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The Gambit Guide to the Modern Benoni

208 Seiten, kartoniert, Gambit, 1. Auflage 2001.

Aus der Reihe »The GAMBIT Guide to ....«

18,95 €
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The Modern Benoni is one of Black's most swashbuckling openings, used to devastating effect by such players as Tal, Fischer, Kasparov and Topalov.

From the outset, Black creates extreme imbalance, setting his piece activity and queenside play against White spatial preponderance and central majority. However, during the 1980s and much of the 1990s, the Benoni fell under a cloud as a result of some very direct attacking systems by White.

In this book, John Watson particularly focuses on various subtle move-orders by which Black can try to avoid White's most dangerous systems and direct the game into more palatable channels.

King's Indian players will also find this book invaluable, since Watson covers many lines that can arise from King's Indian move-orders.

The Modern Benoni is one of Black's most swashbuckling openings, used to devastating effect by such players as Tal, Fischer, Kasparov and Topalov.

From the outset, Black creates extreme imbalance, setting his piece activity and queenside play against White spatial preponderance and central majority. However, during the 1980s and much of the 1990s, the Benoni fell under a cloud as a result of some very direct attacking systems by White.

In this book, John Watson particularly focuses on various subtle move-orders by which Black can try to avoid White's most dangerous systems and direct the game into more palatable channels.

King's Indian players will also find this book invaluable, since Watson covers many lines that can arise from King's Indian move-orders.

Details
Sprache Englisch
Autor Watson, John L.
Verlag Gambit
Reihe The GAMBIT Guide to ....
Auflage 1.
Medium Buch
Gewicht 280 g
Breite 14,3 cm
Höhe 21 cm
Seiten 208
ISBN-10 1901983234
ISBN-13 9781901983234
Erscheinungsjahr 2001
Einband kartoniert
Diagramme 230
Inhalte

CONTENTS

004 Symbols

004 Acknowledgements

005 Foreword

008 Bibliography

009 Introduction and Early Moves

022 Systems with Bf4

044 Systems with Bg5

059 The Knight´s Tour Variation

072 Pawn-Storm Systems

110 Fianchetto Systems with g3

130 Systems with Bd3 and Nge2

147 Kapengut´s 7f3 System

157 Modern Main Line

186 Classical Main Line

206 Index of Variations

Die Benoni-Verteidigung taugte schon immer für besondere Momente. Und sie war stets eine Waffe der Weltmeister, namentlich Mihail Tal, Robert James Fischer, Garry Kasparow, Vesselin Topalov und Wladimir Kramnik. Fischer wählte sie, als er 1972 in Reykjavik 0:2 zurücklag; Kramnik setzte auf sie, als er 2004 in der vorletzten WM-Partie gegen Peter Leko einen Punkt Rückstand hatte. Der aus dem Hebräischen stammen­de Name bedeutet sinnigerweise "Sohn des Kummers", und etliche Top-Spieler sind als Nachziehende regelrecht überfahren worden. Dessen ungeachtet startet die Schachelite von Zeit zu Zeit Wiederbelebungsversuche, denn die halbgeschlossene Verteidigung ge­gen 1. d4 zeichnet aus, dass das Spiel nicht leicht verflacht. Auch wenn manches Abspiel inzwischen umgedeutet wurde, bleibt der kurz nach der Jahrhundertwende erschie­nene Führer von John Watson die grundle­gende Einführung für den Schwarzspieler. Liebhaber dieser Spielweise schätzen das Werk von Lew Psakhis ("The Complete Be­noni", Batsford 1995). Heute kann es sich kaum ein Autor leisten, eine Gesamtschau zu einem Eröffnungs-Schwergewicht zu schreiben - neuere Werke setzen Schwer­punkte und sollen hier skizziert werden.

Aber zunächst zu Watsons Buch: Der amerikanische IM wählt den traditionellen Weg, d. h. Varianten werden bis zum 20. Zug, manchmal auch bis zum 30. Zug vorgestellt - z. B. forcierte Varianten des Dreibauernangriffs. Wie bei seinen Büchern zur Franzö­sischen Verteidigung hält er nicht mit Mei­nungen hinter dem Berg. Es wird nur auf sol­che Abspiele geschaut, die er für beiderseits tauglich einschätzt. Es gibt Begründungen, warum etwas wegfällt, und sehr pointierte Stellungseinschätzungen und sowie Hinwei­se zu unerforschten Wegen und Bestands­aufnahmen der Trends in den verschiedenen Systemen. Aber auch 2001 musste der kri­tische Schreiber in seinem Vorwort die Bi­lanz ziehen, "dass der Autor am Ende von vielen Varianten einfach damit leben muss, dass dynamische Ungleichgewichte herr­schen, die sich definitiven Bewertungen wi­dersetzen". Trotzdem bleibt dieser Klassiker ein absolutes Muss!

