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Soviet Championships - Vol. 2 (hc)

Masterpieces and Dramas 1938-1947

524 Seiten, gebunden, Elk and Ruby, 1. Auflage 2021

49,95 €
Inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten

The second part of Sergey Voronkov’s three-volume treatise continues from where Volume I left off. It covers the eleventh to fifteenth Soviet championships, the 1941 match tournament for the title of Soviet Absolute Champion, and the main events in the country’s chess history between these tournaments. Themes include the downfall of Nikolai Krylenko, the persecution and disappearance of Soviet chess players during the purges, and the experience of chess players in World War Two. The atmosphere of the time is captured in contemporary accounts and memoirs of key players and cultural figures.

We see Botvinnik and Keres established as leading challengers for Alekhine’s throne, with plans being made to arrange a title match. We encounter for the first time and witness the rise of great Soviet players such as Smyslov, Bronstein and Boleslavsky, and enjoy the games of many other stars including Flohr, Lilienthal, Bondarevsky, Kotov and Tolush.

This volume contains 84 games and fragments mostly annotated by the players themselves and their peers, and subjected to recent computer analysis. It is illustrated with around 250 photos and cartoons from the period, the main sources being Russian chess magazines and tournament bulletins.

Volume I of Masterpieces and Dramas of the Soviet Championships was named the English Chess Federation’s Book of the Year 2021. The jury stated: “The book reads like a novel ... A most remarkable, absorbing and entertaining chess history which fully lives up to its title, Masterpieces and Dramas, on and off the board. A worthy winner of Book of the Year 2021 over strong competition.&rdquo

Weitere Informationen
Gewicht 960 g
Hersteller Elk and Ruby
Breite 15,4 cm
Höhe 23,2 cm
Medium Buch
Erscheinungsjahr 2021
Autor Sergej Voronkow
Sprache Englisch
Auflage 1
ISBN-13 978-5-6045607-0-9
Seiten 524
Einband gebunden

Der russische Schachhistoriker Sergei Woronkow hat sich einer gewaltigen Aufgabe verschrieben: die Darstellung aller Sowjetischen Meisterschaften. Im letzten Jahr ist der zweite der geplanten drei Bände in englischer Sprache erschienen. Auf über 500 Seiten werden die 11. bis 15. Landesmeister­schaft präsentiert, dazu 250 wenig bekannte Fotos.

Das Buch beginnt mit der 11. Meisterschaft 1939, die eine Zäsur darstellt, weil sie mit dem Ende der Ära Krylenkos einhergeht. Dieser mächtige Volkskommissar, der jahrelang die Geschicke des Schachs der UdSSR geleitet hatte, fiel bei Stalin in Ungnade, wurde abgesetzt und im Zuge des Großen Terrors 1938 hingerichtet. Ein Beispiel dafür, wie eng Schach und Politik in der Sowjetunion miteinander verknüpft waren.

Hier wendet sich der Autor auch entschieden gegen das nostalgische Narrativ, dass Krylenko und Stalin erst die Entwicklung des sowjetischen Schachs ermöglicht haben. Vielmehr, meint Woronkow, wäre der Aufstieg rascher erfolgt und hätte weniger Opfer gefordert.

Schon im Vorwort spricht der Autor seinen schonungslosen Umgang mit der Vergangenheit an, der ihm einige Schelte russischer Autoritäten eingebracht hatte. Zentral in diesem zweiten Band ist die kritische Darstellung Botwinniks, der nach der Absetzung Krylenkos kurzzeitig sogar die Leitung des Schachverbandes übernahm.

Während der Zweite Weltkrieg anderswo bereits tobte, erreichte die Schachkultur in der UdSSR mit der 12. Meisterschaft 1940 einen Höhepunkt. So zählen die Rundenbulletins mit von den Spielern kommentierten Partien, Interviews, Cartoons und Gedichten zu den besten ihrer Art. Gleich sechs Fotografen dokumentierten die Veranstaltung und die Spieler re­sümierten jeden Abend im Radio ihre Partien. 2000 Zuschauer verfolgten täglich die Be­ gegnungen im edlen großen Saal des Moskauer Konservatoriums. Für die Besucher gab es Simultanvorstellungen, Lektionen und Analysen. An vier Meter hohen Demobrettern wurden alle Partien gezeigt.

Botwinnik, der die 11. Meisterschaft 1939 knapp für sich entschieden hatte, versuchte ab 1940 hartnäckig, ein WM-Match gegen Aljechin in Moskau zu organisieren. Doch nach seinem schlechten Abschneiden bei der 12. Meisterschaft hatte er sein moralische Recht auf eine Herausforderung eigentlich verwirkt. Die international unbekannten Bondarewski und Lilien­thal teilten sich den ersten Platz, erst auf dem 5.-6. Platz folgte Botwinnik.

Doch Botwinnik profitierte von dem Wunsch der sowjetischen Funktionäre, den WM-Titel unbedingt ins eigene Land zu holen. So kam auf sein Drängen hin 1941 die Absolute Meister­schaft mit den besten sechs Spielern des letzten Titelkampfes zustande, deren Sieger Herausforderer Aljechins werden sollte. Botwinnik gewann und saß wieder fest im Sattel. Dabei wusste er zwei Monate früher als die anderen Teilnehmer von diesem Turnier und konnte sich ideal darauf vorbereiten. Dieses Verfahren, nach einer Niederlage noch eine weitere Chance zu erhalten, sollte für Botwinniks Biografie symptomatisch werden.

Botwinnik gewann auch die 13. Meisterschaft, die 1941 wegen des Krieges abgebrochen und erst 1944 durchgeführt wurde, sowie 1945 die 14., die mit drei Punkten Vorsprung zu einer Machtdemonstration wurde.

Nach dem Tod Aljechins gehörte Botwinnik zu den ersten Anwärtern auf den WM-Titel, gerade nach seinem souveränen Sieg bei der 14. Meister­ schaft, weshalb er es vermied, 1947 an der 15. teilzunehmen, die für Keres der erste große Erfolg in seiner neuen Heimat wurde.

Woronkow berichtet auch über die Schicksale von Spielern, die den Zweiten Weltkrieg nicht überlebten. Und er schildert ausführlich die Hintergründe und die prekäre Situation von Keres in der UdSSR nach Kriegsende.

Wie schon im ersten Band ist die Art, wie der Autor seinen Stoff darbietet, gewöhnungsbedürftig. Da, wo andere Autoren zitieren, inte­griert Woronkow ganze Passagen in Originallänge in den Text, was dazu führt, dass man teils nicht mehr weiß, wer eigentlich spricht. Obwohl dies eine sehr leserunfreundliche Collagetechnik ist, die durch das schlechte Layout verstärkt wird, bietet sie andererseits viele wichtige Quellen, die im russischen Original nur schwer zugänglich sind. Zudem sind die Kommentare des Autors zuweilen unangemessen, weil sie die Objektivität verlassen. Immer aber ist diesem Buch das Ringen um die historische Wahrheit anzumerken, die in Russland bis heute erkämpft werden will.

Harry Schaack

KARL 2/2022

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