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Art.-Nr.: SXCA8D
Vergriffen

Chess Assistant 8.1 / deutsch

129,00 €
inkl. 19% MwSt., zzgl. Versandkosten

Dieser Artikel ist sowohl bei uns als auch beim Verlag bzw. Hersteller ausverkauft. Wir können ihn daher auch nicht mehr bestellen.

  • Schach-Datenbank-Managementsystem
  • Spitzen-Schachprogramme Chess-Tiger 2004, Ruffian, Delfi und Crafty als Engines integriert
  • Enzyklopädie der Schacheröffnungen 2005
  • Hauptdatenbank mit 2.710.000 Partien (Stand 1. Januar 2005)
  • Partien-Service 2004-2006: 2.500 Partien jede Woche frei zum Download.

Chess-Assistent 8.1 ist ein einzigartiges Werkzeug zum Bearbeiten von Partien und zur Verwaltung von Schachdatenbanken. Es bietet zudem die Möglichkeit, über das Internet Partien zu spielen, Texte zu lesen, Eröffnungen zu studieren, Partien zu analysieren und Partien gegen den Computer zu spielen.

Datenbank

Chess-Assistent 8.1 enthält eine Datenbank mit 2.710.000 Partien, die über das Internet jede Woche mit weiteren rund 2.500 neuen Partien automatisch aktualisiert und erweitert werden kann. Die manuelle Eingabe von Partien ist ebenso möglich wie das Hinzufügen kompletter Datenbanken in den Formaten CA, PGN oder CBH. Dabei werden doppelte Partien automatisch erkannt und entfernt.

Eröffnungs-Studium

Die Eröffnungs-Enzyklopädie 2005 präsentiert reichhaltiges theoretisches Material zu allen Eröffnungen, mehr als 8.000 Anmerkungen von GM Kalinin und 500.000 Bewertungen starker Spieler zu Schlüsselpositionen der verschiedenen Systeme. Der Zugang zur Eröffnungs-Enzyklopädie wurde dank einer neuen, revolutionären Darstellung verbessert: Eröffnungstabellen, die das theoretische Material in der vertrauten Form der Informator-Enzyklopädie präsentieren und ein einfaches Nachspielen der Varianten direkt auf dem Schachbrett erlauben. Zur Ergänzung um weitere und Veränderung vorhandener Varianten steht eine neue Funktion zur Verfügung.

Mittelspiel-Studium

Für das Studium des Mittelspiels bietet das Programm Analysehilfen in Form einer reichhaltigen Auswahl an Schach-Engines. Im Lieferumfang enthalten sind Chess-Tiger 2004, Ruffian, Delfi, Crafty und Russian Dragon. Hierdurch ergibt sich eine Vielzahl von Möglichkeiten sowohl für das Spiel von Partien als auch für die Analyse (z.B. automatische Partieanalyse, Mehrvarianten- und Hintergrundanalyse).

Datenbank- und Partienverwaltung

Eine einfach zu bedienende drag-and-drop Funktion ermöglicht das Verschieben und Kopieren von Partien und Datenbanken und es gibt einen Datenbank-Browser, wie er bei einem Programm dieser Art wirklich Standard sein sollte.

Vorhanden sind außerdem - nach dem Anspruch des Herstellers selbstverständlich - Funktionen zur Angleichung von Spieler- und Turniernamen. Doppelte Partien (Doubletten) werden mit einer Geschwindigkeit und Präzison gefunden und entfernt, wie sie derzeit am Markt einzigartig sind.

Suchoptionen

Selbstverständlich steht auch jede erdenkliche Form von Suchfunktionen zur Verfügung, wie beispielsweise die Suche nach bestimmten Materialverteilungen, charakteristischen Bauernstrukturen, Stellungen, Spielern, Opferwendungen und Figurenmanövern. Auch statistische Auswertungen sind möglich.

Internet-Spiel

Der Chess-Assistant-Club bietet kostenloses Spielvergnügen im Internet, interessante Turniere (von Blitz- bis hin Fernschach), in denen es auch Preise zu gewinnen gibt, Schachtraining, einen speziellen Schach-eMail-Service, Online-Zugang zu weiteren Datenbanken, Support für Chess-Assistant 8 Anwender und mehr.

Spielen

Für das Spiel gegen den Computer stehen die mitgelieferten Engines (Chesss Tiger 2004, Ruffian, Delfi, Crafty und Russian Dragon) zur Verfügung. Viele weitere Engines wie Shredder 6, 7 oder 8 und alle Winboard-Engines sind zudem kompatibel.

Neben all diesen Möglichkeiten enthält das Chess Assistant 8.1 Megapaket eine Fernschach-Datenbank mit 260.000 Partien (eine weitere CD), die Nalimov-Endspiel-Tablebases auf drei DVDs (alle 3-, 4- und 5-Steiner sowie ausgewählte 6-Steiner) und einen kommentierten Partienservice für die Jahre 2004-2006.

Details

Sprache Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch
Autor Langrock, Hannes
Hersteller Convekta
Medium CD
Brettanschlüsse DGT-Brett
Druck Diagramm als Text, Diagramm in Grafik, Partie
Funktionen Analyse Partie, Automatische Partiewiederholung, Bibliothek erweiterbar, Dublettensuche, ECO-Anzeige, ECO-Zuordnung, Eingabehilfe, Eröffnungsname, Kommentare, Layout veränderbar, Online-Hilfe, Positionsbaum, Stellungswiedererkennung, Suche nach Stammdaten, Suche nach Stellungen, Varianten
Kopierschutz Unbegrenzte Installationen
Voraussetzung: CPU min. Pentium
Betriebssystem Windows 2000, Windows NT, Windows XP
Platzbedarf Festplatte 1.650 MByte
Anzahl Partien 2,71 Mio.
Exportformate EPD, PGN
Importformate CBF, CBH, EPD, PGN

Der Chess Assistant hat im Heimatland von ChessBase na­turgemäß ein schweres Leben, doch zumindest beim Preis macht sich so­fort ein eindeutiger Vorteil für den Kunden bemerkbar. Für die 179 € (bzw. die 129 € beim Starter-Paket) wird dabei nicht wenig geboten. Da ist zunächst einmal natürlich das Datenbank-Programm Chess Assis­tant selbst. Damit man auch etwas davon hat, werden mehrere Daten­banken mitgliefert. Die Hauptdaten­bank Hugebase enthält mehr als 2,7 Millionen Partien, die Guru-Datenbank mit 600000 dagegen legt den Schwerpunkt auf Partien mit hoch­wertigen Spielern, die Commented enthält 24000 kommentierte Partien, nur im Mega-Paket sind dann noch die Fernschachdatenbank mit 260000 Partien sowie die Nalimov-Endspieldatenbanken mit 6 Steinen enthalten. Das Partienmaterial wird dabei noch auf Wunsch automatisch oder vom Anwender manuell per In­ternet auf den neuesten Stand ge­bracht. Zum Spielen oder für die Analyse stehen dem Anwender von Chess Assistant eine Reihe von En­gines zur Verfügung: Chess Tiger 2004 (sowie einige ältere Versio­nen), Ruffian, Delfi, Crafty und Dragon. Das ist nicht wenig Software fürs Geld!

Die Mindestanforderungen sind mit einem Windows (2000/NT/ME/XP)-PC mit 128 MB RAM und 1 GB freiem Festplattenplatz recht be­scheiden, empfohlen werden von Convekta schon 256 MB RAM und 2 GB auf der Festplatte. Angaben zu irgendwelchen Prozessorgeschwin­digkeiten oder -Versionen werden nicht gemacht, letztlich ist diesbe­züglich wohl auch die Leidensfähig­keit des Benutzers entscheidend. Auf jeden Fall sollten meiner Mei­nung nach die 256 MB nicht unter­schritten werden und weniger als ein Pentium III mit 1 GHz macht auch wenig Spaß! Kurz gesagt, ein halb­wegs aktueller Rechner sollte es schon sein. Auch bei der Bild­schirmauflösung ist weniger eben weniger und mehr ist definitiv bes­ser. Ein Bildschirm mit einer Auflö­sung von 1024*768 wird von Con­vekta empfohlen, ist meiner Mei­nung nach jedoch eher ein Mini­mum. Mein Testsystem jedenfalls hätte eine deutlich höhere Auflö­sung, was ich als sehr angenehm empfunden habe.

Tauscht man Hardware aus, muss man damit rechnen, den Chess As­sistant neu installieren zu müssen. Das ist der einzige Kopierschutz und somit nicht besonders lästig - wenn man nicht gerade seine CDs verlegt. Da ich den Chess Assistant bisher noch nicht kannte, musste ich beim Testen sehr viel mit dem Handbuch arbeiten. Hier muss ich dann auch leider gleich Kritik üben. Die Anleitungen sind häufig leicht fehlerhaft. Der Anwender soll z.B. die "Windowseigenschaften" auswählen, fin­det aber nur die "Fenstereigenschaf­ten". Oder ein Fenster soll durch Rechtsklick+"Splitte" aufgeteilt werden, der Anwender muss nach dem Rechtsklick jedoch zunächst "Modus" und dann erst "Splitte" ausführen. Das Online-Handbuch entspricht im Wesentlichen der ge­druckten Ausführung, der im Ver­gleich ein paar Seiten fehlen. Auch vermisse ich bei einigen Themen ei­ne ausführlichere Anleitung, da ich die Benutzung des Chess Assistant nicht als besonders intuitiv empfin­de.

