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Art.-No.: LOVILDTS
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Dismantling the Sicilian

368 pages, paperback, New in Chess, 2. edition 2017.

€21.50
Incl. 7% Tax, excl. Shipping Cost

This a completely new edition, updated and extended from the original 2009 publication. It includes important changes in the basic framework of the repertoire and presents lots of new ideas and hundreds of novelties.

The Sicilian Defence is the most widely played chess opening, both at club level as well as among top grandmasters. Since Black gets dynamic play in almost all variations, Black players of all levels will probably continue to play the Sicilian for a long time to come.

It has been difficult for White to obtain any advantage in Sicilian sidelines, and this book therefore presents a complete repertoire for White in the most important main lines: the Open Sicilians with 1.e4 c5 2.Nf3. Each variation is presented with its main ideas, its typical tactics and strategies, and with instructive games. The authors always summarize the most important features.


Australian GM Max Illingworth has completely reworked, updated and extended Jesus de la Villa's 2009 Dismantling the Sicilian .

This new edition has just arrived from the printers and includes important changes in the basic framework of the repertoire and presents lots of new ideas and hundreds of novelties .

Illingworth offers as much original material as possible and believes in playing the best moves against everything: "That may seem like a lot more work, but my experience suggests the opposite."

"I've noticed on online chess forums and blogs that readers desire clear explanations of ideas and lament getting bogged down in swathes of variations most of which they are unlikely to face over the board", says Illingworth in his introduction. "This book doesn't skimp on detail either, but I have divided each chapter into a 'theoretical overview' section and an 'illustrative games' section, so you may play the repertoire successfully without needing to read cover-to-cover."

Particularly interesting is Chapter 17: What others recommend... and why I disagree .

One thing is clear: settling for natural developing moves is not good enough against the vast majority of lines in this repertoire. If Black does that, White's opening advantage will easily increase.

"I'm confident that the basic repertoire, and the understanding you will acquire from my explanations, will be a strong framework for your continued success playing the Open Sicilian as White", promises Illingworth.

Details
Language English
Author de la Villa, Jesus
Illingwort, Max
Publisher New in Chess
Edition 2.
Medium Book
Weight 690 g
Width 17.1 cm
Height 23.5 cm
Pages 368
ISBN-13 978-90-5691-752-4
Year of Publication 2017
Binding paperback
Contents

006 Explanation of symbols

007 Introduction to the new edition

013 Introduction to the first edition

017 Chapter 1 - Second move sidelines

026 Chapter 2 - 2...Nc6 sidelines

035 Chapter 3 - The Lowenthal & the Kalashnikov

050 Chapter 4 - The Accelerated Dragon 4...g6

072 Chapter 5 - The Sveshnikov 5...e5

100 Chapter 6 - Sidelines after 2...e6

122 Chapter 7 - The Taimanov 4...Nc6

143 Chapter 8 - The Paulsen 5.Nc3 without 5...Qc7

159 Chapter 9 - The Paulsen 5.Nc3 Qc7

187 Chapter 10 - 2...d6 sidelines

196 Chapter 11 - The Scheveningen

203 Chapter 12 - The Dragon 5...g6

223 Chapter 13 - The Richter-Rauzer without 8...Nd7

249 Chapter 14 - The Richter-Rauzer 8...Bd7

268 Chapter 15 - The 6.h3 Najdorf

312 Chapter 16 - The 6.Be2 Najdorf

334 Chapter 17 - What others recommend... and why I disagree

359 Index of variations

364 Index of players

367 Bibliography

Schon 2009 hatte sich Jesus de la Villa die Demontage der Sizilianischen Verteidigung vorgenommen, wie sein Werk "Dismantling the Sicilian" im Titel ankündigt. Das Buch ist nun mit einer Neuauflage erschienen, erneut bei New in Chess (NIC). Hierbei handelt es sich allerdings um eine deutlich überarbeitete und aktualisierte Fassung. Hierzu hat der australische GM Max Illingworth Hand angelegt. Ich kenne auch das Ursprungswerk und durfte es damals rezensieren.

Illingworth hat mehrere Änderungen in der Systematik des Buches vorgenommen, die den neuen Käufer nicht interessieren müssen. Wer als Besitzer der ersten Ausgabe über einen Neukauf nachdenkt, muss trotz der Umstellungen keinen Mangel an einer Vergleichbarkeit der damaligen und heutigen Aussagen und auch keine Irritationen in der Orientierung im Stoff fürchten. Illingworth hat für eine klarere Abgrenzung der Systeme gesorgt und so den Umgang mit dem Werk vereinfacht.

