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Art.-Nr.: LXMIKKUSMMC

Kämpfen und Siegen mit Magnus Carlsen

312 Seiten, kartoniert, Olms, 1. Auflage 2011.

24,95 €
inkl. 7% MwSt., zzgl. Versandkosten

Mittlerweile fest in der Weltelite etabliert, stellt der Norweger Magnus Carlsen in seiner Schachkarriere einen Rekord nach dem anderen auf. Im Alter von nur dreizehn Jahren wurde er im April 2004 Großmeister und 2010 avancierte er zur jüngsten Nr. 1 der Welt in der Schachgeschichte.

Dieses Buch präsentiert 64 der besten Partien Carlsens mit detaillierten Kommentaren sowie eine fundierte Beschreibung seiner einzigartigen Karriere. Untersucht werden auch die Defizite, an denen er als junger Spieler litt und wie er diese auf seinem faszinierenden Weg in die Weltspitze nicht zuletzt mit Hilfe von Garri Kasparow überwand.

Details

Sprache Deutsch
Autor Michaltschischin, Adrian
Stetsko, Oleg
Verlag Olms
Auflage 1.
Medium Buch
Gewicht 300 g
Breite 17 cm
Höhe 24 cm
Seiten 312
ISBN-13 9783283010218
Erscheinungsjahr 2011
Einband kartoniert

Es ist eigentlich erstaunlich, dass es immer noch relativ wenig Literatur über Magnus Carlsen gibt. Die wichtigste Referenz war lange Zeit das von seinem Trainer Simen Agdestein 2004 vorgelegte Werk Wunderjunge , das die frühe Entwicklung des Norwegers analysierte. Im Olms Verlag versucht nun das Autorenduo Oleg Stetsko und Adrian Michaltschischin, die beide in der UdSSR aufgewachsen sind, mit der Partiensammlung Kämpfen und Siegen mit Magnus Carlsen den Aufstieg des Norwegers nachzuzeichnen.

Die Karriere des Weltranglistenersten ist märchen­haft. Schon mit fünf Jahren erlernt er das Spiel. 2003 erhält er mit zwölf Jahren den IM-Titel. 2004 hat er seinen internationalen Durchbruch, als er das C-Turnier in Wijk aan Zee mit seiner ersten GM-Norm gewinnt. Lubos Kavalek bezeichnet ihn daraufhin als "Mozart des Schachs“. Innerhalb von nur drei Monaten schafft er drei weitere GM-Normen und wird mit nur 13 Jahren Großmeister.

Nur kleine Rückschläge hat Carlsen in seiner Karriere zu verzeichnen. Immer lernt er unglaublich schnell aus seinen Fehlern und merzt sie innerhalb kurzer Zeit aus. Das Tal-Memorial Ende 2006 und Anfang 2007 das A-Turnier in Wijk aan Zee werden zur Feuertaufe. Er wird beide Male Letzter, doch demonstriert nur wenig später beim Eliteturnier in Morelia/Linares mit seinem zweiten Platz eindrucksvoll, dass er sich in der Weltspitze etabliert hat.

Carlsen arbeitet später mit Peter Heine Nielsen zusammen. Durch den Sekundanten Anands entsteht ein gutes Verhältnis zum indischen Weltmeister, den er 2008 und 2010 bei der Vor­bereitung auf seine WM-Matches unterstützt. Im Spätsommer 2009 kommt es zur Kooperation mit Garri Kasparow. Der lang­jährige Branchenprimus verbessert nicht nur das Eröffnungsrepertoire seines Schützlings, dass er einmal als "etwas seltsam“ bezeichnete, sondern macht wohl auch dessen Arbeitsweise deutlich effektiver. Wenig später durchbricht Carlsen die 2800er Schallmauer. Mit nur 19 Jahren wird er 2010 jüngster Weltranglistenerster aller Zeiten.