Doch nach einer Einarbeitungszeit hat man sich an die Abläufe ge­wöhnt und der Chess Assistant zeigt seine Stärken. So kann man auf Knopfdruck eine Übersicht über sei­nen nächsten Gegner mit dessen starken und schwachen Varianten er­zeugen. Auch eine automatische Su­che nach einer Neuerung sowie die automatische Eröffnungskommentierung ist einfach möglich. Ein Er­öffnungsreport lässt sich zu jeder Stellung erzeugen und gibt die di­versen Varianten nebst Bewertungen sowie statistischen Informationen an. Dabei muss der Anwender für die eigentliche komplexe Aufgabe nicht einmal besonders warten. Grund dafür ist eine Datei, die die 10 Millionen analysierten Positionen des Chess Analysis Project enthält und ebenfalls mit dem Chess Assis­tant mitgeliefert wird. Auch die Suchfunktionen sind aus­gereift und schnell. Man kann nach fast schon beliebigen Kriterien su­chen. Möchte man Positionen mit ei­ner bestimmten Materialverteilung oder Partien mit einem Manöver oder einer bestimmten Zugfolge fin­den, wird die Aufgabe vom Chess Assistant genauso souverän und schnell erledigt wie die Suche nach allen 1994 von Kasparow gewonne­nen Weißpartien.

Im Gegensatz zum Hamburger Kon­kurrenten dienen die Engines beim Chess Assistant nicht nur zur Analy­se, sondern auch zum Spielen. Somit ist der Erwerb eines reinen Schach­programms nicht mehr nötig. Die mitgelieferten Engines können übri­gens bei Bedarf um Winboard- oder UCI-(Universal Chess Interface-) Engines erweitert werden. Wer mag, lässt die Engines Turniere spielen, statt selbst die Niederlagen zu kas­sieren.

Selbstverständlich kann der Anwen­der die "klassischen" Anwendungs­beispiele problemlos nutzen. Partien nachspielen, eingeben, abspeichern, suchen, kommentieren, ausdrucken, analysieren lassen ist (fast) kein Problem. Der Ausdruck mehrerer ausgewählter Partien nämlich führt - etwas unerwartet - zum Ausdruck al­ler Partien eines Datensatzes. Das lässt sich natürlich umgehen (indem die ausgewählten Partien zunächst in einen Datensatz kopiert werden), ist aber umständlich und letzlich ein­fach eine Falle, in die wohl jeder Chess Assistant-Anwender früher oder später einmal tappen wird.

Nach einer einfachen Registrierung erhält der Anwender kostenlos Zu­gang zum Chess Assistant Internet Club und kann dort mit beliebigen Zeitkontrollen Partien oder Turniere spielen sowie bei anderen Partien kiebitzen. Auch ist der Chess Assis­tant für den Zugang zum Internet Chess Club bereits vorkonfiguriert.

Der Anwender erhält für 129 € bzw. 179 € ein komplettes Schachsystem mit Datenbankprogramm, Datenban­ken, Engines und Updates übers In­ternet. Der Funktionsumfang ist groß, die Suchgeschwindigkeit auch, der Preis dagegen verhältnismäßig klein. Abschrecken kann da allen­falls die doch nicht immer einfache Bedienung.

FM Thomas Schian, Rochade Europa 3/2006

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Was braucht der aktive und ambitionierte Vereins- und Turnierschachspieler von heute zur effizienten Gestaltung bzw. Unterstützung seines häuslichen Schachtrai­nings? Auf Anhieb fallen mir da mehrere Dinge ein, als da wären

  • ein ausgereiftes Datenbanksystem, welches trotzdem - eine entsprechende Einar­beitungszeit vorausgesetzt - gut zu bedienen ist

  • viel Partienmaterial, welches ständig aktualisiert wird

  • ein oder mehrere starke Schachprogramme zur Analyseunterstützung und zum Spiel

In Anlehnung an die Werbung eines bekannten Schokoladenherstellers für seine 'Überraschungseier könnte man jetzt sagen: "Gleich drei Wünsche auf einmal, das geht nun wirklich nicht!" Nein?? Doch es geht!! Schon mit den Vorgängern 6.0 und 7.0/7.1 hatte die russische Firma Convekta ein Datenbankprogramm präsen­tiert, welches trotz komplexer Bedienung und extrem vielen Features durchaus das Zeug hatte den Marktführer "ChessBase" Konkurrenz zu machen. Die be­rühmte "knochenlose eierlegende Wollmilchsau", ein Tier also welches gleichzei­tig Milch, Wolle, Eier und Fleisch gibt hat zwar bisher niemand erfunden bzw. ge­züchtet - das gilt auch für Computerprogramme - dennoch kommt der Chess As­sistant dem Traum von einem universellen Schachsystem schon recht nahe. Schon Version 6 und 7 hatten so viele neue Funktionen und erhebliche Verbesserungen, was kann man da von der 8er-Version schon noch erwarten? Glauben Sie mir, da gibt es Einiges! Die Ideen jedenfalls, so scheint es, gehen den Programmierern in der Softwareschmiede aus Russland nicht aus.

Systemvoraussetzungen/Lieferumtang/Kopiersehutz

ChessAssistant (im Folgenden werde ich zumeist die Abkürzung "CA" benutzen) ist ein sehr umfangreiches, mächtiges Programm mit unendlich vielen Funktio­nen. Dementsprechend sind auch die Anforderungen an den genutzten PC nicht gerade gering. Convekta gibt als Mindestvoraussetzung einen IBM kompatiblen PC mit 128 MB RAM und 1 GB freiem Festplattenspeicher an. Weitere Selbst­verständlichkeiten wie VGA-Grafik, Maus und CD-Laufwerk erwähne ich hier nur der guten Vollständigkeit halber. Empfohlen wird allerdings ein PC mit 256 MB und 2 GB Platz auf der Platte, ein DVD-Laufwerk sowie eine Auflösung von mindestens 1024 x 768 Bildpunkten. Auch hier also nichts wirklich Besonderes. Das DVD-ROM ist dann nötig, wenn Sie das "Mega-Paket" kaufen und die mit­gelieferten Endspieldatenbanken (3-, 4- und 5-Steiner, ca. 7 GB) nutzen wollen. Ansonsten reicht ein "normales" CD-Laufwerk aus. Der relativ hohe Platzbedarf auf der Festplatte erklärt sich aus der Tatsache, dass möglichst alle Datenbanken und Variantenbäume auf diese kopiert werden sollten. Falls bei Ihnen - was bei heutigen Festplattenkapazitäten eher selten passieren dürfte - der Platz doch ein­mal knapp werden sollte, können Sie die Datenbanken auch direkt von der CD betreiben. Dies ist m.E. aber nur eine Notlösung, weil ein Bearbeiten und Verän­dern der Daten damit natürlich nicht möglich ist. Wenig aussagekräftig finde ich die Angabe von Convekta "IBM kompatibler PC", denn dies könnte theoretisch auch ein 486er sein.... Etwas Genaueres wäre schon wünschenswert gewesen. Aus meiner Sicht sollte der verwendete PC mindestens ein Pentium 3 mit 1 GHZ Takt sein, 256 MB (besser noch 512 MB) Speicher haben und eine Auflösung von mindestens 1024 x 768 Pixeln bieten. Dies betone ich deshalb, weil es bei dieser Auflösung eigentlich schon recht eng auf dem Monitor wird. Neben einem (schnellen Rechner ist vor allem also eine Kombination aus leistungsstarker Gra­fikkarte und großem Monitor (mind. 15 Zoll bei TFT-Flachbildschirmen bzw. 17 oder 19 Zoll bei "normalen" Röhrenmonitoren) sehr wichtig. Grundsätzlich gehe ich aber davon aus - probiert habe ich es nicht! - dass das Programm auch unter den herstellerseitig genannten Voraussetzungen läuft, ggf. sind aber Abstriche bei der Geschwindigkeit und Darstellung zu machen. Ich "reite" auf diesem Punkt deshalb so ausführlich rum, weil mir durchaus bewusst ist, dass in vielen Arbeitszimmern noch ältere Hardware - zumeist anstandslos - ihren Dienst tut. Aufgrund der etwas schwammigen Aussagen von Convekta sind so möglicherweise Enttäuschungen vorprogrammiert wenn das Programm nicht oder nur zäh und langsam läuft. Diese möchte ich Ihnen möglichst ersparen! Die Installation des Pro­gramms gestaltet sich erfreulich einfach. Nach dem Einlegen der 1. CD (insge­samt werden 3 CDs und je nach geordertem Paket auch eine DVD geliefert) star­tet das Setup-Programm automatisch. Nachdem Sie Ihren Namen und den Lizenz­schlüssel eingetippt haben, können Sie noch das Installationsverzeichnis und die zu installierenden Programmteile auswählen. Grundsätzlich gibt es zwei unter­schiedliche Pakete. Im sogenannten "Starter-Paket" ist neben "CA" und einigen Demoprogrammen eine große Datenbank mit 2.675.000 Partien (Stand bis Okto­ber 2004), diversen Videos mit Hilfedateien sowie eine Spielerdatenbank mit Bil­dern und Biografien enthalten. Im "Mega-Paket" werden zusätzlich die oben er­wähnten Endspieldatenbanken auf DVD und eine große Femschach-Datenbank mit ca. 525.000 hochwertigen Partien geliefert. Grundsätzlich sollten Sie soviel wie möglich auf die Festplatte installieren, weil diese neben der Möglichkeit die Daten zu bearbeiten auch erheblich schnellere Zugriffszeiten bietet als eine CD oder DVD. Dadurch läuft das Programm deutlich flüssiger. Der Kopierschutz ist akzeptabel gelöst. Sie dürfen das Programm unbegrenzt installieren, eine CD-Ab­frage erfolgt nicht. Die Installationsdateien können auf einer anderen Festplatte gesichert werden und bei Bedarf (z.B. nach der Reparatur eines Festplattencrashs) zurückgespielt werden. Dieses Backup ist allerdings nicht auf anderen Computern lauffähig, dort müsste eine separate Installation erfolgen. Wenn Sie Ihren Compu­ter aufrüsten (z.B. die Festplatte tauschen, aber nicht wenn Sie nur etwas RAM nachrüsten) ist eine Neuinstallation erforderlich. Das ist der eigentliche Kopier­schutz, mit dem man ganz gut leben kann. Also bewahren Sie Ihre Original-CD gut auf, aber das dürfte bei hochwertiger Software sowieso selbstverständlich sein!

