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Art.-Nr.: LODELATER

Attacking the English / Reti

A Black Repertoire with 1. ..e5 / 1. ..d5

236 Seiten, kartoniert, Chess Stars, 1. Auflage 2016.

20,95 €
inkl. 7% MwSt., zzgl. Versandkosten

This book offers an active Black repertoire against The English Opening 1.c4, the Reti 1.Nf3, and their siblings that arise after 1.g3. The authors advocate for seizing space in the centre with ...c6 and d5, followed up by ...e4 or ...d4. They pay special attention on the ideas behind the moves, leaving the detailed coverage for the "Step by Step" sections.

Details
Sprache Englisch
Autor Delchev, Alexander
Semkov, Semko
Verlag Chess Stars
Auflage 1.
Medium Buch
Gewicht 310 g
Breite 14,5 cm
Höhe 21,4 cm
Seiten 236
ISBN-13 978-619-7188-09-7
Erscheinungsjahr 2016
Einband kartoniert
Inhalte

004 Bibliography

005 Introduction

The English Opening

009 1. 1.c4 e5 2.g3 Nf6 3.Bg2 c6

044 2. 1.c4 e5 2.g3 c6

061 3. 1.c4 e5 2.Nc3 Nf6 3.g3 c6

073 4. 1.c4 e5 2.Nc3 Nf6 3.Nf3 Nc6

085 5. 1.c4 e5 2.Nc3 Nf6 3.Nf3 Nc6 4.e3

101 6. 3.Nf3 Nc6 4.g3 Bb4 5.Nd5

115 7. 3.Nf3 Nc6 4.g3 Bb4 5.Bg2

133 8. Rare Second Moves

The Reti

145 9. 1.Nf3 d5 2.c4 d4 3.b4

159 10. 1.Nf3 d5 2.c4 d4 3.e3

175 11. 1.Nf3 d5 2.c4 d4 3.g3

193 12. 1.Nf3 d5 2.g3 c6

215 13. The King’s Indian Set-up

223 14. 1.g3

Index of Variations

Ein weiterer Verlag, der im Schatten der renommierten Verlage steht, ist der bulgarische Chess-Stars-Publishing-Verlag von Semko Semkov. Deren Bücher behandeln überwiegend Eröffnungsthemen und kommen leichter und kleinformatiger daher als die mittlerweile üblichen 500-Seiten-Wälzer von Quality Chess oder Everyman. Das sind noch Bücher, bei denen man eine realistische Chance hat, sie auch durchzuarbeiten, ohne seine Pflichten oder sozialen Kontakte sträflich zu vernachlässigen. Bei aller Komprimierung muss die Sorgfalt und die Tiefe nicht zwingend einer Oberflächlichkeit weichen, dafür liefert Attacking the English/Reti den Beweis. Das Autorengespann Delchev/Semkov arbeitet öfters zusammen, die Arbeit insbesondere vom bulgarischen Großmeister Alexander Delchev ist gewissenhaft und hat Hand und Fuß.

Ihr neuestes Werk (Partien Stand Mai 2016) ist ein ambitionierter Versuch, dem Schwarzspieler eine starke Waffe in die Hand zu geben gegen alle weißen Aufbauten basierend auf 1.Sf3/1.c4/1.g3, auch gegen den Königsindischen Angriff, also gerade gegen die derzeit modischen Ausweichversuche der Anziehenden, die weder 1.e4 noch 1.d4 spielen wollen. Die Autoren - in der Hauptsache ist das Delchev - legen dabei ihr Schwarzrepertoire gar nicht erst auf Ausgleich an. Ihr Ziel ist es, sogleich die Oberhoheit im Zentrum anzustreben! Die alte Positionsschule wird heraufbeschworen: wenn Weiß auf die Besetzung des Zentrums verzichtet, warum soll Schwarz nicht sogleich um die Initiative kämpfen können?!

Semkov geht gar soweit, einen seit vielen Jahren als pointiert geltenden Aufbau, der vielen Schwarzspielern immer wieder Repertoireprobleme bereitete, als fragwürdig zu bezeichnen:

1.c4 e5 2.g3?!

Das ist freilich harter Tobak, diesen Zug, den alle Weltklassespieler im Repertoire haben und immer wieder arglos zu spielen pflegen, so harsch zu kritisieren. Man muss es polemisch als Antwort auf andere Autoren wie Marin sehen, die 2.g3 in höchsten Tönen lobten und hochstilisierten. Weiß umgeht damit die soliden Bindfaden-Varianten mit ... Lb4, wie sie etwa nach 2.Sc3 Sf6 3.Sf3 Sc6 4.g3 Lb4 entstehen, und die theoretisch als okay für Schwarz gelten (das Kandidatenturnier 2016 hat in dieser Hinsicht noch ein paar unangenehme Probleme aufgeworfen). Hier kann Schwarz zwar nach 2. ... Sf6 3.Lg2 Sc6 4.Sc3 auch ... Lb4 spielen, doch dann ist 5.Sd5! lästig. Der Nachziehende kann auch problemlos 3. ... d5 spielen und eine Drachenvariante mit vertauschten Farben spielen - trotz Mehrtempos wussten die Weißen zuletzt keinen Vorteil nachzuweisen. Doch Delchev empfiehlt eine prinzipielle Vorgehensweise, er will das Zentrum mit beiden Bauern besetzen durch 2. ... Sf6 3.Lg2 c6! oder sogleich 2. ... c6! (Ausrufezeichen vom Autor).

