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LXBOTBTM1961

Botwinnik - Tal, Moskau 1961

Rückwettkampf um die Schach-WM

136 Seiten, kartoniert, Olms, 1. Auflage 2005

Aus der Reihe »PraxisSchach«

19,95 €
Inkl. 5% MwSt., zzgl. Versandkosten

Als Michail Botwinnik 1960 die Weltmei­sterschaft gegen einen blendenden An­griffsspieler aus Riga, Michail Tal, verlor, sprach wenig dafür, daß er sich den Titel zurückholen könnte. Doch ein Jahr später legte Botwinnik ein überraschend aggres­sives Schach vor und überspielte seinen jungen Gegner locker. Viele der 21 Partien dieses bemerkenswerten WM-Revanchematchs hat der Sieger ausführlich kom­mentiert.

Weitere Informationen
Gewicht 350 g
Hersteller Olms
Breite 16,9 cm
Höhe 23,9 cm
Medium Buch
Erscheinungsjahr 2005
Autor Michail Botwinnik
Reihe PraxisSchach
Sprache Deutsch
Auflage 1
ISBN-10 3283004625
ISBN-13 9783283004620
Seiten 136
Einband kartoniert

007 Vorwort

009 Botwinnik über Tal

010 Aus den Erinnerungen Michail Botwinniks

012 Die Revanche

013 M. Tal (Kurzcharakteristik)

014 Aus dem Reglement der Weltmeisterschaftsrevanche

015 Turnierverlauf

016Partie 1 Botwinnik-Tal

(Nimzowitsch-lndische Verteidigung [E51])

018Partie 2 Tal-Botwinnik

(Caro-Kann-Verteidigung [B18])

021Partie 3 Botwinnik-Tal

(Nimzowitsch-lndische Verteidigung [E51])

023Partie 4 Tal-Botwinnik

(Caro-Kann-Verteidigung [B12])

027Partie 5 Botwinnik-Tal

(Ragosin-Verteidigung [E51])

030Partie 6 Tal-Botwinnik

(Caro-Kann-Verteidigung [B12])

033Partie 7 Botwinnik-Tal

(Nimzowitsch-lndische Verteidigung [E24])

036Partie 8 Tal-Botwinnik

(Caro-Kann-Verteidigung [B12])

039Partie 9 Botwinnik-Tal (Englische Eröffnung [A22])

043Partie 10 Tal - Botwinnik

(Caro-Kann-Verteidigung [B12])

046Partie 11 Botwinnik-Tal

(Slawische Verteidigung [D14])

049Partie 12 Tal - Botwinnik

(Französische Verteidigung [C18])

053Partie 13 Botwinnik-Tal

(Königsindische Verteidigung [E85])

055Partie 14 Tal-Botwinnik

(Caro-Kann-Verteidigung [B12])

060Partie 15 Botwinnik-Tal

(Königsindische Verteidigung [E81])

063Partie 16 Tal-Botwinnik

(Caro-Kann-Verteidigung [B12])

067Partie 17 Botwinnik-Tal

(Königsindische Verteidigung [E81])

071Partie 18 Tal-Botwinnik

(Caro-Kann-Verteidigung [B12])

074Partie 19 Botwinnik-Tal

(Königsindische Verteidigung [E81])

078Partie 20 Tal-Botwinnik

(Caro-Kann-Verteidigung [B12])

084Partie 21 Botwinnik-Tal

(Königsindische Verteidigung [E87])