Updates/Preise

Neben den wöchentlichen Partielieferungen sind auch Programm-Updates und Patches erhältlich ( www.chessassistant.com ) Aktuell gibt es einen Patch der CA 8.0 auf 8.1 aktualisiert, dieser ist in 4 Sprachen zu bekommen. Die Datei muss in Ihren CA-Ordner kopiert und von dort gestartet werden. Halten Sie die Original-CD und Ihren Lizenzschlüssel bereit, da diese während der Installation abgefragt werden. Wichtigste Neuerung ist sicher, dass neben dem eigenen Server nun auch wieder der wohl am weitesten verbreitete Internet Schachclub (ICC) unterstützt wird. Im Vergleich zur Konkurrenz sind die Preise für Chess Assistant 8 sehr mo­derat. Die Vollversion kostet entweder 129 € oder 179 € (Mega-Paket). Updates vom direkten Vorgänger (7.x) gibt es für 75 € und auch Besitzer älterer Versionen als 7.x kommen nicht zu kurz, erhalten Sie doch das Programm für 99 €.

Was gibt es Neues?

Bei einem so umfangreichen Programm wie dem "CA" gibt es immer etwas Neu­es zu entdecken. Selbstverständlich beinhaltet CA 8/8.1 alle Features des Vorgän­gers und noch vieles mehr. Bevor ich auf die einzelnen Programmteile ausführli­cher eingehe, hier zunächst eine Liste der Neuerungen:

  • Neue Analyse-Engines: Chess Tiger 2004 (allein schon ca. 40 € wert), Ruffian, Delfi, Crafty und Dragon. Auch ältere Tiger-Versionen incl. Tiger 15 und Gam­bit Tiger sind dabei.

  • Riesige Datenbank mit 2.675.000 Partien, ca. 24.000 davon kommentiert

  • Game Service 2004-2006: Das bedeutet, dass Sie bis 2006 jede Woche ca. 2.500 Partien aus dem Internet herunterladen können! Dies ist ein toller Service, blei­ben Sie so doch immer aktuell.

  • Die "Chess Opening Encyclopedia 2004" enthält jede Menge hochwertiges Theoriematerial über alle Eröffnungen, mehr als 8000 Kommentare und Anmer­kungen von Großmeistern sowie ca. eine halbe Million Einschätzungen (Bewer­tungen) von Eröffnungsexperten für Schlüsselpositionen. Der Zugriff auf diese Enzyklopädie wurde durch einen revolutionären Modus, die so genannten "Ope­ning Tables" deutlich verbessert. Das theoretische Material wird in der bekann­ten Form der "Enzyklopädie der Schacheröffnungen" präsentiert wobei die Eröffnungsvarianten auf dem Schachbrett am Bildschirm nachgespielt werden können. Weiterhin können Sie eigene Anmerkungen einfügen bzw. bestehende Kommentare bearbeiten. Auch hierfür gibt es ein neues Tool.

  • Chess Assistant hat einen eigenen Internet-Server, auf dem Sie kostenlos Schach spielen können. Es werden auch Preisgeldturniere (vom Blitz- bis zum Fern­schach), Schachtraining, Internetzugriff auf Datenbanken sowie ein Online-Sup­port für registrierte "CA 8"-Kunden angeboten.

  • Endspieldatenbanken mit 6 Steinen (Nalimov) über Internet zugänglich bzw. er­hältlich

  • Das "CA"-Entwicklerteam hat einen Video-Kurs programmiert. Dadurch sollen die User bei der Arbeit mit Chess Assistant unterstützt werden.

  • Neue, stark erweiterte und verbesserte Such- und Zugriffsfunktionen für Daten­banken. Es gibt mittlerweile über 100 eingebaute Suchkriterien für alle Phasen einer Partie (Eröffnung, Mittelspiel, Endspiel). Darauf werde ich im 2. Teil noch näher eingehen.

  • Neue Spieler-Datenbank (ebenfalls multimedial unterlegt) mit Bildern von 800 Topspielern sowie deren Turnierdaten geordnet nach Jahr bzw. Turnier.

  • "Chess Analysis Project" (CAP) mit mehr als 10 Millionen analysierten Positio­nen. Import von weiteren Analysen (Updates) ist vorgesehen. Das komplette "CAP" ist allerdings nur im Mega-Paket vorhanden (ca. 450 MB), im Starter-Pa­ket ist eine reduzierte Variante (ca. 122 MB) integriert.

  • Online Support via Internet (Menü "Help/Online"), dieser steht allerdings nur registrierten Benutzern zur Verfügung. Die Registrierung kann wahlweise über das Internet oder per Post (die Adresse steht im gedruckten Handbuch) erfolgen.

  • Sehr viele weitere kleinere und größere Verbesserungen, auf die hier im Rahmen des Artikels allerdings nicht explizit eingegangen werden kann, wie überhaupt ein derartig komplexes Programm wie Chess Assistant sich einer "kompletten" Rezension entzieht.

Nach diesen ganzen Einführungen und Informationen sowie dem Überblick über einige (die wichtigsten!) Neuerungen möchte ich den Teil 1 des Chess Assistant-Reviews beschließen. Im 2. Teil , der im kommenden Heft folgen wird, werde ich ausführlich auf die vielen Funktionen des Programms eingehen

Wolfgang Battig, Rochade Europa 07/2005 Vor einigen Monaten (genauer gesagt in RE 07/2005) hatte ich mit der Re­zension dieses hochinteressanten "Rundum-Sorglos-Paketes" aus dem Hause Convekta Ltd. begonnen. Leider konnte ich den anvisierten Fortsetzungster­min aus verschiedenen Gründen nicht halten. Mittlerweile liegt mir die aktu­ellste Version 8.1 vor, die - wie schon im Titel erwähnt - auch komplett in deutscher Sprache erschienen ist. Die Firma Schach Niggemann ( www.nig gemann.de bzw. www.schachversand.de) hat mir diese Version freundlicher­weise als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Im Folgenden möchte ich - natürlich nur stichpunktartig - die wichtigsten Punkte aus dem Juli-Heft für Sie zusammenfassen, bevor dann der 2. Teil folgt.

Hardwareanforderungen: Pentium III-PC, 256 MB RAM, 2 GB Platz auf der Festplatte, CD oder DVD-Laufwerk, großer Monitor (wichtig!). Weniger ist möglich aber nicht sinnvoll.

Kopierschutz: unbegrenzte Installationen, keine CD-Abfrage, CD/DVD muss nicht ständig im Laufwerk sein, Datensicherung ist möglich aber nur auf der ursprünglichen Maschine lauffahig. Neuinstallation nach gravieren­den Hardwarewechseln notwendig.

Lieferumfang: 3 CDs (Starterpaket) bzw. zusätzlich eine DVD (Megapaket), ca. 2,7 Mio. Partien (Stand 12/2004, Megapaket zusätzlich über 500.000 Fernschachpartien), diverse Videos, Spielerdatenbank mit Bildern und Biografien. Im Megapaket gibt es noch 7 GB Endspieldatenbanken dazu (daher die DVD).

Updates: vom Vorgänger (7.x) für 75 €, für ältere Versionen 99 €. Auf der Internetseite ( www.chessassistant.corn) gibt es Updates und Patches, bis incl. 2006 wöchentliche Partielieferungen mit je ca. 2.500 Partien. Neues: aktuelle Analyseengines (incl. Chess Tiger 2004), Eröffnungsenzyklopädie, eigener CA-Internetserver mit Turnieren aller Art, 6-Steiner-Datenbanken via Internet, Videokurse, stark erweiterte Suchfunktionen, Spieler-Datenbank mit über 800 Spielern usw.

Nach diesem (Kurz)Rückblick steigen wir nun tiefer in das russische Pro­gramm ein. Logischerweise hat gerade hier in Deutschland ein anderes Da­tenbankpaket als ChessBase keinen leichten Stand und muss schon mit vie­len innovativen Möglichkeiten aufwarten um den "Platzhirsch" zu gefähr­den. Das ist beim Chess Assistant sicher der Fall, allerdings erfordern neue Möglichkeiten auch eine umfangreiche Einarbeitungszeit. Speziell Umstei­ger haben hier einiges an Arbeit vor sich, die man aus meiner Sicht aber un­bedingt auf sich nehmen sollte, will man mit dem Programm effektiv arbei­ten, spielen und analysieren.