Die beiden Autoren zeichnen die schachliche Entwicklung Carlsens vor allem anhand von 64 Partien nach. In den Analysen liegt die Stärke dieser Publikation. Manch allgemeine Ein­schätzung ist allerdings deutlich vom sowjetischen Blickwinkel getrübt. So meinen die Autoren, dass es vor der Zusammenarbeit mit Kasparow abzusehen war, dass "Carlsens Kräfte ohne hochqualifizierte Hilfe nicht ausreichen würden, das 2008 erreichte hohe Leistungsniveau von 2776 [ ... ] zu überbieten.“ Eine abenteuerliche Mutmaßung der Autoren, denn der Norweger hatte zu jener Zeit einen unvermindertem Leistungsanstieg aufzuweisen. Sein Aufstieg hätte sich ohne Kasparow allenfalls verlangsamt.

Auch werden die Autoren nicht müde zu zeigen, dass einige Fehler beim jungen Carlsen einem in der sowjetischen Schachschule ausgebildeten Spieler nicht unterlaufen wären und suggerieren damit, dass er unter sowjetischer Ägide noch stärker geworden wäre.

Durch diese Einschätzungen entsteht gelegentlich ein verzerrtes Bild, das seine Ursache im Bedürfnis der Autoren hat, den Einfluss der russischen Schachschule und der "schachlichen Tradition Moskaus“ auf die Entwicklung der jetzigen Nr. 1 der Welt zu dokumentieren. Trotz des Phänomens Carlsen und dem damit einhergehenden Schlag ins Kontor der Hege­monie der russischen Schachschule sind die Autoren stets bemüht, die schachliche Qualität und den "langen Arm“ des ehemaligen Schach-Mutterlandes aufzuzeigen. Sie ringen ums Verstehen für ein Wunderkind, das ohne die in Russland übliche Selektion und Ausbildung die Schachwelt dominiert. Obwohl sich die Publikation vorrangig mit den Partien beschäftigt und biographische Details im Hintergrund bleiben, vermittelt die Lektüre gelegentlich den Eindruck, dass die Autoren zu weit weg sind. Sie kennen Carlsen nur aus Pressekonferenzen und Sekundärliteratur. Dieses Manko wird nur teilweise durch zahlreiche Zitate des Norwegers und seiner Mitstreiter wettgemacht.

Besser als die Beschreibung der Vita gelingt es den Autoren, Carlsens schachliche Entwicklung anhand der Partien aufzuzeigen. Dazu trägt auch bei, dass nicht nur Siege präsentiert werden. Durch Parteivergleiche aus verschiedenen Entwicklungsphasen werden schubartige Verbesserungen deutlich.

Fazit : Die spektakulären Partien und anständigen Analysen lassen manch seltsame Bewertung in den Hintergrund treten.

Mit freundlicher Genehmigung

Harry Schaack, KARL 1/2012

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In dem vorliegenden Buch zeichnen die beiden Autoren Adrian Michaltschischin und Oleg Stetsko den Weg von Magnus Carlsen von den Anfängen bis zum heutigen Tag nach. Dazu dienen seine bisher 64 besten Partien. Diese wurden unter verschiedenen Gesichtspunkten von den beiden Autoren hervorragend analysiert und kommentiert (Michaltschischin war lange Jahre Trainer von Anatoli Karpov, Zsuzsa Polgár, Maia Tschiburdanidse, Wassyl Iwantschuk und Arkadij Naiditsch.

Anstatt ermüdender Analysen mit unüberblickbaren Verzweigungen wartet das Buch mit kurzen aber präzisen Analysen und sehr ausführlichen Textpassagen auf. Es wurde also mit viel Text kommentiert und auch über Dinge berichtet, die außerhalb des Schachbrettes passierten.

Der Leser erfährt hier sehr viel über Magnus Entwicklung vom Endspielpatzer bis hin zum Schachsupergroßmeister der Extraklasse. Natürlich wird auch viel über private Dinge berichtet, den Hauptteil bildet aber sein schachlicher Weg.

