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Art.-Nr.: LORAEDKE
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Die Katalanische Eröffnung

208 Seiten, gebunden, Kania.

5,00 €
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Mit dem Hauptthema 1.d4 d5 2.c4 e6 3.Sf3 Sf6 4.g3 d:c4 5.Lg2 (5...a6, 5...Sc6, 5...b5, 5...c6, 5...Lb4+, 5...Ld7, 5...Le7 usw.). Behandelt wird aber auch der Geschlossene Katalaner , in dem Schwarz auf ...d:c4 verzichtet. Verzichtet wird lediglich auf Varianten, in denen Weiß sich den Bauern mit Da4+ und D:c4 zurückholt.

Das Buch bietet eine Fülle positioneller Gambitspiele zum Studium an und sollte geeignet sein, mit dem Vorurteil der langweiligen "Remiswaffe" aufzuräumen.

IM Raetzki und FM Tschetwerik geben wie schon bei ihrem Buch über Albins Gegengambit die ausführliche Theorie, diesmal aber auch mit textlichen Erläuterungen. Ein klassisches, gründliches Theoriebuch, ca. 15 Jahre nach dem (hervorragenden) Zweibänder von Neistadt im Schmaus-Verlag die willkommene Aktualisierung.

Die Katalanische Eröffnung - charakterisiert durch den Auf­bau d4/c4/Sf3/g3/Lg2 - gilt mancherorts als die "Eröff­nung der Friedfertigen". Tatsächlich ist es ein Kampf voller positioneller Feinheiten, und die kleinste Ungenauigkeit läßt den Nachziehenden in einer hoffnungslos passiven Stellung zurück. In den weniger ruhigen Spiel­weisen, z.B. mit ...d:c4 und ...a6/...b5, klammert sich der Schwarze an den Gambitbauern; aufregende Ver­wicklungen sind die Folge. Katalanisch kann gegen das Orthodoxe Damengambit und gegen Indische Systeme eingesetzt werden und wird vielfach auch per Zugum­stellung über Englisch oder die Reti-Eröffnung erreicht.

Die Autoren, IM Raetzki und FM Tschetwerik aus Woronesh/Rußland, warten mit zahlreichen eigenen Ana­lysen und Anregungen auf. Zusammen mit Erläuterun­gen über Feinheiten von Zugfolgen und Zugumstellun­gen ergibt sich eine überzeugende wie objektive Darstellung der Eröffnung, mit Schwerpunkt auf den aktuellsten und aussichtsreichsten Spielweisen für Weiß.

Verlagsprogramm 2002

Einführung

Thema dieser Monographie ist eine sehr feinsinnige Spielweise - die Katalanische Eröffnung. Diese ziemlich junge Eröffnung erhielt ihren Namen nach einem Tur­nier in der Hauptstadt Kataloniens: Barcelona 1929. Nachdem Sizilien, Italien, Spanien usw. schon längst nach ihnen benannte Eröffnungen hatten, wollte Savielly Tartakower auch diese historisch berühmte Region in der Schachtheorie verewigt sehen. In einer seiner Partien wählte er eine Aufstellung, die an die heut­zutage moderne Behandlung des Geschlossenen Systems erinnert.

Doch schon aus dem XIX. Jahrhundert ist uns eine entsprechende Partie bekannt, nämlich Blackburne - Baird, Leipzig 1894:

1 .d4 d5 2.Sf3 Sf6 3.g3 e6 4.Lg2 Le7 5.0-0 0-0 6.c4 c6 7.Sc3 Sfd7 8.Db3 Db6 9.c5 D:b3 10.a:b3 e5 11.b4 Lf6 12.e3 Sa6 13.b5 Sb4 14.Ta4 Sd3 15.Td1 S:c1 16.T:c1 usw. (1:0/37.).

Die aus dem spanischen Königreich stammende Eröffnung erwies sich bald als Günstling der Schachkönige. Im WM-Revanche-Match Aljechin - Euwe 1937 erhielt sie ihre moderne Gestalt. Fast alle späteren Weltmeister wandten die Katalanische Eröffnung an. Als besonders namhafte Spezialisten können heutzutage Garry Kasparow und der Fide-Weltmeister von 1999, Alexander Khalifman, gelten.

