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Playing the Grünfeld

504 Seiten, gebunden, Quality, 1. Auflage 2020

32,33 €
Inkl. 5% MwSt., zzgl. Versandkosten

The Grünfeld Defence is well known to be one of Black’s best and most challenging responses to 1.d4, and has long been a favourite choice of elite players including Kasparov, Svidler, Caruana, Vachier-Lagrave and many more. As with many openings, however, it can be difficult to navigate the ever-expanding jungle of games and theory.

Playing the Grünfeld offers an ideal solution for practical players. Alexey Kovalchuk is a young Russian talent with expert knowledge of the Grünfeld, and in this book he shares his best ideas to form a complete, coherent and combative repertoire for Black. In addition to theoretical soundness, efforts have been made to avoid variations leading to early forced draws, as well as those in which Black allows his king to be attacked at an early stage.

Alexey Kovalchuk is a Russian player whose rating reached 2445 in recent years, so he can be considered an ‘IM without the norms’. In additional to winning the Rostov Championship and numerous other tournaments, he is a theoretician who works as a second for strong GMs.

Weitere Informationen
Gewicht 1,08 kg
Hersteller Quality
Breite 17 cm
Höhe 24 cm
Medium Buch
Erscheinungsjahr 2020
Autor Alexey Kovalchuk
Sprache Englisch
Auflage 1
ISBN-13 978-1-78483-096-0
Seiten 504
Einband gebunden

004 Symbols & Bibliography

005 Foreword by GM Nikita Petrov

006 Introduction

Third Move Deviations

015 1) 3.f3

036 2) Fianchetto System

Sidelines

074 3) Rare 4th & 5th Moves

090 4) Systems with e2-e3

118 5) Bg5 Systems

163 6) Bf4 Systems

201 7) Lines with Qa4+

219 8) Russian System

246 9) 8.e5 & 8.Be2!

4.cxd5 Nxd5

290 10) Rare Lines

316 11) 5.Bd2

5.e4 Nxc3 6.bxc3 Bg7

332 12) Exchange Variation

368 13) Be3 Systems

398 14) 7.Nf3

443 15) 7.Bc4

476 16) 11.dxc5!

498 Variation Index

Es gibt Eröffnungsbücher, die schnell zu überzeugen wissen, wenn sie zur Vorbereitung einer Rezension in die Hand genommen werden. Zu diesen zählt "Playing the Grünfeld“, 2020 erschienen bei Quality Chess. Sein Autor ist Alexey Kovalchuk aus Russland, der sich mit einem Rating von 2379 im Standard-Schach (höchster Wert: 2445 in 2017) im Bereich der Leistungsstärke eines Internationalen Meisters bewegt, auch wenn er noch keinen Titel erlangt hat.

Kovalchuk verfolgt das Ziel, Schwarz ein Repertoire zur Verfügung zu stellen, das in sich stimmig ist und ein kämpferisches Spiel auf mehr als ein Remis unterstützt. Varianten, die früh in eine kaum mehr zu überwindende Remisstellung führen, versucht er zu vermeiden.

In einer kurzen Einleitung vermittelt das Werk zunächst einige Basisinformationen zur Eröffnung und einen Überblick über die Inhalte der 16 sich anschließenden einzelnen Kapitel. Diese sind klassisch in der Form einer Baumstruktur organisiert. Insgesamt 10 Beispielpartien sind über die Kapitel hinweg verteilt; sie spielen eine eher untergeordnete Rolle.

In seinen Darstellungen legt Kovalchuk erkennbar einen gesteigerten Wert darauf, dass der Leser die strategischen Leitgedanken der Spielweisen und die in der Grünfeld-Indischen Verteidigung wesentlichen Strukturen aufnimmt und verinnerlichen kann. Bei einem Werk wie diesem, das immens viel an detailliertem Material anbietet, halte ich dies für sehr wichtig. Unter anderem hierdurch bekommt "Playing the Grünfeld“ eine Ordnung, die von vornherein das Gefühl des Lesers verhindert, sich mit einem Variantenbrei konfrontiert zu sehen.

Der folgende Auszug aus dem Inhaltsverzeichnis, sinngemäß ins Deutsche übertragen, veranschaulicht die Gliederung des Stoffes.

