Artikelnummer
LXMUEMCDKEG
Autor
Magnus Carlsen - Die Kreativität eines Genies
194 Seiten, kartoniert, Beyer, 1. Auflage 2026
Bekanntlich gibt es im Schach viele Faustregeln und Denkschablonen, doch diesen blindlings zu folgen, ist nicht der Weg zum Erfolg. Die Richtigkeit dieser Aussage wird vom Stil des weltbesten Spielers Magnus Carlsen bestätigt, der sich unter anderem durch besondere Kreativität auszeichnet.
Dazu gehört, dass er nicht nur eine allgemeine Zweckdienlichkeit, sondern auch die Wirksamkeit eines möglichen Überraschungsmoments stets höher bewertet als blanke Prinzipientreue. Dieses Phänomen zeigt sich oft schon in der Eröffnung, wenn er seine Gegner mit seltenen oder verblüffenden ja bisweilen sogar mehr oder weniger provokanten Zügen konfrontiert und es zieht sich sodann durch alle Partiephasen.
In jedem der zehn Kapitel wird diese spezifische Herangehensweise genau beleuchtet, aber selbstverständlich werden nebenher all die jeweils gültigen Faustregeln besprochen, die ein Spieler ja zunächst einmal kennen muss, um auch ein Gespür für die häufig gegebenen Ausnahmen entwickeln zu können.
Die behandelten Themen reichen von Eröffnungsprinzipien über Rochadeangriff und Bauernformationen bis hin zu psychologischer Spielführung. Anhand verschiedener Beispiele wird demonstriert, was es heißt, das Risiko eines positionellen Qualitätsopfers nicht zu scheuen, Provokation zu einem effektiven Markenzeichen zu machen oder auch den Prozess des Lavierens als 'aktives Aussitzen' einzusetzen.
Abgerundet wird jedes Kapitel durch zahlreiche Aufgaben, die es dem Leser ermöglichen, zu jedem Thema den erzielten Lerneffekt zu testen und zu bewerten. Alle Partien sind mit praktischen QR-Codes versehen, damit sie auch problemlos am Smartphone nachgespielt und analysiert werden können.
Lassen Sie sich also von Magnus Carlsens Kreativität inspirieren und würzen Sie in Zukunft auch Ihre eigenen Partien mit dieser äußerst wirksamen Zutat!
Dazu gehört, dass er nicht nur eine allgemeine Zweckdienlichkeit, sondern auch die Wirksamkeit eines möglichen Überraschungsmoments stets höher bewertet als blanke Prinzipientreue. Dieses Phänomen zeigt sich oft schon in der Eröffnung, wenn er seine Gegner mit seltenen oder verblüffenden ja bisweilen sogar mehr oder weniger provokanten Zügen konfrontiert und es zieht sich sodann durch alle Partiephasen.
In jedem der zehn Kapitel wird diese spezifische Herangehensweise genau beleuchtet, aber selbstverständlich werden nebenher all die jeweils gültigen Faustregeln besprochen, die ein Spieler ja zunächst einmal kennen muss, um auch ein Gespür für die häufig gegebenen Ausnahmen entwickeln zu können.
Die behandelten Themen reichen von Eröffnungsprinzipien über Rochadeangriff und Bauernformationen bis hin zu psychologischer Spielführung. Anhand verschiedener Beispiele wird demonstriert, was es heißt, das Risiko eines positionellen Qualitätsopfers nicht zu scheuen, Provokation zu einem effektiven Markenzeichen zu machen oder auch den Prozess des Lavierens als 'aktives Aussitzen' einzusetzen.
Abgerundet wird jedes Kapitel durch zahlreiche Aufgaben, die es dem Leser ermöglichen, zu jedem Thema den erzielten Lerneffekt zu testen und zu bewerten. Alle Partien sind mit praktischen QR-Codes versehen, damit sie auch problemlos am Smartphone nachgespielt und analysiert werden können.