Endre Vegh hat sich ebenfalls dem Blick auf alle Möglichkeiten verschrieben, kommt allerdings mit sieben Kapiteln aus und be­leuchtet hauptsächlich die allererste Partiephase bis ca. zum 15. Zug. Trotz der Aus­richtung als Orientierung für Neueinsteiger liefert der ungarische IM in mancher Hinsicht vorzügliche Arbeit ab: 46 Modellpartien sind ein guter Grundstock und in angemessener Zeit zu bewältigen, eigenständige Analysen am Übergang zum und im Mittelspiel legen viele taktische und strategische Motive offen, variantenspezifische Eigenheiten werden vor­züglich herausgearbeitet (z. B. wohin gehört welche Leichtfigur oder wann muss man mit den Bauernzügen c5-c4, f7-f5 oder g6-g5 operieren). Statistische Auswertungen unter­streichen Wertigkeiten bestimmter Abspiele. Die gut platzierten Diagramme unterstützen zudem ein leichtes Durchforsten. Ein Glanz­licht unter den Starting-out-Büchern, und kei­neswegs nur für Anfänger inspirierend!

Und auch der dritte IM-Autor geht en­gagiert vor; Richard Palliser legt eigentlich kein Eröffnungsbuch, sondern eher eine Motivationslektüre vor. In Kapiteln wie bei­spielsweise "Helden und Nullen", "Strate­gie", "Was ist angesagt", "Tricks und Fallen", "Vor dem Kampf" versteht es der Engländer, manche Eigenheiten der Benoni-Verteidi­gung zu hinterfragen. Der Dreibauernangriff ist für Schwarz mit einigen Sorgen verbun­den, und Palliser deutet auch Pfade, die an­dere aussparen. Doch im Turniersaal geht es nicht immer akademisch zu nach 1. d4 Sf6 2. c4 c5 3. d5 e6 4. Sc3 exd5 5. cxd5 d6 6. e4 g6 7. f4 Lg7 8. Lb5+ Sbd7!? 9. e5 dxe5 10. fxe5 Sh5 11. e6 Dh4+ 12. g3 Sxg3 13.hxg3 Dxh1 14.Le3 Lxc3+! 15.bxc3 a6! Vegh bietet nur Stoff zu 15. ...0-0, wäh­rend Franco das ganze Abspiel meidet! Watsons Urteil lautet gleichfalls "ungenügend", und er bleibt beim üblichen Sfd7 im 8. Zug. 16. exd7+ Lxd7 17. Lxd7+ Kxd7 18. Dg4+ Eine alternative, halsbrecherische Variante bietet 18. Da4+ b5 19. Dg4+ f5 20. Df4 The8 21. 0-0-0 De4 22. Lxc5 Dxf4+ 23. gxf4 Te4 24. Sf3 Tc8 25. Ld4 Txf4 26. Se5+ Kd6 27. Sf7+ Kxd5 28. Le5+ Ke6 29.Lxf4 Kxf7 30. Kb2 Tc4 31. Le3 f4 32. Ld4 g5 mit drei Bauern als Kompensati­on für die Leichtfigur in Crouch-Palliser, London 2003. Der Damentausch mit 18. Df3 ist der andere, weit ins Mittelspiel ausanaly­sierte Weg, der viele Fallstricke aufweist. 18. ...f5 19. Df3 Dxf3 20. Sxf3 The8 21. Kf2 Te4 22.Tb1 Tae8 Oder 22. ...b5 23. Lxc5 Tae8 24. Tb2 h6 25. Ld4 Kd6 26. a4 Kxd5 27. axb5 axb5 28. Txb5+ Ke6 29. Se5 g5 30.Tb6+ Kd5 31.Tb5+ mit Zugwiederho­lung in Wells-Palliser, Halifax (Britische Schnellschachmeisterschaft) 2003, aber Sd3 hätte aus weißer Sicht ein Spielen auf Ge­winn erlaubt! 23. Lxc5 Te2+ 24. Kf1 b5, ge­folgt von Tc2, hält Gegenspiel parat.

