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Play the French 4th edition

432 Seiten, kartoniert, Everyman, 4. Auflage 2012, Erstauflage 1988

23,06 €
Inkl. 5% MwSt., zzgl. Versandkosten

The wait is over. Finally it's here... the much anticipated 4th edition of John Watson's Play the French - the must-have book for all French Defence players for over 20 years!

Watson's highly acclaimed work presents a repertoire for Black in the French Defence against all of White's recognized options. Just as in previous editions, Watson often arms the reader with not just one, but a choice of two or sometimes even three choices against the main lines. He also provides a thorough grounding on the positional and tactical aspects of the opening, and outlines the typical plans for both White and Black. Watson is renowned for his creativity and expertise in the opening, and once again this edition features an abundance of innovative ideas for Black. Watson also provides an update of many other lines he considered in previous editions.

  • A French Defence repertoire for Black
  • State-of-the-art coverage of the key lines
  • Packed with new ideas and critical analysis

International Master John Watson is a highly respected and award-winning chess writer, whose books have received much praise from reviewers and players alike.

Weitere Informationen
Gewicht 810 g
Hersteller Everyman
Breite 15,2 cm
Höhe 22,9 cm
Medium Buch
Erscheinungsjahr 2012
Autor John L. Watson
Sprache Englisch
Auflage 4
ISBN-13 978-1857446807
Jahr der Erstauflage 1988
Seiten 432
Einband kartoniert

005 Bibliography

007 Introduction

009 1 Advance Variation: Introduction and Traditional Lines

042 2 Advance Variation: 6 a3

062 3 Advance Variation with 5 ... Nh6

082 4 Tarrasch Variation: Introduction to 3 ... Nf6 with 5 Bd3

113 5 Tarrasch Variation: Main Lines with 5 Bd3

141 6 Tarrasch Variation with 5 f4

167 7 Winawer Variation: Fourth Moves

205 8 Winawer Variation: Fifth Moves

229 9 Winawer Variation: Poisoned Pawn Variation

261 10 Winawer Variation: Positional Main Lines

287 11 Winawer Variation: Portisch-Hook Variation

311 12 Exchange Variation

337 13 Classical Variation with 4. e5

364 14 MacCutcheon: Introduction

379 15 MacCutcheon: Main Lines with 6 Bd2

395 16 King's Indian Attack

413 17 Uncommon Early Moves

429 Index of Variations

Mit der nunmehr 4. Ausgabe, die gegenüber ihrer Vorgängerin aktualisiert sowie zugleich gekürzt und erweitert worden ist, schickt sich "play the French“ von John Watson, Everyman Chess 2012, an, die Bestenliste der aktuellen Literatur zur Französischen Verteidigung aufzumischen. Die erste Ausgabe stammt aus dem Jahr 1983. Wenn ein Eröffnungswerk in einer 4. Auflage erscheint, es sich rund 20 Jahre lang auf dem schnelllebigen Schachbuchmarkt behauptet und sein Autor dann auch noch John Watson heißt, dann muss es sich um ein Spitzenwerk handeln. So ist es auch, John Watson, als Spitzenautor bekannt, hat eines seiner Flaggschiffe wieder flott gemacht!

Watson hat aber auch "Ballast“ abgeworfen, deshalb zwei ganz wichtige Dinge gleich vorab:

1. Mit dem Erwerb dieser 4. Auflage verschafft sich der Besitzer der 3. Auflage nicht die Option, diese Vorgängerversion aus seinem Regal zu nehmen! Dieser Schritt würde zum Verlust von Variantenmaterial führen, denn Watson hat auch Kürzungen vorgenommen, dies auch unter dem ausdrücklichen Hinweis auf die Abbildung des nunmehr eliminierten Stoffes in der Vorgängerausgabe bzw. allen bisherigen Ausgaben. So fehlt beispielsweise in der Tarrasch-Verteidigung nach 3.Sd2 die Fortsetzung 3 ... c5 vollständig. Mit dem Hinweis, dass die frühere Ausgabe noch verwendbar ist, weil sich zur Variante in der Zwischenzeit nichts Bahnbrechendes ergeben hat, rechtfertigt Watson die ökonomische Entscheidung zur Herausnahme.

