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LXKASMGV5

Meine großen Vorkämpfer Band 5

Petrosjan, Spasski

303 Seiten, gebunden, Olms, 1. Auflage 2006

29,95 €
Inkl. 5% MwSt., zzgl. Versandkosten

* Über ein Jahrzehnt lang hat sich Garry Kasparow, der 13.Weltmeister der Schachgeschichte, intensiv mit seinen Vorgängern befasst.Er trug Informa­tionen und Anekdoten zusammen und analysierte Hunderte ihrer bemerkens­wertesten Partien neu. Entstanden ist das fünfbändige Jahrhundertwerk "Meine großen Vorkämpfer", das für die Einordnung der ersten zwölf Welt­meister, von Wilhelm Steinitz bis Anatoli Karpow, neue schachhistorische Standards setzt.

* Kasparow ist fast ohne Unterbrechung seit über zwölf Jahren die Nummer eins der Welt. Wie jeder Weltmeister hat er die Schachtheorie und die Moden seiner Zeit geprägt. Doch Kasparow war der erste, der Computer einsetzen konnte, um Analysen zu überprüfen.Seine Partiekommentare werfen auch deshalb ein neues Licht auf die Stärken und Schwächen seiner Vorgänger.

* Alle sieben Bände von Garry Kasparows "Meine großen Vorkämpfer" enthalten neben den analysierten Partien Foto­grafien und Biographien der Weltmei­ster, sowie Illustrationen und Zeitdoku­mente, die es erlauben, die Verknüp­fung von allgemeiner Geschichte mit der Entwicklungsgeschichte des Schachs besser zu verstehen. Dabei hilft, daß Kasparow nicht nur auf die Weltmeister eingeht, sondern ebenso tiefschürfend auf andere große Spieler der jeweiligen Periode.

Deutsche Bearbeitung von Astrid Hager und Raymund Stolze. 5 Bände. Je Band ca. 250 Seiten mit zahlreichen Diagrammen und Fotos. Feste Einbände mit extra starken Deckeln im Format 17x 24 cm. Dazu eine CD-ROM (im ChessBase Format) mit allen Partien der jeweiligen Weltmeister.

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"Am Schnittpunkt der Epochen (Vorwort)

Der vorliegende Band ist dem Leben und den Partien zweier Schachkönige der 60-er und 70-er Jahre des letzten Jahrhunderts gewidmet: Tigran Petrosjan und Boris Spasski sowie ihren herausragenden Gegnern Svetozar Gligoric, Lew Polugajewski, Lajos Por­tisch und Leonid Stein.

In meiner Einführung "Die Dramen der Schach­könige" zu den Bänden 3 und 4 schrieb ich, dass jeder fünfte Weltmeister eine wahrhafte Revolution im Schach ausgelöst hat: Steinitz (1.) - Botwinnik (6.) - Fischer (11.). Steinitz begründete die Schule des Positionsspiels. Botwinnik entwickelte ein System der Wett­kampfvorbereitung und scharfe Eröffnungs­aufstellungen, in denen Schwarz unter Igno­rierung klassischer Regeln sofort das positionelle Gleichgewicht stört und um die Initiative kämpft. Mit den nächsten vier Champions - Smyslow, Tal, Petrosjan und Spasski - entwi­ckelte sich die Theorie des Schachspiels entlang der Linien der Botwinnik-Ära, die sich dadurch bis in die späten 60-er Jahre fort­setzte. In den frühen 70-er Jahren tat Fischer den nächsten revolutionären Sprung, indem er im wesentlichen den Grundstein für das heutige professionelle Schach legte.

Nominell endete die Botwinnik'sche Ära 1963, als der langjährige Weltmeister sein Match gegen Petrosjan verlor und aus dem weiteren Kampf um die Schachkrone ausschied. Bald danach schrieb Botwinnik in Chess World (21 1964):

"Es scheint mir, dass im Schach die Zeit der Genies vorbei ist. Morphy, Steinitz, Lasker, Capablanca und Aljechin waren zu ihrer Zeit den Zeitgenossen deutlich voraus, insbeson­dere vom Talent her. Heutzutage kann man mit Talent allein nicht existieren: erforderlich sind auch Gesundheit, ein stark ausgeprägter kämpferischer Charakter und schließlich eine spezielle Vorbereitung. Vor einigen Jahrzehn­ten fand die natürliche Selektion des stärksten Spielers innerhalb eines vergleichsweise kleinen Zirkels von Leuten statt. Es gab nicht viele Spieler dieser Kategorie - und ihre Namen waren jedermann bekannt. Jetzt aber ist die Basis des Schachs so breit, dass es viele sehr starke Spieler gibt. Zur Zeit herrscht auf dem Schacholymp ein regelrechtes Gewimmel. Ein gutes Dutzend Großmeister stechen durch ihr auffallendes Talent, ihre beneidenswerte Ge­sundheit, einen kämpferischen Charakter und eine tiefe spezifische Vorbereitung hervor. Die Bedeutung dieser spezifischen Vorbereitung muss besonders betont werden: Manchmal ist sie intuitiv, ein anderes Mal besteht sie darin, den Einfluss der gegnerischen Präparationen auf ein Minimum zu reduzieren - eine Qualität, die insbesondere für den neuen Weltmeister typisch ist. Es kann gesagt werden, dass bei der Herausbildung eines modernen starken Schachspielers das Talent nicht mehr der entscheidende Faktor ist:"

Man spürt, dass Botwinniks Wunden nach seiner schweren Matchniederlage 1963 noch nicht verheilt waren. In Wirklichkeit hatte er natürlich erkannt, dass er einem großen Schachspieler unterlegen war.

