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Art.-Nr.: LEMUESIDP

Schachendspiele in der Praxis

368 Seiten, kartoniert, Gambit, 1. Auflage 2009.

21,50 €
inkl. 7% MwSt., zzgl. Versandkosten

Nachdem inGrundlagen der Schachendspiele überwiegend elementare und theoretische Endspiele behandelt wurden, konzentrieren sich Müller und Pajeken in diesem Buch auf die praktische Seite des Endspiels. Sie zeigen dabei nicht nur alle wichtigen Aspekte einer erfolgreichen Endspielstrategie auf, sondern erläutern vor allem auch die Umsetzung und Anwendung der notwendigen Prinzipien und Denkmethoden in der Turnierpraxis.

Anhand zahlreicher herausragender Beispiele aus dem aktuellen Turniergeschehen geben die Autoren viele nützliche Tipps und Hinweise für eine perfekte Endspielführung. So erörtern sie zum Beispiel die Ursachen typischer Fehler und zeigen, wie man diese vermeidet. Sie erläutern, wie man einen Vorteil korrekt und umsichtig verwertet, und sie behandeln auch psychologische Aspekte der Endspielpraxis.

Getreu diesem Anspruch, möglichst "praxisnah" zu sein, enthält das Buch zusätzlich zu den hochwertigen und anspruchsvollen Lehreinheiten mehr als 250 Übungsaufgaben mit ausführlich kommentierten Lösungen, damit der Leser sein neu erworbenes Wissen testen und festigen kann.

Die wichtigsten enthaltenen Themen:

  • Grundsätzliche Prinzipien und Methoden
  • Verwertung eines Vorteils
  • Typische Fehler
  • Aktivität
  • Prophylaxe und das Verhindern von Gegenspiel
  • Kampf um die Initiative
  • Läuferpaar im Endspiel
  • Der richtige Abtausch
  • Kunst der Verteidigung
  • Faustregeln

Details
Sprache Deutsch
Autor Müller, Karsten
Pajeken, Wolfgang
Verlag Gambit
Auflage 1.
Medium Buch
Gewicht 650 g
Breite 17,2 cm
Höhe 24,8 cm
Seiten 368
ISBN-10 1906454043
ISBN-13 9781906454043
Erscheinungsjahr 2009
Einband kartoniert
Inhalte

008 Vorwort von John Nunn

010 Vorwort der Autoren

012 Einführung

013 Symbole

014 1 Aktivität

014 A) Aktivität des Königs

014 AI) Ein Endspiel ist kein Mittelspiel

024 A2) Abschneiden des Königs

030 A3) Barriere

031 A4)"Bodycheck"

033 A5) Das Reti-Manöver

033 B) Aktivität der Türme

038 C) Aktivität im Allgemeinen

040 2 Die Kunst der Bauernführung

040 A) Freibauern

040 A1) Entfernte Freibauern

042 A2) Gedeckte Freibauern

044 A3) Verbundene Freibauern

045 A4) Freibauern müssen laufen!

046 A5) Blockade

050 B) Bildung eines Freibauern

050 B1) Mobilisierung einer Bauernmajorität

053 B2) Bauerndurchbruch

058 B3) Beseitigung gegnerischer Bauern

060 C) Minoritätsangriff

061 D) Unterminierung

062 E) Die Macht der Bauern

068 3Übereilen Sie nichts!