Ich empfand das Buch als sehr unterhaltsam, lehrreich und kurzweilig. Natürlich behaupte ich nicht, Carlsens Partien auch nur ansatzweise zu verstehen, wer könnte das schon? Aber wer den nächtlichen Sternehimmel betrachtet, den überkommt alsbald ein erhabenes Gefühl und die Gewissheit, dass wir nicht alleine im Universum sind und das ein höheres Wesen dies alles erschaffen hat. Und dieses höhere Wesen hat Magnus eine Gabe gegeben um die Menschen zu erfreuen, sie teilhaben zu lassen an der grenzenlosen, ungezügelten Schönheit der Natur und des menschlichen Geistes und des Verstandes.

Alleine dafür lohnt sich der Kauf dieses exzellenten Werkes.

Mit freundlicher Genehmigung

Martin Rieger, Januar 2012

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Wer ist Magnus Carlsen und was macht ihn zugleich zu einem Phänomen, für die (Schach-) Öffentlichkeit interessant und doch auch etwas geheimnisvoll? Man verspürt Wissenshunger, wenn man dem Namen Magnus Carlsen begegnet, man möchte sich ein Bild vom Menschen und seinem so hoch gelobten und erfolgreichen Spiel machen, das Drumherum und die Hintergründe seiner Atem beraubenden Karriere erfahren.

Mit "Kämpfen und siegen mit Magnus Carlsen" von Michaltschischin und Stetsko erhält der Interessierte eine Steilvorlage, um seinen Wissenshunger zu befriedigen, um Magnus Carlsen in gewisser Weise zu begegnen. Dieses unterhaltsame und zugleich informative Werk aus der Edition Olms, für das sich Ken Neat und der auch als DSB-Pressereferent geschätzte Raymund Stolze als Herausgeber verantwortlich zeigen, zeichnet auf 312 Seiten, gefüllt mit 64 kommentierten Carlsen-Partien und ganz viel Text ein ziemlich rundes Bild von dem jungen Norweger. Sein Werdegang bis zur heutigen Größe, seine Arbeit mit Garri Kasparow, seine Arbeit an sich selbst im Selbststudium sowie sein Erstarken auch aus Fehlern und Rückschlägen werden beinahe klassisch herausgearbeitet. Dabei ist "Kämpfen und siegen mit Magnus Carlsen" alles andere als ein Buch, das in irgendeiner Weise wissenschaftlichen Ansprüchen genügen will, es ist einfach sehr gutes Schachkino.

Die Partien stammen aus den Jahren 2003 bis 2011, decken also die gesamte öffentliche Schachkarriere Carlsens ab. Sie sind vor allem textlich kommentiert, Analysen beschränken sich auf das Wesentliche. Der geübte Leser kann die Partien ohne Zuhilfenahme des Brettes nachvollziehen, wobei ihm an markanten Stellen eingearbeitete Diagramme helfen. Bei durchschnittlich langen Partien lassen sich in der Regel vier bis sechs Diagramme zählen. Sparsam kommen auch Diagramme in Abweichungen/Analysen zum Einsatz, die etwas kleiner als die Partiediagramme und so schon beim ersten Blick leicht zu erkennen sind.

Bei der Arbeit mit "Kämpfen und siegen mit Magnus Carlsen" hat mich das Werk gefesselt. Ich konnte es nicht gut aus der Hand legen, denn ich wollte permanent wissen, wie es weitergehen würde. Dies lag vor allem an den Textinhalten.

Natürlich stellt sich bei einem Buch wie diesem auch die Frage, ob sich durch eine intensive Beschäftigung mit den Partien auch ein Lerneffekt erzielen lässt. Dies möchte ich auf jeden Fall annehmen, wobei ich dieses mehr im Bereich des Mittelspiels und nachrangig auch des Endspiels verorten möchte, weniger in der Eröffnung. Von Carlsens Partieanlage in den Partien der letzten Jahre, seinem strategischen Vorgehen und weitgehend durchgängig seiner taktischen Finesse kann der interessierte Leser nur profitieren. Für diesen Wert des Buches sollte aber sicher ein herkömmliches Brett oder der Computerbildschirm, wie es Carlsens Trainingsmethode entspricht, zum Einsatz kommen.

