
Sprache Deutsch
ISBN-13 9783283005146
Jahr der Originalausgabe 1981
Seiten 164
Einband kartoniert

006 Einleitung

008 1 Gesichtspunkte zur Bewertung der offenen Linie

015 2 Erzeugung der offenen Linie

015 2.1 Methoden für die Erzeugung der offenen Linie

043 2.2 Vorbereitung für die Besetzung der offenen Linie

056 3 Der Kampf um die Beherrschung der offenen Linie

056 3.1 Die Eroberung der offenen Linie

063 3.2 Felderschwächen auf der offenen Linie

075 3.3 Der Kampf gegen die offene Linie

084 4 Dominierende offene Linie

101 5 Die Nutzung der offenen Linie

101 5.1 Die Nutzung der offenen Linie in Verbindung mit anderen Stellungsvorteilen

119 5.2 Der Tausch des Vorteils der offenen Linie gegen andere Vorteile

127 5.3 Taktik in der offenen Linie

143 6 Die Verbindung der offenen Linie zur 7. und 8. Reihe

143 6.1 Die siebente Reihe

156 6.2 Die achte Reihe (Grundreihe)

162 Anhang

162 Personenverzeichnis

164 Eröffnungsverzeichnis

The first edition of this work was released twenty five years ago in East Germany under the famous Sportverlag and it was in no time one of there best selling chess books. Maybe it was the title of the book that inspired co author Gerard Schmidt to flee for the free West but the contribution from one of the strongest German chess players Wolfgang Uhlmann which makes this book really super. Especially the combination of specific positions and use of important diagonals makes this book unique in his kind and this book can easy stand-up against important strategy works from Dvoretsky,Watson and Aagard. Both authors discuss all kind of open line strategies as “Dominated” open lines” where I found between the 113 model games of this book a fine and modern example from the great Garry Kasparov ; Kasparov,G - Ponomariov,R Linares 19th Linares,1.e4 e6 2.d4 d5 3.Nc3 dxe4 4.Nxe4 Nd7 5.Nf3 Ngf6 6.Nxf6+ Nxf6 7.c3 c5 8.Ne5 Nd7 9.Bb5 Bd6 10.Qg4 Kf8 11.0-0 Nxe5 12.dxe5 Bxe5 13.Bg5 Bf6 14.Rad1 Qc7 15.Qh4!? both authors explain in instructive words from move 14 till 38 where black resigned, all good for around 2,5 pages of text. A other beauty is the short game between Fischer and Fine covered under the theme “The use of open lines” and played at the Manhattan blitz tournamant of New York, 1963 1.e4 e5 2.Nf3 Nc6 3.Bc4 Bc5 4.b4 Bxb4 5.c3 Ba5 6.d4 exd4 7.0-0 dxc3 8.Qb3 Qe7 9.Nxc3 Nf6 10.Nd5 Nxd5 11.exd5 Ne5 12.Nxe5 Qxe5 13.Bb2 Qg5 14.h4 Qxh4 15.Bxg7 Rg8 16.Rfe1+ Kd8 17.Qg3 1-0 Fischer called his move 14.h4 Deflecting the “overloaded queen, but as we can learn in this book it is all a matter of open lines. Nimzowitch was the master was the master of Prophylaxis but Uhlmann & Schmidt on open lines! Conclusion: Very important reference work on open lines!

John Elburg 2007/01

Wolfgang Uhlmann und Gerhard Schmidt veröffentlichten dieses Standardwerk erstmals vor 25 Jahren. Inzwischen hat das Autorenteam das Buch vollkommen überarbeitet und durch Partien aus der Praxis der heutigen Topspieler ergänzt. Der Verlag Edition Olms brachte es nun als Band 73 der Reihe Praxis Schach heraus.

Thema des Buches sind die offenen Linien. Wie erzeugt man eine offene Linie, wie besetzt man sie und wie profitiert man von ihr. Dies ist der rote Faden, der das Buch durchzieht. Natürlich lernt man dabei auch eine Menge über alle anderen Elemente des Positionssspiels, deswegen handelt es sich hier eigentlich um ein Lehrbuch der Schachstrategie.

Das Buch enthält 113 Partien. Die Eröffnungsphase ist meist ohne Kommentar angegeben. Die entscheidende Stellung ist durch ein Diagramm und eine eingehende Situationsbeschreibung hervorgehoben. Von hier an wird die Partie bis zum Ende erläutert.