Nach 1.d4 Sf6 2.c4 e6 3.g3 ist sowohl Nimzowitsch-lndisch wie auch Damenin­disch praktisch ausgeschlossen. Das Spiel kann zwei prinzipielle Richtungen nehmen: Das Offene System mit 3...d5 4.Sf3 d:c4 5.Lg2 (bzw. 5.Da4), oder das Geschlossene System mit 4...Le7, ohne späteres ...d:c4. Weiß strebt in beiden Fällen nach einem Übergewicht im Zentrum, gewöhnlich mittels e2-e4. Der starke Lg2 unterstützt dies aktiv und erschwert außerdem die Entwicklung des gegneri­schen Damenflügels.

Inzwischen ist die Anzahl der mit der Katalanischen Eröffnung begonnenen Partien unüberschaubar groß. Die "offizielle" Zugreihenfolge in den Enzyklopädien lautet 1.d4 d5 2.c4 e6 3.Sf3 Sf6 4.g3 , also Damengambit. Tatsächlich aber ist Kata­lanisch viel mehr als nur ein Teilbereich des Orthodoxen Damengambits, neben der bereits erwähnten Folge 1.d4 Sf6 2.c4 e6 3.g3 entsteht Katalanisch auch häufig über Slawisch, Englisch oder die Reti-Eröffnung. Die Popularität der Eröffnung wächst von Jahrzehnt zu Jahrzehnt.

Mithin hat der Umfang an verfügbarer Information ein Maß angenommen, daß ein Komplettwerk - selbst in nonverbaler, enzyklopädischer Form - einen Umfang hät­te, der nicht mehr als zeitgemäß erachtet würde. Werke mit einem Gesamtumfang jenseits der 500 Seiten waren in früheren informationsärmeren Zeiten mehr "in" als heutzutage. Deshalb haben wir uns entschlossen, hier nur die aus unserer Sicht aussichtsreichsten Spielweisen für Weiß vorzustellen. Im Offenen System ist dies das Katalanische Gambit- 1.d4 d5 2.c4 e6 3.Sf3 Sf6 4.g3 d:c4 5.Lg2 - nicht 5.Da4+, was den Bauern gleich zurückgewinnt (per Zugumstellung werden mitunter dennoch Da4-Spielweisen berührt).

Dennoch soll dies keinesfalls ein typisches "Repertoirebuch" sein. An vielen Stellen bieten wir für Weiß Alternativen an, die verschiedene Spielstile befriedigen sollten. Für den Nachziehenden empfehlen wir insbesondere 5...Sc6 , die Darstel­lung im entsprechenden Kapitel ist solcherart, daß sich für beide Seiten ein kom­plettes Repertoire ergibt. Auch die übrigen Kapitel mögen den Schwarzspielern insofern von Nutzen sein, daß ihnen - neben allgemeinen Spielprinzipien - die aktuellsten und derzeit aussichsreichsten Systeme für Weiß vorgestellt werden.

Die Autoren sind schon lange Anhänger dieser Eröffnung und wenden sie häufig in ihrer Praxis an. Wir greifen daher oft auf unsere eigenen Partien und Analysen zurück, viele davon sind hier erstmalig veröffentlicht. Bei der Auswahl von frem­dem Material haben wir vorrangig die modernsten Partien und Analysen von den größten Kapazitäten dieser Eröffnung berücksichtigt. Bei der Darstellung be­schränken wir uns nicht auf nackte Varianten, sondern bemühen uns, die Pläne für beide Seiten aufzuzeigen. Allgegenwärtig sind - die in der Katalanischen Eröffnung besonders häufigen - Zugumstellungen; Verweise und Quervergleiche zwischen Varianten sind entsprechend an der Tagesordnung.

Zum Schluß empfehlen wir zum weitergehenden Studium das grundlegende Werk von Jakow Neistadt sowie das interessante Büchlein von Angus Dunnington, "Winning with the Catalan".

IM Alexander Raetzki

FM Maxim Tschetwerik

Woronesh, im August 2001

Details

Sprache Deutsch
Autor Raetzki, Alexander
Tschetwerik, Maxim
Verlag Kania
Medium Buch
Gewicht 416 g
Breite 14,8 cm
Höhe 21,1 cm
Seiten 208
ISBN-10 3931192199
Einband gebunden

