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LOKAUSTG

Sabotage the Grünfeld

A Cutting-Edge Repertoire for White based on 3.f3

187 Seiten, kartoniert, New in Chess, 1. Auflage 2014

19,58 €
Inkl. 5% MwSt., zzgl. Versandkosten
Weitere Informationen
Gewicht 360 g
Hersteller New in Chess
Breite 17 cm
Höhe 23,6 cm
Medium Buch
Erscheinungsjahr 2014
Autor Larry Kaufman
Sprache Englisch
Auflage 1
Seiten 187
Einband kartoniert
  • Written by the author of the bestsellerThe Kaufman Repertoire for Black and White

  • Top players like Anand and Aronian have used this line with success

  • Covering all Black’s answers

  • A perfect weapon for 1.d4 players

Zu den wichtigsten Systemen für Schwarz gegen das weiße 1. d4 zählt die Grünfeldindische Verteidigung, auch Grünfeld-Verteidigung genannt. Eine jüngst stark in den Fokus geratene Methode für den Anziehenden, Schwarz in dessen Streben in seine Lieblingsstellungen einen Strich durch die Rechnung zu machen, besteht in 3. f3. In seinem Buch "Sabotage the Grünfeld“ (Untertitel "A Cutting-Edge Repertoire for White based on 3.f3“) geht der US-amerikanische GM, frühere Senioren-Weltmeister und Fachmann auf dem Gebiet der Schachcomputer und Engines Larry Kaufman auf die Folgen und Möglichkeiten dieser Wahl ein. Im Ergebnis bietet er ein Repertoire für Weiß an, somit aus dessen Sicht geschrieben, aber auch für den Spieler mit schwarz nutzbar. Dieser bekommt ebenfalls das aktuelle Material für sein Spiel für den Fall an die Hand, dass sein Gegner ihn nicht in die angestrebten Verteidigungslinien gelangen lassen will.

Das Werk enthält fünf Kapitel zur Theorie sowie im Anschluss daran 25 vom Leser zu bearbeitende Stellungsaufgaben und die Lösungen dazu. Die einzelnen Kapitel tragen die folgenden Überschriften:

1. History of the f3 Anti-Grünfeld

2. Third Move Offshoots

3. The Neo-Grünfeld

4. The Sämisch with ... c7-c5

5. The Sämisch without ... c7-c5.

Wenn man aufs Geradewohl irgendeine Seite zur Theorie aufschlägt, fällt einem sofort eine Besonderheit auf. Man findet als Bewertung von Stellungen anders als gewöhnlich und farblich hervorgehoben digitale Anzeigen, wie man sie von Engines kennt. Trifft man also auf beispielsweise "0,50“, so bedeutet dies, dass eine Engine Weiß im Vorteil sieht, und zwar etwa im Wert eines halben Bauern.

Auf den einführenden Seiten sagt Kaufman mehr zu seinem Vorgehen. Er hat alle Züge mit Engines überprüft, und zwar mit Komodo TCEC und Houdini 3, zuletzt auch mit Houdini 4. Beide gelten als die stärksten aktuellen Engines, Komodo ist eine Art inoffizieller Weltmeister und Kaufman hat intensiv an ihrer Entwicklung teilgenommen. Die Züge sind jeweils mindestens 15 Minuten lang überprüft worden, zumeist länger, und dies unter Einsatz von Spitzen-Hardware.

Eindeutig als Fehler erkennbare Züge können also als im Werk ausgeschlossen betrachtet werden.

Diese Beschreibung von Kaufmans Vorgehen könnte den Eindruck hervorrufen, dass "Sabotage the Grünfeld“ wie ein lebloser Ausdruck von Computervarianten daherkommt. Genau das Gegenteil aber ist der Fall. Kaufman legt großen Wert auch auf Textkommentare. Diese fallen regelmäßig nicht besonders lang aus, gehen aber auf die wesentlichen Aspekte ein. Das Werk leitet den Leser somit an, wie die empfohlenen Linien zu bewerten und zu spielen sind. Das jeweilige Urteil der Engine ergänzt die Ausführungen um das Ergebnis der reinen Berechnung. Vermutlich wird es oft auch ein Fingerzeig für Kaufman gewesen sein, in welche Richtung sich die Chancen beider Parteien bewegen werden, bevor er dies dann nachvollzogen und in seine eigenen Worte gefasst hat.