"Dismantling the Sicilian" bietet ein Repertoire für Weiß gegen die Sizilianische Verteidigung des Nachziehenden an. Es gibt 17 Kapitel, von denen 16 der Vorstellung und der Erörterung des Repertoires dienen. Das 17. Kapitel hat Illingworth erstellt, um darin verschiedene eigene Vorschläge mit jenen anderer Autoren in Beziehung zu setzen. Er zeigt auf und begründet, welchen Empfehlungen "der Konkurrenz" er widerspricht. Soweit die Kapitel nicht ausnahmsweise die kumulierte Behandlung von Seitenlinien oder eben den Bezug zu den Empfehlungen anderer Autoren beinhalten, sind sie gleichartig aufgebaut. Regelmäßig stellt Illingworth jeweils zunächst die Theorie entsprechend seinen Repertoirefestlegungen dar. Er erklärt und begründet viel, so dass der Leser eine echte Hilfe für sein Verstehen erhält. Um von dieser umfassend profitieren zu können, sollte er nach meiner Einschätzung eine eigene Spielstärke mindestens im unteren Klubbereich haben.

Die Zusammenstellung des Repertoires wird aus dem folgenden Auszug des Inhaltsverzeichnisses erkennbar. Die Einträge sind sinngemäß ins Deutsche übersetzt.

Kapitel 1 - Abweichungen im 2. Zug

Kapitel 2 - 2...Sc6 Seitenlinien

Kapitel 3 - Die Löwenthal- & die Kalashnikov-Variante

Kapitel 4 - Die beschleunigte Drachenvariante 4...g6

Kapitel 5 - Die Sveshnikov-Variante 5...e5

Kapitel 6 - Seitenlinien nach 2...e6

Kapitel 7 - Die Taimanov-Variante 4...Sc6

Kapitel 8 - Die Paulsen-Variante 5.Sc3 ohne 5...Dc7

Kapitel 9 - Die Paulsen-Variante 5.Sc3 Dc7

Kapitel 10 - 2...d6 Seitenlinien

Kapitel 11 - Die Scheveninger Variante

Kapitel 12 - Die Drachenvariante 5...g6

Kapitel 13 - Der Richter-Rauser-Angriff ohne 8...Sd7

Kapitel 14 - Der Richter-Rauser-Angriff 8...Ld7

Kapitel 15 - Die Najdorf-Variante 6.h3

Kapitel 16 - Die Najdorf-Variante 6.Le2

Kapitel 17 - Was andere empfehlen... und warum ich widerspreche.

Den zweiten Teil eines Kapitels bilden kommentierte Partien, die den Einsatz des Repertoires in der Praxis veranschaulichen, zugleich aber auch die voranstehenden theoretischen Inhalte ergänzen. An diesen wird besonders erkennbar, welche erhebliche Aktualisierung "Dismantling the Sicilian" durch die Bearbeitung von Max Illingworth erfahren hat. Zahlreiche Partien stammen aus den Jahren nach der Erstveröffentlichung des Werkes.

In einer hohen Zahl sind diese Partien im Fernschach ausgetragen worden. Mit seinen einführenden Worten macht er darauf bereits aufmerksam. Er nutzt dabei die hohe technische Qualität dieser Partien und macht sich viele darin enthaltene Motive verfügbar, besonders auch, wenn es um die Mittelspiel- und die Endspielführung in den über die Eröffnungswahl angesteuerten Strukturen geht. Zugleich erklärt er, dass die Partien erkennbar keine reinen Computerschlachten sind.

Die Zusammenstellung aus theoretischer Erörterung und Partien aus der Praxis sorgt dafür, dass der Leser sein Repertoire aus einem Guss erhält und die Folgen und Konsequenzen seiner Entscheidungen in der Eröffnung für die nachfolgenden Phasen einkalkulieren kann.

Ich halte das vorgestellte Repertoire für einen soliden Grundstock, um im Klubbereich gut reagieren zu können, wenn Schwarz den Aufschlag zur Sizilianischen Verteidigung macht. Diese könnte in Sachen Theorie ganze Regale füllen, wenn sie denn umfassend behandelt werden sollte. Der einfache Klubspieler braucht aber weniger eine mehrbändige Volldarstellung der Möglichkeiten, sondern ein kompaktes Basis-Knowhow. Dieses muss er sich mit seinen - auch zeitlichen - Möglichkeiten erarbeiten können und es muss ihn gegen die wichtigsten schwarzen Möglichkeiten wappnen. Genau dies leistet "Dismantling the Sicilian. Es ist dem Bedarf angemessen.

