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Mein System

415 Seiten, gebunden - mit Schutzumschlag, Niggemann, 2010, original erschienen 1925

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1) LXNIMPMS

Nimzowitsch, Praxis mit System - Gesammelte Schriften (u.a. Die Praxis meines Systems; Blockade)

2) LXREIAN

Aaron Nimzowitsch, Biographie von Rudolf Reinhardt

3) LZKARL200603

Karl - Die Kulturelle Schachzeitung 2006/03

Schwerpunkt: Aaron Nimzowitsch

4) LXSKJAN

Aron Nimzowitsch, On the Road to Chess Mastery, 1886-1924

Abspann

Nach Durchsicht der von amazon.com freundlicherweise zur Verfügung gestellten Rezensionen ist es uns gelungen, das folgende Phantombild eines Buches zu erstellen, das hiermit zur Fahndung ausgeschrieben wird:

Gesucht wird das beste Schachbuch aller Zeiten, der Klassiker schlechthin, die Mutter aller Schachbücher, der Vater des modernen Schachs, die Schachbibel, die Mona Lisa der Schachbücher, das Gravitationszentrum des Schachraumes.

Das Buch ist genauso lehrreich wie unverständlich, völlig veraltet und zeitlos, ein­fach und diffizil, langweilig und humorvoll, mittelmäßig und großartig, interessant und unattraktiv, unterhaltsam und kryptischer Mist, schwer verdaulich und leichte Kost, menschlich und die Kriegstermini unerträglich.

Man muß es als allererstes Buch gelesen haben, oder man wird kein anderes Buch je verstehen, aber Jan Timman und Kevin Spraggett hätten es erst gelesen, als sie schon Großmeister gewesen seien.

Es ist schwer zu lesen und es ist leicht zu lesen, es ist für Spieler bis zu einer Elozahl von 2000 geeignet, es ist für alle Spieler geeignet, es ist ein Buch für Anfänger, an dem sich Großmeister die Zähne ausbeißen, es ist Pflichtlektüre für alle Spieler, aber es gibt zu viele andere gute Bücher, als daß es sich lohnen würde, damit seine Zeit zu verschwenden.

Nach jeder Lektüre verbessert man sich um 50 Elopunkte, aber Kevin Spraggett sei nach der Lektüre förmlich eingebrochen.

Weitere Informationen
Gewicht 950 g
Hersteller Niggemann
Breite 18 cm
Höhe 24,8 cm
Medium Buch
Erscheinungsjahr 2010
Autor Aaron Nimzowitsch
Sprache Deutsch
ISBN-13 9783942383608
Jahr der Originalausgabe 1925
Seiten 415
Einband gebunden - mit Schutzumschlag

009 Vorwort

011 Inhaltsverzeichnis

019 Teil I - Die Elemente

021 Einleitung

023 Kapitel 1 - Zentrum und Entwicklung

023 1. Unter Entwicklung ist nur der strategische Aufmarsch der Truppen zur Grenzlinie hin zu verstehen

024 2. Der Bauernzug ist an und für sich keineswegs als Entwicklungszug aufzufassen, sondern vielmehr bloß als Hilfszug für die Entwicklung

026 3. Der Entwicklungsvorsprung als Ideal

026 4. Abtausch nebst nachfolgendem Tempogewinn

029 5. Das Liquidieren, nachfolgende Entwicklung oder Befreiung

032 6. Das Zentrum und dessen Demobilisierungswut. Übungsbeispiele; wann und wie ist das Vorgehen des gegnerischen Zentrums auszuhalten? Über Behauptung und Aufgabe des Zentrums

037 7. Vom Bauernraub in der Eröffnung. Zum Bauernraub sei keine Zeit. Die besondere Hochachtung vor dem Zentralbauern und worin diese sich äußert

041 Kapitel 2 - Die offene Turmlinie

041 1. Einleitung. Allgemeines und Definitionen

042 2. Die Entstehung (Geburt) der offenen Linie. Auf friedlichem Wege. Durch kriegerisches Vorgehen. Die Angriffsmarke

044 3. Das Ideal (Endzweck) jeder Linienoperation. Von kleinen Begleiterscheinungen. Raubzug. Umgehung

045 4. Die möglichen Hindernisse auf dem Wege einer Operationslinie

049 5. Das "eingeschränkte" Vorrücken in einer Linie, um letztere zu Gunsten einer anderen Linie aufzugeben oder die mittelbare Ausnutzung einer Linie. Die Linie als Sprungbrett und das Gleichnis von der Karriere

