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Art.-Nr.: LXBOTBPM1963
Sonderangebot

Botwinnik - Petrosjan

Schach-WM 1963 in Moskau

151 Seiten, gebunden, Techalbo, 1. Auflage 2006.

9,90 €
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VORWORT

Wie schnell doch die Zeit vergeht! Vor vierzig Jahren war ich ein zwölf­jähriger Junge, der Zeuge des Wettkampfes um die Weltmeisterschaft zwi­schen Botwinnik und Petrosjan wurde.

Dabei war ich nicht einfach nur Zeuge, sondern als Schüler der berühm­ten Botwinnik-Schule zu einem Trainingslager bei Moskau eingeladen. Die Partien des Matchs live zu verfolgen, war für uns junge Schacheleven eine Auszeichnung und ein Vorschuss auf unsere Zukunft.

Da ich damals schon ein recht ordentlicher Schachspieler war, ein An­wärter auf den Meistertitel, habe ich daran nicht nur kindliche Eindrücke in Erinnerung behalten, - meistens sind das ja die markantesten! - sondern auch Erinnerungen an einen Menschen, der sein ganzes Leben dem Schach gewidmet hat.

Dieses Mal entwickelte sich das Match nicht so ungestüm, wie die beiden vorhergehenden zwischen Botwinnik und Tal. Anfangs entbrannte ein hart­näckiger Kampf. Obwohl Botwinnik die erste Partie gewann, so fand doch Petrosjan die Kraft, in Führung zu gehen. Botwinnik gelang es erst in der 14. Partie, wieder Gleichstand zu erzielen. Bis dahin gewannen beide zwei Parti­en, zehn endeten unentschieden. Ein großer Teil des Matchs stand aber noch bevor.

Botwinnik hatte bis dahin alle Kräfte aufgewandt, um die Bilanz auszu­gleichen, und man darf nicht vergessen, dass er 18 Jahre älter war als Petrosjan! In einigen Partien dieses Wettkampfabschnittes errang er be­sonders mit Weiß Positionsvorteil, doch Petrosjan mit dessen eigenwilliger und aalglatter Verteidigungstechnik zu besiegen, gelang ihm nicht. Die Kraftreserven waren erschöpft, eine Resultatsverbesserung gelang Bot­winnik nicht mehr. Sein Stil erlaubte es Petrosjan, mit viel weniger Kraft­aufwand eben dieses Resultat zu erzielen. Die entscheidende Partie des Matchs war die fünfzehnte, die Petrosjan im allerfeinsten Positionsstil ge­wann.

Als echter Sportsman versuchte Botwinnik, die Lage zu seinem Gunsten zu wenden, doch er verlor noch zwei weitere Partien und der Ausgang des Wettkampfes war im Wesentlichen besiegelt. Die letzten Partien waren nur noch eine Formalität. Botwinnik war real genug, um zu verstehen, dass er das Match nicht mehr kippen konnte. Davon zeugen die Kurzremisen in den drei abschließenden Begegnungen.

Später sagte Botwinnik einmal, dass man ein solches Weltmeisterschafts­match mit voller Kraft nur über 16 bis 18 Partien durchstehen kann. Auf die Frage, warum denn dann das Reglement 24 Partien vorsehe, antwortete er: "Tradition". In seinen letzten Jahren verstand der Patriarch diesen Begriff so: "Tribut zollen muss man denen, die vor uns lebten."

Ein solches Buch - mit allen kommentierten Partien des Matchs - gab es bisher noch nicht. Es freut mich, dass diese Lücke in unserer Schachlitera­tur jetzt geschlossen wurde.

Präsident der "Michail-Botwinnik-Gesellschaft"

Anatolij Karpow

Moskau, 2003

Details
Sprache Deutsch
Autor Botwinnik, Igor
Botwinnik, Michail
Verlag Techalbo
Auflage 1.
Medium Buch
Gewicht 360 g
Breite 15,3 cm
Höhe 21,6 cm
Seiten 151
ISBN-10 3000186905
ISBN-13 978300186905
Erscheinungsjahr 2006
Einband gebunden
Inhalte

005 Vorwort

007 Ohne Revanche-Recht

010 Aus den Match-Regeln

011 Tabelle des Wettkampfes

012 Erste Partie

..........