Indem Illingworth am Bedarf des Anziehenden orientiert schreibt, trifft er eben für diesen auch die Entscheidung, was von seiner Seite auf das Brett kommt und was nicht. Beispielsweise bleiben bekannt gute weiße Zugalternativen außen vor, wenn sie nicht den Zuspruch des Autors bekommen. Deshalb kann man als Leser, der Möglichkeiten für sein Spiel mit den schwarzen Steinen sucht, nicht darauf vertrauen, lückenlos die weißen Hauptlinien vorzufinden. In den Bahnen des Repertoires müssen aber alle wichtigen schwarzen Alternativen behandelt werden, damit der Anziehende nicht aus seinem Repertoire gehebelt werden kann. Dies ist gesichert, soweit ich mich davon überzeugen konnte.

Für den Einsatz im Fernschach ist dem Werk zumindest in den höheren Leistungsbereichen eher eine Rolle als ergänzendes Hilfsmittel zu attestieren. Es kann detaillierter gefasste Literatur zum Thema nicht ersetzen, sehr wohl aber punktuell unterstützen. Hierbei sind auch zahlreiche Neuerungen in Analysevarianten zu berücksichtigen, die Illingworth vorschlägt.

Der Buchtitel ist nicht einfach nur ambitioniert, sondern übertrieben. Natürlich kann das Werk die Sizilianische Verteidigung nicht demontieren. Es gibt Weiß aber Theorie an die Hand, mit der er sie gut in den Griff bekommen bzw. gut darauf reagieren kann. Dies bezeugt auch jeweils eine zugbasierte Zusammenfassung im Stil eines Variantenverzeichnisses zwischen den oben schon angesprochenen Theorieteilen der Kapitel und deren kommentierten Partien. Für die Varianten wird eine Stellungsbewertung ergänzt, und zwar im "Engine-Format". Zumeist liegen die weißen Aussichten im Bereich des Ausgleichs.

Ein qualifiziertes Variantenverzeichnis, das hinsichtlich der Schlüsselstellungen um Diagramme ergänzt worden ist, erlaubt ein bequemes Navigieren über die Systeme und Varianten hinweg.

Um mit dem Werk bequem arbeiten zu können, sollte der Leser über englische Sprachkenntnisse auf einem ordentlichen Schulniveau verfügen. Der verwendete Wortschatz ist überwiegend einfach, die Satzkonstruktionen ebenfalls. Allerdings gibt es nicht wenig an Text zu lesen und damit zu verstehen.

Fazit: "Dismantling the Sicilian" ist ein empfehlenswertes Buch für insbesondere den Klubspieler, der ein solides Repertoire mit Weiß gegen die gegnerische Sizilianische Verteidigung sucht. Für den Fernschachspieler kommt es vor allem als Ergänzungswerk in Betracht, das einen zusätzlichen Wert aufgrund zahlreicher vorgeschlagener Neuerungen entwickelt.

Uwe Bekemann

www.BdF-Fernschachbund.de

August 2018


Wenn man mit 1.e4 eröffnet, stellt sich vor allem die Frage, was man gegen die lästige Sizilianische Verteidigung unternimmt. Obwohl 1. ...c5 gar nicht so problematisch aussieht, setzt er doch vielen Weißspielern zu. Ich selbst bin auch noch mit keiner Variante so richtig glücklich geworden und wechsle mittlerweile zwischen mehreren hin und her. Manchmal jedoch setzt der Ehrgeiz ein und ich denke mir, es wäre schön, aus der Eröffnung heraus auf Sieg zu spielen. Ginge das nicht am besten mit den Hauptvarianten? Nach 1.e4 c5 besteht diese aus 2.Sf3 und dann gegen fast jeden schwarzen Zug außer zum Beispiel a6 3.d4. Weiß öffnet die Stellung und möchte ausnutzen, dass Schwarz mit c5 die Entwicklung nicht unterstützt hat. Dabei gibt er Schwarz aber auch einen langfristigen Trumpf, indem er einen Zentrumsbauern gegen einen Nichtzentrumsbauern abtauschen lässt. So hat Weiß zwar in den ersten Zügen der Partie das freiere Spiel und mehr Spaß, aber wenn Schwarz die weiße Initiative aussitzen kann, gewinnt er im schlimmsten Fall ein besseres Endspiel oder kontert uns aus und der Spaß geht auf ihn über. Damit das nicht passiert, hat der spanische Großmeister Jesus de la Villa 2009 mit "Dismantling the Sicilian für New in Chess ein gutes Repertoirebuch zu diesem Thema verfasst. Mir gefiel es damals ganz gut, weil es in den häufigsten Sizilianern mit dem Englischen Angriff eine Art Schablone lieferte, anhand derer man schnell Verständnis aufbauen konnte. Zum Beispiel gegen den Najdorfsizilianer, der auch 2017 immer noch als aus weißer Sicht gefährlichster Sizilianer gilt, konnte man nach 1.e4 c5 2.Sf3 d6 3.d4 cxd4 4.Sxd4 Sf6 5.Sc3 a6 mit 6.Le3 und dann f3, Dd2, 0-0-0, g4, h4 zum Bauernsturm ansetzen und selbiges auch gegen den Scheveninger Aufbau nach den obigen Zügen und 5. ...e6 und gegen den Drachenaufbau mit 5. ...g6 anwenden. Sogar gegen die Taimanowvariante, deren Popularität schon damals langsam aufkeimte, konnte nach 2. ...e6 3.d4 cxd4 4.Sxd4 Sc6 5.Sc3 Dc7 mit 6.Le3 und dann wie schon beschrieben herrlich schabloniert werden. Mit den Jahren wurden aber natürlich viele neue Ideen gefunden und jetzt wurde "Dismantling the Sicilian" neu überarbeitet veröffentlicht. GM de la Villa wurde diesmal vom australischen GM Max Illingworth unterstützt, der wohl den Hauptteil an neuen Analysen lieferte. Warum man dem Buch allerdings nicht gleich einen neuen Titel gab, ist mir nicht so klar, denn es unterscheidet sich sehr stark vom Vorgänger. Wo damals noch mit der kleinen Schablone etwas Theoriearbeit eingespart werden konnte, gibt es diesmal so ziemlich gegen jede Sizilianische Idee einen eigenen Aufbau für Weiß. Es gibt Varianten, in denen Weiß relativ scharfe Stellungen mit der langen Rochade spielt, es gibt Stellungen, in denen man auch nach der kurzen Rochade angreift, sei es mit den eigenen Figuren oder dennoch einem Bauernsturm am Königsflügel, es gibt aber auch sehr ruhige Stellungen, in denen man eher prophylaktisch spielen muss. Zusammengefasst kann man sagen, dass auf den Leser sehr viel Arbeit wartet, sofern er die Varianten nicht schon zuvor in sein Repertoire eingearbeitet hatte.

