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Art.-No.: LXVERDSLDW
Out of Production

Die stärkste Liga der Welt

120 pages, stitched, Deep Chess, 1. edition 2007.

€2.00
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Vorwort

Knapp zwei Jahrzehnte ist es her, dass eine dezidierte Publikation über die Schachbundesliga erschienen ist!

Schaut man sich den Schachbuchmarkt an, ist die Lücke im System verwunderlich und traurig zugleich. Über fast jeden Aspekt des königlichen Spiels werden zahlreiche Bücher produziert, doch an das Projekt Bundesliga traute sich keiner heran. Ist ein Buch über die höchste deutsche Spielklasse nicht prestigeträchtig genug?

Als mich Bernard Verfürden - Mastermind von Deep Chess!!! - anrief und mir mitteilte, dass er gerne ein Buch über die Schachbundesliga schreiben würde, war ich hellauf begeistert und mir der Tragweite des Projekts sofort bewusst. Die Zusage kam ohne zu zögern und nachdem IM Sebastian Siebrecht ins Boot geholt wurde, konnte das Vorhaben angegangen werden.

Die veränderten medialen Bedingungen haben das Schach revolutioniert. Das Spiel wird immer mehr ins Internet verlagert und die Übertragungsmöglichkeiten sind für unseren Sport einzigartig. Die heutige Bundesliga und ihre Vereine tragen aber diesem Umstand bislang nur bedingt Rechnung. Ein richtiger und wichtiger Schritt ist in diesem Kontext die Gründung der Schachbundesliga e.V., um die Potentiale endlich auszuschöpfen.

Dieses Buch hätte ohne die veränderten Kommunikationsstrukturen so kaum geschrieben werden können. Es ist nicht einfach nur eine Ansammlung von nett analysierten Partien, Bildern und Tabellen und fertig ist der "Drops". Viele Informationen beruhen auf der fleißigen Pressearbeit der Vereine und dem Zusammenwirken der netzwerkartigen Strukturen, die das World Wide Web bietet. Insbesondere der zeitliche Aufwand konnte durch diesen Umstand begrenzt werden.

Wie der Titel schon andeutet, handelt es sich nicht um ein staubtrockenes Werk. Im ureigenen Stil von Deep Chess!!! - satirisch aber irgendwie doch immer herzlich - kombiniert Bernard Verfürden Informationen, Hintergründe und Amüsantes zu einem wahrlich hinreißenden Potpourri. Angereichert wird das Ganze mit ausführlichen Partieanalysen und zahlreichen Statistiken zur abgelaufenen Saison.

Dieses Buch soll die vergangene Spielzeit pointiert Revue passieren lassen und als zeitloses Nachschlagewerk dienen. Darüber hinaus besteht die Hoffnung, einen Neuanfang initiiert zu haben, damit die Lücke im System von nun an geschlossen bleibt.

IM Georgios Souleidis

Einführung

Noch nie wurde seit Bestehen der höchsten Spielklasse die Schachbundesliga so mobilisiert wie in der Saison 2006/2007. Als gäbe es kein Morgen, blühte der Transfermarkt wie noch nie. Ganze 38 Spieler wechselten den Verein und 15 Spieler der Transferliste hatten bis dato eine Spielstärke von über 2600 ELO. Allein der Aufsteiger TSV Bindlach-Aktionär zog mit David Navara, Vladimir Baklan, David Baradmize, Michael Bezold und Klaus Bischoff gleich fünfmal erstklassige Spieler aus der Puppenkiste und katapultierte sich dadurch gleich auf Rang drei der Durchschnittsspielstärken. Mit knapp 2600 Elo lag man nur knapp hinter Porz und dem übermächtigen OSC Baden-Baden.

Bemerkenswert ist die Tatsache, dass sich alle Bundesligavereine nicht durch Zuschauereinnahmen finanzieren oder gar ein fettes Merchandising fahren, um die horrenden Spielerkosten zu egalisieren. In vielen Fällen ist und war es die mühsame Arbeit einzelner Vereinsfunktionäre, die durch Ihr persönliches Engagement Sponsoren und Werbeträger rekrutieren und so einen Spielbetrieb in der höchsten deutschen Klasse erst möglich machen. Oder man hat das große Glück einen gut betuchten Mäzen sein Eigen zu nennen, der mit dem gewissen Kleingeld völlig unabhängig agieren kann. Bestes Beispiel hierfür ist die SG Porz mit ihrem Mäzen Wilfried Hilgert. Man mag über Hilgert denken was man will, aber die Treue und die Zahlungsbereitschaft gegenüber seinem Verein wird noch Jahrzehnte in Schachdeutschland nachhallen. Nicht ohne Grund kursiert seit Jahren der Spruch: "Vereine kommen und gehen, aber Porz bleibt". Ein Mann, der sein Taschengeld nicht abzählt, sondern abwiegt, trotzt selbst dem Finanzamt, das selbst bei Honoraren für ausländische Spieler die Staatshand aufhält. Seit 1956 rollt der Rubel aus Hilgerts Sparsocken und machte die SG Porz 10-mal zum Deutschen Meister.