Der Einstieg

Was ist Chess Assistant? Einfach gesprochen ist CA im Wesentlichen ein Tool zur Analyse von Partien, Verwaltung von Partien und Datenbanken, Schachspielen im Internet, Spielen gegen den Computer und vieles mehr. So weit, so gut. Für jedes Einzelkriterium gibt es auch andere (und billigere!) Software. Die Kunst bei einem Programm wie CA ist es, all diese Wünsche der Anwender quasi "unter einem Dach" zusammenzufassen. Nach dem Start sehen Sie - (fast) nichts! Natürlich ist der Bildschirm nicht leer, sondern neben der umfangreichen Menüleiste auch mit vielen Symbolen ("Icons") bestückt, der Hauptteil ist aber vorerst mal leer. Zunächst orientie­ren Sie sich anhand der Navigationsleiste im linken Teil des Bildschirms. Diese ist dem Bedienungsprinzip des Windows-Explorer nachempfunden. Sie finden dort die Anzeige der geöffneten Objekte, Partiendatenbanken und andere Fenster. Falls Sie die große Hauptdatenbank mit 2,7 Mio. Partien in­stalliert haben, finden Sie dort das Symbol für den Zugriff auf die Datenbank (HugeBase). Mittels der Tastenkombination "Strg-C" (oder "Ctrl-C") können Sie die Objekte aus- und wieder einblenden. Selbstverständlich funktioniert das auch über die entsprechenden Icons. Ein Doppelklick auf einen Eintrag öffnet die entsprechende Datenbank und dann kommt einer der wenigen Nachteile des Programms zu Tage. Es wird nämlich sehr eng auf dem Bild­schirm! Das Ganze wirkt insgesamt etwas überfrachtet und selbst auf einem 17-Zoll Monitor oder 15-Zoll TFT wird es schnell unübersichtlich. Hier wäre weniger möglicherweise mehr gewesen. Aber gut, auch daran kann man sich gewöhnen und es gibt wirklich extrem viel anzuzeigen und letztlich spielt auch die Zeit für dieses Konzept, denn die Monitore werden immer größer und bezahlbarer. Die Einträge in der Partienliste beinhalten die relevanten Partieninformationen (z.B. Spielernamen, Turnier, Jahr, ECO usw.) und die ausgewählte Partie wird innerhalb der Liste mit einem Rahmen markiert. Es gibt mehrere Möglichkeiten, einen Eintrag aus der Liste auszuwählen. Ent­weder benutzen Sie die Pfeiltasten (die grünen Pfeile innerhalb der Werk­zeugleiste am oberen Bildschirmrand) oder Sie klicken einen Eintrag mit der Maus an. Innerhalb der Partienliste können Sie durch Eingabe der Nummer auch direkt zu der betreffenden Partie springen. Wichtig - auch aufgrund der beschriebenen Platzprobleme - ist, dass das Layout der Liste den persönli­chen Vorlieben des Users angepasst werden kann, so können z.B. nicht benö­tigte Spalten ausgeblendet werden. Bei der riesigen Partienzahl kommt dem komfortablen Nachspielen natürlich eine große Bedeutung zu. Auf Wunsch können Sie gleichzeitig in Listen navigieren und Partien auf dem grafischen Schachbrett nachspielen. Dazu wird der Bildschirm mittels "Shift-F5" in zwei Fenster unterteilt, mit der Tabulatortaste schalten Sie komfortabel hin und her. Für das Nachspielen einer einzelnen Partie empfiehlt sich das Splitting m.E. nicht (Brett zu klein). Hier reicht ein Doppelklick auf einen Listen­eintrag um auf einem vernünftig dimensionierten Brett spielen zu können, Auch die Notation ist in diesem Fall ausreichend groß und alle Kommentare werden übersichtlich angezeigt. Standardmäßig wird in diesem so genannten "Ansichtsmodus" das Schachbrett, die Spielereinträge, die Notation, ein Aus­schnitt des Baums und ein Wertungsdiagramm der Partie angezeigt. Auch hier können Sie die Darstellung der einzelnen Fenster analog zum Listenmo­dus anpassen. Dies geschieht am besten mit einem Rechtsklick, wie über­haupt diese Maustaste absolut erstklassig unterstützt wird. In jedem Fenster können Sie damit ein Kontext bezogenes Menü aufrufen und alle wichtigen Funktionen ohne Umweg über die Menü- oder Iconleiste anwählen. Dies ist glücklicherweise mittlerweile Standard bei allen ernst zu nehmenden Schachprogrammen und Datenbanksystemen. Das Nachspielen an sich ori­entiert sich an den üblichen Standards, also entweder mit den Pfeiltasten auf der Tastatur oder die Nachspielpfeile unter dem Brett. Natürlich bewirkt ein Klick in die Notation einen Sprung an die entsprechende Stelle der Partie. Neben dem Nachspielen dürfte auch die Eingabe/Erfassung von Partien (z.B. der eigenen Spiele) zu den häufigeren Tätigkeiten gehören. Hier werden Sie als User durch eine "intelligente" Eingabehilfe unterstützt. Anstatt jede Figur mit der Maus vom Ausgangs- auf das Zielfeld zu ziehen, können Sie die Ein­gabe auch beschleunigen indem Sie einfach nur auf das gewünschte Zielfeld klicken. CA zeigt daraufhin mittels Markierung die dem Programm plausibel erscheinende Figur an. Die Trefferquote hierbei ist erstaunlich hoch.

Suchfunktionen

Um mit sehr großen Datenbanken vernünftig arbeiten zu können, ist die Su­che nach Partien ein ganz wichtiges Kriterium. Hier hat unser Kandidat eine ganze Menge zu bieten. Einige der umfangreichen Suchkriterien möchte ich im Folgenden kurz beschreiben:

Suche nach Kopfzeilen: Diese Form der Suche berücksichtigt als Suchkrite­rium alle Information, die in der "Kopfzeile" der Partie eingetragen sind. Da­runter fallen z.B. die Spielernamen, Resultate, Jahr, Ort, Eröffhungsbezeichnung, ECO-Klassifizierung usw.

Stellungssuche/Materialsuche: Die Suche nach Stellungen ermöglicht es, bestimmte Positionen, Stellungsfragmente oder Stellungsstrukturen zu fin­den. In der entsprechenden Dialogbox wird ein Schachbrett mit der Grund­position der Figuren abgebildet. Sie können jetzt eine beliebige Position ein­geben, nach der in der Datenbank gesucht werden soll. Es ist möglich, nur nach bestimmten Fragmenten oder Strukturen, z.B. Bauernformationen, zu suchen. Um Stellungsfragmente in der Suchmaske zu definieren, benutzen Sie die Figurenpalette, die sich unterhalb des Schachbrettes befindet. Die Materialsuche ermöglicht den gezielten Zugriff auf Partien mit den unter­schiedlichsten Materialkonstellationen wie z.B. solche in denen ein Endspiel mit Turm, Läufer und zwei Bauern (oder weniger) gegen Turm, Springer und zwei Bauern (oder weniger) vorkommen. Natürlich können Sie auch nach Positionen mit verschiedenen Materialvorteilen suchen. Dieser Suchtyp eig­net sich sehr gut dazu, Partien aufzufinden, in denen eine bestimmte Seite ei­nen Mehrbauern hat, z.B. durch einen Abtausch. Die Bewertung der Figuren orientiert sich am üblichen Standard (Dame=9, Turm=5 usw.).

Erweiterte Suche: Die fortgeschrittene Suche stellt eine Erweiterung der Materialsuche dar. Die Parameter für die Materialsuche können hier für zwei unterschiedliche Gruppen von Feldern definiert werden.

Manöversuche: Mit Hilfe dieser Funktion können Sie gezielt nach Partien suchen, in denen ein bestimmtes Figurenmanöver (wie z.B. das berühmte Läuferopfer auf h7) vorkam.

Suche nach Kommentaren: Gut kommentierte Partien sind besonders wert­voll. Sie können gezielt nach kommentierten Partien suchen lassen. Über die vorhandenen Kriterien in der Suchmaske können Sie die Suche nach kom­mentierten Partien verfeinern oder nach beliebigen Textfragmenten in Partie­notationen suchen, wenn Sie die Option "Textkommentare zur Stellung" ak­tivieren.

Selbstverständlich können Sie alle vorhandenen Suchkriterien miteinander kombinieren, um noch bessere Ergebnisse zu erzielen.

Analyse

Für die Partieanalyse (Eröffnung) bietet der CA verschiedene Bäume. Diese Gebilde umfassen jede Menge statistische Informationen, Bewertungen und Analysen von Groß- und Internationalen Meistern sowie computergestützte Einschätzungen zur Eröffnungstheorie. Sie haben die Wahl, diese Tools ma­nuell zu nutzen oder den CA z.B. die Eröffhungsphase automatisch kommen­tieren und analysieren zu lassen. Zu jedem Zug, wie z.B. allen schwarzen Er­widerungen im Trompovsky-Angriff (1.d4 Sf6 2.Lg5) sehen Sie auf einen Blick die Bewertung des jeweiligen Zuges, seine Häufigkeit, seine Erfolgs­quote, die Computerbewertung (CAP) und Informationen auf welchem Ni­veau (höchste ELO) und wann zuletzt der Zug gespielt wurde. Für das Mit­telspiel bietet der CA vor allem qualifizierte Engine-Unterstützung z.B. durch alle aktuellen und einige ältere Tiger-Versionen von Christophe Theron. Wichtiger finde ich aber, dass CA auch UCI (Universal Chess Interface) unterstützt. Dadurch stehen auch einige der derzeit besten Programme wie Shredder und Fruit für Analyse und Spiel zur Verfugung. Weiterhin steht ein ganzes Bündel an Analysemodi bereit inclusive automatischer Fehlersuche, tiefe Analyse von Positionen und ganzen Partien u.v.m. Auch ein Multi-Varianten-Modus, sowie die Möglichkeit nur bestimmte Züge zu analysieren bzw. auf Wunsch auch zu ignorieren ist vorhanden. Die oben genannten En­gines können Sie übrigens auch gleichzeitig nutzen, was allerdings einen sehr schnellen Rechner mit sehr viel Arbeitsspeicher erfordert. Und - das fin­de ich persönlich sehr wichtig - es ist möglich diese ganzen Analysen im Hintergrund auszuführen während man andere Aufgaben mit CA erledigt. Die Möglichkeiten sind zu vielfältig, als dass man sie in einem Artikel wie diesem auch nur ansatzweise beschreiben könnte. Ausprobieren ist hier gefragt! Außer Frage steht für mich aber, dass die Analysefunktionen die besten und flexibelsten sind, die ich kenne. Kommen wir nun zum

Endspiel. Hier stehen vor allem die bekannten Nalimov-Endspieldatenbanken ("Tablebases") zur Analyse zur Verfugung. Wenn Sie das Megapaket ordern, bekom­men Sie alle 3, 4 und 5-Steiner mitgeliefert. Aufgrund der Größe von 7,5 GB ist eine DVD notwendig, ein entsprechendes Laufwerk sollte dann zur Aus­stattung Ihres PCs gehören. Auf detailliertere Aspekte der Analyse komme ich im Laufe dieses Artikels noch zurück.

