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LXBAUKAN

Kandidatenzüge

Die Methode eines Großmeisters

421 Seiten, kartoniert, Thinkers Publishing, 1. Auflage 2020

29,39 €
Inkl. 5% MwSt., zzgl. Versandkosten

Deutsche Ausgabe von "Candidate Moves" (Art.-Nr. LXBAUCM) aus dem selben Verlag.


Der französische Großmeister Christian Bauer ist einer der führenden Spieler in seinem Land. Er ist ein ehemaliger französischer Meister, der in zahlreichen internationalen Treffen mit der französischen Mannschaft Frankreich vertreten hat. Er hat viele Artikel und Bücher für mehrere Verlaghäuser geschrieben: "Play 1 ... b6", "The Philidor Files" und "Play the Scandinavian". Seine Bücher wurden in anderen Sprachen übersetzt. Das hier ist das vierte Buch und das erste bei Thinkers Publishing.

Christian packt eines der größten Probleme beim Schach an: wie kann man die Kandidatenzüge auswählen. Er erläutert und setzt sich mit vielen verschiedenen Themen auseinander wie zum Beispiel der Eintritt in ein relativ unerforschtes Gebiet, sich auf erlerntes Wissen oder Intuition verlassen oder auch einfach prophylaktisch spielen. Er benutzt dabei Beispiele aus seinen eigenen Partien. Daraus entsteht ein einzigartig nützliches Werk, das Ihnen helfen wird, Ihr Leistungsstand im allgemeinen anzuheben.

Weitere Informationen
Gewicht 780 g
Hersteller Thinkers Publishing
Breite 17 cm
Höhe 23,5 cm
Medium Buch
Erscheinungsjahr 2020
Autor Christian Bauer
Sprache Deutsch
Auflage 1
ISBN-13 978-94-9251-067-9
Seiten 421
Einband kartoniert

