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LOSEMTMT
Autor

The Modern Triangle

216 Seiten, kartoniert, Chess Stars, 1. Auflage 2020

19,58 €
Inkl. 5% MwSt., zzgl. Versandkosten

This book presents the Triangle set-up, which arises after 1.d4 d5 2.c4 e6 3.Nc3/Nf3 c6.

This move order avoids many unpleasant systems for White, notably the Catalan, the Exchange Slav and the Botvinnik Variation. It leads to sharp strategically unbalanced play and brings Black excellent practical results.

Semko Semkov is a chess journalist and theoretician. He has co-authored the famous books The Modern English, The Most Flexible Sicilian, Attacking the English/Reti, Attacking the Flexible Sicilian and Understanding the Queen’s Gambit Accepted.

Weitere Informationen
Gewicht 290 g
Hersteller Chess Stars
Breite 14,5 cm
Höhe 21,5 cm
Medium Buch
Erscheinungsjahr 2020
Autor Semko Semkov
Sprache Englisch
Auflage 1
ISBN-13 978-619-7188-27-1
Seiten 216
Einband kartoniert

004 Bibliography

005 Introduction

009 Chapter 1. The Noteboom System – Sidelines

033 Chapter 2. The Noteboom System – Main Line

071 Chapter 3. The Marshall Gambit

101 Chapter 4. The Catalan Way

129 Chapter 5. The Cunning 4.Nbd2

151 Chapter 6. 4.Qc2

169 Chapter 7. 4.Qb3

187 Chapter 8. The Carlsbad Structure

201 Chapter 9. 3.Nf3 c6 4.Bg5

207 Chapter 10. Fighting the Reti and the KI Attack

213 Index of Variations

Eigentlich bin ich ein recht willensstarker und disziplinierter Typ, aber Schacheröffnungsbücher sind mein Kryptonit. Wenn ich eines lese, das mich unterhält und von seiner Struktur her anspricht, baue ich die besprochene Eröffnung sofort in meine täglichen Onlineblitzpartien ein und wenn sie da auch noch gut funktioniert, gibt es kein Halten mehr und die nächste Repertoireänderung für das Turnierschach steht an. Besonders anfällig war ich in der Vergangenheit bei Büchern aus dem Hause Chess Stars, sofern diese in der verlagseigenen Form geschrieben waren. Bei dieser wird jedes Kapitel in drei Bereiche unterteilt. Zuerst erhält man grobe Varianten plus typische taktische Motive und Pläne an die Hand, dann erst wird Schritt für Schritt die Theorie besprochen und schließlich gibt es meist noch Modellpartien, die zeigen, wie das Ganze in der Praxis aussieht. Für einen Eröffnungstheoriemuffel wie mich ist das ideal. Meist lese ich mir erst nur die Teile zu den Hauptideen und den Modellpartien durch und probiere dann bereits, erste Trainingspartien zu spielen. Bei aufkommenden Fragen hilft dann der Theorieteil weiter.

Wenn man sich also fragt, warum ich gerade diese oder jene Variante spiele, könnte Chess Stars eine Mitschuld tragen. So war es kein Zufall, dass ich 2015 plötzlich das angenommene Damengambit mit Schwarz spielte ("Understanding the Queen`s Gambit accepted" aus diesem Verlag erschien just in diesem Jahr) oder dass ich 2018 plözlich ruhige Italienische Eröffnungen versuchte ( "Lc4 against the open Games" konnte mich gut inspirieren).

Ob das nun erschienene "The modern Triangle" von IM Semko Semkov meinen derzeitige Schwarzliebe nach 1.d4 Sf6 2.c4 c5 3.d5 g6 ("The Modernized delayed Benoni" von Großmeister Ivan Ivanisevic aus dem Thinkers Publishing Verlag war einfach grandios) ablösen kann, ist noch nicht klar, aber die Wahrscheinlichkeit ist groß. Bei Interesse kann man natürlich schauen, was der "Schachtrainer-Schuh" gerade so auf lichess.org treibt.