050 6. Der Vorposten. Der Angriffsradius. Das Märlein von der Zeitschrift. Womit besetzt man den Vorposten in einer Mittellinie und womit den in einer Randlinie? Der Rollentausch und was dieser beweise

055 Kleines Schema zur offenen Linie

057 Kapitel 3 - Die 7. und 8. Reihe

057 1. Einleitung und Allgemeines. Endspiel oder Mittelspiel. Die Wahl eines Angriffszieles. Das "Schwimmverbot"

058 2. Der konzentrische und der revolutionäre Angriff in der 7. Reihe. Die Eroberung eines Punktes (Bauern) mit "akustischem Beiklang" (mit gleichzeitigem Schachgebot)

060 3. Die fünf Spezialfälle in der 7. Reihe

068 Schema zur 7. und 8. Reihe

068 Schema zu den fünf Spezialfällen

069 Partie-Beispiele zu den ersten drei Kapiteln

099 Kapitel 4 - Der Freibauer

099 1. Zur Orientierung

102 2. Die Blockade der Freibauern

111 3. Der Blockeur im Haupt- und Nebenberuf

114 4. Im Kampfe gegen den Blockeur

119 5. Königlicher Frontalangriff gegen einen isolierten Bauern als Ideal!

122 6. Die privilegierten Freibauern:

126 7. Wann ein Freibauer vorrücken soll:

130 Schlußspiele und Partie zum Freibauern

137 Schema zum Freibauern

139 Kapitel 5 - Der Abtausch

139 1. Wir tauschen, um eine Linie ohne Zeitverlust zu besetzen

140 2. Wir vernichten einen Verteidiger durch Abtausch

141 3. Wir tauschen, um nicht durch Rückzug Zeit zu verlieren

142 4. Wie und wo der Abtausch vor sich zu gehen pflegt

145 Kapitel 6 - Die Elemente der Endspiel-Strategie

145 Einleitung und Allgemeines. Die typische Disproportion

146 1. Die Zentralisierung

150 2. Die aggressive Turmstellung als charakteristischer Endspielvorteil

154 3. Das Zusammenschweißen isolierter Truppenteile

155 4. Die "Materialisierung" des abstrakten Begriffes: "die Linie" / "die Reihe"

157 Kleines Schema zum "Endspiel", oder die vier Elemente

163 Kapitel 7 - Der gefesselte Stein

163 1. Einleitung und Allgemeines. Taktik oder Strategie. Über die mögliche Wiedereinschaltung eines ausgeschaltet gewesenen Fesselungsmotives. Das Gleichnis vom entfesselten Freibauern

164 2. Der Begriff des ganz und der des halb gefesselten Steines

170 3. Das Problem der Entfesselung

176 Partien zur Fesselung

184 Kleines Schema zur Fesselung

185 Kapitel 8 - Das Abzugsschach

185 1. Der Verwandtschaftsgrad zwischen "Fesselung" und "Abzugs-schach" Wohin zieht der aufdeckende Stein am besten?

187 2. Die Zwickmühle

188 3. Das Doppelschach

191 Kapitel 9 - Die Bauernkette

191 1. Allgemeines und Definition. Die Basis der Bauernkette. Die Idee der beiden getrennten Kriegsschauplätze

194 2. Der Angriff gegen die Bauernkette

196 3. Der Angriff gegen die Basis als strategische Notwendigkeit

199 4. Übetragung der Blockaderegeln vom "Freibauern" auf die "Kette"

201 5. Der Begriff des Überrumpelungskrieges und der des positionellen Belagerungskampfes, angewandt im Kettenbereich. Der Angreifer am Scheidewege!

209 6. Die Übertragung des Angriffes

212 Kleines Schema zur Bauernkette

213 Partien zur Bauernkette

229 Teil II - Das Positionsspiel

231 Kapitel 1 - Prophylaxe und Zentrum bringt als Einleitung meine Auffassung des Positionsspiels und behandelt ferner das Problem des Zentrums

231 1. Die wechselseitigen Beziehungen zwischen der Behandlung der Elemente einerseits und dem Positionsspiel andererseits

232 2. Über positonelle Gedanken-Schädlinge, deren Ausrottung in jedem einzelnen Falle eine conditio sine qua non für die Erlernung des Positionsspiels bildet

235 3. Meine neuartige Auffassung des Positionsspiels als solchem

240 4. Neben der Prophylaxe bildet die Idee der "Gesamtbeweglichkeit" der Bauernmasse ein Hauptpostulat meiner Positionslehre. Der Leser, der über gar zu viel Gesetzmäßigkeit klagt, erhält ein kleines, aber nettes Pflästerchen

241 5. Das Zentrum

247 6. Worin hat das Leitmotiv der wahren Strategie zu bestehen?