068 A) Vorbereitende Maßnahmen

070 B) Subtile technische Züge

072 C) Zugwiederholungen

073 D) Die Kunst des Lavierens

076 E) Mit der ganzen Armee spielen

077 F) Zu große Eile

080 4 Der richtige Abtausch

080 A) Die Bedeutung des Abtauschs für die Schachpartie

083 B) Kritische Momente im Endspiel

087 C) Abtausch ins Bauernendspiel

091 D) Abtausch ins Turmendspiel

094 E) Abtausch eines Turmpaars

094 E1) Der Angreifer will ein Turmpaar tauschen

096 E2) Der Verteidiger will ein Turmpaar tauschen

098 F) Abwicklung ins Endspiel

101 G) Der Verteidiger tauscht Bauern, der Angreifer Figuren

102 H) Beseitigung des letzten Bauern

104 I) Verteidiger von Schwächen müssen abgetauscht werden

106 J) Transformation

108 K) Wichtig ist, was auf dem Brett bleibt, nicht was vom Brett verschwindet

108 L) Vermeiden eines ungünstigen Abtauschs

113 5 Das Denken in Schemata

113 A) Zielpositionen

114 B) Wünsch Dir was!

115 C) Verbesserung der Figurenstellung und Makogonows Prinzip

117 D) Pläne

121 6 Schwächen

121 A) Bauern- und Felderschwächen

121 A1) Bauernschwächen

121 A1a) Isolierte Bauern

122 A1b) Doppelbauern

123 A1c) Rückständige Bauern

124 A1d) Zu weit vorgepreschte Bauern

125 A2) Felderschwächen

126 B) Schwache Felderkomplexe

128 C) Schaffen und Fixieren von Schwächen

131 D) Lavieren

137 E) Das Prinzip zweier Schwächen

139 F) Die Ausnutzbarkeit von Schwächen

140 G) Fatale Passivität bei strukturellen Schwächen

144 7 Der Kampf um die Initiative

144 A) Die Bedeutung der Initiative

147 B) Freibauern und Initiative

147 C) Psychologie

148 D) Strukturelle Opfer für die Initiative

149 E) Materialopfer für die Initiative

150 F) Ungleichfarbige Läufer

151 G) Die Dame in ihrem Element

154 8 Prophylaxe und das Verhindern von Gegenspiel

154 A) Die gegnerischen Pläne vereiteln

156 B) Mysteriöse Turmzüge

157 C) Gegenspiel verhindern

161 9 Das Läuferpaar im Endspiel

161 A) Die Steinitzsche Restriktionsmethode

163 B) Transformation

165 C) Kontrolle

167 D)Öffnung der Stellung für die Läufer

170 E) Unterstützung von Freibauern

172 F) Angriff

174 G) Zwei Läufer gegen Turm und Leichtfigur

177 H) Das Läuferpaar als Remiswaffe

179 I) Der Kampf gegen die Läufer

179 I1) Blockade

180 I2) Totale Abriegelung

182 I3) Stützpunkte für den Springer

184 10 Zugzwang

184 A) Eine mächtige Endspielwaffe

189 B) Theoretisch wichtige Endspiele

191 C) Gegenseitiger Zugzwang

192 D) Dreiecksmanöver und Reservetempi

194 11 Festungen

194 A) Elementare Festungen

202 B) Gesichertes Lager

202 B1) Festungen gegen einen Läufer

202 B1a) Awerbachs Barriere

202 B1b) Die Läufer leben in verschiedenen Welten

204 B1c) Der verschanzte Springer

206 B2) Festungen gegen einen Turm

206 B2a) Der Springer kämpft gut auf engem Raum

208 B2b) Typische Remisfestungen mit Läufer gegen Turm

211 B3) Festungen gegen die Dame

212 C) Bauernbarrieren

216 D) Eingesperrte Figuren

216 D1) Der eingesperrte König

220 D2) Ausgeschlossene Figuren

222 E) Gebundene und gefesselte Figuren

222 E1) Anbindung an einen Bauern

223 E2) Anbindung

223 E3) Gefährliche Freibauern

224 E4) Fesselung

226 F) Ein typischer Fehler

229 12 Patt 229 A) Die letzte Chance

230 B) Theoretisch wichtige Pattstellungen

232 C) Desperado

233 D) Unterverwandlung zur Vermeidung von Patt

236 13 Matt

236 A) Eingesperrter König

238 B) Das alles entscheidende erste Schach

