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ALMHAAMMDLAB2

Mittelspiel mit dem Läufer auf dem Feld b2

Antiquariat
Eigenschaften

64 Seiten, geheftet, Rochade Europa, 1996

4,00 €
Inkl. 7% MwSt., zzgl. Versandkosten

Vorwort:

Schach, eines der geistreichsten Spiele, bezeichnen die FIDE-Sta­tuten als eine Verbindung von Sport, wissenschaftlichem Denken und künstlerischen Elementen. Schon immer war man bemüht, das Wesen des Schachspiels näher zu definieren. Erstmals hat der US-Staatsmann und Schrift­steller Benjamin Franklin (1706-1790) auf die im Schachspiel ver­borgenen moralischen Kräfte auf­merksam gemacht. In seiner 1779 erschienenen Schrift "The Moral of Chess" wurde deutlich aufge­zeigt, daß Schach mehr ist als ein Spiel. Das klingt durchaus plausi­bel, wenn man aus Franklins Schrift einige Vokabeln nominiert: Weitblick, Umsicht, Vorsicht, Mäßigung, Kaltblütigkeit, Vernunft, Bescheidenheit, Ausdauer, Hoff­nung, Beharrlichkeit. Schon da­mals bezeichnete man Schach als eine Schule der Lebensweisheit, als eine Suche nach Wahrheit und Vollkommenheit. Wie Musiker, so haben auch Schachspieler ein spezifisches Gedächtnis und be­sitzen oft eine üppige Phantasie. Schach ist also das Leben selbst, angereichert mit vielen psycho-philosophischen Komponenten. Ungeachtet der vielen positiven Eigenschaften des "Spiels der tau­send Freuden" sollte jeder Schachsportler für einen Aus­gleich sorgen, denn wer nur für das Schach lebt, hat einen engen Horizont. Schach und Leben müs­sen einen Kreis bilden. Auch ist immer wieder Ausschau zu halten nach neuen Perspektiven. Ich sel­ber denke immer wieder über Wege nach, wie sich in prakti­scher Hinsicht etwas verbessern läßt. So haben Untersuchungen von mir ergeben, daß in vielen Eröffnungen von den weißen Fi­guren eine weniger leistet als die anderen. Es ist der Läufer c1, der auf der Schrägen c1-h6 nicht be­sonders stark steht und oft schnell abgetauscht wird.

Auf dem Feld b2 steht der Läufer ausgezeichnet, er gibt dort dem ganzen Angriff die Richtung. Wohlgeborgen steht der Lb2 inner­halb der eigenen Reihen - fast un­angreifbar. Der einzige Widersa­cher kann ein sL auf g7 sein. Kommt es zu einem Abtausch, dann entstehen auf den Feldern f6,g7,h6 "Löcher" in der Rochade­stellung mit weißem Vorteil. Jeder Schachspieler weiß, daß ein Läu­fer seine höchste Wirksamkeit im Zentrum des Brettes erreicht, wo er 13 Felder beherrscht und sich seine Wirkungsstrahlen nach vier Richtungen ausdehnen. Am Bret­trand dagegen beherrscht der Läufer nur sieben Felder. Beson­ders im Endspiel gibt die größere Terrainbeherrschung des Läufers manchmal den Ausschlag. Im Mit­telspiel jedoch, wo das Zentrum oft durch eigene und gegnerische Steine verstopft ist, kommt es we­niger auf die Zahl der Felder an. Ohne Kräfteverzettelung sollte sich deshalb der Läufer auf eine wichtige Diagonale konzentrieren. Fazit: Idealstandpunkt des weißen Damenläufers ist das Feld b2. Anhand von 170 Beispielen wird gezeigt, wie der Läufer von b2 aus wirken kann. In einigen Partien ist der Lb2 unmittelbar am Mattan­griff beteiligt. In anderen Partien kontrolliert der Läufer die große Diegonale und wirkt so lähmend auf das schwarze Spiel. Immer wieder bietet sich dem Lb2 die Möglichkeit, auf f6 den schwarzen Springer zu schlagen, wobei dort zum Vorteil von Weiß nach gxf6 ein Doppelbauer entsteht. Von Bedeutung ist auch zuweilen, daß der Lb2 im Mittelspiel dem Ab­tausch entzogen wird und im End­spiel zur Verfügung steht. Die große Diegonale a1-h8 bietet dem Lb2 eine Elastizität, eine Vielfalt von Möglichkeiten, wie sie auf der Schrägen c1-h6 nie zustande kommen kann. Falls zusätzlich der andere Läufer die Diagonale b1 -h7 beherrscht, dann ist die ver­einigte Kraft der beiden Läufer fast unwiderstehlich. Erstmals wurde das in der am 26.08.1889 in Amsterdam gespielten Partie Emanuel Lasker - J.H. Bauer de­monstriert.

Es geht nun darum, die Beispiele immer wieder zu studieren und zu beobachten, wie der Läufer auf der Diagonale a1-h8 wirkt, insbe­sondere in Verbindung mit ande­ren Figuren gegen den schwarzen Königsflügel drückt. Diese ins Un­terbewußtsein aufgenommenen instruktiven Bilder sorgen in der Turnierpartie nicht nur für schnel­lere Reaktionen, sie sparen auch Kraft und Bedenkzeit. Solche Re­aktionsbeschleuniger nennt der Chemiker Katalysatoren.

Walter K.F. Haas

VS-Villingen, im Oktober 1996

Weitere Informationen
Gewicht 72 g
Hersteller Rochade Europa
Breite 14,6 cm
Höhe 20,7 cm
Medium Buch
Erscheinungsjahr 1996
Autor Walter F.K. Haas
Seiten 64
Einband geheftet
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