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Playing the Grünfeld

Eigenschaften

504 Seiten, kartoniert, Quality, 1. Auflage 2020

24,48 €
Inkl. 5% MwSt., zzgl. Versandkosten

The Grünfeld Defence is well known to be one of Black’s best and most challenging responses to 1.d4, and has long been a favourite choice of elite players including Kasparov, Svidler, Caruana, Vachier-Lagrave and many more. As with many openings, however, it can be difficult to navigate the ever-expanding jungle of games and theory.

Playing the Grünfeld offers an ideal solution for practical players. Alexey Kovalchuk is a young Russian talent with expert knowledge of the Grünfeld, and in this book he shares his best ideas to form a complete, coherent and combative repertoire for Black. In addition to theoretical soundness, efforts have been made to avoid variations leading to early forced draws, as well as those in which Black allows his king to be attacked at an early stage.

Alexey Kovalchuk is a Russian player whose rating reached 2445 in recent years, so he can be considered an ‘IM without the norms’. In additional to winning the Rostov Championship and numerous other tournaments, he is a theoretician who works as a second for strong GMs.

Weitere Informationen
Gewicht 920 g
Hersteller Quality
Breite 17 cm
Höhe 24 cm
Medium Buch
Erscheinungsjahr 2020
Autor Alexey Kovalchuk
Sprache Englisch
Auflage 1
ISBN-13 978-1-78483-095-3
Seiten 504
Einband kartoniert

004 Symbols & Bibliography

005 Foreword by GM Nikita Petrov

006 Introduction

Third Move Deviations

015 1) 3.f3

036 2) Fianchetto System

Sidelines

074 3) Rare 4th & 5th Moves

090 4) Systems with e2-e3

118 5) Bg5 Systems

163 6) Bf4 Systems

201 7) Lines with Qa4+

219 8) Russian System

246 9) 8.e5 & 8.Be2!

4.cxd5 Nxd5

290 10) Rare Lines

316 11) 5.Bd2

5.e4 Nxc3 6.bxc3 Bg7

332 12) Exchange Variation

368 13) Be3 Systems

398 14) 7.Nf3

443 15) 7.Bc4

476 16) 11.dxc5!

498 Variation Index

Nur selten ist zu beobachten, dass verschiedene Verlage im selben Jahr hervorragende Bücher auf den Markt bringen, die das gleiche Thema zum Gegenstand haben. Dies ist in 2020 mit Zherebukh "The Modernized Grünfeld Defense“ (Verlag Thinkers Publishing) und Kovalchuk "Playing the Grünfeld - A Combative Repertoire“ (Verlag Quality Chess) geschehen.

Da beide Werke viele Parallelen aufweisen, erscheint eine gemeinsame Besprechung ratsam.

Und dieses ist ihnen gemein:

  • Für Schwarzspieler geschrieben

  • Große Übersichtlichkeit durch Balkenüberschriften

  • Üppige Ausstattung mit Diagrammen

  • Varianten-Index vor jedem Kapitel

  • Zusammenfassung des Kapitelinhalts am Buchende oder nach jedem Kapitel

  • Hinweis auf gespielte Partien

  • Weitgehende Einigkeit über Variantenbewertung

  • Fülle von theoretischen Neuerungen.

Doch warten beide Werke auch mit markanten Besonderheiten auf. Kovalchuk bietet im Vorspann eine kurze Vorschau der 16 Kapitel an, die darüber berichtet, welches Repertoire der Autor vorschlägt. Ferner schiebt er in sein Werk bei besonders bedeutsamen Varianten sieben ausführlich analysierte Meisterpartien ein. Da sein Werk um zwei Drittel umfangreicher ist, reichen seine breiter und tiefer angelegten Analysen häufig bis in Mittelspielstrukturen.

Zherebukh wiederum lässt drei Kapitel über "Anti-Grünfeld“ einfließen, bei dem Weiß nicht 1.d4 spielt. Auch fällt positiv die deutliche optische Unterscheidung zwischen Hauptvariante (größeres Diagramm, Fettdruck) und Nebenvariante (kleines Diagramm, Varianten in Schwachdruck) auf.

Dass sich beide Autoren allen Abspielen der Grünfeld-Verteidigung annehmen, versteht sich von selbst.

Fazit: Ein harmonisches Duo, das keine Wünsche des Grünfeld-Spielers offen lässt! Besonders zu empfehlen!

Heinz Däubler, Oberpfalz Medien

Juni 2020


Die Grünfeld-Indische Eröffnung gilt als theorieintensiv, aber sehr korrekte Eröffnung. Im neuen Buch des (noch) titellosen Russen Alexey Kovalchuk finden Liebhaber der Eröffnung eine sehr ausführliche Quelle für ein vollständiges Grünfeldrepertoire, dass dem Untertitel "A combatative Repertoire“ durch die Wahl vieler schärferer Abspiele gerecht wird.