Diese Hinweise finden sich mehrfach im Werk, so beispielsweise auch auf Seite 181 zu 1.e4 e6 2.d4 d5 3.Sc3 Lb4 4.Ld2 und nun 4 ... Sc6, also zur Winawer-Variante und früh in der Partie.

Unter diesem Aspekt macht es auch Sinn, dass Watson die früheren Ausgaben seines Werkes in die Bibliografie aufgenommen hat.

2. "play the French“ ist ein Repertoirebuch und dies bedeutet, dass die behandelten Linien ausgewählt sind, die Theorie also nicht wie in einer Monografie komplett dargestellt wird. In einem Repertoirebuch sind die Systeme und Abspiele zu finden, die der Autor als Empfehlung ansieht und behandelt.

Den Spieler, der die 3. Ausgabe besitzt, betrifft dieser Hinweis weniger als den neuen "play the French“- Jünger.

Die insgesamt 17 Kapitel im Buch verteilen sich wie folgt: Vorstoßvariante (Kap. 1 - 3), Tarrasch-Variante (Kap. 4 - 6), Winawer-Variante (Kap. 7 - 11), Abtauschvariante (Kap. 12), Klassische Variante mit 4. e5 (Kap. 12), MacCutcheon-Variante (Kap. 14 - 15), Königsindischer Angriff (Kap. 16) und ungewöhnliche frühe Abweichungen (Kap. 17).

"play the French“ ist ein klassisch aufgebautes Eröffnungswerk, wobei Hauptvarianten das Gerüst für die Erörterungen bilden und die Abweichungen als Seitenlinien behandelt werden. Die Hauptvarianten können vom ersten bis zum letzten Zug aus Referenzpartien stammen, auch das Fernschach ist vertreten, wie auch Weiterentwicklungen über Analysen sein.

Die Darstellung der Theorie ist Beispiel gebend gut. In der Einführung macht Watson darauf aufmerksam, dass er sowohl auf die anerkannten Hauptvarianten setzt als auch oft Vorschläge für experimentierfreudige Spieler macht. Zudem erklärt er, dass er nach Möglichkeit jeweils alternative Vorschläge anbietet, um dem Leser die Wahl zu lassen. Dies, so denke ich, hat er im Buch durchgehalten, soweit eine sich grundsätzlich anbietende Alternative nicht sehr viel Raum für sich in Anspruch genommen hätte, wie es beispielsweise bei 3 ... c5 in der Tarrasch-Verteidigung der Fall gewesen wäre.

"play the French“ enthält rund 430 Seiten Theorie pur, es gibt keine vollständig abgebildeten Beispielpartien. Watson präsentiert nicht einfach nur Varianten, er versteht es wie nur wenige andere Autoren, das Für und Wider von Zügen bis Linien zu erklären, zu begründen etc. Insoweit ist "play the French“ ein Repertoirebuch ganz genau so, wie ich es mir idealtypisch vorstelle.

Hinsichtlich der Breite der Französischen Verteidigung ist das Repertoire absolut rund. Der Leser erhält somit ein Komplettrepertoire an die Hand, das ihn rundum für Französisch rüstet, gestützt und konzentriert zugleich auf Watsons Wahl von Varianten.

Das Variantenverzeichnis am Ende des Buches ist erfreulich detailliert, die vorn zu findende Bibliografie umfasst rund 1,5 Seiten, was zumindest ein Indiz dafür ist, dass das Repertoire nach allen Seiten gut abgesichert ist.

Die Buchsprache ist Englisch, Schulenglisch und ein Wörterbuch an der Hand reichen zum Verstehen aus.

Fazit: "play the French“ zählt für mich zu den besten Repertoirebüchern, die ich kenne. Ich kann es mit dem allerbesten Gewissen sehr zum Kauf empfehlen.

