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ALXKOHSP

Sizilianisch Pur / Buenos Aires 94

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Eigenschaften

116 Seiten, gebunden, Bock & Kübler, 1995

8,50 €
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Vorwort

Zu Ehren von Lew Polugajewskis 60. Geburtstag veranstaltete dessen Freund Joop van Oosterom, der bekannte holländische Schachmäzen, im Oktober 1994 in Buenos Aires ein Thematurnier, bei dem nur Sizilianisch gespielt wurde. Der Einladung folgten acht Weltklassegroßmeister, die in einem Bankgebäude der Viermillionenstadt drei Wochen lang doppelrundig gegeneinander spielten.

Sieger wurde der russische Großmeister Waleri Salow. Er gewann verdient; nicht nur, weil er am wenigsten verlor, er zeigte auch das beste Schach. Darüber hinaus spielte der WM-Kandidat am effektivsten, auch wenn er in der ersten Turnierhälfte mitunter länger am Brett saß, als ihm lieb war. Ein Remis in der Schlußrunde gegen Viswanathan Anand reichte dem 30jährigen Salow, um mit 9 Punkten aus 14 Partien mit einem halben Zähler Vorsprung vor dem Inder durchs Ziel zu gehen. Anand, der als einer der Favoriten galt, konnte am Ende im direkten Vergleich mit dem Spitzenreiter das Blatt nicht mehr zu seinen Gunsten wenden.

Mitentscheidend für Salows Gesamterfolg war, daß er im Verlauf des doppelrundigen Turniers FIDE-Weltmeister Anatoli Karpow zweimal bezwingen konnte. Sehr achtbar in diesem Elite-Feld schlug sich Judit Polgar, die nicht nur den FIDE-Champion hinter sich lassen konnte. Die 18jährige Ungarin teilte gemeinsam mit Wassili Iwantschuk den dritten Rang. Erst danach kamen mit Gata Kamski und Anatoli Karpow höher gehandelte Spieler ein.

Der interessante Wettbewerb in der argentinischen Hauptstadt wurde zu einer großartigen Würdigung für das schachliche Lebenswerk von Lew Polugajewski, der sich in den vergangenen Jahrzehnten wie kaum ein zweiter bleibende Verdienste um die Erforschung der Sizilianischen Verteidigung erworben hat. Der Jubilar konnte aus gesundheitlichen Gründen nicht selbst mitspielen. Aber es blieb ihm vorbehalten, das Turnier mit den Zügen 1.e4 c5 an allen Brettern zu eröffnen und das Spiel der heutigen Schachelite hautnah zu verfolgen.

Neben üppigen Antrittsgagen betrug das Preisgeld insgesamt 130 000 US-Dollar, von denen der Sieger Waleri Salow 35 000 erhielt. Hunderte Zuschauer verfolgten das Schachspektakel im Gebäude des Kreditinstituts "Banco Patricios" in der Avenida Callao. In allen Etagen, vom Schach-Cafe im Erdgeschoß bis zum Spielsaal hoch oben, wurde eine Menge für die Freunde des königlichen Spiels geboten.

Schachlegenden wie Miguel Najdorf oder Carlos Guimard ließen es sich nicht nehmen, das Turnier persönlich zu besuchen.

Bent Larsen und andere Größen kommentierten das Turniergeschehen. Die argentinischen Medien berichteten in großer Aufmachung über das Ereignis.

Buenos Aires erlebte einen interessanten Wettbewerb mit einem nicht unbedingt erwarteten Sieger. Das Thematurnier brachte manche neue und überraschende Idee zutage. Es demonstrierte in überzeugender Weise die Lebensfähigkeit von Sizilianisch - der kompliziertesten, aber auch beliebtesten Eröffnung der Neuzeit. Gründe genug für den Chronisten, seine Erlebnisse und die wesentlichen Erkenntnisse des Turniers in Buchform zu veröffentlichen.