091 Zweiundzwanzigste Partie

093 Petrosjan über das Match

108 Anlage

112 Warum ich das Match verlor?

131 Der Trainingswettkampf Botwinnik-Furman Januar - Februar 1963

139 Michail Botwinniks letztes Notizbuch

Im Jahr 1963 wurde in Moskau ein Wettkampf um die Weltmeisterschaft zwischen dem Titelverteidiger Michail Botwinnik und seinem Her­ausforderer Tigran Petrosjan ausge­tragen.

Damals war die Durchführung von Weltmeisterschaften sinnvoll geregelt und der Sieger wurde deshalb von der gesamten Schachwelt als würdiger Champion anerkannt, ganz im Gegen­satz zu dem heutigen Durcheinander. Nach nationaler Qualifikation, Zo­nenturnier, Interzonenturnier und Kandidatenturnier bildete das WM-Match über maximal 24 Partien den Abschluss und Höhepunkt.

Botwinnik wurde 1948 Weltmeister und behielt den Titel abgesehen von zwei Unterbrechungen 1957 (Niederlage gegen Smyslow) und 1960 (Niederlage gegen Tal) viele Jahre lang. 1963 unterlag er Petrosjan und beendete daraufhin als 52-jähriger seine Turnierlaufbahn.

Er wird als Verfasser des vorliegen­den Wettkampfbuches genannt, doch bedarf dies einer Erklärung. Von den 22 Partien des Matches hat Botwinnik 7 ausführlich kommentiert. Für die übrigen zeichnen andere Autoren ver­antwortlich: Akopjan 5, Petrosjan und Panow 2, Kotow, Taimanow, Flohr, Kortschnoj und Bagirow jeweils 1.

Bei der entscheidenden 15. Partie griff man auf Kasparow (Meine großen Vorkämpfer Band 5) zurück.

Die Erläuterungen sind so gehalten, dass sie für einen breiten Leserkreis geeignet sind. Da auch die äußere Gestaltung des Buches sehr anspre­chend gemacht ist, können wir es tatsächlich allen Schachfreunden empfehlen.

Der Verlag hat erfreulicherweise die Absicht, weitere Bücher von oder über Michail Botwinnik herauszuge­ben. In Vorbereitung ist ein Band mit den drei Wettkämpfen gegen Smyslow 1954, 1957 und 1958.

Schach Markt 4/2006

______________________

Michail Botwinnik konnte wie kein anderer die Charakteristik seiner Gegner erfassen und sich auf seine Kontrahenten einstellen. Vor allem seine glänzende Vorbereitung war der Garant seines Erfolges. Nachdem er im Weltmeisterschaftsturnier in Den Haag / Moskau 1948 den Titel errang, bestritt er sieben Wettkämpfe. Die Möglichkeit des Rückkampfes nutzte er, um gegen Smyslow und Tal den verlorenen Titel wieder zurückzuerobern. Es mag an seinem Alter gelegen haben, aber wohl auch am ungewöhnlichen Stil Petrosjans, dass der "Patriarch" in seinem letzten WM-Match 1963 den Titel endgültig verlor, für den erstmals kein Rückkampfrecht des Champions vorgesehen war. Dem Unverständnis über die Spielweise seines Widersachers verlieh Botwinnik in seinen Memoiren Ausdruck. Über das "eigenartige" Talent Petrosjans schrieb er: Er baute "Positionen auf, in denen das Geschehen geradezu zeitlupenhaft ablief. Seinen Figuren ist schwer etwas anzuhaben: Die Angriffskräfte kommen nur mühsam voran, sie bleiben in dem Morast stecken, der das Lager Petrosjans umgibt."

Obwohl der Kampf in Moskau stattfand, erschien seltsamerweise keine umfassende Dokumentation über das Match. Botwinnik als auch Petrosjan haben lediglich einige analysierte Partien hinterlassen, wobei die des neuen Champions zum größten Teil verloren gegangen sind. Dieser Lücke im Bücherwald hat nun Igor Botwinnik mit der Publikation Wettkampf um die Schachweltmeisterschaft. Botwinnik - Petrosjan. geschlossen. Der Neffe des 6. Weltmeisters verwaltet den Nachlass seines Onkels und publiziert seit einiger Zeit die Manuskripte, die weitgehend unveröffentlicht geblieben waren. Nachdem die Bücher zuvor im Olms-Verlag erschienen sind, ist das vorliegende Buch die erste Publikation, die der Techalbo-Verlag herausgibt.

