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Art.-No.: SCSHR6
Out of Production

Shredder 6

€49.99
Incl. 19% Tax, excl. Shipping Cost

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Der Serienweltmeister Shredder ist seit Jahren das mit Abstand erfolgreichste Schachprogramm der Welt.

Shredders WM-Erfolge

  • Jakarta 1996: Weltmeister Mikro-Computer

  • Paderborn 1999: Weltmeister aller Klassen!

  • London 2000: Weltmeister Mikro-Computer

  • Maastricht 2001: Weltmeister Mikro-Computer

Der neue Shredder 6 hat es nun gleich in mehrfacher Hinsicht faustdick hinter den Ohren. Denn zum einen enthält Shredder 6 neben der deutlich spielstärkeren Shredder6-Engine für Single-Prozessoren auch gleich die für Multiprozessoren optimierte DeepShredder6 Engine. Und zum anderen sind im Lieferumfang gleich zwei Programmoberflächen enthalten: Die Fritz7-Oberfläche und die Shredder6 GUI. Das bedeutet ein Höchstmaß an Abwechslung und Funktionalität. Durch die Fritz7-Oberfläche steht auch Shredder6-Anwendern der Zugang zum Schachserver Schach.de offen. Und die eigene Shredder6 GUI kann im Vergleich zur früheren Version mit einer Vielzahl von Verbesserungen und Erweiterungen aufwarten. Die bewährte Shredder-Spieloberfläche kommt im neuen Design, mit besserer Benutzerführung und neuen Figuren für das 2-D- und 3-D Schachbrett. Neu ist außerdem der Export von Shredderbüchern im PocketFritz-Format, der konfigurierbare Coach, erweiterte Buchfunktionen, verbessertes Ergebnislernen, Endspielorakel u.v.m. Kein Programm bietet mehr im Bereich Computerschachforschung. Mit der UCI-Schnittstelle können weitere Schach-Engines unter der Shredder-Oberfläche installiert und gestartet werden. Shredder6 bietet sowohl eine Schnittstelle zum elektronischen DGT-Schachbrett als auch zum alten Smartboard von TASC.

Systemvoraussetzungen:

Pentium 200, 32 MB RAM, Windows 95, 98, NT, Me, 2000, XP

Details

Language German, English
Author Meyer-Kahlen, Stefan
Manufacturer ChessBase
Medium CD
Ports DGT Board, Tasc
Print AnalyseDatei, diagram as graphic, game
Functions 3D board, alternate moves, analyse database, ana­lyse game, annotations, autoplayer, au­to­ma­tic re­play, calculations configurable, correspondence chess administration, ECO display, ECO-classification, ELO evaluation, end­game data­bases, layout configurable, learning ability, library extendable, online help, opening name, position tree, recognition of positions, search for names, tournaments etc., search for positions, style configurable, tea­ching op­tion, transpostions, variations
Sound Board Yes
Copy Protection unlimited installations
Required CPU min. Pentium
Operating System Palm OS, Pocket PC, Windows 2000, Windows 95, Windows NT, Windows Vista, Windows XP
Number of games 320,000
Export CBF, CBH, PGN
Import CBF, CBH, PGN
Elo (Hardware) 2650 (PIII)

Inhalt

Shredder 6, Teil 1

Erfolgreichstes Turnierprogramm

Lieferumfang

Features

PC-Schachbretter

Teil 2

Teil 3

Erfolgreichstes Turnierprogramm

Ungefähr zeitgleich mit dieser RE-Ausgabe wird Shredder 6.0 von Stefan Meyer-Kahlen auf den Markt kommen. Shredder war in den letzten fünf Jahren mit Abstand das erfolgreichste Turnierprogramm bei den regelmäßig von der ICCA (International Computerchess Association) ausgerichteten Weltmeisterschaften und kann auf eine beeindruckende Erfolgsbilanz zurückblicken:

Jakarta 1996 (Mikro-WM) = Platz 1 unter 24 Teilnehmern = Weltmeister Mikro-Computer

Paris 1997 (Mikro-WM) = Platz 3 unter 36 Teilnehmern

Paderborn 1999 (Mikro-WM + Offene WM) = Platz 1 unter 32 Teilnehmern = Weltmeister Mikro-Computer +

Weltmeister aller Klassen!

London 2000 (Mikro-WM) = Platz 1 unter 14 Teilnehmern = Weltmeister Mikro-Computer

Maastricht 2001 (Mikro-WM) = Platz 3 unter 18 Teilnehmern = Weltmeister Mikro-Computer

Die WM-Turniere waren für Shredder offensichtlich ein besonders gutes Pflaster. Ebenfalls beeindruckend ist die Erfolgsbilanz des Programms bei den regelmäßig ausgetragenen IPCC-Turnieren der Universität Paderborn. Bei den beiden letzten Turniere 2000 + 2001 hieß der Sieger ebenfalls Shredder. Es liegt auf der Hand, dass man in Anbetracht dieser kontinuierlichen Leistungen kaum von einem Zufall, Schwachstellen des Schweizer Systems usw. sprechen kann.

Nach Einschätzung aller Experten zeichnet sich Shredder vor allem durch eine in allen Phasen des Schachspiels ausbalancierte Engine aus, die sowohl im positionellen als auch im taktischen Bereich kaum Schwächen zeigt. Zudem dürfte es wohl kaum einen zäheren Verteidiger im Computerschach geben. In der Summe dieser Eigenschaften stellt Shredder ein ausbalanciertes Schachprogramm dar, das keine einseitigen Stärken oder Schwächen zeigt und daher die unterschiedlichsten Stellungstypen sehr gut behandelt.

Im Unterschied zu vielen anderen Programmierern konzentriert sich Stefan Meyer-Kahlen nicht ausschließlich auf die Weiterentwicklung seiner Schachengine, sondern findet mindestens genauso viel Gefallen an der Entwicklung neuer Features und der graphischen Benutzeroberfläche von Shredder. Das Interface der Vorgänger-Version Shredder 5 erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit bei vielen Anwendern und wird von vielen als die einzigste brauchbare Alternative zu den GUIs von ChessBase angesehen.