Lassen Sie sich also von Magnus Carlsens Kreativität inspirieren und würzen Sie in Zukunft auch Ihre eigenen Partien mit dieser äußerst wirksamen Zutat!
| EAN | 9783959202411 |
|---|---|
| Gewicht | 490 g |
| Hersteller | Beyer |
| Breite | 17 cm |
| Höhe | 24 cm |
| Medium | Buch |
| Erscheinungsjahr | 2026 |
| Autor | Karsten Müller |
| Sprache | Deutsch |
| Auflage | 1 |
| ISBN-13 | 978-3-95920-241-1 |
| Seiten | 194 |
| Einband | kartoniert |
| Name | Joachim Beyer Verlag e. K. |
|---|---|
| Adresse | Zur Wallfahrtskirche 5 Eltmann 97483 Deutschland |
| Internet | www.beyerverlag.de |
| info@beyerverlag.de |
008 Vorwort
009 Zeichenerklärung
010 Kapitel 1: Auf der Suche nach kreativen Eröffnungsideen
010 Teil 1: Gradlinige Eröffnungsbehandlung bringt Power
010 Einleitung: Vom Einfachen das Beste
013 6 beispielhafte Kurzpartien
021 Aufgaben
022 Lösungen der Aufgaben
024 Fazit Teil 1
028 Teil 2: Kreativität bei der Eröffnungswahl
029 Abschnitt A: Mit Sc3 (statt c3, d4) gegen Spanisch-Strukturen
031 Abschnitt B: Ein vollkommen neues Aufbaukonzept gegen Sizilianisch
033 Abschnitt C: Unterschätzte aber nicht ungefährliche Nebenvarianten
035 Abschnitt D: Tief angelegte Neuerungen in Hauptvarianten
039 Fazit Teil 2
041 Kapitel 2: Rochadeangriffe
041 Teil 1: Rochaden auf unterschiedliche Flügel
042 Abschnitt A: Der Bauernsturm
044 Abschnitt B: Springeropfer zwecks Linienöffnung
046 Abschnitt C: Im Stil von Mikhail Tal – nur mit etwas mehr Prophylaxe
049 Abschnitt D: Angriff auf die lange Rochade
051 Aufgaben
052 Lösungen der Aufgaben
054 Fazit Teil 1
055 Teil 2: Kurze Rochade auf beiden Seiten
056 Abschnitt A: Die ‘Angreifer/Verteidiger’-Bilanz
057 Abschnitt B: Beim Angriff möglichst die komplette Armee einsetzen
062 Abschnitt C: Der Abtausch von Verteidigern schwacher Felderkomplexe
063 Abschnitt D: Bauernsturm bei geschlossenem Zentrum
065 Aufgaben
068 Lösungen der Aufgaben
074 Fazit Teil 2
075 Kapitel 3: Bauernformationen
075 Teil 1: Das Najdorf-Zentrum mit Bauern auf d6 und e5
076 Abschnitt A: Manöver zwecks Nutzung der weißfeldrigen Schwächen
079 Abschnitt B: Die Transformation durch Sd5 gefolgt von Lxd5 exd5
083 Aufgaben
084 Lösungen der Aufgaben
085 Fazit Teil 1
086 Teil 2: Die adäquate Behandlung der ‘Karlsbader-Struktur’
087 Abschnitt A: Der Minoritätsangriff
089 Abschnitt B: Der Majoritätsangriff
092 Abschnitt C: Weißfeldriges Powerplay gegen geschwächte Struktur am Königsflügel
097 Aufgaben
098 Lösungen der Aufgaben
099 Fazit Teil 2
101 Kapitel 4: Psychologische Spielführung
101 Teil 1: Kalkuliertes Risiko am Beispiel Qualitätsopfer
102 Abschnitt A: Läuferpaar als Kompensation
105 Abschnitt B: Königsangriff mit Läufer gegen Turm
107 Abschnitt C: Kontrolle im Endspiel
109 Abschnitt D: Starker Zentrumsspringer
111 Aufgaben
112 Lösungen der Aufgaben
114 Fazit Teil 1
115 Teil 2: Provokation
115 Abschnitt A: König bleibt in der Eröffnung in der Mitte
118 Abschnitt B: Dem Gegner offene Linien überlassen
119 Abschnitt C: Dem Gegner einen starken Springervorposten überlassen
120 Abschnitt D: Schwächende Bauernzüge provozieren
121 Abschnitt E: Provokante Springerzüge in der Eröffnung
123 Abschnitt F: Inkaufnahme von Doppelbauern
124 Fazit Teil 2
125 Teil 3: Lavieren
127 Abschnitt A: Lavieren gegen Schwächen
128 Abschnitt B: Aus nichts etwas machen
136 Fazit Teil 3
137 Kapitel 5: Die schnelle Seite des Schachspiels
138 Zehn Aspekte von Carlsens Stil im Schnellschach
138 1. Überraschungen in der Eröffnung
143 2. Einfache Kombinationen
145 Aufgaben
146 Lösungen der Aufgaben