Inhalte

Inhalt

003 Inhalt

004 Zeichenerklärung

005 Einführung

006 Quellenverzeichnis

007 Kapitel 1 Die Verteidigung 5...Sc6

038 Kapitel 2 Die Verteidigung 5...a6

060 Kapitel 3 Die Verteidigung 5... b5

070 Kapitel 4 Die Verteidigung 5...c6

073 Kapitel 5 Die Verteidigung 5...Sd7

078 Kapitel 6 Die Verteidigung 5..Sbd7

094 Kapitel 7 Die Verteidigung 5...c5

111 Kapitel 8 Die Verteidigung 5...Lb4+

123 Kapitel 9 Die Verteidigung 5...Le7

154 Kapitel 10 Die Verteidigung 4...c6 5.Lg2 Ld6

162 Kapitel 11 Das Geschlossene System: Abweichungen von der Hauptlinie

174 Kapitel 12 Die Hauptvariante des Geschlossenen Systems

202 Variantenindex

Neben seinem hier ebenfalls vorgestellten "meeting 1. e4" ist auch im Schachverlag Kania ein neues Buch von Alexander Raetzki erschienen. Zusammen mit seinem gewohnten Co - Autor Maxim Tschetwerik stellt er darin die Katalanische Eröffnung vor, die sich durch die weiße Aufstellung mit c4, d4, Sf3, g3 und Lg2 kennzeichnet.

Natürlich hat die Eröffnungstheorie auch in diesem flexiblen System längst enorme Ausmaße angenommen, weshalb die Autoren auf eine vollständige Abhandlung verzichteten und sich vielmehr auf die aktuellsten und für Weiß aussichtsreichsten Spielweisen konzentrierten. So wurde zum Beispiel im offenen System nach 1. d4 d5 2. c4 e6 3. Sf3 Sf6 4. g3 dxc4 nicht 5. Da4+ mit sofortigem Rückgewinn des Bauern gewählt sondern das sogenannte katalanische Gambit 5. Lg2.

Diese Ausgangsstellung steht eindeutig im Mittelpunkt des Buches, denn nicht weniger als neun Kapitel beschäftigen sich mit neun verschiedenen Verteidigungen gegen diese Variante. Dabei sind vor allem die Kapitel über 5. ...Sc6 und 5. ...Le7 sehr ausführlich, hier werden sicher auch Schwarz - Spieler voll auf ihre Kosten kommen.

Das letzte Viertel des Buches behandelt in drei weiteren Kapiteln noch die Verteidigung mit 4 ...c6 5. Lg2 Ld6 und zweimal das sogenannte geschlossene System (4 ...Le7 ohne späteres dxc4), wobei hier die Hauptvariante ebenfalls sehr umfassend erörtert wird.

Der Umfang des enthaltenen Materials kann sich durchaus sehen lassen, denn die über 200 Seiten sind zweispaltig und kompakt bedruckt, was den Autoren viel Platz für ausführliche Kommentierung und eine breit gefächerte und tiefgehende Aufschlüsselung der Varianten einräumt.

Vor allem für Weiß - Spieler bietet "Die Katalanische Eröffnung" damit eine überzeugende Schilderung der aktuellen Varianten, aber auch Schwarz kann sich damit auf den neuesten Stand bringen, wobei beide Seiten von der objektiven Darstellung des Materials profitieren werden.

Schach Markt 3/2002

Die Katalanische Eröffnung, als deren namhafteste Spezialisten derzeit die beiden Exweltmeister Garry Kasparov und Alexander Chalifman angesehen werden, gilt häufig als harmlose Spielweise, welche dem Schwarzen wenig Mühe auf dem Weg zum Ausgleich bereitet.

Die russischen Autoren IM Raetzki und FM Tschetwerik zeigen in ihrem neuen Werk, dass dies nicht generell zutrifft, können doch namentlich in den Abspielen mit...d:c4 und Deckung des Mehrbauern mit ...a6 und ...b5 beachtliche Verwicklungen entstehen, welche eine enorme taktische Schlagfertigkeit von beiden Seiten erfordern. Andererseits verlangt das Geschlossene System eine flexible positionelle Behandlung.

Die Verfasser geben einen umfassenden Überblick aller gebräuchlichen Varianten, wobei sie nach den aussichtsreichen Zugfolgen für Weiß Ausschau halten, ein gerade bei dieser Sicht des Schwarzen "soliden" Verteidigung recht mühsames Unterfangen. Ausgangspunkt der halb offenen Spielweise ist die Zugfolge 1. d4 d5 2. c4 e6 3. Sf3 Sf6 4. g3 d:c4 5. Lg2. welcher etwas drei Viertel des Buchumfangs gewidmet sind. Es werden folgende Fortsetzungen besprochen:

1) 5. ...Sc6 (Kapitel 1, S. 7-37), derzeit groß in Mode um 6. ...e6-e5 durchzusetzen;

2) 5. ...a6 (Kapitel 2, S. 38-59), ebenfalls weit verbreitet;

3) 5. ...b5 (Kapitel 3 S. 60-69), wonach Weiß ein echtes Gambit spielt und eine langanhaltende Initiative erhält;