So wird bereits gegen 3.f3 das - in den letzten Jahren auf Topniveau modische 3 ... c5 dem normalen Grünfeldzug 3. ... d5 vorgezogen. Eine Entscheidung, die Kovalchuk mit überzeugenden Analysen belegt und insbesondere für Kenner der Ausführungen von Grünfeldguru Svidler eine willkommene Abwechslung.

Auch in der oft empfohlenen Fianchettovariante wird der fleißige Leser mit detaillierten Analysen zum sicheren Ausgleich gelotst, bedauerlich ist lediglich, dass die - zugegebenermaßen "kleine“ Neuerung aus Christof Sieleckis Weißrepertoire "Keep it simple 1.d4“ noch nicht Einzug in das Buch gehalten hat - einige andere Weißrepertoirebücher wie Korneevs d4 Reihe oder auch die omnipräsenten Avrukh Werke werden aber diskutiert, sodass hier nur ein kleiner Makel entsteht.

Modische Nebenvarianten wie 5. h4 werden ebenfalls in großer Tiefe besprochen, allerdings gehört es auch zu einem kämpferischen Repertoire, dass einige Varianten mit der Einschätzung "komplizierte Stellung, aber nicht schlechter“ enden. Ich persönlich bin als Grünfeldfanatiker mit unausgeglichenen Positionen sehr glücklich, allerdings wird hier deutlich, dass solidere Geister wohl besser zu einer anderen Eröffnung greifen.

Nach der Behandlung weiterer Nebenvarianten wie 5.e3, Lg5, Lf4, etc. startet nach 200 Seiten des Buches die Behandlung der Hauptvarianten mit dem immer modischen russischen System (4/ 5. Db3). Die zahllosen weißen Versuche werden - soweit ich es erkennen kann - überzeugend mit Beispielen aus Spitzenpartien und dem Fernschach - behandelt, dazu helfen eingestreute vollständige Partien bei der gebotenen intensiven Befassung ein Gefühl für die sehr dynamischen Stellungen zu entwickeln.

Nach einem Einschub mit Nebenvarianten nach 4.cxd5 - hier ist die Hauptempfehlung gegen 5. Sa4 e5!? nicht ganz konsequent anwendbar, da nach 5.Sf3 Lg7 6.Sa4 e5 nicht mehr möglich ist, allerdings ist Zugumstellung in Kovalchuks Zweitempfehlung 6 ... Sf6 spielbar, sodass ein bequemer Leser- warum auch immer er bis zu Kapitel 10 des Buches vorgedrungen sein sollte - auch hier nicht in die eigene Datenbank schauen müsste.

Beim ersten Lesen irritieren die an zahlreichen Stellen auftretenden Alternativempfehlungen eventuell, langfristig ermöglichen sie aber eine gewisse Flexibilität und größeres Verständnis verschiedener Spielweisen, sodass ich diese sehr begrüße.

Auch das zuletzt beim Kandidatenturnier wieder erprobte 5. Ld2 wird in einem eigenen Kapitel in allen Details erörtert, bevor alle Varianten nach 5.e4 Sxc3 behandelt werden:

Hier gefällt besonders, dass auch sehr neue Ideen wie h4 in diversen Varianten der Lc4 Systeme ausführlich analysiert werden, da diese gerade ja enorm in Mode kommen.

Wie es für Hauptvarianten heutzutage üblich ist, muss Schwarz natürlich einige Feinheiten kennen, bevor meist - dem Computer folgende - "ausgeglichene“ Endspiele erreicht werden, die oft genug aber noch Raum geben, eine spannende Partie zwischen Menschen die Fehler machen zu spielen.

Zusammenfassend kann ich das Buch jedem Grünfeldfan sehr empfehlen. Als Einstiegslektüre ist die Tiefe der angegebenen Varianten sicherlich zu ausführlich, aber durch eine vorherige Befassung mit einigen Meisterpartien und eigene Praxis kann jeder etwas aus diesem sehr ausführlichen theoretischen Werk mitnehmen. Aus der eigenen Praxis habe ich die Erfahrung gemacht, dass Grünfeldspieler oft als fanatische Theorieexperten gesehen werden und wirklich kritische Varianten auf gehobenem Clubniveau um DWZ 2100 noch sehr selten erprobt werden, die Befassung mit all den typischen Motiven und Plänen wird allerdings auch bei Abweichungen ein gutes Stellungsverständnis sichern.

Lennart Quante

Mai 2020