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LXADAMCN
Autor

Mikhail Chigorin

The Creative Genius
Eigenschaften

750 Seiten, gebunden, New in Chess, 2. Auflage 2016

38,83 €
Inkl. 5% MwSt., zzgl. Versandkosten

Mikhail Chigorin (1850-1908), the father of modern Russian chess, belongs to that select group of exceptionally strong players who never succeeded in winning the World Championship. The defining moment for Chigorin came when he blundered away a winning position in the final game of his second title match against Steinitz.

This book provides a vivid account of the life and times of Mikhail Ivanovich Chigorin: his rise to chess fame after a difficult childhood, his unfaltering commitment to the promotion of the game in 19th-century Russia, his friends and enemies, and his chess exploits in many countries.

Chigorin remains universally admired for his creative and courageous style of play. He always played to win, preferably with dashing attacks. His games consistently featured precise calculation, purposeful manoeuvring, patient exploitation of positional weaknesses, artful defence and even refined endgame play.

Today Chigorin’s contributions to opening theory remain significant. He was the finest gambit player of his generation, but it is his pioneering work in the Ruy Lopez, the Queen’s Gambit as well as various King’s Indian formations that has been the most enduring.

Mikhail Chigorin, the Creative Genius is a hugely expanded second edition of the games collection published in 1987. The biographical material, telling the story of Chigorin’s turbulent chess career, now runs to hundreds of pages. Furthermore, 100 extra games have been added, annotated by Chigorin and his contemporaries or more modern grandmasters.

FIDE Master Jimmy Adams is a prolific chess author, who has written, translated and compiled a wide range of books on openings, historical tournaments and legendary players. From 1991 to 2010 he was the editor of the English magazine CHESS.

Weitere Informationen
Gewicht 1,5 kg
Hersteller New in Chess
Medium Buch
Erscheinungsjahr 2016
Autor Jimmy Adams
Sprache Englisch
Auflage 2
ISBN-13 978-9056916015
Seiten 750
Einband gebunden

007 Introduction

010 Grandmasters on Chigorin

011 Mikhail Ivanovich Chigorin by Peter Romanovsky

029 Chigorin’s Tournament and Match Record

033 Tournament and Match Data

037 Part One: Mikhail Chigorin, the Creative Chess Genius

038 Chapter 1 The Gunpowder Works

041 Chapter 2 Gatchina Orphans Institute

045 Chapter 3 Café Dominic

051 Chapter 4 Chess Sheet

056 Chapter 5 Match victories against fellow Russians

Chapter 6 First trips abroad:

063 Berlin 1881 – Vienna 1882 – London 1883

078 Chapter 7 Chess professional

093 Chapter 8 The first match with Steinitz

103 Chapter 9 New York 1889

110 Chapter 10 Chigorin-Gunsberg match 1890

124 Chapter 11 Steinitz and Chigorin – creative antagonism

128 Chapter 12 Steinitz-Chigorin telegraph match 1890/91

141 Chapter 13 The return match with Steinitz

157 Chapter 14 Chigorin-Tarrasch match, St.Petersburg 1893

185 Chapter 15 Hastings 1895

208 Chapter 16 St.Petersburg 1895/96

224 Chapter 17 Chigorin – the man

227 Chapter 18 Nuremberg and Budapest tournaments 1896

244 Chapter 19 Ever creative and competitive

269 Chapter 20 All-Russia championships

290 Chapter 21 Gambit contests in Vienna and Brighton

301 Chapter 22 Feverish final years

341 Epilogue

343 Part Two: Mikhail Chigorin: His Friends, Rivals and Enemies

344 Chapter 1 From the thicket of the people

346 Chapter 2 The Director makes a mistake, but ...

348 Chapter 3 Only age old quiet

351 Chapter 4 To the sound of billiard balls

355 Chapter 5 Difficult first step

362 Chapter 6 Chigorin – Master

368 Chapter 7 Journalist and theoretician

372 Chapter 8 The strongest player in Russia

405 Chapter 9 Breaking through a window into Europe

429 Chapter 10 In the name of public interests

447 Chapter 11 The World Champion throws down a challenge to Chigorin

454 Chapter 12 Columbus of Russian chess discovers the New World

475 Chapter 13 Laurels and thorns

493 Chapter 14 Within a hair’s breadth of the chess crown!

511 Chapter 15 Mozart and Salieri

517 Chapter 16 The match with Tarrasch

541 Chapter 17 Mysterious incident in Hastings

556 Chapter 18 St.Petersburg Waterloo

596 Chapter 19 Continuous champion of Russia

679 Chapter 20 In service to the end!

707 Chapter 21 Our Soviet Chigorin!

710 Reminiscences of Chigorin’s daughter

715 Tables of Important Tournaments and Matches

733 Index of Openings

735 Index of Games

741 Russian literature

742 Suggestions for further reading

746 Index of Names

Dies ist ein wahrer Brecher, der bei Historie-Freaks die Speichelproduktion anregen wird: 750 Seiten über den letzten Exponenten der romantischen Epoche, den genialen Russen Michail Tschigorin! Der renommierte englische Schachautor und -historiker Jimmy Adams hat in dieser Fleißarbeit - die hochwertig im Festeinband verarbeitet ist - alles zusammengetragen, was er an russischen Quellen, Biographien und Artikeln über den Vorreiter der russischen Schule so finden konnte und diese ins Englische übersetzt. Schon in den 80ern war ihm aufgefallen, dass es in der westlichen Hemisphäre über einen so herausragenden Spieler wie Tschigorin, der nah an der Weltmeisterkrone war, kaum Literatur gebe. Wer sich näher mit dem Thema beschäftigen wollte, musste Publikationen im Russischen zurate ziehen. Adams tat das, begann mit der Übersetzung ins Englische und gab 1987 eine erste Kompilation von Mikhail Chigorin: The Creative Genius heraus. Diese brachte es "nur“ auf knapp 300 Seiten. Nun hat Adams nochmal kräftig nachgelegt und den Umfang in der aktuellen Neuausgabe von New in Chess mehr als verdoppelt! Zu den hundert kommentierten Partien kamen nochmal zweihundert hinzu, die von Tschigorin selbst oder seinen Zeitgenossen in den damaligen Zeitschriften kommentiert wurden. Auch der biographische Teil wurde deutlich erweitert.

Den Löwenanteil der umfassenden Zusammenstellung machen die Übersetzungen zweier russischen Bücher über Tschigorin aus: Das kreative Schachgenie von 1972 ist eine Partiesammlung der besten Partien Tschigorins mit biographischen Bezügen, die vom Autorentrio Alexander Narkewitsch, Alexander Nikitin und Jewgeni Wasjukow geschrieben wurde. Bei Michail Tschigorin: Seine Freunde, Rivalen und Feinde handelt es sich um eine Biographie, die Wasili Panow 1963 vorlegte. Panow, bekannt für seine Variante gegen Caro-Kann, zeigt darin Vorzüge und Schattenseiten des Ausnahmegenies Tschigorin auf, letztere wären der Hang zur Selbstzerstörung durch Alkohol sowie bei ihm häufig vorkommende grobe Einsteller. So wurde auch das 2. WM-Match gegen Steinitz mit einem furchtbaren Patzer entschieden, als er in der letzten Partie mit Mehrfigur wie ein Anfänger in ein zweizügiges Matt lief. Im Falle eines Sieges hätte Tschigorin Gleichstand erreicht und das Match wäre in die Verlängerung gegangen!

Weitere Aufsätze wie von Peter Romanovski und der Tochter von Tschigorin runden die gewichtige Monographie ab. Umfangreiche Register dürfen freilich nicht fehlen: mit Turniertabellen, Matches, einem Partieverzeichnis sowie einem Namensindex ist alles vorhanden, was man braucht.

Tschigorin spielte nicht nur um die Weltmeisterschaft und hinterließ zahlreiche elegante und faszinierende Schachpartien. Er tat ungeheuer viel zur Verbreitung von Schach im Zarenreich, indem er etwa mehrere Schachzeitungen herausbrachte und einen regen Briefaustausch mit unzähligen Schachfreunden auf der ganzen Welt betrieb. Nicht umsonst gilt Tschigorin als Wegbereiter des Sowjetschachs, das jahrzehntelang eine dominante Rolle innehatte. Die Bücher und Artikel, die Adams übersetzt hat, fallen alle in diese Ära und sind daher weltanschaulich tendenziös geprägt.

Tschigorin wird allgemein als Angriffsspieler, als letzter romantischer Ritter angesehen. Die Lektüre lässt uns erkennen, dass diese Sicht vorurteilsbeladen ist. Der geniale St. Petersburger war ein sehr dynamischer, "moderner“ Spieler insofern, dass er nicht nach allgemeinen Regeln suchte, sondern jede Stellung ganz konkret betrachtete. Nicht nur Gambitspielweisen, sondern auch geschlossene Stellungen pflegte er virtuos zu behandeln. So war er einer der Ersten, die königsindische Aufbauten mit Schwarz wie mit Weiß (man denke an sein 2.De2 gegen Französisch!) spielten. Er bereitete vielen Mittelspielweisen erst die Bahn, zudem war er auch in der Verteidigung und nicht zuletzt im Endspiel sehr stark und spielte jede Partie auf Gewinn. Kurzum: ein kompletter Spieler.