Nachdem Stefan Meyer-Kahlen im Mai von Millennium 2000 zu ChessBase wechselte, wurde teilweise darüber spekuliert, ob die eigenständige Benutzergrafik von Shredder überhaupt noch gepflegt und weiterentwickelt würde. Sie wird weitergepflegt. Letztendlich gibt es auch keinen plausiblen Grund, die Shredder-Gui in der Versenkung verschwinden zu lassen.

Immerhin erfreut sich das Programm großer Beliebtheit bei den Anwendern und bietet teilweise einzigartige Features, die wir im folgenden Text noch ausführlicher vorstellen werden. Trotzdem bleibt der Wechsel von Stefan Meyer-Kahlen zu ChessBase nicht ohne Folgen, aber mit ausschließlich erfreulichen Konsequenzen. Das Programm wird nämlich gleich mit zwei unterschiedlichen Programmoberflächen ausgeliefert!

Lieferumfang

Shredder 6 kostet 49,99 Euro und wird - wie zuvor bereits erwähnt - mit zwei unterschiedlichen Benutzeroberflächen ausgeliefert. Wenn Sie bisher mit den Programmen der Fritz-Serie gearbeitet haben, finden Sie Shredder 6 in der aktuellen Fritz 7- Umgebung vor. Die bedeutet, dass die Shredder 6-Engine mit der identischen Benutzergrafik und allen neuen Features von Fritz 7 inkl. der Schnittstelle zu dem neuen Schachserver genutzt werden kann.

Der einzigste Unterschied besteht darin, dass sich im Lieferumfang die WM-Engine von Shredder, anstatt der Fritz 7-Engine befindet und die Sprachdateien fehlen. Die Shredder 6-Engine kann übrigens auch ohne Einschränkungen unter den Datenbanksystemen ChessBase 7/8 zur Analyse eingesetzt werden. Ebenfalls auf der CD befindet sich die identische Schachengine in der UCI-Version mit der von Stefan Meyer-Kahlen entwickelten Benutzeroberfläche.

Im Lieferumfang sind neben dem vom Eröffnungsspezialisten Sandro Necci entwickelten Eröffnungsbuch noch alle Drei- und Viersteiner (TableBases) von Eugene Nalimov enthalten. Damit bietet ChessBase eine universell einsetzbare Version von Shredder an. Der Anwender kann selber frei entscheiden, mit welcher Benutzeroberfläche er arbeiten möchte.

Im folgenden Text gehen wir vor allem auf die markantesten Ausstattungsmerkmale der Shredder-Gui ein. Die Funktionalität des ChessBase-Schachservers und die wichtigsten neuen Features der Fritz 7-Oberfläche wurden bereits im Artikel zu Fritz 7 vorgestellt.

Features

Shredder ist ein etabliertes Programm, welches neben der klaren Benutzergrafik einen beeindruckenden Funktionsumfang aufweist. Im Laufe der Entwicklung nach Shredder 3/4 und 5 waren die Menüs derart prall gefüllt, dass Stefan Meyer-Kahlen für Shredder 6 eine übersichtlichere Strukturierung der Benutzeroberfläche und der Menüs implementiert hat.

Bereits beim Programmstart fällt dem Kenner der Vorgänger-Version das veränderte Design auf. Neue Brettbitmaps und 2D- bzw. 3D-Figuren sowie die volle Konfigurierbarkeit der Farben für alle Bildschirmelemente überlässt dem Anwender weitgehende Kontrolle darüber, wie er seine Arbeitsumgebung unter Shredder 6 einrichten will. Wie gehabt, kann man für unterschiedliche Anwendungsgebiete eigene Designs entwickeln, speichern und bei Bedarf wieder laden.

Viele Feinheiten entdeckt man erst bei genauerem Hinschauen. So ist z.B. die Darstellung der Schachuhr wesentlich informativer und flexibler. Per Rechtsklick auf die Schachuhr kann man z.B. zwischen einer ein- oder zweizeiligen Darstellung auswählen. Bei der letzteren Variante wird neben dem Verbrauch der Gesamtzeit noch die benötigen Bedenkzeit pro Zug angezeigt. Bei den Spielstufen sind neue Einstellungen hinzugekommen. Neu sind z.B. die Level "durchschnittliche Zeit pro Zug", Zeitinkrement pro Zug für alle Zeitkontrollen und der "Menschenbonus" bei Blitzstufen. Damit kann man z.B. Blitzpartien mit unterschiedlichen Bedenkzeiten spielen.

Der "Coach", also die Schachlehrerfunktion, ist individuell konfigurierbar. Das Zügefenster zeigt im Modus "Endspieldatenbank" direkt alle Züge mit den Werten aus den Nalimov-Datenbanken an. Unter dem Menü Datei findet man z.B. eine Liste mit der Direktanwahl der zuletzt benutzten Datenbanken und Eröffnungsbücher und kann schneller auf die zuletzt bearbeiteten Dateien zugreifen. Auch die Menüs wurden "gestrafft". Untermenüs mit tiefen Verschachtelungen gibt es nicht mehr, auch wurde die Anzahl der Pull-down-Menüs gegenüber Shredder 5 reduziert.

Dies bedeutet aber nicht, dass der Funktionsumfang beschnitten wurde. Bis auf den Support der ohnehin veralteten Thompson-Datenbanken und die wohl kaum genutzte Sprachkommentierung blieb der bisherige Funktionsumfang erhalten und wurde in vielen Details erweitert. Die verbesserte Funktionalität wurde durch die konsequente Implementierung von Kontextmenüs erreicht.

Wenn Sie mit Shredder 6 arbeiten, sollten Sie also häufig Gebrauch von der rechten Maustaste machen. Mit einem Rechtsklick auf ein Bildschirmelement finden Sie kontextbezogene Funktionen, die in den Hauptmenüs nicht mehr vorhanden sind. Ein Beispiel: Shredder 6 ist wie der Vorgänger oder Fritz ein Multi-Enginesystem. Dies bedeutet, man kann unter der Benutzeroberfläche von Shredder Schachengines von unterschiedlichen Autoren einsetzen. Sämtliche Funktionen zum Laden,

Wechseln oder Hinzufügen von Schachengines stehen jetzt ausschließlich nach einem Rechtsklick auf das Analysefenster und nicht mehr im Hauptmenü zur Verfügung.