GM Illingworth leistet dabei ganze Arbeit. Ich fand Unmengen an neuen Ideen und er zeigt sich eher als Wissenschaftler denn als Schachbuchautor. Meiner Erfahrung nach begehen nämlich viele Autoren den Fehler und informieren sich zu wenig über aktuelle Referenzwerke. Hier haben wir einen Profi, der immer wieder aufzeigt, welche Errungenschaften welche aktuellen Werke beinhalten, was er davon hält und wie er daraus oft auch etwas neues formt. Dabei ist er mir oft etwas zu enginegläubig, wenn er immer wieder darauf eingeht, viele Hundertstel Bauerneinheiten Vorteil die Maschine hier oder dort gibt. Das ist allerdings nur meine subjektive Sicht, seine Vorschläge erscheinen dennoch eigentlich nie zu abgehoben und wenn doch, schreibt er das auch dazu.

Das Repertoire ist so komplex und auf 367 Seiten noch eher knapp bemessen, dass es mir hier sehr schwer fällt, alles aufzuzählen, was das Buch beinhaltet. Am wichtigsten dürften für den Käufer sicher die Waffen gegen die häufigsten Sizilianer sein. So wird gegen die Najdorfvariante mit 6.h3 die Variante bevorzugt, die den Englischen Angriff als Hauptvariante abgelöst hat, und auch aufgezeigt, warum dieser als Empfehlung nicht mehr taugt. Im Taimanowkomplex wird auch eine aktuelle Variante bevorzugt, die schon einige nette Kurzpartien produziert hat. Zwar folgt hier immer noch 6.Le3, aber nach a6 zieht statt des Bauern die Dame nach f3. Weiß plant dennoch die lange Rochade, setzt aber mehr auf Figurenspiel. Dies wurde in diesem Jahr auch schon in "Attacking the Flexible Sicilian" aus dem Hause Chess Stars von GM Vassilios Kotronias und IM Semko Semkov sehr gut abgehandelt, aber Max Illingworth, der natürlich auch dieses Werk studiert hat, hat einige neue Ideen für Weiß und Schwarz parat.