In der Summe bekommt man hier zahl­reiche Anknüpfungspunkte für weitere, eige­ne Analysen. Eine Seite Variantenindex hilft grob beim Zurechtfinden, aber dafür steht der Genuss einer ungeschminkten Bloßstellung der Stärken und Schwächen in einem vom Autor selbst praktizierten System, bei dem man mit den schwarzen Steinen meist den vollen Punkt im Visier hat! Zudem bringt Palliser Wissenswertes über Wettkampfein­stellung und Spielkultur.

Zenon Francos Expertise zielt eher auf den Benoni-Kenner. Es gibt 25 Stamm­partien in acht Abschnitten; Einführungen und Zusammenfassungen sind trefflich und knapp. Bei etlichen Beispielen behält Weiß die Oberhand, so dass der Nachziehende Nutzen aus Warnungen ziehen kann. Die Zielgruppe ist vorrangig gehobene Vereins­klasse. Erfreulicherweise findet eine Diskus­sion mit Watson statt, während Vegh und Pal­liser allerdings übersehen wurden. Dennoch gibt es unter dem Strich eine für Experten wichtige Standortbestimmung!

Sonderfälle der Benoni- Verteidigung sind Ähnlichkeiten und Übergänge zu königsin­dischen Strukturen. Hierzu zählen auch Auf­bauten mit f3 und der Springerüberführung g1-e2-g3. Als weltweit größter Experte gilt Alexei Drejew, der für seinen positionellen Schachstil und manche Eröffnungs- und Mittelspielinnovation berühmt ist. Er legte jetzt eine Auswahl seiner 100 besten Partien zwischen 1984 bis 2006 vor (darunter zwei­mal Benoni als A65): Jede Partie stellt ein Art Lernlektion dar, gut erklärt und mit Vari­anten ausgewogen unterfüttert auf insgesamt 275 Seiten. Faszinierend sind zuvor 15 Sei­ten Autobiografie, u. a. zu seinen Schwierig­keiten mit der Sowjetbürokratie (keine Rei­sen zu Jugendweltmeisterschaften!) und der Armeezeit vor 1990 (dann bricht die Lebens­beichte ab). Acht Seiten enthalten größten­teils weniger bekannte Farbbilder. Ein Buch mit langem Gebrauchswert!

Doch auch ein Fachmann wie Drejew erleidet bisweilen Schiffbruch; Im Dezem­ber 2007 war er gegen Faruch Amonatow nicht einmal Favorit, da der 38-Jährige in den vergangenen zwei Jahren fast 100 Elo-Punkte einbüßte. Amonatow dagegen mach­te seit 2006 einen Sprung um 100 Punkte auf momentane Elo 2649. Beim Superfinale der russischen Meisterschaft stand eine Er­öffnung auf dem Programm, über die zwei russische Landsleute, GM Alexander Cherniajew und FM Eduard Prokurnow, soeben eine Untersuchung vorlegten. Den Zusam­menhängen zwischen Benoni und Königsin­disch gehören 50 Seiten. Doch auch dieser Teil, wie das gesamte Werk mit 50 Beispiel­partien, offeriert wenig Eigenanalysen und teilweise älteres Material. Man gewinnt den Eindruck, es handelt sich um einen mühse­lig aufgepeppten Aufguss einer älteren Veröffentlichung; turnierpraktische Hinweise sucht man vergeblich. Verpasst wurde eine zuverlässige Revue zu einem vernachlässig­ten Thema. Empfehlung: Das Geld besser für die anderen Bände anlegen!

Mit freundlicher Genehmigung

Harald Fietz, Schach Magazin 64 3/2008

________________________

"Thorough coverage and insider knowledge of a controversial opening system"

Benoni ("Sohn der Sorge") war viele Jahre lang mit dem Odium behaftet, eine aus Sicht des Führers der schwarzen Steine zweifelhafte, ja sogar nicht ganz korrekte Eröffnung zu sein. An diesem schlechten Ruf konnten ursprünglich auch fundierte Theoriewerke von Albert Kapengut, Boris Gelfand, Lew Psachis und Dr. John Nunn nicht viel ändern. Erst als führende Großmeister wie Michail Tal, Bobby Fischer, der junge Garry Kasparov und Weselin Topalow dieses Eröffnungssystem in ihr Repertoire aufnahmen und große Erfolge mit Schwarz erzielten, fand Benoni die gebührende Anerkennung und wurde wieder häufiger gespielt.