148 3. Herbeiführung ‘verschobener’ Materialkonstellationen
152 4. Qualitätsopfer
157 5. Provokation
161 6. Verlust des Verlustgespürs / Überschätzung
162 7. Comeback in schlechter Stellung
165 8. Überlegenheit in klassischen Endspielen
165 – Die kritische Länge von Stoppdiagonalen
166 – Zwei tiefgründige Turmendspiele
168 – Botwinniks Faustregel für Springerendspiele
170 – Wechselseitiger Zugzwang
171 – Die Tücken der Vancura Verteidigung
172 – Damenendspiele
173 – Der richtige Königsweg
175 9. Meister der Endspielprinzipien
175 Abschnitt A: Ungleichfarbige Läufer begünstigen den Angreifer
177 Abschnitt B: Königsaktivierung
181 10. Die Kunst des Mattnetzknüpfens
185 Aufgaben
188 Lösungen der Aufgaben
191 Quellenverzeichnis
192 Über den Autor
009 Zeichenerklärung
010 Kapitel 1: Auf der Suche nach kreativen Eröffnungsideen
010 Teil 1: Gradlinige Eröffnungsbehandlung bringt Power
010 Einleitung: Vom Einfachen das Beste
013 6 beispielhafte Kurzpartien
021 Aufgaben
022 Lösungen der Aufgaben
024 Fazit Teil 1
028 Teil 2: Kreativität bei der Eröffnungswahl
029 Abschnitt A: Mit Sc3 (statt c3, d4) gegen Spanisch-Strukturen
031 Abschnitt B: Ein vollkommen neues Aufbaukonzept gegen Sizilianisch
033 Abschnitt C: Unterschätzte aber nicht ungefährliche Nebenvarianten
035 Abschnitt D: Tief angelegte Neuerungen in Hauptvarianten
039 Fazit Teil 2
041 Kapitel 2: Rochadeangriffe
041 Teil 1: Rochaden auf unterschiedliche Flügel
042 Abschnitt A: Der Bauernsturm
044 Abschnitt B: Springeropfer zwecks Linienöffnung
046 Abschnitt C: Im Stil von Mikhail Tal – nur mit etwas mehr Prophylaxe
049 Abschnitt D: Angriff auf die lange Rochade
051 Aufgaben
052 Lösungen der Aufgaben
054 Fazit Teil 1
055 Teil 2: Kurze Rochade auf beiden Seiten
056 Abschnitt A: Die ‘Angreifer/Verteidiger’-Bilanz
057 Abschnitt B: Beim Angriff möglichst die komplette Armee einsetzen
062 Abschnitt C: Der Abtausch von Verteidigern schwacher Felderkomplexe
063 Abschnitt D: Bauernsturm bei geschlossenem Zentrum
065 Aufgaben
068 Lösungen der Aufgaben
074 Fazit Teil 2
075 Kapitel 3: Bauernformationen
075 Teil 1: Das Najdorf-Zentrum mit Bauern auf d6 und e5
076 Abschnitt A: Manöver zwecks Nutzung der weißfeldrigen Schwächen
079 Abschnitt B: Die Transformation durch Sd5 gefolgt von Lxd5 exd5
083 Aufgaben
084 Lösungen der Aufgaben
085 Fazit Teil 1
086 Teil 2: Die adäquate Behandlung der ‘Karlsbader-Struktur’
087 Abschnitt A: Der Minoritätsangriff
089 Abschnitt B: Der Majoritätsangriff
092 Abschnitt C: Weißfeldriges Powerplay gegen geschwächte Struktur am Königsflügel
097 Aufgaben
098 Lösungen der Aufgaben
099 Fazit Teil 2
101 Kapitel 4: Psychologische Spielführung
101 Teil 1: Kalkuliertes Risiko am Beispiel Qualitätsopfer
102 Abschnitt A: Läuferpaar als Kompensation
105 Abschnitt B: Königsangriff mit Läufer gegen Turm
107 Abschnitt C: Kontrolle im Endspiel
109 Abschnitt D: Starker Zentrumsspringer
111 Aufgaben
112 Lösungen der Aufgaben
114 Fazit Teil 1
115 Teil 2: Provokation
115 Abschnitt A: König bleibt in der Eröffnung in der Mitte
118 Abschnitt B: Dem Gegner offene Linien überlassen
119 Abschnitt C: Dem Gegner einen starken Springervorposten überlassen
120 Abschnitt D: Schwächende Bauernzüge provozieren
121 Abschnitt E: Provokante Springerzüge in der Eröffnung
123 Abschnitt F: Inkaufnahme von Doppelbauern
124 Fazit Teil 2
125 Teil 3: Lavieren
127 Abschnitt A: Lavieren gegen Schwächen
128 Abschnitt B: Aus nichts etwas machen
136 Fazit Teil 3
137 Kapitel 5: Die schnelle Seite des Schachspiels
138 Zehn Aspekte von Carlsens Stil im Schnellschach