4) 5. ...c6 (Kapitel 4, S. 70-72), ziemlich riskant für Schwarz und wenig beliebt;

5) 5. ...Ld7 (Kapitel 5, S. 73-77), heute wenig gebräuchlich; Weiß spielt am besten 6. Se5 mit Bauernopfer und Initiative;

6) 5. ...Sbd7 (Kapitel 6, S. 78-93), ein etwas farbloser Zug, in der modernen Turnierpraxis selten anzutreffen;

7) 5. ...c5 (Kapitel 7, S. 94-110), ein häufiger direkter Gegenschlag;

8) 5. ...Lb4+ (Kapitel 8, S. 111-122), ein Sonderfall von Bogoljubow-Indisch;

9) 5. ...Le7 (Kapitel 9, S.123-153) "Halboffenes Katalanisch" im engeren Sinne; sowohl nach 6. 0-0 0-0 7. Se5 als auch nach 6. 0-0 0-0 7. Dc2 entstehen ruhigere Stellungsbilder.

Die Kapitel 10 bis 12 (das Viertel des Buches) beschäftigen sich mit dem Geschlossenen System :

1) Das Abspiel 1. d4 d5 2. c4 e6 3. Sf3 Sf6 4. g3 c6 5. Lg2 Ld6 (Kapitel 10, S. 154-161) wird von der Theorie etwas vernachlässigt, kommt jedoch in der Praxis gar nicht selten vor; ein Vorteil für Weiß lässt sich nur schwer erreichen.

2) Nach 1. d4 d5 2. c4 e6 3. Sf3 Sf6 4. g3 Le7 5. Lg2 0-0 6. 0-0 kann Schwarz mittels 6. ...a5 6. ...Sa6 6. ... Sc6 und 6. ...c6 von der Hauptlinie abweichen (Kapitel 11, S. 162-173).

3) Die Hauptvariante ergibt sich nach 6. ...Sbd7 7. Dc2 c6 8. Sbd2 b6 mit den Fortsetzungen 9. b3 und 9. e4 (Kapitel 12, S. 174-201). Sie kommt in der Turnierpraxis häufig vor, wobei der Weiße je nach Temperament die Bauernspannung im Zentrum (e4) aufrechterhalten oder (durch das Vorrücken e4-e5 auflösen kann mit eher taktisch bzw. mehr positionell geprägtem Charakter des Spiels. Gleichwohl bleibt das Ganze ein zuverlässiges Verteidigungssystem für Schwarz. Dieser muss jedoch Katastrophen wie die folgende kennen und vermeiden.

Barreas - N. Gil, Kuba 1992 (S. 192): 1. d4 d5 2. c4 e6 3. Sf3 Sf6 4. g3 Le7 5. Lg2 0-0 6. 0-0 Sbd7 7. Dc2 c6 8. Sbd2 b6 9. e4 Lb7 10. b3 Tc8 11. Lb2 d:e4 12. S:e4 c5 13. Sf6+ S:f6 14. d:c5 L:c5?? 15. Sg5!! 1:0 (Richtig war natürlich der Zwischenzug 14. ...Le4, z.B. 15. Dc3 L:c5 usw.)

Die Verfasser bringen insgesamt ca. 230 Varianten und Untervarianten sowie etwa 100 vollständige Partien im Verlauf des Textes, ein Beleg für die tief schürfende Aufarbeitung des reichhaltigen Materials.

Das auch äußerlich höchst gediegen ausgestattete Werk kann allen Anhängern der Katalanischen Eröffnung als derzeit aktuellste Standortbestimmung zum sorgfältigen Studium wärmstens empfohlen werden.

Dr. W. Schweizer, Rochade Europa 05/2002

Die vorgestellte Eröffnung - charakterisiert durch den Aufbau d4/c4/Sf3/g3/Lg2 - entsteht also als Mischform zwischen der Reti - Eröffnung und dem Damengambit. Manche Theoretiker bezeichnen sie als harmlos und ruhig. Tatsächlich gibt es in der Eröffnung viele positionelle Feinheiten, aber auch viele taktische Möglichkeiten. Aus diesem Grund kann es in dieser Eröffnung zu großen Verwicklungen kommen. Die Autoren haben das Thema sehr sorgfältig dargestellt. Durch die zahlreichen Analysen und Anregungen erhält der Käufer ein möglich objektives Bild über die Katalanische Eröffnung.