Das macht Sinn, weil die Bedienung per Rechtsklick flüssiger abläuft und die Übersichtlichkeit verbessert wurde. Dieses Konzept ist konsequent implementiert und erleichtert die Bedienung des opulent ausgestatteten Programms natürlich erheblich. Geblieben ist die stimmige Funktionsleiste zum Abrufen der wichtigsten Funktionen. Wenn man mit der Maus über einem der Buttons verharrt, wird mit einem kleinen Text die korrespondierende Funktion angezeigt.

Neben den Kontextmenüs gibt es noch spezifische Doppelklicks mit der linken Maustaste, mit denen man häufig benötigte Funktionen starten kann. Wenn Sie z.B. in das Notationsfenster doppelklicken, wird die Dialogbox zum Einfügen von Kommentierungssymbolen eingefügt. Es empfiehlt sich daher, sich in der Onlinehilfe mit diesen Funktionen vertraut zu machen. Man wird mit einem deutlich flüssigeren Arbeitsablauf belohnt.

PC-Schachbretter

Shredder bietet Support für das externe elektronischen PC-Brett der Firma DGT. Das Brett bietet keine LCD-Dioden zur Anzeige der Züge. Man kann sich die Züge über die Kommentierungsfunktion von Shredder mit der Stimme von Matthias Wüllenweber ansagen lassen, wenn man nicht laufend auf dem Monitor die Züge ablesen möchte. Das DGT-Brett verfügt, wie auch das weit verbreitete Smartboard von Tasc, das von Shredder 6 ebenfalls unterstützt wird, über eine vollautomatische

Figurenerkennung und verhält sich damit gegenüber den Benutzereingaben einigermaßen intelligent.

Wer bisher gerne mit dem Vorgänger Shredder 5 gearbeitet hat, wird mit Shredder 6 erst recht seine Freude haben. Eine aufgeräumte Gui ohne überflüssigen "Schnickschnack", die stabil läuft und sich einfach bedienen lässt. An dieser Stelle soll noch einmal darauf hingewiesen werden, das die Shredder-Engine alternativ unter der mitgelieferten neuesten Fritz 7-Gui eingesetzt werden kann. Damit steht Shredder auch die volle Datenbankfunktionalität des Fritz-Programms zur Verfügung, was den ohnehin schon sehr guten Funktionsumfang von Shredder nochmals deutlich erweitert.

Engine-Funktionalität

Die wohl gravierendste Neuerung von Shredder 5 war die Implementierung des UCI (= Universal Chess Interface) Protokolls.

Genau wie bei Fritz 5/6/7 kann man unter Shredder 6 Schachengines einbinden, wenn Sie von den Autoren an das UCI-Protokoll angepasst wurden. Diese Option ist in Shredder 6 nach wie vor vorhanden, genau wie die Schnittstelle per Adapter zu den Winboard-Engines. Das UCI-Protokoll ist kostenfrei und darf auch zukünftig ohne Einschränkung und Lizenzgebühren von Programmierern genutzt werden.

Im Rahmen der Funktionalität für das Austesten von Schachengines bietet Shredder 6 ebenfalls erweiterte Möglichkeiten. Es ist jetzt z.B. möglich, Enginematches mit vordefinierten Positionen zu starten. Der Spielstärkevergleich mit Hilfe von Matches ohne Eröffnungsbücher macht vor allem für Autoren einer Engine Sinn, weil der Einfluss von Büchern mit allen ihren Unabwägbarkeiten (Lernfunktion) weitgehend ausgeschlossen wird.

Hervorheben möchte ich an dieser Stelle noch einmal das Dreihirn, in der Shredder-Terminologie auch als Triple-Brain bezeichnet. Dieses bei einem kommerziellen Schachprogramm einzigartige Feature steht nach wie vor zur Verfügung. Einige unserer Leser werden das Feature noch nicht kennen, deswegen möchten wir es noch einmal an dieser Stelle kurz vorstellen.

Beim "Dreihirn" laufen zwei "normale" Schachengines parallel, während ein Entscheidermodul (= Triple-Brain) die Zugvorschläge der beiden rechnenden Engines analysiert und dann aus den unterschiedlichen Bewertungen die vermeintlich günstigste Alternative auswählt. Das Triple-Brain funktioniert prinzipiell mit jeder beliebigen Engine, egal ob sie an das interne UCI- oder Winboard-Protokoll angepasst wurde. Im Idealfall sollten die beiden Engines in etwa die gleiche Spielstärke und

einen möglichst unterschiedlichen Spielstil haben. Nur unter diesen Voraussetzungen kommt das Konzept voll zur Geltung.

Im Grunde genommen ist es immer einfacher, zu einer vernünftigen Beurteilung einer Position zu kommen, wenn man nachweislich zwei gute Zugvorschläge (starke Engines!) hat, als wenn zuerst noch im Variantengestrüpp eine brauchbare Fortsetzung gesucht werden muss. Der Vorteil des 3-Hirns ist in taktischen Stellungen wohl am offensichtlichsten, denn selbst wenn zwei Schachprogramme in etwa gleich stark spielen, haben sie sehr häufig völlig unterschiedliche Lösungszeiten.

Manche Stellung ist für ein Programm ein "Buch mit sieben Siegeln", während die zweite Engine für die korrekte Lösung nur ein paar Sekunden braucht. Im Idealfall sollte es also so sein, dass das 3-Hirn den korrekten Zug ausspielt, sobald die erste Engine die richtige Lösung anzeigt. Was aber macht das Dreihirn in Stellungen, in denen es keine konkrete taktische Lösung gibt? Nun, auch hier verhalten sich alle Schachprogramme sehr unterschiedlich.

