Artikelnummer
ALOSCIOUE53
Autor
Orang-Utan-Eröffnung
1.b2-b4 / antiquarisch
Eigenschaften
148 Seiten, gebunden, Sportverlag, 1. Auflage 1953
Der Doppelschritt des Damenspringerbauern wurde bisher von der Theorie wenig beachtet. Einige mutige Schachspieler haben zwar seit dem Ende des vorigen Jahrhunderts als ersten Zug 1. b2-b4 gespielt und haben z. T. auch Erfolge errungen, aber das tiefere Eindringen in die Stellungen der Schachbilder, die sich aus diesem Entwicklungssystem ergaben, wurde ihnen versagt, da eine zusammenfassende Darstellung bis jetzt fehlte.
Die Grundidee dieser Eröffnung ist einfach zu erklären: mit dem Doppelschritt des b-Bauern wird zunächst das schwarze Zentrum unterminiert (Druck auf das Feld c5), aber gleichzeitig droht der b-Bauer im geeigneten Moment vorzugehen, um Druck auf das natürliche Springerfeld c6 auszuüben. Man spricht auch von einem erweiterten Fianchetto, da der weiße Läufer auf b2 zu stehen kommen und die große Diagonale kontrollieren soll. Mit f2-f4 kann eine weitere vorläufige Unterminierung des schwarzen Zentrums eingeleitet werden, während es dem weißen c-Bauern in den meisten Fällen vorbehalten bleibt, das schwarze Zentrum direkt zu beunruhigen. Die beiden weißen Zentrumsbauern d2 und e2 werden in vielen Fällen zurückgehalten, und die Bewegung dieser beiden unterstreicht in der Mehrzahl die elastische weiße Stellung. Der e-Bauer geht meistens vorerst nur bis e3 vor, während der d-Bauer vielfach erst im späten Entwicklungsstadium gezogen wird, da er vornehmlich fremde Figuren von dem Felde e4 fernhalten soll. Aber wenn die beiden Zentrumsbauern mal direkt zum Vorstoß des Doppelschrittes kommen, so steht Weiß meistens schon ausgezeichnet. Wenn dann noch der g-Bauer zu stürmen beginnt, dann ist die weiße Stellung meistens schon überlegen.
Wie man also sieht, handelt es sich hier um einen ausgesprochenen Zentrumskampf ersten Ranges, und Weiß sucht damit die bisherige theoretische Erkenntnis zu bekräftigen, die besagt: "Wer im Zentrum besser steht, steht besser"!
Weiß versucht seine Figuren möglichst hinter die eigenen Bauern zu postieren, also etwa so: Lb2-Sd2-Le2-Sf3, und es kann nichts mehr passieren.
Von seiten des Schwarzen sind zwar bisher auch schon brauchbare Verteidigungsstellungen gefunden worden, aber direkte Widerlegungen bis heute noch nicht. Und so erklärt sich auch der Alarmruf einer westdeutschen Schachzeitschrift über diese Eröffnung: "Der Schrecken der Turnierspieler in der DDR".
"Was spiele ich bloß gegen Orang-Utan?" und ähnliche, hört man in den Turniersälen, wenn dort mal ein Hecht im Karpfenteich auftaucht und mutig 1. b2-b4 spielt.Dieses Eröffnungssystem bedeutet jetzt schon eine kleine Umwälzung im Eröffnungs-Repertoir der Schachspieler und kann von jedem angewendet werden, wenn er sich den Grundsatz zu eigen macht: "Dem mutigen Schachsportler gehört die Schachwelt!"
| Gewicht | 200 g |
|---|---|
| Hersteller | Sportverlag |
| Breite | 13,2 cm |
| Höhe | 19,5 cm |
| Medium | Buch |
| Erscheinungsjahr | 1953 |
| Autor | Leonhard Schiffler |
| Sprache | Deutsch |
| Auflage | 1 |
| Seiten | 148 |
| Einband | gebunden |
| Name | Sportverlag |
|---|---|
| Adresse | Berlin Deutschland |
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