Jerzy Konikowski, Fernschach International 07/2002 Lange herrschte publizistische Ruhe um die Katalanische Eröffnung. Doch nun können die Fans dieser besonderen Form des Damengambits, die u. a. über die Zugfolge 1. d4 Sf6 2. c4 e6 3. g3 sowohl der Nimzoindischen als auch der Damenindischen Eröffnung den Weg verbaut, aufatmen, denn innerhalb von drei Jahren legten die Russen IM Alexander Raetzki und FM Maxim Tschetwerik zwei Bücher mit unterschiedlichen Gewichtungen vor - und mit dem rumänischen GM Mihail Marin bietet ein weiterer Experte eine Gesamtschau auf CD. Alle drei Autoren sitzen selbst überwiegend vor den weißen Steinen, wenn das 1929 von Svielly Tartakower beim Turnier in Barcelona popularisierte Fianchetto, "unseren Freund, den katalanischen Läufer" (Raetzki/Tschetwerik), auf g2 in Position bringt. Doch dies war nicht - worauf alle Autoren hinweisen - die oft zitierte Premiere. Schon Ende des 19. Jahrhunderts "verirrten" sich bekannte Spieler.

Katalanisch E 06 J. Blackburne - J. Baird Leipzig (DSB-Kongress) 1894

1.d4 d5 2.Sf3 Sf6 3.g3 e6 4.Lg2 Le7 5.0-0 0-0 6.c4 c6 7.Sc3 Sfd7 8.Db3 Db6 9.c5 Dxb3 10.axb3 e5 11.b4 Lf6 12.e3 Sa6 13.b5 Sb4 14.Ta4 Sd3 15. Td1 Sxc1 16.Txc1 exd4 17. exd4 cxb5 18. Sxb5 a6 19. Sc7 Tb8 20.Sxd5 Ld8 21.Sd2 f5 22.Ta3 Sf6 23.Sc4 Le6 24.Sxf6+ Lxf6 25.d5 Lf7 26.Tb3 Tfe8 27.Sd6 Te2 28.c6 Le5 29.Sxb7 h5 30.Td3 f4 31. d6 Lg6 32.c7 Tf8 33.c8D fxg3 34.Ld5+ Kh7 35.Dxf8 gxf2+ 36.Dxf2 Lxd3 37.Dxe2 1:0

Im modernen Turnierschach reizte diese Spielweise - angefangen bei Alexander Aljechin -allzeit die Großen im Schach. Als Prototypen des Katalanisch-Spielers gelten vorrangig Filigrantechniker ä la Alexander Khalifman, Boris Gelfand, Alexander Beljawski, Zoltan Ribli, Oleg Romanischin oder Ulf Andersson. Und auch die "K-Gilde" mit Viktor Kortschnoi, Anatoli Karpow, Garry Kasparow und Wladimir Kramnik bringt die Eröffnung in wichtigen Kämpfen aufs Tapet. Allensamt ist die Geduld eigen, kleine Vorteile aktiv zum Gewinn zu verstetigen. Da Katalanisch auch über Abspiele der Tarrasch-Verteidigung und der Slawischen Verteidigung im Damengambit, der Englischen Eröffnung und der Reti-Eröffnung entstehen kann, zeichnet es sich durch eine komplexe Materialfülle aus (auch zu Bogo-Indisch gibt es Überschneidungen). Die Kunst der Prioritätensetzung und der Systematik ist gefordert.