Die Erörterung der Theorie erfolgt grundsätzlich anhand von Partien. Das Kernkapitel ist die Nummer 3 im Ablauf, in der die Zugfolge 1. d4 Sf6 2. c4 g6 3. f3 d5 auf das Brett kommt, von Kaufman als Neo-Grünfeld bezeichnet. Dieses Kapitel bietet vorab eine einführende theoretische Betrachtung der thematisch interessierenden Züge an, der dann die Partien folgen.

Kaufmans Arbeit habe ich anhand eines Beispiels genauer betrachtet. Hierfür habe ich mir die Zugfolge 1. d4 Sf6 2. c4 g6 3. f3 d5 4. cxd5 Sxd5 5. e4 Sb6 6. Sc3 Lg7 7. Le3 0-0 8. Dd2 Sc6 9. 0-0-0 e5 10. d5 Sd4 11. f4 c5 12. fxe5 Lg4 13. Te1 Lxe5 14. h3 vorgenommen, die ich über meine eigene Autorentätigkeit genauer kenne. Auf 14. h3 haben Jerzy Konikowski und ich in "1. d4 siegt!“ die Fortsetzung 14 ... Dh4 empfohlen, aber auch 14 ... Ld7 berücksichtigt. Kaufman geht ebenfalls in diese Richtung und behandelt beide Wege in jeweils einer eigenständigen Partie. Er setzt mit 15. Ld3 Tac8 16. Kb1 f5 17. Lg5 Dh5 18. hxg4 Dxh1 19. exf5 Dh2 20. Sh3 fort. Hier und damit in dieser fortgeschrittenen Stellung schlägt er nun 20 ... c4 vor und gibt eine Analysevariante an, die mit +0.68 endet. Der Zug ist eine gute Alternative zu dem von Konikowski und mir angegebenen Schlagen mit 20 ... gxf5, den Kaufman nicht behandelt. Weiß tut gut daran, sich auch darauf als Antwort des Nachziehenden einzustellen.

Ich kann Kaufman eine sorgfältige und fortgesetzt auch innovative Arbeit in dieser Variante bestätigen und schließe daraus auch auf die Qualität der Ausführungen im Werk schlechthin.

Mit den schon oben angesprochenen 25 Übungen, die dem Leser über Diagramme mit kurzen Anmerkungen gestellt werden, kann dieser für sich selbst überprüfen, inwieweit er mit den Ideen und Anforderungen des Systems nach dem Studium des Buches bereits zurechtkommt oder eben auch nicht. Die Lösungen findet er sogleich im Anschluss.

"Sabotage the Grünfeld“, übrigens ein Buch aus dem Hause New In Chess (NIC), ist in englischer Sprache erschienen. Insgesamt sind die Anforderungen an die Fremdsprachkenntnisse des Lesers moderat. Passagenweise fällt das Verstehen aber etwas schwerer, da Kaufman dann und wann auch schon mal längere Satzkonstruktionen wählt. Wer aber über Kenntnisse auf Schulniveau verfügt, sollte sich wegen der Sprache nicht vom Kauf des Buches abhalten lassen.

Ein ordentliches Variantenverzeichnis wartet auf den letzten Seiten auf den Leser, noch gefolgt von einem Namens- sowie einem Partienverzeichnis und der Bibliografie.

Fazit: "Sabotage the Grünfeld“ ist ein außergewöhnliches Buch. Zu seinen Stärken zählt die Sicherheit, dass die Varianten computergeprüft sind. Aber auch die Erläuterungen Kaufmans heben es hervor.

Es bietet aktuelle Theorie auf der Basis von 3. f3 gegen Grünfeldindisch und zeigt auch die historischen Wurzeln dieses Abspiels auf. Ein weiteres empfehlenswertes Buch aus der Feder von Larry Kaufman.

