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Artikelnummer
LXDLUGI
Autor

Grandmaster Insides

Eigenschaften

405 Seiten, kartoniert, Thinkers Publishing, 1. Auflage 2017

18,15 €
Inkl. 5% MwSt., zzgl. Versandkosten

'Grandmaster Insides' takes you into the inner world of Maxim Dlugy, as he recounts and analyzes what a young player went through to become a champion and what areas of development are important for self-improvement as a chess player. As the highest rated player in the world in the age group of 15 and until he became World Junior Champion at 20, Maxim has an ideal vantage point from which to recount the exploits of a talented young player. He became the highest rated blitz player in the world, won numerous International tournments and even tied for 1-4th place in the first World Rapid Championship in Mazatlan, while missing becoming a World Championship Candidate when he was 19 by half a point. Dlugy covers important topics: preparation for your opponent, match play and the search for the

objective truth in chess, taking the examples from his own career. His games and interaction with World Chess Champions will give the reader a deeper look at some of the best players in history such as Tal, Smyslov, Spassky, Karpov, Kasparov, Kramnik and even Magnus Carlsen.

Maxim Dlugy is a former US Junior Champion, World Junior Champion, 2 times National Open Champion, 2 times World Open Champion, and a Former President of the US Chess Federation. He has hel-

ped prepare both Garry Kasparov and Anatoly Karpov for major international events (including world chess championship matches), has an opening variation named after hirn and many young students

in the top 50 lists in the USo His shows on ICC and chess. com has attracted a large audience as he explains his thoughts during the games.

Weitere Informationen
Gewicht 800 g
Hersteller Thinkers Publishing
Breite 17,1 cm
Höhe 23,5 cm
Medium Buch
Erscheinungsjahr 2017
Autor Max Dlugy
Sprache Englisch
Auflage 1
ISBN-13 9789492510082
Seiten 405
Einband kartoniert

004 Key to Symbols used & Bibliography

006 Introduction

009 Chapter 1 - How I grew up to become a Professional Chess Player

019 Chapter 2 - Key Moments of Development as a Child

025 Chapter 3 - Integration of Chess Into Normal Life

029 Chapter 4 - The Role of Blitz

039 Chapter 5 - Development of Necessary Skills: Tactics & Strategy

047 Chapter 6 - Improvement Secrets

053 Chapter 7 - How to Study Openings

095 Chapter 8 - Learning a new Opening System

105 Chapter 9 - Preparation for a Match

139 Chapter 10 - Preparing for the Next Round in a Swiss Tournament

147 Chapter 11 - Analysis & Paralysis

159 Chapter 12 - Touching the Stars

173 Chapter 13 - Enhancements: Dvoretsky, Geller, Gulko, Deep Blue

185 Chapter 14 - Rubbing Shoulders with the Greats

185 Chapter 14a - Garry Kasparov

211 Chapter 14b - Viswanathan Anand

227 Chapter 14c - Misha Tal

235 Chapter 14d - Vassily Smyslov

243 Chapter 14e - Boris Spassky

247 Chapter 14f - Vladimir Kramnik

257 Chapter 14g - Anatoly Karpov

273 Chapter 14h - Magnus Carlsen

279 Chapter 15 - Crucial Games

349 Chapter 16 - Chess Writing

359 Chapter 17 - Amazing Games and Combinations

387 Chapter 18 - Blitz and Rapid Successes and the Reasons for them

391 Chapter 19 - Grandmaster Insides

405 Epilogue

AUS EIGENER ERFAHRUNG

Von Harry Schaack

Maxim Dlugy gehörte in den Achtzigern zur erweiterten Weltspitze. Dass ihn heute kaum noch jemand kennt, liegt vor allem daran, dass er nicht lange als Schachprofi aktiv war und sich für eine Karriere an der Wall Street entschied. Dlugys Eltern emigrieren 1977 von Moskau nach New York. Noch zuvor erlernt Dlugy das Spiel im Alter von sieben Jahren von seinem Großvater. In seiner Jugend unterstützen ihn seine Eltern bedingungslos. Nach dem Schul­abschluss entscheidet er gemeinsam mit seinen Eltern, dass er es sechs Jahre - also drei WM-­Zyklen - als Schachprofi versuchen will, mit der Zielsetzung Weltranglistenfünfter zu werden. Gelingt es nicht, kehrt er zum Studium zurück.

Mit 16 wird Dlugy IM, 1985 Juniorenweltmeister und 1986 GM. Beim Interzonenturnier 1985 in Tunis ist er nahe dran, den Durchbruch zu schaffen, als ihm nur ein Punkt zur Qualifikation zum Kandidatenturnier fehlt. Doch der Sprung an die Weltspitze bleibt ihm versagt. 1991 beendet er nach sechs Jahren seine Profikarriere.