005 SYMBOLERKLÄRUNG

007 VORWORT

009 KAPITEL 1. DIE ZUTATEN FÜR EIN QUALITÄTSOPFER

011 Partie 1-2. C. Bauer - D. Shengelia (Dresden 2007)

020 Partie 3-4. C. Bauer - E. Bacrot (Pau 2012)

034 Partie 5-6. C. Bauer - E. Hansen (Linares 20l3)

043 Partie 7-8. C. Bauer - S. Halkias (Metz 2014)

054 Partie 9-10. C. Bauer - V. Burmakin (Cappelle la Grande 2016)

064 Partie 11-12. H. Lai - C. Bauer (Maastricht 2016)

076 Partie l3-14. S. Beukema - C. Bauer (Maastricht 2016)

088 Partie 15-16. M. Admiraal - C. Bauer (Novi Sad 2016)

097 KAPITEL 2: WIE MAN TAKTISCHES CHAOS BEHERRSCHT

098 Partie 1-2. F. Bindrich - C. Bauer (Schweiz 2010)

110 Partie 3-4. D. Pavasovic - C. Bauer (Rogaska Slatina 2011)

119 Partie 5-6. C. Bauer - M. Godena (Cannes 2014)

127 Partie 7-8. A. Donchenko - C. Bauer (Metz 2014)

139 Partie 9-10. C. Bauer - D. Howell (Northampton 2017)

148 Partie 11-12. C. Bauer - M. Turner (England 2017)

161 KAPITEL 3. KÖNIG IM ZENTRUM

162 Partie 1-2. C. Bauer - J. Gonzalez Garcia (Lugo 2009)

170 Partie 3-4. A. Dreew - C. Bauer (Schweiz 2011)

179 Partie 5-6. A. David - C. Bauer (Nancy 2012)

189 Partie 7-8. C. Bauer - T. Haub (Cappelle la Grande 2012)

196 Partie 9-10. C. Sochacki - C. Bauer (Vandoeuvre les Nancy 2015)

202 Partie 11-12. Y. Zhou - C. Bauer (Birmingham 2016)

211 Partie 13-14. V. Hamitevici - C. Bauer (Novi Sad 2016)

224 Partie 15-16. C. Bauer - J. Schroeder (Zürich 2016)

233 KAPITEL 4. RUHIGERE PARTIEN

233 Partie 1-2. C. Bauer - N. Brunner (Nancy 2009)

244 Partie 3-4. C. Bauer - A. Alonso Rosell (Cannes 2011)

254 Partie 5-6. C. Bauer - O. Kurmann (Schweiz 2011)

264 Partie 7-8. A. Naiditsch - C. Bauer (Mulhouse 2011)

273 Partie 9-10. C. Bauer - I. Smirin (Porto Carras 2011)

280 Partie 11-12. C. Bauer - I. Nepomniachtchi (Porto Carras 2011)

293 Partie 13-14. C. Bauer - P. Leko (Eilat 2012)

306 Partie 15-16. C. Bauer - M. Valles (Metz 2014)

316 Partie 17-18. R. Wojtaszek - C. Bauer (Saint-Quentin 2014)

326 Partie 19-20. C. Bauer - M. Brown (Birmingham 2016)

336 Partie 21-22. C. Bauer - E. Berg (Maastricht 2016)

346 Partie 23-24. T. Gharamian - C. Bauer (Agen 2016)

357 Partie 25-26. C. Bauer - R. Edouard (Schweiz 2016)

370 Partie 27-28. C. Bauer - D. Semcesen (Novi Sad 2016)

379 Partie 29-30. C. Bauer - A. Pijpers (Novi Sad 2016)

388 Partie 31-32. J. Chabanon - C. Bauer (Zürich 2016)

397 Partie 33-34. C. Bauer - J. Schroeder (Basel 2017)

406 Partie 35-36. E. Safarli - C. Bauer (Basel 2017)

414 Partie 37-38. K. Toma - C. Bauer (Northampton 2017)

421 ZUSAMMENFASSUNG

"Kandidatenzüge“ mit dem Untertitel "Die Methode eines Großmeisters“ ist die deutsche Übersetzung“ der 2018er Neuerscheinung "Candidates Moves“ des französischen Großmeisters Christian Bauer. Wie das englischsprachige Original hat auch das neue Werk der Verlag Thinkers Publishing aus Belgien herausgegeben.

Über "Candidates Moves“ habe ich in 2018 eine Rezension geschrieben. Diese lege ich der Besprechung des neuen Werks zugrunde, wobei ich auf Unterschiede aufmerksam mache.

Während das Original 405 Seiten umfasste, ist die deutsche Ausgabe 421 Seiten stark. Dies scheint eine Aufstockung des Inhalts anzudeuten, die aber nicht erfolgt ist.

Zunächst ein paar Worte zur Übersetzung: Diese ist nicht durchgängig gut gelungen. Insgesamt ist das sprachliche Erscheinungsbild bisweilen etwas irritierend. Das Werk ist mit Rechtschreibfehlern durchsetzt (insbesondere zur Zeichensetzung und zur Groß- und Kleinschreibung); inhaltlich vermittelt es bisweilen den Eindruck, als sei es ohne Berücksichtigung der jeweiligen sprachlichen Gepflogenheiten und somit eher "mechanisch“ übersetzt worden.

Aufgefallen ist mir die Problematik bereits anhand des Rückentextes. Nach meiner daraufhin erfolgten Recherche ist die Übersetzerin deutschsprachig und Schachspielerin. So finde ich keine Erklärung für meine Feststellung.

Ich bin froh über jedes Schachbuch, das in Deutsch erscheint, im Original und übersetzt. So möchte ich diese Ausführungen auch nur als Hinweis aufgenommen sehen, fehlen darf er aber nicht. Ich persönlich würde deswegen nicht von einem Kauf Abstand nehmen. Demjenigen, der über ordentliche Fremdsprachkenntnisse verfügt und sich den Umgang mit dem Original zutraut, empfehle ich jedoch eher dieses.

Zum Abschluss zwei Zitate von Stellen, die ich zur Veranschaulichung aufnehme und nicht etwa als extreme Beispiele gesucht habe.

