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Fischer und seine Vorgänger

307 Seiten, kartoniert, Neu-Jung, 1. Auflage 2007

27,80 €
Inkl. 5% MwSt., zzgl. Versandkosten

Vorwort des Verfassers

Fischers aufsehenerregende Resultate Beginn der siebziger Jahre haben die gesamte Schachwelt in Aufregung versetzt. Hat Caissa jemals einen solchen Helden gehabt? Eine derartige Reihe brillanter Erfolge ist in der Schachwelt selten vorgekommen. Zwischen dem Internationalen Turnier zu Palma de Mallorca 1970 und dem berühmten Zweikampf um die Weltmeisterschaft in Reykjavik 1972 sind die Schachliebhaber Zeuge gewesen von einer ununterbrochenen Serie ruhmreicher Leistungen, so daß die Frage berechtigt war: "Ist Fischer der größte Schachspieler aller Zeiten?"

Diese Frage hat mich dazu bewogen, dieses Buch zu schreiben. Auf zahlenmäßiger Basis ist es kaum möglich, zwischen den heutigen Leistungen und Leistungen aus der Vergangenheit zu vergleichen, obwohl in der Einleitung dieses Buches dazu doch ein Versuch gemacht wurde. Dieser Versuch beruht auf den in der Schachwelt allgemein akzeptierten statistischen Methoden, die von Professor Elo entwickelt wurden.

Aber man darf sich nicht zufrieden geben mit dem Versuch, die gestellte Frage ausschließlich auf mathematische Weise zu beantworten. Ich habe deshalb probiert, bestimmte Aspekte von Fischers Stil zu beleuchten und diese zu vergleichen mit ähnlichen Aspekten in den Spielen der drei zuletzt verstorbenen Weltmeister.

Solche Vergleiche können niemals vollständig sein. Das Eröffnungsrepertoire verändert sich ständig und auch die Spielstärke der Spitzenspieler ist variabel; folglich war auch der Widerstand, den die verschiedenen Weltmeister in ihrer Zeit zu überwinden hatten, nicht immer gleich groß. Doch hoffe ich, mit diesem Buch einen Eindruck gegeben zu haben von der Kapazität der früheren Weltmeister im Vergleich zu der von Fischer. Die Partien der Weltmeister sind Gemeingut und sind fast ausnahmslos gründlich analysiert, im Allgemeinen durch mehr als einen Kommentator. Deshalb bestand meine hauptsächlichste Aufgabe nicht in der Analyse, sondern in der Auswahl und der Präsentation von Partien, die ich am typischsten für den Stil von Fischer und seinen Vorgängern beschaute. Die Erwähnung der Bearbeiter war nur in einzelnen Fällen möglich, wenn nämlich deutlich war, wer der erste Bearbeiter einer gegebenen Analyse war. In den meisten Fällen laufen die Analysen der verschiedenen Bearbeiter parallel und es ist ein hoffnungsloses Unterfangen, alle Namen der Kommentatoren zu nennen, die sich mit einer bestimmten Partie beschäftigt haben.

Prof. Dr. M. Euwe, Juni 1975

Euwe ist in seinem niederländischen Buch "Fischer en zijn voorgangers" (Fischer und seine Vorgänger) einer in allen Gesellschaftskreisen vieldiskutierten Frage über die Stellung und Stärke Fischers in der Schachwelt nachgegangen. Seinen Untersuchungen, Darstellungen und Schlussfolgerungen ist nichts hinzuzufügen. "Fischer en zijn voorgangers" von Euwe kann als sein gelungenes Alterswerk

betrachtet werden. Er konnte dieses Buch schreiben, weil er mit allen hier besprochenen Spielern die Klingen gekreuzt hatte und sie persönlich (gut) kannte. Dadurch erhält das Buch im Grunde genommen einen besonderen schachhistorischen Wert mit persönlichem Einschlag. Neben diesem schachhistorischen Wert liegt sein Wert im methodischen Aufbau, wodurch es zu einem Lehrbuch des Schachspiels auf strategischem, taktischem und teilweise psychologischem Gebiet geworden ist. Vergleiche z.B. mit den Werken von Eduard Lasker ("Moderne Schachstrategie"), Aljechin ("Auf dem Wege zur

Weltmeisterschaft" und "My best games of chess") und Hans Müller ("Botwinnik lehrt Schach") drängen sich auf. Fischers schachliche Leistungen verdienen in Erinnerung gerufen zu werden. Er ist

der auf dem Schachbrett nicht entthronte Weltmeister. Genießen wir die hier von Max Euwe vorgestellten Partien und die Beurteilung seines Stils in einem Vergleich mit seinen Vorgängern.