Der außergewöhnliche begabte Meister war mit einer schweren Jugend gehandicapt: mit 9 Jahren war er bereits Vollwaise. Man steckte ihn in ein Waisenhaus, in dem ein strenges Regiment herrschte und aus dem er mit 16 geschmissen wurde, weil er in Handgreiflichkeiten gegen die Lehrkräfte verwickelt war. Seine unglückliche Kindheit mag für seine äußerst große Nervosität verantwortlich gewesen sein. Sehr aufschlussreich sind die Beschreibungen seiner Tochter, die eindrücklich schildert, wie ihr Vater tagaus-tagein am Schreibtisch saß, mit seiner Korrespondenz und dem Analysieren beschäftigt war und absolute Stille im Haus herrschen musste. Den Vater durfte man nur mit kurzen, durchdacht vorgetragenen Sätzen stören, ansonsten wurde er schnell aufbrausend. Alles musste zwanghaft sauber, ruhig und logisch sein. Eine bedrückende Atmosphäre herrschte offenbar im Hause Tschigorin.

Der Meister neigte auch zu extremer Zerstreutheit und gab sich seinen Mitmenschen gegenüber geistesabwesend. Schirme, die er mitnahm, brachte er fast nie wieder zurück. Mitten im Satz konnte er den Gesprächspartner stehen lassen, weil ihn eine Kombination beschäftigte. Ein schwieriger Charakter allemal, gleichsam ein Genie. Eine nähere Beschäftigung mit dieser Person und der Zeit im zaristischen Russland lohnt sich - nicht nur für Freaks!

IM Frank Zeller

Zeitschrift "Schach"


Wenn ein Buch 750 Seiten stark ist, dann hat der Autor richtig etwas mitzuteilen. So ist es auch bei "Mikhail Chigorin - The Creative Genius" von Jimmy Adams. Wenn es sich dann zugleich um eine Arbeit handelt, die auf mehreren vorhergehenden basiert, stellt sich auch die Frage, ob sie als Neuerscheinung tatsächlich ein in sich geschlossenes Werk darstellt oder "nur" eine Art Kompilation ist. Hierauf möchte ich sofort eine Antwort geben: Es ist Adams gelungen, diese Hommage an Chigorin, um jetzt und auch weiterhin in dieser Rezension bei der englischen Schreibweise des großen russischen Schachmeisters der Vergangenheit zu bleiben, aus einem Guss zu gestalten. Wenn man nicht weiß bzw. aus dem Buch selbst nicht erfährt, dass es unter dieser Besonderheit erschaffen worden ist, bleibt es einem beinahe verborgen. Hier gebührt dem Autor ein erstes großes Lob. Allenfalls ein Epilog zwischen zwei großen Teilen des Werkes und damit an einer Stelle platziert, die bei einem Werk "ohne Vorgänger" etwas verwundern würde, würde den Leser etwas ahnen lassen.

Ich möchte eine weitere positive Feststellung folgen lassen, diesmal nicht zum Inhalt, sondern zum Gesamteindruck. "Mikhail Chigorin - The Creative Genius" kann auch bibliophile Ansprüche erfüllen; dieser Eindruck setzte sich bereits bei mir fest, als ich das Buch erstmals in die Hand nahm. Es wird mit einer qualifizierten Bindung geliefert, wird durch einen harten und robusten Einband geschützt und sieht schlichtweg gut aus. Auf die Wahl des Papiers und den sauberen Druck muss man bei Büchern von New In Chess (NIC) ohnehin nicht eingehen, weil sie immer passen, so auch hier.

Nun aber zum Inhaltlichen: Das Werk basiert auf "Mikhail Chigorin, the Creative Chess Genius" und "Mikhail Chigorin, His Friends, Rivals and Enemies". Nun werden Sie bemerkt haben dass die erstgenannte Ressource fast den gleichen Titel trägt wie die hier besprochene Neuerscheinung selbst. Die Erklärung hierfür ist einfach; zunächst mal baut Jimmy Adams auf einer eigenen früheren Arbeit auf. Im Jahr 1987 war diese erschienen, bei Caissa Editions in den USA. Sie enthielt 100 kommentierte Partien Chigorins und eine Zusammenfassung zu Chigorins Karriere. Diese Ausgabe wurde zur Neuveröffentlichung bei NIC überarbeitet und erweitert, wobei die Zahl der Partien und der Umfang der biografischen Ausführung stark erweitert wurde. Sie war im Wesentlichen eine Übersetzung eines russischen Werkes von Alexander Narkevich, Alexander Nikitin und Evgeny Vasyukov, wie er in der Einführung wissen lässt (alle Namen in der englischen Schreibweise).