Es kann vorkommen, dass Engine X planlos agiert, während Engine Y schon einen konkreten Plan gefunden hat, wie es in der Stellung weiter gehen soll. Das Verfahren funktioniert im Grunde genommen wie zuvor beschrieben, ist aber für den Anwender naturgemäß weniger transparent als in taktisch geprägten Stellungen. Als etwas kritisch könnte man höchstens die Tatsache ansehen, dass sich die beiden Schachengines die Ressourcen eines Prozessors teilen müssen, also nur mit "halber" Kraft spielen.

Dieses neue Konzept bietet aber sehr viel Spielraum für Experimente und führt dadurch zu einer konstruktiveren Herangehensweise bei der Analyse von Partien. Das Zeitmanagement wird ebenfalls vom Triple-Brain übernommen. Auch hier bieten sich neue Möglichkeiten. Wenn beide Engines erkennen, dass der Zug xy eindeutig ist, kann man wohl ohne große Gefahr etwas Bedenkzeit sparen und früher ziehen. Wird eine Stellung hingegen von den beiden Engines als komplex und

kompliziert bewertet, wird vom Tripe-Brain deutlich mehr Zeit für die Suche nach einem guten Zug investiert.

Jokeranalyse

Kein anderes Schachprogramm bietet solch vortreffliche Dienste bei der Analyse von Endspielen und der Forschung in diesem Bereich. Nehmen wir nur einmal die Jokeranalyse, die unter Shredder 6 wie bereits beim Vorgänger durch den direkten Support der Nalimov-Endspieldatenbanken ermöglicht wird. Stellen wir uns einfach einmal eine einfache Endspielfrage: Wo muss der weiße König stehen, damit das Endspiel K + D gegen K + sBf2 noch zu gewinnen ist. Dafür bauen wir einfach eine Stellung dieses Typs in Shredder auf, wählen per Rechtsklick auf das Schachbrett die Jokeranalyse, und klicken auf den

weißen König.

Innerhalb von weniger als einer Sekunde zeigt Shredder jedes Feld des Schachbrettes, auf dem der König legal stehen darf. Zusätzlich gibt es eine Information, ob die Stellung mit dem König auf diesem Feld remis oder gewonnen ist. Ist sie gewonnen, so steht auf jedem Feld sogar die Zahl der Züge bis zum Matt. Diese Funktion kann man für jedes beliebige Endspiel mit

höchstens fünf Figuren anwenden,dabei kann man jede Figur auf dem Brett, also nicht nur den König, als Joker verwenden. Mit wenigen Mausklicks kann man Fragen beantworten, für welche die Endspieltheoretiker oft Jahre brauchten, wie z.B. wo der Bauer im Endspiel KDB-KD am besten steht, damit die Siegchancen am größten Diese Bewertungen repräsentieren wohlgemerkt nicht die Meinung von Shredder, sondern den "realen Wert" der Stellung aus den Endspieldatenbanken. Shredder bestimmt also den Wert jeder Stellung und gibt ihn direkt auf dem Schachbrett aus.

Endspielorakel

Noch einen Schritt weiter geht Shredder 6 mit einem völlig neuartigen Endspielfeature, dem Endspielorakel. Wenn die TableBases installiert sind und der Zugriff aktiviert ist, kann der Anwender in einzelnen Dateien für den jeweiligen Endspieltypus vielfältige und bisher einzigartige Suchabfragen starten. Wichtig ist dabei: für das betreffende Endspiel muss zwingend die entsprechende Endspieldatei installiert sein, sonst funktioniert es nicht.

Zunächst gibt man die zu untersuchende Stellung über die Stellungseingabe ein, die Sie z.B. mit einem Rechtsklick auf das Brett aufrufen können. Danach ruft man das Endspielorakel über den entsprechenden Menüeintrag oder mit Strg-F12 auf. Jetzt muss in der Endspielstellung durch Anklicken eines oder mehrerer Steine ein "Joker" gesetzt werden. Es gibt unterschiedliche Arten von Jokern:

1.Joker für jedes Feld auf dem Schachbrett.

2.Joker für eine Reihe.

3.Joker für eine Linie.

4.Joker für eines der unmittelbar benachbarten Felder.

Konkret hat der Joker die Bedeutung, dass bei der Suche in der Endspieldatenbank der Standort der Figur (oder Figuren) durch die Vorgabe des Jokers berücksichtigt wird. Weist man einer Figur z.B. einen Brettjoker zu, wird der Stein auf allen 64 Feldern des Schachbretts berücksichtigt. Die Joker sind für jeden Stein völlig unabhängig von den anderen zuweisbar. "Joker" bedeutet, dass bei der weiter unten beschriebenen Suche der gekennzeichnete Stein, mehrere oder alle Steine auf den bei der Jokervergabe jeweils ausgewählten Feldern am Brett eingesetzt werden.

Alle bei der Suche ausgegebenen Statistiken beziehen sich also auf die ausgewählte Materialkonstellation mit den jeweils gesetzten spezifischen Jokern. Danach legt man fest, wer das Zugrecht haben soll: Weiß, Schwarz oder Beide. Nun kann vorgegeben werden, welche der Suchergebnisse gespeichert werden sollen, z.B.: keine (dann wird später nur die statistische Auswertung angezeigt), längste Gewinne für Weiß/Schwarz (angegeben wird die Zahl der Züge zum Matt), Remisstellungen,

Stellungen gegenseitigen Zugzwangs, oder eine festvorgegebene Mattdistanz (Shredder listet dann Stellungen auf, in denen Weiß z.B. in 26 Zügen matt setzt).

Anschließend kann die Suche durch die Datei gestartet werden. Ein Beispiel: welcher Bauer bietet im Endspiel Dame + Bauer gegen Dame auf der 7. Reihe die besten Gewinnmöglichkeiten? Vorgehensweise:

Bauer auf a7 stellen, andere Steine beliebig aufs Brett setzen, allen Figuren außer dem Bauern den Brettjoker zuweisen, "Zugrecht beide" anhaken und die Suche starten. Anschließend notiert man die Prozentzahl der weißen Siege und vergleicht den Wert mit einem Bauern auf b7, c7, d7 usw.