Selbst bei der Drachenvariante hat sich etwas geändert, aber dies kommt der Empfehlung von 2009 dennoch am nächsten. Nach 1.e4 c5 2.Sf3 d6 3.d4 cxd4 4.Sxd4 Sf6 5.Sc3 g6 6.Le3 Lg7 7.f3 0-0 8.Dd2 Sc6 wurde 2009 noch 9.Lc4 empfohlen. Dies hatte den Vorteil, dass man im beschleunigten Drachen nach 1.e4 c5 2.Sf3 Sc6 3.d4 cxd4 4.Sxd4 g6 mit 5.Sc3 Lg7 6.Le3 0-0 7.Lc4 in ähnliche Strukturen übergehen konnte. Jetzt wird im normalen Drachen allerdings 9. 0-0-0 empfohlen. Dies gibt Weiß auch in meinen Augen mehr Chancen auf Vorteil. Nach dem kritischen d5 wird 10.De1 empfohlen und auch gezeigt, wie Gawain Jones`Analyse aus dessen Buch zu diesem System verbessert wurde und man auch bei schwarzen Alternativen Vorteil behält. Die Schattenseite dieser Empfehlung ist aber erneut der beschleunigte Drache. Dort können wir statt 7.Lc4 nicht einfach 7.Dd2 folgen lassen, da Schwarz dann mit d5 ein Tempo gewinnt und ganz gut steht. Darum wird stattdessen 5.c4 empfohlen, das zwar objektiv eine gute Wahl für Weiß ist, auch wenn ich den Vorteil als nicht so groß ansehe, das aber auch eine ganz andere Struktur ist, in der es plötzlich erst einmal darum geht, mit genauen Zügen eine schwarze Initiative zu entkräften und dann den Raumvorteil Stück für Stück auszunutzen.

Auf den Leser kommen also ganz verschiedene Herausforderungen zu, die neben der Theoriearbeit auch viele verschiedene technische Fertigkeiten beinhalten.

Jetzt wird sicher so Mancher denken, dass man nach der vielen harten Arbeit dann aber auch wirklich in jeder Variante Vorteil erhält, aber das ist natürlich auch nicht richtig. Schon Parimarjan Negi hat bei einem e4-Repertoire für Quality Chess bei vielen Varianten eingestehen müssen, dass diese nicht zu knacken sind. Wie er zeigt auch GM Illingworth eher neue Wege auf, um Schwarz zu überraschen und auf ein Glatteis zu llocken, sofern dieser seine Hausaufgaben nicht gemacht hat. Und wieder ploppt in vielen Köpfen jetzt wohl ein Satz auf: Aber dann hat man doch zumindest gegen die seltenen Sizilianer immer Vorteil, oder? Auch hier wird man aber schnell enttäuscht. Als Beispiele nehme ich eine Sizilianischvariante, die ich selbst vor einem Jahr in mein Repertoire aufnahm. Das Sizilianische Vierspringerspiel, das nach den Zügen 1.e4 c5 2.Sf3 e6 3.d4 cxd4 4.Sxd4 Sf6 5.Sc3 Sc6 entsteht, habe ich damals übernommen, da ich in der zweiten Bundesliga wegen meiner hohen Remisquote meist am zweiten Brett meiner Mannschaft spielte und an diesem Brett mit Abstand der schwächste Spieler war. Sie ist in der Hauptvariante nach 6.Sdb5 Lb4 7.a3 Lxc3+ 8.Sxc3 d5 in meinen Augen nicht zu knacken. Zwar hatte GM Negi dort etwas Vorteil in einer Variante gefunden, wird aber jetzt von GM Illingworth verbessert, der das Ganze wieder Richtung Ausgleich korrigiert. Schwarz hat zwar fast gar keine Gewinnaussichten, aber wenn ihm ein Remis reicht, ist ihm das recht. Der Autor geht allerdings auch auf 6.Sxc6 ein, das in meinen Augen schon kniffliger ist und in "Attacking the Flexible Sicilian" empfohlen wurde. Zwar wird die dort behandelte Idee entkräftet, aber Weiß scheint hier dennoch etwas mehr Möglichkeiten auf Vorteil zu haben.

Dies ist jetzt nur ein kleiner Teil der vielen guten Empfehlungen aus dem Buch.

Sehr wichtig ist bei einem solchen Mammuthrepertoirebuch aber auch die Struktur. Hier punktet der Autor in meinen Augen ebenfalls sehr gut. In jedem Kapitel gibt es erst eine theoretische Übersicht zu der Variante und modernen Entwicklungen. Hier wird auch viel abgehandelt, das der Leser vielleicht nie auf das Brett bekommt. Darum kann man sich auch einfach erst einmal die vielen Modellpartien zu den Systemen anschauen. Dort werden typische Strukturen und Ideen, aber auch Fehler behandelt, wodurch man schon ein gewisses Grundverständnis aufbauen kann, das zum Spielen erster Partien in diesen Variantenkomplexen ausreicht. Ich finde diesen praktischen Ansatz sehr gut und mir hilft sowas immer gut weiter.

Zum Abschluss des Buches gibt es dann noch zwei Services. Zum einen gibt es gegen die Najdorfvariante neben dem sehr theoretischen 6.h3 auch noch die solide Alternative 6.Le2, die in einem ganzen Kapitel abgehandelt wird und einiges an Arbeit einsparen kann. Dann erläutert der Autor im letzten Kapitel des Buches noch zusätzlich, warum er bestimmte Varianten empfiehlt oder auch nicht. Zwar findet man dazu im ganzen Werk Referenzen, aber dennoch war dieses Kapitel für mich hochinteressant.