Zitat 1 (wort- und satzzeichengetreu), Seite 165:

  • "Nicht der geilste Zug, da die lange Diagonale momentan gestoppft ist. Andere Läuferzüge machten ebenfalls Sinn, sowie der ziemlich abstrakte 13.Lh3; Und 13.Lf4, wonach Schwarz über den zweischneidigen Zug 13 ... g5!? verfügen würde. Dieser Vorstoß wirft den gegnerischen Läufer aus seinem idealen Post weg, schafft aber auch ein Ziel in dem schwarzen Lager.“

Zitat 2, Seite 193:

  • "Ein Dauerthema beim Schach ist die Dichotomie zwischen "forcierten Varianten“ und "Manöverpartien“. Während die erstgenannten eine gute Vorbereitung verlangen, liegt ein möglicher Nachteil des zweiten Ansatzes in der Tatsache, dass sie häufig dem Gegner eine größere Freiheit in seinem Spiel erlauben.“

Bei diesem Beispiel wird mir der beabsichtigte Sinn nicht klar.

Die folgenden Ausführungen sind Auszüge oder Anleihen aus meiner Rezension zum englischsprachigen Original.

Bauer ist ein bemerkenswertes Buch gelungen. Unter dem interessanten Ansatz, Partien separat und nebeneinander aus weißer und schwarzer Sicht intensiv zu betrachten, hat er 41 eigene Duelle ausgewählt, die er ausführlich bespricht. Wenn man so will, enthalten die mehr als 400 Buchseiten 82 kommentierte Partien, wobei sich paarweise aber nur die Anmerkungen unterscheiden, nicht aber die Spiele selbst.

Bauer hat "Kandidatenzüge“ in vier Abschnitte mit den folgenden Überschriften gegliedert:

1. Die Zutaten für Qualitätsopfer,

2. Wie man taktisches Chaos beherrscht,

3. König im Zentrum

4. Ruhigere Partien.

Der Buchtitel verleitet zu der Annahme, dass das Prinzip des Erkennens und Bewertens von Zügen, die als Fortsetzung in Betracht kommen (Kandidatenzüge) lehrbuchartig behandelt wird. Dies ist aber nicht der Fall. Bauer hat die Partien ganzheitlich kommentiert, was einerseits heißen soll, dass diese von der Eröffnung bis zum Endspiel durchkommentiert sind, und andererseits auch die thematische Behandlung einbezieht. Der Leser findet quasi alles in Sachen Strategie und besonders Taktik angesprochen, was in einer Partie nach Einschätzung des Autors von Bedeutung war. Dabei sondiert er als Schwerpunkt das Umfeld und Methoden, die sich mit Kandidatenzügen verbinden.

Die Kapitel 1 bis 3 sind vergleichbar aufgebaut. In einer Einführung geht Bauer besonders auch auf die einzelnen Partien ein, die in der Folge - zunächst mit Weiß, dann mit Schwarz - behandelt werden, und lenkt die Aufmerksamkeit des Lesers so auf deren wesentliche Merkmale des Kampfes. Bisweilen finden auch hier schon kurz Methoden Erwähnung, die Bauer selbst zur Kandidatenauswahl einsetzt. Dies gilt beispielsweise für seinen Ansatz, die Merkmale einer Stellung herauszuarbeiten, die er zur Grenzziehung gerade noch so akzeptieren würde. Im Wesentlichen kommen die Methoden allerdings im Rahmen der Besprechung der Partien zum Zuge.

Das Kapitel 4 ist eine Sammlung von Duellen, für die es keine thematische Überschrift gab. Als Kriterien für seine Auswahl gibt Bauer die Komplexität des Mittelspiels mit beiderseitigen Möglichkeiten und das Spiel abseits der gut bekannten Pfade der Theorie an.

Eigentlich weiß jeder erfahrene Schachspieler, dass die Beurteilung einer Stellung im Ergebnis auch abhängig davon sein kann, ob man die weiße oder die schwarze Brille aufhat. Dennoch hat es mich überrascht, wie klar diese Unterschiede bisweilen auftreten und wie erhellend es bei einer Stellungseinschätzung wirken kann, wenn man sich genau dies dabei bewusst macht. Es ist eben beispielsweise ein immenser Unterschied, ob man einen Bauernvorstoß nach Kräften durchsetzen oder diesen eben genauso nach Kräften verhindern will.

