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Artikelnummer
LXKERWCC1948
Autor

World Chess Championship 1948

542 Seiten, gebunden - mit Schutzumschlag, Verendel, 1. Auflage 2016

37,50 €
Inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten

After the death of Alekhine in 1946, FIDE took charge of the World Chess Championship and it was resolved that the new World Champion should be decided by a tournament. Botvinnik, Smyslov, Reshevsky, Keres and Euwe fought for the crown. The outright winner was Mikhail Botvinnik. Keres spent several months after the tournament giving it a fitting tribute. The result is this epic work, one of the most highly acclaimed tournament books in the history of chess. The former World Champion Gary Kasparov said in an interview in the eighties that is was one of the three best chess books ever written. He repeated his praise for this book in 2016. Boris Gelfand, who drew a match against Anand for the World Championship in 2012 is also full of praise for it.

Readers will very quickly see for themselves how Keres explains what is going on with exceptional clarity. The level of accuracy in his analysis is surprisingly high. Even with the strongest chess engines of today it is tough to crack his analysis. The quality of the games coupled with Keres unique analytical ability and his huge theoretical knowledge of all aspects of the game point the way to a richer understanding of practical chess.

First printed in 1949 in Estonian and in Russian. This is the first English edition.

Weitere Informationen
Gewicht 1,01 kg
Hersteller Verendel
Breite 15,9 cm
Höhe 23,5 cm
Medium Buch
Erscheinungsjahr 2016
Autor Paul Keres
Sprache Englisch
Auflage 1
ISBN-13 978-9198366501
Seiten 542
Einband gebunden - mit Schutzumschlag

007 Introduction

010 Regulations for the world championship tournament

013 Results of Botvinnik

014 Results of Euwe

016 Results of Keres

018 Results of Reshevsky

019 Results of Smyslov

020 Internal score between the participants (1932-1947)

020 Internal score between the players (after the tournament)

020 Tournament table

020 Results for every cycle

021 Opening ceremony of the tournament

023 Overview of Opening Theory

039 First leg

143 Second leg

261 Third leg

360 Fourth leg

461 Fifth leg

542 Index of Openings

Teilnehmer Paul Keres selbst zog sich nach der WM zurück und analysierte monatelang intensiv alle Partien dieses Fünfer-Kampfes um die vakante Krone. Das Buch kam 1949 in Estnisch und später in Russisch heraus und galt jahrzehntelang als Klassiker. Doch erst jetzt, fast 70 Jahre später, liegt endlich eine Übersetzung ins Englische vor: dem Schweden Jan Verendel gebührt der Dank, dieses bedeutende Stück schachlicher Weltliteratur im Eigenverlag in Angriff genommen zu haben!

In Hardcover mit Schutzumschlag kommt das großzügig gelayoutete Buch opulent daher. Einführend gibt es noch einige Tabellen, Statistiken, Turniererfolge der Teilnehmer etc., doch im Zentrum des Werkes stehen die 50 Partien. Nachdem Fine absagte, spielten in Den Haag und Moskau fünf Teilnehmer jeweils fünf Partien gegeneinander. Keres ist dabei ein Meilenstein in der Kunst der Partieanalyse und der Kommentierung gelungen: jede einzelne Partie wird ausführlich dargestellt, wobei der Schwerpunkt mehr auf den verbalen Erläuterungen liegen. Über zehn Seiten oder mehr erstreckt sich jede einzelne Partie, freilich bei einspaltigem Satz und vielen Lücken. Der Partiefluss ist sehr gut nachzuvollziehen und instruktiv, dem Leser jeglicher Spielstärke werden die Vorgänge verständlich gemacht.