Engines

Zweifellos sind die heutigen extrem spielstarken Schachprogramme eine wichtige Säule bei der Vorbereitung und Analyse von Schachpartien. Der Wert eines "Schachsystems" wie Chess Assistant oder ChessBase definiert sich auch zu einem guten Teil über die mitgelieferten Schachmotoren. Hier hat der CA eindeutig die Nase vorn. Mit dem Chess Tiger 2004, dem Tiger 15 und dem Gambit Tiger sind schon einmal 3 hochwertige Programme da­bei. Allein der CT2004 hat einen Verkaufspreis bei www.lokasoft.nl von ca. 30 bis 40 Euro (Vollversion oder Update, Lieferung auf CD oder via Inter­net) und gehört weiterhin zur absoluten Creme de la Creme im Computer­schach. Er ist individuell einstellbar und kann somit sowohl in taktisch als auch positionell geprägten Stellungen eingesetzt werden. Chess Assistant er­möglicht Ihnen umfangreiche Einstellungsmöglichkeiten des jeweils verwen­deten Analyseprogramms. Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl von Motoren, die kompatibel zu Chess Assistant sind (UCI und WinBoard) wodurch die Auswahlmöglichkeiten fast unbegrenzt sind. Spielen Sie selbst gegen eine Engine, analysieren sie zusammen mit mehreren Schachprogrammen oder beobachten Sie Partien der Engines, wenn sie gegeneinander spielen. Durch die Kompatibilität zum UCI-Standard (Universal Chess Interface) können auch 2 der derzeit stärksten Programme (Fruit 2.2 und Shredder 9) eingebun­den werden. Diese sind allerdings vorher käuflich zu erwerben, gehören also nicht zum Lieferumfang des CA. Das wäre auch zu schön, um wahr zu sein...

Einbindung einer UCI-Engine unter CA 8.1 am Beispiel von Shredder 9 UCI

Shredder 9 ist ohne Zweifel zz. eines der stärksten Schachprogramme auf dem Markt. Bis vor kurzem war es sogar mit einigem Abstand die Nr. 1, bis aktuell mit Fritz 9 und Fruit 2.2 Programme erschienen sind, die am Thron gewaltig gerüttelt und den bisherigen Primus mittlerweile leicht überholt ha­ben. Fritz 9 läuft (leider) nicht unter CA, Fruit 2.2 als UCI-Engine schon. Doch bleiben wir bei Shredder 9 UCI. Da es zu UCI kompatibel ist, kann es problemlos unter Chess Assistant genutzt werden. Neben dem reinen Spiel gegen die Engine können Sie mit Shredder 9 auch die umfangreichen Analy­sefunktionen unseres Testkandidaten nutzen. Hier nun eine kurze "Schritt-für-Schritt-Anleitung" für die Installation. Dies gilt natürlich sinngemäß für alle UCI-Engines, lediglich die Pfade müssen abgeändert werden. Vermutlich können bei den meisten Engines auch nicht so umfangreiche Optionen einge­stellt werden, die Einbindung unter CA ist aber grundsätzlich gleich.

  • Menü "Werkzeuge" -> "Engines"

  • Im folgenden Dialog bitte "Hinzufügen" anklicken

  • Daraufhin öfmet sich der Dialog "Schachprogramm bearbeiten". Hier soll­ten Sie "Shredder 9 UCI" in das markierte Feld eingeben. Zusätzlich muss "Universal Chess Interface" im Feld darunter angezeigt werden. Hier kön­nen Sie auch die Größe der Hash-Tables vorgeben. Als Nächstes klicken Sie auf die Punkte, um den Pfad zur Engine zu setzen.

  • In dem folgenden "normalen" Windows-"Öffnen"-Dialog klicken Sie bis zum Pfad Ihrer Shredder 9 UCI-Installation, z.B. unter "C:\Programme \ShredderChess\Shredder 9 UCI". Hier wählen Sie "EngineShredder9 UCI.exe" aus und wählen "Öffnen".

  • Dadurch gelangen Sie in den ursprünglichen Dialog" zurück, wo Sie die Prozedur mit "Ok" abschließen.

Danach sollten Sie wieder am Ausgangsort sein. Die reine Installation der Engine ist abgeschlossen. Wenn Sie während Ihrer Analysen auf eine Engine zurückgreifen möchten, drücken Sie einfach "Strg" und die Leertaste. Da­raufhin öfmet sich ein Dialog, wo Sie eines der installierten Programme aus­wählen können. Falls Sie an den Parametern des Motors schrauben wollen, wählen Sie diesen einfach in der Liste aus und klicken auf "Persönlichkei­ten". Hier können Sie nun mit verschiedenen Einstellungen experimentieren. Grundsätzlich sollten Sie aber im Hinterkopf behalten, dass der Autor von Shredder 9 aber wohl auch andere Programmierer sich bei den Grundeinstel­lungen in aller Regel "etwas gedacht haben" und in den allermeisten Fällen diese die stärksten sind. Bei Shredder 9 jedenfalls ist mir bisher kein Setting bekannt, welches die von Stefan Meyer-Kahlen gesetzten Parameter über­trifft. Diese wäre auch nur schwer nachweisbar, für eine halbwegs klare Aus­sage dazu müssten sicher mindestens 500 (besser 1000) Partien mit verschie­denen Zeitkontrollen gespielt werden. Es gibt natürlich auch andere Beispie­le, wie z.B. den Chessmaster (The King). Hier sind die Grundeinstellungen sicher nicht die besten, aber das ist wieder ein anderes Thema, welches hier und heute nicht weiter vertieft werden sollte. Nachdem Sie die gewünschten Engines in Chess Assistant hoffentlich erfolgreich eingebunden haben, kön­nen sie spezifisch justiert werden. Optionen, die für alle eingebundenen En­ginges gültig sind, stellt man in den Fenstern "Generelle Analyse Optionen" und "Spiel Optionen" ein. Spezifische Optionen einiger, individueller Pro­gramme werden mithilfe des "Personalities" Buttons festgelegt. Bei den all­gemeinen Analyse- und Spieloptionen können Sie u.a. Hinweise mit farbigen Pfeilen einbauen, Bewertungen anzeigen und auf Wunsch direkt in die Nota­tion einfügen lassen, Hauptvarianten in verschiedenen Formen anzeigen las­sen sowie akustische Untermalungen wie Ton, Zugansage und Online-Kom­mentare einbauen. Die wohl ursprünglichste Anwendung eines Schachmo­tors ist wahrscheinlich der Einsatz als Spiel- bzw. Trainingspartner. Das ist im Chess Assistant mit jeder eingebundenen Engine möglich. Dabei spielt es selbstredend keine Rolle, ob aus der Grundstellung (F11) oder einer beliebi­gen gerade auf dem Brett befindlichen Stellung heraus (Shift + F11) begon­nen wird. In allen genannten Beispielen erscheint das Engine-Fenster und Sie können den gewünschten Motor auswählen, die Zeitkontrolle und andere Einstellungen auswählen. Gespielt wird sinnvollerweise mit der Maus, im Fenster unter der Notation zeigt das Programm seine bisherigen Hauptvari­anten nebst Bewertung und Suchtiefe in Halbzügen. Sie können die Engine-Kommentare nach einer Partie auch erhalten. Auf Wunsch fügt das Pro­gramm dann Symbole wie ?!, ?, ?? usw. Ihren Zügen hinzu, wo immer es glaubt stärker fortsetzen zu können. Zum großen Bereich der Engineforschung gehört natürlich auch die Möglichkeit, die eingebundenen Program­me in Wettkämpfen und Turnieren gegeneinander antreten zu lassen. Das können Matches zwischen 2 Teilnehmern oder Turniere "Jeder gegen Jeden" und nach "Schweizer System" sein. Auch der Autoplayer ("Auto232") wird unterstützt, sodass auch Matches gegen so genannte "externe" Engines, die also nicht direkt unter CA eingebunden sind, ausgetragen werden können. Als Beispiele seien hier vor allem die ChessBase-Programme Fritz, Hiarcs, Junior usw. genannt.