251 7. Das Aufgeben des Zentrums

251 Die "Aufgabe des Zentrums" - ein Vorurteil

265 Kapitel 2 - Doppelbauer und Hemmung

265 1. Wahlverwandtschaft zwischen "Doppelbauer" und "Hemmung"

268 2. Die bekanntesten Doppelbauernkomplexe passieren Revue (abgekürzt "Doppelkomplexe"). Der Doppelkomplex als Angriffsinstrument

277 3. Hemmung. Die "mysteriösen" Turmzüge. Über echte und unechte Befreiungszüge und wie dagegen anzukämpfen ist

283 4. Die Ur-Zelle der gegen eine Bauernmehrheit gerichteten Hemmungs-aktion wird in Reinkultur vorgeführt. Der Kampf gegen eine Zentral-mehrheit. Die qualitative Mehrheit

284 5. Die verschiedenen Formen, unter denen die Hemmung aufzutreten pflegt, werden näher beleuchtet

301 Kapitel 3 - Der isolierte Damenbauer und seine Nachkommenschaft

302 1. Die dynamische Kraft des Bauern d4

302 2. Der Isolani als Endspielschwäche

303 3. Der Isolani als Angriffsinstrument im Mittelspiel

305 4. Welche Fälle sind für Weiß und welche sind für Schwarz günstig?

305. Noch einige Worte über das mögliche Entstehen einer Reflexschwäche unter den weißen Damenflügelbauern

323 Kapitel 4 - Wie man starke eigene Punkte systematisch überdeckt und wie man schwache Bauern bzw. Punkte loszuwerden sucht

335 Kapitel 5 - Das Lavieren gegen eine feindliche "Schwäche". Der kombinierte Angriff an beiden Flügeln

335 1. Aus welchen logischen Bestandteilen ist das Strategem des Lavierens gegen eine Schwäche zusammengesetzt? Der Begriff der "Achse", um die die Lavierungsoperation sich dreht

336 2. Das Terrain. Das Gesetz des Lavierens. Der Platzwechsel

340 3. Das kombinierte Spiel an beiden Flügeln, bei vorläufig noch fehlenden oder doch verdeckten Schwächen

342 4. Das Lavieren unter erschwerten Umständen (Das eigene Zentrum ist schutzbedürftig)

353 Nachtrag -Zur Geschichte der Schachrevolution 1911-1914

353 1. Die allgemeine Lage der Dinge vor 1911

354 Entspricht Dr. Tarraschs "Die moderne Schachpartie" wirklich moderner Auffassung?

364 2. Die revolutionären Thesen

365 3. Die revolutionäre Theorie wird in revolutionäre Praxis umgesetzt. Die Stammpartie des ideellen Damengambits

368 4. Weitere historische Kämpfe

372 5. Ausbau und Entwicklung der Schachrevolution in den Jahren 1914 bis 1926

377 Nachwort des Herausgebers

383 Nachwort des Herausgebers zur Neuausgabe 2007

385 Nimzowitsch kontra Tarrasch

397 Spielte Nimzowitsch krumm ?

401 Spielerverzeichnis

403 Stichwortverzeichnis

Mein System wurde von Nimzowitsch als umfassendes Schachlehrbuch konzipiert. Es gliedert sich in zwei Teile: I. Die Elemente und II. Das Positionsspiel.