Neben den Möglichkeiten zur Endspielforschung unterstützt das Feature vorzüglich das Schachtraining. Alle Stellungen im kritischen Endspiel Läufer + Springer gegen alleinigen König mit Matt in 31 Zügen suchen lassen. Nach der Anzeige der Statistik zu dem Endspiel bietet Shredder die Option, eine davon mit einem Klick auf das Brett zu übertragen. Hier bietet es sich z.B. an, ohne die Ansicht der Endspielinformation im Zügefenster gegen die optimale Verteidigung der Datenbank zu

gewinnen. Das Endspielorakel wird vor allem Endspielliebhaber, Fernschachspieler und Studienkomponisten ansprechen, kann aber (wie das Beispiel K+S+L - K zeigt) natürlich auch wertvolle Dienste beim praktischen Endspieltraining leisten.

Eröffnungsbuch

Die Eröffnungsbibliothek von Shredder wurde von dem italienischen Eröffnungsspezialisten Sandro Necci erstellt. In der mir vorliegenden Beta-Version des Programms enthielt das Buch ca. 1,2 Millionen Züge. Die Bibliothek liegt wie gehabt in Form eines Positionsbaums vor. Bei der Erstimplementierung des Positionsbaums in Shredder 4 war das seinerzeitige Buch sehr unausgereift und den Büchern der Konkurrenz in fast allen Belangen weit unterlegen.

Seitdem Sandro Necci, der früher sehr erfolgreich die Bibliotheken für MChess Pro entwickelt hat, das Buch professionell betreut, ist die Qualität der Bibliothek erstklassig und optimal auf das Spielverhalten von Shredder 6 abgestimmt. Konzeptionell zeigt der in Shredder implementierte Positionsbaum keine Schwachstellen. Der Anwender kann nach Belieben existierende Bücher modifizieren, erweitern oder neue Bibliotheken anlegen.

Neben den zahlreichen Importfunktionen möchte ich vor allem die einfachen Bearbeitungsfunktionen hinweisen, die der Positionsbaum ambitionierten Spielern bietet, um die Ausspielpräferenzen an die eigenen Vorgaben anzupassen. Ein Rechtsklick mit der Maus auf einen Eröffnungszug ruft den entsprechenden Dialog auf, in dem man mit der Maus die gewünschte Präferenz für den Zug festlegen kann. In der Dialogmaske Buchoptionen kann man mit einer Vielzahl von Parametern das Eröffnungsverhalten des Programms steuern.

Bei den Ausspielbedingungen spielt das Programm z.B. nur dann aktiv einen bestimmten Zug aus dem Buch, wenn damit mindestens eine bestimmte Anzahl von Partien gespielt wurde. Dabei wird auch berücksichtigt, dass eine bestimmte Anzahl von Gewinnpartien mit diesem Zug gespielt wurden. Diese Vorgaben kann der Benutzer übrigens (wie fast alle Parameter) modifizieren. Über die Weiß- bzw. Schwarzquote legt man zusätzlich die entsprechende Erfolgsquote fest.

Interessant scheint mir auch die Option zu sein, in die Bibliothek Partien und Varianten ohne Statistiken zu übernehmen. Das Konzept des Positionsbaums ist nicht nur wegen der leichten Editierbarkeit, sondern auch wegen der transparenten Darstellung der Information zu jedem einzelnen Zug für das Eröffnungstraining besonders wertvoll.

Der Positionsbaum von Shredder gibt sich auskunftsfreudig und sämtliche Informationen werden tabellarisch aufgelistet: die im Buch enthaltenen Eröffnungszüge, Auspielwahrscheinlichkeiten in Prozent, Gesamtzahl der Partien, Erfolgsqoute eines Zuges, Elowerte, Anzahl der Siege, Remisen und Verlustpartien usw. Man kann die Einträge mit einem Mausklick in den Header der Tabelle jederzeit neu sortieren. Mit Hilfe des Positionsbaums kann man sich jederzeit einen Eindruck von der Qualität bestimmter Eröffnungszüge verschaffen.

Als einzigste Schwachstelle sehe ich die fehlende Verknüpfung zwischen dem Positionsbaum und der aktiven Datenbank an. Das Konzept würde noch deutlich an Wert gewinnen, wenn man sich zur der aktuellen Stellung aus dem Positionsbaum direkt entsprechende Beispielpartien aus der Datenbank filtern könnte. Andererseits gilt diese Kritik natürlich nur eingeschränkt. Wenn Sie Shredder unter der mitgelieferten Fritz 7-Gui einsetzen, steht dieses Feature sehr wohl zur Verfügung. Nur

eben nicht mit dem Turnierbuch von Sandro Necci, das nur unter der Original-Gui von Shredder 6 läuft.

Ein echtes Highlight für Buchspezialisten ist die Option, innerhalb der Bibliothek Textkommentare eingeben zu können. Per Rechtsklick auf den zu kommentierenden Zug ruft man den entsprechenden Dialog auf. Der Kommentar wird in dem Textfenster eingegeben und später im Buchfenster unter dem Reiter Kommentare angezeigt. Alle Kommentare innerhalb einer Bibliothek werden in einer Datei mit der Endung *.BKC gespeichert.

Das Konzept hat den großen Vorzug, dass die Kommentare auf andere Bücher übertragen werden können. Diese Funktion ist insbesondere für Anwender wichtig, die selber kreativ sind und eigene Bücher entwickeln. Mit Hilfe der Kommentierungsfunktion steht ein leistungsfähiges Tool zur Verfügung, um während der Entwicklungsphase Hinweise auf

anstehende Ergänzungen und Erweiterungen oder Bewertungen einzelner Abspiele direkt in die Datei einzufügen.

