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Art.-Nr.: SCF8D
Vergriffen

Fritz 8 / deutsche Version

35,00 €
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Systemvoraussetzungen:

Pentium PCs, 32 MB RAM, 3-D Grafikkarte, CD-ROM Laufwerk, Maus

Betriebssysteme: Windows 98, Me, XP, 2000 (also nicht kompatibel zu WIN 95 und NT!)

Hersteller offeriert keine Bonus- oder Updateregelung für Fritz7-Besitzer; Individuelle Seriennummer (eingedruckt auf Handbuch Cover) begrenzt Zahl der Accounts und damit Raubkopien.

Katalogtext:

"Fritz 8 - das Schachprogramm, das alles kann.

Sie halten gerade genau den FRITZ in den Händen, der die gesamte Schachwelt beim Duell Mensch gegen Maschine fasziniert hat. Millionen von Schachfans verfolgten live die Partien gegen Schachweltmeister Vladimir Kramnik im Internet. FRITZ holte ein 4:4 und Kramnik war beeindruckt: "Deep FRITZ ist stärker als Deep Blue!“ Aber keine Angst: FRITZ kann auch anders. Er passt sich automatisch jeder Spielstärke an und meldet sich, wenn ein Fehler passiert. Er fängt auch gern bei Null an und zeigt in einem kleinen Einführungskurs, wie man Schach spielt, erklärt die Regeln und einige taktische Tricks. Während der Partie gibt’s in der Partien Hilfen ohne Ende: Zugerklärung zu jeder Stellung, Coachfunktion, farbige Gefahrenanzeige, Statistik zu jeder Eröffnungsstellung und Kiebitzhilfe. Für Vereinspieler ist FRITZ schon lange ein unentbehrlicher Partner: Taktiktraining im Sparringmodus, automatische Partieanalyse, eine Datenbank mit 500.000 Partien und ungezählte Profi-Funktionen, die auch Garry Kasparov überzeugen: "Ich analysiere regelmäßig mit FRITZ“. Wer neue Schachpartner sucht, findet mit FRITZ immer Anschluss. FRITZ bietet einen kostenlosen Zugang zum Internetschachserver schach.de. Täglich spielen dort viele Tausend Schachspieler aus aller Welt. Hier findet jeder den richtigen Gegner. Regelmäßig finden Turniere statt, Trainingsabende und Live-Übertragungen von Großmeisterpartien. Spielen, Zuschauen, Trainieren, Chatten: Schach ohne Ende - rund um die Uhr. Und das Sahnehäubchen: Mit dem neuen fotorealistischem 3-D Brett und den fiesen Sprüchen von Kabarettist Matthias Deutschmann bietet FRITZ wirklich alles, was der Schachspieler braucht. So macht Schach jede Menge Spaß. Systemvoraussetzungen: Pentium PCs, 32 MB RAM, 3-D Grafikkarte, Windows 98, Me, XP, 2000, CD-ROM Laufwerk, Maus"

Generell:

  • fotoreallistisches 3D-Brett in Holz und Mamortextur.

  • Fenster wie Notation, Engine, Chat, etc. können abgedockt werden. Am Verschiebebalken packen, dann irgendwo loslassen.

  • Notation im Stil eines Partieformulars.

  • Uhr mit Zehntelsekunden bei weniger als zehn Sek Restzeit.

  • Hardwareunabhängige Animation im 2D-Brett.

Klassische GUI:

  • Eröffnungstraining, Themablitz.

  • verbesserte Bahrain-Engine (für Single Prozessoren)

  • Stellungs (Fernschach)-Analyse mit Vorgabe Gesamtzeit und verschiedenen Engines.

  • Enginematch mit unterschiedlichen Bedenkzeiten.

  • Engineparameter abspeicherbar.

  • Engine abschaltbar (Mensch gegen Mensch).

Schach.de

  • Simultanvorstellungen: Mit Uhr und Traditionell.

  • E-Mail System zur Verabredung von Partien, etc.

  • "Verfolgen" eines Spielers. Dessen neue Partien werden automatisch im alten Kiebitzfenster gestartet.

  • Chatkanäle zum raumübergreifenden Chatten.

  • Deutliche Erweiterung der Chatfunktionen: Bildung von spontanen Chatgruppen, Kiebitze können im Maschinenraum direkt mit Spielern chatten und umgekehrt. Schnelle Adressierung früherer Chatpartner.

  • Globus mit realen NASA-Bildern und Wolken auf DirectX 8.1.

  • Abruf von Daten nicht eingeloggter Spieler.

  • Gegnernamen im Klartext in Liste der Elowertungen. Liste der Wertungen sortierbar nach Namen, Farbe, Gegnerelo, Ergebnis.

  • Gegner in einer Partie Kiebitze senden Applaus. Wird beim Empfänger gezählt.

  • Kiebitze können Spielerinformationen (Bilder, Elokurve) direkt abfragen.

  • Bewertung von Fairness und Benehmen anderer Spieler.

  • Räume für Themablitz (Admin setzt Zugfolge oder Stellung) und Shuffle-Chess. Spezialraum Achtbauernschach.

  • Remisangebot wird durch blinkenden Button signalisiert.

  • Neues Anmeldeverfahren für Turniere.

  • Eigene Ergebnisse gegen einen bestimmten Spieler.

  • Zeitzonenkonverter.

  • Auf Windows XP wird Chat vorgelesen ("Text To Speech").

  • Sicherer Partiestart bei hohem Lag.