Ein Teil des Anhangs läuft unter der Überschrift "P.S." und enthält Originalzitate Carlsens. Wenn ich einen Tipp geben darf: Sofern Sie besonders die unterhaltsame Seite des Werkes reizt, fangen Sie hiermit an! Knapp vier Seiten sind den Zitaten gewidmet und am Ende angekommen hat man das Gefühl, den jungen Mann bereits recht gut zu kennen, als Mensch zumindest und nicht als Schachspieler.

Abgeschlossen wird das Werk von historischen Daten zu Carlsens Karriere, Statistiken sowie Verzeichnissen der Gegner, Eröffnungen, zitierten Partien etc.

Mit 24,95 Euro ist "Kämpfen und siegen mit Magnus Carlsen" im Vergleich mit anderen Büchern dieses Umfangs und dieser Qualität sogar noch recht billig. Nach meinem Geschmack und meiner natürlich rein subjektiven Einschätzung ist das Buch zweifellos jeden einzelnen Cent wert.

Fazit: Absolut empfehlenswert!

Mit freundlicher Genehmigung

Uwe Bekemann, Deutscher Fernschachbund

www.bdf-fernschachbund.de

Januar 2012

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Erst vor ein wenigen Tagen erschien diese Sammlung mit Partien des Weltranglistenersten Magnus Carlsen. Der Norweger begeistert seit einigen Jahren die Schachwelt. In diesem Buch wird sein schachlicher Werdegang vorgestellt. Adrian Michaltschischin ist Leiter der FIDE-Trainerakademie, sicher einer der besten Schachtrainer der Welt und hat auch bei ChessBase schon eine Reihe von DVDs zu Mittelspielthemen vorgestellt. Oleg Stetsko ist als Co-Autor mehrer Schachbücher verzeichnet. Im Klappentext erfährt man, dass er früher Militärpilot war. Sicher hat er sich bei längeren Flügen in seiner Mig-21 die Zeit mit einem Steckschach vertrieben.

Magnus Carlsen ist "Everybody's Darling", nicht nur in der Schachpresse. Und das völlig zurecht. Der junge Mann aus Norwegen ist pures Gold für die Schachwelt. Er stammt aus einer "ganz normalen" Familie, in der ein schachbegeisterter Vater seinen Kindern, drei Mädchen und einem Jungen, eben auch Schach beibringt. Nun ist Norwegen zwar nicht der Nabel der Schachwelt. Das macht aber nichts. Inzwischen kann man im Internet mit jedem in der Welt Schach spielen und auf seinem Computer mit ChessBase alle Partien anschauen und analysieren. Magnus lernt Schach mit fünf Jahren, aber erst mit acht Jahren fängt er mit ernsthaftem Turnierschach an. Seine frühen Ziele sind: 1. Seine älteren Schwestern schlagen. 2. Seinen Vater schlagen 3. Norwegischer Meister werden. Nacheinader kann er das verwirklichen und bald danach hätte er fast auch noch Garry Kasparov beim Schnellschachturnier 2004 in Reykjavik besiegt. Der beste Schachspieler aller Zeiten wundert sich hinterher, wieso jemand aus "the middle of nowhere" so gut Schach spielen kann. Zum ersten Mal seit Bobby Fischer gibt es wieder einen Schachspieler aus dem "Westen", der das Zeug zum Weltmeister hat, und dabei auch noch wie ein ganz normaler Mensch daher kommt, ohne jede Allüren. Die Bekleidungsfirma G-Star wählt ihn, einen Schachspieler (!), als Werbebotschafter für ihre Kampagne.