Dr. Kurt G. Köhler

Weitere Informationen
Gewicht 400 g
Hersteller Neu-Jung
Breite 14,5 cm
Höhe 20,5 cm
Medium Buch
Erscheinungsjahr 2007
Autor Max Euwe
Sprache Deutsch
Auflage 1
ISBN-10 3933648319
Seiten 307
Einband kartoniert

005 Vorwort des Übersetzers

007 Vorwort des Verfassers

009 Einleitung des Verfassers

017 Teil I: Capablanca und Fischer

017 1. Allgemein

022 2. Eine Vorbildleistung von Capablanca

028 3. Eine Vorbildleistung von Fischer

039 4. Spitzenleistungen von Capabanca

053 5. Fischers Spitzenleistungen

062 6. Spezielle Geschicklichkeit von Capablanca:

Manövrieren und "eine kleine Kombination"

079 7. Fehler von Capablanca

087 8. Fehler von Fischer

096 9. Leistungen von Capablanca auf anderem Gebiet

103 Teil II: Aljechin und Fischer

103 1. Allgemein

105 2. Bauernopfer in der Eröffnung von Aljechin

114 3. Bauernopfer in der Eröffnung von Fischer

127 4. Strategische Kombinationen von Aljechin

141 5. Strategische Kombinationen von Fischer

158 6. Angriffskombinationen von Aljechin

168 7. Angriffskombinationen von Fischer

181 8. Mattkombinationen von Aljechin

188 9. Mattkombinationen von Fischer

195 10. Aljechins Fehler

200 11. Eroberung der Weltmeisterschaft

204 Teil III: Lasker und Fischer

205 1. Allgemein

209 2. Die gute alte Zeit

215 3. Übergangsperiode

223 4. Triumph über die jüngere Generation

235 5. Lasker in Endspielen

240 6. Laskers Fehler

250 7. Vergleich Lasker - Fischer

258 Teil IV: Fischer gegen die noch lebenden Weltmeister

259 1. Fischer - Euwe: +1 -1 =1

262 2. Fischer - Botwinnik: +0 -0 =1

266 3. Fischer - Smyslow: +3 -1 =5

276 4. Fischer - Tal: +2 -4 =5

286 5. Fischer - Petrosjan: +8 -4 =15

295 6. Fischer - Spasski: +7 -5 =13

302 Schlußfolgerungen - Nachwort (Epilog)

303 Literaturverzeichnis

304 Teil V: Ergänzung des Übersetzers

304 1. Übersicht der Partien

306 2. Übersicht der PARTIEFRAGMENTE

307 3. Lebensdaten der Spieler

Die 1975 erschienene Originalaus­gabe (Niederländischer Titel: Fi­scher en zijn voorgangers) übertrug Dr. Kurt G Köhler über 30 Jahre später ins Deutsche. Was macht den Band heute noch interessant?

Fischer ist nach wie vor eine leben­de Legende, in US-Regierungskrei­sen gar eine Unperson wegen seines Embargoverstoßes anlässlich des "Revanchematchs" 1992 gegen Spasski. Der Autor Max Euwe (1901-1981) ist an Referenzen kaum zu übertreffen: Großmeister, Schachweltmeister, FIDE-Präsident, Hochschulprofessor der Informatik, Autor zahlreicher Schachbücher. Zum Anliegen des Buches ein Aus­zug aus dem Vorwort des Verfassers: "Fischers aufsehenerregende Re­sultate Beginn der siebziger Jahre haben die gesamte Schachwelt in Aufregung versetzt. Hat Caissa je­mals einen solchen Helden gehabt? Eine derartige Reihe brillanter Erfol­ge ist in der Schachwelt selten vor­gekommen. Zwischen dem Interna­tionalen Turnier zu Palma de Mal­lorca 1970 und dem berühmten Zweikampf um die Weltmeister­schaft in Reykjavik 1972 sind die Schachliebhaber Zeuge gewesen von einer ununterbrochenen Serie ruhmreicher Leistungen, so daß die Frage berechtigt war: Ist Fischer der größte Schachspieler aller Zeiten? Diese Frage hat mich dazu bewogen, dieses Buch zu schreiben. ... man darf sich nicht zufrieden geben mit dem Versuch, die gestellte Frage ausschließlich auf mathematische Weise zu beantworten. Ich habe des­halb probiert, bestimmte Aspekte von Fischers Stil zu beleuchten und diese zu vergleichen mit ähnlichen Aspekten in den Spielen der 3 zu­letzt verstorbenen Weltmeister."