Bücher für den Pocket-Fritz

Besitzen Sie Pocket-Fritz, den kleinen Bruder von Shredder? Falls ja, steht Ihnen mit Shredder 6 endlich das ultimative Tool zur Verfügung, um eigene Eröffnungsbücher mit benutzerdefinierten Ausspielpräferenzen für das Handheld-Programm zu erstellen. Sie können jedes Shredder-Buch in ein für Pocket-Fritz lesbares Format konvertieren. Dazu gehen Sie wie folgt vor:

Unter dem Menü Extras - Eröffnungsbuch - gibt es die Option Eröffnungsbuch exportieren. Klicken Sie den Eintrag an, nachdem Sie die gewünschten Ausspielpräferenzen unter Shredder 6 eingestellt haben. Das aktuelle Buch wird nach anwählen der Funktion generiert. Eine Dialogbox informiert Sie darüber, ob die Konvertierung geklappt hat. Im Shredder-Verzeichnis finden Sie jetzt eine Datei mit der Endung *.pbk. Pocket-Fritz sucht seine Eröffnungszüge immer in einer Datei mit der Bezeichnung "book.pbk". In Kenntnis dieses Sachverhaltes ist der nächste Schritt klar: die erzeugte Datei mit dem Namen des Shredder-Buchs muss entsprechend umbenannt werden. Wenn Sie z.B. nach der Konvertierung eine Datei

"Shredder6.bkt.pbk" vorfinden (die Datei kann je nach Bezeichnung des Buchs auch einen anderen Namen haben), benennen Sie diese z.B. mit Hilfe des Windowsexplorers in "book.pbk" um. Im letzten Schritt kopieren Sie ihr neues Buch in das Verzeichnis von Pocket-Fritz auf Ihrem Handheld. Und schon können Sie mit ihrem neuen Eröffnungsbuch gegen Pocket-Fritz loslegen!

Ein weiterer Tipp. Der Positionsbaum ermöglicht den Import von Bibliotheken älterer Schachprogramme. Wenn Sie z.B. noch einen "alten" Genius bis zur Version 5 im Regal stehen haben, können Sie ohne weiteres dessen Bibliotheken konvertieren und für den Einsatz unter Shredder oder Pocket-Fritz einsetzen. Meiner Meinung nach macht das durchaus Sinn. Als diese Programme veröffentlicht wurden, war Festplattenspeicher noch sehr kostbar und die Bibliotheken entsprechend klein, dafür aber sehr sorgfältig editiert.

Der Speicherbedarf hält sich nach der Konvertierung in Grenzen, für den Einsatz auf dem Handheld ein nicht ganz unwichtiger Aspekt. Beim Import dieser Bibliotheken übernimmt Shredder, bzw. später Pocket-Fritz, übrigens die Gewichtungen des jeweiligen Buchs! Speziell die Bücher der Genius-Versionen 3-5 eignen sich sehr gut für den Einsatz unter Pocket-Fritz, optional kann man auch Bücher von Rebel oder den frühen Fritz-Versionen (1-4) importieren.

Der in Shredder integrierte Positionsbaum ist ein professionelles Tool, um seine Eröffnungskenntnisse gezielt zu trainieren. Er überzeugt mit einer Vielzahl neuartiger Funktionen, die dem Anwender weitgehende Kontrolle und vielseitige Trainingsmöglichkeiten für das wichtige Eröffnungstraining verschaffen. Anwender von Pocket-Fritz werden den Positionsbaum von Shredder 6 wohl besonders intensiv als Eröffnungseditor einsetzen und die Vorzüge des Konzeptes schnell schätzen lernen.

Teil 3

Die Engine

Die Schachengine basiert zwar auf dem WM-Programm von Maastricht, zwischenzeitlich hat Stefan Meyer-Kahlen natürlich die Zeit genutzt und diverse Änderungen und Verbesserungen am Suchalgorithmus vorgenommen. Die neue Shredder-Engine verfügt über noch mehr Wissen in Stellungen mit Freibauern oder dem Thema Königssicherheit, im taktischen Bereich verhält er sich "bissiger."

Eine intensive Überarbeitung wurde auch an der Lernfunktion des Programms vorgenommen. Shredder 6 versteht es jetzt viel besser, negative Konstellationen in Verlustpartien auszuwerten und diese "Erfahrung" in ähnlich gelagerten Stellungsbildern entsprechend konstruktiv anzuwenden. Diese Fähigkeit dürfte sich in erster Linie bei lang andauernden Wettkampfserien bemerkbar machen, z.B. in den Testserien bei der SSDF.

Shredder gehört eindeutig zu den "intelligenten" Programmen. Damit ist gemeint, dass in den Programmcode sehr viele Algorithmen eingeflossen sind, die gezielt auf konkretes Schachwissen und weniger auf pure Rechenkraft setzen. Zwischenzeitlich hat sich unter den Programmierern die Erkenntnis durchgesetzt, dass es sehr schwierig sein dürfte, die letzten Bastionen der Menschheit in Form von Top-Großmeistern nur mit schierer Rechenpower zu bezwingen.

Ohne entsprechendes Schachwissen ist es ab einem bestimmten Niveau unmöglich, sich dauerhaft zu behaupten. Die neueste Version des vielfachen WM-Programms kommt mit einer wunderbar ausbalancierten Schachengine daher. Ich habe das Programme sowohl unter seiner eigenen Gui als auch unter der Fritz-Oberfläche per Autoplayer etliche Partien gegen die besten aktuellen Konkurrenzprogramme spielen lassen. Dabei gab es bei 1 Stunde Bedenkzeit pro Partie auf zwei

baugleichen Maschinen folgende Ergebnisse:

Shredder 6.0 - Junior 7.0 57,0 : 47,0 Pkt.

Shredder 6.0 - Fritz 7.0 31,5 : 28,5 Pkt.

Shredder 6.0 - Chess-Tiger 14.0 27,0 : 23,0 Pkt.

Die Ergebnisse lassen natürlich keine eindeutige Interpretation zu, andererseits zeigen sie und die Analyse der Partien ganz klar, dass die Engine keines der besten Konkurrenzprogramme zu fürchten braucht und zum besten gehört, was zur Zeit im Computerschach erhältlich ist. Neben der hervorragenden praktischen Spielstärke leistet das Programm aufgrund seiner starken positionellen Fähigkeiten ausgezeichnete Dienste bei der Analyse.