239 C) Türme im siebten Himmel

241 D) Angriff mit ungleichfarbigen Läufern

245 E) Der Springer im Angriff

247 F) Langfristiger Mattangriff

249 14 Dominanz 249 A) Totale Dominanz

251 B) Theoretisch wichtige Endspiele

252 C) Restriktionsmethoden

252 C1) Einschränkung eines Läufers

254 C2) Einschränkung eines Springers

256 C3) Einschränkung der gesamten gegnerischen Kräfte

257 C4) Einsperren einer Figur

260 15 Vorteilsverwertung

261 A) Transformation eines Vorteils in einen anderen

261 A1) Läufer lassen sich in der Regel leichter tauschen

262 A2) Transformation statischer Vorteile in dynamische

264 A3) Rückgabe von Material

265 A4) Grundsätzliche Überlegungen

266 B) Praktische Beispiele

266 B1) Raumvorteil

270 B1a) Verbreitern der Operationsfront

272 B2) Materialvorteil

272 B2a) Mehrbauer

273 B2b) Verwertung einer Mehrqualität

276 16 Die Kunst der Verteidigung 276 A) Aktive Verteidigung

277 B) Prophylaxe in der Verteidigung

277 C) Die Blockade halten

278 D) Defensive Opfer

280 E) Kämpfen Sie bis zum Ende!

283 17 Typische Fehler

283 A) Mangelhafte Kenntnisse der Endspieltheorie

288 B) Sorglosigkeit/ Unaufmerksamkeit

291 C) Für die Galerie spielen

292 D) Verfrühte Aufgabe

293 D1) Leichtgläubigkeit gegenüber dem Gegner/ Schock nach einem unerwarteten Zug

294 E) Passivität

295 F) Unangemessene Aktivität

296 G) Spielen Sie nicht auf der Seite, wo der Gegner im Vorteil ist

297 H) Unnötige Aufgabe von Material

298 I) Gier

299 J) Zu automatisches Befolgen von Faustregeln

300 18 Faustregeln 300 A) 20 Goldene Endspielprinzipien

300 B) Faustregeln

303 Lösungen der Aufgaben

361 Literaturverzeichnis

363 Index

"Schachendspiele in der Praxis - Ein umfassender Leitfaden zur Strategie der Endspiele" ist ein zur Zeit viel beachteter und häufig besprochener Band des erfahrenen Großmeisters und Endspielspezialisten Karsten Müller (vergleiche Rochade Europa Nr. 6 Seiten 57 ff). Nachdem er die "Grundlagen der Schachendspiele" gemeinsam mit Frank Lamprecht ausarbeitete, ist bei der Fortsetzung der FIDE-Meister und Schachtrainer Wolfgang Pajeken Co-Autor. In be­währt hoher Qualität hat Bettina Trabert den Band aus dem Engli­schen übertragen. Neben den obliga­torischen Vorworten weckt insbe­sondere das detaillierte Inhaltsver­zeichnis das Interesse. Jeweils fein untergliedert zeigen die 18 Kapitel die Breite der dargestellten Inhalte:

1 Aktivität

2 Die Kunst der Bauernführung

3 Übereilen Sie nichts!

4 Der richtige Abtausch

5 Das Denken in Schemata

6 Schwächen

7 Der Kampf um die Initiative

8 Prophylaxe und das Verhindern von Gegenspiel

9 Das Läuferpaar im Endspiel

10 Zugzwang

11 Festungen

12 Patt

13 Matt

14 Dominanz

15 Vorteilsverwertung

16 Die Kunst der Verteidigung

17 Typische Fehler

18 Faustregeln

Anhand einer Vielzahl herausragen­der Turnierpartien und exzellent aus­gewählter Studien erläutern die Au­toren alle Facetten herausragender Endspielführung. Dabei achten Sie darauf, nicht einseitig die Endspielführung des sich im Vorteil befindli­chen Spielers darzustellen, sondern zeigen auch die Möglichkeiten des scheinbar Unterlegenen zur ge­schickten Spielführung. Zusätzlich zu den anspruchsvollen Lehreinhei­ten stellen die Autoren mehr als 250 Übungsaufgaben in fünf gekenn­zeichneten Schwierigkeitsgraden. Deren ausführlich kommentierten Lösungen werden in einem extra Kapitel auf fast 60 Seiten darge­stellt.