Uwe Bekemann, BdF

August 2012

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In Fachkreisen wird dieses Werk bereits seit längerem schon als Französischbibel bezeichnet. Der Autor John Watson hat sein über 20 Jahre altes Theoriebuch nun bereits zum 4.Male neu bearbeitet und aktualisiert, herausgekommen ist ein Französischbuch das auch diesmal wieder seine Anhänger finden wird.

Konzipiert als Repertoirebuch behandelt das Werk gängige Hauptvarianten aber auch Nebenwege und zeigt erfreulicherweise auch Alternativen auf.

Im Wesentlichen geht Watson neben den obligatorischen Abtausch und Vorstoßvarianten (denen man als Französischspieler sowieso nicht entgehen kann) genauer auf die Abspiele 1.e4 e6 2.d4 d5 3.Sd2 Sf6 (Tarrasch) und 1.e4 e6 2.d4 d5 3.Sc3 Lb4 (Winawer) und 3...Sf6 4.e5/Lg5 (Klassisch/McCutcheon) ein. Daneben gibt es noch Übersichten zu KIA 1.e4 e6 2.d3 und diversen Nebenvarianten wie 1.e4 e6 2.Sf3 d5 3.e5 c5 4.b4 oder auch 1.e4 e6 2.b3/De2 usw.

Durch diese Aufteilung mit mehreren Alternativen kann sich der Studierende aussuchen, ob er diese oder jene Variante in sein Repertoire aufnehmen will oder gar beide. Watson hat für meinen Geschmack vernünftig und logisch die Variantenverästelungen zurecht gestutzt. Es wurde nicht jede Variante aufgenommen sondern nur die gehaltvollsten und die, für ein Französischrepertoire aus schwarzer Sicht, essentiellsten. Anfänger oder Französischneulinge sollten einen großen Bogen um dieses Buch machen, Erklärungen wie man diese Eröffnung spielt findet man hier nicht. Play the French ist gedacht für erfahrene Spieler ab ca. 1800-1900 DWZ mit Vorkenntnissen im Franzosen.

Für mich ein ganz wichtiges Buch zum Thema französische Eröffnung! Wer Französisch spielt, kommt an diesem Werk mit Sicherheit nicht vorbei.

Martin Rieger

Rezensionen zu den Vorauflagen:

Play the French gilt als die Bibel der Französisch-Spieler. Französisch-Fans verdanken ihm zahllose Punkte und kaum ein Theoriewerk hat einer Eröffnung so viele Anhänger verschafft. Die vor kurzem veröffentlichte dritte Auflage dieses Klassikers zeigt die Gründe dafür.

Eröffnungen sind Glaubenssache. Wer seinen Systemen vertraut, spielt optimistisch und macht mehr Punkte. Und Begeisterung weckt Watson tatsächlich - ja, blättert man ein wenig in Play the French, kann man den Eindruck gewinnen, Weiß müsste nach 1.e4 e6 bereits um Ausgleich kämpfen. Dieser übertriebene Enthusiasmus wirkt glaubwürdig, da Watson selbst leidenschaftlicher Französisch-Spieler ist (siehe Partie weiter unten).

Aber im Gegensatz zu Repertoirebüchern, die im Titel unbekümmert "Winning with ..." oder "How to win with..." verkünden, um anschließend die kritischen Varianten, die diesen Anspruch unterminieren, zu ignorieren, leistet Watson gründliche Arbeit. Er empfiehlt mindestens zwei Systeme gegen jede der weißen Hauptvarianten, in der Regel ein ruhigeres und ein schärferes, damit für jeden Geschmack etwas dabei ist. Er stellt eigene Analysen an und greift Vorschläge einer weltweiten Fangemeinde auf, die ihm bereitwillig Analysen und Partien schicken. Tatsächlich stammen, wie Watson im Vorwort erklärt, die Varianten im Kapitel über 6....Dc7 im Winawer-Franzosen größtenteils sogar von einem Gastautor, dem norwegischen FM Hans Olav Lahlum.

Wie Watson im Vorwort schreibt ist "ein Eröffnungsbuch, das versucht, jede sinnvolle Variante abzuhandeln notwendigerweise gedrängt und gelegentlich schwer zu lesen". Allerdings kann der Leser dafür die vorgestellten Systeme besser kennenlernen und ist so auf theoretische Entwicklungen besser eingestellt.