Details

Sprache Deutsch
Autor Morsch, Frans
Hersteller ChessBase
Medium CD
Gewicht 280 g
Brettanschlüsse DGT-Brett
Druck Diagramm als Text, Diagramm in Grafik, Partie, Partie in Datei
Funktionen 3D-Brett, Alternativzüge, Analyse Partie, Analysedatenbank, Autoplayer, Berechnungen konfigurierbar, Bibliothek erweiterbar, ECO-Anzeige, ECO-Zuordnung, Eingabehilfe, Elo-Bewertung, Endspieldatenbanken, Eröffnungsname, Kommentare, Layout veränderbar, Lehrfunktion, Lernfähigkeit, Online-Hilfe, Positionsbaum, Spielstil konfigurierbar, Stellungswiedererkennung, Suche nach Stammdaten, Suche nach Stellungen, Varianten, Zugumstellungen
Soundkartenunterstützung Ja
Kopierschutz Unbegrenzte Installationen
Voraussetzung: CPU min. Pentium
Platzbedarf Festplatte 60 MByte
Anzahl Partien 320.000
Exportformate CBF, CBH, EPD, PGN, TXT
Importformate CBF, CBH, EPD, PGN, TXT
Elo (Hardware) 2600 (P400)

Fritz 8 - Das universelle Schachprogramm:

Wenn man die internationale Medienberichterstattung der letzten Monate betrachtet, könnte Fritz durchaus als ernsthafter Kandidat für den inoffiziellen Titel "Bekanntester Schachspieler" in Frage kommen. Der elektronische Schachmeister aus dem Hause ChessBase sorgte mit dem Wettkampf gegen Vladimir Kramnik international für Schlagzeilen und war in den Ausgaben renommierter Publikationen wie Spiegel, Focus, usw. eine präsente Größe. Vor einigen Wochen stellte der Moderator der Millionenshow im ORF, dem österreichischen Pendant zu "Wer wird Millionär ? ", einer Kandidatin die Frage: "Wie heißt das Schachprogramm, gegen das Weltmeister Kramnik punktete ?" Die richtige Antwort wäre 5000 € (oder mehr) wert gewesen. Leider musste die Kandidatin passen und konnte die 15.000 € - Hürde nicht überspringen. Immerhin nahm sie noch 10.000 € mit nach Hause. Wäre Sie doch nur RE - Leserin gewesen, dann wäre ihr das sicher nicht passiert......

Zurück zum Thema. Fritz ist natürlich in der Schachszene seit langem eine feste Größe und viele Leser sind neugierig, welche Neuerungen das ohnehin üppig ausgestattete Programm bietet. Man kann es einfach auf den Punkt bringen: "Für jeden ist etwas dabei ..." . Beim Vorgänger Fritz 7 wurden viele Ressourcen durch die Programmierung des Internet - Schachservers gebunden. Deshalb wurden bei der Konzeption des neuen Fritz 8 die Entwicklungschwerpunkte anders gesetzt. Im Mittelpunkt stehen neue Trainings- und Analysefunktionen, das Design inkl. einem wunderbar anzuschauenden 3D - Brett wurde ebenfalls grundlegend überarbeitet.

Natürlich wurde auch an der Internetkonsole zum Schachserver kräftig gewerkelt. Simultanvorstellungen, erweiterte Chatfunktionen, ein internes Mailsystem, Bewertungsmöglichkeit von anderen Spielern und spezielle Schachformen werden das ohnehin rührige Schachleben auf dem Server sicher weiter bereichern. Die neue Fritz 8 - Engine ist eine Weiterentwicklung der Original - Engine aus Bahrain, die gegen GM Kramnik 4 : 4 spielte. In die neue Engine sind viele Erkenntnisse aus den Partien gegen GM Kramnik verwertet worden. Das mitgelieferte Eröffnungsbuch basiert auf der Originalfassung des Wettkampfbuches. Es ist im Rahmen dieses Artikels nicht möglich, alle Neuerungen ausführlich vorzustellen. Im folgenden Text gehe ich auf die meiner Ansicht nach interessantesten Ausstattungsmerkmale des neuen Programms ein.

Neues Design

In puncto Funktionalität ist Fritz schon seit langem unschlagbar. In puncto Design konnte ich mich nie für die verspielten Oberflächen oder 3D - Darstellungen anderer Programme begeistern. In Fritz ist jetzt eine brandneue 3D - Darstellung des Schachbretts integriert, die durch ihre realistische Darstellung begeistert und keineswegs als Schnickschnack abgetan werden kann. Man kann mit diesem Brett hervorragend in Echtzeit spielen und es stellt eine gelungene Alternative zu der von mir bisher bevorzugten, eher nüchtern wirkenden 2D - Grafik dar. Die leistungsfähigen, modernen Grafikkarten mit 3 D - Beschleunigung und die effiziente 3 D - Programmierung durch Microsoft 's neueste Version von Direct X ermöglichen neue Ansätze bei der Darstellung. CB - Programmierer Jeroen van den Belt gewann bereits bei der Entwicklung des Globus auf dem Schachserver viele Erfahrungen mit der Grafikprogrammierung, die nun in dieses anspruchsvolle Projekt mit eingeflossen sind. Die grafische Gestaltung des neuen Brettes wurde von Stefan Huschenbeth übernommen, der seinerzeit mit der grafischen Umsetzung des Programms "Schweinehund" demonstrieren konnte, dass Schach und gute Unterhaltung keine unvereinbaren Gegensätze sind. Bei der Konzeption des neuen 3D - Brettes gab es zwei Ziele. Erstens sollte es mit allen Lichtreflexen, Schatten- und Spiegeleffekten so realistisch aussehen, wie die Fotografie eines echten Brettes. Zweitens muss es auf einer modernen, mit 3D - Beschleuniger ausgestatteten Grafikkarte schnell genug sein, dass man damit flüssig "Bullet" spielen kann, also Einminuten - Blitz im Internet. Man kann das 3D - Brett auch vernünftig in Kombination mit etwas älteren Grafikkarten einsetzen, allerdings stehen dann nicht alle Funktionen zur Verfügung. Fritz 8 wird mit einem Holz- und einem Marmorbrett ausgeliefert. Die neuen Bretter bestechen durch ihre Ästhetik, und man vertreibt sich gerne die Zeit damit, etwa vom Feld d5 aus in Richtung g2 blickend den fianchettierten Läufer heranzuzoomen. Die Schachuhr bietet jetzt endlich ein Kontextmenü. Mit einem Rechtsklick in die Schachuhr kann man Turnier- und Blitzstufen direkt ohne Umweg über die Menüs einstellen. Eine wichtige Verbesserung für Blitzpartien ist die Anzeige auf der Blitzuhr mit Zehntelsekunden. Gerade beim Blitzen auf dem Server ist diese Info extrem nützlich. Sehr schön in Kombination mit dem neuen 3D - Brett ist die Notationsansicht im Stil eines Partieformulars (s. Bild oben). Ein Klick auf den neuen Reiter Partieformular schaltet auf die von Mannschaftskämpfen bekannte Formularansicht um. Hier werden nur die Züge und Bedenkzeiten, aber keine Bewertungen, Textkommentare oder Varianten dargestellt. Beim Nachspielen der Partie erscheint jedoch wie gewohnt die Variantenauswahl und Textkommentare können ganz normal eingegeben und editiert werden.