087 Botwinniks Notizen während des ersten WM-Kampfes gegen Tal

089 Michail Botwinniks Eröffnungskurs

090 Erstes Notizbuch

105 Zweites Notizbuch

121 Pressekonferenz Michail Botwinniks

127 Anhang

127 Anmerkungen von Ken Neat

129 Der Herausgeber

130 Die Kommentatoren

132 Personenverzeichnis

134 Eröffnungsverzeichnis

135 Verzeichnis der Symbole

Michail Tal ist Weltmeister - mit 23 Jahren der jüngste der WM-Geschich­te. Im Mai 1960 hatte er Michail Botwinnik glanzvoll mit 6 zu 2 Siegen überspielt, bei 13 Remisen (12,5:8,5). Nun wird Botwinnik 50 und will es nochmals wissen. Wie schon gegen Smyslow 1958 besteht er auch gegen Tal auf dem Revancherecht, dass er mit dem sowjetischen Verband 1956 bei der noch jungen FIDE durch­gedrückt hatte. (Nach der WM 61 wur­de die Klausel gestrichen). Die vorliegende Übersetzung aus dem Russischen ist nach meiner Kenntnis das erste deutsche Buch zum WM-Rückkampf 1961, der vom 15. März bis 12. Mai in Moskau stattfand. Igor Botwinnik, der Neffe des WM, hat die Texte zusammengestellt. Er leitet die "Michail-Botwinnik-Stiftung", pflegt das schachliche Erbe des Patriarchen und publiziert aus dessen Hinterlassenschaft. Die Ereignisse damals werden aus Sicht der Botwinniks referiert -Michail Tal kommt nie zu Wort. Zwischen den beiden WM-Kämpfen lagen nur 10 Monate. Botwinnik, der Elektroingenieur und wissenschaftlich-akribische Schachtheoretiker, hat die Zeit gut genutzt: Er forschte nach den Ursachen seiner Niederlage und nach prinzipiellen Schwächen im Spiel von Tal. Was er herausfand? Positionellen Vorteil [will Tal] durch lebhaftes Spiel und nicht durch langes Manövrieren erlangen. Er ist recht impulsiv, sichert besonders gern den Bauernvormarsch, versteht sich auf den Umgang mit Freibauern, besonders mit verbunde­nen. Er wartet selbst dann nicht, wenn das nützlich sein sollte, weshalb ihm passives Spiel nicht behagt. Er ist et­was selbstgefällig, weshalb er hinter­gründige, tiefe Gedanken unterschätzt und gegnerische Tricks übersieht [...]. In der Angriffsführung ist der Geist Morphys spürbar. Und zum Schluss in fetter Schrift: Es kommt darauf an, Tals Kampftempo in der Partie an­zunehmen und ihm zu widerstehen. Während Tal seine kurze WM-Regent­schaft mit lockerem Lebenswandel genoss, erarbeitete sich Botwinnik ein Eröffnungrepertoire, das präzise auf den "Zauberer aus Riga" und sein leb­haft-taktisches Spiel abgestimmt war. Auch achtete der 49-jährige Russe jetzt noch mehr auf körperliche Fit­ness, um den zweimonatigen WM-Stress gut zu überstehen. Und für die schwache fünfte Stunde hatte Bowinnik etwas vorbereitet, was die FIDE 40 Jahre später als Doping verdächtigen sollte: Coffein! In der Pressekonferenz nach dem Sieg dankte er ausdrücklich [...] den Schachspielern der Deutschen Demokratischen Republik, dass Sie mich in Leipzig [Olm. 1960] darauf brachten, während des Spiels Kaffee zu trinken, weil dort jedem Spieler eine Thermoskanne mit Kaffee gereicht wurde [...]. Dort habe ich festgestellt, dass meine Kraft für fünf Stunden reicht, wenn ich während des Spiels Kaffee trinke.

Später setzte er seine Thermosflasche auch für ein Psychospielchen gegen Tal ein, wie er im Buch erzählt. Tals Truppe stand dem nicht nach und platzierte den Hypnotiseur Messing im Pu­blikum - aber: Die Rigaer ließen meine Kurzsichtigkeit außer Acht, und so konnte ich gar nicht bemerken, dass sich im Saal ein Messing befand. Wer solche Anekdoten mag, wird im Buch öfter fündig.