Alles in allem liefert das Buch ein modernes, aber auch sehr komplexes Eröffnungsrepertoire für Weiß gegen die Sizilianische Verteidigung, in dem der Autor sehr transparent und schlüssig seine Variantenwahl darlegt und sehr viele teils neue Ideen und Züge präsentiert, mit denen man Schwarz Probleme bereiten kann. Ich kann es guten Gewissens empfehlen, auch wenn ich mir die ganzen Feinheiten nie einprägen könnte!

IM Dirk Schuh

Dezember 2017


REZENSIONEN DER 1. AUFLAGE:

Seit Ende 2009 ist das Werk "Dismantling the Sicilian" von "New in Chess" auf dem Markt. Geschrieben worden ist es vom spanischen Großmeister Jesus de la Villa.

Wörtlich übersetzt heißt das auf der Stammform "to dismantle" basierende "dismantling" so viel wie "zerlegen, demontieren, auseinandernehmen", was wohl arg reißerisch und sicher auch illusionär wäre. Treffender und nach einem tiefen Befassen mit dem Werk gerechtfertigt scheint mir eine Übersetzung wie "Dem Sizilianer den Zahn ziehen" oder "Mit Weiß auf Vorteil gegen Sizilianisch spielen" zu sein.

Die vorliegende Rezension habe ich wie folgt vorbereitet:

1. Betrachtung des Werkes in seiner Gesamtheit (regelmäßiges Rezensionsverfahren)

2. Einsatz in einer aktuellen Fernschachpartie

3. Prüfung jüngst gespielter eigener Partien retrospektiv anhand der Empfehlungen dieses Buches.

Jesus de la Villa behandelt alle Linien der offenen Sizilianischen Verteidigung (1.e4 c5 2.Sf3). Zu seinen obersten Prinzipien bei der Zusammenstellung des Repertoires zählt es, eine aussichtsreiche weiße Stellung zu erreichen, möglichst ohne hierfür eigene Schwächungen in Kauf zu nehmen.

"Dismantling the Sicilian" ist ein anspruchsvolles Werk. Zu seinen bemerkenswerten Stärken zählt auch die sehr gelungene Strukturierung. Der Autor stellt den Stoff anhand von Partien vor. Er schafft es aber, dem Leser jederzeit die Orientierung zu geben, wo genau er die Fortsetzung findet, die in der gerade aufgeschlagenen Partie nicht gewählt worden ist. So stellt sich zu keinem Zeitpunkt ein Gefühl ein, nach dem man sich als Leser in Beispielen verzettelt und die gesuchte Fortsetzung in anderen Partien ähnlich einer Nadel im Heuhaufen suchen zu müssen. Persönlich behagen mir eigentlich Theoriewerke mehr, in denen eine klassische und fein gegliederte theoretische Behandlung vorangestellt wird und dann Partien folgen. In diesem Werk aber habe ich eine ebenso gute Gliederung durch die Partien vorgefunden. Ein ausgezeichnetes Variantenverzeichnis am Schluss des Buches tut ein Übriges.

"Dismantling the Sicilian" ist in vier große Abschnitte unterteilt, die dann in den einzelnen Kapiteln die spezifisch behandelten Systeme enthalten. Jedes Kapitel beginnt mit einer kurzen Einführung, in denen der Autor etwas zur Geschichte der Variante erzählt, Protagonisten erwähnt und, vor allem, auf die strategischen und taktischen Besonderheiten hinweist. Zusätzlich erwähnenswert ist sein Hinweis auf die praktische Relevanz der vorgestellten Variante, die er mit Sternchen beschreibt (5 Sterne bestätigen eine besonders hohe Bedeutung). Die Einschätzung nimmt er dem Sinn des Werkes entsprechend aus der Sicht des Anziehenden vor.

Die theoretische Darstellung ist aus meiner Sicht anspruchsvoll, sie ist auf jeden Fall sehr qualifiziert. Man erkennt, dass sich der Autor sehr umfassend mit der Materie befasst hat, bevor diese eine Chance auf die Aufnahme ins Werk hatte. In einer anderen Rezension las ich die Befürchtung des Verfassers, das Werk könnte Leser mit einer mäßigen Spielstärke bei der Zusammenstellung des eigenen Repertoires überfordern. Diese Befürchtung teile ich nicht. "Dismantling the Sicilian" zeichnet sich auch dadurch aus, dass der Autor viel Wert auf ein Erklären legt. Schon beim schlichten "Lesen von vorne nach hinten" wird dem Leser eine Einschätzung ermöglicht, was für ihn besonders eine Befassung wert ist, was ihm liegen könnte oder nicht. Auch der oben schon erwähnte Hinweis zur praktischen Relevanz hilft ihm.