Das Fensterlayout wurde flexibler gestaltet. Es ist jetzt möglich, Fenster wie Notation, Engine, Chat, Uhr, etc. beliebig auf dem Bildschirm zu platzieren. Per Doppelklick auf den Verschiebebalken oder Schließen des Fensters wird das Fenster wieder automatisch an die vorige Position angedockt. Diese Funktion macht z. B. Sinn, wenn man die Schachuhr unmittelbar neben dem Schachbrett platzieren möchte.

Stellungsanalyse

Nicht nur Fernschachspieler brauchen die tief verzweigte automatische Analyse einer einzelnen Stellung. Die Funktion Stellungsanalyse von Fritz ist in der Praxis für tief schürfende Analysen wichtig und wurde im neuen Programm verbessert. Die Tiefe der Analyse kann jetzt über eine vorgegebene Gesamtzeit gesteuert werden, was nützlich ist, wenn man z. B. am nächsten Morgen ein Ergebnis braucht und die nächtliche Maschinenzeit möglichst effizient ausfüllen will.

Eine deutliche Verbesserung ist die Stellungsanalyse mit mehreren Engines gleichzeitig. Bei der Stellungsanalyse gibt man vor, wie viele Abzweigungen untersucht werden sollen. Dies sind mit einer einzelnen Engine die aus Computersicht besten Varianten. Wenn zwei oder mehr Engines verwendet werden, ergeben sich die Abzweigungen aus den zusammengefassten besten Varianten dieser Engines. Das dauert zwar entsprechend länger, steigert aber die Vielfalt und Qualität der Analyse deutlich, insbesondere, wenn man zwei stilistische unterschiedliche Programme wie z. B. Fritz und Shredder verwendet.

Für Computerschachfans ist eine Erweiterung des Stellungstests interessant. Unter Fritz können Positionsdatenbanken mit Teststellungen automatisch bearbeitet werden. Die ermittelten Lösungszeiten erscheinen als Kommentar mit dem Engine - Namen vor dem ersten Zug der Stellung. Neu ist, dass Stellungsteste mit Zügen die nicht gespielt werden sollen, durchgeführt werden können. Wenn der Schlüsselzug mit einem Fragezeichen "?" markiert wird, wird diese Option von Fritz 8 berücksichtigt. Bei dem Schlüsselzug 1. Se5? (1. Sg5?) gilt die Stellung dann als gelöst, sobald ein anderer Zug als Se5 oder Sg5 angezeigt wird. Die Anzeige der Lösungszeiten ist noch präziser. Sie werden in 1 / 100 Sekunden angezeigt.

Viele Spieler orientieren sich beim Nachspielen einer Partie an dem grafischen Bewertungsprofil. Wenn Sie z.B. Partien gegen eine Engine spielten, wurden die Bewertungen gespeichert und beim Nachspielen konnte man im Profil direkt erkennen, wo die Partie "gekippt" war. Bisher war es nicht möglich, das Bewertungsprofil für eine bereits gespielte oder eingegebene Partie nachträglich zu erstellen. Unter Extras / Analyse / Fehlersuche kann jetzt optional in dem Dialog die Stellungsbewertung gespeichert werden. Auf diese Weise kann man mit Fritz 8 einfach und schnell nachträglich Bewertungsprofile für Partien erstellen.

Training und Themablitz

Schachprogramme werden hauptsächlich für zwei Anwendungen genutzt: Eröffnungsvorbereitung und Analyse. Fritz 8 bietet neben seiner Datenbank, die jetzt auf über 500.000 Partien angewachsen ist, und seinem Eröffnungsbuch neue Möglichkeiten, Eröffnungen zu trainieren : Anfanger können z. B. die Züge und Namen jeder traditionell benannten Schacheröffnung im Wechselspiel mit Fritz lernen.

Im Vorschaudialog mit der Liste der vorhandenen Systeme kann man die gewünschte Variante auswählen.

Im Modus Züge lernen gibt man von der Grundstellung aus die Züge der gewählten Variante ein und das Programm überwacht deren Richtigkeit. Spannend ist das praktische Trainieren der Eröffnung. Dabei startet jede neue Partie gleich mit dieser Variante, wahlweise auch mit wechselnden Farben.

