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Side-Stepping Mainline Theory

272 Seiten, kartoniert, New in Chess, 1. Auflage 2019

22,52 €
Inkl. 5% MwSt., zzgl. Versandkosten

Spend more study time on what’s really decisive in your games!

The average chess player spends too much time on studying opening theory. In his day, World Chess Champion Emanuel Lasker argued that improving amateurs should spend about 5% of their study time on openings. These days club players are probably closer to 80%, often focusing on opening lines that are popular among grandmasters.

Club players shouldn’t slavishly copy the choices of grandmasters. GMs need to squeeze every drop of advantage from the opening and therefore play highly complex lines that require large amounts of memorization. The main objective for club players should be to emerge from the opening with a reasonable position, from which you can simply play chess and pit your own tactical and positional understanding against that of your opponent.

Gerard Welling and Steve Giddins recommend the Old Indian-Hanham Philidor set-up as a basis for both Black and White. They provide ideas and strategies that can be learned in the shortest possible time, require the bare minimum of maintenance and updating, and lead to rock-solid positions that you will know how to handle. By adopting a similar set-up for both colours, with similar plans and techniques, you will further reduce study time.

Side-stepping Mainline Theory will help you to focus on what is really decisive in the vast majority of non-grandmaster games: tactics, positional understanding and endgame technique.

Gerard Welling is an International Master and an experienced chess trainer from the Netherlands. He has contributed to NIC Yearbook and Kaissiber, the freethinker's magazine on non-mainline chess openings.

Steve Giddins is a FIDE Master from England, and a highly experienced chess writer and journalist. He compiled and edited The New In Chess Book of Chess Improvement, the bestselling anthology of master classes from New In Chess magazine.

Weitere Informationen
Gewicht 510 g
Hersteller New in Chess
Breite 17 cm
Höhe 23,5 cm
Medium Buch
Erscheinungsjahr 2019
Autor Gerard WellingSteve Giddins
Sprache Englisch
Auflage 1
ISBN-13 978-9056918699
Seiten 272
Einband kartoniert

009 Authors’ preface and acknowledgements

010 Introduction

015 Chapter 1 – The keys to successful opening play

021 Chapter 2 – The Old Indian against 1.d4

095 Chapter 3 – The Old Indian against Flank Openings

107 Chapter 4 – The Philidor against 1.e4

167 Chapter 5 – The system as White

221 Chapter 6 - Tables of the main variations

263 Bibliography

265 Index of names

Mit "Side-Stepping Mainline Theory" verfolgen die Autoren Gerard Welling, Internationaler Meister aus den Niederlanden, und Steve Giddins, FIDE-Meister aus England, das Ziel, vor allem dem einfachen Klubspieler und dem Gelegenheitsspieler ein robustes Eröffnungssystem an die Hand zu geben, das dieser aus so gut wie allen Lagen anwenden kann. Er soll es mit einem begrenzten Aufwand erlernen und allem aus dem Weg gehen können, was als Hauptvariante bis weit in die Partie hinein analysiert ist und für einen erfolgreichen Einsatz ein umfangreiches Erinnerungswissen voraussetzt. Sie vertrauen darauf, dass der Leser mit den Stellungsbildern vertraut wird und mit dem Verständnis, das er über das Buch erhält, die richtigen Entscheidungen in seiner Partie treffen kann. Im Ergebnis soll er ein Mittelspiel erreichen, das ihm gute Chancen gibt, auch ohne einen Eröffnungsvorteil den Gegner auszuspielen.

Welling, auch ein erfahrener Schach-Trainer, und Giddins sind beide als Schach-Autoren bekannt.

Mit den schwarzen Steinen kommt es über die Aufstellung der Bauern auf e5, d6 und c6, den Springern auf f6 und d7 sowie des Läufers auf e7 zum Standardaufbau. Gegen 1.d4 versucht Schwarz über die Altindische Verteidigung seine Absichten durchzusetzen, gegen 1.e4 über die Philidor-Verteidigung. Gegen alternative weiße Anzüge wie 1.c4 oder 1.Sf3 bieten die Autoren geeignete Zugumstellungen an.

Gespiegelt soll der Aufbau auch mit den weißen Steinen eingesetzt werden können, was seinen Wert für den Leser weiter steigern soll.

"Side-Stepping Mainline Theory" ist ein sehr gut konzeptioniertes Buch. Welling und Giddins haben ihre Arbeit so organisiert, dass der Leser

1. die Ziele des vorgestellten Aufbaus verstehen und erkennen soll, was mit der Aufstellung der Figuren jeweils erreicht werden soll.