Für den Fernschachspieler stellt sich diese Problematik ohnehin nicht oder allenfalls nachrangig. Er kann die Wahl seiner bevorzugten Variante, seiner Fortsetzung darin ohnehin mit der Zeit und Muße des Fernschachspiels vornehmen und das Hilfsmittel Buch dabei fortwährend zur Hand nehmen.

Am Schluss jedes Kapitels gibt der Autor eine Zusammenfassung innerhalb einer grau hinterlegten Textbox. Hier werden auch noch einmal die wichtigsten Zugfolgen zusammengestellt und mit einer Einschätzung versehen (beispielsweise "riskant", "spekulativ", "solide" oder auch "gefährlich für beide Spieler").

Den Einsatz in einer aktuellen Fernschachpartie habe ich in einem Aufeinandertreffen getestet, in dem mir mein Gegner die Najdorf-Variante vorsetzte. Ich bin den Buchempfehlungen gefolgt, kritisch begleitend habe ich meine Datenbanken ausgewertet und an mehreren Stellen auch Engines befragt. Ich habe dabei einen ausgesprochen positiven Eindruck gewonnen. Am Ende der Behandlung im Buch angekommen habe ich eine Stellung auf dem Brett, die mir zusagt. Der Computer "ist zufrieden damit", was sich aus der Statistik der Datenbankauswertung wie auch einer Stellungsbewertung durch die Engine ergibt. Ich habe druckvolles Spiel und musste hierfür keine besondere Schwächung in Kauf nehmen, was dem oben genannten Ziel des Autors entspricht. In dieser Partie ist der Najdorf-Verteidigung zumindest ein kleiner Zahn gezogen werden. Wenn sie verloren gehen sollte, lag es ganz sicher nicht an meiner Behandlung der Eröffnung.

Meinem Ansatz, jüngst gespielte eigene Partien retrospektiv anhand der Empfehlungen dieses Buches zu prüfen, bin ich zur Pelikan-Variante (auch Sveshnikov-Variante genannt) gefolgt, der das 8. Buchkapitel gewidmet ist. Diese Variante hatte ich in den vergangenen Wochen gleich mehrfach mit Weiß auf dem Brett und habe sie aufgrund neuer Erfahrungen auch selbst eingesetzt.

Im frühestens 19. Zug hätte mir de la Villa einen anderen Zug empfohlen. Aus meinen Partieerfahrungen heraus würde ich durchaus an meiner eigenen Fortsetzung festhalten, die im Buch aber nicht erwähnt wird. Für die von mir gewählte Fortsetzung sind mir nur 7 Referenzpartien bekannt, die allesamt im Fernschach gespielt worden sind. Das Werk enthält leider kein Quellenverzeichnis, so dass nicht abgeschätzt werden kann, inwieweit der Autor auf spezielle Fernschachquellen zurückgegriffen hat. Es finden sich Verweise auf das Fernschach im Werk, die sich aber aus den allgemeinen Quellen ergeben haben können.

Die Fortsetzung, die de la Ville anstelle meines genannten 19. Zuges gibt, ist häufiger gespielt worden und verspricht Weiß ein ähnlich gutes Spiel.

In der Gesamtbewertung ist "Dismantling the Sicilian" eine klare Kaufempfehlung. Dies gilt besonders auch für den Fernschachspieler, für den die englische Sprache keine Hürde ist.

Mit freundlicher Genehmigung

Uwe Bekemann, Deutscher Fernschachbund

www.bdf-fernschachbund.de

**********

Ein konsistentes Repertoire kommt nicht von allein! Es geht hierbei nicht so sehr um Vollständigkeit, sondern um Schlüssigkeit. Ergeben sich Zugumstellungen oder verwandte Systeme? Bin ich ein Angriffsspieler oder schätze ich mehr die Verteidigung?

Jesus de la Villa hat mit "Dismantling the Sicilian" ein Repertoire entwickelt, das dem Weißen eine Menge abverlangt, nämlich das sorgfältige Studium der Partieanlagen, der Abweichungen und der Transformationen - vom Kleingedruckten ganz zu schweigen.

Für Verbandsliga-Spieler mit einer Zahl von 1900 ist das schon ein Liebhaberprojekt, denn der Zeitaufwand ist beträchtlich. Zudem fragt es sich, ob man nicht zu anspruchsvolle Konzepte sucht. Andererseits aber wird sich das eigene Schach merklich verbessern, wenn man nur geduldig genugist und nicht von den Rückschlägen abgeschreckt wird, die mit diesen Lernprozessen verbunden sind. Spieler höherer Ligen werden dieses Buch wahrscheinlich als Pflichtlektüre betrachten.