Profis gehen über die bei Fritz 8 mitgelieferten Datenbank von Eröffnungen hinaus. Sie erstellen sich z. B. eigene Datenbanken zum eigenen Repertoire. Bei taktisch geprägten Eröffnungssystemen mit vielen forcierten Eröffnungsvarianten bleibt nichts anderes übrig, als diese Varianten konkret zu memorieren. Man könnte als typisches Anwendungsbeispiel mit Fritz 8 eine eigene Eröffhungsdatenbank anlegen, dabei werden auch Verzweigungen unterstützt. Zu einem späteren Zeitpunkt kann man diese Varianten erneut aus der Liste auswählen. Fritz 8 überwacht in diesem Modus genau, ob man die richtigen Fortsetzungen eingibt. Anfänger werden in diesem Modus ebenfalls effizient beim Erlernen von Eröffnungen unterstützt. Einen Schritt weiter geht die Funktion Themablitz, die man von jeder beliebigen Brettstellung aus starten kann. Solange Themablitz aktiv ist, beginnt jede neue Partie mit dieser Stellung, sodass man sie immer wieder gegen das Programm trainieren kann. Das schult enorm, weil man aus den wiederkehrenden Fehlern lernt und sich die typischen Muster schneller einprägen kann. Themablitz und Trainingsstellungen aus der Datenbank sind übrigens nicht nur auf Eröffnungen beschränkt. Auch im Endspiel macht es Spaß, die gleiche Stellung immer wieder auszuspielen, bis man einen Gewinn- oder Remisweg verinnerlicht hat. Fritz 8 bietet übrigens analog zum Eröffnungstraining einen ähnlichen Modus für das Endspieltraining an.

Computerschach

Die Spielstärkemessungen im Computerschach basieren in erster Linie auf Zweikämpfen oder Turnieren. Das Programm richtet solche Matches voll automatisch aus und bietet zahlreiche Einstelloptionen für die Durchführung solcher Vergleiche. Es gibt jetzt die neue Möglichkeit, Engine - Matches mit unterschiedlichen Bedenkzeiten für die teilnehmenden Engines auszuspielen. Eine Seite erhält einen prozentualen Aufschlag auf die Bedenkzeit. Damit können Handikap - Matches veranstaltet werden. Wert 50% bedeutet, dass diese Engine 50% mehr Bedenkzeit zugeteilt bekommt.

Fast alle Engines bieten einen reichhaltigen Parameter - Dialog. Viele Anwender experimentieren gerne mit den Auswirkungen der einzelnen Parameter. Im Dialog für die Engine - Parameter können eigene Einstellungen unter verschiedenen Namen abgespeichert und wieder geladen werden. Die Schalter Speichern / Laden rufen jeweils eine Dateiauswahl auf. Die Dateiendung für die Konfigurationsdatei lautet *.param.

In Fritz kann man neben den nativen Engines auch Engines einbinden, die das von Stefan Meyer - Kahlen entwickelte UCI - Protokoll, eine Schnittstellendefmition für die Kommunikation zwischen einer Benutzeroberfläche und Engine, unterstützen. Bei UCI - Engines können Zeichenketten - Parameter im Parameter - Dialog der Engine direkt bearbeitet werden.

Das Hauptaugenmerk bei der Weiterentwicklung der Fritz 8 - Engine lag auf der positionellen Bewertung. Fritz hat mehr strategisches Wissen bekommen, ohne die taktische Schlagkraft zu verschlechtern. So haben sich das Figurenspiel und das Verständnis für positioneile Strukturen verbessert. Den Erfolg dieser Maßnahmen kann man z. B. am Match gegen Kramnik sehen. Fritz hat mit Weiß die Berliner Verteidigung sehr gut gespielt, auch die beiden d4 - Partien mit Weiß waren ein Erfolg. Dazu ein Beispiel:

M. Najdorf - N. Mine, Havanna, 1966

(Diagramm: Weiß: Kf1, Dc2, Ta1, Tf1, Sf3, Se4, Lc1, Ld3, Ba3, c4, f2, g2, h2; Schwarz: Kg8, Dc7, Ta8, Tf8, La6, Le7, Sd7, Sf6, Bc5, e6, f7, g7, h7)

Der Schlüsselzug ist 16. Sxf6+!. Der Zug erobert die lange Diagonale [16. Lb2?! h6 17.Sf6:+ (17.Sc3 Df4) 17. ...Lxf6] 16. ...Sxf6. Die Fritz 8 - Engine erkennt die Bedeutung der langen Diagonale in dieser Stellung und spielt den Schlüsselzug auf einem Athlon 1 GHz bereits nach 48 Sekunden aus, während der Vorgänger hier auf dem Zug Tb1 beharrt. Einen ausführlichen Testbericht zur Fritz 8 - Engine von Wolfgang Battig finden Sie in der kommenden RE - Ausgabe 1/2003.

Der Schachserver

Viel Neues hat sich auf dem Schachserver getan. Eine technisch interessante Verbesserung beim Internetschach mit Fritz 8 sind die Simultanvorstellungen. Mit dem neuen Programm kann jedermann an Simultanvorstellungen teilnehmen oder sich selbst daran versuchen. Ein Uhrensimultan gegen etwa zwei bis drei Gegner ist eine schöne sportliche Herausforderung. Doch auch klassische Simultanveranstaltungen, bei denen der Meisterspieler von Brett zu Brett geht, sind möglich. Dazu wurde ein besonderes Fenster entwickelt, dass entweder nur das gerade aktive Brett oder alle Bretter entsprechend skaliert zeigt. Letzteres ist gerade im Uhrensimultan gegen wenige Gegner praktisch. Ein Simultan wird wie ein Turnier gestartet. Es gibt dafür spezielle Räume, aus denen serverweite Einladungen verschickt werden. Im Unterschied zu Turnieren kann man die Einladungen auf einen bestimmten Elobereich eingrenzen. Wer mit DWZ 1900 gegen vier Leute simultan spielen will, wird vielleicht dafür eine obere Gegnergrenze von DWZ 1750 einhalten, um ein ausgewogenes Match zu bekommen.

Spezielle Schachformen

Mit Fritz 8 haben Sie auf Schach.de Zugriff auf drei ganz neue Räume, in denen man Sonderformen von Schach spielen kann. Im Raum Achtbauernschach geht jede Partie mit der Grundstellung ohne alle Figuren los. Die Remisbreite ist in diesem Spiel etwas größer, doch es bedeutet intensives Training von Bauernendspielen.