MATERIALFÜLLE Zumindest für den deutschsprachigen Leser war eine Spezialstudie längst überfällig. In der Sprache Goethes stammte die letzte umfassende Monographie von Jakow Neistadt aus dem Jahr 1988 (Schmaus-Verlag). Marin lobt diese ausdrücklich, weil sie viele eigenständige Analysen enthält, die teilweise bis heute nicht in Schachpublikationen für Computernutzer gewürdigt waren. 1992 legten zwei andere Experten, Alexander Chalifman und Gennadi Nesis (zusammen mit N. Kalinitschenko), beim Beyer-Verlag eine handliche Sammlung mit 41 Referenzpartien vor. Für englischsprachige Schachfans brachte Angus Dunnigton 1997 für den Batsford-Verlag "Winning with the Catalan" heraus, welchem Marin zurecht unterstellt, kaum Neues über Neistadt und einige Aktualisierungen hinaus geboten zu haben. Aber die heutigen Autoren schöpfen natürlich aus einem wesentlich umfangreicheren Materialfundus und bedienen sich der Hilfsmittel von Computer-Datenbanken. Dies kommt der Gliederung zugute. Während die älteren Veröffentlichungen noch grob auf drei Themenkomplexe fokussierten (sofortiges Gambit mit frühem Schlagen des c4-Bauern, späteres Nehmen auf c4, um der Figurenentwicklung Vorrang zu geben, und geschlossene Systeme ohne Auflösung der Bauernstrukturen im Zentrum), gruppieren die beiden aktuellen Bücher ihr Material identisch entlang von zwölf Kapiteln (je nachdem, welche Idee - hauptsächlich im Bezug auf die Bauernstruktur- Schwarz im fünften oder sechsten Zug verfolgt), wobei das dynamische Vorgehen mit der Eliminierung des c4-Bauern zehn Abschnitte bzw. dreiviertel des Stoffes umfasst. Marin nutzt die Möglichkeiten elektronischer Datenträger vorbildlich und präsentiert 61 ziemlich ausführliche Erläuterungstexte zu Abspielen (mit vielen hilfreichen Schlussfolgerungen) sowie einen spannenden Einführungstext. Sein CD-Opus ist ohnehin opulent: knapp 27700 Partien, davon über 1300 Partien mehr oder weniger ausführlich mit Anmerkungen versehen (in vorderster Front Marin 573, Ribli 211 und Ftacnik 115), und eine Trainingsdatei mit 46 Partien, die didaktisch ausgezeichnete Fragestellungen enthält (d. h. Hinweise auf die Stellungseinschätzung, aber kein plumpes auf die Fortsetzung Stoßen!).

"Drei Produktionen, drei Systematiken" kann man zusammenfassen: Für die deutsche Ausgabe kommt der traditionelle Ansatz zum Tragen, Abspiele bis zu einer gewissen Tiefe (meist irgendwo zwischen Zug 20 und 30) zu analysieren und zu bewerten. Der Leser wird in wissenschaftlichem Stil angehalten, von kritischen Stellungen aus Subvarianten durchzuarbeiten. Die Wiederholung der gesamten Zugfolge erleichtert die Orientierung vor jedem Seitenpfad. Entsprechend ist eine Schritt-für-Schritt-Arbeitsweise notwendig, um sich durch das gesamte Material "zu wühlen". Das Urteil über den Wert des Abspiels erfolgt, wenn es unter eröffnungstheoretischen Gesichtspunkten ausgereizt ist. Ein sechsseitiger Varianten-Index am Ende des Buchs erleichtert den Einstieg, schnelles Suchen und Zurückfinden. Ende der 80er Jahre kam es bei englischsprachigen Büchern in Mode, Eröffnungswissen entlang vollständiger Partien zu vermitteln. Abspiele werden in mehrere Stammpartien eingelassen; Einführungstexte und Resümees beziehen Position zum Wert der Variante. Für die englische Ausgabe wählten die Russen 95 Partien mit Schwerpunkt auf den 90er Jahren aus. Einen Variantenindex gibt es nach jedem Kapitel, wobei dieser allerdings nicht die Tiefe des deutschen Bandes ausweist, sondern nur die erste Gabelung anzeigt. Auch zahlreiche Statements und Zusammenfassungen sind gegenüber der deutschen Ausgabe unter den Tisch gefallen. Der Eröffnungsindex der CD ähnelte in seiner Baumstruktur dem Inhaltsverzeichnis der deutschen Buchproduktion. Allerdings wird konzeptionell entgegengesetzt gedacht. Während in den Büchern erst die Varianten bzw. Partien und dann die Einschätzungen kommen, bilanzieren Marins Erführungen erst "im Überflug" den Bestand in seiner Wertigkeit, wobei man bequem in Referenzbeispiele springen kann. Was der eigenen Wissensaneignung besser dient, hängt mithin von einem selbst ab. Mit den Büchern baut man quasi ein mentales Gerüst Stockwerk um Stockwerk auf, während man bei der CD - nach der ersten Lektüre und vor dem ersten Zug (so man dem Mausklick auf die Verlinkungen widersteht) - bereits vor dem fertigen Gerüst steht und sich noch vergleichend intensiv durch die Stockwerke hangeln muss.

QUAL DER WAHL Selbst bei den besten Eröffnungswerken gilt - aus Platz- oder Zeitgründen oder wegen aktueller Trends -, dass man nur relativ nahe an den gegenwärtigen Zustand eines System herankommen kann. Bisweilen sollte sich ein kritischer Schachfreund auch mit der Frage beschäftigen: Was sagte mir der Autor nicht? Zwei Beispiele können und sollen nicht repräsentativ sein, zeigen aber wohl die immanenten Zwänge solcher Produktionen auf.