Wer sich mit "Kandidatenzüge“ eingehend befasst, wird sein generelles Schachverständnis schärfen, vielleicht auch erweitern. Das Schachspiel erscheint in den einzelnen Partien "in einem Guss“, es wird nicht in einzelne strategische und taktische Elemente zerhackt. Wenn sich beispielsweise in einem Duell des ersten Abschnitts die Gelegenheit zu einem Qualitätsopfer zeigt, so kommt diese nicht über die Spieler wie ein plötzlicher Schauer Regen, sondern logisch und folgerichtig aus den Zusammenhängen zuvor heraus. Die Möglichkeit ist absehbar und beeinflussbar, sofern man die Zusammenhänge erkennt und entsprechend korrekt wertet.

Nicht vergessen möchte ich den Unterhaltungswert des Werkes. Wer gut kommentierte Partien mag, kommt mit "Kandidatenzüge“ voll auf seine Kosten. Im Wesentlichen bleibt Bauer in der Kommentierung bei den Aspekten des Spiels, er setzt also nicht etwa gezielt auf narrative Elemente, auch wenn diese nicht vollständig fehlen. Aber gerade auch der erhebliche Textanteil in den Erläuterungen sorgt dafür, dass man sich als Leser gut in die Gedankenwelt der beiden Spieler hineinversetzen kann.

Fazit: "Kandidatenzüge, Die Methode eines Großmeisters“ war schon in seiner englischsprachigen Originalfassung eine echte Bereicherung des Büchermarktes. Dies gilt nun auch für den deutschsprachigen Büchermarkt, auch wenn sprachlich bei diesem Werk nicht alles gelungen ist. Sein besonderes Kennzeichen liegt darin, dass alle aufgenommenen Partien doppelt vorkommen, in unterschiedlichen Kommentierungen aus weißer und aus schwarzer Sicht. Vor allem fördern kann es das generelle Schachverständnis des Lesers. Ich kann diese Neuerscheinung zum Kauf empfehlen, insbesondere wenn der Kauf des Originalwerkes wegen unzureichender Englischkenntnisse nicht in Betracht kommt.

Uwe Bekemann

Deutscher Fernschachbund

www.bdf-ferenschachbund.de

Juli 2020


Rezension der englischen Ausgabe:

Der französische Großmeister Christian Bauer hat nicht nur eine stattliche Elo von 2644, er ist mir auch schon vor Jahren durch seinen interessanten Eröffnungsstil aufgefallen. Wo andere Profis die Hauptvarianten auf das Brett knallen, versucht er, eigene Wege zu gehen und den Gegner wie sich selbst schnell zum eigenen Denken zu zwingen. Dass er aber voll und ganz an seine Eröffnungen glaubt, hat er schon mit dem Mut bewiesen, eher belächelte Varianten wie die Skandinavische Verteidigung nach 1.e4 d5 2.exd5 Dxd5 oder 1. ...b6 gegen alles anhand von Schachbüchern in die Öffentlichkeit zu bringen. Mir persönlich gefiel auch sein Beitrag in "Experts on the Anti-Sicilian" aus dem Hause Quality Chess sehr gut, in dem er nach 1.e4 c5 2.Sf3 d6 sowohl 3.Lc4 als auch 3.c3 Sf6 4.h3 beleuchtet.

Nun hat er mit "Candidate Moves" für Thinkers Publishing sein erstes Nicht-Eröffnungsschachbuch veröffentlicht.

Den Titel plus den Klappentext finde ich dabei allerdings sehr irreführend. Ich hielt das Buch darum zuerst für ein Lehrbuch zur Variantenberechnung, aber in Wirklichkeit trifft der Ausdruck Partiensammlung wohl eher die Thematik. Auf 405 Seiten analysiert GM Bauer 41 seiner Partien und beleuchtet dabei verschiedenste Aspekte des Schachspiels. Dazu gehört auch die Variantenberechnung, aber eben auch interessante Eröffnungsvarianten, Schachpsychologie, positionelle Aspekte, kurzum alles, was bei einer gut analysierten Partie so anfällt.

