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Artikelnummer
LOHARTFFBG
Autor

The Fighting Fajarowicz Budapest Gambit

Eigenschaften

228 Seiten, Chess Digest, 1996

19,50 €
Inkl. 5% MwSt., zzgl. Versandkosten
Weitere Informationen
Gewicht 385 g
Hersteller Chess Digest
Breite 15,2 cm
Höhe 22,7 cm
Medium Buch
Erscheinungsjahr 1996
Autor Tim Harding
Sprache Englisch
ISBN-10 0875682812
Seiten 228

007 Introduction

009 Ideas Section

027 Analysis Section

029 Chapter 1: Miscellaneous Variations

035 Chapter 2: 4 Qd5, 4 Qd4 and 4 Qd3

041 Chapter 3: 4 Qc2

069 Chapter 4: 4 Nf3 Introduction and Minor Lines

079 Chapter 5: 4 Nf3 Bb4+ 5 Nbd2 Nc6

101 Chapter 6: 4 Nf3 Nc6 Introduction and Minor Lines

111 Chapter 7: 4 Nf3 Nc6 5 Nbd2 Nc5 6 g3

119 Chapter 8: 4 Nf3 Nc6 5 Nbd2 Nc5 6 a3

125 Chapter 9: 4 Nf3 Nc6 5 a3

143 Chapter 10: 4 a3 Qh4

151 Chapter 11: 4 a3 Other Lines

159 Chapter 12: Other 3rd Moves for White

167 Games Section

Das Fajarowicz-Gambit 1. d4 Sf6 2. c4 e5 3. de5: Se4?! wird in Büchern, die sich des "richtigen" Budapester Gambits (3. ... Sg4) annehmen, meist nur gestreift. Nach dem in "Schach-Report 6/1995, S. 75" besprochenen dänischen Büchlein "Fajarowicz-Gambit" (Autor: Niels J. Jensen) ist das vorliegende Druckwerk bereits das zweite innerhalb relativ kurzer Zeit, das sich ausschließlich mit 3. ... Se4 befaßt. Gab es wirklich bei diesem System, das schließlich seit Jahrzehnten einen schlechten Ruf genießt, ernsthafte Verbesserungen für die schwarze Partei?

Bevor wir uns konkreten Varianten zuwenden, sei festgestellt, daß Tim Harding wieder ausgezeichnete Arbeit geleistet hat. Seine Bücher sind stets gründlich recherchiert und bilden nützliche Informationsquellen mit neuen Ideen.

Die Garantie, daß alle Abspiele wasserdicht seien, kauft man aber auch bei einem Tim Harding nicht mit. Als eine der kritischen Spielweisen gilt diese Folge:

1. d4 Sf6 2. c4 e5 3. de5: Se4 4. a3 d6 5. Sf3 Sc6 6. Dc2!. Dieser Zug geschieht besser an dieser Stelle als zu einem früheren Zeitpunkt, da d7-d5 nicht in einem Zug geschehen kann, sondern nur unter Zeitverlust, und weil zweitens Lb4+ nicht möglich ist. Jetzt wird 6. ... Lf5 durch 7. Sc3! widerlegt (7. ... Sg3 8. e4). Kritisch sind:

a) 6. ... d5 (Harding) 7. e3 Lg4 8. cd5: Dd5: 9. Lc4 Da5+. Es geht weiter mit 10. b4 Lb4:+ 11. ab4: Da1: 12. De4: Lf3: 13. gf3: De5: 14. Lb5! (Gibson), Harding glaubt jedoch an Remischancen für Schwarz: 14. ... De4 15. fe4: 0-0 16. Lc6: bc6: 17. Ld2 Tab8 18. Ke2 Tfe8 19. f3 c5 20. bc5: Te5 (Analyse von Harding).

In der Diagrammstellung scheint mir aber 10. Sbd2! bedeutend wirksamer: 10. ... Lf3: (10. ... Lf5 11. Lf7:+!?) 11. gf3: Sd2: 12. Ld2: De5: 13. La6!, Weiß gewinnt sowohl bei 13. ... 0-0-0 14. Dc6: als auch bei 13. ... Sd4 14. Da4+ c6 15. Lb7:.

b) 6. ... Sc5 (!? Harding; dieser Zug wird von anderen Autoren bevorzugt, u.a. von Jensen) 7. b4 Se6 8. Lb2 de5: 9. e3! f6 10. Ld3 g6 11. Sc3 Lg7 12. Td1 De7 13. Sd5 Df7 14. c5 0-0 15. Lc4 Scd8 16. h4 c6 17. Sc3 De7, und Schwarz hat Aussichten, den weißen Druck allmählich abzuschütteln - soweit eine von Harding zitierte Analyse von Zeitlin und Glaskow.

Betrachtet man diese Züge jedoch genauer, stellt man fest, daß Weiß ein wichtiges Tempo vergeudet hat. Der Zug 10. Ld3 ist mehr oder weniger Unfug, denn Schwarz wird um das Fianchetto seines Läufers ohnehin kaum herumkommen. Ich schlage daher als Verstärkung vor: 10. Sc3! g6 (10. ... Le7 11. Td1 Ld7 12. Ld3 g6 13. h4) 11. Td1 Ld7 (11. ... De7? scheitert an 12. b5 Scd8 13. Sd5 Df7 14. Sf6:+) 12. c5 Lg7 13. Lc4 De7 14. Sd5 Df8 (14. ... Dd8 sichert ebenfalls nicht die kurze Rochade: 15. 0-0 0-0? 16. Sf4!) 15. 0-0 0-0-0 16. Td2. Weiß verdoppelt mit Tfd1 die Türme und besitzt klaren Vorteil; der kommende Angriff auf den schwarzen König besitzt große Durchschlagskraft. Aller Wahrscheinlichkeit nach ist die Diagrammstellung schlicht unspielbar für Schwarz, weil dieser es nicht schafft, die kurze Rochade zu verwirklichen.

Eine überzeugende Rettung für Schwarz in dieser kritischen Variante hat also auch Harding nicht entdeckt. Eine ausführlichere Erörterung der Hauptvarianten hätte dem Buch gut getan, auch ohne konkrete Verstärkungen (wie oben von mir versucht) hätte eine allgemeine Beschreibung der Lage dem Leser ein besseres Verständnis für die schwarzen Probleme verschafft. Daß der Autor von gewissen Schwächen des System etwas ahnt, deutet sich im Vorwort an, wo trotz einer Betonung des hohen Überraschungswertes von 3. ... Se4 auch zu lesen ist: "Wenn der allerschlimmste Fall eintritt und Sie in einer schlechten Variante landen, müssen Sie eben das tun, was alle starken Spieler früher oder später lernen: Ein Pokergesicht aufzusetzen, die objektive Bewertung der Position zu vergessen, bloß nach den besten, für den Gegner beunruhigendsten Zügen zu suchen, und dann: Kämpfen, kämpfen, kämpfen!" Das kämpferische Element spielt für Harding offenbar keine Nebenrolle, denn das Attribut "fighting" erscheint sogar im Titel.

Stefan Bücker, Schachreport 7/96