Im Raum Shuffle - Schach gibt es alle 24 Stunden eine neue Anfangsstellung aus den 960 Ausgangsstellungen des Fischer - Randoms - Schachs . Hier können jedoch nur die im klassischen Schach legalen Züge ausgeführt werden, die zusätzlichen Rochaden entfallen. Schließlich gibt es einen neuen Raum für Themablitz, in dem aktuelle Eröffnungsvarianten trainiert werden können. Jede Partie beginnt mit derselben Variante oder Stellung. Mit dieser Technik sind z.B. Thematurniere zu Turmendspielen usw. geplant.

Neue Chatfunktionen

Ein großer Reiz des Schachspielens im Internet besteht darin, dass man per Chat (getippte Unterhaltung) neue Freunde gewinnt. Fritz 8 unterstützt das Chatten in mehrfacher Hinsicht. Praktisch sind die serverweiten Chatkanäle, in denen man sich zu bestimmten Themen in größeren Gruppen unterhalten kann. Die Einladungen zu Turnieren werden beispielsweise im Turnierkanal verschickt. Wichtig ist auch der Hilfekanal, in dem erfahrene Besucher des Servers auf Fragen antworten. Um in einem Chatkanal miteinander zu sprechen, braucht man sich nicht mehr im selben Raum des Servers aufzuhalten.

Bessere Darstellung der Wertungszahlen

Eine Stärke und gleichzeitige Motivationshilfe auf Schach.de ist die Speicherung von bis zu 400 individuellen Ergebnissen bei jedem Spieler. So kann man auf einen Blick sehen, gegen wen man schon gespielt hat und wie sich die eigene Ratingzahl im Laufe der Zeit verändert. Bei Fritz 8 werden die Gegnernamen direkt im Klartext angezeigt.

Durch Sortieren der Wertungsliste lassen sich Fragen beantworten wie: "Wer war der stärkste Gegner, gegen den ich je gewonnen habe ?" oder "Wie oft habe ich schon gegen ,Master Yoda' gespielt ?". Unterhalb des Listenfensters befinden sich die Schalter Performance, Verteilung und Chart, über die man in grafischer Form zusätzliche Informationen abrufen kann.

Performance zeigt in grafischer Form die Eloperformance gegen Spieler mit bestimmter Spielstärke an. Verteilung zeigt die Verteilung (Anzahl der Partien) der gespielten Partien gegen bestimmte Spielstärken an während Chart den Verlauf, bzw. die Entwicklung des Ratings darstellt. Dazu noch ein Tipp: Man kann sich eigene Ergebnisse gegen einen bestimmten Spieler zeigen lassen. Rechtsklick in die Spielerliste. Falls sich innerhalb der eigenen gespeicherten Eloergebnisse Partien gegen den angeklickten Spieler befinden, kann man über Bisherige Ergebnisse aus dem Kontextmenü den individuellen Score gegen diesen Gegner anzeigen lassen. Der Menüeintrag ist grau, falls keine Ergebnisse vorliegen.

Mailsvstem und Qffline-Abruf von Spielerdaten

Bisher konnte man auf Schach.de nur etwas über Spieler erfahren, wenn Sie sich im gleichen Raum befinden. Auch eine Kontaktaufhahme oder Verabredung funktioniert nur per Chat im gleichen Raum. Um die Verabredung von Partien zu ermöglichen, verfugt Fritz 8 nun über ein Nachrichtensystem, das wie E - Mail funktioniert. Sofern man den Usernamen eines anderen Spielers kennt, kann man ihm eine kurze Nachricht schicken. Es sind gar einfache Formatierungen wie Fett- und Kursivschrift möglich. Nachrichten an andere Spieler sind jedoch nur erlaubt, wenn man vorher eine bei Fritz mitgelieferte Seriennummer eingibt. Damit soll Missbrauch ("Spamming") mit anonymen Konten vorgebeugt werden. Weiterhin kann man das Bild oder die Elokurven von nicht anwesenden Spielern einsehen, was besonders in der Top 100 - Liste nützlich ist.

Automatisches Kiebitzen

Auf Schach.de sind häufig sehr starke Spieler unterwegs. Wenn z. B. ein Großmeister wie GM Dr. John Nunn seine Blitzpartien spielt, möchte man gerne bei den Partien kiebitzen. Das Zuschauen bei Partieserien eines bestimmten Spielers war in Fritz 7 umständlich. Beim Ende jeder Partie musste man das Fenster schließen und danach erneut für den betrachteten Spieler auf Zuschauen klicken. Fritz 8 vereinfacht dies durch die Funktion Verfolgen. Wenn man auf einen Namen in der Spielerliste doppelklickt, so öffnet sich die gerade gespielte Partie. Ist diese beendet, erscheint automatisch im gleichen Fenster die nächste Partie, falls der Spieler mit dem selben oder einem anderen Gegner weiterspielt.