Doch dem Schach bleibt Dlugy stets verbunden. Bei der WM 1990 gehört er zu Kasparows Sekundanten-Team gegen Karpow. In den Neunzigern trägt er wesentlich zum Eröffnungsbuch des Computers Deep Blue bei. 2010 unterstützt er Karpow bei dessen Wahlkampf um die FIDE-Präsidentschaft. Und während des WM-Matches zwischen Anand und Gelfand in Moskau 2012 werden Gemälde von ihm in der berühmten Tretjakow-Galerie ausgestellt. In letzter Zeit ist Dlugy in der schachlichen Öffentlichkeit wieder präsenter. Bei der WM in New York 2016 war er Kommentator und kürzlich gründete er die Chess Max Academy, die Schachlektionen für Jugendliche anbietet.

Ein Indiz für Dlugys neuerliche Schachaktivität ist sein Werk Grandmaster Insides , das in diesem Jahr erschien. Der amerikanische Großmeister setzt sich darin mit unterschiedlichsten Aspekten auseinander, die für die Entwicklung schachlicher Fertigkeiten von Vorteil sind. Dabei wird Dlugy selbst zum "Rolemodel“. Er erklärt, wie er sich sukzessive bis zum Großmeister verbessert hat. Immerzu hat er dabei seine eigene "mensch­liche Seite“ im Blick. Er nimmt nie die Position des überlegenen GMs ein, sondern zeigt auch seine Schwächen und Fehler, mit denen er den Leser ermutigen will, sich selbst zu verbessern.

Dlugy will vor allem die richtige Herangehensweise an das Schach vermitteln. Dabei berücksichtigt er viele Faktoren, die oft unbeachtet bleiben: So berichtet er, wie er sich durch neue Ziele immer wieder motiviert hat. Sie trieben ihn dazu, Rekorde zu brechen, Elo-Barrieren zu überwinden und Turniere zu gewinnen. Oder er fragt sich, ob man mehr spielen oder mehr analysieren soll. Und er empfiehlt Spiele, die nichts mit Schach zu tun haben, aber Konzentration, Erinnerungsvermögen, Risikobereitschaft und Kreativität befördern.

Man spürt gelegentlich, dass Dlugy ein gewisses Misstrauen gegenüber den Engines hegt. Vielleicht auch deshalb ist es ihm im Kapitel zum Eröffnungsstudium wichtiger, sich zu jeder Variante die unterschiedlichen Pläne und Strategien zu notieren, als die Züge auswendig zu lernen.

Ein größerer Teil des Buches widmet sich Dlugys Begegnungen mit den größten Schachspielern seiner Zeit. Er hat von Smyslow bis hin zu Carlsen gegen viele Weltmeister gespielt und ein beachtliches Ergebnis erzielt. Sehr lesenswert ist es, wenn er Anekdoten erzählt, etwa wie ihm Carlsen einmal tiefe Einblicke in ein Endspiel gab.

Dlugy hat es zwar im klassischen Schach nicht ganz nach vorne gebracht, im Blitz aber schon. Dort maß er sich auf Augenhöhe mit den Allerbesten, gewann eine Zeitlang fast jedes Blitzturnier, an dem er teilnahm, und belegte von 1988 bis 1993 den ersten Platz in der World Blitz Chess Association.

Es wundert deshalb nicht, dass Dlugy ein großer Verfechter des Blitzspiels ist. Auch in seinem Buch verteidigt er die vorteilhaften Effekte des Blitzens, das für ihn stets ein Trainingsmittel gewesen ist, sich zu verbessern, schnell Eröffnungen zu lernen oder Stellungstypen zu verstehen.

Eines der erhellendsten Kapitel beschäftigt sich mit der Wettkampfvorbereitung. Als Dlugy einst gegen Fedorowicz ein Match spielte, führte er ein Tagebuch. Es enthält die Stilanalyse seines Gegners, Eröffnungsvorbereitung, die Match strategie und seine Gedanken vor den jeweiligen Partien. Dies verschafft dem Leser einen unverstellten Einblick in die konkrete Arbeitsweise eines Großmeisters.

Grandmaster Insides ist gleichermaßen ein instruktives Trainingsbuch und unterhaltsame Lektüre.

Zeitschrift KARL, Ausgabe 3/2017


GM Maxim Dlugy ist eine sehr interessante Persönlichkeit des Schach. 1985 wurde er Juniorenweltmeister vor solchen Größen wie Viswanathan Anand oder Vasily Iwantschuk und erreichte ebenfalls den Großmeistertitel. Der Weg in die erweiterte Weltspitze schien vorgezeichnet, aber er beendete seine Schachkarriere zu Beginn der 90er Jahre und ging lieber in den Finanzsektor. In diesem Jahrtausend kam er jedoch wieder zurück und engagiert sich jetzt vorrangig als Schachtrainer, spielt aber auch hier und da Blitz- und Schnellschachturniere.