2. die typischen Pläne für das Mittelspiel verinnerlicht und die maßgeblichen taktischen Ideen erfährt und diese umzusetzen erlernt.

3. erlernt, die Züge jeweils in der richtigen Reihenfolge auszuführen.

Das Buch ist in sechs Kapitel mit den folgenden Überschriften, jeweils in einer sinngemäßen deutschen Übersetzung, gegliedert:

Kapitel 1: Die Schlüssel zu einem erfolgreichen Eröffnungsspiel

Kapitel 2: Die Altindische Verteidigung gegen 1.d4

Kapitel 3: Die Altindische Verteidigung gegen Flankeneröffnungen

Kapitel 4: Die Philidor-Verteidigung gegen 1.e4

Kapitel 5: Das System mit Weiß

Kapitel 6: Tabellen der Hautvarianten.

In den Kapiteln 2 bis 5 gehen die Autoren dem vorstehend skizzierten Konzept getreu vor. Nach dem Prinzip "vom Element zum Ganzen" stellen sie einzelne Aspekte, Manöver etc. anhand von Beispielen vor. Diese intensive Erläuterung wird jeweils abgelöst von Beispielpartien aus der Praxis, die über die Jahrzehnte des modernen Schachspiels hinweg gespielt worden sind, zumeist vor der Jahrtausendwende. Insgesamt und über alle Kapitel hinweg sind 92 Partien im Werk enthalten, einige stammen aus dem Bereich des Fernschachs. Die Zeitschrift Fernschach ist im Quellenverzeichnis zu finden.

Das 6. Kapitel enthält eine ausführliche tabellarische Aufstellung der Hauptzüge und wichtigsten Nebenvarianten, so wie man diese aus den Eröffnungs-Enzyklopädien kennt. Damit möchte ich diesen Service, der sich über rund 40 Seiten erstreckt, als die wohl umfänglichste Variantenübersicht bezeichnen, die ich in einem als Lehrbuch gestalteten Repertoirebuch je gesehen habe. Sie erlaubt eine ausgezeichnete Navigation über alle Buchinhalte hinweg und kann zugleich auch als Quelle zum Nachschlagen dienen.

Ich hätte mir in diesem Werk sehr gut einen Abschnitt vorstellen können, in dem der Leser anhand von Aufgabenstellungen überprüfen kann, inwieweit er das System tatsächlich verstanden hat. Bei dieser Einschätzung orientiere ich mich am angesprochenen Leserkreis und dem Ziel der Autoren.

Noch etwas zur konzeptionellen Grundidee der Autoren: Sie zitieren den früheren Weltmeister Emanuel Lasker, der schon vor gut 100 Jahren bemängelte, dass lernende Spieler ihr Studium zu sehr auf die Eröffnung richten. Mit dem von ihnen vorgestellten System möchten sie die Konzentration des Lesers auf die Eröffnung entbehrlich machen. Sie erklären, dass die Großmeistervarianten, die oft auf ein Ausnutzen der kleinsten Vorteile ausgerichtet sind, nicht zur Situation des "kleinen" Spielers passen. Er hat nicht das Profil, um sich viele langzügige Varianten zu merken, und auch nicht die Fähigkeit, die kleinsten Unterschiede zu erkennen und für sich in der Partie zu nutzen. Das gut beherrschte eigene System, wie es dem Leser über "Side-Stepping Mainline Theory" angeboten wird, sehen sie als Ausweg aus dem Dilemma.

Ich kann diese Auffassung verstehen, sie ist auch nicht neu. Andere Autoren aber argumentieren anders, indem sie sagen, der "kleine" Spieler solle die Hauptlinien spielen. Auch sie wollen den Leser verstehen lassen, allerdings die Hauptlinien.

Welling und Giddens räumen ein, dass die im Buch vermittelten Spielweisen einen etwas passiven Charakter haben und eher so angelegt sind, dass der Spieler später in der Partie auf positionelle Vorteile spielt. Dabei ist aber zu bedenken, dass der Gegner den sich daraus ergebenden Freiraum für einen soliden aktiven Aufbau nutzen kann. Und hier unterscheidet sich die Situation des einfachen Klubspielers bzw. des Freizeitspielers ebenfalls von einem Magnus Carlsen, der auch schon mit den Ideen aus den dargestellten Systemen eröffnet hat. Ein Magnus Carlsen ist so stark, dass er aus einer passiven Mittelspielstellung in beinahe jeder Partie gut aussieht, selbst aus einer passiveren Eröffnungsstellung heraus.