Die Varianten beschränken sich auf Schlüsselvarianten, die die verbalen Urteile untermauern. Dabei ging Keres bei seinen Analysen sehr gewissenhaft vor, seine Varianten halten - sehr beachtlich! - auch noch den neuesten Rechnern stand, zumindest zu einem hohen Prozentsatz und was das Wesentliche angeht. Keres bleibt bei seinen Anmerkungen stets erstaunenswert akkurat und objektiv, auch wenn er als Teilnehmer höchst emotional in das Geschehen verstrickt war. Neben Botwinnik galt Keres als einer der größten Favoriten, er selbst sah dies sicher genauso und hegte große Hoffnungen, den Weltmeistertitel zu erreichen. Sein Start war mit zwei Siegen fulminant, er spielte die kompliziertesten Partien, doch dann verlor er gegen Reshevsky und am Ende des ersten Umgangs auch noch das direkte Duell gegen Botwinnik trotz der weißen Steine.

Als Schlüssel zu dieser ersten Weltmeisterschaft in Turnierform wird gern das direkte Duell zwischen Botwinnik und Keres angesehen: die ersten vier ihrer fünf Partien gegeneinander gewann allesamt Botwinnik! Erst in der Schlussrunde, als Botwinnik bereits den Titel sicher hatte, konnte Keres seinen Widersacher schlagen. Hätte Keres aus den ersten vier Partien zum Beispiel 50 Prozent geholt, also ein "normales Ergebnis“ realisiert, wäre es auf einen echten, engen Zweikampf zwischen diesen beiden Heroen hinausgelaufen.

Es kursieren immer mal wieder Theorien, Keres hätte Druck von höchsten Stellen bekommen und wäre gezwungen worden, die Partien freiwillig zu verlieren. Doch Beweise dafür gab es nie, auch aus den Anmerkungen von Keres zu diesen "Schlüsselpartien“ - den vier Niederlagen gegen Botwinnik, die zu einem Großteil die Weltmeisterschaft entschieden, - sind keinerlei Hinweise auf Unregelmäßigkeiten zu finden. Keres spielte die Partien allesamt unter seinem Niveau, Botwinnik war generell ein unangenehmer Gegner für ihn. Man erhält den Eindruck, dass Keres zu viel in diesen Partien "wollte“, übermotiviert, vielleicht auch übernervös war. Der Druck bei einer Weltmeisterschaft auf die Beteiligten ist sicher sehr hoch, Botwinnik, der auch das kommunistische System hinter sich wusste, kam offenbar besser mit der nervlichen Situation zurecht. Keres spielte in diesen Partien mehrfach positionell riskant. Er wollte nach der ersten Niederlage die "Scharte auswetzen“ und den Rückstand verkürzen, da ging der Schuss vollends nach hinten los. Aber darauf zu schließen, er würde "absichtlich“ schlecht spielen, halte ich für unangemessen.

Paul Keres war einer der größten Charaktere in der Schachhistorie und einer der besten Spieler aller Zeiten, die nie die Krone erreichten. Und mit seinem nun zugänglichen Buch über die WM 1948 wird er auch in die Schachgeschichte eingehen als einer der besten Autoren und Kommentatoren aller Zeiten. Ein würdiges Denkmal.

IM Frank Zeller

SCHACH 5/2017


Hin und wieder kommt es vor, dass ich mich mit einer großen Vorfreude an die Rezension eines Buches mache. So geschehen ist es auch bei "World Chess Championship 1948" von Paul Keres. Hierbei handelt es sich um eine Übersetzung von "Maailmameistri Turniir Haag-Moskva 1948" ins Englische. Übersetzt hat diesen Klassiker Jan Verendel, erschienen ist das neue Werk bei Verendel Publishing in Schweden, was damit eine Art Selbstverlag-Projekt ist. Auf seiner Website gibt Verendel an, dass das vorliegende Buch sein erstes Projekt ist, das sofort einen sehr großen Zuspruch erhielt. Die 1. Auflage war in kurzer Zeit ausverkauft, eine neue ist gedruckt.

Meine Vorfreude hat mich nicht betrogen, das Buch ist klasse. Für den Schachliebhaber mit bibliophilen Neigungen ist es in meinen Augen ein Muss. Ausgeliefert wird es in gebundener Form mit Schutzumschlag.