138 1. Überraschungen in der Eröffnung
143 2. Einfache Kombinationen
145 Aufgaben
146 Lösungen der Aufgaben
148 3. Herbeiführung ‘verschobener’ Materialkonstellationen
152 4. Qualitätsopfer
157 5. Provokation
161 6. Verlust des Verlustgespürs / Überschätzung
162 7. Comeback in schlechter Stellung
165 8. Überlegenheit in klassischen Endspielen
165 – Die kritische Länge von Stoppdiagonalen
166 – Zwei tiefgründige Turmendspiele
168 – Botwinniks Faustregel für Springerendspiele
170 – Wechselseitiger Zugzwang
171 – Die Tücken der Vancura Verteidigung
172 – Damenendspiele
173 – Der richtige Königsweg
175 9. Meister der Endspielprinzipien
175 Abschnitt A: Ungleichfarbige Läufer begünstigen den Angreifer
177 Abschnitt B: Königsaktivierung
181 10. Die Kunst des Mattnetzknüpfens
185 Aufgaben
188 Lösungen der Aufgaben
191 Quellenverzeichnis
192 Über den Autor
Mit seinem jüngsten Werk setzt sich Karsten Müller vornehmlich damit auseinander, wie Magnus Carlsen die bekannten Faustregeln zur Spielführung behandelt, sie also kreativ anwendet oder auch ebenso kreativ von ihnen abweicht. Daneben beleuchtet er seine Kreativität unter dem Aspekt der psychologischen Spielführung als auch unter den Besonderheiten des Schnellschachs. Dabei ist das Werk weniger eine Hommage an den ehemaligen Weltmeister als ein hochqualifiziertes Lehrbuch.
Müller hat sein Werk in 5 Kapitel gegliedert. Im Kapitel 1 geht es um kreative Eröffnungsideen, im Kapitel 2 um Rochadeangriffe und Kapitel 3 um Bauernformationen. Die beiden übrigen Kapitel behandeln die oben schon genannten weiteren Schwerpunkte.
Anhand von Beispielen aus Carlsens Praxis geht Müller strukturiert und analytisch den thematischen Aspekten nach. Seine Ergebnisse bietet er ausführlich und sehr gut aufbereitet dem Leser an, so dass er diesen regelrecht anleitet. Ein Beispiel dazu: Gleich zum ersten Beispiel stellt er in einem Fazit die Punkte zusammen, warum Schwarz verloren, und auch, warum Weiß gewonnen hat. Und gleich noch ein zweites, für mich imposantes Beispiel: In einem Folgefazit mit der Überschrift „Überprüfe den Lerneffekt“ stellt er Faktoren zusammen, aus denen „passionierte Vereinsspieler Rückschlüsse für das eigene Spiel ziehen können“. Er zeigt dabei dem Leser sehr ausführlich auf, wie er seinen Blick auf das Figurenspiel, die Bauernführung, Wendepunkte in einer Partie etc. richten kann. Er klärt auf, welche Fragestellungen hilfreich sind, gibt Trainingstipps und mehr.
Der Umgang mit diesem Werk macht Spaß. Ein Grund hierfür ist auch der unterhaltsame, der erfrischende Schreibstil. Müller doziert nicht, sondern er erläutert, erzählt, zieht den Leser in seinen Bann und nimmt ihn mit. Wie kann man es dem Leser erinnerlich machen, dass an einem Königsangriff möglichst alle potenziellen Angreifer eingesetzt werden sollten? Sein Erinnerungssprüchlein: „Erst mit der Mahlzeit beginnen, wenn alle am Tisch sitzen!“
Dem Lernen wie auch der Unterhaltung dienen die zahlreichen, an den Leser gerichteten Aufgaben. Bei seinen Lösungsversuchen kann der Leser seine eigene Kreativität unter Beweis stellen. Thematisch über die Buchinhalte verteilt werden die jeweiligen Ausgangsstellungen der Übungen mit einem Diagramm vorgegeben. Unter diesem befindet sich die Beschreibung der Aufgabe selbst. Die ausführlichen Lösungen hat Müller jeweils gleich im Anschluss an eine Aufgabengruppe abgebildet.
Die einzelnen Partiebeispiele sind mit einem QR-Code versehen, den der Leser einscannen kann, um sie online z.B. mit seinem Smartphone nachzuspielen.