Der Band enthält alle Partien des Matchs in kommentierter Form. Wo möglich griff der Herausgeber auf die Kommentare der beiden Kontrahenten zurück. Von den insgesamt 22 Analysen stammen sieben von Botwinnik, zwei von Petrosjan. Die restlichen sind stammen allesamt von renommierter Spieler wie Akopjan, Bagirow, Flohr, Kasparow, Kotow, Kortschnoi, Panow und Taimanow kommentiert.

Ergänzt wird das Buch durch Anmerkungen Petrosjans und Botwinniks über das Match und die Vorbereitung. Erstmals sind die Partien des Trainingswettkampfs, den Botwinnik im Vorfeld mit Furman bestritt, veröffentlicht. Der Herausgeber hat es sich zur Aufgabe gemacht, vor allem den Teil des Nachlasses zu edieren, der mit der Zeit verloren gehen könnte, weil die verblassten Aufzeichnungen bald nicht mehr lesbar sein dürften. Vermutlich bewog ihn dieser Umstand, Eintragungen aus Botwinniks letztem Notizbuch Ende der Sechziger Jahre abzudrucken. Vermutlich handelt es sich um Material, das zur Vorbereitung auf das nie zustande gekommene Match mit Bobby Fischer stammt. Die Beziehung dieses Kapitels zum Match von 1963 ist allerdings schwer herzustellen und wirkt etwas unvermittelt. Vermutlich befürchtete der Herausgeber, diesen Teil des Notizbuches in keinem anderen Zusammenhang edieren zu können.

Aufschlussreich ist dagegen Petrosjans Bericht über seine Matchvorbereitung, in der er seine selbstkritische Einschätzung, seine Befürchtungen und Unsicherheiten, aber auch seine Wertschätzung gegenüber Botwinniks zum Ausdruck bringt. Es ist die Summe vieler kleiner Details, die einen Einblick in die Komplexität der zu bewältigenden Anforderungen geben, die ein WM-Match mit sich bringt. Für den Erfolg in einem Zweikampf ist eine realistische Selbsteinschätzung ein wesentlicher Faktor. Interessant ist die Ambivalenz, in der Petrosjan gleichzeitig seine Schwächen und Stärken formuliert: "Mein Spiel litt immer unter einer etwas nachlässigen Eröffnungsbehandlung, und infolgedessen geriet ich im Mittelspiel ziemlich oft in eine schlechtere Stellung. [ ... ] Mit den Jahren wurde mir bewusst, dass die sogenannten schlechteren Stellungen kolossale Möglichkeiten in sich bergen, man muss sie nur finden und dann auch ausnutzen." (S.103)

Botwinniks kritischer Rückblick auf das Match beinhaltet eine seiner originellen Charakterstudien. Er war stets bemüht, nicht nur die positiven Qualitäten seiner Gegner herauszuarbeiten, sondern gleichwohl ihre Mängel hervorzuheben. So äußert er, dass Petrosjan nicht mit dem herausragenden Talent früherer Weltmeister gesegnet war. Mit seinem ungwöhnlichen Stil gelang es dem Armenier jedoch, den Einfluss der Vorbereitung Botwinniks zu minimieren. Seine Niederlage führt er daher nicht nur auf seine schlechte Form zurück. Es ist der genuine Stil Petrosjans, auf den er sich nicht einstellen konnte, der in der Schachgeschichte vielleicht nur mit Salo Flohr vergleichbar ist. Jener zieht die Verteidigung dem Angriff vor, wenn er die Wahl hat, was Botwinnik "etwas aus den Gleisen" warf und der "Harmonie des Schöpfertums" beraubte. Botwinnik wäre aber nicht Botwinnik, würde er dem Ganzen nicht mit einer Schlussbemerkung einen anderen Akzent verleihen. Vielleicht aber, sinniert der entthronte Weltmeister selbstkritisch, fehlte ihm auch einfach nur der unbedingte Siegeswille der vergangenen Jahre. Das mag auch erklären, warum er die letzten Match-Partien mit Kurzremisen beendete.

Fazit: Gelegentlich merkt man dem Text die Übersetzung aus dem Russischen an. Die Zusammenstellung des Materials ist jedoch weitgehend interessant. Es sind die klaren Formulierungen, die jede kommentierte Partie Botwinniks noch heute zu einem Genuß machen. Bald soll ein weiteres Buch dieser Reihe mit den drei WM-Kämpfen Botwinniks gegen Smyslow folgen.

Harry Schaack, Zeitschrift Karl 2/2006

Botwinnik - Petrosjan

EUR

9.9