Schachfreunde unterschiedlicher Spielstärke können das flüssig und verständlich geschriebene Buch mit Gewinn studieren.

Schach Markt

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Als das Buch "Offene Linen" von Wolf­gang Uhlmann und Gerhard Schmidt 1981 im Ost-Berliner Sportverlag erschien, war es ein Bestseller, der - nachdem Koautor Schmidt in den Westen ausreiste - zur Bückware wur­de. Glücklicherweise sind politische Neben­schauplätze heute nicht mehr relevant, und ein didaktisch hochwertiger Sammelband mit 113 Partien erlebt nunmehr sein Comeback. Einige Partien mehr als bei der Erstveröffentlichung sind es nun, und etliche Beispiele auf den 163 Seiten sind ausgetauscht worden gegen Leis­tungen der aktuellen Weltelite. Wenig ändern mussten die Autoren an ihren Einleitungska­piteln, die mit idealtypischen Stellungen und Definitionen die Metamorphosen offener Li­nien durchdeklinieren; die Bewertung der of­fenen Linie (in Abhängigkeit, wie und welche Figuren auf ihr agieren), die Erzeugung der offenen Linie (durch direkten Bauemtausch oder Öffnung einer halboffenen Linie), die Be­setzung der offenen Linie (mit den Methoden der Öffnungsverzögerung, der Linienwahl, der aktiven Blockade und der Bindung an Schwä­chen), die Eroberung der offenen Linie (z. B. wegen Felderschwächen daselbst), die domi­nierende offene Line (z. B. wenn der Gegner gefesselte Figuren auf dieser Linie stehen hat), die Nutzung einer offenen Linie (z. B. durch Tausch für andere Vorteile), taktische Motive auf einer offenen Linie und schließlich der Zusammenhang zwischen offener Linie und siebter und achter Reihe. Allein diese Klassi­fizierungen machen die Vielschichtigkeit des Strategieelements deutlich. Da ist es genau richtig, dass die Autoren die Analysen nicht ausufern lassen, sondern speziell die Gewinn­realisierung herausstellen. So bleibt die lehr­hafte Quintessenz haften, und man wird sich beim Auftauchen ähnlicher Konstellationen am eigenen Brett leichter erinnern.

Lobenswert sind bei diesem Paperback - neben der gediegenen Balance zwischen historischem und zeitgenössischem Material - auch das ansprechende Layout mit Kästen für die Stellungseinschätzung und der Spieler ­und Eröfmungsindex. Urteil: Absolut Augen öffnend!

Harald Fietz, Schach Magazin 64 4/2007

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Den Buchtitel müssten Sie als einge­fleischter Leser dieser Rubrik ei­gentlich kennen: vor nunmehr 25 Jahren erschien im Sportverlag Ber­lin-Ost ein Werk unter dem nämli­chen Titel, verfasst vom nämlichen Duo - aber keineswegs mit dem exakt nämlichen Inhalt, wie weiter unten auszuführen sein wird. Das Buch war im Übrigen eine Zeitlang gar nicht auf dem Markt präsent, weil der Zweitgenannte des Auto­renduos, Gerhard Schmidt, anno 1984 aus der DDR in die Bundesre­publik übergesiedelt ist und danach - wie auf dem Buchrücken zu erfah­ren ist - samt Werk von den DDR-Funktionären gewissermaßen totge­schwiegen wurde. Nach seiner Aus­reise hat Schmidt übrigens ein paar Jahre in der Bundesliga für den SC Bamberg sowie für den SC 1836 München die Klötze geschoben.

Den anderen vorzustellen, hieße Wasser in den Rhein gießen. Wer GM Wolfgang Uhlmann ist, weiß je­der halbwegs kundige Leser einer Schachzeitung, zumal wenn jener zu den Mitarbeitern einer solchen, nämlich der Rochade-Europa, ge­hört.