Besonders bemerkenswert ist Kapi­tel 18. Die Autoren fassen die ver­mittelten strategischen Hinweise und taktischen Handlungsanweisungen in 20 goldenen Endspielprinzi­pien und 64 Faustregeln zusammen. Das Layout ist, wie beim Verlag Gambit üblich, sehr ansprechend. Die Zwei-Spalten-Darstelhing mit Fettdruck der Partiezüge bzw. Hauptvariante sorgen für Übersicht­lichkeit. Diagramme sind in der Größe 5,1 cm x 5,1 cm ausreichend groß dargestellt, die am Zug befind­liche Seite ist gekennzeichnet. Die fehlende Beschriftung stellt kein Problem dar, da die Zielgruppe des Bandes hierauf verzichten kann. Li­teratur-, Spieler- und Studienkompo-nistenverzeichnis schließen den Band ab.

Fazit:

Trainern und ambitionierten Spielern sei dieses Lehr- und Arbeitsbuch ausdrücklich empfohlen. Es ist eine Fundgrube!

Mit freundlicher Genehmigung

Richard Brömel, Rochade Europa 7/2009

**********

Das Buch ist die deutsche Fassung der englischsprachigen Ausgabe aus 2008. In diesem feinen Gemein­schaftswerk über die Grundlagen der Schachendspiele konzentrieren sich die Autoren Karsten Müller und Wolfgang Pajeken auf die praktische Seite dieser Spielphase. Dabei be­handeln sie alle strategischen Aspek­te mit besonderer Beachtung der Denkmethoden, mit denen dem Gegner am Brett Probleme bereitet werden können. Unter Verwendung hunderter hervorragender Beispiele aus der modernen Spielpraxis erklä­ren sie nicht nur, wie übliche klassi­sche Endspielaufgaben mit einem Mehrbauern oder aktiven Steinen abgewickelt werden, sondern sie zeigen auch, wie extrem ungleichge­wichtige Endspiele, die oft aus der heutigen dynamischen Eröffnungspraxis entstehen können, erfolgreich zu behandeln sind. Kein Endspiel­thema wird übergangen und die Bei­spiele werden durch mehr als 200 Übungen mit fünf Schwierigkeits­graden ergänzt, deren Lösungen sich am Ende des Buchs befinden.

(...)

Das umfangreiche Buch ist streng gegliedert: Zu Beginn gibt es ein Vorwort des bekannten Autors, Theoretikers, Komponisten .und weltmeisterlichen Lösers des Jahres 2007 John Nunn. Ihm folgt eine Ein­leitung der zwei Autoren. Dort er­klären sie, dass die Beispiele des Buchs zwar eine Computerprüfung mit ganz aktuellen Spitzenprogrammen durchlaufen haben, aber den­noch eine völlige Fehlerfreiheit nicht gewährleistet werden kann. Daran schließt sich der Hauptteil des Buchs mit insgesamt 18 Kapiteln an, die jeweils mit einer kurzen, erläu­ternden Einleitung zum Thema be­ginnen. Hier finden wir dann sowohl exzellente Beispiele von weltmeis­terlichen Partien als auch von eher unbekannten Größen sowie einige Fragmente aus hochkarätigen End­spielstudien und einmal wird sogar eine - übrigens schlecht geführte - Computerpartie aus dem Jahr 2003 widerlegt. Die Autoren führen in al­ler Bescheidenheit nur insgesamt sechs eigene Partien vor und würzen die Zusammenstellung mit sog. Ori­ginalen, die offenbar aus ihrer Feder stammen. Am Schluss folgen die Lösungen der im Buch eingestreuten Übungen sowie eine Bibliografie und ein Index der zitierten Spieler sowie Studienkomponisten.

Die 18 Kapitel des Buchs sollen hier nicht komplett aufgelistet werden. Die Autoren selbst nennen nämlich als die wichtigsten Teile:

  • Grundsätzliche Prinzipien und Methoden
  • Verwertung eines Vorteils
  • Typische Fehler
  • Aktivität
  • Prophylaxe und das Verhindern von Gegenspiel
  • Kampf um die Initiative
  • Läuferpaar im Endspiel
  • Der richtige Abtausch
  • Kunst der Verteidigung
  • Faustregeln

(...)