Dass so etwas nicht immer gut geht, hat leider auch die Schachbundesliga gleich mehrmals erfahren müssen. Erwähnenswert ist hier die Schachabteilung des FC Bayern München, die von 1989 bis 1995 (Ausnahme 1994, da war SG Porz Meister) als Seriensieger gefeiert wurde. Der damalige Mäzen und Finanzjongleur Heinrich Jellissen brachte nicht nur die Titel nach München, sondern verwaltete auch das Vermögen einiger deutscher Großmeister. Maximum Rendite bei einem Minimum an Risiko, gab es aber damals schon nicht. Und es war nicht verwunderlich, dass mit dem Tod Jellissens im Dezember 1994 das Finanzkonstrukt des Mäzens in einem schwarzen Loch verschwand. Nicht wenige Großmeister verloren über Nacht viele tausende DM, wenn nicht sogar noch mehr. Zudem verabschiedete sich durch den Tod Jellissens die Schachabteilung des FC Bayern München vorerst aus der Bundesliga. Sie hat sich aber inzwischen wieder erholt und spielt in der 2. Bundesliga-Süd.

Ähnlich erging es dem Lübecker SV mit seinem Sponsor Winfried Klimek. Immerhin wurden die Hanseaten 3-Mal deutscher Meister, bis der Chef der ehemaligen Firma "Galaxis Technologie" den Geldhahn zudrehte. Die Umstände wie es dazu kam, waren mehr als kurios. Als Begründung gab Kiimek an, dass sich die

Schachbundesliga nicht richtig vermarkten lasse und somit kein Geld mehr in das Projekt gesteckt werde. Ob es tatsächlich dieser Grund war, der dazu führte, dass Lübeck seine erste Mannschaft im Jahre 2003 aus dem Oberhaus zurückzog, ist eher zweifelhaft. Immerhin ging zu dieser Zeit der Staatsanwalt bei der Firma "Galaxis" ein und aus und ermittelte wegen des Verdachts auf Steuerhinterziehung und der Konkursverschleppung. Am 03. Dezember 2004 erfolgte dann ein Haftbefehl gegen den ehemaligen Mäzen des Lübecker Traditionsklubs. Im August 2005 wurde Winfried Klimek zu 5 Jahren Haft wegen Untreue und schweren Betrugs verurteilt.

Auch Empor Berlin kann hier seine eigene Geschichte erzählen. Zu der Zeit als der Mäzen Bernhard Schewe das Ruder des Vereins in Händen hielt, konnten Schachgrößen wie Kramnik oder Schirov unter Vertrag genommen werden. Aber auch hier kam das "Aus" dick und schmerzhaft. Schewes Spree-Capital GmbH, die lukrative Rendite versprach, löste sich in Luft auf. Bernhard Schewe wurde wegen Betrugs in etwa 1500 Fällen für schuldig befunden und wanderte ebenfalls für 5 Jahre hinter Gittern. Empor Berlin verschwand daraufhin von der Bildfläche und spielt aktuell in der Berliner Landesliga.

Nun hat die Bundesliga wieder einen Verein, der an einem einzelnen Geldhahn nuckelt. Welche Motivation hat eigentlich das Börsenmagazin "Der Aktionär" sich an dem Schachklub TSVBindlach zu beteiligen? Was ist, wenn man feststellt, dass das "Return on Investment" eigentlich gar nicht stattfindet und der Gegenwert der Investitionen kaum messbar ist. Leider stimmen auch hier die Erfahrungen nachdenklich. Allerdings kann man natürlich den Hauptsponsor Bernd Förtsch nicht mit den Pleitemanagern der Vergangenheit vergleichen. Immerhin hat der Chef der Börsenzeitung "Der Aktionär" selbst jahrelang beim Schachklub Kulmbach gespielt und besitzt somit eine Beziehung zum Schach. Förtsch selbst bestätigte in diversen Interviews immer wieder die große Ähnlichkeit zwischen Börse und Schach und bekundet so indirekt - nach Meinung von Deep Chess!!! - seine Liebe zu diesem Spiel.

Wir dürfen daher hoffen, dass sich diesmal die Geschichte der Pleiteliga nicht wiederholt und Bindlach einen zuverlässigen und treuen Mäzen gefunden hat, denn letztendlich ist wieder einmal ein gefährliches Abhängigkeitsverhältnis entstanden.

Kritik ist immer einfacher als "besser machen", keine Frage. Die Finanzierungsakrobatik der Deutschen Bundesligavereine ist teilweise sehr bemerkenswert. Wie finanziert man einen solchen Profiklub? Was kostet so eine Söldnertruppe eigentlich und wer hat Zeit für diese logistischen Meisterleistungen?