Beispieldiagramme

1.Sf5! - kein forciertes Opfer mit konkretem Ergebnis, sondern auf "Position" gespielt. Diesen Zug spielt Shredder 6 auf meinem Athlon 1 Ghz bereits nach 31 Sekunden aus und behält ihn konstant als besten Zug in der Anzeige. Dieses Motiv kommt z.B. relativ häufig im Spanier vor. Der Zug dient der Öffnung der g-Linie mit Angriffschancen, z.B. 1...gxf5 2.gxf5 Sc7 3.Tg1 Se8

Diese Stellung ist für einen Computer nicht einfach zu bewerten, da es keine konkreten taktischen Motive gibt. Stark ist 1.b4!, das von Shredder 6 bereits nach 1 Sekunde ausgespielt und konstant in der Anzeige gehalten wird. Damit soll der Stützpunkt d4 unterminiert und gleichzeitig die gegnerische Rochade behindert werden, z.B. mit 12...Sxf3+ 13.Lxf3 cxb4 14.Db3 a5.

Shredder geht der Ruf voraus, ein besonders hartnäckiger Verteidiger in kritischen Stellungen zu sein. Zähe, findige Verteidigung war und ist ein charakteristisches Merkmal für hohe Spielstärke. Shredder klammert nicht am Material und ist computeruntypisch stets bereit, Material zu geben, um sich aus gefährdeten Stellungen befreien zu können. Ein Beispiel:

Weiß scheint aufgrund der mangelnden Entwicklung in großen Schwierigkeiten zu sein. 1.Ld2! Das klassische

Verteidigungsmotiv besteht darin, Material zurückgeben und die Entwicklung abschließen. Durch ein

Schlagen auf b2 büßt Schwarz seinen Entwicklungsvorsprung ein und die b-Linie kann zum Angriff auf den

schwarzen König genutzt werden. [1.Db3? Dxb3 2.axb3 Sb4! 3.Txa7 Kb8 4.Ta5 b6 und der Turm hat keinen geeigneten Rückzug] Shredder 6 hat mit der Lösung des konkreten Stellungsproblems keine Probleme und schätzt die Lage von Beginn an korrekt ein.

1.Ld2 wird auf meinem Athlon 1 GHz bereits nach 11 Sekunden angezeigt und konstant in der Anzeige beibehalten. Shredder 6 zeigt ein gutes Verständnis für Königssicherheit. Neben Junior 7 dürfte es kaum ein anderes Programm geben, das die unsichere Position des gegnerischen Königs so konsequent ausnutzt.

Kofman,R - Kogan,E

Kiew 1944

Schwarz hatte im Laufe der Eröffnung viel Zeit mit Manövern im Zentrum und am Damenflügel verplempert. Der König steht in der Mitte und wird scharf mit dem Durchbruch 16.f5! angegangen 16...gxf5 17.exf5 Sxf5 18.g4 Lxc3 19.bxc3 Lc6 20.Lxc6+ Dxc6 21.Lg5 Kd7 22.Dxf5!! Dies ermöglicht das Eindringen des Turms auf der 7. Reihe und schafft das schöne Motiv des kombinatorischen Abzugsschachs. 22...exf5 23.Te7+ Kd8 24.Txf7+ Ke8 25.Te7+ Kd8 26.Txb7+ Ke8 27.Te1+ Kf8 28.Lh6+ Kg8 29.Tg7+ Kf8 30.Tc7+ Kg8 31.Txc6 Txc6 32.Te7 Tc8 33.Txa7 d5 34.gxf5 d4 35.c4 Te8 36.Kf2 Td8 37.f6 Td6 38.Lg7 Td8 39.Te7 Ta8 40.Lxh8 Kxh8 41.f7 Ta2 42.Te8+ Kg7 43.f8D+ 1-0

Für den Durchbruch f5 benötigt Shredder 6 auf meinem Athlon 1 Ghz gerade einmal 4 Sekunden. In den Vorgänger-Versionen hatte Shredder in seltenen Fällen Probleme mit der Bewertung von entfernten Freibauern. Die neue Engine schätzt dieses wichtige positionelle Motiv viel besser ein.

16.e5!! Ein starkes Ablenkungsopfer, das Shredder 6 auf meinem Athlon 1 GHz bereits nach 23 Sekunden als den bestmöglichen Zug bewertet. Weiß schafft sich eine Bauernmehrheit am Damenflügel und in der Partiefolge des entscheidenden Freibauern. 16...dxe5 17.b5 Le8 18.c5 Sd7 19.Sd5 e6 20.Se7+ Kg7 21.c6 bxc6 22.bxc6 Sb6 23.c7 Ld7 24.Tfd1 La4 25.Td6 Kf6 26.Txb6 Kxe7 27.Tb7 Kf6 28.Tcb1 Lc6 29.Tb8 Tc8 30.Tc1 Taxb8 31.cxb8D Txb8 32.Txc6 Tb2 33.Lc4 h5 34.h4 g5 35.hxg5+ Kxg5 36.Kh2 Tb4 37.Lb3 a5 38.Ta6 Tb5 39.Ta7 Kf6 40.La4 1-0

Damit nicht der Eindruck entsteht, dass Shredder ausschließlich ein einseitiger Positionskünstler ist, noch ein Partiemoment aus einer klassischen Partie mit einem wunderschönen taktischen Einschlag:

Awerbach - Kotow

Zürich 1953

Kotow packte an dieser Stelle die Keule aus und verblüffte den konsternierten Gegner mit dem wunderschönen Damenopfer 30...Dxh3+!! Das finden die Top-Programme schnell, auch Shredder 6 braucht gerade einmal 1 Sekunde für den Schlüsselzug. Trotzdem ist der Zug ein wunderschönes Opfer, auch wenn er von der aktuellen Programmgeneration zum lapidaren Rechenexempel "degradiert" wird.