Warum ist dieses Buch für einen Partiespieler sehr empfehlenswert, obgleich eine große Menge anderer hervorragender Bücher zum End­spiel angeboten wird? Seine Beson­derheit liegt darin, dass seine Auto­ren aus der hochqualifizierten, prak­tischen Erfahrung als Partiespieler schöpfen können. Karsten Müller und Wolfgang Pajeken können eine lange Praxis in der deutschen Schachbundesliga vor­weisen. Müller trägt seit 1997 den Titel eines Großmeisters und hat sich des öfteren als Schachschrift­steller hervorgetan. Er ist ferner seit Januar 2001 Kolumnist im viel gele­senen Endgame Corner der Seite "ChessCafe" im Internet. Pajeken betätigt sich auch als Schachtrainer und Schiedsrichter. Die Aufmachung des zweispaltigen Buchs lässt ebenfalls nichts zu wün­schen übrig. Ungewohnt sind die en­gen Blattränder, die offensichtlich dazu dienen sollen, den großen Um­fang der Seiten des Buchs zu redu­zieren. Statt einer fortlaufenden Nummerierung der Diagramme ha­ben die Autoren eine solche nach Kapiteln gewählt, die sich gleicher-

maßen im Index am Ende des Buchs wiederfindet. In den Kopfzeilen wird je­weils die Kapitelbezeichnung ge­nannt, nicht jedoch die zugehörige Kapitelnummer. Das erschwert gele­gentlich eine konkrete Suche, ist aber nicht als grober Mangel zu be­zeichnen. Die figurine Notation und die Diagramme sind ausreichend groß und gut lesbar.

(...)

Das ganze Buch ist wie aus einem Guss geschrieben und zeugt von ei­ner hervorragend gelungenen Co-Autorenschaft. Die Kommentierung konzentriert sich auf das Wesentli­che und schweift nicht aus. Viel­leicht gilt diese Aussage nicht unein­geschränkt für das 18. Kapitel, wo

abschließend 20 goldene Regeln für das Endspiel und ferner genau 64 allgemeine Faustregeln aufgestellt werden. Richtig ist natürlich z.B. der dortige Hinweis, dass man nie in Pa­nik verfallen sollte, aber wer kann sich schon davon freimachen, wenn vom Gegner überraschend die Qua­lität angeboten wird und sogleich Böses zu vermuten ist? Wichtig er­scheinen auch die Querverweise in­nerhalb des Buchs, die nicht nur Zeugnis von einer optimalen Vorbe­reitung ablegen, sondern auch die vielfältige Verquickung von Themen demonstrieren. Ein prächtiges und umfassendes Endspielbuch, auch wenn der Preis sich für den Normal­verbraucher an der Grenze des gera­de noch Erträglichen bewegt!

Mit freundlicher Genehmigung

Gerhard Josten, Rochade Europa 6/2009

**********

Welche Zutaten benötigt man für ein gelungenes Endspielbuch?

Als erstes einen qualifizierten Schachverlag, der für Qualität und Seriosität steht. Zweitens einen oder mehrere Autoren, die etwas vom Endspiel verstehen und dieses Wissen auch vermitteln können. Drittens eine gelungene Themenauswahl, die den Leser motiviert und nebenbei noch hervorragend unterhält. Treffen diese drei Komponenten zusammen ergibt dies ein Werk wie das vorliegende.

"Schachendspiele in der Praxis", geschrieben von GM Karsten Müller und FM Wolfgang Pajeken, kommt so unverbraucht und selbstbewusst um die Ecke als wenn es das erste seiner Art wäre, dabei hat der internationale Schachbuchmarkt gewiss schon mehr als ein paar Dutzend Endspielbücher hervorgebracht. Was unterscheidet das vorliegende von bereits erschienenen?

Bevor ich auf diese Frage näher eingehe, möchte ich kurz die beiden Autoren vorstellen.

GM Karsten Müller ist einer der renommiertesten Endspielexperten weltweit, er hat zahlreiche Endspielpublikationen (unter anderem Fundamental Chess Endings - Gambit-Verlag 2001, diverse Endspiel-DVD´s - ChessBase) verfasst und so seinen Ruf weiter gefestigt. Müller spielt in der Bundesliga für den Hamburger SK und seine ELO-Zahl beträgt derzeit 2515. FM Wolfgang Pajeken spielt in der Bundesliga und seine aktuelle ELO-Zahl beträgt 2351.