Anfang 1961 bekam der junge Tal ernste gesundheitliche Probleme, spä­ter wurde ein chronisches Nierenleiden bekannt (Tal wurde in seinem Leben 12mal operiert, mit 55 Jahren starb er). Krankheiten schränkten seine Leis­tungsfähigkeit also häufig ein, begin­nend mit der WM 61. Hier widerspre­chen sich Botwinnik (im Buch) und Kasparow (in "My Great Predecessors Part II", S. 232) in einem wichtigen Punkt: Arzte in Riga hatten Tal gera­ten, den WM-Start um einen Monat aufzuschieben. Botwinnik berichtet ausführlich über seinen lauten Wort­wechsel mit N. Romanow vom UdSSR-Sportkommitee, als der ihm die Verschiebung ankündigte; denn Botwinnik lehnte strikt ab, weil Tal kein offizielles Attest vorgelegt hatte, wie vom Reglement gefordert. Kasparow schildert den Streit ganz an­ders: Botwinnik habe sich verhalten, als sei er der Champion, und von Tal eine ärztliche Untersuchung in Mos­kau verlangt. Vom fehlenden Attest aus Riga ist dort keine Rede. Hier noch ei­ne dritte Variante: Der Sportverlag Berlin (DDR) gibt in seinem WM-Buch "Umkämpfte Krone" (1987; Hrsg. R. Stolze) gar Tal selbst die Schuld: entgegen der Anordnung einer Ärztekommission habe er auf dem WM-Start bestanden. Dann wird Mi­chail Tal mit den Worten zitiert: "[...] ich brenne so darauf, mit Botwinnik die Klingen zu kreuzen, dass ich es nicht aushalten könnte, noch zwei Mo­nate warten zu müssen" (S. 131). Wer schreibt hier die Wahrheit? Augenzeugen berichten, auch Kramnik deutet es im Vorwort an, dass Tal in schlechter körperlicher Verfassung zum Rückkampf antrat. Fitness stand gegen Kränklichkeit, Vorsicht und Misstrauen (Botwinnik verzichtete trotz Hängepartien auf Sekundanten) stand gegen jugendliche Siegesgewissheit, überlegene Eröffnungs­vorbereitung, strenge strategische Pla­nung und tiefe Erforschung des gegne­rischen Spiels stritten gegen oberfläch­liche Eröffhungswahl, taktisch gepräg­tes Aufbäumen und Hoffen auf die Gunst des Augenblicks. Der 25 Jahre Ältere gewann vorzeitig nach 21 Runden mit 13:8, bei 10:5 Siegen und 6 Remisen. Wie effizient sich Botwinnik in den zehn Monaten vorbereitet hatte, zeigt der Zwischen­stand nach 15 Runden: er führte 10:5, sein geschlossenes Spiel hatte Tal wirksam ausgebremst; der holte mit den schwarzen Steinen klägliche 1/2 aus 8!

In der Pressekonferenz nach dem Sieg sprach Botwinnik alle Faktoren kri­tisch an, das Buch enthält eine 6-seiti­ge Zusammenfassung daraus. Auch Kramnik in seinem Vorwort bemängelt Tals mäßige Vorbereitung: Oft ´packte´ er [Botwinnik] Tal schon in der Eröff­nung, wonach der im weiteren Kampf dann nichts mehr ausrichten konnten. Hinzu kommt, dass Botwinnik mitunter selbst mit den schwarzen Steinen gro­ßen Vorteil erspielte. Tals Schwäche sei auch gewesen, dass er immer ver­sucht habe, das Endspiel wie ein Mit­telspiel zu behandeln: ständig darauf bedacht, taktische Schläge zu setzen. Das zeugt laut Kramnik von mangeln­der psychischer Kraft, eine sich hinzie­hende Partie zu meistern. Sein Fazit: Botwinnik war einfach zu überlegen. Gut gefällt Kramnik die 14. Partie; sie endete zwar remis, aber beide Gegner spielten erfindungsreich. Dann schließt er bedauernd sein Vorwort: Die Ge­schichte hat es leider nicht gewollt, dass der Botwinnik von 1961 auf den Tal von 1960 getroffen sei. Das wäre ein Kampf geworden! Anschließend schreibt M. Botwinnik in kurzen Charakteristiken über Tal und das Match, es folgen Auszüge aus dem Reglement und detaillierte Tabel­len zum Turnierverlauf. Auffällig ist, dass sich Botwinnik gegen Tals 1.e4 in 9 von 10 Partien mit Caro-Kann ver­teidigte. Nur in Runde 12 wich er ab, spielte Französisch und verlor. Tal ant­wortete auf Botwinniks 1.d4 in der ers­ten WM-Hälfte meistens Nimzo-Indisch, mit wenig Erfolg, wie gesagt, und wechselte dann zu Königsindisch. Von den 21 Partien wurden 11 von M. Botwinnik selbst kommentiert, drei von Sweschnikow und zwei von Smyslow. Die übrigen Partien bearbei­teten Aronjan, Ragosin, Kotow, Tolusch und Rasuwajew - entsprechend unterschiedlich sind die Anmerkungen, was Texte und Varianten betrifft. Sie spiegeln das schachliche Denken und die Theorie jener Zeit wider. Vereinzelt nennt Ken Neat, der Übersetzer der englischen Ausgabe, in einer Liste im Anhang Korrekturen oder Verstärkungen.