Der Übersetzer bezeichnet Euwes niederländische Originalfassung als dessen gelungenes Alterswerk, das er schreiben konnte, weil er mit allen darin besprochenen Spielern die Klingen gekreuzt hatte und sie per­sönlich kannte.

Inhaltlich gliedert sich der Band in vier Teile. Die ersten drei beschäfti­gen sich mit Capablanca, Aljechin und Lasker im Vergleich zu Fischer, der vierte Teil mit Fischers Bilanz gegen die zum Zeitpunkt der Erst­veröffentlichung der Originalausga­be noch lebenden Weltmeister Eu­we, Botwinnik, Smyslow, Tal, Petrosjan und Spasski. Literaturver­zeichnis, Übersichten der 74 bespro­chenen Partien und der 12 Partie­fragmente sowie der Geburts- und gegebenenfalls Todesdaten der Welt­meister komplettieren den Band.

Vermutlich dem niederländischen Original geschuldet, verzichtet der Band auf ein modernes, leserfreund­liches Seitenlayout. Das wirft die Frage nach den Möglichkeiten und Grenzen einer Rezeption auf. Der Verzicht auf die Wiedergabe von Par­tien im fortlaufenden Text, sondern deren Darstellung in Spaltenschreib­weise, die Angabe der Partiezüge im Fettdruck und die Beschriftung der Diagramme hätten Lesern die Nut­zung des Bandes erleichtert. Da die Übersetzung 2007 und nicht 1975 stattfand, wäre auch die Nutzung der aktuellen deutschen Rechtschreibregeln angemessen gewesen.

Fazit:

Es verwundert, dass Euwes Band erst jetzt in die deutsche Sprache übersetzt wurde. Alle Verehrer des amerikanischen Schachgenies und auf dem Schachbrett nicht entthron­ten Weltmeisters werden es wohl­wollend zur Kenntnis nehmen.

Mit freundlicher Genehmigung

Richard Brömel, Rochade Europa 9/2007

_________________________

Das Originalwerk erschien bereits 1975 in Holland und wurde, anders als nahezu alle Titels Euwes, erstaunlicherweise nicht ins Deutsche übersetzt. Diese Aufgabe hat erst in jüngster Zeit Dr. Kurt G. Köhler übernommen. Euwe, der Fischer, seine Konkurrenten und weltmeisterlichen Vorgänger im 20.Jahrhundert (deren er ja selber einer war!) ja nicht nur gekannt, sondern auch persönlich die Klingen mit ihnen gekreuzt hat, ist unbestreitbar ein interessanter und aussagekräftiger Zeitzeuge der Zeit um 1975, als Fischer auf der Höhe seines Ruhmes von der Bühne abtrat. Lassen wir den Autor selbst zu Wort kommen:

"Fischers aufsehenerregende Resultate Beginn der siebziger Jahre haben die gesamte Schachwelt in Aufregung versetzt. Hat Caissa jemals einen solchen Helden gehabt?

Eine derartige Fülle brillanter Erfolge ist in der Schachwelt selten vorgekommen. Zwischen dem Internationalen Turnier zu Palma de Mallorca 1970 und dem berühmten Zweikampf um die Weltmeisterschaft in Reykjavik 1972 sind die Schachliebhaber Zeuge gewesen von einer Serie ununterbrochener Serie ruhmreicher Leistungen, so daß die Frage berechtigt war: "Ist Fischer der größte Schachspieler aller Zeiten?".