Hier hat das Buch meine Aufmerksamkeit gefangengenommen. Diesen Ansatz habe ich selbst immer wieder ausprobiert. Delchev indes interpretiert die Spielweise neu: so empfiehlt er in der Variante 2. ... Sf6 3.Lg2 c6 4.Sf3 e4 5.Sd4

nicht das früher als günstig für Schwarz geltende 5. ... d5 6.cxd5 Dd5 (seit Anand-Adams, Gashimov-Memorial 2015 etwas in Misskredit geraten), sondern den ziemlich unbekannten Ansatz 5. ... Db6 ("!“ von Delchev). Und auf 4.d4 , was für mein Empfinden die Hauptvariante darstellt, setzt er nicht auf die Isolani-Stellungen, die nach 4. ... exd4 5.Dxd4 d5 entstehen, sondern plädiert für die Schließung des Zentrums 4. ... e4 5.Sc3 d5 Für mein Schachempfinden hat sich das immer falsch angefühlt - ist das nicht eine Art "Vorstoßvariante Caro-Kann“ mit vertauschten Farben und zwei Tempi weniger?! Das kann doch nicht gutgehen für den Schwarzen, Weiß kann mit Db3, Lg5 den Druck auf d5 verstärken, oder wahlweise mit f3 die Spitze der Bauernkette angreifen?! Delchev nun zeigt, dass Schwarz sehr wohl so spielen kann, vertrauend auf den Raumvorteil, und weil er zuweilen einfach einen Bauern opfern kann, etwa nach 6.Lg5 Sbd7 7.cxd5 cxd5 8.Db3 Ld6! verdient das Ausrufezeichen wohl zurecht und objektiv, die starken Programme empfehlen es, in den Datenbanken schneidet der Zug (nur wenige Partien, dabei überwiegend Fernpartien) auch sehr gut für die Schwarzspieler ab. Delchev eröffnet tatsächlich ein neues Kapitel und beackert ein noch recht unerforschtes Gebiet mit Potential. Schwarz scheint tatsächlich so spielen und zuweilen den Bd5 (im Moment scheitert 9.Sxd5?? noch an ... Da5+) oder den Be4 (nach weißem f3) opfern zu können, und das ist für mich ein revolutionärer Gedanke, der sehr attraktiv daher kommt und den man gern in die eigene Praxis integrieren möchte!

Abgesehen von ganz konkreten innovativen Spielweisen, auf der Höhe der Zeit und vertrauenserweckend von Delchev analysiert und überprüft: Pluspunkte sammelt auch das Konzept des Buches. Das Material wird in Kapiteln mit einer Dreiteilung mundgerecht serviert: zunächst werden die Hauptideen vermittelt, der wichtigste strategische Grundgedanke, die kritische Stellung, wichtige taktische Ideen vorgestellt. Im zweiten Teil, "Step by Step“, werden die Zugfolgen genauer unter die Lupe genommen. Da geht es dann schon mal ins Detail, wobei die Variantenvielfalt selten unübersichtlich wird. Hauptsächlich Schlüsselvarianten werden untersucht, Nebenlinien bleiben dann schon mal kurz abgehandelt unter dem Motto "Mut zur Lücke“.

Zur Verfestigung des Gelernten dienen die Partien im dritten Teil, wobei die auch eher spärlich kommentiert sind. Diese Aufteilung macht es dem Leser leicht, ins Thema reinzukommen, die wichtigsten Gedanken werden wiederholt, damit sie sich eingängiger einprägen.

Grundsätzlich finde ich diese Aufteilung löblich. Das Wichtigste ist auf jeden Fall abgedeckt, die Kapitel sind dennoch recht kurz gehalten, manches bleibt auf der Strecke. Der Leser wird ein wenig zum Optimismus angehalten bei diesem Ansatz, indem die Autoren dem Schwarzen schon die Initiative nach wenigen Zügen versprechen.

Gerade bei Varianten "auf der theoretisch heißen Geläuf“ kann es passieren, dass man seine Aussichten überschätzt und das Gespür für die Gefahr verliert. Man sollte auf jeden Fall weiterforschen, die Varianten vertiefen, bevor man die Anregungen in der eigenen Praxis ausprobiert. Die Autoren liefern allemal äußerst interessante Ansätze, um unser Schwarzspiel zu bereichern!