In seinem nun bei Thinkers Publishing erschienenen Buch "Grandmaster Insides" nimmt er den Leser mit auf eine Reise durch die Vergangenheit und zeichnet seinen Weg zum Schacherfolg nach. Dabei zeigt er auch, was man tun muss, um so stark zu werden, wie es ihm gelang.

Es beginnt mit seiner Faszination zum Schach und den ersten Mentoren, die ihn begleitet haben. Manches war ein schöner Zufall, aber es wird auch schnell klar, dass jedes aufstrebende Talent einen erfahrenen Schachtrainer benötigt. Klar wird allerdings auch, dass jeder Trainer so seine eigenen Konzepte und Ideen verfolgt und nicht jeder für jedes Talent geeignet ist.

Man erkennt als Leser auch schnell, welcher Arbeitsaufwand betrieben werden muss, um sich im Schach wirklich deutlich zu verbessern. Gerade in der heutigen Zeit in Deutschland erlebe ich aus Trainersicht immer häufiger, dass der Alltag meiner Schüler mehr und mehr von der Schule vereinnahmt wird und man kann sich da schon gut in den kleinen Maxim hineinversetzen, der in der langen Bahnfahrt von zu Hause zum Schachklub noch die Hausaufgaben erledigt, damit er beim Schachspielen kein schlechtes Gewissen haben muss.

Neben den autobiographischen Aspekten gibt es aber auch drei schachliche Bereiche, in die tiefe Einblicke gewährt werden. Zum einen ist da die Eröffnungsarbeit. Diese war in den 1970ern und 1980ern natürlich eine andere als heute. Man kam schwieriger zu Informationen und die Theorie bot noch mehr weiße Flecken zum Ausfüllen. Der in dem Buch genannte Ansatz kann aber auch heute noch sehr gut funktionieren. Man nehme ein gutes Schachbuch von einem starken Schachspieler zu einem Eröffnungssystem und sehe sich in den weniger kritischen Nebenvarianten nach neuen Ideen um. Diese vertieft man dann statt sich in den Hauptsystemen mit dem Experten zu messen. So hat man dann in seinen Partien meist einen Wissensvorsprung. Sehr gut wird das mit dem Da4-System in der Damenindischen Verteidigung verdeutlicht. Nach 1.d4 Sf6 2.c4 e6 3.Sf3 b6 4.g3 La6 haben wir die Hauptvariante der Damenindischen Verteidigung vor uns. Der Hauptzug ist hier 5.b3, wonach Schwarz nach derzeitigem Stand keine großen Probleme hat. Immerhin half diese Variante niemand geringerem als Sergej Karjakin zum Gewinn des Kandidatenturniers. GM Dlugy hat sich aber intensiv mit 5.Da4 beschäftigt und zeigt mit vielen Beispielpartien und eigenen Analysen, wie Weiß mit diesem System Probleme bereiten kann. Um auf diese Art und Weise auf ein Repertoire zu kommen, benötigt man den zweiten im Buch klar besprochenen schachlichen Aspekt, der von allen gar der wichtigste ist und heute von vielen Spielern vernachlässigt wird. Es geht um die Fähigkeit, eine Stellung tief zu analysieren. Heute sind viele Spieler zu faul dafür und lassen diese Arbeit lieber von den Engines erledigen. In Maxim Dlugys Jugend gab es diese Hilfe nicht und so hat er viele Stunden damit zugebracht, Stellungen so tief zu analysieren, bis er wirklich wusste, worum es jeweils ging. Wenn man dies übt, kann man natürlich auch während seiner Partien besser die wesentlichen Bestandteile einer Stellung ergründen.

Der dritte große Bereich ist der der Schachpsychologie. Es geht um die richtige Stimmung, die man in seinen Partien haben sollte, aber auch mentale Fehler. Dieser Bereich wird oft unterschätzt und kostet dann wichtige Punkte.

Ansonsten gibt es aber auch viele weitere Aspekte, die in das Buch einfließen. Man erfährt unter anderem etwas über die Kunst der Prophylaxe, über große Schachspieler, mit denen sich der Autor messen durfte und auch das Blitzschach. Hier ist die Meinung des Autoren sehr modern und er erklärt sogar, warum Blitzschach zu unrecht einen so schlechten Trainingsruf hat, was ich bemerkenswert fand.

Insgesamt ist dies ein sehr unterhaltsames Buch, das dem Leser zeigt, wie man es anstellen kann, ein Großmeister zu werden. Die Partiekommentare sind sehr objektiv und der Autor beschönigt nichts. Vor allem für Spieler, die 1.d4 spielen, ist das Buch eine Fundgrube an Repertoireideen, aber auch ich als 1.e4-Spieler hatte meinen Spaß und habe die Lektüre sehr genossen. Von mir gibt es eine absolute Kaufempfehlung für jede Spielstärke!

IM Dirk Schuh

Mai 2017