Zu den Elementen des Schachspiel rechnet Nimzowitsch:

  • Zentrum und Entwicklung
  • Die offene Turmlinie
  • Die 7. und 8. Reihe
  • Der Freibauer
  • Der Abtausch
  • Die Element der Endspiel-Strategie
  • Der gefesselte Stein
  • Das Abzugsschach
  • Die Bauernkette

Im Teil Positionsspiel behandelt der Autor

  • Prophylaxe und Zentrum
  • Doppelbauer und Hemmung
  • Der isolierte Damenbauer und seine Nachkommenschaft
  • Überdeckung und schwache Bauern
  • Das Lavieren

Schließlich enthält das Buch noch einen Nachtrag: Zur Geschichte der Schachrevolution 1911 bis 1914

Nimzowitschs Lehrbuch ist der Versuch, die Grundlagen des Schachs in (z.T. neuen) Regeln zu erfassen. Es ist ein durchaus philosophischer Zugang zum Schachspiel, der viele Generationen von Schachspielern nachhaltig geprägt hat - das Spielen nach Grundsätzen. Nimzowitsch sieht sich als Weiterentwickler und Modernisierer der Lehren von Steinitz und Tarrasch, wobei er den deutsche Großmeister und geliebten Feind schon im Klappentext als Anhänger der Bequemlichkeit verhöhnt. Tarrasch hatte, modern und pragmatisch, z.B. davor gewarnt hat, in der Eröffnung Bauern zu rauben - denn dies führe zu unbequemen Spiel. Im gleichen Text macht Nimzowitsch sich auch über die Arbeiten Alapins lustig, der es gewagt hatte, Nimzowitschs Grund- und Lehrsätze anzuzweifeln - und das auch noch durch - Varianten - wie Nimzowitsch spöttisch bemerkt.

Nachdem Schachspieler viele Jahrzehnte nach den Grundsätzen von Nimzowitsch Schach zu verstehen versucht haben, hat der Kollege Computer uns in jüngerer Zeit mehr und mehr zu verstehen gegeben, dass Schach tatsächlich ein sehr konkretes Spiel ist und aus - Varianten (!) besteht. Da wir Menschen aber keine Computer sind, und Schach auch mehrheitlich nicht nach mathematischen Methoden spielen, hat Nimzowitschs Lehre auch nach nun bald schon 100 Jahren nichts von ihrer Aktualität verloren. Hier lernt man eben z.B., was Bauernketten sind, wie sie funktionieren und wie man sie attackiert, wie man mit Isolanis umgeht, seine eigenen Kräfte mobilisert und die gegnerischen blockiert und dass mit der Verteidigung ebenso erfolgreich sein kann, wie beim Angriff. Ohne diese Grundlagenkenntnisse würde man als Mensch niemals die richtigen Varianten entdecken, die ein Computer sich nur errechnet - aber nicht versteht.

Mit freundlicher Genehmigung

André Schulz, ChessBase

März 2012

**********

Es gibt sie, die Leuchttürme des menschlichen Schaffens, es gibt sie in der Kunst, der Musik, der gehobenen Literatur, es gibt sie in allen Bereichen. Die Mona Lisa zählt hierzu, "Die Fünfte" von Beethoven, Gothes Faust, womit wir die Literatur erreicht haben. Besagte Leuchttürme gibt es zweifellos auch in der Schachliteratur und ebenso zweifellos zählt "Mein System" von Aaron Nimzowitsch hierzu. Und genau dieser Leuchtturm steht in der Form einer neuen Ausgabe wieder frisch in den Regalen des Buchhandels. Die Firma Niggemann aus Heiden, bekannt als Schachhändler, hat hier die Rolle des Verlegers übernommen und "Mein System" in einer vom Herausgeber Matthias Vettel überarbeiteten und dabei um ein paar neue Inhalte ergänzten Fassung in den Markt gegeben.

Auch sie gibt es, die Probleme des Rezensenten, ein solches Werk angemessen und für den Leser interessant zu besprechen. Man stelle sich vor, eine bekannte und angesehene Kunsthalle würde eine Kopie der Mona Lisa ausstellen. Was würde den Leser einer Pressenotiz hierzu interessieren? Die Beschreibung dessen, was im Bild zu sehen ist? Wohl eher nicht, das ist bekannt. Wie sähe es aus, wenn ein Orchester in der eigenen Uraufführung die 5. Symphonie Beethovens spielen würde? Dem Publikum wird das Werk bekannt sein, aber wie es gespielt wird, dafür wird es sich interessieren. In dieser Weise könnten wir unsere Überlegungen über alle besagten Leuchttürme des Schaffens hinweg fortsetzen und immer dann auch bei "Mein System" von Nimzowitsch landen.