In dem Büchlein, 216 Seiten sind heute für ein Eröffnungsbuch relativ wenig, zeigt uns der Autor die Feinheiten der Noteboomvariante in der Slawischen Verteidigung. Nach 1.d4 d5 2.c4 e6 3.Sc3 c6 4.Sf3 dxc4 5.e3 b5 spielt Schwarz scheinbar wie ein Anfänger. Er entwickelt keine Leichtfiguren, schnappt sich den erstbesten Bauern und verteidigt ihn auch noch. Allerdings ist es für Weiß nicht ganz so einfach, den Nachziehenden dafür zu bestrafen. Nach den Hauptzügen 6.a4 Lb4 7.Ld2 a5 8.axb5 Lxc3 9.Lxc3 cxb5 10.b3 gewinnt Weiß den Bauern zwar zurück, da b4 an 11.Lxb4 und cxb3 an 11.Lxb5 scheitern, aber nach dem besseren 10. ...Lb7 11.bxc4 b4 hat Schwarz zwei verbundene Freibauern am Damenflügel erhalten, die Weiß nie aus den Augen verlieren darf, weil sie sonst einfach vorpreschen. Diese Variante ist einfach zu schräg, alsdass ich sie nicht schon hätte spielen können und tatsächlich habe ich damit bereits eine zweistellige Zahl an Turnierpartien bestritten. Für mich war aber immer ein Problem, dass Weiß nicht gezwungen ist, Noteboom zuzulassen. Ich spielte dann meist entweder gegen die obigen Züge und dann 4.cxd5, wonach Schwarz in eine harmlose Version der Abtauschvariante des Damengambits gezwungen wird, oder noch häufiger wurde einfach 4.e3 eingestreut, um den c4 zu verteidigen.

Damit sind wir schon bei dem größten Schwachpunkt des vorliegenden Buches. Zwar empfiehlt der Autor auf e3 einen Übergang in die Meraner Variante der Halbslawischen Verteidigung, die mit Sf6 recht einfach zu erreichen ist, behandelt dieses essentielle System aber in seinem Buch gar nicht, sondern verweist auf "The Meran & Anti-Meran Variations" von Alexey Dreev aus demselben Verlag. Er geht scheinbar ganz selbstverständlich davon aus, dass der Leser natürlich alle Chess Stars Bücher bei sich zu Hause herumliegen hat. Bei mir ist das zwar der Fall, aber ein paar Anmerkungen zu dieser Variante, die ich persönlich im Turnierschach fast immer vorgesetzt bekam, hätten bei dem jetzt sehr geringen Umfang des Buches kein großes Problem dargestellt. Ähnlich handhabt der Autor das auch noch in den Kapiteln zum Königsindischen Angriff und der Retieröffnung, wo er nur ein paar Variantenschnipsel als Ergänzung zu den Ausführungen in "Attacking the English/Reti", die er "nicht wiederholen möchte", anbietet. Das ist in meinen Augen ein schlechter Stil!

Besser gefällt mir da schon der Rest des Buches.

Neben der Noteboomvariante werden auch noch die trendigen katalanischen Aufbauten gegen alles gut durchleuchtet wie auch einige Antislawischaufbauten, zum Beispiel finde ich 1.d4 d5 2.c4 e6 3.Sf3 c6 4.Dc2 oder Db3 schon manchmal nervig, aber nach Sf6 5.g3 dxc4 6.Dxc4 b5 7.Dc2 Lb7 8.Lg2 Sbd7 droht bereits c5 und nach 9.Se5 Sxe5 10.dxe5 Sd5 zeigt der Autor auch recht gut den Ausgleich. Das ist natürlich alles schon länger bekannt, bemerkenswerter fand ich, dass IM Semkov sehr viel Wert darauf legt, den manchmal auf b7 nicht ganz so glücklich wirkenden Läufer wirklich immer schnell zu aktivieren. Darum schlägt er häufig das Rückopfern von Bauern mit dem Vorstoß c5 vor, ehe Weiß ihn mit einem Sc5 oder ähnlichem verhindert. Schwarz hat dann genug Aktivität und keine Probleme.

Insgesamt kann ich das Buch und die Noteboomvariante allen Lesern ans Herz legen, die im Damengambit mit Schwarz auf Gewinn spielen wollen. In vielen Abspielen sieht Weiß seinen Bauern nicht wieder, wenn er sich nicht genau auskennt, und auch in der Hauptvariante muss Weiß sehr gut aufpassen, dass Schwarz nicht zu a4 kommt, wonach die schwarzen Freibauern oft sehr viel Gegenspiel bedeuten. Für Leute, denen die Meraner Variante nicht peppig genug ist, kann ich auch einen Übergang in den Holländischen Stonewall mit f5 nach e3 empfehlen. In meiner ursprünglichen Quelle der Inspiration "Play the Noteboom" von IM Mark Van der Werf (Cadogan Chess, 1996) wurde das behandelt und auch das neuere "The Triangle System" von GM Ruslan Scherbakov (Everyman Chess, 2012) möchte nach e3 so verfahren. Damit kann man einiges an Theorie einsparen, benötigt aber leider trotzdem eine Datenbank oder ein Buch zur weiteren Bearbeitung!

IM Dirk Schuh

April 2020