IM Frank Zeller,

Zeitschrift "Schach"


Das bulgarische Autorengespann GM Alexander Delchev und IM Semko Semkov haben schon mit ihren Büchern zum Taimanovsizilianer und vor allem dem angenommenen Damengambit sehr gute Arbeiten abgeliefert. Nun zeigen sie in "Attacking the English/Reti" aus dem Chess Stars Verlag, wie man den hypermodernen Eröffnungen nach 1.c4 und 1.Sf3 mit Schwarz beikommt. Der Titel klingt ein wenig reißerisch, aber die Strategie ist in allen Abspielen gleich. Schwarz nutzt die Freiheiten im Zentrum, die Weiß ihm gibt und kommt durch seine Zentrumskontrolle und auch häufigen Raumvorteil zu aktivem Gegenspiel. Dabei gibt es stets mehrere Empfehlungen, um eine gewisse Flexibilität.

So gibt es gegen die durch Mihail Marins Buchreihe ( "Die Englische Eröffnung Band eins bis drei", Quality Chess 2010) populär gewordene Variante 1.c4 e5 2.g3 sowohl 2. ...Sf6 3.Lg2 c6 als auch 2. ....c6, die natürlich sehr ähnlich sind, sich aber auch in einigen Nuancen unterscheiden und so eine mögliche Vorbereitung des Gegners erschweren. Nach dem dort propagierten 4.d4 ergibt exd4 eine Sizilianische Alapinvariante mit vertauschten Farben, aber vor kurzem wurde der Zug 4. ...e4 recht populär. Diese Variante ist recht frisch und kaum erforscht, weshalb es in dem Buch einige neue Ideen gibt, die darauf warten, gespielt zu werden. So kann Weiß zwar mit 5.Sc3 d5 6.Lg5 Sbd7 7.cxd5 cxd5 8.Db3 das schwarze Zentrum angreifen, aber Schwarz entwickelt sich mit Ld6 einfach weiter. 8. und 9.Sxd5 scheitert dabei taktisch an Da5 und der Sd5 als auch der Lg5 werden mit Schach aufgespießt. Nach 9.Db5 vernachlässigt Weiß seine Entwicklung und Schwarz bekommt nach 0-0 10.Sxd5 h6 gute Kompensation für den Bauern. In den Blitzpartien, in denen ich das System erprobte, folgte darum ausschließlich 9.f3, um den e4 abzutauschen. Auch hier reagiert Schwarz allerdings mit h6 und opfert diesen einfach für eine schnelle Entwicklung. Nimmt Weiß ihn nicht, wird er einige Probleme mit mangelnder Aktivität bekommen. Das Ganze spielt sich mit Schwarz sehr leicht und Weiß muss gut aufpassen, damit er nicht überspielt wird.

Eine härtere Nuss stellt nach Meinung der Autoren darum die Variante 1.c4 e5 2.Sc3 Sf6 3.Sf3 dar. Hier kommt Schwarz nicht zu seinem Vollzentrum und spielt besser Sc6 4.g3 Lb4. Diese Variante ist derzeit sehr populär, bietet aber für Schwarz auch sehr gutes Gegenspiel. Nach 5.Lg2 0-0 6.0-0 folgt erneut e4 und nach 7.Sg5 Lxc3 8.bxc3 Te8 9.f3 e3 wird Schwarz wieder sehr aktiv. Allerdings wird als Alternative ebenfalls 9. ...exf3 untersucht. Der Leser hat hier eine gute Auswahl an ruhigeren und aggressiveren Ideen, aus denen er schöpfen kann.

Auch bei den Retivarianten bleiben sich die Autoren treu. Nach 1.Sf3 d5 2.c4 gewinnt Schwarz mit d4 gleich Raum im Zentrum, der nach 3.g3 Sc6 4.Lg2 mit e5 gefestigt wird, während nach 1.Sf3 d5 2.g3 c6 3.Lg2 Lg4 folgt, um mit e6 den d5 zu festigen. Verglichen mit den anderen Varianten baut Schwarz sich hier etwas ruhiger auf, hat aber laut der Analysen dennoch keine Sorgen.

Die Struktur des Buches ist wie bei den Vorgängern erneut sehr benutzerfreundlich. Zu Beginn eines jeden weißen Aufbaus werden erst einmal die typischen Ideen und Fallstricke vermittelt. Hier gibt es auch Faustregeln für bestimmte Strategien wie zum Beispiel, dass man, wenn Weiß in der oben zuerst genannten Variante das schwarze Zentrum in der Eröffnung angreift, den jeweiligen Zentrumsbauern einfach opfern sollte.

Diese Ideen reichen meist für erste Trainingspartien aus. Wenn man das Ganze dann vertiefen möchte, wird man in der "Step by Step"-Region mit allen wichtigen Ideen und Analysen gefüttert. Hier gibt es verbale Kommentare und die typische schachliche Zeichensetzung. Typische Verfahren werden zudem in ausgewählten analysierten Modellpartien weiter vertieft.

Ich halte diesen Buchaufbau für optimal und finde es sehr einfach, mir so neue Eröffnungsvarianten schnell und einfach anzueignen. Die vielen neuen Ideen geben Schwarz zudem große praktische Chancen.

Ich kann dieses Buch darum nur vollends empfehlen!

IM Dirk Schuh

Juli 2016

Attacking the English / Reti

EUR

20.95