Drei Jahre später fragte er Spasski, der gerade einen Wettkampf gegen Petrosjan verloren hatte: "Boris Wassiljewitsch, waren Sie im Stande, seine Züge zu erraten?" "Nein, nicht immer", erwiderte Spasski.

"Ich war ebenfalls nicht fähig, sie zu erraten", gab Botwinnik darauf zu. Aus seinem Munde war dies das höchste Lob für seinen Gegner!

Streitbar ist auch seine These, dass es auf dem Schacholymp ein Gewimmel gäbe. Heute ist die Masse an Schachspielern an der Basis sogar noch größer als vor vierzig Jahren und es gibt noch mehr Großmeister der Spitzen­klasse. Aber die Proportionen zwischen den starken und sehr starken Spielern haben sich nicht verändert; die Zahl der realen Anwärter auf die Weltmeisterschaft ist immer noch extrem begrenzt.

In Botwinniks Einschätzung gibt es jedoch eine historische Wahrheit: Die Namen der vergangenen Weltmeister waren immer von einem Heiligenschein umgeben. Aber das AVRO-Turnier von 1938, wo Capablanca, Aljechin und Euwe den Weg für die Jungen frei machten, bedeutete jedoch das Ende der heroischen Ära der Schachtitanen. Dennoch gelang es Botwinnik dank seiner legendären Siege in den 40-er Jahren, diese Phase zu verlängern. Nicht ohne Grund wurde er der "Patriarch der Sowjetischen Schachschule" genannt. Smyslow wurde zu Recht als sein großer Gegenspieler angesehen und Tal als ein grell leuchtender Stern am Firmament, ein Meteor, ein zweiter Morphy.

Und plötzlich tauchten Petrosjan und Spasski auf dem Gipfel auf. Sie schienen gewöhnliche, unheroische Champions zu sein. Aber ein detailliertes Studium ihrer Partien zeigt die enorme Bandbreite des Talentes dieser bei­den Schachkönige. Die Zeit, in der sie den Thron inne hatten, war eine wichtige Phase in der Akkumulation des Wissens. Es war eine Art Konsolidierungsperiode, in der die Grund­lage des modernen Schachs gebildet wurde. In jenen Jahren erschien der Schachinforma­tor, neue Eröffnungssysteme erblickten das Licht der Welt, die Konzepte vieler Mittel­spielstellungen wurden vertieft, althergebrachte Dogmen über den Haufen geworfen (bei­spielsweise änderte sich das Herangehen an Stellungen mit einem isolierten Bauern).

Das zweite Match Petrosjan-Spasski (1969) kündigte bereits den Beginn einer neuen Ära an, die mit dem Eintreffen von Fischer einsetz­te. Aber dies ist das Thema des nächsten Bandes.

Mein Dank geht an Großmeister Wladimir Below sowie an die verdienten Trainer der UdSSR Alexander Nikitin und Mark Dworetski für ihre Hilfe bei der Vorbereitung des vorlie­genden Bandes zur Publikation."

Garri Kasparow

Weitere Informationen
Gewicht 900 g
Hersteller Olms
Breite 17,5 cm
Höhe 24,5 cm
Medium Buch, CD
Erscheinungsjahr 2006
Autor Garri Kasparow
Sprache Deutsch
Auflage 1
ISBN-10 3283004749
ISBN-13 9783283004743
Seiten 303
Einband gebunden

007 Am Schnittpunkt der Epochen (Vorwort)

009 Tigran der Neunte

010 Nicht nur ein Verteidiger

014 Das Lieblingsopfer

023 Die Wunder der Prophylaxe

033 Die Saga von Svetozar

048 Der bescheidene Zug des Bäuerleins

053 Wie ist Botwinnik zu überwinden?

062 Der Fehler des Herausforderers

075 Der Löwe zeigt seine Krallen

100 Der Tiger erwacht

113 Der "ungarische" Botwinnik

150 Petrosjans Lektionen

161 Der finale Akkord

165 Boris der Zehnte

166 Die Rigaer Katastrophe

181 In seinem Element

200 Ein verglühender Stern

243 Die Hand Bondarewskis

254 Der Sturm auf den Olymp

267 Der erste Oscar-Gewinner

275"Vorwärts, Kasimiritsch!"

288 Spasskis Lektionen

302 Partien- und Eröffnungsregister

303 Zeichenerklärungen

Garri Kasparows englischsprachige Buchreihe über die bisherigen Schachweltmeister erscheint dank Edition Olms mit einer kleinen zeitli­chen Verzögerung immer auch in Deutsch. Da die Verteilung des Stof­fes auf die einzelnen Bände von den englischen Ausgaben abweicht, wer­fen wir einen kurzen Blick zurück: Band 1 Steinitz und Lasker (Besprechung im Schach Markt Nr. 1/2004), Band 2 Capablanca, Aljechin und Euwe (Nr. 3/2004), Band 3 Botwinnik (Nr. 2/2005), Band 4 Smyslow und Tal (Nr. 4/2005).

Der jetzt neu erschienene Band 5 ist Tigran Petrosjan und Boris Spasski gewidmet. Er entspricht übrigens ge­nau Band 3 der englischen Serie. Das Buch enthält 85 hervorragend kom­mentierte Partien. Außer den genann­ten Weltmeistern wird auch das Schaffen ihrer größten Rivalen Gligoric, Polugajewsky, Portisch und Stein anhand ihrer besten Leistungen gewürdigt.

Der Leser wird nicht nur durch die Partien gefesselt, sondern auch durch die packende Schilderung der damali­gen Ereignisse. Wir empfehlen dieses ausgezeichnete Lehr- und Lesebuch allen Schachfreunden und weisen noch darauf hin, dass dem Buch eine CD mit allen Turnierpartien von Petrosjan und Spasski beiliegt. Ein sehr schönes Extra von Edition Olms.

Schach Markt 3/2006