Nun, konkrete Zahlen liegen Deep-Chess!!! nicht vor und bekanntlich spricht man nicht über Geld. Schon gar nicht beim Schach. Daher ist das nachfolgende Zahlenmaterial eine Hochrechnung, die allerdings in die Nähe der tatsächlichen Gesamtkosten heranreicht. Geht man von einer Mannschaft der durchschnittlichen Spielstärke, z.B. Hamburg, aus, ist von einem Budgetvolumen zwischen 25.000,-- bis 35.000,- € auszugehen. Jährlich versteht sich. Vereine wie Solingen und Bremen werden wohl über dieser Grenze liegen. Aus diesem Budget sind die Honorare, die Fahr- und mögliche Übernachtungskosten zu bezahlen. Selbstredend, dass man mit diesen Geldmitteln nicht permanent den "ersten Sturm" antreten lässt. Da wird schon mal taktiert und der kasachische Großmeister nicht aus Almaty (Alma Ata) eingeflogen, wenn der Gegner auch vom heimischen Schachguru gerupft werden kann. Die Gegenfinanzierungen erfolgen überwiegend über private und geschäftliche Sponsoren, die zu Schach eine Verbindung haben. Daher macht es weitaus mehr Sinn seine Finanzierungen auf mehreren Säulen aufzubauen, um nicht dermaßen in ein Abhängigkeitsverhältnis zu geraten, dass ein Handeln und Taktieren der Vereinsfunktionäre nicht mehr möglich ist.

Im Vergleich zu den oben genannten Zahlen, kommt der Ligaprimus OSC Baden-Baden schon lange nicht mehr mit so einem mageren Budget aus. So haben die Badener fast alles unter Vertrag genommen, was die Elo-Schwelle von 2650 überschritten hat. Der Eloschnitt der Bretter 1-8 von Baden-Baden beträgt 2708. Wie ist das möglich? Grenke-Leasing ist dafür verantwortlich. Wolfgang Grenke, Chef der Grenke Leasing Aktiengesellschaft, beschäftigt sich seit 1978 mit dem Leasinggeschäft im Bereich Bürokommunikation und ist heute führend im Segment "Small Ticket IT-Leasing". Mittlerweile werden die Aktien im SDAX geführt. Neben seinem Beruf schlägt sein Herz auch für den Schachsport. Wolfgang Grenke spielt selbst in der sechsten Mannschaft von Baden-Baden und besitzt eine Spielstärke von 1843 DWZ. Man muss es hier auch einmal klar äußern, dass dieser Manager eine Lichtgestalt des Sponsorings ist. Es geht dabei ja nicht nur um die Bereitstellung von Geldern, sondern unter anderem auch um Beziehungsmanagement. Es wäre fahrlässig anzunehmen, dass mit der Rekrutierung der besten Spieler der Welt alles Erdenkliche für die Meisterschaft getan wäre. Denn wie oft kommen diese Giganten wie Svidler, Anand und Carlsen tatsächlich zum Einsatz?

In einem Gespräch mit Hans-Walter Schmitt bestätigte dieser, dass ein entscheidender Faktor des Badener Erfolgs der vorhandene Teamspirit sei. Nicht die Riege der Einzelkämpfer, sondern die gesunde Teamfähigkeit und die Bereitschaft vorhandene Beziehungen zu pflegen und auszubauen, sind eben diese Erfolgsgaranten.

Am Anfang war Trier:

Wie alles im Leben, hatte auch die Schachbundesliga einen Anfang. Dass wir heute eine attraktive und spielstarke Meisterschaft haben, nahm 1973 in Trier seinen Anfang. Auf Initiative des damaligen DSB-Sportdirektors Helmut Nöttger wurde eine Elite-Liga beschlossen. Kann sich noch jemand an 1973 erinnern? Immerhin schnullerten zu dieser Zeit die meisten Ausnahmespieler der Bundesliga auf irgendwelchen Fußböden herum. Vishy Anand, Spitzenspieler des OSC Baden, war zu diesem Zeitpunkt noch keine 4 Jahre alt und konnte mit Schachfiguren rein gar nichts anfangen, außer sich diese in den Mund zu stopfen.

Im Jahre 1974 nahm die Schachbundesliga ihren Betrieb auf. Vorerst wurde die Liga in vier Gruppen aufgeteilt. Am Ende der Saison spielten die 4 Erstplazierten in einem Endrundenturnier um die deutsche Meisterschaft. Die ersten deutschen Meister waren Solingen, Porz, Bamberg und Königspringer Frankfurt. Erst im Jahre 1980 wurde die Bundesliga eingleisig, so wie wir sie heute kennen. In diesen Anfängen war nicht alles "Friede, Freude, Eierkuchen", wie man sich vorstellen kann. Schon damals gab es kritische Stimmen, die die Finanzierung eines solchen Großprojekts gefährdet sahen. Es wurde seinerzeit viel über das ,Für und Wider" gesprochen, doch zu guter Letzt siegte aufgrund der vielen Weltklassespieler die sportliche Attraktivität. Die Show konnte beginnen!

Kaum war die die Bundesliga geboren, da griffen die Mäzene auch schon tief in den Geldbeutel, um sich die bestmögliche Ausgangsposition zu sichern. Den Vogel schoss dabei sicherlich die SG Solingen mit der Verpflichtung von Ex-Weltmeister Boris Spassky ab, der sich als zuverlässige Stütze für die Klingenstädter entpuppte. Porz rekrutierte Dr. Hübner, Vlastimil Hort und den isländischen GM Sigurjonsson, der allerdings mehrmals an den hinteren Brettern geplättet wurde.