Bewertung von anderen Spielern

Seit dem Bestehen des Fritz - Schachservers hat sich unter den Teilnehmern eine soziale Struktur herausbildet, in der es nicht nur auf die schachlichen Dinge wie z. B. Ratingzahlen ankommt. Die "zwischenmenschlichen" Aspekte des Internetschachs unterstützt Fritz 8 z. B. durch die Applausfunktion. Man kann jederzeit einem anderen Spieler, Gegner oder nicht, einen Applaus senden. Beim Empfanger erscheint eine kurze Notiz im Chatfenster und in seinen persönlichen Daten wird der Applauszähler erhöht. Ein hoher Applauszähler bedeutet ein gutes soziales Prestige. Applaus ist bei schönen schachlichen Erfolgen angebracht, doch auch eine gute Turnierleiterleistung oder eine ehrenamtliche Liveübertragung sind damit belohnbar. Leider gibt es im Internet Leute, die unerlaubt Schachcomputer oder Schachprogramme gegen Menschen einsetzen oder gar andere Spieler beleidigen. Dem wirkt das neue Programm neben automatisierten Techniken mit einem basisdemokratischen Mechanismus entgegen, der Bewertung von Spielern. Wer sich durch einen Mitspieler belästigt oder unfair behandelt fühlt, kann diesen entsprechend bewerten. Sobald sich eine größere Zahl von negativen Bewertungen häuft, schickt der Server den Fall automatisch an die Systemadministratoren zwecks Überprüfung. Angenehmer und wichtiger sind die positiven Bewertungen. Wer sich im Chat humorvoll verhält oder durch faires Spiel auffallt, sammelt positive Bewertungen von seinen Mitspielern. Positive Bewertungen werden schon bei niedriger Schranke angezeigt, negative bleiben vertraulich, um einem ungerechtfertigten Mobbing vorzubeugen. Jeder Teilnehmer kann jeden anderen Spieler nur einmal bewerten.

Lieferumfang + System Voraussetzungen

Fritz 8 wird auf 2 CD's ausgeliefert. Die zahlreichen Komponenten wie die 3 D - Grafiken, Eröffhungsbuch, Partiendatenbank, usw. passen nicht mehr auf eine CD. Im Lieferumfang ist noch ein Kurs für Anfänger enthalten, der von Björn Lengwenus entwickelt wurde. Für fortgeschrittene Spieler dürfte der Multimedia - Schachkurs von Dr. Helmut Pfleger interessant sein. Eine Demoversion des preisgekrönten Kinderlernprogramms "Fritz & Fertig" ist ebenfalls auf den CD's.. Auch wenn Sie das Schachspiel bereits mehr oder weniger gut beherrschen, sollten Sie unbedingt einmal einen Blick darauf werfen. Die Systemvoraussetzungen für Fritz 8 sind nicht weiter exotisch. Empfohlen wird ein Rechner mit 128 MB Speicher und den aktuelleren Windows - Versionen ab Win 98. Unter Windows 95 läuft Fritz 8 nicht mehr. Für die 3D - Grafik und den neuen Globus ist die Installation von DirectX 8.1 von Microsoft notwendig, das auf der CD mitgeliefert wird. Weiterhin wird eine 3 D - fähige Grafikkarte empfohlen, sie ist jedoch zwingend keine Voraussetzung, denn Fritz 8 enthält auch noch das alte 3D - Brett.

Fritz 8 hat eine eigene Webseite unter www.fritz8.de, alternativ erhalten Sie vertiefende Informationen direkt bei Chess Base unter www.chessbase.de. In der kommenden Ausgabe werden wir uns ausführlich mit der brandneuen Fritz 8 - Engine beschäftigen.

Peter Schreiner, Rochade Europa 12/2002

Vier Wochen nach dem viel beachteten Match Kramnik gegen Deep Fritz kann jeder am eigenen PC nachempfinden, wie es dem Weltmeister im klassischen Schach ergangen sein muss: Das Programm Fritz 8 (= Deep Fritz mit zusätzlichen Funktionen) ist da. Doch es ist keineswegs nur die Spielstärke allein, die das "Monster aus Bahrain" so attraktiv macht, auch die neue Gestaltung, die neuen Funktionen, sowie die Verwendung des Programms als ein universales Werkzeug zum bequemen Spielen im Internet haben ihren Reiz. Bei derartiger Funktionsvielfalt kann man leicht den Überblick verlieren und deshalb überlassen wir die Programmvorstellung Matthias Wüllenweber. Der renommierte Schachprogrammierer, der mit der Erfindung und Weiterentwicklung von ChessBase die Schachwelt nachhaltig veränderte und hierfür auch mit dem Medienpreis des Deutschen Schachbunds ausgezeichnet wurde, hat nun das Wort.

Die Neuerungen von Fritz 8 lassen sich nach dem Motto "Für jeden etwas" beschreiben. Das ist Absicht, denn bei Fritz 7 wurde viel Arbeitskraft durch die Programmierung des Internet-Schachservers gebunden und daher haben wir für Fritz 8 die Schwerpunkte anders gesetzt. Im Mittelpunkt steht jetzt das neue fotorealistische 3D-Brett. Hinzu kommen neue Trainings- und Analysefunktionen und ein der papiernen Realität nachempfundenes Notationsformular. Doch beim Spielen im Internet auf schach.de wurde trotzdem weitergearbeitet. Simultanvorstellungen, erweiterte Chatfunktionen, Bewertung von anderen Spielern und spezielle Schachformen sollen das Schachleben auf dem Server bereichern. Fritz 8 wird mit einer weiterentwickelten Fassung der Original-Engine aus Bahrain ausgeliefert, die gegen Kramnik 4:4 spielte. Es sind bereits einige Lehren aus diesen Partien in das neue Programm eingegangen. Auch das beigefügte Eröffnungsbuch beruht auf der Originalfassung des Wettkampfbuches.

Das fotorealistische 3D-Brett

Es gibt Leute, die sagen, 3D-Bretter in Schachprogrammen taugten nur für schöne Abbildungen auf der Programmverpackung. Das ist vielleicht ein Grund, warum das 3D-Brett von Fritz seit einigen Jahren im Dornröschenschlaf lag. Die modernen Grafikkarten und die Unterstützung von 3D-Programmierung durch Microsoft DirectX haben jedoch inzwischen solche Fortschritte gemacht, dass die Zeit reif ist für einen neuen Ansatz.

Beim neuen 3D-Brett gab es zwei Ziele. Erstens sollte es mit allen Lichtreflexen, Schatten- und Spiegeleffekten so realistisch aussehen, wie die Fotografie eines echten Brettes. Zweitens muss es auf einer modernen, mit 3D-Beschleuniger ausgestatteten Grafikkarte schnell genug sein, damit man flüssig "Bullet" spielen kann, also Einminuten-Blitz im Internet.