Uwe Bekemann

www.BdF-Fernschachbund.de

Fernschachpost 4/2014


Bei dem vorliegenden Buch handelt es sich um einen Repertoirevorschlag gegen Grünfeldindisch mittels 1.d4 Sf6 2.c4 g6 3.f3. Der Autor des Buches, GM Larry Kaufman, hat dazu 55 relevante Partien eingehend analysiert und aus diesem Grundstock sein Anti-Grünfeld Repertoire gestrickt. Im Schlussteil gibt es noch einen Test mit 25 Aufgaben samt Lösungsbesprechung zu wichtigen Stellungen dieser Eröffnung.

Als ich das Buch gesehen habe, dachte ich mir: Oh mein Gott, schon wieder so ein marktschreierisches Eröffnungsschnellschussbuch mit hanebüchenen Versprechungen die (natürlich) nicht eingehalten werden können. In Zeiten, in denen sogar einstmals gefeierte Verlage wie Quality-Chess anscheinend der Beliebigkeit anheim gefallen sind, hat das Mittelmaß bei Schachbüchern Hochkonjunktur. Umso erfreulicher ist es dann, wenn man sehr positiv überrascht wird! Das war bei mir der Fall als ich das Buch durchgesehen und teilweise durchgearbeitet habe. Ich habe die Analysen mit den neuesten Theoriedatenbanken und Eröffnungswerken (bis Schachinformator 119) verglichen, habe eine ganze Horde von Engines (Houdini, Stockfish, Kommodo) darauf angesetzt und bin letztendlich zu dem Schluss gekommen, dass Kaufman hier eine sehr ansprechende Arbeit abgeliefert hat. Wie er im Vorwort auch freimütig einräumt, hat er bei seinen Analysen ebenfalls Houdini und Kommodo (zur Zeit die stärksten Engines) eingesetzt und beide mindestens 15 Minuten an jedem Zug rechnen lassen. Damit ist die Fehlerquote bei den Analysen gleich Null. Das soll nicht heißen es wäre in Stein gemeißelte Wahrheit aber grobe Übersehen sind ausgeschlossen und der Weg in die richtige Richtung wird zumindest eingeschlagen.

Anhand eines kleinen Beispiels möchte ich das zeigen: Gegen die Empfehlung von GM Avrukh (Grünfeldindisch, Grandmaster Repertoire) 1. d4 Nf6 2. c4 g6 3. f3 d5 4. cxd5 Nxd5 5. e4 Nb6 6. Nc3 Bg7 7. Be3 O-O 8. Qd2 Nc6 9. O-O-O f5 10. e5 Nb4 11. Nh3 Be6 12. Kb1 Qd7 13. Nf4 Rfd8 (das ist eine Empfehlung von Avrukh in seinem Buch) analysieren Kaufman, Kommodo und Houdini nicht das von Avrukh vorgeschlagene 14.h4 (diese Variante endet besser für Schwarz) sondern den logischeren und nachvollziehbareren Weg mittels

14. a3! a5 15.d5 N4xd5 16. Ncxd5 Nxd5 17. Bc4 c6 18. Bb6 Rdc8 19. Nxe6 Qxe6 20. f4 a4 21. h4 mit etwas besserem Spiel für Weiß.

Von den 5 stärksten Computerprogrammen bevorzugen genau 5 den gleichen Weg den Kaufman hier beschritten hat. Während man bei Avrukh oft das Gefühl hat, er analysiert für "seine Seite“ (wer macht das nicht?) sucht Kaufman ganz objektiv und nüchtern Wahrheiten auch wenn er dabei seine eigenen eingeschlagenen Pfade oft als unklar bezeichnen muss.

Das Buch hadert nicht mit seinem Schicksal, in einer Zeit zu erscheinen, in denen Schachbücher oft lieblos und billig produziert und dafür umso teurer verkauft zu werden. Es stellt sich der Herausforderung, es bietet sehr sorgfältige Analysen und wohltuend unaufgeregte Ansichten.

Damit hebt es sich von anderen, vergleichbaren Werken, deutlich ab.

Zusammenfassend kann ich also sagen:

Das Buch ist nichts anderes als ein absoluter Gräuel für jeden Grünfeld-Spieler.

Martin Rieger

www.Schach-Welt.de

April 2014