"Mein System" ist das Buch, das Generationen das moderne Schachspiel gelehrt hat. Viele spätere Autoren haben es als Grundlage für ihre eigenen Arbeiten genutzt. Seine Inhalte sind gemeinhin bekannt, sei es aufgrund der Kenntnis des Buches selbst oder weil die Lehren Nimzowitschs auch heute ganz überwiegend die Praxis des modernen Spiels prägen. So kennt man heute die Dinge wie

  • Zentrum und Entwicklung (Kapitel 1)

mit den beispielhaften und schon in der Überschrift das Auge fesselnd formulierten Abschnitten "Der Entwicklungsvorsprung als Ideal" und "Das Zentrum und dessen Demobilisierungswut",

  • Die offene Turmlinie (Kapitel 2)

mit u.a. "Die Entstehung (Geburt) der offenen Linie. Auf friedlichem Wege. Durch kriegerisches Vorgehen. ( ... )" und "Der Vorposten. Der Angriffsradius. ( ... ) Womit besetzt man den Vorposten in einer Mittellinie und womit den in einer Randlinie? Der Rollentausch und was dieser beweise",

  • Die 7. und 8. Reihe (Kapitel 3)

mit u.a. "Einleitung und Allgemeines. Endspiel oder Mittelspiel. Die Wahl eines Angriffszieles. Das "Schwimmverbot" sowie

  • Kapitel 4 - Der Freibauer (Kapitel 4)

mit u.a. "Der Blockeur im Haupt- und Nebenberuf",

sowie die Gegenstände in allen weiteren Kapiteln. Man kann getrost darauf verzichten, sie detailliert in einer Rezension zu nennen.

Den Leser interessieren dürfte besonders die Frage, was die Neuausgabe aus dem Hause Niggemann zu bieten hat. Und hier lässt sich gleich einiges aufführen. Hierzu zählen:

1. Ein Buch mit 415 Seiten, gebunden und mit Schutzumschlag, zum Preis von 28,95 Euro.

2. Die 2010-er Neuauflage eines Klassikers, der seine Erstausgabe 1925 feierte, mit dem Anspruch einer möglichst originalgetreuen Revitalisierung (inhaltlich wie auch optisch, z.B. mit Einspaltensatz für den theoretischen Text und Zweispaltensatz für die vollständigen Partien).

3. Eine Ausnahme vom Anspruch der originalgetreuen Wiedergabe wurde insoweit gemacht, als - in Fußnoten - auf die wenigen bedeutenderen Ungereimtheiten oder Fehler hingewiesen wird sowie ein schwarzer Balken die Regeln kennzeichnet.

4. Das Buch sieht richtig gut aus, erfüllt auch bibliophile Ansprüche und erfreut den Leser auch mit kleineren Aufmerksamkeiten, z.B. mit einem Lesebändchen.

5. Es kann die allermeisten Schachspieler auch heute noch in ihrer Spielstärke voranbringen; mit dem Erwerb verschafft man sich kein Museumsstück, man erhält ein sehr gutes Lehrbuch.

6. "Mein System" enthält zusätzlich Beiträge mit den Titeln "Nimzowitsch contra Tarrasch" (zur Kontroverse zwischen beiden Spielern) und "Spielte Nimzowitsch krumm?" Beide sind ein zusätzlicher Gewinn für den Leser.

Ich denke, dass Aaron Nimzowitsch, geboren am 7.11.1886 und gestorben rund 10 Jahre nach dem Erscheinen der Erstausgabe seines Werkes am 16.3.1935, seine Freude an der Neuausgabe gehabt hätte.

In unseren Tagen läuft man als Rezensent nicht mehr Gefahr, vom genialen wie auch manchmal wohl etwas eigensinnigen Autor mit den "mittelmäßig begabten Kritikern", wie er sie nannte, von damals auf eine Stufe gestellt zu werden. Es gibt aber absolut überhaupt nichts, was an diesem Werk auch nur entferntest bemängelt werden könnte, im Gegenteil. Dem "Kritiker" bleibt nur das Lob für ein umfassend ausgezeichnet gelungenes Werk.

Fazit: Die besprochene Ausgabe von "Mein System" ist das Beste, was ich seit langem in der Hand gehalten habe. Nicht zuletzt für den Sammler hochwertiger Bücher ist das Buch in meinen Augen ein Muss. Mit einem Preis von 28,95 Euro ist es nicht billig, aber jeden Cent wert. Und dann gibt es auch noch die Möglichkeit, sich das Werk schenken zu lassen!

Uwe Bekemann, BdF

März 2012