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LXWEIESI100P

Ein Schachleben in 100 Partien

Eigenschaften

269 Seiten, kartoniert, Thinkers Publishing, 1. Auflage 2017

14,67 €
Inkl. 5% MwSt., zzgl. Versandkosten

Karel van der Weide (1973) ist Schachgroßmeister in Ruhe. Er gehörte viele Jahre zur holländischen Spitze, gewann große internationale Turniere (Bad Wiessee 2004, Prag 2005, Sevilla 2007) und belegte den geteilten zweiten Platz bei den EU Meisterschaften (Liverpool 2006). Der Schachverband ernannte ihn zum Jugendtrainer. Bei der EM in Göteborg (2005) begleitete er sogar die holländische Damenmannschaft. Van der Weide war ein verdienstvoller (oder notorischer) Reporter bei Schachturnieren. 2008 veröffentlichte er mit Schaken voor huisvrouwen (De Arbeiderpers) seine 'literarischen Memoiren'.

Weitere Informationen
Gewicht 500 g
Hersteller Thinkers Publishing
Breite 17 cm
Höhe 23,5 cm
Medium Buch
Erscheinungsjahr 2017
Autor Karel van der Weide
Sprache Deutsch
Auflage 1
ISBN-13 978-9492510075
Seiten 269
Einband kartoniert

005 INHALTSVERZEICHNIS

007 Verantwortung

008 Einleitung

012 Silver Streak

015 1. Teil - Weißrepertoire

015 Offene Sizilianer

015 Kan/Taimanow-Variante

022 Najdorf-Variante

029 Scheveninger/Rauser-Variante

037 Sweschnikow-Variante

045 Drachen-Variante/Beschleunigtes Fianchetto

057 Pirc: vom Fianchetto zum Österreichischen Angriff

068 Caro-Kann: Vorstoß-Variante

077 Skandinavisch: die tüchtige Bekämpfungsweise

087 Französisch mit 3. Sc3

097 2. Teil - Schwarzrepertoire

097 Sizilianische Verteidigung

098 Velimirovic-Variante

101 Rauser-Variante

105 Geschlossene Sizilianer

111 Kan-Variante

113 Wolgagambit/Benoni: ein Bauer und/oder eine Stellung weniger

113 Wolgagambit

123 Benoni Verteidigung

128 Königsindische Verteidigung: verschwunden auf höchstem Niveau

138 Grünfeldindische Verteidigung: das letzte Fianchetto

146 3. Teil - Unterwegs

146 Abenteuer auf der Männerinsel

153 Sevilla

164 Liechtenstein: Paradies auf dreißig Quadratkilometern

181 Die drei Jahreszeiten

181 Ein grausamer Sommer

184 Ein heißer Herbst

193 Der Winter laut Van der Weide

201 Niederlande: 'Ein Prophet wird nur im Ausland geehrt.'

220 Die Einöde

220 Curacao

227 Die Entführung in dem Serail (das heißt ein offiziözer Bericht über die Weltmeisterschaft unter 20)

231 Münster/Senden: Heim ins Reich

240 Mit Oscar in Oslo

251 Matten in Augsburg

260 4. Teil - Kombinationen

262 Lösungen

264 Nachwort

266 Hall of Fame

Ein sehr launiges Werk liefert der niederländische Schachgroßmeister Karel van der Weide für Thinkers Publishing in seinem "Ein Schachleben in 100 Partien" ab.

Ständig wechselt er zwischen Hochmut und jammervoller Wehmut. So werden die früheren Zeiten des Schachprofitums auf ein Podest gehoben, das durch den Mauerfall und die heranströmenden osteuropäischen Spieler immer weiter gesenkt wurde. Dennoch begann der Aufstieg des Autoren erst Ende der 1990er Jahre. Früher war halt alles besser.

Gleich zu Beginn lernt der Leser, was ihm in diesem Buch bevorsteht, wenn der Autor erst einmal erklärt, dass heutzutage Partiensammlungen allenfalls noch von Patzern geschrieben werden und ihren ursprünglichen Glanz verloren haben. Das Wort Hochmut schwingt gleich mit und wird auch klar genannt. Aber auch die Qualen nach Niederlagen werden schnell erwähnt. Innerlich wird der Gegner bös beschimpft und vorsorglich das Telefonkabel gekappt, um ganz allein im eigenen Sud zu braten.

Dies ist der rote Faden, der sich durch das ganze Buch zieht und bei mir teils Kopfnicken, aber auch Aggressionen hervorzauberte. Herr van der Weide weiß zu polarisieren, wenn er schreibt, dass Mikhail Golubev "für einen Drachenexperten gehalten" wird. Natürlich findet man dies in den Kommentaren zu einer Partie, die gegen ihn mit Weiß im Drachen gewonnen wurde. Die ziemlich einseitige Niederlage gegen denselben Gegner Jahre zuvor in demselben Sizilianer hätte eigentlich Antwort genug sein können. Dann aber wieder kommt Schmunzeln auf, wenn er zum Beispiel am Ende seines Werkes versichert, er würde jetzt wirklich keine Schachpartie mehr spielen und man weiß, dass er am 5. März diesen Jahres für den SK Münster antrat.

Die Staffelung des Buches ist sehr interessant. Eingebettet in verschiedene Anekdoten findet man die 100 Partien, die größtenteils nach Weiß- und Schwarzrepertoire geordnet sind, wodurch man auch etwas lernen kann. Für 1.e4-Spieler gibt es hier einige interessante Einblicke und auch der Freund des Fianchettos gegen geschlossene Systeme kommt auf seine Kosten. Leider sind die Kommentare teils doch recht knapp und hätten etwas tiefer in die Materie eindringen können. Sehr schön finde ich auch, dass es ein Kapitel zum Münsterland Open in Senden gibt, an dem auch ich schon mehrfach teilgenommen habe, da es sehr gute Spielbedingungen in entspannter Spielatmosphäre mit mehreren Einzelrunden bietet. Aber auch hier muss die Kapitelüberschrift "Münster/Senden: Heim ins Reich" provozieren, der rote Faden bleibt bestehen.

Allein das hat mich aber nach einer gewissen Eingewöhnungsphase durchaus unterhalten. Sehr viel schlimmer wiegt da schon die Übersetzung, die an einigen Stellen an den "Google-Übersetzer" erinnert. Da wird zum Beispiel die "Stappen-Methode" als "Schrittmethode" übersetzt, obgleich es diese auch in Deutschland unter den Titeln "Schach lernen-Stufe 1, 2, 3 usw." gibt, da werden häufig falsche Verben benutzt, und auch die Kommasetzung erscheint eher willkürlich.

Dadurch ist das Buch insgesamt eher ein durchwachsenes Werk, das vorrangig für Fans des holländischen Großmeisters geeignet ist, die sich an solchen Dingen nicht stören.

IM Dirk Schuh

Mai 2017