Inhaltlich hat sich im Vergleich zur längst vergriffenen Erstauflage vor­rangig das präsentierte Material ge­ändert, denn seit Beginn der achtzi­ger Jahre hat sich doch einiges im Weltschach getan, was die Autoren natürlich berücksichtigt haben. Ins­gesamt werden dem Leser 113 Par­tien geboten, davon 17 von Uhl­mann persönlich gespielt, die sich über einen recht beträchtlichen Zeit­raum erstrecken: das älteste Material datiert aus dem 19., das jüngste aus dem gerade angelaufenen 21. Jahr­hundert. "Doch das strategische Thema der offenen Linie und die Zusammenhänge zwischen Stellungstyp und relevanten Plänen sind zum Glück zeitlos", heißt es auf dem Buchrücken zutreffend, und diesem verlagseigenen Zitat ist nichts hinzuzufügen. Die Partien, die größtenteils in voll­ständiger, zu einem geringen Anteil aber auch in fragmentarischer Form präsentiert werden, verteilen sich auf insgesamt 6 Kapitel. Die konkre­te Gliederung lautet wie folgt:

1. Gesichtspunkte zur Bewertung der offenen Linie

2. Erzeugung der offenen Linie

3. Der Kampf um die Beherrschung der offenen Linie

4. Dominierende offene Linie

5. Die Nutzung der offenen Linie

6. Die Verbindung der offenen Linie zur 7. und 8. Reihe

Es ist eine Binsenweisheit, dass im Laufe einer Schachpartie die diversen strategischen Themen kommen und gehen, bald im Vordergrund ste­hen, bald von anderen Motiven überlagert werden. Insofern spielen neben den offenen Linien selbstver­ständlich auch andere Faktoren eine Rolle, zumal die selbst gewählte Thematik eng mit anderen Merkma­len wie 7. Reihe, Grundreihen-, Fel­der- oder Bauernschwäche usw. in Verbindung steht. Mit anderen Wor­ten: die Autoren haben eine Samm­lung kommentierter Partien auf den Markt gebracht, die allesamt - unter anderem - das im Buchtitel genannte Thema gemeinsam haben. Insofern geht es hier zwar vorwiegend, aber eben nicht ausschließlich um offene Linien, vielmehr werden auch ver­schiedene affine Bereiche tangiert. Jede Partie bzw. jeder Partieauszug ist angemessen gründlich kommen­tiert worden, zusätzlich beleuchtet eine gesonderte "Einschätzung der Stellung" die Hauptmerkmale der je­weils bevorstehenden Partiephase verbunden mit dem Aufzeigen der dazugehörigen Planungsstrategie.

Ein Personen- und Eröffhungsverzeichnis schließen das Werk ab. Ins­gesamt darf man den Autoren attes­tieren, eine solide, ordentliche Arbeit abgeliefert zu haben.

E. Carl, Rochade Europa 2/2007

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Dass man im Olms Verlag die eine oder andere Perle der Schachliteratur finden kann, dürfte sich inzwischen herumgesprochen haben. Nun hat man aber einen echten Schatz gehoben: "Offene Linien“ von Uhlmann/Schmidt zählt zu den legendären Schachbüchern, die sich jahrelang in den Bestenlisten fanden, ohne im Handel erhältlich zu sein. Zuerst erschien das Werk 1981 im Ost-Berliner Sportverlag. Doch bald war es vergriffen und an eine Neuauflage war nicht zu denken. Grund dafür war Co-Autor Gerhard Schmidt, der sich erdreistet hatte, (bitte mit sächselndem Tonfall weiterlesen) "ün düs Göbied dör Bö öR Dö öuszüroisön“. Schmidt hatte also "rübergemacht“ und war damit in der DDR zur Persona non grata geworden. Selbstredend wurde sein Schachbuch gleich in Sippenhaft genommen und nur wenige Glückliche gelangten damit in den Besitz von "Offene Linien“. Nun ist das Werk endlich auferstanden aus Ruinen und steht damit wieder der Allgemeinheit zur Verfügung.

Angesichts der immensen Änderungen in der Schachwelt - ChessBase gab es 1981 noch nicht! - kann man sich natürlich fragen, ob das Werk den Sturm der Zeit einigermaßen unbeschadet überstanden hat. Genauso dachte offenbar auch das Autorenduo und überarbeitete die alte Auflage noch einmal. Hierdurch konnten einige Analysen verbessert und weitere, neue Partiebeispiele ergänzt werden. Während man den Nestor des DDR-Schachs, Wolfgang Uhlmann, eigentlich kaum weiter vorzustellen braucht, sei noch kurz über Gerhard Schmidt ergänzt, dass dieser auch im Westen dem Schach treu geblieben und inzwischen A-Trainer des Deutschen Schachbundes geworden ist.