In diesen Anfängen waren viele Dinge noch gar nicht so geregelt, wie es heute in der Eliteklasse der Fall ist. So kursieren heute noch Geschichten aus der einstigen Bundesliga, dass während einer Blitzphase schon mal die Pulle Bier über das Brett kippte. Fotos aus den 80zigern beweisen, dass Spieler mit Zigarette oder gar Zigarre in der Hand am Brett qualmten. Mit dem Aufstieg des Schachspiels zum Leistungssport verschwanden Bier und Kippe aus den Turniersälen und machten viele Spieler zu Pendlern zwischen Vorraum und Spielsaal. Einige von ihnen sollen dabei Rekorde der ganz anderen Art aufgestellt haben. So soll Großmeister Vladimir Epishin die Fähigkeit besitzen, eine Zigarette unter 20 Sekunden kaputt zu quartzen und selbst in Zeitnot noch Gelegenheit finden, so ein "Pfeifchen" zu genießen. Solche Szenarien sind heutzutage natürlich völlig undenkbar. (...)

Details
Language German
Author Siebrecht, Sebastian
Souleidis, Georgios
Verfürden, Bernard
Publisher Deep Chess
Edition 1.
Medium Book
Weight 180 g
Width 14.7 cm
Height 21 cm
Pages 120
ISBN-13 9783000212208
Year of Publication 2007
Binding stitched
Contents

006 VORWORT

007 EINFÜHRUNG

013 BINDLACH 28.- 29.10.2006

015 BERLIN-TEGEL 28.-29.10.2006

018 EPPINGEN 28.-29.10.2006

020 BADEN-BADEN 28.-29.10.2006

023 HAMBURG 17.-19.11.2006

029 BERLIN-TEGEL 18.-19.11.2006

039 KÖLN-PORZ 17.-19.11.2006

044 STAND NACH 4 RUNDEN

045 BUNDESLIGABLITZ 8.12.2006

047 SOLINGEN 09.-10.12.2006

050 REMAGEN 09.-10.12.2006

053 BREMEN 9.-10.12.2006

056 BANN 8.-10.12.2006

065 KATERNBERG 02.-04.02.2007

069 INTERVIEW MIT DR. SCHELZ-BRANDENBURG

072 TEGERNSEE 02 .-04.02.2007

074 STAND NACH 9 RUNDEN

074 MÜLHEIM 24.-25.02.2007

078 INTERVIEW MIT GM ROBERT RABIEGA

080 DIE GURKEN DER SAISON

086 KÖLN-PORZ 24.-25.02.2007

088 TEGERNSEE 24.-25.02.2007

091 BREMEN 24.-25-02.2007

094 INTERVIEW MIT CHRISTIAN ZICKELBEIN

098 SOLINGEN 17.-18.03.2007

099 HAMBURG 17.-18.03.2007

102 MÜLHEIM 17.-18.03.2007

103 BINDLACH 17.-18.03.2007

106 MÜLHEIM 31 .-01.04.2007

107 EPPINGEN 31.-01.04.2007

108 REMAGEN 31 .-01.04.2007

110 DAS FINALE

116 STATISTIKEN

Bald ist es wieder so weit: Die Schach-Bundesliga wird ab dem 20. Oktober wieder ihren Meister ermitteln. Noch stärker soll sie geworden sein. Und noch besser soll die Vermarktung funktionieren, denn die Bundesliga e.V. hat sich mittlerweile selbstständig gemacht und damit weitgehend vom DSB emanzipiert. Gerade daran haperte es in der Vergangenheit, denn bei der schachlichen Qualität, die an sieben Wochenenden an verschiedenen Orten Deutschlands zu bestaunen ist, ist die öffentliche Resonanz nach wie vor zu gering. Der Internetauftritt ist besser geworden und die Live-Schaltungen gehören bei den meisten Vereinen zum Standard. Dennoch bleibt viel zu tun. Die Verantwortlichen der Bundesliga haben es beispielsweise seit ihrer Gründung 1980 nicht geschafft, eine ordentliche historische Dokumentation vorzulegen. Gemeinsame Projekte zu verfolgen, ist innerhalb der Liga schwierig. Zu inkonsistent ist die Vereinszusammenstellung, zu groß die Meinungspluralität, wie wir schon in unserem Bundesligaheft (KARL 3/02) bei einer Umfrage feststellten. Dabei gäbe es viel zu berichten von den Kämpfen und Spielern, von Profis und Amateuren, oder von den Sponsoren. An "Typen“, Charakteren und Stars mangelt es der deutschen Oberklasse wahrlich nicht.