Im vorliegenden Buch wird Carlsens biografischer Werdegang kurz angerissen und mit einigen Partiefragmenten unterfüttert. Es folgen auf über 300 Seiten 64 analysierte und kommentierte Partien, die in drei Gruppen unterteilt sind: 1. Vom Meister zum Großmeister, 2. Der Weg nach oben, 3. Das Leben an der Weltspitze. Die Partien werden dabei im Zusammenhang mit den Umständen, unter denen sie gespielt wurden, vorgestellt. Ao erfährt man nebenher auch noch etwas vom internationalen Schachturnierzirkus. Trainer, Kommentatoren und Journalisten, die sich zu den Erfolgen des neuen Superstars äußern, werden zitiert, so dass sich auch für den nicht so informierten Leser ein ganz gutes Bild von der "Schachpersönlichkeit" Carlsens ergibt. Carlsens Stärken sind sein fotografisches Gedächtnis und seine unglaublich Energie, die ihn jede Partie auf Gewinn spielen lässt, auch in völlig ausgeglichenen Stellungen. Berühmt ist z.B. Carlsens Sieg gegen Ponomariov im Turm-Endspiel mit drei gegen drei Bauern an einem Flügel. Selbst vier gegen drei Bauern wäre für jeden anderen Spieler noch remis.

Und was sagt Carlsen selbst? "Lieber wäre ich der beste Fußballer der Welt. Aber so ist es auch OK."

Anregende Lektüre für Fans des Schachsuperstars mit hohem Lehrwert.

Mit freundlicher Genehmigung

André Schulz, www.chessbase.de

Dezember 2011

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Magnus Carlsen wurde 1990 im norwegischen T\'f8nsberg geboren. Er wurde im Jahre 2004 als drittjüngster Spieler aller Zeiten Großmeister und belegte 2010 erstmals Platz 1 der Weltrangliste. Diese rekordverdächtigen Fakten sorgen seit mehreren Jahren dafür, dass Carlsen an erster Stelle genannt wird, wenn es um den künftigen Weltmeister geht. Sie beantworten jedoch nur zum Teil die Frage, warum der junge Norweger eine solche Ausstrahlung hat, die ihn zu einem Idol für jugendliche Schachenthusiasten macht - ein Status, den die meisten seiner Kollegen in der Spitze des Weltschachs nicht für sich reklamieren können. Hier spielt neben seinem rasanten Aufstieg in jungen Jahren ganz sicher auch sein unbedingter Kampfeswille eine wichtige Rolle. Wo andere Spitzenspieler eine Partie remis geben, kämpft Carlsen einfach weiter und kann sich nicht selten am Ende doch noch den Erfolg an die Fahnen heften. Angesichts dieses Kampfgeistes ist der Titel «Kämpfen und Siegen mit Magnus Carlsen» und noch mehr der der englischen Fassung «Fighting Chess with Magnus Carlsen» gut gewählt.

Das Buch ist im wesentlichen chronologisch gegliedert: Kapitel 1 («Vom Meister zum Großmeister», S. 24-53) nimmt die Jahre 2002-2004 in den Blick, Kapitel 2 («Der Weg nach oben», S. 54-167) die Jahre bis 2007 und Kapitel 3 («Das Leben an der Weltspitze», S. 168-299) die Phase bis 2011. Das letzte besprochene Ereignis ist das Turnier im rumänischen Medias im Juni 2011. Das Buch wird abgerundet durch Originalaussagen Carlsens zu den unterschiedlichsten Themen (S. 300-303), allerdings in einer Reihenfolge, die mir nicht einleuchtet (die Statements sind weder alphabetisch nach den Themen noch chronologisch nach dem Zeitpunkt, an dem Carlsen sie machte, geordnet). Eine Übersicht über Carlsens Ergebnisse in Turnieren und Matches seit 2002 (S. 304-308) sowie eine Übersicht über seine Elo-Entwicklung (S. 309) erlauben einen schnellen Überblick über die stetig voranschreitende Entwicklung seiner schachlichen Fähigkeiten. Indices seiner Gegner, der gespielten Eröffnungen und der zitierten Partien erlauben ein schnelles Auffinden der gewünschten Themen.