Eröffnungs- und Theorietraining

Dazu stehen unter CA die so genannten "Eröffnungstabellen" zur Verfügung. Dieser Modus vereinigt diverse Programmfeatures, um ein möglichst effekti­ves Werkzeug zum Theoriestudium zur Verfügung zu stellen. Man findet hier nicht nur alle Möglichkeiten der Eröffhungsenzyklopädie vor, sondern man hat darüber hinaus auch noch verschiedene Möglichkeiten durch die Varianten zu navigieren, sie zu analysieren und interessante Positionen zu markieren oder zu kommentieren. Viele wichtige Operationen, wie zum Beispiel die Positionssuche, sind mit nur einem Mausklick zu bewerkstelligen. Darüber hinaus kann natürlich die ausgewählte Analyseengine im Hintergrund mitlau­fen und zu jeder beliebigen Stellung befragt werden. Wenn man sich inner­halb der Eröffnungstabelle bewegt, kann man mit der Funktion "Neue Tabel­le" die betreffende Eröffnungstabelle neu initialisieren. Dabei werden neue Positionen, die der Anwender analysiert oder hinzugefügt hat, automatisch gespeichert. Das ist unter anderem deshalb so nützlich, weil sich damit vor­handene Bewertungen durch eigene Bewertungen und Pläne ändern lassen. Eine weitere sehr wichtige Funktion der Eröffiiungstabellen ist die Verbin­dung zum Chess Assistant Klassifizierer. Bekanntermaßen ist dieser Klassifi­zierer ein Hilfsmittel, um die enormen Datenmengen beliebig zu filtern oder zu sortieren. Darüber hinaus gewinnt man auch viel Zeit, da der Klassifizie­rer die Ergebnisse eines einmal durchgeführten Prozesses automatisch ab­speichert, so dass die entsprechenden Resultate immer sofort vorliegen. Da­bei kann man die datenbankspezifischen Klassifikationen natürlich auch problemlos zu einer anderen Datenbank "exportieren", bzw. "importieren". Die Eröffnungstabellen können von jeder Arbeitsumgebung des Chess Assis­tant aufgerufen werden, welche ein Schachbrett enthält. Dieses bildet stets die Stellung ab, die zu dem angeklickten Zug gehört, egal ob sich dieser im Pfadfenster, im Tabellenfenster, im Analysefenster oder sonst wo befindet. Ist erst ein Zug angeklickt, kann man sich mit den Cursortasten sehr schnell durch die Zugfolgen bewegen. Mittels "rechts" und "links" spielt man die Variante vor oder zurück, mit den Tasten "hoch" und "runter" wechselt man die Variante. Man kann das Schachbrett aber auch dazu benutzen neue Züge hinzuzufügen, die entweder den Pfad verlängern oder als Untervarianten den Pfad erweitern. Diese Züge werden aber erst dann dauerhaft gespeichert, wenn man das ganze mittels dem Menüpunkt "Neue Tabelle" abspeichert, so dass man beliebige Ideen erst einmal in Ruhe ausprobieren und analysieren kann. Herzstück dieses Bereiches ist das "Tabellenfenster". Hier findet man alle relevanten Informationen zur ausgewählten Stellung in enzyklopädischer Form. In diesem Fenster befinden sich alle Varianten mit den entsprechenden Abschlussbewertungen, die die aktuelle Stellung beinhalten. Man bewegt sich innerhalb der Tabelle mittels Cursortasten oder Maus. Einige Züge er­scheinen fett. Klickt man einen fett gedruckten Zug an, werden Nebenab­spiele zu diesem Zug angezeigt, die in der Tabelle nicht repräsentiert werden und in der Regel zu schlechteren Stellungen fuhren. Auch in diesem Modus wird - wie praktisch im gesamten Programm - die rechte Maustaste vorbild­lich unterstützt. Ein entsprechender Klick ruft ein passendes Kurzmenü mit seinen spezifischen Einträgen auf. Im Kommentarfenster werden Kommen­tartexte und Kurzkommentarsymbole zu Zügen und Varianten der Eröff­nungstabelle angezeigt. Um Kommentare einzugeben oder zu ändern ruft man das entsprechende Menü mit einem Rechtsklick ins Kommentarfenster auf. Nun ist es möglich in der Textzeile entsprechende Textkommentare und/oder durch Linksklick auf die Symbole entsprechende Kurzkommentar­symbole einzugeben. Es gibt sowohl einen Bereich für Kommentare zu Zü­gen, als auch einen für Kommentare zu Stellungen. Dazwischen ist der Zug in blau hervorgehoben, der zu der betreffenden Stellung geführt hat. Diese Funktion benutzt man, um bei der Arbeit mit Eröffnungsvarianten kurze Kommentare zu bestimmten Zügen einzugeben. Mit einem Rechtsklick ins Kommentarfenster können sie zu einem späteren Zeitpunkt sehr leicht ge­löscht werden. Im Variantenfenster werden die Abspiele der Züge der Ta­belle angezeigt. Klickt man auf einen der fettgedruckten Züge im Tabellen­fenster, erscheinen hier im Variantenfenster weitere Fortsetzungen, die wahr­scheinlich etwas schwächer sind als der Zug im Tabellenfenster. Darüber hi­naus wird im Variantenfenster mitunter die Variante noch weiter fortgeführt, obwohl sie im Tabellenfenster die maximale Tiefe bereits erreicht hat. Die Informationen im Baumfenster beziehen sich immer auf die auf dem Brett angezeigte Position. Es zeigt alle Züge an, die in dieser Stellung in der Da­tenbank gespielt worden sind, die Anzahl wie oft das geschah, den prozen­tualen Erfolg mit der betreffenden Fortsetzung und die jeweilige Bewertung. Kurz gesagt, sämtliche Informationen, die in der betreffenden Eröffhungstabelle enthalten sind, werden hier in komprimierter Form angezeigt. "Nebenbei" ist Chess Assistant 8.1 ein Instrument, um Eröffnungen zu lernen. Es be­steht z.B. die Möglichkeit, detaillierte Einschätzungen zu einer bestimmten Eröffhungsposition in Form eines Berichtes (Report) vollautomatisch zu ge­nerieren. Ein Report enthält eine konkrete Einschätzung zu einer bestimmten Stellung inkl. zahlreicher Statistiken, Bewertungen und einer Auflistung der bevorzugten Fortsetzungen. Der Report basiert auf den Bewertungen der Meisterdatenbank. Eine weitere wichtige Funktion ist, dass Chess Assistant in jeder Partie Neuerungen finden und als Referenz Notationen der Vorgän­gerpartien in die Notation einfügen kann. Dieses Feature ist sehr nützlich, wenn man sich mit neuen Partien, z.B. aus dem E-Mailservice von Chess As­sistant beschäftigt. In der Regel macht nur ein Vergleich mit der Datenbank "HugeBase" Sinn, da diese Datenbank eine große, sorgfältig bearbeitete Par­tiensammlung darstellt. Chess Assistant kann übrigens auch automatisch Par­tien auf der Basis der Schachenzyklopädie kommentieren. Die Anmerkungen zu den Eröffnungen basieren auf den Meisterbewertungen bzw. den Anwen­derkommentaren. Das Programm fügt selbständig Markierungen und Hin­weise in die Notation ein und schlägt bessere Abspiele vor. Insbesondere die zahlreichen Verbesserungsvorschläge zu bestimmten Varianten sind extrem nützlich bei der Beurteilung einer Eröffhungsvariante.

Weitere Features:

CAP: Seit einiger Zeit existiert im Internet das CAP-Projekt (Computer Analysis Project). Eine Vielzahl von Computerschachfans unterstützen das Projekt, das es sich zum Ziel gesetzt hat, möglichst Schachpositionen mit Hilfe von Computern zu analysieren. Chess Assistant präsentiert die CAP-Daten in Form eines Baums mit direktem Zugriff. Die Informationen sind in den Dateien cap.hsh und cap.elm gespeichert. Die simultane, gleichzeitige Darstellung des Schachbaums und CAP zeigt sehr häufig unentdeckte takti­sche Fehler in bekannten Systemen an, die bisher als korrekt eingeschätzt wurden.

Druckfunktionen: Chess Assistant kann Notationen, Partienlisten und En­zyklopädietabellen drucken. Insgesamt sind diese Funktionen im Vergleich zu den Vorgängern deutlich erweitert und verbessert worden. Sie haben die Möglichkeit, das Layout einzustellen und können sich über die Druckvor­schau vor dem Drucken einen Eindruck vom möglichen Ergebnis verschaf­fen. Das ist sinnvoll um Kosten, Zeit und Nerven zu sparen! Umständlich finde ich allerdings - auf diesen Fehler haben die Kollegen von CSS-Online hingewiesen - dass man vor dem Drucken ausgewählter (=markierter) Par­tien diese zuvor in eine temporäre Datenbank kopieren muss, weil das Pro­gramm ansonsten versucht, unter Ignorierung der von User getroffenen Aus­wahl alle Partien einer Datenbank zu drucken. Dies ist m.E. ein dicker Mi­nuspunkt in den ansonsten guten Druckoptionen, der schleunigst behoben werden sollte.

Formate: Im Internet sind vor allem die Formate PGN (für Partien) und EPD (für Stellungen) verbreitet. Selbstverständlich kann CA mit diesem Standard umgehen. Darüber hinaus werden auch das "alte" und "neue" ChessBase-Format (CBF und CBH) und auch im gängigen ZIP-Format kom­primierte Dateien unterstützt, allerdings nur für den Import. Exportiert wird in PGN und EPD. Das Programm ist also hinsichtlich der Datenformate im Computerschach universell und damit ausreichend flexibel konzipiert. Trotz­dem empfiehlt es sich, sämtliche Daten immer in das interne Datenformat des Chess Assistant zu konvertieren. Nur so erreichen Sie die optimale Ar­beitsgeschwindigkeit und haben uneingeschränkten Zugriff auf die Daten. Das ist bei der Konkurrenz nicht anders. Unter ChessBase z.B. haben Sie alle Funktionen nur im CBH-Format zur Verfügung und können auch am zügigs­ten damit arbeiten. Trotzdem muss ich sagen, dass mir ChessBase in diesem Zusammenhang etwas besser gefallt, weil es unkomplizierter im Umgang mit den diversen Formaten ist und auch das Windows-Clipboard (die Zwi­schenablage) optimal unterstützt. Insgesamt kann man mit den CA-Funktionen aber gut leben, letztlich ist es auch eine Frage der Gewöhnung.

Spielen im Internet (1): Mit Chess Assistant ist es möglich via Internet im Chess Assistant Schachklub auf dem Chess Assistant Schachserver Schach­partien gegen Gegner auf der ganzen Welt in Echtzeit zu spielen. Das Inter­face wurde entwickelt, um auch dem Neuling eine Möglichkeit zu bieten ohne die Kenntnis von speziellen Serverbefehlen am Chess Assistant-Schachleben teilzuhaben. Es ist nun ganz einfach nach Spielpartnern zu suchen, Partien zu spielen oder bei Partien anderer zuzuschauen. Der Internet Chess Assistant Club bietet die verschiedensten Möglichkeiten Schach online zu spielen und zu studieren. Die besten russischen Schachprofis halten hier Lehrstunden ab und jeden Tag werden Turniere gespielt, an denen Großmeister und Interna­tionale Meister teilnehmen. Anwender des Chess Assistant können an Preis­turnieren teilnehmen, nach Partien suchen, Partien beobachten, an Partieana­lysen teilnehmen, Trainingslektionen von führenden Schachtrainern besuchen usw. Darüberhinaus haben sie Zugriff zu riesigen Partiedatenbanken, den 6-Steiner Nalimov-Endspieldatenbanken, Konferenzen und Foren, sowie einem Mail-Service. Wie Sie einen Zugang zu diesem Server einrichten, erfahren Sie in der umfangreichen Hilfe-Funktion des Chess Assistant.