Erstmals ist dieses Werk in englischer Sprache verfügbar. 1949 war es ist estnischer und in russischer Sprache erschienen. Eine deutsche Übersetzung ist mir nicht bekannt.

Kernstück des Buches sind die von Keres kommentierten Partien. Diese stammen alle aus dem WM-Turnier 1948, das in zwei Abschnitten in zunächst Den Haag und dann in Moskau ausgetragen wurde. In fünf Runden traten Michail Botvinnik, Max Euwe, Paul Keres, Samuel Reshevsky und Wassili Smyslov gegeneinander an, um den durch Alexander Aljechins Tod 1946 vakant gewordenen Weltmeistertitel unter der Regie der FIDE auszukämpfen. Zur Teilnahme nominiert war auch Reuben Fine, der aber von seinem Recht zurücktrat.

Über die fünf Runden hinweg hatte jeder Teilnehmer insgesamt fünf Partien gegen jeden seiner Gegner auszutragen. Wegen der ungeraden Zahl der Wettstreiter hatte ein Spieler in einer Runde jeweils spielfrei. Somit waren insgesamt 50 Turnierpartien auszutragen, die allesamt im Buch Aufnahme gefunden haben.

Paul Keres zählt nicht nur zu den stärksten Spielern aller Zeiten, denen es nicht vergönnt war, den Weltmeistertitel zu erringen, sondern gilt als ein hervorragender Autor. Dies hat er mit dem vorliegenden Werk voll unter Beweis gestellt. Die Partien sind in einer Mischung aus Wort und Varianten kommentiert, sie sind zugleich unterhaltsam und meißeln die Wahrheit im Schach aus dem groben Klotz der Notation heraus. Ich habe mir fünf Partien vorgenommen, je eine aus allen Runden. Unabhängig von den Kontrahenten, insbesondere ob Keres selbst mit am Brett gesessen hat oder nicht, habe ich mich in die Feinheiten des Kampfes eingeweiht gefühlt. In einer Klarheit, wie man sie nicht allzu oft erfährt, trifft Keres seine Aussagen zum Geschehen, zur Stellungsbewertung etc. Für die Deutlichkeit in seinen Aussagen entschuldigt er sich quasi in seiner Einleitung; er begründet sie mit seinem Anspruch, auch dem schwächeren Spieler alles so aufzuzeigen, dass er profitieren kann. Keres ist nicht nur als untadeliger Sportsmann am Brett und im persönlichen Umgang bekannt, sondern auch als Autor ein Gentleman.

Jede Runde leitet er mit einer kurzen Übersicht zum Stand im Turnier und besonders zum Verlauf sowie zum Ergebnis der neu ausgetragenen Partien ein.

Wie es sich für ein Spitzenwerk aus dem Genre der Turnierbücher gehört, werden zunächst die Regularien beschrieben, unter denen die Teilnehmer antreten, um dann diese selbst mittels ihrer bis dahin erreichten Erfolge und Ergebnisse vorzustellen. Nach der sich anschließenden Dokumentation des Ergebnisses anhand der Turniertabelle und drei Begegnungstabellen widmet sich der Autor unter der Überschrift "Overview of Opening Theory" den im Turnier gewählten Eröffnungen, um sich dann intensiv und umfangreich den in den einzelnen Runden gespielten Partien zu widmen.

Abgeschlossen wird das Werk von einem Index der gespielten Eröffnungen.

Fazit: "World Chess Championship 1948" ist ein wunderbares Buch. Es ist an sich schon ein Turnierbuch von Beispiel gebender Qualität. Dazu ist es ein wichtiges Stück Schachgeschichte. Die Auslieferung in gebundener Form mit Schutzumschlag gibt dem Ganzen auch noch den angemessenen "technischen" Rahmen. Mit 37,50 Euro ist es nicht billig, aber es ist jeden Cent wert.

Uwe Bekemann

www.BdF-Fernschachbund.de

Mai 2017