DAS WIEDERENTDECKTE OPFERR

1. d4 d5 2. c4 e6 3. Sf3 Sf6 4. g3 dxc4 5. Lg2 a6 6. 0-0 b5 7. Se5 Sd5 8. a4 Lb7 9. e4 Sf6 10. axb5 axb5 11. Txa8 Lxa8 12. Sc3 c6

Soweit ein bewährter Aufbau. In der deutschen Studie gibt es - ohne Wenn und Aber - die Präferenz für 13. d5 ("Das energischste Vorgehen zur Ausnutzung des Entwicklungsvorsprungs." R/T). Nach drei Seiten kommt das Fazit: "Alles in allem sind also die Chancen für Weiß vorzuziehen, wobei er aber nicht zu viel erwarten sollte." (R/T). Für die englische Ausgabe kommt bei R/T plötzlich ein berühmtes, vorher nicht erwähntes Springeropfer von Chalifman aus dem Jahre 1985 in die Diskussion. Marins Datenbank hält selbstredend beide 13. Züge bereit. Im Geiste der russischen Analysemethode spricht er von der entscheidenden Tabyia, d. h. einer Standardstellung. Seine umfassende Einführung in die taktischen und strategischen Konzeptionen erfassen den Gehalt der Stellung sehr genau - zudem kann er mit verlinkten Querverweisen die historische Entwicklungslinie aufzeigen: 13. Lg5 Lb7 (Besser ist 13. ...Le7. Marin kommt nach etlichen Beispielen und Ausführungen bis zum 20. Zug zu dem Resümee: für Schwarz "nicht zu gefährlich". R/T geben ein Partiefragment, was den Leser mit "Chancen für beide Seiten" ohne endgültigen Rat zurücklässt.) 14. Sxf7!? Kxf7 15. e5 h6 16. Lxf6 Novikov verpasste 1985 in Lwow, den späteren FIDE-Weltmeister für seinen fehlerhaften Läuferrückzug nach h4 zu bestrafen, was mit sofortigem Einsperren via g5 angesagt war. 16. ...gxf6 17. Dh5+ Kg7 18. Tal f5 19. Se2 Tg8 20. Sf4 Dd7 21. Ta7 Kh8 22. Sxe6 Dxe6 23. Txb7 hält lt. R/T eine "dynamische Balance". Angemerkt werden sollte, dass Nesis wiederum in seiner Partiensammlung über Chalifman (Everyman 2000) den Durchbruch 13. d5 keines Wortes würdigt. So werden vielleicht künftige Einsatzfelder unter der Haube gehalten!

In der Katalanischen Eröffnung kann aber auch im frühen Partiestadium Kreativität investiert werden.

DAS GIFT DES NEBENWEGE

1. d4 d5 2. c4 e6 3. Sf3 Sf6 4. g3 dxc4 5. Lg2 c5 6. 0-0 Sc6 7. Se5 Ld7 8. Sxc4 In der

deutschen Ausgabe plädierten die Russen ausschließlich für die Hauptvariante mit 8. Sa3!?, der über acht Seiten gewidmet werden. In 2004 bekommt der Zug 8. Sa3 bei ihnen statt "!?" ein "!", aber der unscheinbare Hinweis "weiterer Betrachtung wert erscheint 8. Sxc4" zeigt, wo die Praktiker -mit den Vorbildern Gelfand und Romanischin - Ausschau halten sollten! Marin widmet sich mit ziemlich dezidier-ten Skizzen beiden Zügen und den damit verbundenen Plänen. 8. ...cxd4 9. Lf4 Sd5 10. Sd6+ Lxd6 11. Lxd6 Db6 Die wahrscheinlich bessere Alternative ist 11...Sde7 12.Sd2 0-013.Db3 Lc8 14.La3 e5 17.Tac1 Dc7 16. Sc4 Td8 17. Lc5 Lg4 18. Tfe1 Td7 19. Da3 Tad8 20. b4 und R/T glauben an Kompensation für den Bauern in Romanischin - A. Sokolov, Cannes 1998. 12. De1 muss Schwarz sich wirklich um den c-Bauern kümmern? Ihr Rezensent spielte vor mehr als zwei Jahrzehnten anders: 12. Sd2 (Marin verweist mit unkommentierten Partien auf 12.La3 und 13.Dd3 bzw. gibt - allerdings ohne weitere Ausführungen - die Springerzüge nach d2 und auch nach a3 an! R/T fügen in ihrem englischen Buch nur lapidar die bekannte Gelfand-Partie ein!) 12....f6 (Die Idee einer künstlichen Rochade verfolgte Dochojan in der Textpartie ebenfalls. Den Bauern lässt man lieber in Ruhe, denn nach 12... .Dxb2 13. Tb1 Dc3 14. Txb7 hält Weiß das Heft fest in der Hand. Schlecht für Schwarz ist 13. ...Dxa2 14. Tal Db2 15. La3 Db6-bzw. 15. ...Db5 16. Se4 - 16. Sc4, und Weiß gewinnt sowohl nach 16. ...Sc3 17. Sxb6 Sxd1 18. Sxa8 Sc3 19. Tfe1, als auch nach 16. ...Da6 17. Sd6+ Kf8 18. Lxd5 exd5 19. Lc5.) 13. Sb3 Sce7 (Dies ist vergleichbar dem Manöver von Sokolov.) 14. Lc5 Dd8 15. Sxd4 0-0 16. e4 Sb6 17. Db3 Kf7 18. Lh3, 1:0 in Fietz - Ott, Berlin 1983. 12. ...f6 13. Sd2 Kf7 14. Sb3 Sa5 15. SxaS Dxa5 16. Dc4 Thd8 17. Dxd4 Lc6 18. Dc5 Dxc5 19. Lxc5 und in Gelfand - Dochojan, Sverdlovsk 1987, war nicht mehr viel los (Remis nach 35 Zügen).