Wer Botwinnik und seine Methode des Eröffnungsstudiums kennen lernen will, wird gut bedient: Das Buch ent­hält 32 Seiten mit Ausschnitten aus seinen Notizbüchern, beginnend am 6. Januar 1960. Er bereitet sich erstmals auf Tal vor, Eröffnung für Eröffnung geht er die anstehende Theorie durch, nennt neue Varianten, stellt Fragen und bewertet. Dann folgen Notizen wäh­rend der WM 60, die Aufarbeitung der Niederlage und die Vorbereitung auf den Rückkampf 61; wieder gibt es vie­le, recht selbstkritische Anmerkungen. Das Buch schließt mit Verzeichnissen für Personen, Eröffnungen und Sym­bole.

Fazit

Historisch interessante Lektüre zur WM 1961 und ihren 21 Partien. Auch wer wissen will, wie der dreifache Weltmeister und Ziehvater der "Sowje­tischen Schachschule" sich auf den Gegner vorbereitete, geeignete Eröff­nungen austüftelte und seine Analysen protokollierte: Hier bekommt der Leser praxisnahen Einblick.

Dr. E. Rausch, Rochade Europa 06/2005

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Über eine leider vergangene Zeit, in der die Durchführung von Weltmeis­terschaften klar geregelt war und die Sieger von der ganzen Schachge­meinde als würdige Weltmeister aner­kannt wurden, berichten diese Bücher.

Das zweite Buch ist dem Revanche­wettkampf zwischen Botwinnik und Tal im Jahre 1961 gewidmet. Tal hatte in einem wahren Sturmlauf den Weltmeistertitel erobert: Sieg im In­terzonenturnier 1958, Sieg im Kandi­datenturnier 1959 und überlegener 12,5:8,5 Sieg gegen Botwinnik 1960.

Nach den damaligen Regeln hatte der entthronte Weltmeister das Recht auf eine Revanche. Zur großen Überraschung der Schachwelt konnte Botwinnik den Spies umdrehen, er siegte klar mit 13 : 8 Punkten. Hier sind 10 Partien von Botwinnik kom­mentiert, die anderen von Smyslow, Aronin, Ragosin, Sweschnikow, Kotow, Tolusch, Rasuwajew und Flohr.

Beide Bücher bieten neben inhalts­reichem Schach viel Lesestoff und können daher allen Schachfreunden empfohlen werden.

Schachmarkt 03/2005

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ZWEIMAL BOTWINNIK HAUTNAH

Von Harry Schaack

(Michail Botwinnik, Wettkampf um die Schachweltmeisterschaft, Michail Botwinnik - David Bronstein, Moskau 1951. Zusammengestellt und hrsg. v. Igor Botwinnik, Edition Olms: Zürich 2005, 19,95 Euro.

Michail Botwinnik, Revanchewettkampf um die Schachweltmeisterschaft, Michail Botwinnik - Michail Tal, Moskau 1961. Zusammengestellt und hrsg. v. Igor Botwinnik, Edition Olms: Zürich 2005, 19,95 Euro.)

Insgesamt maß sich Michail Botwinnik sieben Mal in Wettkämpfen um die Weltmeisterschaft. Da der Patriarch des sowjetischen Schachs aufgrund anderer Verpflichtungen nicht immer bereit war, seine Nachbetrachtung in einem Matchbuch zusammenzufassen, sind nicht all seine Kämpfe gut dokumentiert. Viele seiner scharfsinnigen Anmerkungen verschwanden in Ordnern und Schubladen.