Spielen im Internet (2): Mit CA können Sie über das Internet live beim In­ternet Chess Club (bekannt als ICC) Schach spielen. Mit Leichtigkeit können Partien gesucht, selbst gespielt oder beobachtet werden. Dabei werden Sie mit der ganzen Kraft, die eine Datenbank, wie Chess Assistant 8.1 Ihnen bie­ten kann, unterstützt. Sie werden es einfach finden, in den Charts zu schauen, wer gerade online ist, wo gespielt wird, welche interessanten Partien gerade stattfinden und natürlich wer momentan einen Gegner sucht. Mit einem ein­fachen Klick erhalten Sie alle erforderlichen Informationen wie die Aufstel­lung nach Spielstärke, Alphabet, Partieart (Farbmarkierungen für Bullet (Ex­trem-Blitz), Blitz oder Standard-Zeitkontrollen), und sogar von der schnells­ten zur langsamsten Zeitkontrolle. Sie können auch spezielle Filter einsetzen, damit Ihre Vorlieben immer angezeigt werden. Zum Beispiel können Sie nur menschliche Spieler anzeigen lassen, die eine Spielstärke zwischen 2805 und 3012 haben und Blitz- oder Standardpartien spielen. Das Mitteilungs-Fenster erlaubt es Ihnen, Mitteilungen abzusenden, etwas zu erzählen (beim chatten) oder andere Dinge zu tun. Sie können dabei einfach vor- und zurücksprin­gen, um Ihre Vorlieben jederzeit aufrufen zu können. Beim Spielen einer Partie mit Chess Assistant haben Sie wesentlich mehr Möglichkeiten, als nur die Figuren zu bewegen. So können Sie direkt online "Advanced Schach" spielen. Dabei ist es möglich die Züge und Varianten zuerst auszuprobieren, den Baum der Hauptdatenbank zu befragen und natürlich eine Engine hinzu­zuziehen, die entweder selbständig spielt, oder Ihre Zugvorschläge überprüft. Mit einem einfachen Klick können sie verschiedene Engines auswählen. Sie können ihr auch angeben, alle Partieinformationen wie Kommentare, Be­denkzeit pro Zug usw. zu abzuspeichern. Wenn Sie anderen Partien zuschau­en, sind alle Einschränkungen aufgehoben. So können Sie Großmeisterpar­tien verfolgen (allerdings nur für registrierte ICC Spieler), ihre Züge mit dem Baum vergleichen, die Engine ihre Fehler (oder Glanzzüge) finden lassen. Verfolgen Sie die Kommentare der "Kiebitze", die auch von den Spielern ge­sehen werden können, oder das "Geflüster", Kommentare die nur von den Zuschauern gesehen werden können. Es gibt auch farbige Symbole, die auf­leuchten, wenn in einer anderen Partie, die Sie gleichzeitig verfolgen, weite­re Züge gespielt wurden. Beim ICC gibt es verschiedene Datenbanken, wie die "History" eines Spielers, seine letzten 20 Partien, die "Library", eine frei zugängliche Datenbank der 100 besten Partien und zuletzt eine durchsuchba­re Datenbank mit über 1.000.000 online gespielten Partien von GM's und IM's. Es ist sehr einfach diese zu finden und zu benützen, um sie ihren Da­tenbanken im Chess Assistant anzuhängen.

Fazit

Natürlich konnte ich Ihnen im Rahmen der beiden Artikel nur ansatzweise die gewaltigen Möglichkeiten dieses Programms darstellen. Derart komplexe Software entzieht sich nun mal einer kompletten Rezension, es sei denn, man hätte extrem viel Zeit und ca. 50 Seiten in der Rochade zur Verfügung. Grundsätzlich ist ChessAssistant ein tolles Universalpaket für den an­spruchsvollen Schachspieler, das steht m.E. absolut außer Frage. Mit der Un­terstützung der deutschen Sprache ist auch ein weiterer Schritt zu mehr Ak­zeptanz hier zu Lande getan. Zudem sind die Preise und auch der Lieferum­fang - vor allem was die mitgelieferten Schachprogramme angeht - im Ver­gleich zum direkten Konkurrenten aus Hamburg sehr attraktiv. Allerdings - das darf hier nicht verschwiegen werden - erfordert der CA eine umfangrei­che Einarbeitung. Diese fällt leichter, wenn man noch nicht "ChessBase-vorbelastet" ist, weil sich die Programme doch gewaltig unterscheiden. Ich selbst bin seit Jahren den Umgang mit CB-Produkten gewohnt, daher käme für mich persönlich ein Umstieg nicht in Frage. Wenn Sie, liebe Leserinnen und Leser jedoch planen, sich ein solches Programmpaket erstmals ins Haus zu holen, kann ich Ihnen den ChessAssistant vor allem aufgrund des günsti­gen Preises und der vielfältigen, innovativen und teils einzigartigen Möglich­keiten uneingeschränkt empfehlen. Das Preis-Leistungs-Verhältnis würde ich als ausgezeichnet einstufen.

Wolfgang Battig

Rochade Europa 11/2005

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Chess Assistant 8.1 Englisch im Praxistest

Gerade in Deutschland ist die ChessBase-Datenbank der Platzhirsch, den es in der Gunst der Käufer zu schlagen gilt. Der neueste Versuch stammt vom russischen Programmiererteam von Convecta Ltd.. Chess Assistant 8.1 in der so genannten Starter-Version lag uns zum Test vor.

Lange hatte ich mich mit Chess Assistant nicht mehr beschäftigt. Zu übermächtig war die Marktpräsens von ChessBase. Da war die Präsentation von Version 8.1 eine gute Gelegenheit alte Vorurteile und vorgefasste Meinungen 'mal wieder auf die Probe zu stellen.

Vor der Installation muss sich der Nutzer zunächst einmal Gedanken um sein gekauftes Paket machen. Beiden Paketen gemein ist neben dem eigentlichen Programm und dem aus den Vorgänger-Versionen bekannten Positionsbaum, eine riesige Datenbank mit 2.710.000 Partien (davon 26.338 kommentiert), eine weitere und Multimedia-Files. Das Mega-Pack bietet zusätzlich eine Fernschach-Datenbank mit Positionsbaum und Nalimov Tablebases mit drei bis fünf Steinen. Das Installationsprogramm bietet übrigens auch für die Starter-Version die Option der Fernschach-Datenbank an, was nur durch einen Abbruch und Neuinstallation zu beheben ist. Also Beipackzettel lesen. Übrigens waren sämtliche Hilfe- und Programmdateien bis Anfang August 2005 nur auf Englisch vorhanden, eine deutsche Version soll aber bald zur Verfügung stehen.

Die Lektüre des Programm-Manuals fördert denn auch weitere Programmneuerungen zu Tage. Als Analyse-Engines werden nun Chess Tiger 2004, Chess Tiger 14.0, Chess Tiger 15.0, Ruffian, Delfi, Dragon, Crafty, Gambit Tiger I und Gambit Tiger II beigelegt. Die mitgelieferte Eröffnungsreferenz umfasst nunmehr als 500.000 bewertete Positionen. Einen einfachen Zugriff hierauf erlauben Eröffnungs-Tabellen im klassischen Enzyklopädie-Format. Ähnlich ChessBase wird auch mit dem Chess Assistant ein Zugang zu einem Schach-Server (ICC) gewährt und eine angeblich "intelligente" Kommentierungs-Funktion soll es ermöglichen, Partien automatisch mit Text-Kommentaren zu versehen. Um den Überblick zu behalten sind ferner diverse Video-Tutorials verfügbar und die Suchfunktionen wurden erheblich erweitert.

Tatsächlich sind die beiden Programme im Bereich der Funktionen ziemlich deckungsgleich. Ähnlich den großen Office-Paketen scheint eine gewisse Sättigung bei den Features eingetreten zu sein. Man vermisst bei keinem Programm eine wichtige Funktion. Auch erscheint es nicht so, dass eines der beiden Programme sich funktionell wesentlich vom Konkurrenten absetzen kann. Lediglich in einem Punkt übertrifft der Chess Assistant seinen Konkurrenten eindeutig: Die Engines dienen nicht nur der Analyse, sondern es lassen sich auch Partien gegen diese spielen, Test-Suites automatisch lösen und Engine-Turniere durchführen. Hierfür sind bei ChessBase die Spielprogramme, sprich Fritz & Co zuständig. Bei den Russen sind hingegen nicht nur die vorgegebenen Engines nutzbar, sondern auch weitere Engines wie etwa Genius 4 und 5, M-Chess Pro, sowie jede UCI- oder Winboard-Engine.

Im Folgenden wollen wir jedoch weniger einen Funktionstest als vielmehr einen Praxisvergleich anstellen.

1. Test: Partien eingeben / nachspielen Die einfachste, aber auch wichtigste Funktion einer Schachdatenbank ist die Speicherung und Wiedergabe von Partien.

Bei den riesigen Datenbanken, die den Programmen standardmäßig beiliegen, werden die meisten Spieler wohl mehr Partien nachspielen, als selbst eingeben. Bei beiden Programmen geschieht das Nachspielen am einfachsten per Tastatur, alternativ aber auch gerne per Maus. Ärgerlich ist beim Chess Assistant allerdings, dass Varianten erst nach der Vornahme einer entsprechenden Einstellung in dem etwas überfrachteten Optionen-Menü auch mit der Tastatur erreicht werden können. Die Programm-Oberfläche selbst wirkt ebenfalls etwas überhäuft. In der Grundeinstellung werden dem Benutzer sämtliche offenen Datenbanken, Partien, Reports etc., das Nachspielbrett, die Stammdaten der Partie, die Notation und der korrespondierende Abschnitt der so genannten CAP, der Eröffnungsreferenz, angezeigt. Auch bei ChessBase lassen sich diverse Zusatzinformationen neben Brett und Notation holen, aber zunächst bleibt der Bildschirm leerer bzw. übersichtlicher, je nach sprachlicher Vorliebe. Ich könnte mir aber vorstellen, dass ich als klassischer Chess Assistant-Benutzer die Leere kritisiert hätte.

Bei ChessBase lässt sich die Analyse-Engine in einer Partie zur Unterstützung zuschalten, beim Chess Assistant natürlich auch, diese ersetzt allerdings den Variantenbaum.

Ähnlich dicht beisammen liegen die Kontrahenten bei der Partieeingabe: In beiden Fällen wird der Benutzer durch eine intelligente Eingabehilfe unterstützt. In beiden Programmen gelang es beispielsweise mühelos und ohne Fehler eine Hauptvariante des geschlossenen Spaniers durch Ein-Klick-Eingaben mit der Maus fehlerfrei bis nach dem 15. Zug einzugeben. Bei ChessBase ist auch immer noch die Tastatureingabe möglich, aber wer nutzt die schon? Eine Merkwürdigkeit betraf aber die Tatsache, dass einige Partien zwar in der Vorschau zu sehen, aber nicht in einem eigenen Fenster zu laden sind?! So ließ sich beispielsweise Partie Nr. 15 der Commented Database auch in vielfachen Versuchen nicht dazu bewegen, in einem eigenen Fenster zu starten. Ein ebenfalls einmaliges Feature stellt die Verschmelzung mehrerer Partien in ChessBase dar. In einem Fenster lassen sich mehrere ineinander verschachtelte Spiele anzeigen. Eine von mir sehr häufig verwendete Funktion und eine Anregung an den Schach-Assistenten!