Stichwort theoretische Entwicklungen. Was hat sich gegenüber der zweiten Auflage geändert? Zwar empfiehlt Watson nach 3.Sc3 nach wie vor die Winawer-Variante, aber nach dem kritischen Zug 7.Dg4 (1.e4 e6 2.d4 d5 3.Sc3 Lb4 4.e5 c5 5.a3 Lxc3 6.bxc3 Se7 7.Dg4) ist er zum Anhänger Kindermanns und Dirrs geworden und empfiehlt 7....0-0 anstelle seines bisherigen Vorschlags 7....Dc7. Außerdem berücksichtigt Watson in der dritten Auflage auch die Französisch-Anhänger, die sich mit der Winawer-Variante nicht anfreunden können und behandelt die wichtigste Alternative zum Winawer, die klassische Variante (1.e4 e6 2.d4 d5 3.Sc3 Sf6) in einem eigenen Kapitel.

Watsons Begründung für diese Änderungen zeigt sein Vertrauen in die Kraft des Franzosen: "Das soll nicht bedeuten, dass die in der zweiten Auflage empfohlenen Systeme schlecht sind; im Gegenteil, keines dieser Systeme ist in Verruf geraten. Aber diese neuen Varianten bringen frischen Wind und zeigen die ganze Bandbreite spielbarer Varianten im Franzosen".

Das Buch hat nur einen kleinen Schönheitsfehler. Aus irgendeinem Grund sind die im Index angegebenen Seitenzahlen gegenüber den tatsächlichen Seiten im Buch teilweise um zwei Seiten verrückt, d.h. man findet eine Variante, die im Index mit S.145 angegeben ist, auf S. 143.

Also: Wer bereits Französisch spielt, sollte Play the French lesen, um zu wissen, was "der Guru" empfiehlt. Wer mit Weiß gegen Französisch spielt, sollte Play the French lesen, um zu wissen, was "der Guru" empfiehlt. Wer kein Französisch spielt, sollte Play the French lesen, wenn er den Glauben in seine bisherigen Eröffnungsvarianten verliert - oder auch nur, weil es als Eröffnungsbuch Masssäbe setzt.

Dass Watson nicht nur predigt, sondern auch praktiziert, zeigt die folgende nette Partie:

Joost Marcus - John Watson

Las Vegas 1994

1.e4 e6 2.d4 d5 3.exd5 exd5 4.Sf3 Ld6 5.Ld3 Se7 6.Sc3 c6 7.0-0 Lg4 8.h3 Lh5 9.Te1 Dc7 10.g4 Lg6 11.Se5 Lxd3 12.Dxd3 f6 13.Sf3 Sd7 14.a3 0-0-0 15.b4 Sb6 16.b5 c5 17.dxc5 Lxc5 18.Se2 Sg6 19.Sfd4 The8 20.Df5+ Sd7 21.Se6

Diagramm

21...Lxf2+ 22.Dxf2 Txe6 23.Sd4 Txe1+ 24.Dxe1 Sde5 25.Df2 Dc3 26.Se6 Dxa1 27.Dc5+ Kd7 28.Dxd5+ Ke7 29.Dxd8+ Kxe6 30.Dg8+ Ke7 31.Dxg7+ Sf7 0-1

Johannes Fischer, www.karlonline.org , 21.01.04 Für alle alten und zukünftigen Freunde der Französischen Verteidi­gung ist beim englischen Verlag Everyman Chess ein echtes Highlight erschienen: John Watson hat seinen Klassiker "Play the French" komplett überarbeitet und in einer dritten Auf­lage neu herausgebracht.

Darin bietet er wiederum ein vollständiges Repertoire gegen 1.e4, das natürlich auf der von vielen Spitzenspielern eingesetzten Französischen Verteidigung 1...e6 aufbaut.

Für diese dritte Auflage wurde das Repertoire des Vorgängers nicht nur auf einen aktuellen Stand gebracht, sondern an einigen Stellen auch er­heblich verändert oder erweitert.