Abweichungen im 3. Zug

Kap. 1: 3.f3

Kap. 2: Fianchetto-System

Seitenlinien

Kap. 3: Seltene Alternativen im 4. und 5. Zug

Kap. 4: Systeme mit e2-e3

Kap. 5: Systeme mit Lg5

Kap. 6: Systeme mit Lf4

Kap. 7: Varianten ohne Da4+

Kap. 8: Russisches System

Kap. 9: 8.e5 & 8.Le2

4.cxd5 Sxd5

Kap. 10: Seltene Linien

Kap. 11: 5.Ld2

5.e4 Sxc3 6.bxc3 Lg7

Kap. 12: Abtausch-Variante

Kap. 13: Systeme mit Le3

Kap. 14: 7.Sf3

Kap. 15: 7.Lc4

Kap. 16: 11.dxc5.

Kovalchuk geht bemerkenswert gründlich vor. Alternativen zu seinen Hauptempfehlungen (Analysen, Fragmente aus Partien) legt er breit an. Dabei gefällt mir, dass er seine Betrachtungen in eine ganz überwiegend angemessene Tiefe führt. Die meisten der von mir genauer unter die Lupe genommenen Varianten endeten an einer Stelle, die ziemlich genau den Abschluss der beiderseitigen Entwicklung markierte oder an der die ersten Problemstellungen auftraten, die eindeutig dem Mittelspiel zuzuordnen sind. Der Anteil der Nebenvarianten, die eine Länge von ca. 25 Zügen überschreiten, ist vergleichsweise niedrig. In Abspielen, deren Ausgangsstellung selbst erst etwas später in der Partie erreicht wird, kommen sie erklärlicherweise etwas häufiger vor, was dann aber erforderlich oder mindestens gerechtfertigt ist.

Der Leser muss nicht befürchten, sich mit an Seeschlangen erinnernde Zugfolgen befassen zu müssen. An "Playing the Grünfeld“ gefällt mir dabei auch, dass Kovalchuk diese Varianten überwiegend kommentiert und nicht etwa nackt abbildet. So erfährt man durchgehend, warum er etwas empfiehlt oder auch nicht, worin er Stärken und Schwächen von Varianten und Zügen sieht oder womit sich seine Stellungseinschätzung begründet.

Mit der angesprochenen Gründlichkeit untrennbar verbunden ist ein enormer Umfang der im Buch untergebrachten Eröffnungstheorie. Damit stellt sich dann auch die Frage, wer von "Playing the Grünfeld“ profitieren kann. Als erstrangige Adressaten sehe ich die folgenden Gruppen von Interessanten an:

1. Starke und erfahrene Spieler bis in höchste Leistungsbereiche hinein.

2. Fernschachspieler.

3. Ambitionierte Autodidakten, die sich selbst als ehrgeizig genug einschätzen, sich die Grünfeld-Indische Verteidigung mit einem hohen zeitlichen Aufwand intensiv zu erarbeiten.

4. Schachlehrer, Trainer, Autoren etc.

5. Spieler, die Grünfeld-Indisch bereits im Repertoire haben und dieses ausbauen und aktualisieren möchten.

Kovalchuk bietet in einer großen Zahl Neuerungen an. Diese erweitern das Update-Potenzial des Werkes und geben dem erfahrenen Anwender die Möglichkeit, sich ggf. mit der einen oder anderen Überraschung zu verstärken.

"Playing the Grünfeld“ ist ein weiteres Beispiel für die ausgezeichneten Eröffnungsbücher von Quality Chess. Dieses Urteil stützt sich auf die bisherigen Ausführungen und darauf, dass ...

- am Ende des Buches ein detailliertes Variantenverzeichnis zur Verfügung steht, das ein bequemes Navigieren über die Buchinhalte hinweg erlaubt, - jedes Kapitel mit einem eigenen Variantenverzeichnis eingeleitet wird, das mit dem Gesamtverzeichnis korrespondiert, - die Kapitel mit einer wertenden Zusammenfassung abgeschlossen werden, - eine sehr übersichtliche textliche Darstellung erreicht worden ist sowie zahlreiche Diagramme zur Verfügung stehen, die sich nach Haupt- und Nebenvarianten in der Größe unterscheiden, - der Leser ein sehr sauberes Druckbild auf feinem Papier erhält.