Dies änderte sich erst, als nach seinem Tode 1995 die Michail Botwinnik-Stiftung ins Leben gerufen wurde, die sich zur Aufgabe machte, den Nachlass des 6. Weltmeisters zu pflegen. Seither publiziert der Neffe Botwinniks, der der Foundation als Direktor vorsteht, in regelmäßigen Abständen Teile dieser Hinterlassenschaften. In diesem Jahr erschienen in der Edition Olms Michail Botwinnik, Wettkampf um die Schachweltmeisterschaft, Michail Botwinnik - David Bronstein, Moskau 1951 und Michail Botwinnik, Revanchewettkampf um die Schachweltmeisterschaft, Michail Botwinnik - Michail Tal, Moskau 1961, die zuvor schon auf englischer Sprache vorlagen.

Das Besondere an diesen Publikationen sind die bislang zum größten Teil unveröffentlichten Auszüge aus Tage- und Notizbüchern, die Michail Botwinnik während oder unmittelbar nach den Partien niederschrieb. Diese Kommentare sind einfach herrlich, da sie durch ihren spontanen Duktus Unmittelbarkeit und Authentizität vermitteln. Ein Teil der abgedruckten Niederschriften war nicht für die Öffentlichkeit bestimmt und gerade das macht sie so reizvoll.

Darüber hinaus gewähren die präsentierten Dokumente einen sehr intimen Einblick in Botwinniks Vorbereitungslaboratorium. Insbesondere die Aufstellung aller für den Wettkampf vorbereiteten Eröffnungsvarianten, die sich im Anhang finden, mitsamt den modifizierten Analysen während des Matchs und einer Nachbetrachtung und Neubewertung im Anschluss an den Wettkampf, zeigen die Arbeitsweise Botwinniks.

Der Wettkampf mit David Bronstein endete mit einem Unentschieden, nachdem es dem Weltmeister gerade noch gelungen war, seine letzte Weißpartie zu gewinnen. Er hatte offenbar den Herausforderer und die Folgen seiner dreijährigen Turnierpause, die seiner Dissertation geschuldet war, unterschätzt. Die mangelnde Praxis schlug sich in einer permanenten Zeitnot nieder. Botwinniks große Anspannung und Unzufriedenheit über den Matchverlauf werden in seinen direkt vor und kurz nach den Partien erstellten Notizen deutlich. Kurze Sätze, teils im Imperativ zum Ansporn an sich selbst gerichtet, zeigen sein emotionales Engagement. Freude oder Niedergeschlagenheit über den Verlauf einer Partie treten in ungetrübter Form zu Tage, sodass der Leser ungeschönte Innenansichten erhält. Die hohen Erwartungen und die drastischen Enttäuschungen nach dem Scheitern an den eigenen Maßstäben brechen sich unmittelbar bahn. Seine eigene Leistung kritisierte er genau so kompromisslos wie die seiner Gegner. Den aufmunternden Worten vor den Partien wie "Vorwärts!“ oder "Los geht's“ stehen am Ende nicht selten Kommentare wie "Habe den Kopf verloren“ oder "Wie ein Idiot gespielt“ gegenüber. Die Aufzeichnungen reissen übrigens kurz vor Schluss ab, weil der amtierende Weltmeister wohl alle Kraft aufbieten musste, um den Titel noch zu verteidigen.

Zehn Jahre später beim Revanche-Wettkampf gegen Michael Tal waren die Vorzeichen ganz andere. Botwinnik hatte wenige Monate zuvor seinen Titel an das jungen Rigaer Wunderkind verloren und war im Gegensatz zur Begegnung von 1951 krasser Außenseiter. Dank einer akribischen Vorbereitung auf den Rückkampf gelang es ihm, was viele nicht mehr für möglich hielten: Er siegte mit dem unglaublichen Resultat von 13:8.

Das zum Match 1961 präsentierte Material dokumentiert erneut die detailgenaue Vorbereitung Botwinniks, die letztlich die Grundlage seines Erfolges war. Ferner bietet die angefügte Mitschrift zur abschließenden Pressekonferenz interessante Einschätzungen des Patriarchen. So berichtet er über seine Thermoskanne und die Entdeckung des Kaffees, die half, die fünfte Stunde besser zu überstehen.

Fazit: Beide Bücher geben die subjektive Sicht Botwinniks auf die Kämpfe wieder und gewähren Einblicke in das Denken einer großen Schachpersönlichkeit, die einem sonst verwehrt bleiben. Sehr empfehlenswert.