Anstatt diese einzelnen Veränderungen genauer zu untersu­chen wollen wir das neue Repertoire kurz skizzieren. Dabei wird auch deutlich, dass Watson erneut ein sehr flexibles und umfangreiches Reper­toire erstellt hat, das meistens gleich zwei oder drei Varianten gegen alle wichtigen weißen Systeme enthält.

Zu Beginn steht die Vorstoßvariante (1.e4 e6 2.d4 d5 3.e5) auf dem Programm. Das erste Kapitel bietet eine Einführung in 3...c5 und die Untersuchung von Ne­benvarianten wie 4.dxc5, 4.Dg4 und 4.Sf3. In der Hauptvariante 4.c3 Sc6 5.Sf3 stellt Watson im zweiten Kapi­tel 5...Ld7 vor mit den Hauptzweigen 6.dxc5, 6.a3 und 6.Le2. Gegen die letzten beiden werden übrigens je­weils die Systeme 6...f6 und 6...Sge7 vorgestellt.

Als Alternative zeigt das dritte Ka­pitel den klassischen Zug 5...Db6, hier meist in Verbindung mit dem Zug 6...Sh6. Nach zwei weiteren Kapiteln über den Königsindischen Angriff 2.d3 und die Abtauschvariante 2.d4 d5 3.exd5 exd5, gegen die Watson Ab­spiele vorstellt, in denen Schwarz die Symmetrie früh stört, folgt der Ab­schnitt über Tarraschs 3.Sd2.

Nach einer kurzen Einführung wird 3...c5 erörtert, wobei Spieler mit einer Isolani-Allergie aufatmen können: Watson beschäftigt sich nach 4.exd5 ausschließlich mit dem modernen 4...Dxd5. Noch moderner ist seine Alternative 3...Le7, die im nächsten Kapitel besprochen wird.

In der Winawer-Variante 3.Sc3 Lb4 zeigen zwei Kapitel zunächst die weißen Abweichungen von der Hauptvariante im vierten und fünften Zug.

Dann folgt die Hauptvariante 4.e5 c5 5.a3 Lxc3+ 6.bxc3 Se7 7.Dg4, worauf 7...0-0 auf dem Programm steht. Im nächsten Kapitel werden dann noch die positioneilen Varianten 7.Sf3, 7.a4 und 7.h4 untersucht.

Ein kleines Extra erwartet uns im zwölften Kapitel. Eigentlich wollte Watson die Alternative gegen Wina­wer mit 4.e5 c5 5.a3 Lxc3+ 6.bxc3 Dc7 aus dem Repertoire nehmen.

Auf Wunsch vieler Leser der Vorgängerausgabe und der Bereit­schaft von 6...Dc7-Kenner FM Hans Olav Lahlum, diesen Abschnitt auf den aktuellen Stand zu bringen, blief) diese interessante Option erfreuli­cherweise doch erhalten.

Wer sich wie ich nicht für den Zug 3...Lb4 begeistern kann wird in "Play the French" dennoch bestens bedient, denn auch das klassische 3...Sf6 wur­de von Watson ins Repertoire neu aufgenommen.

Zwei Kapitel beschäftigen sich mit 4.e5 und 4.Lg5, gegen letzteres stellt Watson die sogenannte Burn-Varian­te 4...dxe4 5.Sxe4 Le7 vor. Im abschließenden 16. Kapitel werden dann noch seltene Turniergäste wie z.B. 2.b3, das Flügelgambit 2.Sf3 d5 3.e5 c5 4.b4 und 2.d4 d5 3.Le3 erörtert.

Damit sollte wirklich für jeden Ge­schmack etwas dabei sein, wobei der Leser auch von den ausführlichen Erklärungen des Autors profitieren wird, die stets auch typische strategi­sche und taktische Aspekte erläutern.

Die sehr gute Aufbereitung der Theorie, die nicht nur Wert auf Vari­anten sondern auch auf Verständnis legt, macht das Buch auch für Neu­einsteiger in Französisch sehr interes­sant, während erfahrene Französisch-Spieler vom gut zusammengestellten Repertoire und den Analysen des Autors überzeugt sein werden.