Nach der letzten Saison haben einige Enthusiasten aus Nordrhein-Westfalen, wo die größte Dichte an Bundesligavereinen herrscht, einen Anfang gemacht. Die Verantwortlichen von Deep Chess haben ein Bundesligaheft zur letzten Saison herausgegeben. Auf ihrer Website www.deep-chess.de, die seit kurzem in neuem Kleid erscheint, kommentieren Bernard Verfürden, Georgios Souleidis und Sebastian Siebrecht (die beiden letzteren langjährige Bundesligaspieler bei Katernberg) nicht nur das allgemeine Schachgeschehen, sondern insbesondere die Ereignisse der 1. und 2. Liga. Das Bundesligaheft kommt genau zum richtigen Zeitpunkt, denn die Bundesliga e.V. befindet sich im Umbruch und braucht identitätsstiftende Momente. Gewünscht hätte man sich allerdings ein Buch oder wenigstens ein Büchlein. Herausgekommen ist jedoch nur eine geheftete Broschüre. Sieht man von dem schwachen Layout ab und überwindet visuelle Hemmschwellen wie die zahlreichen "Bombenkrater“ im Schriftbild, die mit einer Silbentrennung leicht hätten behoben werden können, kommt man dennoch auf seine Kosten. Vorausgesetzt man mag die "flotte Schreibe“ und den besonderen Ruhrpott-Charme, durch den sich die Macher auszeichnen und der für manch einen vielleicht gewöhnungsbedürftig ist. Nach einem kurzen historischen Abriss und der Beschreibung der Modi, lassen die Autoren die Highlights der Saison Revue passieren. Chronologisch wird jeder Spieltag abgehandelt. Sowohl die besten als auch in einem extra Kapitel, betitelt mit "Gurken der Saison“, die schlechtesten Partien und größten Aussetzer der Liga werden präsentiert. Interviews mit Persönlichkeiten wie dem Berliner Urgestein Rabiega, Präsident Zickelbein und Bremens Vorsitzendem Schelz-Brandenburg sind auflockernd in die Berichterstattung eingeschoben. Die Autoren sparen auch nicht an kritischen Kommentaren. Einer der charismatischsten und polarisierendsten Köpfe der Liga ist nun mit Pauken und Trompeten ausgeschieden: der Porzer Mäzen Hilgert, mit dem auch der neunmalige Deutsche Meister künftig nicht mehr vertreten sein wird. Der Rückzug kam zu spät, um Gegenstand der Publikation zu sein. Allerdings wettern die Autoren schon im Heft über die Kapriolen und den Eigensinn Hilgerts, der Liveübertragungen boykottierte und sich auch nicht an der Berichterstattung im Internet beteiligte. Sehr aufschlussreich sind die Statistiken am Ende des Heftes. Ihnen kann man entnehmen, dass Schachfreund Landa sowohl die kürzeste (10 Züge) als auch die längste Gewinnpartie (109 Züge) und dass Krämer mit 14 Zügen sowohl die kürzeste als auch mit 102 Zügen die längste Remispartie gespielt hat. Eine seltene Koinzidenz! Erstaunlich auch, dass Bremen von 120 Partien nur 22 Mal Deutsche ans Brett brachte, was mit 18,33 % Minusrekord der Liga ist. Übrigens sind über 50 % Prozent aller Spieler der Bundesliga Großmeister.

Das Bundesligaheft handelt natürlich auch von den Gewinnern und den Stars der Liga wie Schirow und Wojtaszek, die die beiden besten Resultate erzielten, sowie dem Hamburger Dirk Sebastian, der in der Form seines Lebens spielte. Oder von einem der größten Nachwuchstalente Deutschlands, Falko Bindrich, für den die Saison der endgültige Durchbruch gewesen sein sollte.

Man merkt dem Buch an, dass die Schreiber eine große Euphorie für die Bundesliga mitbringen. Sie sind echte Fans, mit Leib und Seele und doch mit dem nötigen ironischen Abstand dabei. Und genau solche Leute braucht die Liga, um eine andere Außenwirkung zu bekommen.

Mit freundlicher Genehmigung

Harry Schaack, KARL 3/2007

___________________

27 Jahresringe hat die Schachbun­desliga inzwischen angesetzt, und seit fast 20 Jahren ist keine spezielle Publikation mehr über sie erschie­nen: diese klaffende Marktlücke hat der Ratinger Bernhard Verfürden messerscharf erkannt und sie mit Hilfe seines Verlages Deep Chess!!! und seines fleißigen Mitarbeitersta­bes sogleich gründlich geschlossen durch die Herausgabe eines Büch­leins über die abgelaufene Saison 2006/2007, welche in bezug auf ei­nen spannungsreichen Verlauf wohl nur wenige Wünsche offengelassen haben dürfte.

Die Broschüre ist gleichermaßen in­formativ und unterhaltsam angelegt: Das Kernstück bilden natürlich die einzelnen Spielrunden in chronolo­gischer Abfolge mitsamt allen Mannschafts- und Einzelergebnis­sen, aufgelockert durch atmosphä­risch dichte Erlebnisberichte, gar­niert mit einer Menge lockerer Sprü­che und vielen Abbildungen. 23 hochbrisante Partien wurden aus­führlich analysiert von GM Fabian Döttling, IM Georgios Souleidis und IM Sebastian Siebrecht, dazu gibt es weitere acht vollständige unkommentierte Parten und 27 Partie-Aus­schnitte.

Als weitere Zutaten werden serviert: eine kurze Reminiszenz an die An­fänge der Bundesliga sowie ein Be­richt über ihre derzeitige Lage (Ein­führung S. 7-10), eine Erinnerung an das traditionelle Bundesliga-Blitztumier (diesmal am 8.12.2006 in Es­sen abgehalten und von GM Andrei Volokitin gewonnen - S. 45 f), eini­ge "Gurken" der Saison (immer wieder tröstlich für die Otto Normalzo­cker, die Großen machen auch Feh­ler - S. 80-86), sowie Interviews mit dem Berliner GM Robert Rabiega (S. 78- f), mit Dr. Till Schelz-Brandenburg, dem Schachabteilungslei­ter des SV Werder Bremen (S. 69-71), und last not least mit Christian Zickelbein, dem "Vater" des mitgliederstärksten deutschen Vereins Hamburger SK und Präsidenten des neu gegründeten Schachbundesliga e.V. (S. 94-97).