John Nunns Vorreiter "Beating the Sicilian" für Turnierspieler gedacht, erwies sich als so ausgebufft, dass auch Großmeister begannen, die Ideen zu übernehmen. Auch "Experts vs. the Sicilian" mit Autoren wie Thomas Luther, Michail Golubew und Peter Heine Nielsen folgten dieser Tradition.

De la Villas Ansatz ist trockener. Er gibt vor allem Varianten und ähnelt im Ansatz der weitaus akademischeren 1.e4-Reihe Alexander Khalifmans. Optimisten werden sagen, es hat von beiden Ansätzen etwas, Zweifler könnten einwenden, es sei weder Fisch noch Fleisch. Besitzt man nochkein Repertoirebuch, hat man mit dem De La Villa sicher das aktuelle. Doch die Entscheidung, nur Hauptvarianten zu spielen, will erst einmal getroffen werden.

(...)

Für diese hyperkonkreten Variantenbraucht man ein gutes Gedächtnis, vor allem aber ein tiefes Verständnis der Abspiele, wie man sieht. Dazu hat man es in den Hauptvarianten mit Schwarz-Büchern zu tun, die schon aus Platzgründen genauer ins Detail gehen können: Kiril Georgiew wurdeschon erwähnt, aber auch an Alexander Deltschews "The Safest Sicilian" haben sich schon die Autoren von "Experts vs. The Sicilian" die Zähne ausgebissen. Es bleibt also bei der unendlichen Aufrüstung wie in dem alten "Mad"-Comic "Spion vs. Spion". Bei all dem Spezialisieren sollte man nicht vergessen, sein Repertoire auch in die Tiefe zu entwickeln und dafür nicht ganz so auf modern zu schniegeln.

Mit freundlicher Genehmigung

Fernando Offermann

Schach-Welt 1/2010

Review of the 1st edition 2009:

The Spanish GM Jesus de la Villa provides you with a complete repertoire for White against the Sicilian defence.

De la Villa likes it sharp and against the Dragon he prefers the bishop to c4 (1.e4 c5 2.Nf3 d6 3.d4 cxd4 4.Nxd4 Nf6 5.Nc3 g6 6.Be3 Bg7 7.f3 Nc6 8.Qd2 0-0 9.Bc4) and Bd7 10.0-0-0 Rc8 11.Bb3 Ne5 12.Kb1 Nc4 13.Bxc4 Rxc4 he goes for the move 14.g4! Some authors describe this move as one of the critical positions of the modern Sicilian Dragon, but first some words from our author: "Apparently, one more in the long list of white's attacking options, but perfectly directs against black's ideas ..h5 and ..b5, as only concrete analyses can prove. Black has tried virtually every reasonable move in this position, but at this moment, it looks like the solution must be found earlier."

And now 14 ... b5?! gets an explanation mark, and de la Villa suggests alternatives as 14 ... Qb8!? and 14 ... h5 as better. This all is good for two pages of explanations.

Interesting to mention are de la Villas words on the New Sicilian Dragon: 1.e4 c5 2.Nf3 d6 3.d4 cxd4 4.Nxd4 Nf6 5.Nc3 g6 6.Be3 Bg7 7.f3 a6: "An infrequent set-up which is a kind of Najdorf hybrid. This move has always been regarded as slow and clumsy against the Rauzer and indeed, it surely is ... if it is played later. But by playing it now, black gets ready for a completely new developing plan:..Nbd7, ... b5,...and ..Bb7,delaying ..0-0. This is a very active and theory-free system, ideal for original players. Perhaps one day this system will have its own place among the 'respectable' Sicilian variations, but so far it has not received the attention it deserves."

Less theoretical are not forgotten by the clearly explaining author, for example the Nimzowitsch variations and other moves is good for six pages of text. On 1.e4 c5 2.Nf3 Nf6, de la Villa prefers 3.Nc3: I think the official refutation,3.e5 and 4.Nc3, is rather debatable and not very economical, as it requires an enormous effort to study, involves a possible minefiled and finnaly, offers only a slight edge in the endgame.

Against the Scheveninger and Najdorf, de la Villa goes for the bishop to e3 and covers with a small 59 pages all the latest developments of these lines.

This book is a revised version of the Spanish original Desmontando la Siciliana, where in big lines all material has been changed for this English work.

Included is an index of main games and index of variations.

In big lines we could someway compare this book with Experts vs.the Sicilian from Quality chess, but this work from Jesus de la Villa provides us with much more information!

Conclusion: Buy it for the clear cut explanations!

Mit freundlicher Genehmigung

with kind permission

John Elburg, www.chessbooks.nl

Dismantling the Sicilian

EUR

21.5