IM John Watson, ein außerordentlich routinierter und versierter Schach-Autor hat bereits 1985 ein Werk über Benoni verfasst, und legt nunmehr einen brandneuen Repertoire - Band vor, der explizit aus Sicht von Schwarz die "besten" Varianten vorstellt.

Zu allen Kapiteln gibt Watson zunächst eine allgemeine Einführung, analysiert sodann die von ihm empfohlenen Abspiele im Detail, auch mit Hilfe von vielen Partiefragmenten aus der Praxis, und fasst schließlich seine Beurteilung abschließend zusammen.

Auf diese Weise präsentiert er folgende Themen nach den Einleitungszügen

1. d4 Sf6 2. c4 c5 3. d5 e6:

1) Frühe Abweichungen wie 4. d:e6, 4. g3, 4. Sf3 sollten Schwarz nicht grämen, weil sie nicht nachhaltig genug erscheinen (S. 9-21).

2) Systeme mit Lf4, also 4. Sc3 e:d5 5. c:d5 d6 6. Lf4 bzw. 6. Sf3 und 7. Lf4 oder 6. e4 und 7. Lf4 werden heutzutage selten gespielt, können jedoch für beide Seiten schwierige Entscheidungen bereithalten (S. 22-43).

3) Die Abspiele mit Lg5, z.B. 6. Sf3 g6 7. Lg5 oder 6. e4 g6 7. Sf3 Lg7 8. Lg5 bzw. hier 8. Le2 0-0 9. Lg5 fordern von Schwarz aggressive Maßnahmen, um einer Einengung zu entgehen (S. 44-58).

4) Die "Springer-Reise"-Variante 4. Sc3 e:d5 5. c:d5 d6 6. Sf3 g6 7. Sd2 kann Schwarz sowohl bei der Fortsetzung 7. ...Sbd7 als auch bei 7. ...Lg7 8. Sc4 0-0 nicht überraschen, weil das Springermanöver gut zu neutralisieren ist (S. 59-71).

5) Systeme mit dem Bauernsturm 6. e4 g6 7. f4, vor allem in der Form des gefürchteten Taimanow-Angriffes 7. ...Lg7 8. Lb5+ Sfd7 9. a4, werden nach Watson am besten mit der Zugfolge 9. ...Dh4+ 10. g3 Dd8 oder 10. ...De7 beantwortet. Danach entstehen sehr komplizierte Abspiele, die jedoch für Schwarz nicht nachteilig sein müssen (S. 72-109).

6) Fianchettosysteme mit g3, welche das Spiel in mehr positionelle Fahrwasser lenken sollen, z.B. 6. Sf3 g6 7. g3 Lg7 8. Lg2 0-0 9. 0-0, können zufriedenstellend für Schwarz mit ...a6, ...Sbd7 bzw. ...Te8 beantwortet werden (S.110-129).

7) Varianten mit Ld3 und Sge2, z.B. nach 6. e4 g6 7. d3 Lg7 8. Sge2 0-0 9. 0-0, ebenfalls vielversprechend für Weiß aussehend, können mit 9. ...a6 bzw. 9. ...Sg4!? gekontert werden, mit chancenreichem Spiel für beide Seiten (S. 130-146).

8) Das Kapengut-System 6. e4 g6 7. f3 Lg7 stellt keine hohen Anforderungen an die schwarze Flexibilität (S. 147-156).

9) Bei der modernen Hauptvariante 6. Sf3 g6 mit 7. h3 oder 7. e4 a6 bzw. 7. ...Lg7 empfiehlt der Verfasser die weitere Entwicklung mit 7. ...Sbd7 und ...Sh5, welche für Schwarz bessere Chancen verspricht, als die Wege mit ...Te8, ...Sa6, ...Ld7 oder ...c4 (S. 157-185).

10) In der klassischen Hauptvariante mit 7. e4 Lg7 8. Le2 0-0 9. 0-0 Te8 10. Sd2 Sbd7 kann Schwarz zufriedenstellend mit ...Se5 und ...g5 fortfahren, während bei 7. Sd2 Lg7 8. e4 0-0 9. Le2 Te8 10. 0-0 Sa6 mit den weiteren Zügen ...Sc7 und ...b6 zum Ausgleich genügen sollte (S. 186-205).