Bei der Bildschirmdarstellung kann der Benutzer zwischen einem Holz- und einem Marmorbrett wählen. Die neuen Bretter haben einen ästhetischen Wert in sich, und man vertreibt sich gerne die Zeit damit, etwa vom Feld d5 aus in Richtung g2 blickend den fianchettierten Läufer heranzuzoomen.

Training und Themablitz

Schachprogramme haben heute hauptsächlich zwei Anwendungen: Eröffnungsvorbereitung und Analyse. Fritz 8 bietet neben seiner Datenbank, die jetzt auf 500 000 Partien angewachsen ist, und seinem Eröffnungsbuch neue Möglichkeiten, Eröffnungen zu trainieren: Anfänger können die Züge und Namen jeder traditionell benannten Schacheröffnung im Wechselspiel mit Fritz lernen. Im Modus Züge lernen gibt man von der Grundstellung aus die Züge der gewählten Variante ein und das Programm überwacht ihre Richtigkeit. Spannend ist das praktische Trainieren der Eröffnung. Dabei startet jede neue Partie gleich mit dieser Variante, wahlweise auch mit wechselnden Farben. Profis erstellen sich entweder neue Datenbanken zum eigenen Repertoire oder rufen bei einer beliebigen Brettstellung die Funktion Themablitz auf. Solange Themablitz aktiv ist, geht jede neue Partie gleich bei dieser Stellung los, so dass man sie immer wieder gegen das Programm trainieren kann. Das schult enorm, weil man aus den wiederkehrenden Fehlern lernt und sich die typischen Muster schnell einprägen. Themablitz und Trainingsstellungen aus der Datenbank sind nicht auf Eröffnungen beschränkt. Auch im Endspiel macht es Spaß, die gleiche Stellung immer wieder auszuspielen, bis man einen Gewinn- oder Remisweg verinnerlicht hat.

Stellungsanalyse

Nicht nur Fernschachspieler brauchen die tief verzweigte automatische Analyse einer einzelnen Stellung. Deshalb ist die Funktion Stellungsanalyse von Fritz praktisch wichtig und wurde im neuen Programm verbessert. Die Tiefe der Analyse kann jetzt über eine vorgegebene Gesamtzeit gesteuert werden, was nützlich ist, wenn man z. B. am nächsten Morgen ein Ergebnis braucht und die nächtliche Maschinenzeit möglichst effizient ausfüllen will. Eine Verbesserung ist die Stellungsanalyse mit mehreren Engines gleichzeitig. Bei der Stellungsanalyse gibt man vor, wie viele Abzweigungen untersucht werden sollen. Dies sind mit einer einzelnen Engine die aus ihrer Sicht besten Varianten. Wenn zwei oder mehr Engines verwendet werden, ergeben sich die Abzweigungen aus den zusammengefassten besten Varianten dieser Engines. Das dauert zwar entsprechend länger, steigert aber die Vielfalt und Qualität der Analyse, insbesondere, wenn zwei stilistische unterschiedliche Programme wie z. B. Fritz und Shredder verwendet werden.

Simultanvorstellungen auf schach.de

Eine technisch interessante Verbesserung beim Internetschach mit Fritz 8 sind die Simultanvorstellungen. Mit dem neuen Programm kann man an Simultanvorstellungen teilnehmen oder sich selbst daran versuchen. Ein Uhrensimultan gegen etwa zwei bis drei Gegner ist eine sportliche Herausforderung. Doch auch klassische Simultanveranstaltungen, bei denen der Meisterspieler von Brett zu Brett geht, sind möglich. Dazu wurde ein besonderes Fenster entwickelt, dass entweder nur das gerade aktive Brett oder alle Bretter entsprechend skaliert zeigt. Letzteres ist gerade im Uhren-simultan gegen wenige Gegner praktisch. Ein Simultan wird wie ein Turnier gestartet. Es gibt dafür spezielle Räume, aus denen serverweite Einladungen verschickt werden. Im Unterschied zu Turnieren kann man die Einladungen auf einen bestimmten Elobereich eingrenzen. Wer mit DWZ 1900 gegen vier Leute simultan spielen will, wird vielleicht dafür eine obere Gegnergrenze von DWZ 1750 einhalten, um ein ausgewogenes Match zu bekommen.

Neue Chatfunktionen

Ein Reiz des Schachspielens im Internet ist, dass man per Chat (getippte Unterhaltung) neue Freunde gewinnt. Fritz 8 unterstützt das Chatten in mehrfacher Hinsicht. Praktisch sind die serverweiten Chatkanäle, in denen man sich zu bestimmten Themen in größeren Gruppen unterhalten kann. Die Einladungen zu Turnieren werden beispielsweise im Turnierkanal verschickt. Wichtig ist auch der Hilfekanal, in dem erfahrene Besucher des Servers auf Fragen antworten.

Nachrichtensystem und Offline-Abruf von Spielerdaten

Bisher konnte man auf schach.de nur etwas über Spieler erfahren, die sich im gleichen Raum befinden. Auch eine Kontaktaufnahme oder Verabredung funktioniert nur per Chat im gleichen Raum. Um die Verabredung von Partien zu ermöglichen, verfügt Fritz 8 nun über ein Nachrichtensystem, das wie E-Mail funktioniert. Sofern man den Usernamen eines anderen Spielers kennt, kann man ihm eine kurze Nachricht schicken. Es sind gar einfache Formatierungen wie Fett- und Kursivschrift möglich. Nachrichten an andere Spieler sind jedoch nur erlaubt, wenn man vorher eine bei Fritz mitgelieferte Seriennummer eingibt. Damit soll Missbrauch ("Spamming") mit anonymen Konten vorgebeugt werden. Weiterhin kann man das Bild oder die Elokurven von nicht anwesenden Spielern einsehen, was besonders in derTop100-Liste nützlich ist.