Ich möchte den universellen Aufbau, den Welling und Giddins aufgearbeitet haben, nicht unterschätzen. Aber es ist nicht von der Hand zu weisen, dass er den Anwender in eine bis auf weiteres etwas passive Rolle führt.

Im heutigen Fernschach, in dem die Spieler umfangreiche Datenbanken einsetzen können und die Unterstützung durch Engines nutzen, wird der Anwender in seiner Partie lange brauchen, um Aktivität zu entwickeln.

So ist "Side-Stepping Mainline Theory" für mich in erster Linie ein Buch für den Bereich des Nahschachs.

Die Buchsprache ist Englisch, Fremdsprachkenntnisse auf Schulniveau sind für ein gutes Verstehen ausreichend.

Fazit: "Side-Stepping Mainline Theory" ist das gelungene Ergebnis eines Versuchs, vor allem den "einfachen" Spieler mit einem universellen Eröffnungsaufbau auszustatten. Auf diesen gestützt soll er ohne ein intensives und breit angelegtes Eröffnungsstudium auskommen. Die Konzentration auf ein schmales Eröffnungsrepertoire soll dazu führen, dass er in seinen Partien Stellungen zu spielen bekommt, die ihm vertraut sind.

Das Buch folgt einem guten Konzept, der Leser wird sehr gut in die Theorie des Aufbaus eingeführt. Er bekommt die Chance, die Pläne und die wichtigsten taktischen Motive zu verinnerlichen, so dass er in seiner Partie die richtigen Entscheidungen treffen kann, ohne auf sein Erinnerungsvermögen zu langen Varianten vertrauen muss.

Der vermittelte Aufbau ist leicht passiv, aber solide.

Uwe Bekemann

www.BdF-Fernschachbund.de

Oktober 2019

Wir leben in einer Zeit, in der wir alle Möglichkeiten haben, unser Schach zu verbessern. Es werden viel mehr Partien als noch vor 30 Jahren in die Datenbanken eingegeben und man kann sich darum auch auf Gegner mit unter 2000 DWZ, je nach Turnierpraxis, recht gut vorbereiten. Zudem kann jeder mit Engines und künstlichen Intelligenzen die Eröffnungstheorie bereichern, wodurch selbst etwas seltenere Eröffnungen mittlerweile einen langen Rattenschwanz an Theorie hinter sich herziehen. Diese modernen Probleme lösen Schachspieler auf ganz unterschiedliche Weise. Manche Leute achten ganz genau darauf, dass sie nur an Turnieren teilnehmen, die keine Partien veröffentlichen, und so unter dem Radar der Vorbereitung fliegen. Andere, wie ich, spielen einfach viele kleine Varianten und hoffen, dass der Gegner die gerade gewählte nicht angesehen hat. Beides schränkt einen aber irgendwie ein oder kostet viel Zeit. Eine Alternative sieht man derzeit auf Großmeisterebene. Selbst dort ist der Theorieballast für viele zum Problem geworden und sie gingen darum dazu über, einfach Schwarzeröffnungen mit Weiß zu spielen. Das Mehrtempo kann ja nicht schaden und man sieht darum häufiger die Englische Eröffnung, das Londoner System oder den Colleaufbau, die nichts weiter als ein Sizilianischer Versuch, ein Slawischsystem und ein Halbslawe im Anzug sind. Die Schachbuchautoren Gerard Welling und Steve Giddins gehen noch einen Schritt weiter und empfehlen in ihrem neuen Buch "Side-Stepping Mainline Theory" für New in Chess einen Aufbau für Schwarz und Weiß.

Mit Schwarz soll man sich mit e5, d6, Sf6, Sbd7, Le7, 0-0, c6 in verschiedenen Zugfolgen aufbauen und dann, je nach gegnerischem System, zum Gegenschlag ausholen, der meist mit a6, b5 am Damenflügel vonstatten geht, es gibt aber auch Ideen mit einem späteren exd4, wenn Weiß mit e4 und d4 spielt, um dann mit Sc5 und Te8, Lf8 gegen den übrig gebliebenen weißen Zentrumsbauern zu spielen. Der Aufbau wirkt recht passiv und harmlos, aber hat einige Vorteile. Schwarz behält häufig recht lang alle Figuren auf dem Brett, Abtausch ist für Weiß nicht einfach zu erreichen. Dadurch kann man gegen schwächere Gegner recht lang die Spannung hochhalten und seine größere Übersicht ausnutzen, ohne ausgetrocknet zu werden. Gegen stärkere Gegner hingegen steht man erst einmal sehr sicher und kennt sich im besten Fall einfach besser aus.