Kovalchuk hat auf die wichtigsten Buchquellen und elektronischen Ressourcen zurückgegriffen und diese erkennbar verarbeitet. Soweit er Fragmente aus Partien verwendet, sind diese überwiegend in jüngerer und jüngster Vergangenheit gespielt worden. Etliche Beispiele stammen aus dem Bereich des Fernschachs.

Wer schon mit englischsprachigen Theoriebüchern zurechtgekommen ist, wird auch mit "Playing the Grünfeld“ keine Probleme haben. Das Werk kommt mit dem üblichen in Schachbüchern verwendeten Wortschatz aus.

Fazit: "Playing the Grünfeld“ ist eine klare Kaufempfehlung für u.a. den starken Spieler, für den ambitionierten und genügend ehrgeizigen Spieler "auf dem Weg nach oben“ sowie den Fernschachspieler. Das Werk bietet ein Top Level-Repertoire an und bereitet dieses ausgezeichnet auf. Mit einem Kaufpreis von 24,48 ist es nicht billig, aber jeden Cent wert.

Uwe Bekemann

Deutscher Fernschachbund

September 2020


Nur selten ist zu beobachten, dass verschiedene Verlage im selben Jahr hervorragende Bücher auf den Markt bringen, die das gleiche Thema zum Gegenstand haben. Dies ist in 2020 mit Zherebukh "The Modernized Grünfeld Defense“ (Verlag Thinkers Publishing) und Kovalchuk "Playing the Grünfeld - A Combative Repertoire“ (Verlag Quality Chess) geschehen.

Da beide Werke viele Parallelen aufweisen, erscheint eine gemeinsame Besprechung ratsam.

Und dieses ist ihnen gemein:

  • Für Schwarzspieler geschrieben

  • Große Übersichtlichkeit durch Balkenüberschriften

  • Üppige Ausstattung mit Diagrammen

  • Varianten-Index vor jedem Kapitel

  • Zusammenfassung des Kapitelinhalts am Buchende oder nach jedem Kapitel

  • Hinweis auf gespielte Partien

  • Weitgehende Einigkeit über Variantenbewertung

  • Fülle von theoretischen Neuerungen.

Doch warten beide Werke auch mit markanten Besonderheiten auf. Kovalchuk bietet im Vorspann eine kurze Vorschau der 16 Kapitel an, die darüber berichtet, welches Repertoire der Autor vorschlägt. Ferner schiebt er in sein Werk bei besonders bedeutsamen Varianten sieben ausführlich analysierte Meisterpartien ein. Da sein Werk um zwei Drittel umfangreicher ist, reichen seine breiter und tiefer angelegten Analysen häufig bis in Mittelspielstrukturen.

Zherebukh wiederum lässt drei Kapitel über "Anti-Grünfeld“ einfließen, bei dem Weiß nicht 1.d4 spielt. Auch fällt positiv die deutliche optische Unterscheidung zwischen Hauptvariante (größeres Diagramm, Fettdruck) und Nebenvariante (kleines Diagramm, Varianten in Schwachdruck) auf.

Dass sich beide Autoren allen Abspielen der Grünfeld-Verteidigung annehmen, versteht sich von selbst.

Fazit: Ein harmonisches Duo, das keine Wünsche des Grünfeld-Spielers offen lässt! Besonders zu empfehlen!

Heinz Däubler, Oberpfalz Medien

Juni 2020


Die Grünfeld-Indische Eröffnung gilt als theorieintensiv, aber sehr korrekte Eröffnung. Im neuen Buch des (noch) titellosen Russen Alexey Kovalchuk finden Liebhaber der Eröffnung eine sehr ausführliche Quelle für ein vollständiges Grünfeldrepertoire, dass dem Untertitel "A combatative Repertoire“ durch die Wahl vieler schärferer Abspiele gerecht wird.

So wird bereits gegen 3.f3 das - in den letzten Jahren auf Topniveau modische 3 ... c5 dem normalen Grünfeldzug 3. ... d5 vorgezogen. Eine Entscheidung, die Kovalchuk mit überzeugenden Analysen belegt und insbesondere für Kenner der Ausführungen von Grünfeldguru Svidler eine willkommene Abwechslung.