Und zum Abschluß noch eine Zugabe obendrauf: verschiedene Statisti­ken zur Saison 2006/2007 (S. 116-119), angefangen von der Abschlusstabelle (Meister wurde bekanntlich der Titelverteidiger OSC Baden-Ba­den), über die Auflistung der erfolg­reichsten und schlechtesten Spieler, bis hin zum Ausländeranteil (45%) u.a.m. Informativ erscheint auch ei­ne Liste der Deutschen Mann­schaftsmeister seit 1973 und der DDR-Meister von 1973 bis 1991 (S. 118).

Wer die vergangene Bundesliga-Sai­son noch einmal in Ruhe Revue pas­sieren lassen möchte, sieht sich mit dem Büchlein aus dem Ruhrpott bestens bedient.

Zum Abschluss noch eine Partie des besten Spielers der Saison GM Alexei Shirov (9/10) vom Deutschen Meister OSC Baden-Baden:

Shirov - Naiditsch (TSV Bindlach-Aktionär), gespielt am 17.3.2007 in Bindlach an Brett 1; es war die ein­zige entschiedene Partie des Mann­schaftskampfes:

1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 3.Lb5 Sf6 4.0-0 S:e4 5.d4 Sd6 6.L:c6 d:c6 7.d:e5 Sf5 8.D:d8+ K:d8 9.Sc3 Se7!? 10.h3 h6 11.Le3? Ke8 12.Tad1 Ld7 13.Tfe1 Td8 14.a3 a6 15.Se4 Lf5 16.Ld2 Sg6 17.g4 Le6 18.Sg3 Ld5 19.Sh2 Sh4 20.Lc3 Le6 21.Sh5 b6? 22.b4! g6? 23.Sf6+ Ke7 24.f4 h5 25.Kf2 h:g4 26.h:g4 T:d1 27.T:d1 g5 28.f:g5 Sg6 29.Kg3?! Sf4 30.Td2 Th3+?! 31.K:f4 T:c3 32.Sg8+ Ke8 33.Sf6+ Ke7 34.Sf3 Tc4+ 35.Kg3 Tc3 36.Sg8+ Ke8 37.Sf6+ Ke7 38.Kf2 c5 39.Sh4 Tc4 40.Sg8+ Ke8 41.Sf6+ Ke7 42.Kg3 Tc3+ 43.Kg2 Lc4 44.Sh7! c:b4 45.Sf5+ Ke6 46.S:f8+ (beseitigt den Lf8 nach 45-zügiger Untätigkeit - gewiss ein Kuriosum!) 46...K:e5 47.a:b4 Kf4 48.g6 f:g6 49.Td4+ Ke5 50.S:g6+ Kf6 51.Sf4 c5 52.b:c5 b:c5 53.Td2 Kg5 54.Sd3 Lb5 55.Kf2 K:g4 56.Sd6 La4 57.Se1 Kf4 58.Sg2+ Ke5 59.Se3 Lc6 60.Sdc4+ Kf4 61.Td6 Le4 62.Ke2 und 1:0, da auch noch der schwarze Turm verlo­ren geht (S. 103-106, dort mit aus­führlichen Analysen und Anmerkun­gen vom GM Fabian Döttling).

Mit freundlicher Genehmigung

Dr. W. Schweizer, Rochade Europa 7/2007

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"Schachbundesliga - als Schülerzeitung verpackt"

Wenn Internetmacher zum Printmedium wechseln

Ob der Titel "Die stärkste Liga der Welt" für die Bundesliga angesichts der rapide gestiege­nen Spielstärke der russischen Liga noch zu­trifft, darüber kann man streiten (siehe SM64, Nr. 6, S. 11), doch dass das von den Betreibern des Internetportals "Deep Chess!!!" heraus­gegebene Heft ein mittelmäßiges Produkt ist, kann kaum übersehen werden. Der Rückblick soll laut Vorwort die Saison "pointiert Revue passieren lassen und als zeitloses Nachschlage­werk dienen". Dieser Anspruch ist stilistisch, optisch und informativ nicht erreicht worden.

Die grundsätzlichen Unterschiede zwischen Online- und Printmedien treten hervor, denn Internetschreiber und Blogger sind eben kaum durch die Praxis redaktionellen Redigierens gegangen bzw. ihnen fehlt i. d. R. ein kons­truktives Feedback durch andere professionelle Schreiber; ihre Stärken sind zeitliche Nähe (vom Live-Ticker bis zur Nachbetrachtung am Folgetag), ein Übermaß an Subjektivität und Beliebigkeit der Themenauswahl. Außerdem fördert das unendlich Platz bietende Internet nicht eben das "Schreiben auf den Punkt" - anders als bei mit Zeilen und Anschlägen haushaltenden Printmedien. Daneben führen persönliche Nähe zu einem bestimmten Verein oder Event häufig dazu, dass Objektivität auf der Strecke bleibt.