2. Suchfunktion Die zweithäufigste Funktion dürfte die Suche sein. Bei beiden Programmen sind die entsprechenden Suchmasken zwar sehr voll, aber dafür wird praktisch keine Möglichkeit, Informationen aus der Datenbank zu filtern, vergessen. Eine Positionssuche im Chess Assistant 8.1 in der großen Datenbank mit 2.710.000 Partien ist innerhalb von nur 12 Sekunden geschehen. Ein Verdienst des Variantenbaums. Mit beliebiger Farbwahl, Suche in Varianten und gespiegelten Stellungen braucht die Suche schon 1:46 Minuten. Auch nicht schlecht.

In ChessBase dauert die Suche nach der gleichen Stellung in der vergleichbar großen Megabase 2004 mit 2.610.000 Partien ca. 1:45 Minute. Die zusätzlichen Optionen verlangsamen die Suche dafür nur unwesentlich. Generell kann man aber sagen, dass Suchanfragen aufgrund der besonderen Struktur des Chess Assistant-Datenformats zumeist schneller vonstatten gehen.

3. Eigene Vorbereitung Ein weiterer wesentlicher Grund der Benutzung einer Schach-Datenbank ist die eigene Vorbereitung. Zwei Experimente sollen daher herausgepickt werden. Zum einen die eigene Eröffnungsvorbereitung und zum zweiten die Erstellung eines Reportes über einen potentiellen Gegner.

Beim Chess Assistant ist die Vorgehensweise im ersten Fall so simpel, als säße man nicht am virtuellen Brett, sondern aus einem aus Holz mit einem Buch in der Hand. Im Beispiel wurde der Baum ("Tree") aufgerufen und die folgenden Züge auf dem Brett vorgespielt: 1.e2-e4 c7-c6 2.d2-d4 d7-d5 3.e4-e5 Lf5 4.g4 sodann aus dem Menü den Befehl "Opening Table" ausgewählt und es wird alles angezeigt, was man sich dazu wünschen kann. Die in der Datenbank vorhandenen Züge werden nicht nur mit der Anzahl der vorhandenen Partien, der statistischen Auswertung, Jahr und Elozahl angezeigt, sondern wie beim Spiel gegen einen Schachcomputer sogar mit einer Bewertung in Bauerneinheiten! Diese wird nicht etwa schnell von einer Engine erzeugt, sondern wird wiederum der CAP genannten Datenbank entnommen. Zusätzlich werden die weiteren Fortsetzungen, gewichtet nach Häufigkeit im Spiel der bekannten Tabellen der Enzyklopädien dargestellt. Kommentare zu einzelnen Zügen werden in einem gesonderten Fenster angezeigt und farbig markiert. Da kann man nur sagen: Perfekt! Ich fühle mich subjektiv in dieser Eröffnung sofort sehr stark ...

In ChessBase ist das grundsätzliche Vorgehen zunächst vergleichbar. Züge auf einem leeren Brett eingeben und "Eröffnungsreport" anklicken. ChessBase erstellt nun tatsächlich einen Report mit einer statistischen Auswertung zu Ergebnissen, Elo, Jahren und natürlich den in der Datenbank vorkommenden Zügen zu der Ausgangsstellung. Allein: Ich vermisse eine Anzeige der weiteren Entwicklungen. Ich will schließlich wissen, was für Stellungstypen entstehen können. Immerhin wird aber im Report auch eine Verknüpfung zum Eröffnungsschlüssel angezeigt, der ähnliche Dinge anzeigt, wie die Tabelle beim Chess Assistant. In diesem Bereich würde ich im Ergebnis trotzdem den Chess Assistant bevorzugen, zumal dessen Eröffnungs-Tabelle in Sekunden erscheint, während der Eröffnungsreport bei ChessBase bei einer großen Datenbank durchaus zwei Minuten in Anspruch nehmen kann. Bei häufigem Aufrufen dieser Funktion sollte die Kaffeemaschine reichlich Nachschub an Koffein-haltigen Getränken produzieren.

Die Vorbereitung auf einen einzelnen Gegner geschieht beim Chess Assistant mit dem selbst erklärenden Punkt "Prepare for your opponent". Dieser Menüpunkt fördert eine Übersicht der vom Gegner in der Vergangenheit gespielten Varianten in einer übersichtlichen Tabelle neben einer kurzen Zusammenfassung zu Tage. Erfolgreiche und weniger erfolgreiche Varianten werden gekennzeichnet ("likes" / "dislikes"). Selbstverständlich lassen sich die einzelnen zu den Varianten gehörenden Partien aus dem Report heraus aufrufen. Leider schweigt sich der Report zu etwaigen kurzfristigen Vorlieben vollständig aus. Anders ausgedrückt, erfährt man aus dem Report heraus nichts darüber, ob eine vielleicht nicht so erfolgreiche Variante nicht vielleicht zuletzt vor zehn Jahren gespielt wurde. Da kann die Vorbereitung komplett in Leere laufen.

Das Spielerdossier bei ChessBase braucht zwar erneut deutlich länger für die Erzeugung, ist dann aber wesentlich aussagekräftiger. Neben Lebensphasen, in denen besonders erfolgreich oder weniger gut gespielt wurde, erfährt man etwas über die gewonnenen Turniere, ausführliche Listen zu jedem häufiger gespielten Kontrahenten und zum Eröffnungsrepertoire. Aus diesem lassen sich dann auch weitere Eröffnungsreports und Listen der Partien generieren, aus denen schnell ersichtlich ist, ob die besonders wenig erfolgreichen Varianten nicht ausschließlich bereits vor Jahren gespielt wurden. Ein klarer Punkt für ChessBase.

4. Kompatibilität und Turnierarbeit Auf Turnieren verwende ich bislang ausschließlich ChessBase zur Partieerfassung und schnellen Auswertung der Turniertabelle. Um es kurz zu machen, das wird auch so bleiben. ChessBase ist einfach unkompliziert. Das fängt beim Import von Partien an. Fremde Partien, die etwa mit einem Schachprogramm gespeichert wurden, werden unproblematisch per Drag and Drop im Datenbankfenster importiert. Heute ist zwar das PGN-Format weit verbreitet, aber früher gab es durchaus auch einmal Text-Dateien zu importieren. ChessBase stellt sich da überhaupt nicht zickig an. Selbst Textdateien mit Spalten (etwa vom alten Genius für DOS) in Langnotation und mit englischen Figurenkürzeln werden einfach über die Zwischenablage und in der Regel brauchbar übernommen. Dass zudem die meisten Schachprogramme zwischenzeitlich ihre Partien gleich im ChessBase-Format abliefern, ist da natürlich ein zusätzlicher Vorteil.

Und der Chess Assistant? Fremde Datenbanken (ChessBase, PGN, Chess Assistant, EPD, ZIP(!?) ) müssen über einen umständlichen Dialog mit lästiger Nachfrage importiert werden. Dies geschieht zwar nach meinen Tests absolut fehlerlos (auch Partien, die mit Stellungen beginnen oder sonstige Besonderheiten aufweisen, werden anstandslos übernommen) und dauert auch nicht lange, ist aber in der Regel irreversibel. Als Export-Format sind nur EPD und PGN vorgesehen. Die Zwischenablage kennt das Programm nur bei Im- und Export einzelner Partien. Da muss dringend nachgebessert werden.

Einen weiteren Minuspunkt kassiert das amerikanische Programm beim Drucken. Der Druck von fünf markierten kommentierten Partien aus der unveränderten "Commented Database" mit gerade einmal 24.000 Partien von der Festplatte auf einem 3 GHz-Rechner wurde ohne Ergebnis nach über 10 Minuten abgebrochen. Eine Untersuchung ergab, dass es notwendig ist, die ausgewählten Partien zunächst in ein Dataset, also eine temporäre Sammlung von Partien, zu verwandeln, sonst versucht das Programm sämtliche Partien der Datenbank zu drucken. Die Markierung wird ignoriert. Das erscheint unnötig kompliziert. Bei ChessBase zeigt sich nach Auswahl von fünf kommentierten Partien aus der Megabase direkt nach der Anwahl des Menüpunktes Drucken die Druckvorschau und auf Wunsch startet der Druck dann auch sofort. Immerhin ist der Druck bei beiden Programmen weitgehend frei zu konfigurieren.

Statt zu drucken, kann übrigens bei beiden Programmen auch eine HTML-Seite erzeugt werden. Ein pfiffiges Script, welches nachspielbare Partien erzeugt, gibt es beim Chess Assistant aber nicht. Die Spiele werden im Fließtext erzeugt.

5. Fazit Der Chess Assistant hat seine Stärken. Die eigene Vorbereitung und das Training werden effizient und mit tollen Funktionen unterstützt. In Teilbereichen gibt es auch durchaus Anregungen für die Konkurrenz aus Hamburg. Warum nicht aus einem Eröffnungsreport heraus ohne Zusatzprogramme 'mal eben die gerade angeschaute Variante in einer Blitzpartie gegen eine Engine erproben? Auch die in der Regel kürzeren Suchzeiten sprechen für den Chess Assistant. Insgesamt wirkt ChessBase jedoch reifer und durchdachter. Es gibt beim Arbeiten einfach weniger Hürden. Hier spielt auch die bessere Übersichtlichkeit eine Rolle.

Wer nun tatsächlich die Anschaffung eines Schach-Datenbank-Programms erwägt, muss vielleicht noch einen Blick in die Brieftasche werfen. Hier spricht nun alles für den Chess Assistant. 129,- für die Starter-Version und 179,- für das Mega-Paket sind im Vergleich schlicht überzeugend.

Karsten Bauermeister, Sept. 2005

Chess Assistant 8.1 / deutsch