Den kreativen Stil des Autoren findet man dabei überall im Buch wieder. So gibt es zu den oben genannten Eröffnungen natürlich einige nette Partien. Es beginnt gleich wunderbar abwegig mit einer Partie gegen den Haudegen GM Davit Shengelia, mit dem ich vor Jahren beim SK Werther zusammengespielt habe. Christian Bauer beginnt mit 1.e4 c5 2.Sf3 d6 3.c3 Sf6 4.h3, Schwarz kontert mit Sc6 5.Ld3 g5 und das Chaos ist angerichtet. Solche Eskalationen gibt es in dem Buch zuhauf und das unterhält ungemein. Mich juckte es jedenfalls bei der Lektüre mehrfach in den Fingern, die neu gelernten Ideen gleich mal in der Praxis auszuprobieren.

Kreativ ist allerdings auch der Aufbau des Buches. Auf der einen Seite gibt es eine klassische Ordnung der Partien nach Qualitätsopfern, taktischen Chaosstellungen, Königen in der Mitte und ruhigeren Stellungen, über deren Ruhe man sich allerdings auch streiten darf. Das wirkt noch relativ normal. Auch die Einleitung eines jeden Kapitels, wo alle beinhalteten Partien kurz angeschnitten werden, damit der Leser weiß, was ihn so erwartet, ist begrüßenswert, aber wurde auch schon hundertfach gesehen. Neu für mich war allerdings, dass jede Partie in dem Buch doppelt analysiert wird. Der Autor beleuchtet erst alle Aspekte der jeweiligen Partie aus weißer Sicht und sieht sich das Ganze danach dann noch aus der Sicht des Nachziehenden an. Das frisst zwar einiges an Platz und wirkt auch erst einmal gewöhnungsbedürftig, wenn ein merkwürdiger Zug gar nicht kommentiert wird, weil er von der Seite kommt, die gerade nicht behandelt wird, ist aber auf seine eigene Art auch sehr übersichtlich und erlaubt es dem Autor, insgesamt mehr Kommentare und Analysen zu den Partien anzugeben, ohne dass es zu voll wird.

Der Autor gibt dabei in den Partien oft noch sehr viele Fragmente zu ähnlichen Partien an, die auf den ersten Blick gar nichts mit den Hauptpartien zu tun haben, aber sehr schön die Welt der Nebenvarianten erläutern. Zum Beispiel träumt Weiß in der Variante, die gegen Davit Shengelia gespielt wurde, davon, Schwarz in Strukturen der Spanischen Eröffnung zu lotsen, in denen oft später im Mittelspiel das Bauerndreieck e5-d6-c5 aufgebaut wird, um im Zentrum Gegenspiel zu erlangen. Spielt Schwarz also in dem Sizilianischen Pendant später notgedrungen e5, um eine weiße Bauernexpansion auf dieses Feld mit e4-e5 zu verhindern, ist Weiß mit seinem Spanischwissen klar im Vorteil, sofern der Gegner nicht 1. ...e5 in seinem Eröffnungsrepertoire hat.

Ein anderer zuletzt häufig zu sehender Trick der Nebenvariantenelite ist das Spielen von Schwarzeröffnungen mit Weiß. Hier liefert der Autor ein hochinteresantes Beispiel zum symmetrischen Englisch nach 1.c4 c5, das oft sehr langweilig wirkt, da Schwarz häufig die weißen Züge spiegelt. Wie man dort allerdings mit Weiß und mit Schwarz auf Gewinn spielen kann, zeigt Christian Bauer sehr gut. Die gängigeren Beispiele zu diesen Thema wie das derzeit moderne Londoner System, das nichts anderes als Slawisch im Anzug ist oder auch der Torreangriff nach 1.d4 Sf6 2.Sf3 g6 3.Lg5, der als Schwarzeröffnung nach 1.Sf3 d5 2.g3 Lg4 oder auch erst c6 und dann Lg4 lange Zeit sehr viel populärer war, werden natürlich auch behandelt und ergeben einen großen Fundus an seltenen Eröffnungen.

Insgesamt bietet das Buch tolle Partien , in denen oft schon frühzeitig die Fetzen fliegen und gezeigt wird, wieviel Spaß das Spiel abseits der Mode der Hauptvarianten bereiten kann. Das Titelthema ist zwar klar verfehlt worden, aber dennoch kann ich es jedem Schachfreund ans Herz legen.

IM Dirk Schuh

Mai 2018