Das Kernstück des Buches sind die 64 Hauptpartien (hinzu kommen zahlreiche weitere Partien und Partiefragmente), nach der thematischen Ausrichtung des Werkes natürlich alles Gewinnpartien Carlsens. Diese Partien sind ausführlich kommentiert und durch die gut verständlichen Erklärungen für Leser jeder Spielstärke nachvollziehbar. Die Textpassagen berichten in erster Linie von den zahlreichen Turnieren Carlsens, wobei der Fokus auch hier auf den Erfolgen liegt und die gelegentlichen Misserfolge teilweise nur knapp gestreift werden (z. B. S. 45). Die Arbeitsweise Carlsens im Training wird hin und wieder kurz angesprochen (z. B. S. 28 oder 32f.), allerdings gehen die Autoren hier nicht so ins Detail, wie es sich der interessierte Leser vielleicht wünschen wird. Aufschlussreich fand ich die Feststellung, dass in der frühen Phase von Carlsens Karriere sich sein unzureichendes Eröffnungsrepertoire gelegentlich hinderlich auswirkte (S. 55) und die zahlreichen Turnierteilnahmen zu Misserfolgen wegen einer Überspieltheit führten (z. B. S. 66).

Hinter die Schachkarriere tritt in der Monographie die Persönlichkeit des jungen Norwegers. So sehr es verständlich ist, dass man von einem gerade Einundzwanzigjährigen noch keine angemessene Biographie schreiben kann - denn schließlich liegt der größte Teil seines Lebens noch vor ihm - so hätte man sich etwa zu seinem Auftritt als Model für die Modefirma G-Star Raw im Sommer 2010 zusammen mit Liv Tyler doch mehr gewünscht als einen einzigen Satz (S. 290). Noch weniger verständlich ist für mich, wieso der vieldiskutierte Entschluss Carlsens, auf die Teilnahme an der Weltmeisterschaft 2011 zu verzichten, ohne jeden weiteren Kommentar referiert wird (S. 294). Hier wäre etwas mehr Tiefgang wünschenswert gewesen.

A propos Tiefgang. Noch vor die Beschreibung der Karriere Carlsens setzten die Autoren ein Kapitel «Magnus Carlsen - Held des Computerzeitalters» (S. 10-23). Hinter diesem etwas nichtssagenden Titel verbirgt sich eine Betrachtung der schachlichen Fortschritte Carlsens über die Jahre, konkretisiert an der «Fähigkeit, das Endspiel richtig zu behandeln, durch die sich alle Weltmeister der Vergangenheit auszeichneten» (S. 15). Nun kann man natürlich darüber streiten, wie sinnvoll ein solches Kapitel ist - dass Carlsen auf seinem Weg von knapp über 2000 zu aktuell (Januar 2012) 2835 Elo seine Endspielfähigkeiten deutlich verbesserte, ist ein wenig überraschendes Faktum, das man vermutlich in gleicher Weise bei allen jungen Weltklassespielern beobachten könnte. Was mich aber deutlich mehr stört, ist die ausgesprochen oberflächliche Art, in der die illustrierenden Partiefragmente analysiert sind.

(...)

In einer Betrachtung über die Endspielfähigkeiten Carlsens als Indikator für seine Spielstärke muss man gerade von solch profilierten Autoren und Trainern wie Michaltschischin und Stetsko eine größere Präzision erwarten.

Alles in allem: Abgesehen von den beschriebenen Unsauberkeiten handelt es sich um ein überzeugendes Werk, das den beständigen Aufstieg Carlsens über die Jugendturniere, Open und geschlossenen Turniere geringerer Kategorie bis hin zu den Vergleichen mit der Weltspitze nachzeichnet. Für Fans des norwegischen Schachstars stellt das Buch somit eine Pflichtlektüre dar, doch auch alle anderen Schachenthusiasten können von den geschickt ausgewählten und gut kommentierten Partien profitieren.

Dr. Mario Ziegler, Glarean Magazin, Januar 2012

http://glareanverlag.wordpress.com

Kämpfen und Siegen mit Magnus Carlsen

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