FAZIT

Die beiden Buchpräsentationskonzepte bieten Vor- und Nachteile. Plakativ kann man den deutschen Band als "Arbeitsbuch", die englische Version als "Orientierungsbuch" bezeichnen. Die CD ist - auch mit dem aktuellsten Redaktionsschluss im Frühjahr 2004 - fein raus, denn sie verknüpft beide didaktischen Philosophien. Für potentielle Käufer können drei Zwecke eine Rolle spielen:

Einstieg: Dafür eignet sich bei den Printprodukten die deutsche Ausgabe besser, da innerhalb der Abspiele mehr Texterklärungen geliefert werden. In der englischen Ausgabe haben die Russen eine Reihe von Abspielen aufgenommen, die sie drei Jahre zuvor unerwähnt ließen! Dies ist nicht immer der Aktualität geschuldet, und die Urteile über die weißen Chancen fallen anno 2004 generell wertneutraler aus. Mit dem deutschen Band hat der Einsteiger zumindest eine solide Basis. Doch unzweifelhaft macht die CD das Rennen, denn gerade der Ein- oder Umsteiger bekommt mit prägnanten Einführungen alle Facetten als hilfreiche Revue. Am Computer lässt sich schnell entscheiden, was gefällt oder was nicht.

Update: Für Katalanisch-Fans stehen sicher Neubewertungen im Vordergrund. Die gibt es im englischen Buch punktuell durch die Einarbeitung von Partien aus dem Zeitraum Mitte 2001 bis Anfang 2003. Nur drei der 95 Referenzpartien in der englischen Fassung sind nach der Veröffentlichung der deutschen Untersuchung erschienen. Allerdings gruben Raetzki/Tschetwerik ältere Abspiele (auch in Form ganzer Partien) aus. Diese dienten jedoch kaum der Neubewertung, sondern es werden einfach zuvor "unterschlagene" Varianten "entdeckt"! Das muss per se kein Manko sein, denn Update muss ja nicht immer die aktuellste Zugfolge bedeuten. Wieder ist Marin auf der sicheren Seite, denn er kann neben den eigenen Analysen einfach den Analysebestand von 15 Jahren ChessBase-Magazin beifügen. Aus eigener Feder bietet er für die Jahre 2001 bis 2003 61 analysierte Partien an!

Referenzquelle: Eine "Bibel" über die Katalanische Eröffnung wird es in Buchform kaum mehr geben. Hier würde der zwei- bis dreifache Umfang den wirtschaftlichen Rahmen für jeden Verleger sprengen. Daher ist die platzunabhängige CD ganz klar im Vorteil - Verlinkungen in den Erläuterungstexten sowie Kommentatoren-, Turnier-, Spieler- und Eröffnungsindexe erleichtern das Navigieren. Unter dem Strich kann Marins CD uneingeschränkt vom Umfang und inhaltlicher Tiefe empfohlen werden. Das deutsche Buch spiegelt hier selektiv Varianten mit anderer Gewichtung, während das englische Buch letztlich zu wenig wissenswerte Substanz hinzufügt.

Herald Fietz, Schachmagazin 64 20/2004

Die Katalanische Eröffnung