Von den Teilnehmern ist in den vergangenen Wochen und Monaten in der internationalen Schachpresse eine Vielzahl interessanter Analysen veröffentlicht worden, auf die ich hin und wieder zurückgreife. Wer könnte die in Buenos Aires gespielten Partien besser bewerten als die unmittelbar beteiligten Großmeister.

Ich danke dem Verlag Bock & Kubier für seine spontane Bereitschaft, diese Arbeit herauszugeben, die sich etwas von anderen Turnierbüchern unterscheidet. Es ging mir neben Sizilianisch auch um das unmittelbar Erlebte, um ein Stück Schachgeschichte, das meines Erachtens nicht losgelöst von den anderen Top-Ereignissen Mitte der 90er Jahre betrachtet werden kann. Die Fotos illustrieren und ergänzen auf ihre spezielle Weise das Geschriebene.

Liebe Leser, ich wünsche Ihnen viel Freude bei der Lektüre über die Königin der Eröffnungen und den erhofften Gewinn für die eigene Schachpraxis!

Berlin, März 1995

Dagobert Kohlmeyer

Weitere Informationen
Hersteller Bock & Kübler
Breite 21 cm
Höhe 27 cm
Medium Buch
Erscheinungsjahr 1995
Autor Dagobert Kohlmeyer
Seiten 116
Einband gebunden

07 Vorwort

09Eine gute alte Eröffnung

09 Von Greco bis Anderssen

11 Sizilianische Meisterwerke

11 1. Schlechter - Lasker, Wien 1910

12 2. Rauser - Botwinnik, Lenningrad 1933

14 3. Keres - Fuderer, Göteborg 1955

15 4. Fischer - Tal, Bled 1961

16 5. Wasjukow - Polugajewski, Tbilissi 1966

18 6. Spasski - Petrosjan, Moskau 1969

19 7. Fischer - Petrosjan, Buenos Aires 1971

21 8. Karpow - Kortschnoi, Moskau 1974

23 9. Beljawski - Stean, Luzern 1982

23 10 Tal - Sisniega, Taxco 1985

25 11 Karpow - Kasparow, Moskau 1985

27 12 Short - Kasparow, London 1993

31Buenos Diaz, Argentina!

32 Polus Freudentag

33 Der schönste Tango

34 Judit macht Schlagzeilen

35 Ein Hauch Schachgeschichte

37 Gegen Castro und Che

37 Miguels Unsterbliche

37 An Capablancas Tisch

39 Gott, hilf uns!

41 Wohin treibt die Schachwelt?

44 Spiel um die Macht

47Kommentierte Partien

87 Das Wort des Siegers

89 Sizilianisch - die Königin

91Bulletin

Auch hier sind alle Begegnungen dieses Thementurniers aufgeführt, analysiert wird allerdings nur ein kleiner Teil von ihnen. Obwohl der Autor, ein Berliner Schachjournalist, in puncto Schachwissen den Verfassern des anderen Buches nicht das Wasser reichen kann, sind die Analysen bzw. Kommentare nicht schlecht, denn der Autor hat zum Teil die Turnierberichte aus verschiedenen Publikationen, darunter auch aus unserer Zeitschrift, "ausgewertet". Dies gibt er im Literaturverzeichnis auch an, im Text selbst aber nicht, so daß der Leser nicht weiß, von wem und aus welcher Quelle zitiert bzw. etwas verändert übernommen wird.

Das ist nicht ganz in Ordnung, interessiert wohl aber in erster Linie die Betroffenen und nicht den Leser, dem auf diese Weise einige recht gut kommentierte Partien geliefert werden.

Vergleich: Selten ist es bei Schachbüchern so leicht, ein kategorisches Urteil zu fällen: Das Buch des Interchess-Verlags ist, bei einem nicht wesentlich höheren Preis, ganz klar besser. Wer allerdings kein Englisch kann, der kann sich aus dem Buch des Bock & Kübler-Verlags über das fast schon legendäre Turnier in Buenos Aires gut informieren.

Schachmagazin 64 18/95