31.Kxh3 Th6+ 32.Kg4 Sf6+ 33.Kf5 Sd7 34.Tg5 Tf8+ 35.Kg4 Sf6+ 36.Kf5 Sg8+ 37.Kg4 Sf6+ 38.Kf5 Sxd5+ 39.Kg4 Sf6+ 40.Kf5 Sg8+ 41.Kg4 Sf6+ 42.Kf5 Sg8+ 43.Kg4 Lxg5 44.Kxg5 Tf7 45.Lh4 Tg6+ 46.Kh5 Tfg7 47.Lg5 Txg5+ 48.Kh4 Sf6 49.Sg3 Txg3 50.Dxd6 T3g6 51.Db8+ Tg8 0-1

Die neue Engine von Stefan Meyer-Kahlen beeindruckt vor allem durch das Lösungsverhalten in positionell geprägten Stellungen, mir persönlich gefällt in erster Linie der grundsolide, dabei druckvolle Spielstil des Programms. Die Stärke liegt eindeutig in der ausgeglichenen Behandlung aller Partiephasen, es fällt bei diesem Programm schwer, gravierende Schachstellen auszumachen.

Ein weiterer Pluspunkt aus meiner Sicht: die Engine ist in allen relevanten Parametern voll konfigurierbar und die benutzerdefinierten Einstellungen können gespeichert und zu einem späteren Zeitpunkt wieder geladen werden. Noch ein Wort zu der Shredder-Engine für die Fritz-Gui. Ich konnte in meinen Tests keine Unterschiede zwischen der UCI-Version von Shredder 6 unter dessen Original-Gui und der Engine für die mitgelieferte Fritz 7-Oberfläche ausmachen.

Der Anwender kann die Shredder 6-Engine ohne Performanceverluste und Leistungsunterschiede unter der Gui seiner Wahl einsetzen. Eine weitere Besonderheit: im Lieferumfang des Programms ist automatisch eine Version für Multi-Prozessor-Systeme enthalten. Wenn Sie das Programm z.B. auf einem Dualrechner einsetzen, erkennt die Engine automatisch die Anzahl der verfügbaren Prozessoren und stellt sich automatisch darauf ein. Auch dieses Merkmal wird sowohl unter der Fritz-Gui und der Shredder-Oberfläche unterstützt.

Fazit

Shredder 6 dürfte in der vorliegenden Fassung bei der Ausstattung, der Funktionalität und der Spielstärke kaum noch Wünsche offen lassen. Unter der Fritz 7-Gui steht dem Anwender die volle Funktionalität der neuen Fritz-Oberfläche inkl. Serveranbindung zur Verfügung. Alternativ kann der Anwender das Programm unter dem klassischen Shredder-Interface mit einem sorgfältig editierten Turnierbuch einsetzen.

ChessBase hat mit dieser Fassung des aktuellen WM-Programms ein sehr attraktives Weihnachtspaket geschnürt, das meiner Ansicht nach die Bedürfnisse der unterschiedlichsten Zielgruppen, egal ob Anfänger oder Profi, ideal abdeckt. Nach Angaben von ChessBase wird Shredder 6 nur 49,99 Euro kosten, was in Anbetracht des gebotenen Leistungsumfangs ein konkurrenzlos günstiges Angebot darstellt.

Nachschlag - Januar 2002

Shredder 6 unterstützt prinzipiell das nicht mehr im Handel erhältliche externe PC-Brett Smartboard der Firma Tasc aus Holland. Dabei ist zu beachten, dass der seinerzeit von Tasc entwickelte Treiber für das Brett nicht mehr unter den Windows-Versionen Win2000 und Win XP läuft. Reibungslos funktioniert die Anbindung nur unter den Windows-Versionen WIN 9x und Win ME.

Im Lieferumfang von Shredder 6 gibt es im Unterschied zum Vorgänger Shredder 5 nur eine neue UCI-Engine, nämlich die brandneue Shredder6-Engine. Falls Sie noch Shredder 5 besitzen und nun lieber das neue, komfortablere Interface von Shredder 6 einsetzen wollen, empfiehlt es sich, vor der Installation des "alten" Shredder 5 die UCI-Engines SOS, Nimzo 2000b und Shredder 5 in ein separates Verzeichnis auf der Festplatte zu kopieren. Ein Vorzug der UCI-Engines ´besteht darin, dass man sie aus einem beliebigen Verzeichnis heraus betreiben kann.

Dies bedeutet, das der Pfad zu einer UCI-Engine nicht starr vorgegeben ist und die Engine von einem beliebigen Verzeichnis aus einer frei wählbaren Partition betrieben werden kann. Es ist lediglich der Programmpfad anzugeben, was man unter Shredder 6 Extras / Engines mit dem Befehl Engine installieren erledigen kann. Im Fall von Shredder 5 sollten die Dateien "engine.exe", "s5eng.pr1", "s5eng.pr2" und "shredder.plr" mitkopiert werden. Vorteil dieser Lösung: Sie können diese Engines dann weiterhin unter dem neuen Shredder 6 oder alternativ unter Chess Assistant 6.1, das ebenfalls über eine Schnittstelle zum UCI-Protokoll verfügt, einsetzen.

Peter Schreiner

Der Serienweltmeister ist seit Jahren das mit Abstand erfolgreichste Schachprogramm der Welt. Sie können auch gegen "Shredder 6" spielen, die Partien sammeln, analysieren usw. Sie können auch "Fritz 7" gegen das Programm spielen lassen und über­zeugen sich, wer stärker ist. Das Pro­gramm wird mit unterschiedlichen GUI's geliefert: Zunächst findet der Käufer "Shredder 6" in der Fritz7-Oberfläche und separat als Shredder6-Benutzoberfläche.

Fernschach International 02/2002

SCHNÄPPCHEN!

Die Grandmasterbooks III sind nach der jüngsten Pressenkung auf 5,00 Euro für Besitzer des neuen Shredder 6 eine sehr günstige Alternative für denjenigen, der mit einem größeren Eröffnungsbuch liebäugelt, sich aber nicht zu den mehr als dreimal so teuren Powerbooks 2002 durchringen kann. Das zusammen mit einer großen Partiedatenbank auf zwei CD-ROMs ausgelieferte riesige Eröffnungsbuch ist unter der Shredder Classic Oberfläche nutzbar, die sich auf der Shredder 6-CD befindet.

Shredder 6