Neben 200 Übungsaufgaben inklusive der Lösungen präsentieren die beiden Autoren ein breit gefächertes Bouquet an mannigfaltigen Endspielthemen, die erst bei genauerem Hinsehen ihre volle Blüte entfachen. Ähnlich eines guten Weines, der während seiner Reifung aus den einzelnen Aromen der verwendeten Trauben eine Gesamtheit bildet, so vereinen sich die verschiedenen Endspielthemen im Buch zu einem harmonischen Ganzen.

Nach einem Vorwort von GM John Nunn und den beiden Autoren beginnt der Streifzug durch die wunderbare Welt der Endspiele, der bei der Königsaktivität seinen Anfang nimmt und in der Feststellung gipfelt, ein Endspiel ist kein Mittelspiel, soll heißen, erst im Endspiel kommt der König zu Ehren und kann selbst relativ ungefährdet ins Geschehen eingreifen. Weitere Themen sind unter anderem Grundprinzipien und Methoden, Schematisches Denken, der Kampf um die Initiative, Prophylaxe und Verhinderung von Gegenspiel, das Läuferpaar, die Kunst der Verteidigung und typische Fehler. Dies ist aber nur ein Bruchteil dessen, was sich im Buch finden lässt, die Autoren haben es auch nicht versäumt, dem Leser zahlreiche Faustregeln für ein erfolgreiches Endspiel zu vermitteln.

Die 18 Kapitel des Buches behandeln verschiedenste Endspielstrategeme die in der Praxis am häufigsten vorkommen und so auch für den Leser von praktischem Wert sind. Müller und Pajeken haben den schwierigen und manchmal auch trockenen Inhalt mancher Endspiele frisch und unterhaltsam aufbereitet, Langeweile kommt nicht auf, ganz im Gegenteil! Viele Beispiele sind sehr gut ausgewählt worden, hochinteressante Stellungen wechseln sich ab mit verblüffenden Lösungen und lehrreichen Manövern. Durch die gelungene Symbiose aus notwendigem Wissen und spannender Unterhaltung haben die beiden Autoren ein für den geneigten Leser äußerst praxisorientiertes und lehrreiches Endspielbuch verfasst.

Manches im Buch ist für den fortgeschrittenen Spieler vielleicht bereits bekannt, anderes wiederum eher weniger, gerade deshalb gibt es bei der Einschätzung, für wen das Buch empfohlen werden kann, keine feste Richtlinie, meiner Meinung nach kann jeder Spieler sehr viel wertvolles Wissen aus diesem Buch extrahieren. Was bedeutet der Vorteil eines Läuferpaares im Endspiel? Wie gewinne ich gewonnene Bauernendspiele? Gibt es auch einen Minoritätsangriff im Endspiel? Warum verlier immer nur ich Endspiele, über die andere nur mitleidig den Kopf schütteln können? Diese und ähnliche Fragen mag sich bestimmt schon so mancher gestellt haben nach einem verpatzten Endspiel, wohl wissend, dass die richtige Behandlung von diversen Endspielen keine Zauberei ist, sondern das Ergebnis von Erfahrung und Training. Man beschäftigt sich verständlicherweise lieber mit Kombinationen oder Eröffnungstheorie, Endspiele werden oft als langweilig und trocken empfunden. Umso erfreulicher, dass sich dieses Buch diesen Umstands durchaus bewusst ist und den Schwerpunkt auf lockere unterhaltsame Vermittlung von Endspielwissen legt.

Fazit: Lockere, unterhaltsame Endspiel-Lektionen von einem der führenden Experten auf diesem Gebiet erlauben neue Ansichten über Dinge, von denen wir glaubten, sie bereits zu kennen.

Dieses Buch könnte schon bald ein moderner Klassiker werden!

Mit freundlicher Genehmigung

Martin Rieger, www.freechess.info

Mai 2009

Schachendspiele in der Praxis

EUR

21.5