Automatisches Kiebitzen ("Verfolgen")

Das Zuschauen bei längeren Partieserien eines Spielers war in Fritz 7 etwas lästig. Beim Ende jeder Partie musste man das Fenster schließen und danach erneut für den betrachteten Spieler auf Zuschauen klicken. Fritz 8 vereinfacht dies durch die Funktion Verfolgen. Wenn man auf einen Namen in

der Spielerliste doppelklickt, so öffnet sich die gerade gespielte Partie. Ist diese beendet, erscheint automatisch im gleichen Fenster die nächste Partie, falls der Spieler mit demselben oder einem anderen Gegner weiterspielt.

Spezielle Schachformen

Für Fritz8 finden sich auf schach.de drei neue Räume, in denen man Sonderformen von Schach spielen kann. Im Raum Acht - Bauernschach geht jede Partie mit der Grundstellung ohne alle Figuren los. Die Remisbreite ist in diesem Spiel etwas größer, doch bedeutet es intensives Training von Bauernendspielen: Im Raum Shuffle-Schach gibt es alle 24 h Stunden eine neue Anfangsstellung aus den 960 Ausgangsstellungen des Fischer-

Randoms-Schachs. Hier können jedoch nur die im klassischen Schach legalen Züge ausgeführt werden, die zusätzlichen Rochaden entfallen. Schließlich gibt es einen neuen Raum für Themablitz, in dem aktuelle Eröffnungsvarianten trainiert werden. Jede Partie beginnt mit derselben Variante oder Stellung. Mit dieser Technik sind beispielsweise Thematurniere zu Turmendspielen geplant.

Applaus und Bewertung von Spielern

Wir haben gelernt, dass sich auf schach.de eine soziale Struktur herausbildet, in der es nicht nur auf die schachlichen Dinge an kommt. Die "zwischenmenschlichen" Aspekte des Internetschachs unterstützt Fritz z. B. durch die Applausfunktion. Man kann jederzeit einem anderen Spieler, Gegner oder nicht, Applaus senden. Beim Empfänger erscheint eine kurze Notiz im Chatfenster und in seinen persönlichen Daten wird der Applauszähler erhöht. Ein hoher Applauszähler bedeutet soziales Prestige, Applaus ist bei schönen schachlichen Erfolg angebracht, doch auch eine gute Turnierleiterleistung oder eine ehrenamtliche Liveübertragung sind damit belohnbar. Leider gibt es im Internet Leute, die unerlaubt Schachcomputer gegen Menschen einsetzen oder andere Spieler beleidigen. Dem wirkt das neue Programm durch einen basisdemokratischen Mechanismus entgegen, die Bewertung von Spielern. Wer sich durch einen Mitspieler belästigt oder unfair behandelt fühlt, kann diesen entsprechend bewerten. Sobald sich eine größere Zahl von negativen Bewertungen häuft, legt der Server den Fall automatisch den Systemadministratoren vor.

Angenehmer und wichtiger sind die positiven Bewertungen. Wer sich im Chat humorvoll verhält oder durch faires Spiel auffallt, sammelt positive Bewertungen von seinen Mitspielern. Positive Bewertungen werden schon bei niedriger Schranke angezeigt, negative bleiben vertraulich, um einem ungerechtfertigten Mobbing und verfrühten Urteilen vorzubeugen. Jeder kann jeden anderen Spieler überdies nur einmal bewerten.

Der neue Globus

Die ästhetischste Verbesserung von Fritz 8 ist neben dem 3D-Brett der neue Globus. Die Oberfläche der Erdkugel beruht jetzt auf Satellitenfotos der NASA, in denen sich geologische Großformationen und Gewässer deutlich sichtbar abzeichnen. Vielleicht ist es schachlich weniger wichtig, nachzuprüfen, ob jemand im Himalaja gerade auf dem Server spielt, doch lädt die wirklichkeitsnahe Darstellung der Weltkugel zu Entdeckungen ein und ist überdies geographisch bildend. Auch der Mond ist implementiert und kann durch geschicktes Zoomen und Rotieren des Beobachterstandpunktes von seiner Rückseite betrachtet werden.

Weitere Neuerungen in Stichpunkten:

Multimediaschachkurs von Dr. Helmut Pfleger mit den zehn schönsten Partien der Schachgeschichte * Anfängerlehrgang von Björn Lengwenus * Blitzuhr zeigt Zehntelsekunden * Notation im Stil eines Partieformulars * Abdecken und freies Verschieben von Unterfenstern * Enginematch mit unterschiedlichen Bedenkzeiten * Fehlersuche mit Speicherung aller Bewertungen (Bewertungsprofil) * Engine abschaltbar * Erweiterter Stellungstest mit Ausschluss von schlechten Zügen * Remisangebot mit blinkendem Button * Bessere Darstellung der Elodaten * Bequemers Anmeldeverfahren für Turniere * Vorlesen von Chat in Windows XP * Abruf von Serverstatistiken * "Fritz & Fertig" Demo enthalten

Systemvoraussetzungen

Minimal 32MB, empfohlen 128 MB. Läuft auf allen neueren Windows-Versionen außer Windows 95. Für die 3D-Grafik und den neuen Globus ist die Installation von DirectX 8.1 von Microsoft notwendig, das auf der CD enthalten ist. Weiterhin wird eine 3D-fähige Grafikkarte empfohlen, sie ist jedoch

zwingend keine Voraussetzung, denn Fritz 8 enthält auch noch das alte 3D-Brett. Für das automatische Vorlesen von eingehendem Chat ist Windows XP notwendig. Die Auslieferung erfolgt auf zwei CD's. Preis: 49,99 Euro. Weitere Infos bei www.fritz8.de.

Matthias Wüllenweber unter Schach & Chip im Schach Magazin 64 Nr. 22/2002

Fritz 8 / deutsche Version