Als langjähriger Französisch-Anhänger finde ich das hier angebo­tene Repertoire sehr ansprechend, da es sehr flexibel ist und Schwarz gute Gegenchancen verspricht. Zu betonen ist noch, dass Watson im Gegensatz zu den meisten Everyman-Autoren seine Eröffnungstheorie systematisch nach Varianten untersucht und nicht auf Musterpartien aufbaut.

Mit stattlichen 272 Seiten ist dieses überzeugende Buch auch umfangrei­cher als die meisten Everyman-Bücher. Zumindest grundlegende Englischkenntnisse sollten aufgrund der wie gesagt guten Erklärungen vorhanden sein.

Schachmarkt 02/2004

Zuletzt herrschte ziemliche Ebbe, was Französisch-Bücher angeht. Da war eine solide Arbeit von Pedersen (3. Sc3, der angekündigte 3. Sd2-Band blieb aus), deutschsprachig ein Datenbankausdruck von Tiemann (3. Sc3, auch hier erschien der Folgeband nicht) und das Winawer-Buch von Kindermann/Dirr zu 7. Dg4 0-0, das aber halt nur diese eine Variante abdeckt. Vergriffen waren u. a. Uhlmann und Emms' 3. Sd2-Buch. Aber jetzt erschienen gleich drei starke Französisch-Werke in Neubearbeitung. Erste Wahl ist der neue " Watson" aus der Feder des derzeit wohl besten Schachbuchautors überhaupt. Gut, seine Eröffnungsbücher sind literarisch nicht so gehaltvoll wie seine philosophisch angehauchten Lehrwerke, doch die reinen Lesefreunde kommen hier eher auf ihre Kosten als bei Watsons letztem Eröffnungsbuch (Ben-Oni, vgl. Schach 2/2002). Recherche weit über die Standardquellen hinaus, Präzision in jeder Hinsicht und etliche Originalana­lysen - bei Watson alles selbstverständlich. Und auch der Arbeitsethos: wo andere Autoren bei Neu­auflagen oft kaum Notations- und Tippfehler aus früheren Ausgaben korrigieren, kämpft Watson spür­bar mit der Angst, er könne zu viel aus Play the French 2 wiederholen. Im Resultat ist ein weitge­hend anderes Repertoire entstanden. Kurz die wich­tigsten Varianten:

3. e5 c5 4. c3 Sc6 5. Sf3 Ld7 bzw. 5... Db6 6.a3/6. Le2 Sh6!?; 3. Sd2 c5 4. e:d5 D:d5 sowie 3...Le7; 3. Sc3 Lb4... 7. Dg4 0-0, zusätzlich 6... Dc7!?. Alternativ 3... Sf6, auf 4. Lg5 wird nur 4... d:e4 angeboten.

In der Vorgängerausgabe waren 3. Sd2 Sf6 und 7. Dg4 Dc7 die Eckpfeiler des Repertoires. Da Watson diese beiden Komplexe diesmal ausspart, hätte der Verlag Play the French 2 verfügbar halten sollen. Der Repertoireansatz ist wie bei Wells ein notwendi­ges Zugeständnis an das Bedürfnis der Gründlichkeit und Ausführlichkeit, auch Watson bietet (fast) im­mer wenigstens zwei stilistisch unterschiedliche Möglichkeiten an. Dynamisch-modern sind seine Konzepte in jedem Fall, ganz gleich, ob er nach 3. e5 mit 6... Sh6!? den Doppelbauern anbietet oder in der Abtauschvariante zeigt, dass Schwarz eine asymme­trische Stellung mit verteilten Chancen herbeiführen kann. Daneben verblüfft er mit so mancher Einsicht: zwar enden viele Partien mit 3. e:d5 e:d5 nach Ver­einfachungen auf der e-Linie mit geistlosen Remisen - aber eigentlich haben die Türme hier (der einzig offenen Linie!) nichts zu suchen! Denn die Ein­bruchsfelder können problemlos mit Leichtfiguren überdeckt werden.