Diese Frage hat mich dazu bewogen, dieses Buch zu schreiben. Auf zahlenmäßiger Basis ist es kaum möglich, zwischen den heutigen Leistungen und Leistungen aus der Vergangenheit zu vergleichen, obwohl in der Einleitung dieses Buches dazu doch ein versuch gemacht wurde. Dieser Versuch beruht auf den in der Schachwelt allgemein akzeptierten statistischen Methoden, die von Professor Elo entwickelt wurden."

Das Buch besteht aus vier Teilen, die in je 6 bis 11 Kapiteln einen Vergleich zwischen Fischer und Capablanca, Aljechin und Lasker anstellen und im IV.Teil auf die (damals) noch lebenden Weltmeister Euwe, Botwinnik, Smyslow, Tal, Petrosian und Spasski eingehen. In einem kurzen V.Teil finden wir einen Liste der 74 Partien und 12 Partiefragmente, die im Buch vorkommen sowie die Lebensdaten der hier behandelten Weltmeister. Gleich zu Beginn, im Abschnitt "Einleitung des Verfassers2 (also von Euwe) finden wir die schon zuvor erwähnte Untersuchung nach Elozahlen, der Euwe jedoch, obwohl selbst Mathematiker, mit einer gesunden Skepsis entgegensteht. Dennoch ein interessanter Abschnitt.

Alle Kapitel sind durch die schon genannten Partien oder Partiefragmente, alle gut kommentiert und übersichtlich präsentiert, buchstäblich illustriert. Euwe belegt seine Ansichten und Erkenntnisse in seiner gewohnt präzisen Art, wobei der Leser nicht nur über Fischer, sondern auch über dessen Vorgänger viel Interessantes erfährt. Hier zieht Euwe natürlich Partien anderer Gegner heran, denn Aljechin starb kurz nach Fischers 3.Geburtstag (1946), Lasker und Capablanca waren bei seiner Geburt bereits verstorben. Da der Vergleich Fischers mit diesen drei Spielern den Kernbereich des Buches bildet, ist also nur ein indirekter Vergleich möglich. Gegen seinen bedeutendsten Vorgänger in der Nachkriegszeit, nämlich gegen Botwinnik, spielte Fischer nur eine einzige Partie (Varna 1962), die anderen Weltmeister dieser Epoche waren aber nicht lange genug auf dem Thron, um dem Weltschach ihren dauerhaften Stempel aufdrücken zu können, wenn jetzt auch sicher die Tal Fans Protest schreien werden. Tal ist immerhin der einzige Weltmeister, der einen positiven Score gegen Fischer vorweisen kann!

Erstaunlicherweis währte ja auch Fischers Zeit nicht länger als die seiner diversen sowjetischen Vorgänger, doch waren seine Leistungen viel eindrucksvoller als deren und er hat in vielfältiger Weise die Schachgeschichte für immer geprägt. Das zeigt sich schon daran, daß Bobby Fischer heute, 35 Jahre nach seinem letzten Match (den "Revanchekampf" gegen Spasski sehe ich eher als Schaukampf) immer noch gegenwärtig ist und die Gemüter bewegen kann. Allerdings teile ich nicht die positive Auffassung Dr.Köhlers: "Er ist der auf dem Schachbrett nicht entthronte Weltmeister". Fischers Ruhm kann logischerweise nicht dadurch vermehrt worden sein, daß er sich dem Herausforderer Karpow nicht stellte!

Besonders interessant fand ich Analyse und Vergleich von Fischer und Capablanca, da Fischers Stil ja gerne mit diesem verglichen wird und Capa im positionellen Bereich als ein ideeller Vorgänger Fischer gilt.

Natürlich konnte Euwe, wie so viele in seiner Zeit und bis auf den heutigen Tag, keine schlüssige Antwort auf die Frage geben, ob Fischer der beste Spieler aller Zeiten war. Dies gibt er auch freimütig zu. Dennoch sind Euwes Betrachtungen und Vergleiche auch heute noch interessant und die wahren Fischer Fans können an diesem Buch eigentlich nicht vorbeigehen.

Fazit: Ein Buch, das auch mehr als 30 Jahre nach seinem Erscheinen in Holländisch noch interessante Aspekte zu vermitteln weiß, so immergrün wie sein Held, das Schachphänomen Robert J. (Bobby) Fischer!

Mit freundlicher Genehmigung

Heinz Brunthaler, Rochade Europa