Summa summarum: Wer Benoni mit Schwarz erfolgreich spielen will, sollte eine Vorliebe für dynamisches, aggressives, unbalanciertes Spiel mit hochkomplexen 88 Stellungsbildern mitbringen, eine beachtliche Portion Ungewissheit über die weitere Entwicklung der Dinge schon von den allerersten Eröffnungszügen an aushalten können, er sollte sich seines Schul-Englisch einigermaßen sicher sein, einen Fünfziger investieren und sich Watsons ausgezeichnet gemachten Eröffnungsband zulegen!

Dr. W. Schweizer, Rochade Europa 5/2001

Nachdem sein letztes Werk "Secrets of Modern Chess Strategy - Advances since Nimzovich" zurecht eines der meistgelobten Bücher in letzter Zeit war, darf man auf das neueste Buch von John Watson natürlich gespannt sein. Thema ist allerdings diesmal wieder die Eröffnungstheorie, genauer gesagt die Moderne Benoni-Verteidigung.

Bei den Eröffnungstheoretikern hat sie meist einen zweifelhaften Ruf, John Watson bezeichnet sie treffenderweise als Angriffs-Verteidigung.

Ihre Blütezeit erlebte sie in den Händen des legendären Tal oder des jungen Kasparov, aber auch in der gegenwärtigen Turnierszene trifft man sie wieder, obwohl die Theorie Schwarz einen schweren Stand prophezeit.

Hier setzt John Watson an, denn sein "Guide" ist ein Repertoirebuch für Schwarzspieler. Grundsätzlich bietet er für alle Abspiele, also auch für die kritischen Varianten, zwei oder drei Systeme für Schwarz an, so dass der Leser auch bei den üblichen Problemen mit Repertoirebüchern, wie z.B. neue Entdeckugen der Theorie oder Ablehnung eines vorgeschlagenen Weges, trotzdem noch aussichtsreiche Alternativen erhält. Eine wichtige Rolle spielt auch die Erörterung der Zugfolge.

In seiner wirklich äußerst ausführlichen Kommentierung bereitet Watson den Leser natürlich auch umfassend auf alle strategischen und taktischen Aspekte der von ihm gewählten Varianten vor und macht dabei auch viele zusätzliche interessante Vorschläge.

Kurzum: Ein ausgezeichnetes Repertoirebuch, egal ob man Neueinsteiger in diese Eröffnung ist oder sein Benoni-Programm überarbeiten möchte.

Schach-Markt 4/2001

Seit seinem brillanten Secrets of Modern Chess Strategy (1998) ist John Watson wie für viele andere Schachschreiberlinge auch für mich der "Patron" der Szene. Dies ist seine erste Veröffentlichung nach dem Neo-Klassiker, und statt der grandiosen Verallgemeinerungen in Secrets... steht hier wieder die Recherche- und Analysearbeit im Vordergrund. So gut das Benoni-Buch auch ist - die Liebhaber von Watsons schriftstellerischer Prosa werden hier eher enttäuscht sein. Und einen weiteren Preis muss der Leser bezahlen: Das Buch ist nicht "komplett", sondern ein (schwarzes) Repertoirebuch. Das Vorgängerwerk des Ungarn Attila Schneider, Die Komplette Moderne Benoni-Verteidigung (Dreier), benötigte drei Bände und über 700 Seiten. Watson bevorzugt im Allgemeinen die a6/Sbd7-Spielweisen und vernachlässigt somit häufig Sa6-c7. Wo die meisten Buchautoren "Theorie" als das Zusammenfassen von Großmeisterpartien betrachten und ggf. spärlich (z. T. bereits bekannte) Verbesserungsvorschläge angeben, behauptet Watson, dass im Benoni beste Züge und meistgespielte Varianten weit auseinander liegen. Bei den meisten Autoren würde ich diesen Äußerungen skeptisch gegenüber stehen - bei Watson glaube ich sie !

Vorbildlich meistert Watson Gestaltungsfragen wie: Welche Abspiele werden in den Vordergrund gestellt, welche als experimentelle Alternative angeboten, wo sind ,,Back-Up"- Varianten im Falle künftiger Verstärkungen bereitzustellen, wo steht gesichertes Wissen und wo steht der analytische Prozess erst am Anfang. Kurz: Absolute Pflichtlektüre für den ernsthaften Benoni-Spieler!

Harald Keilhack, Schach 02/2002

The Gambit Guide to the Modern Benoni

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