Fazit: Der Everyman-Verlag tat gut daran, seinem Starautor mehr Platz als die üblichen 144-160 Seiten einzuräumen, bei nur geringfügig erhöhtem Preis. Ein Schönheitsfehler ist das um zwei Seiten verscho­bene Inhaltsverzeichnis, leider wurde dieses Manko auch beim Nachdruck, der bereits nach eineinhalb Monaten notwendig wurde, nicht getilgt.

Harald Keilhack

Schach 06/2004

Mit den ersten beiden Auflagen von play the french hat IM John Watson sich eine treue Fangemeinde unter den Französischspielern geschaffen. Das alleine lässt schon auf eine hochwertige Neuauflage hoffen und - um es gleich vorwegzunehmen - Watson - enttäuscht mit der dritten Auflage der Französischbibel play the french nicht. Im Gegensatz zu manch einer anderen Neuauflage wird hier nicht einfach die vorherige Auflage etwas aufgepeppt sondern statt dessen komplett überarbeitet.

Dazu beigetragen haben auch die schon angesprochenen Fans, die Watson mit Ideen und Analysen versorgt haben. So wurde das 12. Kapitel (Winawer-Variante mit 6...Dc7) sogar komplett von dem norwegischen FM Hans Olav Lahlum verfasst und von dem Meister selbst lediglich noch redigiert.

Obwohl sich die Varianten aus den ersten beiden Auflagen in den letzten zwanzig Jahren bewährt haben, erweitert und erneuert Watson das bisher angebotene Repertoire. Als wichtigste Erweiterung ist sicherlich der Einzug der klassischen Variante (3...Sf6) zu sehen, die damit natürlich auch den Löwenanteil der Erweiterung des Umfangs gegenüber der vorherigen Auflage ausmacht. Auch gegen die Tarrasch-Variante gibt Watson jetzt dem Schwarzspieler im dritten Zuge mit 3...Le7 eine Alternative in die Hand. Diese beiden sind natürlich nicht die einzigen Erweiterungen gegenüber der 2. Auflage. Neben weiteren Varianten werden von Watson teilweise auch noch Statistiken geliefert - diese allerdings nur sporadisch, was ich persönlich schade finde. Ein weiterer kleiner Kritikpunkt lässt sich auch noch finden, die Seitenzahlen im Index sind ; z.T. leicht falsch. Das war's aber auch an Kritik, der Rest ist durchweg posi­tiv:

Im Gegensatz zu anderen Repertoirebüchern kann Schwarz übrigens in play the french immer aus mindestens zwei, manchmal sogar drei Systemen wählen. Damit bleibt man flexibel und hat - falls die eine Alternative nicht gefällt - immer noch eine zweite zur Auswahl, die sich in der Regel auch im Stil sehr unterscheidet.

Watson führt zwar viele Varianten an, spart aber auch nicht an Erläuterungen der vorkommenden strategischen und taktischen Motive. Das ist besonders für den Französisch-Einsteiger von Vorteil, aber es schadet sicher auch dem fortgeschrittenen Spieler nicht, sich diese noch einmal in das Gedächtnis zu rufen.

Liest man play the french , so beschleicht einen das Gefühl, dass Weiß nach 1...e6 bereits um den Ausgleich bemüht sein muss, so enthusiastisch kommt Watson zumindest bei mir an. Dieser Enthusiasmus jedoch wirkt ehrlich, da der englische IM ja selbst ein eifriger Französischanhänger ist. Das vorliegende play the french ist für Französischspieler jeglicher Spielklasse ein Muss und damit letztlich auch für die Weißspieler, die sich gegen den Franzosen behaupten wollen. Sie können jedenfalls sicher sein, dass die hier angegebenen Varianten Einzug in das Repertoire vieler Französischspieler finden werden. Ach ja, zumindest mittelprächtige Sprachkenntnisse wären vorteilhaft, um die Erläuterungen des Autors verstehen zu können.

Thomas Schian - Rochade 6/2004