Im Groben handelt es sich dabei um zwei Eröffnungen. In den geschlossenen Stellungen nach allem außer 1.e4 wird eine altindische Eröffnung angestrebt. Wie der Name schon sagt, ist schon ein wenig angestaubt, aber es ist für Weiß nicht einfach, hier mehr als einen leichten Vorteil nachzuweisen. Nach 1.e4 wird die Philidorverteidigung empfohlen. Diese ist in den letzten Jahren populärer geworden und ist für mich als 1.e4-Spieler immer eine Qual gewesen, ich unterstütze diese Wahl also. Im dritten Teil des Buches geht es schließlich um den farbvertauschten Aufbau, der, wenn man die Schwarzsysteme verstanden hat, nicht mehr sonderlich schwierig sein sollte. Im Blitzschach ist der Philidor im Anzug schon länger beliebt, zuletzt quälte mich sogar Großmeister Roeland Pruijssers in der ersten belgischen Liga nach 1.e4 e5 2.Sf3 Sf6 3.d3 damit. Er hatte schlicht keine Lust auf die Russische Verteidigung. Hier werden aber dann vor allem Aufbauten besprochen, die man mit Schwarz so nicht auf das Brett bekommt und das Mehrtempo für Weiß beleuchtet.

Sehr gut gefällt mir die Struktur des Buches. Es werden bei jeder der beiden Eröffnungen erst einmal kurz typische Bauern- und Mittelspielstrukturen besprochen, ehe diese mit vollständigen kommentierten Modellpartien weiter vertieft werden. Flexibilität ist dabei das Zauberwort. Es heißt nicht: "Du musst hier so und so spielen!", sondern werden verschiedene sinnvolle Ideen erörtert. So kann man auch mögliche Vorbereitungen der Gegner stören.

Im Philidor wird beispielsweise als Hauptwaffe nach 1.e4 d6 2.d4 Sf6 3.Sc3 e5 4.Sf3 Sbd7 5.Lc4 Le7 6.0-0 c6 7.a4 0-0 8.Te1 mit b6 9.h3 a6 und der Idee Lb7 und b5 ein recht klassischer Philidorplan vorgestellt, aber es gibt auch die Empfehlung zu 8. ...a5 9.h3 exd4, um Sc5 zu ermöglichen und sogar noch den für mich völlig neuen "Pickett Shuffle", bei dem man mit 8. ...De8 den Le7 nach c7 oder b6 umgruppieren möchte. Dieser wird auch in der Altindischen Verteidigung als Alternative zu dem typischen Plan a6, b5 angegeben.

Mich störte im Grunde nur ein Detail. Ich habe vor Jahren mal gelernt, dass der schwarze Plan mit b6, a6, Lb7 nicht gut sein soll, weil Weiß in der obigen Variante nach 9.h3 a6 10.La2 und nach Lb7 11.dxe5 dxe5 12.Sh4 mit der Idee Sf5 und Df3 starken Angriff erhält, da der schwarze Läufer nicht mehr auf f5 schlagen kann. Diese Idee wird leider nicht genannt, obwohl 10.La2 laut Megabase der Hauptzug an der Stelle ist.

In der Altindischen Verteidigung nach beispielsweise 1.d4 d6 2.Sf3 Sd7 3.c4 Sgf6 4.Sc3 e5 5.e4 Le7 6.Le2 0-0 7.0-0 c6 soll Schwarz in der Folge mit a6 und b5 am Damenflügel aktiv werden, kann aber auch hier mit exd4 und Sc5 gegen den e4 aktiv werden oder erneut den Pickett Shuffle mit De8 und Ld8-c7 oder Ld8-b6 durchführen. Schwarz hat hier ähnliche Pläne wie im Philidor, aber durch den stärkeren weißen Raumvorteil ergeben sich doch etwas andere Stellungen. Durch die vielen Möglichkeiten von Schwarz, wird eine weiße Vorbereitung zum Alptraum und man hat als Leser dieses Buches häufig einen Wissensvorsprung.

Insgesamt gefällt mir das Buch sehr gut. Für Leute, die der ausufernden Eröffnungstheorie überdrüssig sind und denen die Philidorstruktur gefällt, kann dieses Werk eine Lösung darstellen. Ich selbst ertappe mich auch häufiger dabei, in Blitzpartien den Philidorautopiloten anzuschalten!

IM Dirk Schuh

September 2019