Gegen den chronologischen Aufbau und gegen die Reportagen von den jeweiligen Spielorten bzw. gegen eingestreute Interviews kann nichts eingewendet werden. Stilistisch stößt dem Rezensenten doch mehr als der eine oder andere Satz unangenehm auf. Einschübe wie auf Seite 37-38 sind nicht unbedingt nach jedermanns Geschmack: "Vielleicht war es ja ein ,Bondgirl' der Wattenscheider, bewaffnet mit einer aufgemotzten 85D Oberweite und einer Ladung Botox in der Oberlippe, die dazu führte, dass das Signal aus Sipkes Großhirn­rinde (22. Sc4!), den Zugarm als schwachen Zug 22... Le4 erreichte. [...] dass Scheidt in diesem Moment - beim Pulsstand von 190 - seine Zigarette irrtümlicherweise in seiner Hand erstickte um sie danach wie ein Keks zu verspeisen." - Botox wird für Nicht-Schön­heitschirurgen erklärt.

Eine solch schnoddrige Sprache mag viel­leicht in die Hitze eines Online-Berichts passen und sie mag gelegentlich einen gedruckten Ar­tikel punktuell beleben, aber eine Saisonnach­betrachtung sollte sachlich und zeitlos reflek­tieren. Statt gediegener Bilanz bekommt man eher ein Anekdotensammelsurium, ohne dass immer ersichtlich wird, welcher der drei Auto­ren sich gerade äußert, was besonders ärgerlich ist, wenn in der Ich-Perspektive berichtet wird. Insiderinfos, Randeposiden und das Eingehen auf den einen oder anderen Spieler (z. B. S. 25) werden undifferenziert mit Schilderungen zu Spielverläufen vermengt. Die Analysen der 24 Partien und 27 Stellungen reichen selten über jene Kenntnisse hinaus, die bereits im Internet breit getreten wurden. Etliche leere Halbspal­ten hätte man mit im Text erwähnten Partien füllen können. Ein Lektor hätte sicher vielfältig Hinweise liefern können.

Optisch befindet man sich auf mittel­mäßigem Schülerzeitungsniveau: Bilder in Briefmarkengröße ärgern das Auge (oft ver­schwommen und mit geringer Auflösung, ein­ziger Lichtblick sind die Diagramme), von der Möglichkeit zur Silbentrennung hat man wohl noch nichts vernommen, und so bleibt viel Luft in den Zeilen. In den aus ChessBase-Dateien umgewandelten Partien wurden durchweg die eckigen Klammem nicht entfernt, was einfach schlampig aussieht und zeigt, wie mit heißer Nadel oberflächlich gearbeitet wurde.

Informativ kann der vierseitige Statistik­teil nicht eben genannt werden. Zwar sind ei­nige Faktenzusammenstellungen erhellend, aber ein Nachschlagewerk hätte zumindest alle Spieler und Teams ausgewertet (wie es in den 80er Jahren die drei Bundesliga-Rückbü­cke aus dem Beyer-Verlag vormachten bzw. heutzutage die Schachfachpresse und die In­ternet-Seite vom SK Godesberg vorbildlich bieten). Recherchesorgfalt hätte an mancher Stelle gut getan, wie z. B. bei der Rückschau auf die Schachfreunde Berlin (vormals Neu­kölln) (S. 31), wo man mit plattem Bravo-Vokabular den Eindruck gewinnt, ein Verein hätte sich von 24 Mitgliedern (1984) auf heute 66 vergrößert. Unterschlagen bleibt, dass dies eine Konsolidierung ist, nachdem es in der ersten Hälfte der 90er Jahre über 100 Schachfreunde waren.

Unter dem Strich erfährt, wer die Liga in Schachzeilschriften und online verfolgt hat, wenig Neues.

Mit freundlicher Genehmigung

Harald Fietz, Schach Magazin 64 7/2007

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Sage und schreibe über 20 Jahre ist es her, dass über die 1.Schachbundesliga ein schriftliches Werk verfasst worden ist. Eigentlich traurig und bedauernswert, denn so manches was sich in der höchsten deutschen Schachliga in den letzten Jahren ereignet hat, wäre wert gewesen in Buchform zu erscheinen. War es in den späten 80érn noch eine absolute Sensation wenn ein Boris Spassky oder ein Michail Tal in der Bundesliga zum Einsatz kamen, so ist es heute nichts Besonderes mehr wenn z.B. der OSC Baden-Baden an den ersten elf Brettern durchgehend Supergroßmeister gemeldet hat, an den ersten vier Brettern gar Spieler mit über 2700 ELO. Fast alles was Rang und Namen hat in der Schachwelt spielt in der Schachbundesliga. Daher trägt das Werk der Autoren Bernard Verfürden, Georgios Souleidis und Sebastian Siebrecht zu Recht den Titel

"Die stärkste Liga der Welt" (Analysen, Berichte, Statistiken der Saison 2006/2007).

Initiator des Ganzen war hier Bernard Verfürden (Mastermind von DeepChess!!!, http://www.deep-chess.de , bekannt für seinen satirischen aber irgendwie doch immer herzlichen Stil (IM Georgios Souleidis im Vorwort). Dem kann sich der Rezensent nur anschließen, der Besuch auf der Seite ist wirklich lohnenswert und amüsant!