Worum geht es nun aber im vorliegenden Buch? Wie der Titel schon verrät, haben Uhlmann/Schmidt ihre Abhandlung einem einzigen positionellen Motiv gewidmet, nämlich den offenen Linien. Für einige mag es verwunderlich sein, dass es möglich ist, ein ganzes Buch mit dieser Thematik zu füllen. Schließlich finden wir bereits in den beiden grundlegenden Strategielehren Tarraschs ("Das Schachspiel“) und Nimzowitschs ("Mein System“) etwas über dieses Strategem und auch in allen weiteren Mittelspielbüchern, seien sie von Euwe, Suetin oder wie sie alle heißen, wird die offene Linie behandelt. Doch wie das Schachspiel selbst ist auch dieses positionelle Motiv schier unerschöpflich. Und anders als Doppelbauern oder Springervorposten, die nicht in jeder Partie anzutreffen sind, findet man nur sehr selten Partien, in denen eine Linienöffnung nicht wenigstens einmal zur Debatte steht. Demzufolge ist das vorliegende Buch nicht etwas für Spezialisten, sondern vielmehr ein Strategielehrbuch mit Universalcharakter. Uhlmann/Schmidt wenden sich dabei an diejenigen Schachspieler, die die Grundzüge der Mittelspieltheorie bereits kennen, sich aber nun intensiver damit auseinandersetzen wollen.

Ausgehend von einem lehrreichen Einführungskapitel folgt der Leser in den weiteren Abschnitten Schritt für Schritt dem idealtypischen Schema der offenen Linie: Erzeugung einer offenen Linie, Kampf um deren Beherrschung und schließlich Ausnutzung dieser Beherrschung. Jedes dieser Kapitel enthält zu Beginn einige grundsätzliche Überlegungen, die anschließend anhand instruktiver Partiebeispiele erläutert werden. Die Beispiele setzen - in der Regel nach der Eröffnungsphase - mit einem Diagramm ein. Dem Leser werden sodann die spezifischen Merkmale der Position ausführlich erläutert, anschließend wird anhand des weiteren Partieverlaufs gezeigt, wie die Strategie in der Praxis verwirklicht werden konnte. Geschickterweise konzentrieren sich die Autoren dabei nur auf den Partieabschnitt, der für das jeweilige Kapitel interessant ist. Häufig erfolgt dann der Schluss in Kurznotation und ohne weitere Kommentare oder der weitere Verlauf wird in einem anschließenden Kapitel wieder aufgegriffen, wenn z.B. nach der erfolgten Eroberung der offenen Linie die Türme zum Schluss auf die 7. Reihe eindringen. Diese Herangehensweise sorgt didaktisch geschickt dafür, dass sich der Leser auf das Wesentliche konzentriert und führt überdies zu einer sinnvollen Verzahnung der einzelnen Kapitel miteinander. Die Partienauswahl ist gelungen, neben Klassikern der Schachgeschichte finden sich auch weniger bekannte, dafür aber stets exemplarische Partien. Die Ergänzung aktuellerer Partien wird der Rezeption des Werkes sicherlich gut tun, unbedingt nötig war sie jedoch nicht, da die alten Beispiele zeitlos sind. Die Kommentare selbst? Uhlmann/Schmidt geleiten den Leser in hervorragender Weise durch das Werk. Der großmeisterliche Scharfblick Uhlmanns und Schmidts didaktische Herangehensweise ergänzen sich perfekt. Vor den Uhlmannschen Ausrufezeichen, die dieser bei der Besprechung seiner eigenen Partien gerne reichlich zwischen seine Züge prasseln lässt, braucht man in diesem Fall keine Angst zu haben - die Arbeit im Team hat hier offenbar Wirkung gezeigt. Somit bleiben beim Rezensenten keine Wünsche mehr offen; bliebe noch nachzutragen, dass auch der Rest des Druckerzeugnisses das gewohnte Olmssche Niveau hält.

Fazit: Ein Lehrbuch der allerbesten Sorte! Seinen fabelhaften Ruf hat "Offene Linien“ völlig zu Recht. Sowohl Anfänger als auch Fortgeschrittene werden dieses Buch mit Gewinn lesen.

Ich danke dem Olms Verlag, der das Rezensionsexemplar kostenlos zur Verfügung gestellt hat.

Marcus Wegener, Realschullehrer und B-Trainer des Deutschen Schachbundes