Auch in der oft empfohlenen Fianchettovariante wird der fleißige Leser mit detaillierten Analysen zum sicheren Ausgleich gelotst, bedauerlich ist lediglich, dass die - zugegebenermaßen "kleine“ Neuerung aus Christof Sieleckis Weißrepertoire "Keep it simple 1.d4“ noch nicht Einzug in das Buch gehalten hat - einige andere Weißrepertoirebücher wie Korneevs d4 Reihe oder auch die omnipräsenten Avrukh Werke werden aber diskutiert, sodass hier nur ein kleiner Makel entsteht.

Modische Nebenvarianten wie 5. h4 werden ebenfalls in großer Tiefe besprochen, allerdings gehört es auch zu einem kämpferischen Repertoire, dass einige Varianten mit der Einschätzung "komplizierte Stellung, aber nicht schlechter“ enden. Ich persönlich bin als Grünfeldfanatiker mit unausgeglichenen Positionen sehr glücklich, allerdings wird hier deutlich, dass solidere Geister wohl besser zu einer anderen Eröffnung greifen.

Nach der Behandlung weiterer Nebenvarianten wie 5.e3, Lg5, Lf4, etc. startet nach 200 Seiten des Buches die Behandlung der Hauptvarianten mit dem immer modischen russischen System (4/ 5. Db3). Die zahllosen weißen Versuche werden - soweit ich es erkennen kann - überzeugend mit Beispielen aus Spitzenpartien und dem Fernschach - behandelt, dazu helfen eingestreute vollständige Partien bei der gebotenen intensiven Befassung ein Gefühl für die sehr dynamischen Stellungen zu entwickeln.

Nach einem Einschub mit Nebenvarianten nach 4.cxd5 - hier ist die Hauptempfehlung gegen 5. Sa4 e5!? nicht ganz konsequent anwendbar, da nach 5.Sf3 Lg7 6.Sa4 e5 nicht mehr möglich ist, allerdings ist Zugumstellung in Kovalchuks Zweitempfehlung 6 ... Sf6 spielbar, sodass ein bequemer Leser- warum auch immer er bis zu Kapitel 10 des Buches vorgedrungen sein sollte - auch hier nicht in die eigene Datenbank schauen müsste.

Beim ersten Lesen irritieren die an zahlreichen Stellen auftretenden Alternativempfehlungen eventuell, langfristig ermöglichen sie aber eine gewisse Flexibilität und größeres Verständnis verschiedener Spielweisen, sodass ich diese sehr begrüße.

Auch das zuletzt beim Kandidatenturnier wieder erprobte 5. Ld2 wird in einem eigenen Kapitel in allen Details erörtert, bevor alle Varianten nach 5.e4 Sxc3 behandelt werden:

Hier gefällt besonders, dass auch sehr neue Ideen wie h4 in diversen Varianten der Lc4 Systeme ausführlich analysiert werden, da diese gerade ja enorm in Mode kommen.

Wie es für Hauptvarianten heutzutage üblich ist, muss Schwarz natürlich einige Feinheiten kennen, bevor meist - dem Computer folgende - "ausgeglichene“ Endspiele erreicht werden, die oft genug aber noch Raum geben, eine spannende Partie zwischen Menschen die Fehler machen zu spielen.

Zusammenfassend kann ich das Buch jedem Grünfeldfan sehr empfehlen. Als Einstiegslektüre ist die Tiefe der angegebenen Varianten sicherlich zu ausführlich, aber durch eine vorherige Befassung mit einigen Meisterpartien und eigene Praxis kann jeder etwas aus diesem sehr ausführlichen theoretischen Werk mitnehmen. Aus der eigenen Praxis habe ich die Erfahrung gemacht, dass Grünfeldspieler oft als fanatische Theorieexperten gesehen werden und wirklich kritische Varianten auf gehobenem Clubniveau um DWZ 2100 noch sehr selten erprobt werden, die Befassung mit all den typischen Motiven und Plänen wird allerdings auch bei Abweichungen ein gutes Stellungsverständnis sichern.

Lennart Quante

Mai 2020