Doch kommen wir zum Buch selbst. Die Autoren lassen sämtliche Runden der Bundesliga noch einmal Revue passieren, garniert mit ausgewählten Partien (sehr gute Kommentierung!) und interessanten Anekdoten und einigen Fotos. Die erstklassigen Spielberichte lassen nie Langeweile aufkommen und man fühlt sich auf sonderbare Weise immer "mittendrin" statt nur dabei. Interviews und umfangreiche Statistiken zur abgelaufenen Saison runden das durchwegs positive Werk gelungen ab.

Nachfolgend ein kurzes Interview mit Bernard Verfürden (Autor):

Martin Rieger: Herr Verfürden, wie kamen Sie zu der Idee, dieses Buch zu schreiben?

Bernard Verfürden: Auf die Idee das Buch zu schreiben kam ich bereits Anfang 2006. Wenn man mal die Jahre zurück schaut gibt es eigentlich Nichts, was die Bundesliga Revue passieren lässt. Ich glaube 1987 war das letzte Mal, dass ein Buch über die Bundesliga verfasst wurde. Ein Buch, das eine Beziehung zwischen Liga und Fan aufbaut, war der Tenor dieser Idee.

Ich habe mich gefragt, wie die Liga in den letzten Jahren ausgesehen haben muss. Was waren die Highlights, welche Geschichten kann man erzählen? Das in Erfahrung zu bringen ist und war nahezu unmöglich Sicherlich gibt es viele Anlaufstellen im Internet für Informationen. Aber diese Stellen waren in der Regel nur Fragmente aus einer Saison. Dies war in meinen Augen zu wenig. Ich wollte nicht nur einen Bericht verfassen, sondern eine Geschichte dieser Liga erzählen. Der Leser darf es nun entscheiden ob dies gelungen ist.

Als mir IM Sebastian Siebrecht und IM Georgios Souleidis ihr Mithilfe signalisierten nahm das ganze Projekt Gestaltung an. Neben einer Geschichte war nun auch qualitative hochwertige Arbeit bei den Analysen möglich .

Martin Rieger: Wird "Die stärkste Liga der Welt" im nächsten Jahr fortgesetzt?

Bernard Verfürden: Es sind natürlich Fortsetzungen geplant. Sicherlich hängt dies aber davon ab, inwieweit sich ein Markt für solche Jahrbücher einstellt. Die Arbeit an diesem Buch, brachte neben vielen Stunden des Schreibens auch eine Menge Spaß. Wir gehen also davon aus, dass es auch nächstes Jahr eine Fortsetzung gibt.

Martin Rieger: Haben Sie Als Mastermind von DeepChess!!! noch mehr originelle Ideen oder Pläne um den deutschsprachigen Schachbuchmarkt etwas frischen Wind zu verleihen?

Bernard Verfürden: Ideen habe ich natürlich eine Menge. Ob diese tatsächlich originell sind, entscheidet der Leser. Einige Leser von Deep-Chess!!! fordern ein Buch über unsere Figur "Lars Agne". Lars ist ein Antiheld des Schachs, der sich in allen Bereichen total überschätzt http://www.deep-chess.de/Lars/Hurghada/wallpaper.jpg oder http://www.deep-chess.de/Lars/griechen/griechen_text.htm Vielleicht verbinden wir die Figur mit einigen interessanten und originellen Partien der letzten Jahre und lassen ihn, diese dann kommentieren. Ich könnte mir hier ein "Book on demand" vorstellen.

Ich habe rund 70 Schachbücher zu Hause. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich tatsächlich keins dieser Bücher zu Ende gelesen habe. Woran liegt das? Schachbücher ähneln nach meiner Meinung oftmals dem BGB. Sie sind staubtrocken. Warum sollte man demnach nicht ein Buch konzipieren, das Schach mit Entertainment verbindet. Genau dieses haben wir mit dem nun vorliegenden Buch umgesetzt. Jetzt bleibt abzuwarten wir originell die Idee tatsächlich ist.

Martin Rieger : Zum Abschluss noch eine Frage, warum sollte man Ihr Buch kaufen und was kann der Leser davon erwarten?

Bernard Verfürden: Wer sich für die Bundesliga interessiert und ein wenig über die Hintergründe erfahren möchte, sollte in jedem Fall dieses Buch erwerben. Wir machen es dem Leser mit 9,95 € pro Exemplar auch dementsprechend leicht. "Die stärkste Liga der Welt" ist lebendig geschrieben und beinhaltet natürlich auch satirische Elemente. Hier erfährt man, dass ein Profispieler genau so an einer Partie leiden kann, wie "Liese Müller aus der Knüppelliga".

Martin Rieger : Vielen Dank für das Interview und alles Gute für die Zukunft!

Fazit:

Dem Autoren-Trio ist ein äußerst gelungenes Werk über die Schachbundesliga geglückt!

Wer die abgelaufene Saison noch einmal fast "live" erleben möchte sollte hier unbedingt zugreifen! Sehr witziges und unterhaltsames Lesevergnügen, bitte mehr davon!

Ich danke der Firma Schach Niggemann, die das Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

Martin Rieger, Mai 2007

Die stärkste Liga der Welt

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