Einen Punkt möchte ich noch zum Kapitel 4, Psychologische Spielführung, und darin dem Teil 3, Lavieren, ansprechen. Wir kennen den Begriff schon aus den Arbeiten von Aaron Nimzowitsch. Müller erweitert die ursprünglichen Ideen um weitere Faustregeln, z.B. „den Gegner müde spielen“ und solche zum bewussten Einstreuen von Leerzügen.
Fazit: „Magnus Carlsen – Die Kreativität eines Genies“ ist ein ausgezeichnetes Werk, das den Leser am kreativen Schaffen des früheren Weltmeisters Magnus Carlsen lernen lässt. Für mich ist es eine klare Kaufempfehlung für den Leser ab dem Level des versierten Klubspielers.
Uwe Bekemann
Mai 2026
Müller hat sein Werk in 5 Kapitel gegliedert. Im Kapitel 1 geht es um kreative Eröffnungsideen, im Kapitel 2 um Rochadeangriffe und Kapitel 3 um Bauernformationen. Die beiden übrigen Kapitel behandeln die oben schon genannten weiteren Schwerpunkte.
Anhand von Beispielen aus Carlsens Praxis geht Müller strukturiert und analytisch den thematischen Aspekten nach. Seine Ergebnisse bietet er ausführlich und sehr gut aufbereitet dem Leser an, so dass er diesen regelrecht anleitet. Ein Beispiel dazu: Gleich zum ersten Beispiel stellt er in einem Fazit die Punkte zusammen, warum Schwarz verloren, und auch, warum Weiß gewonnen hat. Und gleich noch ein zweites, für mich imposantes Beispiel: In einem Folgefazit mit der Überschrift „Überprüfe den Lerneffekt“ stellt er Faktoren zusammen, aus denen „passionierte Vereinsspieler Rückschlüsse für das eigene Spiel ziehen können“. Er zeigt dabei dem Leser sehr ausführlich auf, wie er seinen Blick auf das Figurenspiel, die Bauernführung, Wendepunkte in einer Partie etc. richten kann. Er klärt auf, welche Fragestellungen hilfreich sind, gibt Trainingstipps und mehr.
Der Umgang mit diesem Werk macht Spaß. Ein Grund hierfür ist auch der unterhaltsame, der erfrischende Schreibstil. Müller doziert nicht, sondern er erläutert, erzählt, zieht den Leser in seinen Bann und nimmt ihn mit. Wie kann man es dem Leser erinnerlich machen, dass an einem Königsangriff möglichst alle potenziellen Angreifer eingesetzt werden sollten? Sein Erinnerungssprüchlein: „Erst mit der Mahlzeit beginnen, wenn alle am Tisch sitzen!“
Dem Lernen wie auch der Unterhaltung dienen die zahlreichen, an den Leser gerichteten Aufgaben. Bei seinen Lösungsversuchen kann der Leser seine eigene Kreativität unter Beweis stellen. Thematisch über die Buchinhalte verteilt werden die jeweiligen Ausgangsstellungen der Übungen mit einem Diagramm vorgegeben. Unter diesem befindet sich die Beschreibung der Aufgabe selbst. Die ausführlichen Lösungen hat Müller jeweils gleich im Anschluss an eine Aufgabengruppe abgebildet.
Die einzelnen Partiebeispiele sind mit einem QR-Code versehen, den der Leser einscannen kann, um sie online z.B. mit seinem Smartphone nachzuspielen.
Einen Punkt möchte ich noch zum Kapitel 4, Psychologische Spielführung, und darin dem Teil 3, Lavieren, ansprechen. Wir kennen den Begriff schon aus den Arbeiten von Aaron Nimzowitsch. Müller erweitert die ursprünglichen Ideen um weitere Faustregeln, z.B. „den Gegner müde spielen“ und solche zum bewussten Einstreuen von Leerzügen.
Fazit: „Magnus Carlsen – Die Kreativität eines Genies“ ist ein ausgezeichnetes Werk, das den Leser am kreativen Schaffen des früheren Weltmeisters Magnus Carlsen lernen lässt. Für mich ist es eine klare Kaufempfehlung für den Leser ab dem Level des versierten Klubspielers.
Uwe Bekemann
Mai 2026
Mehr von Beyer
-
Karsten Müller - Attack24,80 € -
Karsten Müller - Endspielzauber29,80 € -
Karpov' s Schachschule14,80 € -
Karsten Müller - Endgame Magic29,80 € -
Karsten Müller - Angriff24,80 € - Mehr von Beyer