Der zweite Teil ist zusammengesetzt aus einem 1963 in Russisch erschienenem Buch von Vasily Panow, das sich tiefer auch mit den Stärken und Schwächen in Chigorins Charakter befasst, von seiner Genialität im Schach über seine Bereitschaft zur harten Arbeit bis hin zu seiner selbstzerstörerischen Neigung zum Alkohol, und Ergänzungen aus weiteren Büchern. 159 Partien wurden dabei zusätzlich integriert, kommentiert von verschiedenen Meistern und Großmeistern, Chigorin inbegriffen.

Allem voran steht eine lange Einführung aus der Feder von Peter A. Romanovsky, geschrieben 1960. Dieser Chigorin charakterisierende und über ihn breit informierende Text stimmt den Leser ein und macht - so ging es mir zumindest - Lust auf mehr. Hier mag es auch eine Rolle spielen, dass Chigorin im Westen eher allgemein als ein früherer russischer Meisterspieler bekannt ist, während er im russischen Schach ein bisschen sogar als ein Urvater des Positionsspiels gesehen wird.

"Mikhail Chigorin - The Creative Genius" enthält im ersten Teil 63 und im zweiten Teil 159 kommentierte Partien. Die Anmerkungen sind eine Mischung aus Text und Varianten, der Schwerpunkt liegt aber deutlich auf den Texterläuterungen. Aus heutiger Sicht gebotene Korrekturen und Ergänzungen sind über Fußnoten eingefügt, sodass sie das historische Material nicht beeinträchtigen. Zugleich wird der Leser auf eine sanfte und geschmeidige Weise über Passagen informiert, an denen frühere Einschätzungen einer aktuellen kritischen Prüfung nicht mehr standhalten. Die Hürde für "Eingriffe" ist relativ hoch gesetzt worden, was sich beispielsweise für den Bereich der Eröffnungen zeigt. Diese Entscheidung ist meines Erachtens zu begrüßen, denn andernfalls müsste relativ oft eine Anmerkung zur Eröffnungswahl gegeben werden. Dass aber die Eröffnungstheorie früher - und dabei reden wir über eine Zeit, die bald 150 Jahre zurück liegt - nicht so weit wie heute entwickelt war, weiß jedes Kind. Es sei hier deshalb angemerkt, dass Chigorin 1850 geboren und 1908 gestorben ist. Wenn man die Eröffnungstheorie studieren möchte, bedient man sich eben nun mal zumeist nicht einer Biografie und darin abgebildeten historischen Partien.

Der erste Teil des Werkes beherbergt 22 und der zweite noch einmal 21 Kapitel. Sie sind identisch aufgebaut, indem zunächst ein Einführungstext zum Thema des Bereiches informiert, teilweise durchaus über mehrere Seiten hinweg. Dem folgt ein Satz an Partien.

Einige Bilder, von Spielern und von Spielergruppen aus der damaligen Zeit, lockern die Darstellungen auf.

Neben den nun beschriebenen Schwerpunkten des Werkes erhält der Leser viel statistisches Material, natürlich zu Chigorins Erfolgen und zu historischen Turnieren, Literaturhinweise, weitere narrative Textpassagen, darunter Erinnerungen einer Tochter Chigorins.

Auf den letzten Seiten des Buches finden sich die obligatorischen Verzeichnisse, u.a. zu den Eröffnungen und zu den abgebildeten Partien.

Es dürfte schon deutlich geworden sein, dass "Mikhail Chigorin - The Creative Genius" in englischer Sprache geschrieben ist. Um das Buch vollständig gut aufnehmen zu können, sollte der Leser ordentliche englische Sprachkenntnisse haben. Die Fülle an Text dürfte ihn sonst leicht das Interesse am Werk verlieren lassen. Wer sich nur für die kommentierten Partien interessiert, kann mit weniger gutem Sprach-Knowhow auskommen. Der Umfang des zu bewältigenden Textes ist für ihn natürlich sehr viel kleiner.

Fazit: "Mikhail Chigorin - The Creative Genius" ist ein exzellentes biografisches Werk über Mikhail Chigorin, dem die Patchwork-Natur nicht (negativ) anzumerken ist. Eine Fülle an Textinformationen und deutlich mehr als 200 kommentierte Partien aus der Praxis des für die Entwicklung des Schachspiels in Russland, aber auch in der Welt, wichtigen frühen Meisters setzen ihm ein Denkmal auch außerhalb des russischen Schachraumes.

Uwe Bekemann

www.BdF-Fernschachbund.de

Juni 2016